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Der Fall des Vitra-Zauns

Friday, May 31st, 2013

Schon im März 2011 beklagten wir, dass die Vitra-Produktionsstätte in Weil am Rhein von einem Zaun umgeben ist, der den gesamten Blick über den Vitra-Campus unterbricht. Vor dem Bau des VitraHauses hatte sich keiner an dem Zaun gestört – danach jedoch schon…

Wie seinerzeit Ronald Reagan beschwerten wir uns: “Herr Fehlbaum, reißen Sie diese Mauer nieder! Oder versetzen Sie sie wenigstens um ein Stück! Bitte.”. Michail Gorbatschow brauchte zweieinhalb Jahre für seine Antwort an Ronald Reagan. Auch bei uns hat es um die dreißig Monate gedauert, bis wir auf unsere Beschwerde eine positive Antwort bekommen haben.

Ab November 2013 werden sich die Besucher des Vitra-Hauses und des Vitra Design Museums nämlich sehr viel freier und unabhängiger auf dem Gelände des Vitra-Campus bewegen können. Was für eine erfreuliche Entwicklung!

Im Gegensatz zum Fall der Berliner Mauer war der des Vitra-Zauns allerdings nur ein partieller. In den kommenden Monaten soll der ursprüngliche Verlauf des Zauns geändert werden. Der neue Zaun verläuft dann nicht mehr um die Ecke des Parkplatzes, sondern wird scharf links am Buckminster Fuller Dome abbiegen und dann zu der von Alvaro Siza entworfenen Produktionshalle führen.

In Ergänzung zum neuen Zaun hat Alvaro Siza einen neuen Fußweg geplant. Dieser folgt dem Verlauf des Zauns, bevor er die Besucher vor Sizas Produktionshalle führt und dann weiter zum Feuerwehrhaus von Zaha Hadid.

Vervollständigt wird die Umgestaltung durch eine neue Wiesenfläche vor dem VitraHaus mit Möglichkeiten zum Sitzen und mit noch mehr Kirschbäumen.

Die Architektur verbleibt allerdings hinter dem Zaun, und so wird auch der Blick auf den Buckminster Fuller Dome und die Jean Prouvé Tankstelle nach wie vor vom Vitra-Zaun unterbrochen.

Für die Besucher heißt das allerdings, dass sie die Arbeiten aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten können. Darüber hinaus hat der zusätzliche öffentliche Platz vor dem VitraHaus den positiven Effekt, dass das gesamte Areal weniger beengend und überfrachtet erscheint, als es jetzt der Fall ist.

Wir sehen immer noch keinen Grund, warum der Zaun nicht nahe der Straße, also zwischen die Frank Gehry Produktionshalle und Jean Prouvés Tankstelle platziert werden sollte, sodass alle Objekte zugänglich würden.

Möglicherweise würden dann weniger Besucher für die Architektur-Führung Eintritt bezahlen, aber wir denken, dass auch dann die Mehrheit die Besichtigung der Gebäude mit Führung bevorzugen würde.

So schön und willkommen dieser Anfang also auch ist – David Hasselhoff wartet hinter den Kulissen und würde sich sehr freuen während der “Campus-Sommernachtskonzert-Saison” aufzutreten!

 

Der Vitra Campus mit neuem Zaun und Fußweg



Vitra Design Museum: Interview mit Marc Zehntner und Mateo Kries

Friday, April 13th, 2012

Das Vitra Design Museum, das ursprünglich nur die private Möbelsammlung von Vitra-Chef Rolf Fehlbaum archivieren und präsentieren sollte, hat sich mittlerweile zu einem der wichtigsten Designzentren Europas entwickelt. Design, Designgeschichte, aber vor allem auch der Zugang zu und die Erklärung von Design machen das Museum so einzigartig.

Ein Großteil des Erfolges des Museums geht auf den Gründungsdirektor Alexander von Vegesack zurück, der die Einrichtung seit der Eröffnung 1989 bis Ende 2010 leitete. Im Januar 2011 haben Marc Zehntner und Mateo Kries gemeinsam das Zepter übernommen, wobei Marc Zehntner für das Museumsmanagement verantwortlich zeichnet, Mateo Kries für das Programm.

Ein Jahr nach ihrer Übernahme haben wir Marc Zehntner und Mateo Kries getroffen um zu fragen, ob und wie die duale Leitung funktioniert. Aber zunächst wollten wir wissen, ob sich die Eröffnung des VitraHauses auf die Besucherzahlen des Design Museums ausgewirkt hat.

Vitra Design Museum Marc Zehntner

Marc Zehntner, Vitra Design Museum Direktor / Management

Marc Zehntner: Wir wussten vorher auch nicht genau, wie es sich entwickeln würde und haben verschiedene Szenarien ausgearbeitet: viel mehr Besucher, gleichbleibendes Niveau, viel weniger Besucher. Im Moment können wir sagen, dass die Entwicklung gleichbleibend bis positiv ist. Es kommt beim Museum nach wie vor stark auf die Inhalte an, also welche Ausstellungen gezeigt werden. Wir stellen fest, dass wir schon verschiedene Zielpublika haben: Es gibt Leute, die bewusst kommen um die Museumsaustellungen im Vitra Design Museum zu besuchen und vielleicht danach noch ins VitraHaus oder im Café einen Kaffee trinken gehen. Und dann gibt es natürlich die Besucher, die sich das VitraHaus anschauen wollen, von denen wir ein paar auch motivieren können die Museumsausstellungen zu besuchen. Aber es ist nicht so, dass alle VitraHaus-Besucher automatisch auch zu uns kommen und im Hinblick auf die Größe des Museums ist das auch gut so.

(smow)blog: War der Hintergedanke bei der “neuen” Vitra Design Museum Gallery eventuell auch, mehr VitraHaus-Besucher mit kleineren, experimentelleren Ausstellungen zu erreichen?

Marc Zehntner: Die Idee war einerseits, mehr Angebote zu haben und den Besuchern neben den großen Hauptausstellungen im Gehry-Bau auch kleinere, schneller wechselnde Ausstellungen zu zeigen. Wir haben ja auch die Umbauphasen zwischen den Ausstellungen, in denen das Hauptgebäude geschlossen ist. D.h. wir haben ab sofort immer eine Ausstellung – jeden Tag bis auf die drei Tage im Jahr, wenn wir geschlossen haben. Das war vorher nicht möglich und ist besonders schön für die internationalen Besucher.

Mateo Kries: Das Museum steht im Moment hervorragend da – auch in Bezug auf die Besucherzahlen. Die Frage war dann eher, wo und wie wir wachsen können. Und das hieß nicht nur mehr Ausstellungen im Gehry-Gebäude. Wir können auch wachsen, indem wir qualitativ mehr anbieten, indem die Führungen zunehmen. Wir wollen regelmäßiger und häufiger auch aktuelle Ausstellungen machen. Im Hauptprogramm im Museumsgebäude haben wir einen Vorlauf von zwei Jahren für die großen Ausstellungen, d.h. wir können dort nicht kurzfristig etwas ins Programm nehmen. In der Gallery haben wir diese Möglichkeit aber. Diese Projekte – wie jetzt Bouroullec oder davor Jerszy Seymour – haben wir Mitte letzten Jahres auf den Weg gebracht. Das geht also relativ schnell und wir können zeigen, dass es neue inhaltliche Perspektiven gibt.

(smow)blog: Wie lange brauchen Sie generell für eine Ausstellung? Wochen, Monate, Jahre?

Marc Zehntner: Eher Monate bis Jahre. Aber es ist natürlich auch abhängig von den Projekten. Wenn wir z.B. die Jerszy-Seymour-Aktion im Januar nehmen: Das ist etwas Neues, was es vorher nicht gab. Das ist etwas ganz anderes als eine Ausstellung mit Objekten primär aus unserer Sammlung, was wiederum anders ist als die Album-Geschichte mit den Bouroullecs, bei der eine bestehende Ausstellung adaptiert wurde und wir mit den Designern zusammengearbeitet haben.

Mateo Kries: Für die Bouroullecs hatten wir eine relativ kurze Vorlaufzeit. Auf der Art Basel werden wir sechs holländische Designer haben, was in Anbetracht der Größe der Galerie ein viel komplizierteres und intensiveres Projekt ist und etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Aber wir wollen die Vorbereitungszeit in der Gallery eher kurz halten, weil wir ja gerade erreichen wollen, dass wir schneller reagieren können.

(smow)blog: Neben den Ausstellungen hier haben Sie auch die Wanderausstellungen. Wie wichtig sind die Wanderausstellungen finanziell und unter Marketinggesichtspunkten bzw. als Werbung für das Vitra Design Museum?

Marc Zehntner: Ich denke sie sind für beide Sachen eminent wichtig. Die Wanderausstellungen waren immer Teil des Museumskonzeptes. Der Gründungsdirektor Alexander von Vegesack hat die Idee 1989 entwickelt. Heute machen das zwar viele Museen, aber damals war das eher Ausnahme als Regel. Dass das Vitra Design Museum weltweit bekannt ist, verdanken wir sicher zum Großteil diesen Wanderausstellungen. Auch finanziell spielen die Wanderausstellungen eine wichtige Rolle. Wir können mit einer Ausstellung nie Gewinn machen, aber durch die Wanderausstellungen können wir zumindest einen Teil der Ausgaben wieder einspielen.

(smow)blog: Wie viele Ausstellungen sind momentan “auf Tour”?

Marc Zehntner: Im Moment haben wir zwölf Ausstellungen auf Tour, letztes Jahr hatten wir weltweit 19 Eröffnungen außerhalb von Weil am Rhein.

Vitra Design Museum Mateo Kries

Mateo Kries, Vitra Design Museum Direktor / Programm

(smow)blog: Eine der interessanteren Einnahmequellen für das Museum sind die Miniaturen. Die Kollektion ist in den letzten 20 Jahren stetig gewachsen. Wer entscheidet, welche Modelle neu dazu kommen und welche Kriterien spielen dabei eine Rolle?

Marc Zehntner: Es ist ein ganzes Team daran beteiligt: die Kuratoren, die Leute die die Sammlung betreuen, aber auch die Marketing-Abteilung. Es gibt eine Wunschliste der Stücke die wir gern haben würden oder die sinnvoll sind im Kontext einer geplanten Ausstellung. Wir haben z.B. letztes Jahr einen Anthroposophischen Stuhl im Rahmen der Steiner-Ausstellung herausgebracht. Letzten Endes hängt die endgültige Entscheidung immer an der Frage “Können wir die Miniatur so originalgetreu (wie die Qualitätsansprüche sind) wirklich nachproduzieren in diesem Format 1:6?” Viele unserer Wünsche scheitern daran, dass dies nicht bzw. nicht zu einem realistischen Preis realisierbar ist.

(smow)blog: Stimmt es, dass Sie für die Miniaturen Lizenzgebühren zahlen wie für richtige Stühle?

Marc Zehntner: Ja. Das kann neben Einschränkungen in der Produktion auch ein Grund sein, warum eine Miniatur nicht von uns auf den Markt gebracht wird. Das kommt aber nicht sehr häufig vor, denn normalerweise einigen wir uns mit den Rechteinhabern.

Mateo Kries: Nicht nur die Lizenzgebühren sind analog zur “realen Welt”. Genau wie in der normalen Produktentwicklung müssen wir spezielle Maschinen bauen oder Tools entwickeln um ein Geflecht oder eine Gussform zu kreieren. Das sind die gleichen Prozesse wie bei „großen“ Stühlen.

Marc Zehntner: Und wenn die Produktion wirklich konkreter wird, testen wir auch Prototypen.

(smow)blog: D.h. wie bei einem richtigen Stuhl investieren Sie zum Teil Monate in die Herstellung von Modellen und Prototypen und am Ende kommt nichts dabei heraus?

Mateo Kries: Ja, das passiert durchaus. Wir haben eine ganze Liste von Produkten die nicht funktioniert haben oder unseren Qualitätsansprüchen nicht gerecht wurden.

(smow)blog: Sie leiten seit einem Jahr gemeinsam das Vitra Design Museum. Funktioniert das?

Marc Zehntner: Das klappt sehr gut. Es ist natürlich ein Test, wie das in der Wirklichkeit funktioniert, was über lange Jahre angedacht und geplant wurde. Vorher konnte man nicht hundertprozentig voraussehen, wie es sich entwickelt, aber wir sind beide sehr glücklich mit der Situation. Das Museum finanziert sich zum großen Teil selber – was in der Museumswelt eher ungewöhnlich ist. Wir sind gut aufgestellt, haben ein sehr gutes Team, interessante Projekte und können sehr positiv in die Zukunft schauen.

(smow)blog: Es besteht also keine Gefahr dass die Ideen ausgehen?

Mateo Kries: Das Problem ist eher, dass wir zu viele davon haben! Für die nächsten drei oder vier Jahre stehen so viele Projekte an, dass unser größtes Problem sein wird, alles zu realisieren, was wir wollen. Es ist natürlich fantastisch in so einer Position zu sein. Und obwohl wir das Museum schon in einem guten Zustand übernommen haben, haben wir es dennoch geschafft, einiges auf den Weg zu bringen und positive neue Impulse gesetzt. Im Frühling wird es eine neue Webseite geben mit den ersten Einblicken in die Sammlung. Außerdem veranstalten wir nun fast im Wochentakt Diskussionen oder ähnliche Events und stellen fest, dass das Publikum sehr positiv auf die neuen volleren und lebendigeren Programme reagiert. Das sind natürlich kleine Schritte, aber in der Summe werden sie das Museum grundlegend verändern und weiterentwickeln. Zu einem noch lebendigeren Ort, der die wichtigen Themen und Fragen des Designs nicht nur ausstellt, sondern auch zur Debatte stellt und sie in Erlebnisse für den Besucher verwandelt.

Marc Zehntner: Letzten Endes ist es in jedem Museum so, in dem die eigene Sammlung tatsächlich genutzt wird: Es gibt genug Geschichten, aus denen wir nur die auswählen müssen, die wir erzählen wollen. Und das macht die Arbeit so besonders.

vitra design museum

Vitra Design Museum und VitraHaus, Weil am Rhein.



Album @ Vitra Design Museum Gallery: Interview mit Ronan Bouroullec

Tuesday, February 21st, 2012
Vitra Design Museum Ronan Bouroullec

Ronan Bouroullec

Ronan & Erwan Bouroullec sind fraglos zwei der bedeutendsten Designer ihrer Generation und werden daher auch zurzeit gleich mit zwei Ausstellungen geehrt: Im Centre Pompidou Metz läuft derzeit die Retrospektive Biwak und in der Vitra Design Museum Gallery in Weil am Rhein Album, eine Ausstellung der Zeichnungen und Skizzen, die vorher in Bordeaux zu sehen waren.

Bei der Eröffnung von Album in der Vitra Design Museum Gallery sprachen wir mit Ronan Bouroullec übers Zeichnen, Älterwerden und – mal wieder – darüber, wieso er weniger Aufträge annehmen möchte…

(smow)blog: Liegt der Ursprung all Ihrer Projekte in Zeichnungen?

Ronan Bouroullec: Nein, nicht immer. Manche beginnen auch mit völlig abstrakten Gedanken. Das hat sich im Laufe der Jahre aber sehr verändert. Ich hatte meine erste Gruppenausstellung mit 17. Jetzt bin ich 40. Meine Methoden und mein Verständnis von Design haben sich in den letzten 20 Jahre natürlich verändert. Am Anfang war ich noch ganz schön naiv.

(smow)blog: Haben Sie in Ihren Anfangsjahren mehr gezeichnet und spielt moderne Technik heute eine größere Rolle?

Ronan Bouroullec: Zeichnen ist etwas, das ich schon immer getan habe – viel länger als Designen – und das mir sehr wichtig ist. Wenn ich aufhören würde zu designen, würde ich nicht sterben, aber ich kann nicht aufhören zu zeichnen. Und ich glaube, dass Zeichnen im Design einen guten Ausgleich schafft. Design ist mitunter ein sehr langwieriger Prozess, ein sehr frustrierender Prozess. Es kann Jahre von der ersten Zeichnung bis zur fertigen Arbeit dauern. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir uns durch Bilder und Zeichnungen klar und präzise ausdrücken können.

(smow)blog: Heißt das, dass Sie den Designprozess durch Zeichnungen besser kontrollieren können?

Ronan Bouroullec: Der Prozess in unserem Studio und auch in unseren Gedanken ist meist sehr chaotisch; er folgt keinen klaren Strukturen. Und so hat jedes Produkt seinen ganz eigenen, natürlichen Flow. Deshalb ist es sehr schwer den Prozess als solchen zu beschreiben. Das Chaos sieht man unseren fertigen Arbeiten natürlich nicht an; sie wirken immer so klar, einfach und direkt. Aber der Weg dahin…

(smow)blog: Neben Album ist zurzeit auch die Retrospektive Biwak in Metz zu sehen. Wenn Sie sich diese beiden Ausstellungen ansehen, können Sie dann erkennen, wie und an welchen Stellen sich Ihre Arbeit im Laufe der Jahre verändert hat?

Ronan Bouroullec: Ich glaube, dass wir am Anfang optimistischer und naiver waren, aber mittlerweile wissen wir etwas mehr über das ganze System. Das ist an sich gut, es kann einen aber auch einschränken und imaginäre Schranken erzeugen. Projekte dauern jetzt sogar länger als vor 20 Jahren. Als wir jünger waren, waren wir irgendwie intuitiver…

(smow)blog: … und jetzt sind Sie vorsichtiger?

Ronan Bouroullec: Ich weiß nicht genau warum, aber mittlerweile lastet offenbar mehr Druck auf uns. Die Leute sehen einfach genauer hin und erwarten etwas von uns; sie erwarten ein Statement.

(smow)blog: Album und Biwak bieten die Chance, zurück zu blicken und zu reflektieren… Im Hinblick auf die Zukunft…

Ronan Bouroullec: Ich sehe nicht die Notwendigkeit jetzt so viel zu machen. Wir haben ein sehr kleines Studio und möchten es nicht wirklich erweitern. Wir wollten nie ein großes Studio, aber weil wir so bekannt sind, bekommen wir jede Menge Angebote. Doch wir sind eigentlich nicht daran interessiert alles zu machen, was uns angeboten wird, und konzentrieren uns stattdessen lieber auf die Sachen, die uns tatsächlich interessieren. Außerdem versuche ich noch ein bisschen Zeit zum Zeichnen zu finden…

Ronan & Erwan Bouroullec Album kann noch bis zum 3. Juni 2012 in der Vitra Design Museum Gallery besucht werden.

Vitra Design Museum Gallery Ronan & Erwan Bouroullec Album

Vitra Design Museum Gallery: Ronan & Erwan Bouroullec "Album"

Vitra Design Museum Gallery Ronan & Erwan Bouroullec Album

Vitra Design Museum Gallery: Ronan & Erwan Bouroullec "Album"

 



Design Miami/Basel 2011

Wednesday, June 15th, 2011

Dieses Jahr schaffen wir es endlich mal zur Design Basel.

In der Vergangenheit ist uns immer irgendetwas dazwischen gekommen: Krankheiten, andere Termine oder dieses vage Gefühl im Bauch, das uns immer sagen wollte, dass die Veranstaltung einfach zu elitär und zu weit weg vom normaler Designmöbelinteressierten sei, um die Reise zu rechtfertigen.

In diesem Jahr sind wir gesund, frei und ein bisschen älter und weiser.

In ihrem sechsten Jahr zeigt die Design Basel mit Ausstellungen von 43 interntaionalen Designgalerien ein beeindruckendes Spektrum sowohl “historischen” Designs (wie aus dem frühen 20. Jahrhundert) als auch zeitgenössischer Arbeiten.

Ihr kennt uns. Wir sind nicht leicht zu beeindrucken – erst recht nicht im Vorfeld einer Veranstaltung. Also keine Vorschusslorbeeren an dieser Stelle, es könnte schließlich alles Mist sein.

Dennoch freuen wir uns besonders auf ein paar Galerien, wie z.B. Dansk Møbelkunst, die ihrem Namen alle Ehre macht und Arbeiten dänischer Designer präsentiert. Die Pariser Galerie Downtown François Laffanour verspricht einige interessante Arbeiten von Le Corbusier, Charlotte Perriand und Ron Arad; die Priveekollektie Contemporary Art | Design zeigt u.a. Stücke von Arik Levy, Reinier Bosch und Rolf Sachs.

Ein weiteres Highlight werden sicher zwei Konstruktionen von Jean Prouvé sein: Jousse Entreprise zeigt einen Teil von Prouvés Ecole de Villejuif aus dem Jahr 1957 und die Galerie Patrick Seguin präsentiert eine Live-Show, auf der täglich ein 6 x 6 Meter Bungalow auf- und wieder abgebaut wird. Prouvé hatte ihn 1944 für Kriegsflüchtlinge in Lothringen entworfen.

Wir haben nach wie vor ein komisches Gefühl bei der Sache. Aber wir freuen uns auf lange detaillierte Diskussionen mit den Galeristen und lernen hoffentlich etwas mehr über den ganzen Galeriezirkus und seinen Einfluss auf Möbeldesign.

Sicher werden wir auch dem VitraHaus einen Besuch abstatten und ein paar Fotos aus unmöglichen Blickwinkeln schießen.

Design Miami/Basel läuft vom 14. bis 18. Juni. Weitere Informationen gibt es unter www.designmiami.com



Ein Jahr VitraHaus: Ein Interview mit Eckart Maise

Thursday, June 9th, 2011

Im Februar hat das VitraHaus in Weil am Rhein seinen ersten Geburtstag gefeiert.

Wir haben mit Vitras Chief Design Officer Eckart Maise über ein Jahr VitraHaus und die Pläne für die Zukunft gesprochen.

(smow)blog: Das VitraHaus is jetzt ein Jahr alt. Sind Sie zufrieden mit dem ersten Jahr?

Eckart Maise: Ja, das VitraHaus ist ein voller Erfolg. Wir hatten sowohl von der Anzahl der Besucher als auch was das Feedback angeht eine sehr positive Resonanz. Die Zahl der Besucher des Vitra Campus hat sich zum Beispiel seit der Eröffnung des VitraHauses verdreifacht. Wir hatten etwa 350000 Besucher im letzten Jahr, was unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Einen Anstieg hatten wir erwartet, aber nicht in diesen Dimensionen.

(smow)blog: Ist die Marke Vitra dadurch auch bekannter geworden?

Eckart Maise: Ja, auf jeden Fall. Das kann man zum Beispiel sehr stark an der Presseresonanz zum VitraHaus messen. Ich bin seit 16 Jahren bei Vitra und in dieser Zeit war das VitraHaus das erste neue Gebäude auf dem Vitra Campus. Die Berichterstattung hat eine ganz andere Dimension als bei einem neuen Produkt.

(smow)blog: Inwieweit sind Vitras Möbeldesigner im VitraHaus involviert? Entscheiden sie mit über die Inneneinrichtung?

Eckart Maise: Die Einrichtung wird prinzipiell von unseren hauseigenen Innenarchitekten und Stylisten organisiert. In den Bereichen, in denen ein Produkt im Mittelpunkt steht, sind manchmal auch die Möbeldesigner involviert, so wie derzeit beim Suita Sofa. Wir haben im Vorfeld mit Antonio Citterio gesprochen, seine Meinung eingeholt und dann ein paar Dinge optimiert. Viele der Designer stehen aber auch in regelmäßigem Kontakt zu unseren Inneneinrichtern, sodass immer ein Austausch von Ideen stattfindet.

(smow)blog: Im VitraHaus gibt es einige Produkte, die keine Vitra-Designs sind. Spin von Tom Dixon fällt uns zum Beispiel immer ins Auge…

Eckart Maise: …Ja, das ist ein bewusstes Gestaltungselement in der Wohneinrichtung, Die Collage ist das Einrichtungsrezept was unserer Haltung am besten entspricht. Die Qualität einer Einrichtung entsteht durch die Vielfalt, Vielfalt auch in Bezug auf die Herkunft der einzelnen Stücke. Eine reine Vitra-Einrichtung ist nicht notwendigerweise die beste. Und hier im VitraHaus haben wir Leuchten, Accessoires, Textilien etc. von anderen Herstellern die die Vitra-Produkte ergänzen.

(smow)blog: Wird es in Zukunft einen Bereich im VitraHaus geben, den einzelne Designer ausstatten können?

Eckart Maise: Ja, das ist in Planung. Tatsächlich war das von Anfang an vorgesehen, aber bisher nicht realisiert. Wir wollen kein Museum sein, in dem es eine Bouroullec-Ausstellung oder eine Citterio-Ausstellung gibt. Aber natürlich kann man die Designer, die in Interieurs aktiv sind, zum Beispiel die Bouroullecs, bitten einen Bereich zu gestalten – unter der Bedingung dass es keine Monografie ihrer Arbeit wird sondern eine Collage mit Produkten anderer Vitra-Designer.

(smow)blog: Zum Beispiel eine Mustereinrichtung für ein 20 m² Loft?

Eckart Maise: Genau. Es gibt verschiedene Überlegungen und wir starten hoffentlich in den nächsten Monaten damit.

(smow)blog: Eine andere Erweiterung des Vitra Campus ist das Vitra Atelier. Im Moment kann man sehen, wie ein Eames Lounge Chair zusammengebaut wird. Soll das Konzept erweitert werden?

Eckart Maise: Das Konzept ist zwar flexibel, aber momentan wird es auf den Lounge Chair beschränkt bleiben. Für uns ist wichtig, dass die handwerkliche Qualität wahrgenommen wird, die in diesem Produkt steckt, und dass die Produkte hier in Weil am Rhein und nicht China oder anderswo hergestellt werden. Die Kunden haben außerdem die Möglichkeit, die Fertigung ihres eigenen Lounge Chair zu beobachten. Sie können am Vormittag ins VitraHaus kommen, ihre Bestellung aufgeben, zusehen, wie der Lounge Chair zusammengebaut wird und ihn am Nachmittag mit nach Hause nehmen. Der Eames Lounge Chair gehört wahrscheinlich zu den Objekten zu denen die Besitzer die größte emotionale Bindung haben und die eine zentrale Rolle in ihrer Einrichtung einnehmen. Deshalb ist er für uns das perfekte Objekt für das Vitra Atelier.

Since over one year part of teh Weil am Rhein landscpae - VitraHaus

Seit über einem Jahr ein Teil der Landschaft bei Weil am Rhein - VitraHaus

Vitra Atelier - Loung Chair construction LIVE!

Vitra Atelier - Eames Lounge Chair Montage LIVE!



Der Vitra-Zaun

Thursday, March 31st, 2011
The wonderful view from the Buckminster Fuller Dome at Vitra Campus: A fence

Der herrliche Blick vom Buckminster Fuller Dome auf dem Vitra Gelände: Ein Zaun

Letzten Freitag verbrachten wir einen äußerst vergnüglichen und gleichermaßen erfolgreichen Tag bei und mit Vitra.

Lediglich ein bisschen irritiert waren wir von zwei Grenzziehungen, die unseren Weg kreuzten – beschränkten vielmehr.

Fast wie eine Analogie für die anthropogene Absurdität nationale Grenzen zu ziehen, liegt der Flughafen in Basel sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz.

Und hat zwei Ausgänge: Einen, der in die Schweiz führt und einen anderen, der nach Frankreich führt.

Wir entschieden uns für den schweizer Weg. Unser Fahrer stand in Frankreich. Zwischen uns und dem Terminal lag eine Glaswand.

Was sollen wir machen? Wie kommen wir hier wieder raus? Panik.

Die Lösung ist: Man geht die Treppe hoch zur Abflughalle. Dort kann man sich frei zwischen Frankreich und der Schweiz bewegen. Und man merkt: Die Glaswand ist weniger eine Grenze zwischen zwei Ländern als eine clevere Form der Kulturkritik.

Trotz der Menge an Vitra chairs im Basler Flughafen, schien Vitra nicht für die Glaswand verantwortlich zu sein.

Die zweite Grenzziehung hingegen, die uns auf die Palme brachte, lag durchaus in der Verantwortung Vitras.

Das VitraHaus und Vitra Design Museum stehen unmittelbar vor dem Vitra Produktionswerk in Weil am Rhein.

Es handelt sich also um ein Produktionswerk, das vernünftigerweise durch einen Zaun vom Rest der Welt abgetrennt ist.

Das wäre nicht schlimm, wäre da nicht ein Problem. HInter dem Zaun sind die Buckminster Fuller Dome und die Jean Prouvé’s Tankstelle.

Uns war die Existenz des Zaunes immer bewusst. Und wir waren durchaus irritiert davon, dass es durch die Existenz des Zaunes quasi unmöglich ist, ein brauchbares Foto des Domes zu machen oder die Tankstelle richtig zu sehen.

Aber wir haben es nie hinterfragt.

Bis zum letzten Freitag als wir auf der Werksseite des Zaunes standen. Plötzlich realisierten wir, dass es keinen nachvollziehbaren Grund für die Position des Zaunes gibt. Er könnte genauso gut parallel zur Straße zwischen dem Werk und dem Dome und der Tankstelle liegen.

Das würde weder die Sicherheit der Besucher – die offensichtlich fern von den Produktionsprozessen gehalten werden müssen – gefährden noch würde es zusätzliche Risiken bergen.

Dafür würde es für die Besucher von VitraHaus und Vitra Design Museum zwei weitere interessante und wichtige Gebäude zugänglich machen. Und man könnte eine Menge mehr guter Fotos machen.

Wir hätten nie gedacht, einmal in die Fußstapfen Ronald Reagans zu treten, aber: “Herr Fehlbaum, reißen Sie diese Mauer nieder! Oder versetzen Sie sie wenigstens um ein Stück! Bitte.”

Die Grenzzäune am Basler Flughafen mögen ein Denkmal nobler Diplmomatie Logik zu sein – die auf dem Vitra Gelände können versetzt werden.

Nur mal so als Anregung……

The Vitra Campus Wall. Those in West Vitra Campus enjoy modern homes, this in the east tents. Possibly.

Die Vitra Mauer. Modernes Wohnen im Westen, Zelte in Osten. Womöglich.



(smow)Blog Rückblick 2010: Januar, Februar, März

Friday, January 14th, 2011

Obwohl viele Kritiker meinen, dass ein Jahresrückblick lediglich ein einfacher und augenscheinlicher Weg ist Content zu generieren ist dieser für uns ein wichtiger Schritt in der Planung unserer Aktivitäten im kommenden Jahr – d.h. wo wir hingehen, mit wem wir sprechen werden, worauf wir sitzen werden und was viel wichtiger ist was wir dieses Jahr aufgeben oder anders machen werden.

Das einzig wirkliche Problem für uns dabei ist, dass wir erst mit der Aufarbeitung realisieren wieviel Material wir aufgrund der Fülle unbeachtet lassen müssen. Dadurch bekommen wir jedoch einen Eindruck davon, wieviel mehr Material wir im kommenden Jahr erwerben können.

Heck!

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Das Jahr begann wie immer mit der IMM und Designers Fair in Köln. Abgesehen von der Möglichkeit einige Anti-Karneval-Scherze zu machen brachte uns der Ausflug einige tolle neue Produkte und Designer näher, so z.B.: Uli Budde, Christian Lessing, Martin Neuhaus, Alexander Gufler, maigrau, Tim Baute etc, etc, etc…

Ein weiteres Higlight war die Einführung von Herbert Hirche´s Interbau 57 Sessel durch Richard Lampert.

Negativ war der Mangel an Innovationen und wenn wir ehrlich sind die Qualität der Ausstellungen auf der IMM. Dafür, dass die IMM Deutschlands größte und wichtigste Möbelmesse ist, war sie einfach nicht gut genug.

Lassen wir uns überraschen was die IMM 2011 bringt.

Im Februar waren wir dann mit der Eröffnung des VitraHaus auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein und einem Besuch beim MoormannHaus in Aschau im chiemgar auf einem wesentlich sichereren Grund unterwegs.

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Abgesehen von der Art und Weise wie das VirtraHaus majästatisch vor einem erscheint war für uns die Entscheidung Gegenstände, die nicht aus dem Hause Vitra stammen, in die Ausstellung zu integrieren die wahre Freude. Ganz im Geiste der Collage von Charles and Ray Eames zum Prinzip der Innnenarchitektur.

Wenn wir einen Wunsch für 2011 hätten, dann der, dass man das eine oder andere Werk eines jungen Designers in die Ausstellungsfläche im VitraHaus aufnimmt, anstatt ausschließlich auf etablierte Designer zu bauen.

Das VitraHaus ist groß genug, um jungen Talenten eine Chance zu geben.

Während das MoormannHaus nur in Bruchteilen so spektakulär war wie Architektur von Vitra, war das eigentliche Highlight unseres Trips nach Aschau die Moormann Berge.

Die Moormann Berge ist eine wundervolle Einführung in die Moormann Philosophie, ganz abgesehen davon, dass es auch ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Trip in die bayrischen Alpen ist.

Im März feierte die (smow)airport systems mit einer Reihe von auf USM Haller basierten Flughafen Lösungen auf der Passenger Terminal Expo 2010 in Brüssel Premiere. In Zusammenarbeit mit USM Haller hat die (smow) airport systems eine Reihe von Lösungen sowohl für operative als auch Lounge und Retail Bereiche auf Flughäfen entwickelt – Lösungen die auch bei den Besuchern der PTE sehr gut ankamen.

Auch wenn sich Firmenname und Struktur seit der PTE 2010 wieder verändert haben werden wir auch bei der PTE 2011 in Kopenhagen wieder dabei sein, zum einen um die Entwicklung des Projekts als Ganzes zu verfolgen und zum anderen um über Entwicklungen im Flughafen- und öffentlichen Bereich der Möbelwelt zu berichten.

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Zurück in Leipzig fand im März 2010 die Leipziger Buchmesse statt und parallel dazu eine erfolgreiche Lesungsreihe im Rahmen des Events (smow)liest im (smow)Raum am Burgplatz.

Angefangen mit dem Buch “Grillsaison” von Philipp Kohlhöfer, gefolgt von “Neue Stimmen from Switzerland” bis hin zu “Meine Frau will einen Garten” von Gerhard Matzig brachten alle drei Vorlesungen ein sehr unterschiedliches, wenn auch gleichermaßen unterhaltsames Erlebnis mit sich.

Mehr davon Anfang 2011!



(smow)Spätsommer 2010: Thonet Wohnshowroom, Museum und Biegerei

Saturday, August 28th, 2010
Michael Thonet

Michael Thonet: Lebenswerk als Lebensphilosophie

Am letzten Sonntag der Sommerferien öffnen jedes Jahr über 35 Produktionen und Industriebetriebe aus der Gegend um Kassel zum “Blauen Montag Sonntag” ihre Türen.

Der Name ist vielleicht etwas überambitioniert, aber die Idee dahinter ist gut und in diesem Jahr haben wir die Gelegenheit genutzt um Thonet in Frankenberg (Eder) einen Besuch abzustatten.

Der Blaue Sonntag war nämlich zum einen die erste “offizielle” Veranstaltung für das neue Thonet Wohnshowroom, zum anderen hatten Besucher auch die seltene Gelegenheit einen Blick auf die Thonet-Holzbiegerei zu werfen.

Das Thonet Wohnshowroom wurde zwar nicht von Herzog und de Meuron entworfen, ist aber trotzdem eine optische Illusion. In dem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1889, das neben der Thonet Fabrik steht, wohnten früher die Firmenchefs Claus, Peter und Philipp Thonet. Das Thonet Wohnshowroom ist nicht sehr groß, aber alle Zwischentüren sind geöffnet und die Fenster sind fantastisch platziert. Außerdem wurden ein paar Innenwände entfernt, sodass sich insgesamt der Eindruck ergibt, das Haus wäre doppelt so groß wie es eigentlich ist. Genau wie das VitraHaus ist auch das Thonet Wohnshowroom ein Showroom für die Produkte. Aber da das Thonet Wohnshowroom ein echtes Haus mit echten Proportionen ist, ist der Effekt hier viel besser. Die natürliche Limitierung der Größe der Räume schafft eine authentischere und persönlichere Atmosphäre.  Ein Highlight für uns war z.B. das Regalsystem 7000 von f/p design, das in Frankenberg viel besser zur Geltung kam als in Mailand.

Cobb grill and Thonet - the perfcet combination summer, winter, autum or spring

Cobb Grill und Thonet - die perfekte Kombination im Winter, Herbst, Frühling... oder Sommer

In der Pressemitteilung erklärt Phillip Thonet, dass er die Neugestaltung so ansprechend findet, dass er sich vorstellen könnte einen Nachmittag allein im Thonet Wohnshowroom zu verbringen.

Wir auch.

Und zwar nicht nur wegen des Cobb Grills im Wintergarten.

Genauso beeidruckend ist das Thonet Museum. Als wir mit Thonets Kreativdirektor James Irvine in Mailand gesprochen haben, schwärmte er von den vielen faszinierenden Artikeln im Thonet-Archiv. Damals dachten wir noch das wäre nur ein hübscher Spruch für die Kamera gewesen. Aber im Thonet Museum war uns bereits nach wenigen Minuten klar dass er wirklich nicht übertrieben hatte. Schon allein mit dem Bettsofa aus dem Jahre 1884 haben wir (untersuchend und bewundernd) ca. 20 Minuten verbracht. Genial!

Thonet Day bed from

Thonet Schlafsofa aus dem Jahr 1884

Der einzige Wermutstropfen war vielleicht die etwas “über-optimistische” Verner Panton-Ecke: Panton und Thonet haben zwar an einigen Projekten zusammen gearbeitet, aber davon gingen nicht so sehr viele in Produktion. Und “nicht so sehr viele” ist hier auch sehr optimistisch ausgedrückt.

Der wahre Höhepunkt des Nachmittages war allerdings die Biegerei.

Wie jeder weiß, hat Michael Thonet in den 1840er Jahren nach 20 Jahren Forschungsarbeit einen Prozess zum Biegen von Holz für die Möbelherstellung perfektioniert – und mit Stühlen wie dem (2)14 mehr oder weniger die Massenproduktion von Möbeln erfunden.

Die wahre Schönheit eines 214 liegt in der versteckten Komplexität eines Designs, das auf den ersten Blick so einfach aussieht und diesen “das kann doch jeder” Charm versprüht.

Wenn man die Thonet-Arbeiter in Aktion sieht, wird einem klar, wie brilliant der Prozess von Michael Thonet ist.

Heutzutage wird im Industriedesign sehr viel Zeit, Schweiß und Geld darauf verwendet, die Prozesse und Materialien zu optimieren und zu verfeinern, um die Stabilität zu erhöhen und das Volumen zu reduzieren. Michael Thonet hat genau das getan und das Resultat seines Lebenswerkes hat sich über die Jahre wenig verändert.

The ghost of Michael Thonet still haunts the Biegerei

Der Geist von Michael Thonet in der Thonet Biegerei

Die Tische auf denen das heiße Holz gebogen wird, haben sich kaum verändert seitdem Michael Thonet den Prozess in den 1840ern entwickelt hat.

Die alte Biegerei in Frankenberg hat sich kaum verändert, seit Georg Thonet die zerbombte Fabrik Anfang der 1950er Jahre wiederaufgebaut hat.

Sogar die Nachnamen der Arbeiter die das Holz biegen haben sich im Laufe der Jahrzehnte kaum geändert.

Und die Chancen stehen gut, dass sich daran auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird.

Es ist schwer vorstellbar, dass Roboter und Computer jemals in der Lage sein werden, einen so komplexen Stuhl wie den 214 herzustellen. Also kann der Käufer eines Thonet Bugholzstuhls auch in Zukunft sicher sein, ein zu 100% handgefertigtes Produkt zu erhalten mit einer ihm innewohnenden 160 Jahre alten Qualitätsgarantie.

Diejenigen, die den “Dreh” des Konzepts von Michael Thonet noch nicht kennen, werden hier bald mehr erfahren.

Habeas cathedra! White steam indicates chairs in production.

Habeas Kathedrale!

Thonet gehört zu den Firmen die man leicht übersehen könnte, aber nur weil ihre Produkte so oft kopiert werden. Und das ist falsch. Thonet bleibt das Unternehmen, das maßgeblich dazu beigetragen hat, die Serienproduktion einzuführen, das qualitativ hochwertige Möbel einem Massenpublikum zugänglich gemacht hat und das an vorderster Front an zwei der wichtigsten Innovationen im Möbeldesign beteiligt war: Bugholz und Stahlrundrohr.

Und was vielleicht am wichtigsten ist: Thonet ist nach wie vor ein Familienbetrieb und integraler Bestandteil der Region.

Der Blaue Sonntag spielt insofern eine wichtige Rolle, dass er dem Unternehmen zum einen die Möglichkeit gibt, seinen Hintergrund und seine Philosophie zu erläutern, zum anderen aber den Kunden auch zeigen kann, was sie für ihr Geld bekommen.

Jeder der ca. 400 Besucher, die am Sonntag bei Thonet waren und den Schweiß auf den Stirnen der Biegerei-Arbeiter gesehen haben,  weiß das jetzt.

We left Frankenberg with just photos.... others with a little more.

Wir hatten bei der Abreise nur Fotos in der Tasche - andere etwas mehr.

Und so machten wir uns mit vollem Magen (Kuchen) und vollen Speicherkarten (Fotos) und einer Sturmfront im Nacken auf den Rückweg durch die grünen Täler Nordhessens.

Für alle, die den Blauen Sonntag verpasst haben: Am 25./26. September wird es einen Sonder-Werksverkauf geben. Die Biegerei wird an diesem Wochenende zwar nicht geöffnet sein, dafür aber das Thonet Museum und Thonet Wohnshowroom – und es gibt natürlich die Möglichkeit, Thonet-Artikel zum Spezialpreis zu erwerben.



(smow) offline: Gewinnen Sie einen Vitra Organic Chair

Tuesday, June 22nd, 2010

Organic Chair von Charles Eames und Eero Saarinen für Vitra

Es ist vielleicht nicht das bekannteste Werk, weder von Charles Eames‘ noch von Eero Saarinen, nichtsdestotrotz ist der “Conversation Chair” von 1940 ohne Zweifel ein wichtiges Stück des Möbeldesigns aus dem 20ten Jahrhundert.

Der Stuhl wurde für den “Organic Design in Home Furnishing” Wettbewerb des New York Museum of Modern Art designt. Er war eine Studie und einer der ersten Versuche mit formbarem Kunststoff von Eames und Saarinen.

Zu dieser Zeit war die Technologie aber einfach noch nicht ausgereift und die Ideen von Charles Eames und Eero Saarinen konnten erst zehn Jahre später umgesetzt werden: Charles Eames mit den Glasfaser/Kunststoff-Sesseln für Herman Miller und Eero Saarinen mit demTulpen Stuhl für Knoll.

Tulip chair by Eero Saarinen for Knoll

Tulpen Stuhl von Eero Saarinen für Knoll

Der Vollständigkeit halber sollten wir auch noch George Nelson‘s Swag Leg Chair erwähnen. Das Design und die Technologie basiert stark auf der des Conversation Chair.

Zurzeit wird der Stuhl von Vitra als “Organic Chair” verkauft. Der Stuhl von Eames und Saarinen bleibt ein selbstbewusster Klassiker, der in alle privaten und geschäftlichen Räume passt.

Und Sie können einen gewinnen.

Das Designer Möbel Verkäufer Netzwerk “Creative Inneneinrichter” – zu welchem (smow) gehört – stellt einen “Organic Chair” als Hauptpreis ihres “Mein Weg ins VitraHaus” Wettbewerbs zur Verfügung.

Der zweite Preis ist ein Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec und der dritte Preis ist ein Panton Chair.

Die Regeln sind denkbar einfach: Dokumentieren Sie ihre Reise zum VitraHaus; der einfallsreichste, originellste und kreativste Beitrag gewinnt.

Also egal ob Sie mit einem Fallschirm auf dem VitraHaus landen wollen, oder die Alpen im Hannibalstyle auf Elefanten überqueren wollen, registrieren Sie sich einfach auf der Creative Inneneinrichter Website und laden Sie ihre Fotos/Videos/Zertifikate hoch.

Details finden Sie unter “Mein Weg ins VitraHaus

Although Jasper Morrison built a bus stop next to teh VitraHaus - travelling by bus probabyl wont win you the Organic Chair

Auch wenn Jasper Morrison eine Bushaltestelle neben dem VitraHaus gebaut hat, eine Busreise wird wohl nicht für den ersten Platz reichen.



VitraHaus: 100000 Besucher

Tuesday, May 18th, 2010

Wenn wir ehrlich sind – und wann sind wir das nicht? – hat diese Nachricht für ziemliche Aufregung im (smow)blog HQ gesorgt:

Letzten Mittwoch empfing das VitraHaus in Weil am Rhein seinen 100000sten Besucher.

Und das nach nur zwölf Wochen!

Es sieht so aus, als ob das VitraHaus in seinem ersten Jahr über eine halbe Million Besucher anziehen wird. Das Gebäude von Herzog und de Meuron könnte also bald zu Deutschlands führenden Touristenattraktionen zählen.

Schön!

VitraHaus Fans können Fotos, Tipps und Erfahrungen auf der VitraHaus Facebook Fan Page teilen.

VitraHaus and it's creators - Rolf Fehlbaum, Jacques Herzog and Pierre de Meuron

VitraHaus und die, die es geschaffen haben - Rolf Fehlbaum, Jacques Herzog und Pierre de Meuron