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Vitra Design Museum: “Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo”

Monday, April 4th, 2011

Im letzten Sommer verbrachten wir unseren jährlichen Wochenendausflug in einem kleinen Museum im Norden von England und diskutierten das Leben eines Mannes, der sich 30 Jahre zuvor erhängt hat.

Und da sagt man, wir könnten uns nicht entspannen.

Die Stadt hieß Macclesfield und Thema war der Joy Division Sänger Ian Curtis.

Ohne Frage ist Curtis eine der großen Ikonen der neueren Musikgeschichte und der Kult um ihn liegt in einer Kombination aus seinem frühen Tod und den Fotos seiner Band begründet.

Einer der Redner auf der Konferenz in Macclesfield war Kevin Cummins, der Mann hinter fast allen veröffentlichten Joy Division Bildern und zahlreichen Shootings der Band für das Musikmagazin NME.

Im Laufe der Diskussion hat Cummins “zugegeben”, dass die Tatsache, dass ausschließlich schwarz-weiß Fotos der Band existieren auf eine “Vermarktungsstrategie” der Plattenfirma zurückgehe. Eine Entscheidung, die zudem von NME vollkommen unterstützt wurde.

Genauso wurde entschieden, dass Curtis auf allen Fotos ernst und deprimiert aussehen solle. Es gibt druchaus auch Fotos in Cummins Archive, die Curtis lachend und rumalbernd zeigen.

Aber sie wurden nie verwendet. Sie hätten nicht dem Image entsprochen.

Und so wird Ian Curtis durch die Maschinerie von Plattenfirma und Medien für immer als diese depressive und monotone Figur bestehen.

Marirosa Ballo examines the exhibition "Zoom Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo" at the Vitra Design Museum

Marirosa Ballo begutachtet die Ausstellung "Zoom Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo" im Vitra Design Museum, Weil am Rhein

“Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo” geht einem ganz ähnlichen Thema nach.

Aldo und Marirosa Ballo sind vielleicht die wichtigsten und einflussreichsten Möbelfotografen aller Zeiten und spielten eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entwicklung der modernen Legende vom italienischen Design.

Doch wohingegen Kevin Cummins aktiv daran beteiligt war, die Legende um Ian Curtis zu konstruieren; verlief der Weg von Aldo und Marirosa Ballo größtenteils unbewusst.

Für Aldo und Marirosa Ballo stand stets das Objekt selbst im Zentrum ihrer Arbeit, wobei das Ziel immer darin bestand ein möglichst natürliches und ausdrucksstarkes Bild der Produkte zu entwerfen.

Zu diesem Zwecke entwickelten sie einige technische Mittel, die mittlerweile zum Standardreportoire eines jeden Industrie- und Produktfotografen zählen.

Doch trotz des innovativen Aspekts in Ballos Arbeit, steht für die meisten die unverwechsel- und unkopierbare Fotoreihe im Vordergrung, die dazu beitrug Italien als eines der wichtigsten Nachkriegs-Möbeldesign-Nationen zu etablieren.

Aldo und Marirosa Ballos Fotos zierten die Titel von Hochglanz Design Magazinen, ihre Portraits von italienischen Designern wurden von einem weltweiten Publikum gesehen und sie sprachen eine neue europäische Generation an, die sich wegbewegte vom Stil und dem Mobiliar der Eltern.

Dank der Arbeit von Aldo und Marirosa Ballo wurde Italien zum Synonym für gute Qualität. Und etwas sehr erstrebenswertes.

Und wir denken, das war nicht einmal ihr Ziel. So hat es sich einafch entwickelt.

Curator Mathias Schwartz-Clauss guides visitors through the exhibition

Kurator Mathias Schwartz-Clauss führt Besucher durch die Ausstellung.

Mit einem Rückblick bis in die 1950er nimmt “Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo” seine Besucher nicht einfach nur mit auf eine Reise durch vier Dekaden italienischen Designs, sondern beschreibt ebenso die Entwicklung von professionellem Designer Möbel Marketing sowie die Etablierung von “Star Designern”.

Die Ausstellung ist so angelegt, dass Objekt, Fotos und Zeitschriftenauszüge bzw. Werbeanzeigen in unmittelbarer Nähe zueinander dargestellt sind, sodass der Betrachter einen umfangreichen Eindruck vom Objekt und dem Kontext seiner Vermarktung erhält.

Auf diese Weise wird deutlich, dass trotz der Mysthifizierung der Objekte durch die Fotos, die Objekte selbst den tatsächlichen Wert und somit Grund für die Legende bilden.

Außerdem ist eine wunderbare Ausstellung von über 300 Fotos entstanden, die den Designs mehr als gerecht werden.

Und wessen Leben sich um Möbel, Möbelmessen und Produkteinführungen dreht, weiß wie wichtig gute Fotos in der Designer Möbel Welt sind…

Den Text liest doch keiner.

Aber jeder schaut sich die Fotos an. Deshalb investiert auch die Möbelindustrie jedes Jahr aufs Neue immense Summen, um sicherzugehen, dass die Pressefotos für neue Produkte nichts weniger als perfekt sind. Nur so fängt man das Publikum.

Die Techniken und die Philosophie, die dabei dahinter steht, ist ebendie von Aldo und Marirosa Ballo entwickelte.

Und das macht ihre Arbeit heute wie damals derart relevant.

Und die Ausstellung einen Besuch wert.

“Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo” läuft noch bis 3. Oktober im Vitra Design Museum, Weil am Rhein.

Mehr Informationen gibt es unter: www.design-museum.de

Furniture photography.

Möbel Fotografie. Point. Shoot. Fame and riches.

Selene by Vico Magistretti for Artemide.

Selene by Vico Magistretti für Artemide bei "Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo"



Neu bei (smow): Cassina

Friday, January 15th, 2010
Cassina

Cassina

Italienisches Design ist, wenn wir unsere Augen für ein oder zwei Minuten schließen und brutal ehrlich sind, wie englischer Fußball oder französische Küche – seine ständige Assoziation mit besonderer Qualität und Genie beruht zum großen Teil auf einer Anzahl von nicht-Italienern (Engländern/Franzosen), die kontinuierlich zur Tradition beigetragen und sie damit modern, frisch und aufregend gehalten haben.

Dänisches Design ist dänisch weil es nur Dänen erlaubt ist – italienisches Design ist universell, weil jeder es darf: vorausgesetzt die Italiener laden dazu ein.

Und daher kommt es nun, dass wir es alle genießen im April nach Milan zu reisen und dort für eine Nacht in einem schäbigen Zimmerchen mehr zu bezahlen, als wir im Jahr für unsere eigenen Wohnungen ausgeben; denn es ist Milan und Milan ist Design.

1927 wurde ein entscheidender Schritt zur Etablierung “italienischen Designs” getan, als die Brüder Cesare und Umberto Cassina ihre neue Möbel Pruduktions Firma eröffneten, die sich in Meda, Lombardei (auf halbem Wege zwischen Milan und dem Como See – für all jene von Ihnen, die auf der Suche nach einem traumhaften “auf-halbem-Wege-Haus” sind) befindet.

LC 1 by Le Corbusier Jeanneret and Perriand through Cassina

LC 1 von Le Corbusier, Jeanneret und Perriand durch Cassina

Nachdem sie sich mit der qualitativ hochwertigen Ausstattung von Schiffen, Hotels und Casinos schnell einen Namen gemacht hatten, startete Cassina 1967  ihre “CASSINA I MAESTRI” Reihe, mit dem Ankauf der Lizenzen für vier Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand Produkten: LC1, LC2, LC3 und LC4. In Cassinas eigenen Worten war das Ziel – und ist es immernoch “die Verbreitung der universell akkreditierten Kulturwerte durch das Angebot heute von “rekonstruierten” Einrichtungsgegeständen.” Unter Verwendung von orginalen Entwürfen und Notizen als Basis für ihre Modelle erstand Cassina nicht nur die Rechte an weiteren Le Corbusier Werken, sondern auch an wichtigen Arbeiten von so verschiedenen Designern wie Gerrit T.Rietveld, Charles Renne Mackintosh und Frank Lloyd Wright.

In den 1970gern, mit der Sicherheit, die durch die CASSINA I MAESTRI Reihe erreicht wurde, im Rücken, handelte Cassina “italienisch”, indem man neue Materialien und neue Technologien annahm und sich mit den Werken von Designern wie Mario Bellini oder Vico Magistretti als ein wichtiger und zukunftsorientierter Player in der internationalen Designer Möbel Szene etablierte. Ein Trend, der durch Kooperationen mit Designern wie Konstantin Grcic, Patrick Jouin oder Philippe Starck fortgesetzt wurde.

Zig-Zag chair by Rietveld through Cassina

Zig-Zag Stuhl von Gerrit T.Rietveld durch Cassina

Und so wie der Mix aus eigenen und fremden Spielern Manchester United oder Liverpool dabei geholfen hat, globalen Erfolg zu erringen, hat die Kobination aus italienischem und internationalem Design-Talent Cassina dabei geholfen, heute eines der führenden Designer Möbelhäuser zu sein.

Und seit Ende 2009 ist die Cassina CASSINA I MAESTRI Reihe auch bei smow.com erhältlich, eine Reihe die zum Beispiel Design Klassiker wie den Zig-Zag Stuhl von Rietveld oder den Argyle Stuhl von Mackintosh beinhaltet.

Falls Sie etwas moderneres bevorzugen, kann smow.com auch mit der kompletten Cassina Palette dienen.

Details finden sich auf der smow.com Cassina Seite.

(und ja, für all die aufmerksamen Leser da draußen, google hat uns nicht mit einer Liste der top 3 Sterne Restaurants in Paris, die von Ausländern geführt werden, versorgen können :( )