Posts Tagged ‘Thonet’

MAKK Fortsetzung: Thonet, Ron Arad, Satyendra Pakhalé

Wednesday, January 18th, 2012

Neben der Ausstellung “Von Aalto bis Zumthor: Architektenmöbel” präsentiert das Museum für Angewandte Kunst Köln seine neuesten Errungenschaften: 10 frühe Stühle von Michael Thonet und ein seltenes Stück von Jacob und Josef Kohn, außerdem 2 monumentale, modern-abstrakte Metallmöbel: “2 R Not” von Ron Arad und den “Bell Metal Horse Chair” von Satyendra Pakhalé.

Die Thonet Stühle werden zurzeit in einer besonderen Vitrine ausgestellt, die die Entwicklung des Werkes von Michael Thonet wunderbar porträtiert.

Und wie um den Begründer der industriellen Möbelproduktion zu verspotten, haben die Kuratoren 2 R Not und den Bell Metal Horse Chair wie zwei mechanische, futuristische Türsteher direkt vor der Thonet Ausstellung aufgestellt.

Michael Thonet und Ron Arad. Die Gegenüberstellung des Jahres.

Museum für Angewandte Kunst Köln Thonet Ron Arad

Michael Thonet. Ein Mann mit einer Vision, die er nie aufgab...

 

Museum für Angewandte Kunst Köln Thonet Ron Arad

Michael Thonet und sein "Boppard Stuhl"

Museum für Angewandte Kunst Köln Thonet Ron Arad

Michael Thonet vs. Ron Arad



(smow)introducing: Christoffer Martens

Monday, March 7th, 2011

Name: Christoffer Martens

Geboren: Bremen, 1975

Studium: Product Design, FH Potsdam

Praktikum: Alfredo Häberli, Zürich

Produkte:
Siebenschläfer für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau

Spross für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau

Obstrutsche für emform, Bockhorn

Buchhalter

Potbase

Christoffer Martens

Christoffer Martens

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Produktdesign?
Christoffer Martens: Über Umwege! Ich bin gelernter Grafiker und habe einige Jahre in einer Medienagentur gearbeitet. Allerdings wollte ich immer in Richtung Objekt gehen und dreidimensional gestalten und so habe schließlich noch Produktdesign in Potsdam studiert.

(smow)blog: Warum Potsdam?
Christoffer Martens: Potsdam hatte damals gerade große neue Werkstätten errichtet. Die Möglichkeiten schienen mir optimal. Die Ruhe und Abgeschiedenheit waren perfekt für ein Studium. Aber vor allem die Nähe zu Berlin war sehr attraktiv, da dort das Design auch viel gelebt wird.

(smow)blog: Was haben Sie aus dem Studium in Potsdam mitgenommen?
Christoffer Martens: Potsdam ist nicht speziell ausgerichtet, es gibt ein breites Spektrum an interdisziplinären Möglichkeiten und verschiedene Vertreter von Designphilosophien. Der Vorteil ist, dass man die Freiheit bekommt eine eigene Haltung zur Gestaltung zu entwickeln. Das finde ich entscheidend um über Design reden und seine Gestaltung verteidigen zu können.

(smow)blog: Sie haben auch mit Alfredo Häberli in Zürich gearbeitet?
Christoffer Martens: Ja, ich habe dort ein halbjähriges Praktikum gemacht und war direkt in Häberlis Designteam involviert. Es war eine sehr faszinierende Zeit und ich habe dort viel gelernt. Ich konnte mir anschauen, wie professionelles Arbeiten funktioniert, wie Häberli Charakter in seine Objekte bringt und diese auch letztlich verkauft. Wenn man sich das Studium insgesamt anschaut, hat mir diese Zeit eigentlich am meisten gebracht, da es darum ging zu verstehen was Produktdesign tatsächlich heißt – auch für seine eigene Zukunft.

(smow)blog: Würden Sie solche Praktika empfehlen?
Christoffer Martens: Ich halte Praktika während des Studiums als unerlässlich – idealerweise in etablierten Büros, in denen man bestenfalls mit interessanten Kunden zu tun hat und an spannenden Projekten mitarbeitet.

Buchhalter - new from Christoffer Martens

Buchhalter - neu von Christoffer Martens

(smow)blog: Sie haben auch mit Thonet zusammengearbeitet?
Christoffer Martens: Ja, Thonet war mein Kooperationspartner bei meiner Diplomarbeit. Das Thema waren flexible Tische und ich habe viel mit Thonet in Frankenberg experimentiert. Daraus entstanden einige interessante Ansätze, die ich nach wie vor weiter verfolge.

(smow)blog: Ihr kommerziell erfolgreichstes Produkt ist zurzeit das Bett Siebenschläfer für Moormann. Was hat der Siebenschläfer für einen Hintergrund?
Christoffer Martens: Das Projekt Siebenschläfer hatte ich schon vor meinem Studium begonnen und es kam auf indirekten Weg zu Moormann. Hier in der Gallerie erstererster veranstalten wir regelmäßig Gastvorträge und einer der ersten Redner war der Designer Peter Unzeitig, damals noch bei BFGF. Er fand den Siebenschläfer so gut, dass er ihn Moormann zeigte und dieser sich dann prompt darin verliebte. Und bevor ich wusste wie mir geschah hatte ich ein Produkt bei einem der interessantesten Hersteller Deutschlands. Dafür bin ich Peter nach wie vor sehr dankbar.

(smow)blog: Wie war die Zusammenarbeit mit Moormann?
Christoffer Martens: Die war ziemlich problemlos. Es wurde im Endeffekt gar nicht viel entwickelt sondern das Objekt wurde im Prinzip so übernommen, wie ich es vorgeschlagen hatte. Mit der Zeit sind Variationen entstanden (wie z.B. das Kinderbett) oder zusätzliche Add-ons. Für junge Designer ist es sicherlich ein perfekter Start in die Produktionswelt, weil Nils Holger Moormann es einem durch seinen unorthodoxe Art schon etwas leichter macht als andere.

(smow)blog: Woher kam der Name?
Christoffer Martens: Der Name ist ein Vorschlag aus dem Hause Moormann, damit hatte ich nichts zu tun. Ich glaube es war damals tatsächlich so, dass sie in Aschau auf dem Dachboden diese Tiere hatten… (lacht)

(smow)blog: Woran arbeiten Sie im Moment?
Christoffer Martens: Ich arbeite gerade an zwei verschiedenen Lampen-Projekten. Ich wollte mich ein wenig von den Möbeln wegbewegen und die Bandbreite des Produktdesigns etwas mehr ausschöpfen. Gerade fasziniert mich unheimlich eine gewisse Art von Leuchten. Ich entwickle derzeit die Prototypen und hoffe, sie im nächsten Jahr zeigen zu können.

(smow)blog: Wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Christoffer Martens: Ich glaube nicht, dass man langfristig planen kann, hoffe aber, dass es weitergeht wie bisher. Ich bin Neuem gegenüber immer aufgeschlossen und kann mir auch vorstellen in weiteren Gebieten zu arbeiten, die mit Design zu tun haben.

Weitere Informationen zu Christoffer Martens finden Sie unter www.christoffer-martens.de/

Siebenschläfer by Christoffer Martens for nils Holger Moormann

Siebenschläfer von Christoffer Martens für Nils Holger Moormann

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Kinderbett Spross von Christoffer Martens für Nils Holger Moormann

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Obstrutsche von Christoffer Martens for emform

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Buchhalter von Christoffer Martens

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Potbase von Christoffer Martens



Morgen Kinder wird’s was geben … Geschenkideen aus dem Hause Thonet

Wednesday, December 8th, 2010

Wenn Weihnachten schon eine Zeit für die Familie ist, dann liegt es Nahe, dass Weihnachten auch die richtige Zeit ist, um Geschenke bei einem Familienunternehmen zu kaufen.

Mittlerweile von der 5. Generation geführt, ist Thonet nicht nur für die Einführung und Entwicklung von Möbeln aus gebogenem Holz und Stahlrohr – zwei der wichtigsten Gattungen in der Geschichte des Möbel-Designs – verantwortlich, sondern unterstützen weiterhin junge Designer in deren Entwicklung. Dadurch könnten Sie zukünftig durchaus eine weitere große Gattung entdecken…

er S 333 Thonet Schlitten von Holger Lange

Der S 333 Thonet Schlitten von Holger Lange

Thonet Schlitten S 333 von Holger Lange

Bereits im Februar, als der (smow) Chef ein Treffen mit Nils Holger Moormann und seinen Moormännern in Aschau hatte, nutzten wir die Möglichkeit für eine Runde Rodelspaß auf einem nahegelegenen Hügel mit dem Thonet S 333 Schlitten.

Ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden.

Nicht nur weil Holger Lange´s Schliten abgeht wie eine Rakete, die von einem Rudel wilder Hunde angetrieben wird – sondern weil die Lenkung des Thonet S 333 eine Kunst für sich ist, welche man vor der ersten Kurve lernen sollte.

Spaß, Nervenkitzel und eine wahre Freude in der Handhabung.

Der S 333 ist auch ein Schlitten für Erwachsene, der beweist, dass es nichts langweiliges und konservatives an dem gebogenen Stahlrohr von Thonet gibt.

S 43 von Mart Stam durch Thonet - in verschiedenen Farben verfügba

S 43 von Mart Stam durch Thonet - in verschiedenen Farben verfügbar

Thonet Stuhl S 43 Classic von Mart Stam

Als eine Weiterentwicklung von Mart Stam’s klassischem Freischwinger Stuhl-Design mischt der Thonet S 43 Sperrholz und Stahlrohr zu einem unverwechselbaren, reduzierten Design, welches sowohl an einem Schreibtisch, als auch am Esstisch gut aussieht. Der S 43 ist nicht nur einer der bekanntesten Werke der Bauhaus-Ära, sondern auch einer der meistkopierten. Im Jahr 2009 entschied ein Gericht in Düsseldorf, dass der S 43 als ein Werk der bildenden Kunst weiterhin unter Copyright steht und nur vom Lizenzhalter Thonet (weiter)produziert werden darf. Es gibt einige illegale Kopien auf dem Markt, wovon aber keine weder an die Qualität des Handwerks noch an die visuelle Einheit des Original Stuhls von Thonet herankommt.

Thonet B 117

Thonet B 117

Thonet B 117 von Thonet

Eine Tatsache, an die man beim Namen Thonet immer denken muss ist, dass das Unternehmen seine Produktion bereits in einer Ära vor Möbel- und Industriedesignern begann. Viele der Produkte aus dem Thonet-Portfolio wurden durch hauseigene Design-Teams hergestellt. So auch der B 117 Beistelltisch. Mit seinem “schwebenden” Schubladenelement und der auf das Wesentliche reduzierten Form, ist der Thonet B 117 nicht nur ein Beispiel für das klassische 30er-Jahre-Design, sondern kann auch als ein Design bezeichnet werden, das sowohl heute als auch früher als modern und aktuell gilt. Gefertigt aus Stahlrohr kann der B117 zum Beispiel als Nachttisch, Flurtisch oder zusätzliches Büroelement eingesetzt werden.

Der Thonet 214 (Miniatur) von Vitra

Der Thonet 214 (Miniatur) von Vitra

Thonet 214 von Michael Thonet (Miniatur) von Vitra

Der Thonet 214 ist nicht nur der Stuhl, der die kommerzielle Herstellung von Möbeln eingeleitet hat, noch ist es ausschließlich der Stuhl der es der großen schwedischen Möbelhauskette ermöglichte, sich an jeder europäischen Autobahn mit großen Möbelhäusern anzusiedeln und auch nicht ausschließlich der Stuhl, der Michael Thonet bekannt machte. Der 214 vereint all diese Sachen. Und das Vitra Design Museum führt neben dem Thonet 214 in Miniaturgröße viele weitere Gegenstände im Maßstab 1:6. Und als solcher ist er auch das perfekte Geschenk für alle Liebhaber von gutem Design.



Vienna Design Week 2010 – Liechtenstein Museum “Barock Splendour and Stainless Steel”

Thursday, October 7th, 2010
Vienna Design Week Eröffnung -neu und alt in perfekter Harmonie

Vienna Design Week Eröffnung -zeitgenössisches und antikes in perfekter Harmonie

Das Wiener Palais Lichtenstein ist für uns ein Haus mit nahezu religiöser Bedeutung.

Es ist der Ort an dem Michael Thonet seinen großen Durchbruch hatte und somit der Punkt, an dem die Thonet Story startete ein Erfolg zu werden.

Manche haben Mekka, manche haben Bethlehem – und wir haben die Gartenresidenz aus dem 17. Jahrhundert im nördlichen Wien.

Für die Eröffnung der Vienna Design Week ist das Lichtenstein Museum dagegen pompös und prächtig.

Während wir uns eine Eröffnungsveranstaltung mit weniger Reden vorstellen – OK, Sponsoren sind wichtig, aber wie alle Designer wissen: Proportionen sind es auch …. war das eigentliche Highlight am Abend der Eröffnungszeremonie die Ausstellung “Barock Splendour and Stainless Steel”: drei speziell beauftragte Installationen mit dem Thema “Geschirr mit Geschichte und Zukunft.”

Gedacht als kleiner Vorgeschmack auf die kommende Ausstellung des festlichen Silberbestecks von Herzog Albert von Sachsen Teschen haben die Designer Olgoj Chorchoj (Prague), Makkink & Bey (Rotterdam) und Claesson Koivisto Rune (Stockholm) jeweils einen Raum im Liechtenstein Museum bekommen um hier frei zu herrschen.

Vienna Design Week: Claesson Koivisto Rune

Vienna Design Week: Ein Teil des Ergebinisses der Zusammenarbeit zwischen Claesson Koivisto Rune's und J & L Lobmyer und dem Wiener Silber Hersteller

Eine interessante Erscheinung für uns war, dass zwei der Aussteller unabhängig voneinander versuchten das Thema der Vienna Design Week aufzugreifen; mit traditionellen österreichischen Herstellern die Verbindung zur ihren Wurzeln und die Verknüpfung zur Aktualität zu schaffen.

Die Ergebnisse hätten nicht unterschiedlicher sein können.

Die Zusammenarbeit zwischen Claesson Koivisto Rune und dem Kristall Hersteller J & L Lobmyer und der Wiener Silber Manufaktur ergab ein Reihe von eleganten und doch sehr robusten Vesikeln; Studio Makkink & Bey’s Kooperation mit den Silberschmieden Jarosinsky & Vaugoin und dem ehemaligen Konditor Demel resultierten in einer eher abstrakten inkoherenten Welt aus Silber und Zucker.

Olgoj Chorchoj nahm das Thema beim Wort und schuf so eine der interaktivsten Installationen der Vienna Design Week. Eine dieser wundervollen Kreationen die die Leute zum reagieren und spielen einlädt.

Wie erfolgreich die drei Design Studios das Thema verabeitet haben liegt sicherlich im Auge des Betrachters und so hatten alle drei ihre Stärken und Schwächen.

Während für uns diese Ausstellungen zugegebner Maßen mehr sind als nur Ablenkung von der Härte des Arbeitsalltags; “Barock Splendour and Stainless Steel” ist eine der besten Ablenkungen die wir dieses Jahr genießen durften.

“Barock Splendour and Stainless Steel” kann noch bis zum 9. November im Liechtenstein Museum in Wien besichtigt werden.

Vienna Design Week - Opening Party im Lichtenstein Museum

Vienna Design Week - Opening Party im Liechtenstein Museum

Vienna Design Week : Not everyone understood Silver Sugar Spoon by Studio Makkink Bey

Vienna Design Week : Nicht jeder hat den Silver Sugar Spoon von Studio Makkink & Bey verstanden

Vienna Design Week: Back to the Childhood by Olgoj Chorchoj

Vienna Design Week: Zurück in die Kindheit von Olgoj Chorchoj

Vienna Design Week Opening:

Vienna Design Week Opening - Das Zeug aus dem Erinnerungen sind



(smow)Spätsommer 2010: Thonet Wohnshowroom, Museum und Biegerei

Saturday, August 28th, 2010
Michael Thonet

Michael Thonet: Lebenswerk als Lebensphilosophie

Am letzten Sonntag der Sommerferien öffnen jedes Jahr über 35 Produktionen und Industriebetriebe aus der Gegend um Kassel zum “Blauen Montag Sonntag” ihre Türen.

Der Name ist vielleicht etwas überambitioniert, aber die Idee dahinter ist gut und in diesem Jahr haben wir die Gelegenheit genutzt um Thonet in Frankenberg (Eder) einen Besuch abzustatten.

Der Blaue Sonntag war nämlich zum einen die erste “offizielle” Veranstaltung für das neue Thonet Wohnshowroom, zum anderen hatten Besucher auch die seltene Gelegenheit einen Blick auf die Thonet-Holzbiegerei zu werfen.

Das Thonet Wohnshowroom wurde zwar nicht von Herzog und de Meuron entworfen, ist aber trotzdem eine optische Illusion. In dem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1889, das neben der Thonet Fabrik steht, wohnten früher die Firmenchefs Claus, Peter und Philipp Thonet. Das Thonet Wohnshowroom ist nicht sehr groß, aber alle Zwischentüren sind geöffnet und die Fenster sind fantastisch platziert. Außerdem wurden ein paar Innenwände entfernt, sodass sich insgesamt der Eindruck ergibt, das Haus wäre doppelt so groß wie es eigentlich ist. Genau wie das VitraHaus ist auch das Thonet Wohnshowroom ein Showroom für die Produkte. Aber da das Thonet Wohnshowroom ein echtes Haus mit echten Proportionen ist, ist der Effekt hier viel besser. Die natürliche Limitierung der Größe der Räume schafft eine authentischere und persönlichere Atmosphäre.  Ein Highlight für uns war z.B. das Regalsystem 7000 von f/p design, das in Frankenberg viel besser zur Geltung kam als in Mailand.

Cobb grill and Thonet - the perfcet combination summer, winter, autum or spring

Cobb Grill und Thonet - die perfekte Kombination im Winter, Herbst, Frühling... oder Sommer

In der Pressemitteilung erklärt Phillip Thonet, dass er die Neugestaltung so ansprechend findet, dass er sich vorstellen könnte einen Nachmittag allein im Thonet Wohnshowroom zu verbringen.

Wir auch.

Und zwar nicht nur wegen des Cobb Grills im Wintergarten.

Genauso beeidruckend ist das Thonet Museum. Als wir mit Thonets Kreativdirektor James Irvine in Mailand gesprochen haben, schwärmte er von den vielen faszinierenden Artikeln im Thonet-Archiv. Damals dachten wir noch das wäre nur ein hübscher Spruch für die Kamera gewesen. Aber im Thonet Museum war uns bereits nach wenigen Minuten klar dass er wirklich nicht übertrieben hatte. Schon allein mit dem Bettsofa aus dem Jahre 1884 haben wir (untersuchend und bewundernd) ca. 20 Minuten verbracht. Genial!

Thonet Day bed from

Thonet Schlafsofa aus dem Jahr 1884

Der einzige Wermutstropfen war vielleicht die etwas “über-optimistische” Verner Panton-Ecke: Panton und Thonet haben zwar an einigen Projekten zusammen gearbeitet, aber davon gingen nicht so sehr viele in Produktion. Und “nicht so sehr viele” ist hier auch sehr optimistisch ausgedrückt.

Der wahre Höhepunkt des Nachmittages war allerdings die Biegerei.

Wie jeder weiß, hat Michael Thonet in den 1840er Jahren nach 20 Jahren Forschungsarbeit einen Prozess zum Biegen von Holz für die Möbelherstellung perfektioniert – und mit Stühlen wie dem (2)14 mehr oder weniger die Massenproduktion von Möbeln erfunden.

Die wahre Schönheit eines 214 liegt in der versteckten Komplexität eines Designs, das auf den ersten Blick so einfach aussieht und diesen “das kann doch jeder” Charm versprüht.

Wenn man die Thonet-Arbeiter in Aktion sieht, wird einem klar, wie brilliant der Prozess von Michael Thonet ist.

Heutzutage wird im Industriedesign sehr viel Zeit, Schweiß und Geld darauf verwendet, die Prozesse und Materialien zu optimieren und zu verfeinern, um die Stabilität zu erhöhen und das Volumen zu reduzieren. Michael Thonet hat genau das getan und das Resultat seines Lebenswerkes hat sich über die Jahre wenig verändert.

The ghost of Michael Thonet still haunts the Biegerei

Der Geist von Michael Thonet in der Thonet Biegerei

Die Tische auf denen das heiße Holz gebogen wird, haben sich kaum verändert seitdem Michael Thonet den Prozess in den 1840ern entwickelt hat.

Die alte Biegerei in Frankenberg hat sich kaum verändert, seit Georg Thonet die zerbombte Fabrik Anfang der 1950er Jahre wiederaufgebaut hat.

Sogar die Nachnamen der Arbeiter die das Holz biegen haben sich im Laufe der Jahrzehnte kaum geändert.

Und die Chancen stehen gut, dass sich daran auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird.

Es ist schwer vorstellbar, dass Roboter und Computer jemals in der Lage sein werden, einen so komplexen Stuhl wie den 214 herzustellen. Also kann der Käufer eines Thonet Bugholzstuhls auch in Zukunft sicher sein, ein zu 100% handgefertigtes Produkt zu erhalten mit einer ihm innewohnenden 160 Jahre alten Qualitätsgarantie.

Diejenigen, die den “Dreh” des Konzepts von Michael Thonet noch nicht kennen, werden hier bald mehr erfahren.

Habeas cathedra! White steam indicates chairs in production.

Habeas Kathedrale!

Thonet gehört zu den Firmen die man leicht übersehen könnte, aber nur weil ihre Produkte so oft kopiert werden. Und das ist falsch. Thonet bleibt das Unternehmen, das maßgeblich dazu beigetragen hat, die Serienproduktion einzuführen, das qualitativ hochwertige Möbel einem Massenpublikum zugänglich gemacht hat und das an vorderster Front an zwei der wichtigsten Innovationen im Möbeldesign beteiligt war: Bugholz und Stahlrundrohr.

Und was vielleicht am wichtigsten ist: Thonet ist nach wie vor ein Familienbetrieb und integraler Bestandteil der Region.

Der Blaue Sonntag spielt insofern eine wichtige Rolle, dass er dem Unternehmen zum einen die Möglichkeit gibt, seinen Hintergrund und seine Philosophie zu erläutern, zum anderen aber den Kunden auch zeigen kann, was sie für ihr Geld bekommen.

Jeder der ca. 400 Besucher, die am Sonntag bei Thonet waren und den Schweiß auf den Stirnen der Biegerei-Arbeiter gesehen haben,  weiß das jetzt.

We left Frankenberg with just photos.... others with a little more.

Wir hatten bei der Abreise nur Fotos in der Tasche - andere etwas mehr.

Und so machten wir uns mit vollem Magen (Kuchen) und vollen Speicherkarten (Fotos) und einer Sturmfront im Nacken auf den Rückweg durch die grünen Täler Nordhessens.

Für alle, die den Blauen Sonntag verpasst haben: Am 25./26. September wird es einen Sonder-Werksverkauf geben. Die Biegerei wird an diesem Wochenende zwar nicht geöffnet sein, dafür aber das Thonet Museum und Thonet Wohnshowroom – und es gibt natürlich die Möglichkeit, Thonet-Artikel zum Spezialpreis zu erwerben.



Thonet S 160 von Delphin Design

Wednesday, July 21st, 2010
Thonet S 360 by Delphin Design

Thonet S 360 von Delphin Design

Vor zehn Jahren entwickelte das in Berlin und Leipzig ansässige Design Studio Delphin Design den S 360 Konferenzstuhl für Thonet. Im Jahr 2006 folgte der schlankere S 260, der nicht nur stapelbar ist sondern auch mit dem S 360 kombinierbar ist, so dass man die Möglichkeit hat seine bisherige Stuhlgarnitur zu erweitern, statt ein völlig neues Set kaufen zu müssen.

Und nun haben Delphin Design und Thonet den S 160 herausgebracht.

Wir prophezeien, dass der S 60 dann im Jahr 2016 verfügbar sein wird, bevor Delphin Design aufgeben muss, weil es keinen weiteren logischen Schritt in der Entwicklung geben wird.

Obwohl er schon an den S 360 erinnert, besteht der S 160 aus einem Element, das Lehne und Sitzelement aus Buche vereint statt wie der Vorgänger aus separaten Sitz und Lehne zu bestehen. Diese Entwicklung gibt dem S 160 mehr Bewegung, eine angenehmere und bessere Haltung. Erhältlich in den Versionen mit vollständigem Polster, partiellem Polster und ungepolstert ist der S 160 dünner als sein Vorgänger und kann bis zu einer Stückanzahl von 22 übereinander gestapelt werden. Damit ist er ideal für Ausstellungen, Museen, Schulen oder sonstwo, wo Sitzreihen für ein Publikum zeitweise aber nicht permanent benötigt werden.

Das Wichtigste ist und bleibt, dass der S 160 voll kompatibel und reihbar mit dem S 360 und dem S 260 ist.

Thonet S 160 by Delphin Design

Thonet S 160 von Delphin Design

Interessanterweise plant Thonet bereits eine Outdoor Version. Wir werden berichten!

Thonet bedeutet für die meisten Kunden nach Wiener Art gebogenes Holz und nach Bauhaus Art gebogenes Metall. Allerdings beweist Thonet mit dem S 160 von Delphin Design oder dem modularen Regalsystem wie dem 7000 System von f/p design, dass sie auch zeitgemäße Projekte realisieren können, die sowohl funktionabel als auch bedeutungsvoll sind.

Thonet S 160 by Delphin Design - interlocking public seating

Thonet S 160 von Delphin Design - reihbare Sitzmöglichkeit



Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Tuesday, June 29th, 2010
Vitra Design Museum: The Essence of Things. Design and the Art of Reduction

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Das (smow)blog team hat nach dem Pappkarton Möbel Workshop sich den anschließenden Besuch der aktuellen Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” im Vitra Design Museum natürlich nicht entgehen lassen.

Da schwingt schon ein wenig Ironie mit, dass die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion” in einem Gebäude von Frank Gehry stattfindet, besonders wenn Tadao Andos Conference Pavilion nur 10 Meter entfernt liegt.

Und nach einer langen Reise nach Weil am Rhein amüsierte uns dieser Gedanke doch die ganze Zeit.

Die Ausstellung ist in zwölf thematische Bereiche gegliedert, welche sich jeweils einem anderen Aspekt der “Reduktion” widmen. Manchmal direkt sichtbar, manchmal versteckt in der Reduktion der Logistik.

Stephan Schulz: Betonschale

Stephan Schulz: Betonschale

Rund 160 Objekte zeigen die ganze Bandbreite von Michael Thonets Chair No. 14 oder dem Ant Chair von Arne Jacobsen für Fritz Hansen bis hin zu weniger bekannten Objekten – trotzdem genauso interessant – wie z.B. Stephan Schulzs Betonschale oder Marcel Wanders Knotted Chair für Capellini.

Gutes Design muss nicht kompliziert sein, weniger ist mehr, die Form folgt der Funktion – es gibt unzählige legendäre Designtheorien welche die “Reduktion” anpreisen. Trotzdem stellen wir immer wieder fest, dass uns die komplexen und extravaganten Designs für sich gewinnen.

Welches Designblog wird sich Jasper Morrisons Ply-Chair widmen wenn Sie ein Foto von einem Bücherregal haben, was wie zwei Paradisvögel auf Carmen Miranda in der Paarungszeit aussieht?

OK. Wir würdens machen. Aber nicht viele andere.

Für uns bedeutet Reduktion, wenn der Designer das Volumen des Produkts auf das Nötigste reduziert. Sei es durch das Benutzen neuer Materialien, innovativer Verbundstücke oder durch die Reduktion der äußeren Maße.

.03 by Maarten Van Seeveren

.03 von Maarten Van Severen

Ein besonderes Beispiel ist Maarten van Severen’s’ .03 mit eingebautem Federblatt, welches dem Stuhl seine Stabilität und seinen Komfort verleiht ohne sinnloses Gewicht oder Ausmaß hinzuzufügen.

Die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” zeigt auf jeden Fall, dass Reduktion auch andere Prozesse mit einbeziehen kann.

Joe Colombos No 281 Lampe, Wilhelm Wagenfelds Teeservice oder Donald Judds Chair 84 sind alles Beispiele für nötiges Talent und die richtige Motivation.

Wir fanden jedoch, dass die Arbeit von Charles and Ray Eames zu sehr im Vordergrund stand.

Trotzdem ist die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” für alle interessant, die sich für den Unterschied zwischen “Designer”-Möbeln und dem günstigen, generischen Produkten interessieren. “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” im Vitra Design Museum läuft bis zum 19. September 2010. Weitere Information unter http://www.design-museum.de



(smow) Interview: “The thing that would be amazing to try to do is to work with recycled material” James Irvine, Mailand 2010

Friday, June 18th, 2010

Seit 26 Jahren beeinflusst James Irvine leise und bescheiden das Industriedesign Europas.

Nach seinem Studium am Londoner Royal College of Art ging Irvine 1984 nach Mailand um für das Designstudio von Olivetti zu arbeiten.

Und hat die norditalienische Metropole seitdem (so gut wie) nicht wieder verlassen.

1992 verließ James Irvine Olivetti und arbeitete seitdem für verschiedene Hersteller wie Artemide, B&B Italia, Whirlpool, Magis und WMF. Eines seiner bekanntesten Projekte ist sicherlich die Gestaltung der “City Bus Flotte” für Hannover im Rahmen der Expo 2000 in Deutschland.

Thonet brachte 2004 den A 660 auf den Markt. Diese erste Zusammenarbeit von Irvine mit Thonet endete damit, dass er zum Artdirektor des Herstellers berufen wurde.

“The thing that would be amazing to try to do is to work with recycled material”

In Mailand hatte (smow) Gelegenheit, mit James Irvine über die Herausforderungen und den Druck zu sprechen, der entsteht, wenn man eine der führenden Designermöbelmarken Europas pflegt und verwaltet… und über die Zukunft des Unternehmens.



(smow) in Mailand 2010: James Irvine über das Schlimmste an der Mailänder Möbelmesse

Saturday, April 17th, 2010

Letzte Woche haben wir hier unsere schlechte Laune wegen der lächerlich hohen Hotelpreise in Mailand während der Möbelmesse ausgelassen.

Und wegen der internationalen Designindustrie, die sie einfach als Teil des jährlichen Vergnügens in Kauf nimmt.

Wir müssen uns bei James Irvine entschuldigen.

James Irvine scheint ein Mann mit Prinzipien zu sein, der bereit ist, seine Stimme gegen die Mailänder Hotelindustrie zu erheben.

Danke James Irvine!

Hoffentlich wird der Rest der Möbelindustrie seinem Beispiel folgen und in ein paar Jahren können wir alle #Bologna2012 oder #Firenze2013 twittern.

Das vollständige (smow) Interview mit Thonets Artdirektor James Irvine gibt es nächste Woche.

James Irvine über das Schlimmste an der Mailänder Möbelmesse von smow blog auf Vimeo.



(smow)offline: Thonet Schaltknauf

Monday, March 8th, 2010

Es gibt Leute im (smow)Hauptquartier, die glauben, diese Geschichte sei ein reiner PR-Gag.

Das sind die selben Leute, die nicht glauben, dass wir Eames Elephants beschäftigen um uns bei Lieferungen helfen zu lassen. Narren!

Bei der Motorshow 2010 in Genf hat Thonet gemeinsam mit HEICO Sportiv und Volvo einen neuen Schaltknauf vorgestellt.

Exklusiv entworfen für den neuen Volvo C70 von HEICO Sportiv und den neuen Volvo S60, ist der handgefertigte Thonet Schaltknauf aus Eiche, Buche oder Walnuss – und nur in streng limitierter Auflage erhältlich. Möglicherweise gibt es auch eine Edition aus Metall, obwohl die Pressemitteilung dies nicht erwähnte.

Das Design ist unverkennbar Thonet mit weichen, natürlichen Kurven und der lässigen Kombination aus Metall und Holz. Wir können nicht behaupten, dass es unseren Geschmack trifft. In jedem Fall würde es komisch auf unserem (smow)Blog-Bike aussehen.

Nun warten wir nur noch auf die Stahl-Version.

Gear shift knob by Thonet

Schaltknauf von Thonet