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neu bei smow: Ball Chair von Eero Aarnio

Wednesday, June 8th, 2011

Studenten. Wir lieben sie!

Aber etwas besser als Studenten sind arme Akademiker.

Denn genauso wie ein Mann, der nachts alleine im Wald ist, sich auf seinen Verstand und seinen Einfallsreichtum verlassen muss um Wärme und Nahrung zu finden, so muss ein Designer, der seine ersten Schritte als Freelancer macht, sich auf seine Talente und seine Intuition verlassen, um nicht zu erfrieren. Oder zu verhungern.

Ball Chair by Eero Aarnio; a room within a room regardless where you are

Ball Chair by Eero Aarnio; a room within a room regardless where you are

So, oder so ähnlich, malen wir es uns gerne aus, wie Eero Aarnio sein wohl wegweisendstes Design entwickelt hat: den Ball Chair.

Helsinki, 1962. Der junge Eero und seine Frau haben eine Wohnung, aber keinen passenden Stuhl für das Wohnzimmer.
Also beschließt er, einen zu bauen.

Das Ergebnis war der Ball Chair — oder Globe Chair — eines der meistgeliebtesten und wiedererkennbarsten Stuhl-Designs des 20. Jahrhunderts.

Aarnios Ball Chair ist allerdings mehr als ein ungewöhnliches Design: es ist in vielerlei Hinsicht der Vorläufer eines Möbeldesign-Konzeptes, in dem Möbel ein Zufluchtsort sind, ein Ort der Sicherheit und der Behaglichkeit. Moderne Interpretationen sind zum Beispiel Lese + Lebe von Moormann oder die hohe Version von Ronan und Erwan Bouroullecs Alcove Sofa von Vitra.

Vitras “Net’n'Nest”-Bürodesign-Konzept basiert auch zu einem großen Teil auf den Grundlagen des Ball Chair.

Er besteht aus einer Fiberglashülle, die innen mit Stoff und Kissen ausgekleidet ist. Ball Chair ist eine perfekte Ergänzung für jedes Haus und jedes Büro.

Oder jede Studentenwohnung.

Ball Chair from Eero Aarnio

Ball Chair von Eero Aarnio



Mailänder Möbelmesse 2011: Interview mit Eckart Maise, Vitra Chief Design Officer

Wednesday, April 13th, 2011

Vitra präsentiert auf der diesjährigen Möbelmesse in Mailand eine Reihe neuer Produkte von Designern wie Konstantin Grcic, Antonio Citterio und Barber & Osgerby. Vor der offiziellen Eröffnung haben wir Vitras Chief Design Officer Eckart Maise getroffen um mit ihm über die neuen Produkte und die Vitra Home Collection im Allgemeinen zu sprechen.

Jill by Alfredo Häberli for Vitra

Jill von Alfredo Häberli für Vitra

(smow): Herr Maise, bevor wir über die neuen Produkte reden und vielleicht als hilfreiche Einführung: Wie entwickelt eine Firma wie Vitra eine Kollektion? Gehen Sie zu den Designern und sagen “Es gibt da eine Lücke in unserer Kollektion, können Sie die füllen?” Oder wie entstehen neue Projekte bei Vitra?
Eckart Maise: Im Grunde entsteht alles über die langjährige Zusammenarbeit mit den Designern. Mit Antonio Citterio arbeiten wir beispielsweise schon seit 25 Jahren zusammen, mit den Bouroullecs mittlerweile auch schon 12 oder 13 Jahre. Es gibt natürlich Phasen in denen mehr passiert und Phasen in denen weniger passiert, aber im Prinzip ist es eine dauerhafte Kooperation und wir stehen in ständigem Kontakt. Viele Projekte entstehen aus einem relativ klaren Briefing z.B. von Rolf Fehlbaum und mir, dass diese oder jene Sache sinnvoll wäre. Es gibt natürlich eine Portfolio-Strategie und ein Produktmanagement. Dann wird überlegt in welcher Priorität welches Thema gelöst werden soll – also z.B. eine neue Sofa-Familie oder ein Lounge Chair – und wer der passende Designer sein könnte bzw. welcher Designer auch Zeit hat. Manchmal wird auch mit verschiedenen Designern über das gleiche Projekt gesprochen und dann schauen wir wer wie reagiert und wo sich was entwickelt. Die Designer, die wir auch Autoren nennen, haben ja ihre eigene Agenda, ihre eigene Mission. Also müssen wir Projekte finden, in denen es eine Überschneidung der Interessen gibt, denn das ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zuammenarbeit. Es passiert so gut wie nie dass ein Designer zu uns kommt und sagt “Hier habe ich ein fertiges Produkt. Wollt Ihr das?”. Es ist eigentlich immer eine gemeinsame Entwicklung, eine Kooperation.

(smow): In diesem Jahr werden in Mailand ja viele Produkte von “neuen” Vitra-Designern präsentiert. Sind die auch das Ergebnis solcher langfristigen Kontakte?
Eckart Maise: Genau. Mit Barber & Osgerby sind wir bereits seit sechs Jahren im Gespräch und haben immer mal wieder Dinge diskutiert, die es aber nie über die Anfangsphase hinaus geschafft haben. Das liegt nicht daran, dass sie heute bessere Designer sind als vor sechs Jahren, sondern es kam einfach nicht zu dieser Überlappung von Interessen. Mit dem Tip Ton Chair war das anders. Auch mit Alfredo Häberli stehen wir seit Jahren in Kontakt. Wir haben bereits gemeinsam an einem Projekt gearbeitet das schon relativ weit entwickelt war aber nie wirklich Klick gemacht hat und demzufolge eingestellt wurde. Sowohl Vitra als auch die Designer sind immer bereit – auch in der späten Phase eines Projekts – das Projekt abzubrechen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt oder die Ziele nicht erreicht wurden. Solche Produkte erblicken dann natürlich nie das Licht der Öffentlichkeit, aber das passiert eben. Mit Konstantin Grcic haben wir vor vier Jahren ein Versuchsprojekt gemacht mit der Vitra Edition und sind seitdem mit ihm im Gespräch. Es sind auch noch weitere Kooperationen mit Konstantin Grcic in Arbeit.

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber & Osergby für Vitra

(smow): Was uns gleich zur nächsten Frage bringt… Nach allem was wir von VItra wissen, können wir uns nicht vorstellen, dass Sie in neue Projekte gehen würden ohne eine langfristige Kooperation im Hinterkopf zu haben.

Eckart Maise: Ja, da stecken überall auch andere Projekte dahinter. Es entwickelt sich aber unterschiedlich, manchmal bleibt es auch bei nur einem Projekt. Aber unser Ziel ist immer die langfristige Zusammenarbeit, wenn wir in ein Gemeinschaftsprojekt starten.

(smow): Ein guter Punkt um auf Hella Jongerius und die Bouroullecs zu sprechen zu kommen. Unser Eindruck ist, dass sie bisher die zentrale Rolle in der Entwicklung der Vitra Home Collection gespielt haben. Ist dem so? Und wenn ja, warum?

Eckart Maise: Jeder Designer steht natürlich auch für ein bestimmtes Thema, hat eine Haltung und eine Stimme. Die Boroullecs waren gut für die Vitra Home Collection weil sie in Systemen denken, in Kollektionen, und weil sie einen sehr poetischen Ausdruck haben. Sie schaffen es, technische Lösungen mit einem poetischen Ausdruck zu verbinden, was sehr wichtig ist im Wohnen. Man will im Wohnen ja kein Produkt das nur funktional ist, da es nie eine rein rationale Entscheidung ist. Emotionen spielen hier eine große Rolle.
Und was Hella Jongerius angeht: Sie verkörpert das Dekorative und Haptische der Materialien und Farben. Außerdem steht sie für die Rückkehr zur Handarbeit, was auch eine wichtige Rolle im Wohnen  spielt.
Aber natürlich beschränkt sich das nicht auf die Bouroullcs und Jongerius. Auch Jasper Morrison und Antonio Citterio spielen eine große Rolle. Und wir haben die Design Classics. Es ergibt sich am Ende immer eine Collage.

Grand Repos and Panchina by Antonio Citterio for Vitra

Grand Repos und Panchina von Antonio Citterio für Vitra

(smow): Sie haben vorhin über Soft Seating gesprochen. In dem Bereich ist Vitra momentan gut vertreten. Können Sie sagen, wohin sich die Vitra Home Collection in nächster Zeit entwickeln wird?
Eckart Maise: Wir werden in den gleichen Bereichen wie bisher weiter machen, aber auch kleinere Objekte und Accessoires wie L’oiseau von den Bouroullecs aufnehmen oder im Essbereich erweitern. Aber unser Ziel ist es nicht, in die – wie wir auf deutsch so schön sagen – “Kastenmöbel” zu gehen, also Schränke und Sideboards zu produzieren. In dem Bereich gibt es andere Hersteller, die besser ausgestattet sind. Wir haben unsere Erfahrung und Kompetenz in den Sitzmöbeln. In Mailand haben wir zum Beispiel einen Liegelounger von Antonio Citterio bei dem er seine Erfahrungen aus dem Bürostühlsegment in die Entwicklung eines Lounge Chairs mit Synchrontechnologie einfließen lassen konnte. Durch die Neigung des Rückens und die Bewegung des Sitzes kann man in jeder Position gleich bequem sitzen. Der Stil ist sehr dezent und der Mechanismus nicht sichtbar, es ist alles in den Beinen und unter dem Sitz versteckt. In diesen Bereichen liegt einfach unsere Stärke.

(smow): Als letzte Frage: Ist Vitras Mailand Kollektion 2011 ein guter Jahrgang? Sind Sie als Chief Design Officer von Vitra zuversichtlich dass sie gut angenommen wird?
Eckart Maise: Es ist ein gutes Jahr für uns, nicht zuletzt weil es immer aufregend ist, wenn man neue Kooperationen präsentiert. Das ist immer ein großer Schritt für einen Hersteller. Die Kooperationen bereichern uns, es ist wie ein Familienzuwachs. Oder wie wenn ein Chor größer wird und wir jetzt neue Lieder singen können. Wir sind zuversichtlich, weil wir sehr vielseitige Produkte von sehr unterschiedlichen Designern haben. Im letzten Jahr stand das Suita von Antonio Citterio im Mittelpunkt der Präsentation. Dieses Jahr haben wir Vitras erste Sperrholzsitzschale von Alfredo Häberli; wir haben die HAL-Linie mit Jasper Morrison weiter entwickelt; wir haben den neuen Lounger von Antonio Citterio – unserer Meinung nach endlich eine wirkliche Alternative zum Eames Lounge Chair und mit vergleichbarem Komfort! Der Tip Ton Chair von Barber & Osgerby ist in Bezug auf die Sitzerfahrung eine wirkliche Innovation. Mit dem Waver von Konstantin Grcic haben wir einen Stuhl der wirklich neu und frisch für Vitra ist – eine unkomplizierte, junge Form des Sitzens. Wir sind also gespannt auf die Reaktionen.

Jill by Alfredo Häberli for Vitra

Jill von Alfredo Häberli für Vitra

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber Osergby für Vitra

Grand Repos and Panchina by Antonio Citterio for Vitra

Grand Repos und Panchina von Antonio Citterio für Vitra

Waver by Konstantin Grcic for Vitra

Waver von Konstantin Grcic für Vitra



PANTON und Zeitgenössisches Dänisches Design, Berlin

Tuesday, January 18th, 2011
PANTON im wunderbaren Felleshus, Berlin

PANTON im wunderbaren Felleshus, Berlin

Vergangenen Freitag eröffnete die Dänische Botschaft in Berlin eine Ausstellung über die Arbeit von Verner Panton – angefangen bei seinen frühen Werken bis hin zu seinem Einfluss auf die heutigen jungen dänischen Designer.

Die erste Ausstellung der Arbeiten von Verner Panton in Deutschland seit 10 Jahren besteht zum Großteil aus der Sammlung von André Barss – einem jungen Berliner Sammler der Werke Pantons.

Vor ein paar Jahren war André auf einer Ausstellung und sah einen Stuhl von Panton. Er war so irritiert davon, dass er sich auf diesen nicht selbst setzen durfte, um ihn für sich auszuprobieren. Daher kaufte er sich, als er wieder zu Hause war, direkt ein Exemplar über ein Online Auktionsportal.

3-2-1-seins. Wie man so schön sagt.

Was mit einem Panton Chair begann wuchs zu einer umfassenden Sammlung von Panton Möbel, wie z.B. seinem Cone Chair, Tivoli Chair und sogar einem Phantom – ein Produkt, das wir zugegebener Maßen selbst nicht wirklich verstehen und mögen.

Kuratorin Ida Engholm vom dänischen Design Research Centre in Kopenhagen hat die Ausstellung über Pantons Werke in 3 Segmente geteilt – Panton der Moderne, “Pop Panton” und Panton der Postmoderne. Dies war eine Entscheidung, die die Aufmerksamkeit wunderbar auf die Vielfalt von Verner Panton’s Arbeit lenkt.

LivinG tower von Verner Panton. Ein Ort, von dem aus man die Welt betrachten kann

LivinG tower von Verner Panton. Ein Ort, von dem aus man die Welt betrachten kann.

Im Gespräch mit Ida Engholm während der Eröffnung, führte sie den Wandel in Panton’s Stil auf die Tatsache zurück, dass er seit jeher daran interessiert und sich dessen bewusst war, was in seinem Umfeld geschah. Der moderne Panton mit seinen minimalistischen, fast Bauhaus nahen Werken, wie z.B. seinem Bachelor Chair, beeindruckte rasch die Szene. Und nach der berauschenden Euphorie der Pop Art folgte ein größeres Loch, welches Panton und seine Zeitgenossen durch die Überarbeitung einiger früherer Werke füllten.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Tivoli Chair, den Panton bis zu seinem frühen Tod ständig überarbeitete.

Angesichts der Tatsache, dass die Ausstellung letztlich darauf zurückzuführen ist, dass André Barss nicht die Möglichkeit eingeräumt wurde, auf einem Stuhl von Panton Platz zu nehmen, ist es besonders treffend, dass eines der Highlights während der Eröffnung der Living Tower war – eines der wenigen Möbelstücke, das die Besucher tatsächlich austesten können.

Für uns spiegelt die Freude und die soziale Kommunikation, die der Living Tower fördert, den Charakter und die Philosophie von Verner Panton mehr wieder als alles andere auf der Ausstellung.

Der Abschnitt über junge dänische Designer umfasst Werke von Louise Campbell und Tine Mouritsen.

Wenn wir einen Kritikpunkt hätten, dann wäre es der, dass der Abschnitt, der den neuen dänischen Talenten gewidmet war, einfach zu klein war, um einen angemessenen Vergleich zuzulassen. Man kann einfach nicht genau sagen, ob das, was gezeigt wurde, repräsentativ war oder nur einen kleinen Teil an Werken im Stile von Panton wiederspiegelte.

Prinz Stuhl von Louis Campbell für HAY design als Teil der Panton Ausstellung in Berlin

Prinz Stuhl von Louis Campbell für HAY design als Teil der Panton Ausstellung in Berlin

Es gibt eine Menge wirklich guter dänischer Möbeldesign Talente und es wäre wirklich schön, wenn die dänische Botschaft der Ausstellung über Panton eine weitere zur Darstellung einiger Talente folgen lassen würde. Möglicherweise kurz vor der Kopenhagener Design Woche…

Auch wenn die Ausstellung PANTON nicht sonderlich umfangreich im Hinblick auf die Ausstellungsfläche und die Anzahl der präsentierten Werke war, stellt sie für all jene, die bisher nicht mit dem Gesamtwerk von Verner Panton in Kontakt kamen, eine gute Einführung dar.
Und für diejenigen, die die Werke bereits kennen, bietet die Ausstellung PANTON eine schöne Möglichkeit, verschiedene Objekte in Augenschein zu nehmen und zu vergleichen. Und das alles in einer wunderbaren Location.

Die Ausstellungen PANTON und Zeitgenössisches Dänisches Design laufen bis zum 28. Februar im Felleshus der Nordischen Botschaft in Berlin.

Falls Sie also die Ausstellung besuchen, testen Sie unbedingt den Living Tower aus. Das wäre mit Sicherheit ganz im Sinne von Verner Panton.

Weitere Informationen finden Sie unter www.nordischebotschaften.org

Blumentopf Lampen und Living Tower in der wunderschönen Umgebung der Nordischen Botschaft Felleshus in Berlin

Blumentopf Lampen und Living Tower in der wunderschönen Umgebung der Nordischen Botschaft Felleshus in Berlin



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: USA- Frankreich 1:0

Sunday, July 18th, 2010

Als krönenden Abschluss der Gruppenphase der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 gab es die mit Spannung erwartete Begegnung von Charles und Ray Eames gegen Ronan und Erwan Bouroullec.

Für die Bouroullecs war noch alles möglich. Entsprechend hoch motiviert gingen sie mit einem gewagten Vitra Slow Chair ins Spiel und legten nur kurz darauf ein perfekt ausgeführtes Alcove Sofa nach.

Beide Versuche scheiterten jedoch an der felsenfesten Eames Abwehr.

Immerhin hinderten sie Charles & Ray Eames daran, überhaupt einen guten Vorstoß in der ersten Halbzeit zu wagen.

Auch in der zweiten Spielhälfte rissen Ronan und Erwan Bouroullec das Spielgeschehen an sich. Eine Kombination aus Steelwood Chair und Regal für Magis stellte Charles & Ray Eames auf eine harte Probe.

Aber dann kamen wie aus der Pistole geschossen DSR, DAR und RAR zum Einsatz und lenkten die Vorstöße der Bouroullecs ab. Alles sah nach einem Unentschieden aus, bis Charles und Ray Eames in den Schlussminuten mit der sinnlichen La Chaise den Siegtreffer erzielten und sich für das Halbfinale qualifizierten.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Finnland-Frankreich 2:0

Tuesday, July 6th, 2010

Nach dem anstrengenden Spiel gegen Alexander Girard, entschied sich Frankreich, Ronan und Erwan Bouroullec für das Match gegen Eero Saarinen zu schonen und stattdessen das “enfant terrible” des zeitgenössischen französischen Designs, Philippe Starck, gegen Finnland einzusetzen.

Das erwies sich im Nachhinein als keine gute Entscheidung. Starck konnte nicht mit dem alten finnischen Meister mithalten und startete nur relativ vorhersehbare und undurchdachte Angriffe.

Eero Saarinen nutzte die Lücken geschickt aus und traf mit seinem Tulip Chair und einem Säulenfuß-Tisch zum wohlverdienten 2:0 Sieg.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D

Philippe Starck failed to get teh better of Saarinens Tulip Chair through Knoll International

Philippe Starck gegen Saarinen's Tulip Chai



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Frankreich-Mexiko 2:0

Tuesday, June 29th, 2010

Sowohl Ronan und Erwan Bouroullec als auch Alexander Girard mussten relativ lange auf ihren ersten Einsatz bei der diesjährigen (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft warten.

Aber für das Publikum im ausverkauften Stadion in Pretoria hat sich das Warten definitiv gelohnt. Alexander Girard wurde zwar in New York geboren, tritt aber aufgrund der Wooden Doll Linie in seinem Stammbaum für Mexiko an.

Er begann mit einer eindrucksvollen Auswahl traditioneller südportugiesischer Muster und musste leicht irritiert feststellen, dass die Bouroullec Brüder diese Muster scheinbar als Grundstein für eine Lampe benutzten. Die Bouroullecs nutzten das Ablenkungsmanöver gnadenlos aus um ihren Raumteiler Algue ins Feld zu führen und erzielten so das 1:0.

Alexander Girard wartete nun mit einer Reihe zunehmend aggressiver Textilformationen auf, denen Ronan und Erwan Bouroullec kaum etwas entgegen setzen konnten, bis sie mit dem Vegetal für Vitra zu einem Gegenangriff ausholten.

Und das war’s.

2:0 für Ronan und Erwan Bourollec gegen Alexander Girard.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D



(smow) Interview:”We have to do less, and better” Ronan Bouroullec auf der Mailänder Möbelmesse 2010

Friday, June 25th, 2010

Ronan und Erwan Bouroullec sind zweifelsohne zwei der hellsten Sterne am internationalen Designermöbel-Himmel.  Und zwei der präsentesten obendrein.

Dies könnte sich allerdings langsam ändern.

Ronan Bouroullec in the VitaHaus, Weil am Rhein

Ronan Bouroullec im VitaHaus, Weil am Rhein

Nach ihrem Durchbruch mit Cuisine désintégrée, einem Küchenkonzept von Ronan Bouroullec das 1998 vom italienischen Hersteller Capellini aufgegriffen wurde, haben Ronan und Erwan Bouroullec Projekte mit Firmen wie Authentics, Ligne Roset oder Habitat entwickelt – und nebenbei über 20 weitere Produkte für Capellini entwickelt. 2002 kam das Bürosystem Joyn auf den Markt: Ronan und Erwan Bouroullecs erstes Projekt mit Vitra und der Beginn einer ihrer kommerziell erfolgreichsten Kooperationen. Mit Vitra haben Ronan und Erwan Bouroullec Produkte wie den Raumteiler Algue, die Alcove Sofa Strecke und den Vegetal entworfen.

Ronan und Erwan Bouroullecs Zusammenarbeit mit Magis begann 2003 mit La Valise. Seitdem haben die Brüder den Striped Chair und die Steelwood Reihe entwickelt. Ihre neuesten Produkte für Magis – die Tische Baguette und Central – wurden auf der Saloni Milano 2010 vorgestellt.

Algue by Ronan and Erwan Bouroullec for Vitra

Algue von Ronan und Erwan Bouroullec im Vitra HQ

Neben Möbeln per se haben Ronan und Erwan Bouroullec auch zahllose Porzellanartikel und Textilien kreiert sowie  Inneneinrichtungs- und Architekturprojekte realisiert. Viele der früheren Produkte tragen den Namen von nur einem Bruder, in den letzten zehn Jahren hingegen wurden alle Produkte Ronan und Erwan Bouroullec zugeschrieben.

In einem kleinen Interview auf der Mailänder Möbelmesse 2010 sprach (smow) mit Ronan Bouroullec über die Zusammenarbeit mit Magis, die Rolle des Internets in der Designermöbel-Branche und die besten und schlimmsten Aspekte der Mailänder Möbelwoche.

“We have to do less, and better” – Ronan Bouroullec, Saloni Milano 2010

Im Verlauf des Gesprächs reflektiert Ronan Bouroullec selbstkritisch über die bisherige Arbeit der Brüder. Er deutet an, dass sie sich in Zukunft auf weniger aber zeitintensivere und qualititativ hochwertige Projekte konzentrieren wollen und stellt außerdem in Frage, ob es Sinn macht, so viel Energie, Geld und Intelligenz in solch große Möbelschauen zu investieren.

Und was für eine organische Farm Magis ist.

Ehrlich!

Details zu Ronan und Erwan Bouroullecs Arbeit gibt es unter bouroullec.com.



(smow)offline: Moleskine “Hand of the Designer”

Tuesday, March 16th, 2010

Eine der wahren Freuden dieses Frühlings besteht darin, dass zwei unserer Lieblingswelten beinahe, aber nur beinahe, kollidieren – Bücher (Leipziger Buchmesse) und Design Möbel (Saloni Milano).

Am 10. April wird es eine Kollision in Mailand geben – bei der Ausstellungseröffnung für die neue Moleskine Edition “Hand of the Designer”.

Insgesamt beinhaltet dieses Moleskine 462 handgezeichnete Skizzen von 150 Designern, darunter Ronan und Erwan Bouroullec, Hella Jongerius, Antonio Citterio oder Alberto Meda. Ziel von “Hand of the Designer” ist es, einen intimen Einblick in den kreativen Arbeitsprozess von Designern zu geben und sogar, trotz der unvergänglichen Kraft des Freihandzeichnens, in die AutoCAD® Technik.

Und falls Sie sich nach all der Inspiration selbst betätigen möchten, stehen noch 120 leere Seiten zur Verfügung um eigene Skizzen zu hinterlassen.

Zeitgleich mit dem Erscheinen des “Hand of the Designer” auf der Messe in Mailand 2010,  wird es eine Ausstellung in der Villa Necchi Campiglio und Triennale Bovisa in Mailand geben. Diese Ausstellung öffnet am 10. April. Sie wird alle 462 Original Zeichnungen zeigen, die anschließend durch Sotheby´s Mailand am 13. Mai 2010 versteigert werden. Der Erlös aus dem Verkauf geht an “Fondo Ambiente Italiano” (Italienischer National-Fonds).

“Hand of the Designer” von Moleskine kostet 59 Euro und ist ab Juni 2010 erhältlich.

Weitere Informationen gibt es unter moleskine.com

Moleskine Hand of the Designer

Moleskine Hand of the Designer

Ronan and Erwan Bouroullec

Ronan und Erwan Bouroullec

Hella Jongerius

Hella Jongerius



Algue von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra

Tuesday, January 19th, 2010

Wir wissen nicht, wie es bei Ihnen aussieht, aber für uns gibt es immer – aber auch wirklich immer – Menschen, die ohne große Anstrengung erfolgreicher sind als wir.

Ob es ums Bestehen von Prüfungen oder das erfolgreiche Überwinden einer Rolltreppe geht: sie tauchen überall auf. So war es für uns keine echte Überraschung, als wir feststellten, dass das meist angesehene Bild in unserem (smow)flickr Account nicht einer der vielen exzellenten photographischen und vom (smow)blog Kollektiv mit viel Liebe hergesellten Esseys ist, sonden ein schneller Schnappschuss, den der (smow)Boss auf einem kurzen Besuch im Vitra HQ in Basel gemacht hat.

Algue by Ronan and Erwan Bouroullec for Vitra

Algue von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra - Klein anfangen, groß denken

Nicht, dass es uns stört. Denn abgesehen von seinen offensichtlichen künstlerischen Verdiensten, bewundern wir bei dieser Komposition besonders, wie wunderbar sie demonstriert, was man mit Algue von Ronan und Erwan Bouroullec erreichen kann.

Von der Natur inspiriert erlaubt Algue Räume einzuteilen, ohne dabei die Lichtzufuhr zu blockieren oder den Flow des Raumes irgendwie sonst zu stören: man definiert einfach den Raum.

In vielerlei Hinsicht repräsentiert Algue eine der zentralen Facetten von Ronan und Erwan Bouroullec’s Design-Philosophie; Der Benutzer definiert, was ein Objekt ist und wie man es gebraucht. Die Designer stellen nur die Rohmaterialien bereit.

Die einzelnen im Injektionsgussverfahren hergestellten Plastik Elemente von Algue werden von kleinen Nadeln zusammengehalten. Arrangement und Form sind ganz Ihnen überlassen.

Seit seiner Einführung durch Vitra im Jahr 2004 ist Algue eines der beliebtesten smow Produkte; das macht es nur noch quälender, dass Vitra seit Beginn 2010 Algues nicht mehr in 50ger Boxen, sondern nur noch in Paketen mit 6 Stück liefert.

Für Ronan und Erwan Bouroullec ist das Ziel des Algue Konzepts, durch konstante Wiederholung der selben, kleinen Form selbstständige Strukturen und Formen zu erschaffen und aufzubauen.

Und dafür braucht man 50 Algues. Wenn nicht sogar mehr.

Glücklicherweise ist das (smow)Warenhaus momentan noch gut mit 50ger Paketen bestückt und alle, die jetzt schon ihr Frühlings-Redesign planen werden ihr Ziel damit erreichen können.

Und hoffendlich wird Vitra im späten Sommer den offensichtlichen Fehler erkannt haben und wieder Algue x50 Pakete ausliefern.

Algue by Ronan and Erwan Bouroullec Vitra HQ Basel

Algue von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra - das momentan beliebteste Bild bei (smow)flickr



(smow)offline: Dos Palillos Restaurant, Casa Camper Hotel Berlin

Thursday, December 31st, 2009

Während unser erst kürzlich erstellter Eintrag über Designer Hotels noch still im Hintergrund auf dem Feuer des kritischen Beifalls vor sich hin köchelt, erreichen uns die ersten Bilder von Ronan und Erwan Bouroullecs Design für das neue Restraurant im Casa Camper Hotel in Berlin.

Die Jungs aus der Bretagne ließen sich von dem Wunsch inspirieren, die Arbeit des Küchenchefs Albert Rauric, dem ehemaligen Chef du Cuisine des elBulli und des Gründers von Dos Palillos in Barcelona, gebührend zu feiern.

Zu diesem Zweck gibt es in dem Restaurant einen einzigen Tisch, und zwar einen ziemlich langen: An der einen Seite sitzen 30 Gäste, während an der anderen 10 Köche stehen. Der Performance Effekt wird durch ein großes Fenster komplettiert, das den Vorbeigehenden erlaubt den Anblick der Gäste zu genießen, die wiederum den Anblick der Köche und ihrer Mitarbeiter genießen, während diese ihre Arbeit genießen.

Das Dos Palilos ist ganz sicher nicht der passende Ort für ein privates, diskretes Rendezvous mit einem süßen, kleinen Etwas, mit dem man erst gar kein privates, diskretes Rendezvous haben sollte und auch eine Wirtschaftsspionage Aktion plant man lieber woanders. Wer allerdings moderne asiatische Interpretationen traditioneller spanischer Küche in informeller Atmosphäre genießen möchte wird hier ganz nach seinen Wünschen bedient.

Diese formelle/informelle Atmosphäre wird von der Edelstahlküche, dem hellen Holztisch und den weißen Steelwood Stühlen von Magis, natürlich von Ronan und Erwan Bouroullec designed, unterstützt.

Dos Pallilos soll im Januar 2010 öffnen. Im Unterschied zum anderen Restaurant des Hotels, Tentempié, müssen Casa Camper Gäste ihr Essen bei Dos Pallilos allerdings bezahlen.

Alle Bilder finden Sie hier.

Casa

Dos Palillos Restaurant, Casa Camper Hotel Berlin designed von Ronan und Erwan Bouroullec

Steelwood chair by Ronan and Erwan Bouroullec for Magis

Steelwood Stuhl von Ronan und Erwan Bouroullec für Magis