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Die Reisen des jungen Verner (Panton Chair junior)

Saturday, April 16th, 2011

Zu den bekanntesten und wahrscheinlich karrieretechnisch relevantesten Phasen in Verner Pantons Leben gehören seine Reisen durch Europa.
Nach dem Studium an der Royal Academy of Fine Arts in Kopenhagen gab Verner Panton seine Stellung bei Arne Jaobsen auf, baute seinen VW Bus in ein mobiles Studio um und tourte durch Europa… und lernte dabei viele Designer und Hersteller kennen.

Natürlich war es nicht diese Erfahrung allein, die seine späteren Arbeiten beeinflusst hat, aber die Reisen haben das bewirkt was solche Erfahrungen immer bewirken: sie haben ihn offener gemacht für neue Ideen, neue Ansätze und neue Möglichkeiten.

Und so den Europäer Verner Panton geformt.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Verner Pantons Arbeiten auch so toll reisen.
Es liegt schließlich in den Genen.

Auf der Leipziger Buchmesse konnten wir exlusiv einen Blick in den Reisebericht von einem von Verner Pantons jüngeren Stühlen werfen, der demnächst erscheint.

In “Über den Jordan” beschreibt Verner (Panton Chair junior) seine Abenteuer auf einem Road Trip von Stuttgart bis Jordaniens Hauptstadt Amman mit einer Gruppe Fremder.

Der illustrierte Roman ist eigentlich ein Kinderbuch, der freche direkte Stil macht viele der Geschichten aber auch für Erwachsene zu einem Lesevergnügen.

Obwohl das Buchprojekt noch in der Entwicklung steckt, konnten bereits die ersten Cosplayer mit fantasievollen Panton Chair Kostümen auf der Leipziger Messe gesichtet werden. Das kann nur Gutes heißen.

“Über den Jordan” von Verner (Panton Chair junior) wird erst im Herbst veröffentlicht, aber wir haben bereits ein paar Vorabdrucke.

Der erste ist hier zu sehen. Weitere vier gibt es exklusiv auf der smow Facebook Seite.

Bald erhältlich: Die Reisen des jungen Verner (Panton Chair junior)



PANTON und Zeitgenössisches Dänisches Design, Berlin

Tuesday, January 18th, 2011
PANTON im wunderbaren Felleshus, Berlin

PANTON im wunderbaren Felleshus, Berlin

Vergangenen Freitag eröffnete die Dänische Botschaft in Berlin eine Ausstellung über die Arbeit von Verner Panton – angefangen bei seinen frühen Werken bis hin zu seinem Einfluss auf die heutigen jungen dänischen Designer.

Die erste Ausstellung der Arbeiten von Verner Panton in Deutschland seit 10 Jahren besteht zum Großteil aus der Sammlung von André Barss – einem jungen Berliner Sammler der Werke Pantons.

Vor ein paar Jahren war André auf einer Ausstellung und sah einen Stuhl von Panton. Er war so irritiert davon, dass er sich auf diesen nicht selbst setzen durfte, um ihn für sich auszuprobieren. Daher kaufte er sich, als er wieder zu Hause war, direkt ein Exemplar über ein Online Auktionsportal.

3-2-1-seins. Wie man so schön sagt.

Was mit einem Panton Chair begann wuchs zu einer umfassenden Sammlung von Panton Möbel, wie z.B. seinem Cone Chair, Tivoli Chair und sogar einem Phantom – ein Produkt, das wir zugegebener Maßen selbst nicht wirklich verstehen und mögen.

Kuratorin Ida Engholm vom dänischen Design Research Centre in Kopenhagen hat die Ausstellung über Pantons Werke in 3 Segmente geteilt – Panton der Moderne, “Pop Panton” und Panton der Postmoderne. Dies war eine Entscheidung, die die Aufmerksamkeit wunderbar auf die Vielfalt von Verner Panton’s Arbeit lenkt.

LivinG tower von Verner Panton. Ein Ort, von dem aus man die Welt betrachten kann

LivinG tower von Verner Panton. Ein Ort, von dem aus man die Welt betrachten kann.

Im Gespräch mit Ida Engholm während der Eröffnung, führte sie den Wandel in Panton’s Stil auf die Tatsache zurück, dass er seit jeher daran interessiert und sich dessen bewusst war, was in seinem Umfeld geschah. Der moderne Panton mit seinen minimalistischen, fast Bauhaus nahen Werken, wie z.B. seinem Bachelor Chair, beeindruckte rasch die Szene. Und nach der berauschenden Euphorie der Pop Art folgte ein größeres Loch, welches Panton und seine Zeitgenossen durch die Überarbeitung einiger früherer Werke füllten.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Tivoli Chair, den Panton bis zu seinem frühen Tod ständig überarbeitete.

Angesichts der Tatsache, dass die Ausstellung letztlich darauf zurückzuführen ist, dass André Barss nicht die Möglichkeit eingeräumt wurde, auf einem Stuhl von Panton Platz zu nehmen, ist es besonders treffend, dass eines der Highlights während der Eröffnung der Living Tower war – eines der wenigen Möbelstücke, das die Besucher tatsächlich austesten können.

Für uns spiegelt die Freude und die soziale Kommunikation, die der Living Tower fördert, den Charakter und die Philosophie von Verner Panton mehr wieder als alles andere auf der Ausstellung.

Der Abschnitt über junge dänische Designer umfasst Werke von Louise Campbell und Tine Mouritsen.

Wenn wir einen Kritikpunkt hätten, dann wäre es der, dass der Abschnitt, der den neuen dänischen Talenten gewidmet war, einfach zu klein war, um einen angemessenen Vergleich zuzulassen. Man kann einfach nicht genau sagen, ob das, was gezeigt wurde, repräsentativ war oder nur einen kleinen Teil an Werken im Stile von Panton wiederspiegelte.

Prinz Stuhl von Louis Campbell für HAY design als Teil der Panton Ausstellung in Berlin

Prinz Stuhl von Louis Campbell für HAY design als Teil der Panton Ausstellung in Berlin

Es gibt eine Menge wirklich guter dänischer Möbeldesign Talente und es wäre wirklich schön, wenn die dänische Botschaft der Ausstellung über Panton eine weitere zur Darstellung einiger Talente folgen lassen würde. Möglicherweise kurz vor der Kopenhagener Design Woche…

Auch wenn die Ausstellung PANTON nicht sonderlich umfangreich im Hinblick auf die Ausstellungsfläche und die Anzahl der präsentierten Werke war, stellt sie für all jene, die bisher nicht mit dem Gesamtwerk von Verner Panton in Kontakt kamen, eine gute Einführung dar.
Und für diejenigen, die die Werke bereits kennen, bietet die Ausstellung PANTON eine schöne Möglichkeit, verschiedene Objekte in Augenschein zu nehmen und zu vergleichen. Und das alles in einer wunderbaren Location.

Die Ausstellungen PANTON und Zeitgenössisches Dänisches Design laufen bis zum 28. Februar im Felleshus der Nordischen Botschaft in Berlin.

Falls Sie also die Ausstellung besuchen, testen Sie unbedingt den Living Tower aus. Das wäre mit Sicherheit ganz im Sinne von Verner Panton.

Weitere Informationen finden Sie unter www.nordischebotschaften.org

Blumentopf Lampen und Living Tower in der wunderschönen Umgebung der Nordischen Botschaft Felleshus in Berlin

Blumentopf Lampen und Living Tower in der wunderschönen Umgebung der Nordischen Botschaft Felleshus in Berlin



Dänspotting: Ist dänisches Möbeldesign noch relevant?

Friday, September 17th, 2010

Wie bereits berichtet, war unser Besuch in Kopenhagen und bei der CORE 10 ohne Frage einer unserer enttäuschendsten Trips.

Das lag vor allem an der nicht vorhandenden Innovation, Vorstellungskraft und Qualität.

It’s certainly a phenomenon in all walks of life.

What do you mean?

Well, at one point, you’ve got it, then you lose it. And it’s gone forever.

All walks of life.

Georgie Best, for example, had it, lost it.

Or David Bowie or Danish design.

Danish design. Some of their modern stuff’s not bad.

No, it’s not bad, but it’s not great either, is it?

And in your heart you kind of know that although it looks all right…

It’s actually just…..

Sogar in der Ruhmeshalle skandinavischen Designs nimmt das “Dänische Design” einen erhobenen, fast mystischen Platz ein.

Verner Panton, Arne Jacobsen, Finn Juhl, Poul Kjaerholm, Hans J. Wegner und und und…

Es ist wahrscheinlich nicht übertrieben zu behaupten, dass kein anderes Land dem Nachkriegsdesign mehr “Stars” geschenkt hat als Dänemark.

Besonders, wenn man das Verhältnis “Star-Designer zu Einwohnern” berücksichtigt.

Aber…

Zu wenige dänische Möbelhersteller verstehen, warum das so ist.

Es geht nicht um ageometrische Formen und bunte Farben.

Arne Jacobsen's Bellvue Chair from 1934

Arne Jacobsens Bellevue Chair aus dem Jahr 1934

Wie Egon Eiermann war ein Großteil der bekannten dänischen Designer Architekten, die in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig individuelle Möbelstücke für ihre Projekte entwarfen – die aber keine wirkliche Rolle in der industriellen Möbelproduktion spielten.

Die sozialen und kulturellen Veränderungen der 50er und 60er Jahre haben im Grunde den Massenmarkt für zeitgenössische Möbel geschaffen: und die Möbelhersteller fanden in den führenden Architekten der Zeit eine Quelle von innovativen, erfahrenen Möbeldesign-Talenten.

Die Designer blieben allerdings hauptsächlich Architekten, die gelegentlich auf Basis ihres Architektur-Verständnisses und ihrer eigenen Prozesse Möbel entwarfen.

Arne Jacobsens Ameise, zum Beispiel, begann als Kantinenstuhl für eine Fabrik, an der Jacobsen arbeitete. Durch den Kontakt mit Fritz Hansen entwickelte sich das Projekt, getrieben von dem Interesse, ein Produkt zu entwerfen das mit Charles und Ray Eames Sperrholzmöbelkollektion mithalten konnte.

Was uns zum zweiten Impuls bringt: die Innovation dieser Zeit.

Der Eames DSR ist zum Beispiel kein besondersis umwerfender Stuhl – der in Form gegossene Plastesitz war aber zu seiner Zeit revolutionär.  So wie das gebogene Sperrholz von Eames oder der Plaste-Freischwinger von Verner Panton sehen wir viele der heutigen Designklassiker nicht als ebenjene wegen ihrer Erscheinung, sondern weil sie eine historische Bedeutung haben, Genres neu definierten, als sie auf den Markt kamen und sich so in das kollektive Bewusstsein gebrannt haben.

Hinzu kommt die Verfügbarkeit des Materials als solches. Möbel waren traditionell aus Holz hergestellt, die Bauhaus-Bewegung und Modernismus brachten Metall und Glas ins Spiel, bis Ende der 1940er Jahre eine Materialknappheit dazu führte, dass Europas Möbelhersteller in ihren Möglichkeiten eingeschränkt waren.  In den 1950er und 60er Jahren hatten die Produzenten zum einen wieder Zugang zu mehr Material, zum anderen wurden durch die Industrialisierung immer mehr neue Materialien hergestellt – und die Möbeldesigner fühlten sich mit den neuen Möglichkeiten wie Kinder vor einem Weihnachtsbaum.

Alle Neuigkeiten und Innovationen konnte durch die neuen Massenmedien wie Fernsehen oder Farbdruck schnell verbreitet werden und fanden im Europa in Zeiten von Wohlstand und Sicherheit dankbare Abnehmer.

All diese Faktoren kamen zusammen um das Konzept des dänischen Designs hervorzubringen.

Oder in anderen Worten: In Dänemark taten die richtigen Leute im richtigen Moment das Richtige.

Tivoli Chair by Verner Panton through Montana: Colourful, but thats not why its good.

Tivoli Chair von Verner Panton (Montana): Farbenfroh, aber nicht nur deswegen gut

Heutzutage werden Produkte für Möbelhersteller fast ausschließlich von professionellen Produktdesignern entworfen, deren Aufgabe es ist Artikel auf Anfrage zu fertigen.

Das ist an sich keine schlechte Sache, wenn man davon ausgeht, dass die Motivation darin liegt, etwas Neues zu kreiieren oder ein bestehendes Design zu verbessern.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war weder neu noch besser.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war einfach Mittelmäßigkeit – hübsch verpackt in bedeutungslosem Marketinggeschwätz um zu verschleiern, dass das Produkt weder neu noch interessant ist.

Renton würde sicher sagen “Früher oder später musste es so kommen.”

Im (smow)Büro hängt das Poster “A Century of Danish Chairs” an der Wand, es beginnt 1905 und endet 1979 – so ähnlich war auch unsere Erfahrung auf der CODE 10.

So als wären die letzten 30 Jahre nicht passiert.

Dänisches Möbeldesign ist noch nicht komplett ausgestorben, und Sick Boys vereinheitlichende Theorie vom Leben ist nicht generell gültig, aber ein Großteil ist eindeutig vom Weg abgekommen umd man kann sich schwer vorstellen, woher der Impuls kommen soll um dänisches Möbeldesign wieder aufleben zu lassen.

Nicht zuletzt wenn eine müde Veranstaltung wie die CODE 10 damit wirbt, “…new approaches to design form, design thinking and the creative process” zu zeigen.

Zum Glück gab es vereinzelt ein paar wirklich außergewöhnliche Stücke zu sehen, die wir im nächsten Dänspotting Post vorstellen werden.

Is the sun setting on Danish furniture design?

Is the sun setting on Danish furniture design? Der Untergang



Dänspotting: Verner Panton in Kopenhagen

Saturday, September 4th, 2010

Dafür dass er einer der berühmtesten dänischen Designer ist, hat Verner Panton relativ wenig Zeit in Dänemark verbracht. Die meisten seiner bekannten Arbeiten entstanden außerhalb des Landes.

Und trotzdem erinnert in Kopenhagen vieles an Verner Panton, sein Leben, seine Arbeit und seine Leidenschaften.

Also haben wir unseren Kurzbesuch in der Hauptstadt Dänemarks genutzt um uns mit einem Vitra Panton Chair zu einem Standrundgang durch Verner Pantons Kopenhagen zu treffen.

The  verner Pantons almamata

Die Kunstakademiets Arkitektskole, Kopenhagen: Verner Pantons Alma Mater

Genau wie Pantons Verbindung zu Kopenhagen begann unsere Tour mit der “Kunstakademiets Arkitektskole” – der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie.

Nach seinem Abschluss an der Technischen Universität Odense schrieb sich der 21jährige Verner Panton 1947 an der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie ein. In Kopenhagen lernte er Tove Kemp kennen, die Stieftochter des Designers, Kritikers und Architekten Poul Henningsen, die beiden heirateten 1950. Die Ehe mit Tove war zwar nur von kurzer Dauer, Pantons Beziehung zu Henningsen jedoch sollte länger halten.

In Henningsen fand Panton einen Mentor und Lehrer für die Entwicklung seiner Lichtdesign-Konzepte. Im Laufe seiner Karriere entwarf Verner Panton nicht nur über 60 Lampen, Licht und Schatten spielten auch eine wichtige Rolle in seinen Installationen und Raumdesignprojekten.

Strandvjen 413

413 Strandvejen, Kopenhagen, Arne Jacobsens Haus und Studio

Durch Henningsen lernte Panton aber auch Arne Jacobsen kennen und arbeitete ab 1950 in Jacobsens Studio, im Keller seines Hauses in 413 Strandvejen.

Panton beobachtete, wie wohldurchdacht und kompromisslos Jacobsen arbeitete, und sein Interesse an Möbeldesign wuchs. Er entwickelte außerdem eine Vorliebe für Experimente mit Materialien und risikofreudige Designs – Charakteristika die ausschlaggebend für die Entwicklung seiner Designs sein sollten.

Über Arne Jacobsen lernte Verner Panton außerdem Fritz Hansen kennen.

Aber der Reihe nach.

1951 wurde Jacobsen mit der Planung einer Kantine als Teil eines Projektes mit der Firma Novo beauftragt.  Aus diesem Projekt ergab sich die Kooperation mit Fritz Hansen zur Entwicklung eines Multifunktionsstuhls aus gebogenem Sperrholz. Verner Panton hatte die Aufgabe, die Prototypen für mögliche Designs herzustellen. Das Endergebnis war der 3100, Myren, Ant Chair oder Ameise – und obwohl das finale Design hauptsächlich Jacobsen zuzuschreiben ist, hat die Arbeit am Ant Chair die späteren Entwürfe Pantons mitgeprägt.

tivoli

Tivoli, Kopenhagen, Schauplatz einer der ersten Aufträge Verner Pantons

Panton schloss 1951 sein Studium ab, verließ Jacobsen 1952 und öffnete sein eigenes Studio. Er verbrachte seine Zeit zunächst mit ausgedehnten Touren in seinem VW-Bus durch Europa, auf denen er zum Einen Produkte entwarf,  und zum Anderen Kontakte zu Designern, Herstellern und Verkäufern knüpfte.

1955 entwickelte sich die Beziehung zwischen Panton und Fritz Hansen weiter, als sie das allererste kommerzielle Verner-Panton-Produkt auf den Markt brachten: den “Bachelor Chair”, dem bald der “Tivoli Chair” folgte (so genannt, weil er ursprünglich für ein Restaurant im Tivoli, Kopenhagen entworfen wurde).

Ende der 1950er Jahre verließ Panton Dänemark um in Norwegen, auf Teneriffa und in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. In Basel entwickelte er zusammen mit Vitra seinen Panton Chair.

cirkus

Cirkusbygningen, Kopenhagen, eines der letzten Projekte Verner Pantons in der Stadt

Nachdem er sich in Basel niedergelassen hatte, beschränkte sich Verner Pantons Verbindung zu Kopenhagen auf gelegentliche Besuche – entweder privater Natur oder um einen seiner vielen Preise und Auszeichnungen entgegenzunehmen. 1984 erhielt Panton allerdings den Auftrag , ein neues Farbsystem für das Cirkusbygningen – ein Theater- und Kabarettgebäude in der Nähe des Tivoli – zu designen und führte das Projekt in seinem eigenen unnachahmlichen Stil aus.

In den 1990er Jahren teilte Verner Panton seine Zeit mehr zwischen seiner Villa in der Nähe von Basel und seiner Wohnung in Kopenhagen auf. Verner Panton starb am 5. September 1998 im Alter von 72 Jahren in Kopenhagen.

Während unseres Stadtrundgangs mit dem Vitra Panton Chair und seinen Anekdoten zu Verner Panton hatten wir doch das Gefühl, dass die Stadt mehr tun könnte um ihre Größen wie Panton oder Jacobsen zu ehren – zumindest könnten die Stätten ihrer Arbeit und Inspiration sichtbarer und zugänglicher gemacht werden.

The Little Mermaid and the Panton Chair - two of Copenhagens most important landmarks

The kleine Meerjungfrau und der Panton Chair - zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Dänemark-Schweiz 0:1

Thursday, June 24th, 2010

Verner Panton erlebte ein Highlight seiner Karriere in der Schweiz, als er mit Vitra endlich einen Hersteller für seinen Panton Chair gefunden hatte. Heute war allerdings kein Platz für Sentimentalitäten und Panton wollte kämpfen.
Er setzte da wieder an, wo er gegen Joe Colombo aufgehört hatte und versuchte es mit einer schnellen Kunststoff-Kombination, aber sein Barboy landete weitab.
Fritz Haller trat wie immer sehr strukturiert und stabil auf. Die Flexibilität seines klassischen USM Haller Systems erlaubte es ihm, auf alle Spielzüge Verner Pantons die passende Antwort zu finden.
Dieser schweizerisch-dänische Designwettbewerb lief auf ein Unentschieden hinaus, bis Verner Panton kurz vor Schluss auf einen völlig unnötigen Phantom zurückgriff und zu Recht die rote Karte bekam.
Fritz Haller führte einen schnellen CD-Einsatz aus und das Spiel war entschieden.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A

Verner Panton receives a well deserved red card

Verner Panton sieht die rote Karte



(smow) offline: Gewinnen Sie einen Vitra Organic Chair

Tuesday, June 22nd, 2010

Organic Chair von Charles Eames und Eero Saarinen für Vitra

Es ist vielleicht nicht das bekannteste Werk, weder von Charles Eames‘ noch von Eero Saarinen, nichtsdestotrotz ist der “Conversation Chair” von 1940 ohne Zweifel ein wichtiges Stück des Möbeldesigns aus dem 20ten Jahrhundert.

Der Stuhl wurde für den “Organic Design in Home Furnishing” Wettbewerb des New York Museum of Modern Art designt. Er war eine Studie und einer der ersten Versuche mit formbarem Kunststoff von Eames und Saarinen.

Zu dieser Zeit war die Technologie aber einfach noch nicht ausgereift und die Ideen von Charles Eames und Eero Saarinen konnten erst zehn Jahre später umgesetzt werden: Charles Eames mit den Glasfaser/Kunststoff-Sesseln für Herman Miller und Eero Saarinen mit demTulpen Stuhl für Knoll.

Tulip chair by Eero Saarinen for Knoll

Tulpen Stuhl von Eero Saarinen für Knoll

Der Vollständigkeit halber sollten wir auch noch George Nelson‘s Swag Leg Chair erwähnen. Das Design und die Technologie basiert stark auf der des Conversation Chair.

Zurzeit wird der Stuhl von Vitra als “Organic Chair” verkauft. Der Stuhl von Eames und Saarinen bleibt ein selbstbewusster Klassiker, der in alle privaten und geschäftlichen Räume passt.

Und Sie können einen gewinnen.

Das Designer Möbel Verkäufer Netzwerk “Creative Inneneinrichter” – zu welchem (smow) gehört – stellt einen “Organic Chair” als Hauptpreis ihres “Mein Weg ins VitraHaus” Wettbewerbs zur Verfügung.

Der zweite Preis ist ein Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec und der dritte Preis ist ein Panton Chair.

Die Regeln sind denkbar einfach: Dokumentieren Sie ihre Reise zum VitraHaus; der einfallsreichste, originellste und kreativste Beitrag gewinnt.

Also egal ob Sie mit einem Fallschirm auf dem VitraHaus landen wollen, oder die Alpen im Hannibalstyle auf Elefanten überqueren wollen, registrieren Sie sich einfach auf der Creative Inneneinrichter Website und laden Sie ihre Fotos/Videos/Zertifikate hoch.

Details finden Sie unter “Mein Weg ins VitraHaus

Although Jasper Morrison built a bus stop next to teh VitraHaus - travelling by bus probabyl wont win you the Organic Chair

Auch wenn Jasper Morrison eine Bushaltestelle neben dem VitraHaus gebaut hat, eine Busreise wird wohl nicht für den ersten Platz reichen.



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Italien-Dänemark 1:1

Friday, June 11th, 2010

Im Eröffnungsspiel der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 trafen zwei große Designnationen aufeinander, und mit ihnen zwei der einflussreichsten europäischen Nachkriegsdesigner: Verner Panton und Cesare “Joe” Colombo.
In einer mutigen ersten Aktion probierte Verner Panton einen Alleingang mit seinem Bachelor Chair. Colombo gelang in der Folge ein Konter mit seinem 4801 Sessel für Kartell. Nach einigen guten Aktionen und unter Einsatz von Kunststoff ging Joe Colombo mit seinem Universale Stuhl 4867 in Führung. Verner Panton ließ sich aber nicht unterkriegen. Er passte sich dem italienischen Plastik-Stil an und profitierte auch vom veränderten Geschmacksempfinden der Möbelkäufer. Mit seinem Panton Chair für Vitra gelang ihm schließlich der Ausgleich.
Trotz einiger guter Chancen auf beiden Seiten, konnten weder Verner Panton noch Joe Colombo eine Entscheidung erzwingen, und das Match endete mit einem verdienten 1:1.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A



(smow)offline: Panton by Vitra im Wasserschloss Klaffenbach

Monday, May 31st, 2010
Verner Panton

Verner Panton

Verner Panton hat in seiner Karriere mit vielen Designermöbelherstellern zusammengearbeitet. Sein Name wird allerdings zumeist mit Vitra verbunden.

Nicht zuletzt wegen seines wegweisenden Panton Chairs.

Die Ausstellung “Panton by Vitra” im Wasserschloss Klaffenbach in Chemnitz bietet Besuchern einen Einblick in das Leben und Arbeiten eines der wichtigsten und einflussreichsten Nachkriegsdesigner aus Europa.

Panton by Vitra im Wasserschloss Klaffenbach, Chemnitz

Panton by Vitra im Wasserschloss Klaffenbach, Chemnitz (Foto: Heiko Hillig)

Als Verner Panton noch Student war, arbeitete er in Arne Jacobsens Büro und war an der frühen Entwicklung des Ant Chairs beteiligt. Nach dem Abschluss seines Studium ging Verner Panton seinen eigenen Weg mit Zwischenstopps in Norwegen, Tenerifa und Frankreich. 1963 zog Verner Panton nach Basel und hat dort nicht nur ein neues Zuhause, sondern mit Vitra auch einen Hersteller für seinen Panton Chair gefunden.

Eine fruchtbare Kooperation für beide Seiten.

Verner Panton hatte bereits Mitte der 50er Jahre mit der Entwicklung des Panton Chairs begonnen, konnte aber niemanden davon überzeugen den Stuhl zu produzieren. Für Vitra war der Panton Chair das erste Projekt bei dem Sie zusammen mit dem Designer an der Entwicklung des Produkts gearbeitet haben. Diese neue Herangehensweise definierte den Start des Unternehmens.

Panton by Vitra im Wasserschloss Klaffenbach -Eröffnungsveranstaltung (photo: Heiko Hillig)

Panton by Vitra im Wasserschloss Klaffenbach - Panton Chair und Living Tower (Foto: Heiko Hillig)

Das Verhältnis von Verner Panton zu Vitra entwickelte sich mit der Zeit vom rein geschäftlichen hin zum privaten. Verner Panton gestaltete in den späten 60er Jahren das Interieur der Baseler Wohnung des Vitra Vorsitzenden Rolf Fehlbaum – jeder Raum wurde mit einer anderen Farbe gestaltet und möbliert.

Mit verschiedenen Werken und Fotografien erklärt “Panton by Vitra” den Hintergrund zu den wichtigsten Kollaborationen zwischen Verner Panton und Vitra und erweckt den Designer und die Zusammenarbeit zum Leben.

Ein sprichwörtlicher Höhepunkt – besonders für Kinder – von “Panton by Vitra” ist das erkletterbare Wohnzimmer.

“Panton by Vitra” im Wasserschloss Klaffenbach ist bis zum 20. Juni geöffnet.

Wasserschloß Klaffenbach
Wasserschloßweg 6
09123 Chemnitz
+49 (0)371 26635-0



VitraHaus: Jongerius, Panton, Eames: Die abgelehnten Farbkonzepte

Tuesday, February 23rd, 2010

Wie viele von Euch wissen, lief der Bau des VitraHaus nicht ohne Kontroversen ab.

Besonders die Entscheidung, die Außenwände schwarz zu streichen, wurde nicht nur positiv aufgenommen.

Wir vom (smow)blog können exklusiv aufdecken, welche anderen Optionen in Betracht gezogen wurden.

Und hier sind die exklusiven Bilder der abgelehnten Farbentwürfe.

VitraHaus in Hella Jongerius Polder sofa look

VitraHaus im Hella Jongerius Polder Sofa Look

Die in Berlin lebende holländische Designerin Hella Jongerius hat das Vitra Farbprojekt entwickelt, welches VitraHaus Besucher ermutigen soll fantasievoller und kreativer mit Farben umzugehen. Ein Farbentwurf des VitraHaus spielte mit Jongerius’ Polder Sofa Farbschema.

VitraHaus with an Algue by Ronan and Erwan Bouroullec finish

VitraHaus in der Alguen-Ausführung von Ronan und Erwan Bouroullec

Der Raumteiler Algue der bretonischen Brüder Ronan und Erwan Bouroullec war ebenfalls als mögliches Farbschema für die Außenwände des VitraHaus im Gespräch. Es wurde jedoch aufgrund der vielen im VitraHaus ausgestellten Bouroullec-Produkte abgelehnt.

VitraHaus a la Kast by Maarten van Severen

VitraHaus à la Kast von Maarten van Severen

Der belgische Designer Maarten van Severen ist einer der Lieblinge von Vitra, und leider viel zu früh verstorben. Als Tribut an eine wahre Legende belgischen Designs wurde ein Farbkonzept in Anlehnung an Maarten van Severens Kast Staumöbel entwickelt.

VitraHaus in Verner Panton Panton Chair classic red

VitraHaus im Verner Panton Panton Chair classic red

Die Zusammenarbeit zwischen Vitra und dem dänischen Designer Verner Panton schlug ein völlig neues Kapitel in der Vitra-Geschichte auf: eigens auf Auftrag entwickelte Produkte in Kollaboration mit den Designern. Zu Ehren des Lebens und Schaffens von Verner Panton wurde ein möglicher Anstrich der Außenwände des VitraHaus im Panton Chair classic red in Betracht gezogen.

VitraHaus om Vitra as a homage to Charles and Ray Eamesfr

VitraHaus als Hommage an Charles und Ray Eames

Keine zwei Menschen sind intimer mit Vitra verbunden als Charles und Ray Eames. Demnach war es keine Überraschung, dass ein Textildesignklassiker von Ray Eames – nämlich Small Dot Pattern – als Option für die VitraHaus-Außenwände diskutiert wurde.

Letzten Endes hat sich Schwarz als Außenfarbe des VitraHaus durchgesetzt… aber es hätte alles anders kommen können…

VitraHaus in Millerstripe multicolored bright by Alexander Girard finish

VitraHaus wie es hätte sein können: In der Millerstripe Multicolored Bright Ausführung von Alexander Girard



IMM Köln: Vitra, Kartell, USM

Thursday, January 28th, 2010

Es besteht kein Zweifel, wer die beliebtesten Möbelproduzenten bei den Ausstellern in Köln waren… Vitra und Kartell.

Leider zwei Hersteller, die die Messe Köln nicht als Aussteller selbst gewinnen konnte. Und das, obwohl sämtliche Imbissstände der Messe mit Maarten van Severens genialem .03 ausgestattet sind.

An den Ständen haben wir z.B. Panton Chairs gesehen, die ansonsten geschmacklose Schlafzimmer verschönert haben. Der Klassiker DSR von Charles und Ray Eames stand an mehr als einem Tisch. Auf der anderen Seite des Rheins hingegen – bei der Designers Fair -  waren die weniger gut verdienenden jungen Designer bescheidener ausgestattet. interror.be z.B. nutzte den Elephant Stool von Sori Yanagi.
Die grelleren Ausstellungsräume wiederum verwendeten Kartell-Leuchten als Accessoires.

Kurioserweise hat das funktioniert.

Aber vielleicht nur deshalb, weil Philippe Starck in letzter Zeit einige Hotels und Casinos ausgestattet hat, die in die Kategorie “Ironic Bad Taste” fallen.

Nicht nur Lampen, sondern auch Sitzmöbel von Kartell tauchten recht häufig auf. Leider haben wir nicht so viele Stühle aus Starcks “Ghost”-Reihe gesehen, wie wir es uns gewünscht hätten. Aber die Ero|s|, die wir hier und da sehen konnten, haben uns sehr gut gefallen.

Und als ob das alles nicht genug wäre, waren die Stände, an denen die Besucher ihre Formulare ausfüllen konnten, von USM Haller.
Dass USM Haller nicht auf der Messe vertreten war, war allerdings keine Überraschung. Sie gehen nicht auf Messen.

Gerade hinsichtlich unserer Bedenken was die ästhetischen Standards einiger Aussteller betraf, ist es gut zu wissen, dass wenigstens die Organsiatoren hochwertige Designermöbel zu schätzen wissen.

03 by Maarten van Severen from Vitra

.03 von Maarten van Severen für Vitra

Vitra DSR by Charles and Ray Eames

Vitra DSR von Charles und Ray Eames

System USM Haller at IMM in Cologne

USM Haller auf der IMM in Köln

Ero|s| by Philippe Starck from Kartell

Ero|s| von Philippe Starck für Kartell