Posts Tagged ‘Moormann’

Mailand 2013: Moormann tuttavia presente!!

Friday, April 12th, 2013

Auf der Saloni Milano 2010 erzählte uns Ronan Bouroullec von seinem Gefühl, dass das Internet und neue Technologien irgendwann die Ressourcen ersetzen können und sollten, die  in so ein Event wie die Mailänder Möbelmesse investiert, ja verschwendet, werden.

2013 nun hat der allseits beliebte deutsche Möbelhersteller Moormann den Anfang damit gemacht. Und damit bewiesen, dass man selbst von der idyllischen Ruhe des Örtchens Aschau im Chiemgau aus noch Teil des Wahnsinns in Mailand sein kann. In unseren Gesprächen mit Nils Holger Moormann im Voraus zu Mailand, bekamen wir einen Ausblick darauf, was sie anstelle ihres Saloni Milano Standes planen. Anstatt in die schwankende Wirtschaft Italiens zu investieren, hat Moormann in ein Meisterwerk aus Zelluloid investiert.

Um es etwas einfacher zu machen, haben wir den Film hier eingebunden. Das Original gibt es unter: www.youtube.com/watch?v=Z8GwMxAsHnc



Mailand 2013: Moormann non è presente

Monday, April 8th, 2013

Die Tore zur Hölle sind geöffnet. Es ist Möbelmesse in Mailand.

Die normalerweise recht angenehme, ruhige und zu Recht ausgezeichnete lombardische Metropole wird in dieser Woche von Strömen kollektiver Gier und naiver Studententräumereien überflutet, die die Kanäle, Parks und früheren Industriegegenden in brennende Gruben von Gegensätzen, Nachahmungen und purem Gold verwandeln werden.

Überleben ist hier eine Frage des Ausblendens der Realität und der Selbstmanipulation, alles sei brillant und man habe eine richtig großartige Zeit.

Also, the same procedure as every year…

Nur dass in diesem Jahr einer von den vernünftigeren Köpfen in diesem Chaos fehlen wird: Moormann stellt 2013 nicht auf der Mailänder Möbelmesse aus.

Milan Design Week 2013 Moormann non è presente

Möbelmesse Mailand 2013: Moormann non è presente

Im Wesentlichen ist der Grund für sein Fernbleiben seine Unzufriedenheit über die Standverteilung bei der Messe. Als wir 2011 mit Nils Holger Moormann sprachen, erzählte er uns bereits über die Probleme rund um das Thema.

Von Gesprächen mit anderen Chefs großer Möbelhersteller wissen wir auch, wie vertrackt und schleppend das Standverteilungssystem in Mailand funktioniert. Die Mehrheit der Aussteller sieht jedoch keine Alternative und erträgt so, was ertragen werden muss, um dabei sein zu können.

Bei Moormann ist damit jetzt aber Schluss.

Für uns liegt die bittere Ironie darin, dass nun die überwiegende Mehrheit in Halle 20, wo die jungen Möbelhersteller ihre Stände haben, von italienischen Herstellern dominiert wird, die nicht nur nichts annähernd Innovatives vorstellen, sondern deren “neue” Produkte nicht mal dazu bestimmt sind, in die Produktion zu gehen. Sie werden nur ausgestellt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Es wird also Platz verschwendet, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen, statt der Branche die Möglichkeit zu bieten, zu wachsen und sich zu entwickeln.

Auch wenn wir Moormann natürlich vermissen, finden wir seinen Widerstand gut. Die Monopolstellung Mailands muss gebrochen werden und je mehr dabei mitmachen, desto schneller wird es die dringend benötigten Alternativen für die junge Designermöbelbranche geben.

Die eine, sehr positive Tatsache an Moormanns Entscheidung ist, dass, wenn Moormann eine Sache angeht, das immer mit sehr viel Einsatz, Herzblut und Kreativität geschieht. Der Bookinist Cup ist dafür so ein Beispiel. Und natürlich wissen wir auch, ohne dass Moormann auf der Messe ist, dass sie neue Produkte haben. Und wir können es kaum erwarten, sie zu sehen. Und natürlich wäre Moormann nicht Moormann, wenn sie ihre Abwesenheit in Mailand nur durch eine kleine Pressemitteilung bekannt geben würden. Nein, da lässt sich Moormann nicht lumpen und hat gleich mal ein Brettspiel entwickelt.

Und wir wären nicht wir, wenn wir nicht gleich eine Runde gespielt hätten und das fein säuberlich für euch dokumentiert hätten.



Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

Monday, March 4th, 2013

In den letzten paar Jahren haben wir oft über das Regal Das Brett vom belgischen Designer Kaspar Hamacher gesprochen, es aber nie gezeigt. (Das Regal hatte einen bleibenden Eindruck auf der Mailänder Möbelmesse 2010 hinterlassen. … genau wie das Beinahe-Ertrinken.) Das gerade in den Verkauf gebrachte Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann bietet auf jeden Fall die perfekte Gelegenheit, das zu ändern.

kaspar hamacher das brett

Das Brett von Kaspar Hamacher hier bei der Schau "Le Belge", Mailand 2010.

Was uns an Das Brett gefallen hat und auch immer in Erinnerung geblieben ist, war das sehr simple Prinzip hinter dem Teil. Durch die sanfte Neigung des Regals hin zum Zentrum entsteht eine Fläche, die stabiler ist als das traditionelle gerade Bücherregal. Das Geheimnis des Designs liegt im Winkel der Neigung: gerade genug, um funktional zu sein, ohne aber bei den Proportionen einen Kompromiss einzugehen.

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann wendet ein ähnliches Prinzip an. Wenn auch bei Watn Blech die “Stabilität” nicht in erster Linie im Zusammenhang mit den Objekten auf dem Regal steht, sondern durch das Regal selbst erreicht wird.

Wenn wir uns recht an das erinnern, was wir in der Schule gelernt haben, sind “Magie” und “Physik” so ziemlich das gleiche. Also kann man genauso gut sagen, dass dank der dunklen Schönheit der Magie das sanfte Biegen eines Stücks Metallblech seine Stabilität erhöht. Daneben wird durch die leichte Neigung eine praktische und in sich stabile Ablagefläche geschaffen, die auf subtile Weise die starre lineare Homogenität eines Raums aufbricht.

Und weil es ein Moormann Produkt ist, bekommt man zu der praktischen und in sich stabilen Ablagefläche den Spaß kostenlos dazu: Das Regal sieht aus, als wäre es falsch aufgehangen worden.

Einfach schön.

Watn Blech by Bernhard Osann for Moormann

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

 

 

Watn Blech by Bernhard Osann for Moormann

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

 



Von Bücherregalen bis Corporate Identities. Moormann – Der One Stop Shop.

Friday, November 30th, 2012

Letzte Woche Freitag waren wir bei einer Diskussion in Potsdam. Nils Holger Moormann redete dort so eloquent und überzeugend wie gewohnt über die Vorteile von langen Lebenszyklen bei Möbeln sowie die Weiterentwicklung, die nur möglich ist, wenn man die Möbel als sich entfaltende Projekte – und nicht als Profit generierende Waren – begreift.

Bezogen auf das FNP Regalsystem zum Beispiel, sagte er so etwas wie: Sogar nach 25 Jahren entdeckt man immer noch neue Wege das System zu erweitern und weiterzuentwickeln.

Und es sind nicht nur die eigenen Produkte, die Moorman weiterentwickelt.

Inspiriert vom unsensiblen Umgang des (smow)Grafik-Teams mit dem Moormann-Logo (da hat wohl jemand mal was verwechselt und plötzlich war das Logo nicht mehr quadratisch…), war das Team von Moorman so gut und hat neben dem ganzen Weihnachtsstress (smow) dabei geholfen noch etwas an seiner Corporate Identity zu arbeiten.

Eines der neuen Logos sieht man oben links auf dieser Seite…

Und tatsächlich ist die (smow)Geschäftsführung so froh über die Arbeit, dass sie in Erwägung zieht, Moormann mit der Gestaltung eines Logos für den neuen (smow)room Stuttgart zu beauftragen. Die Frage ist nur, ob das nicht zu viel von der Aschauer Kreativschmiede verlangt wäre…

Ein früher Versuch vom (smow)blog das Nils Holger Moormann Logo zu verlängern.



Pressed Chair von Harry Thaler für Moormann. Der Film.

Friday, August 3rd, 2012

Wenn es aktuell einen Stuhl auf dem Markt gibt, der besser verdeutlicht wie komplex Simplizität im Design ist als der Pressed Chair von Harry Thaler für Moormann, dann wollen wir den mal sehen.

In Mailand 2011 erzählte uns Nils Holger Moormann von der buchstäblichen und symbolischen Berg- und Talfahrt, die zurückgelegt werden musste bevor Harrys Idee in ein marktreifes, massenproduzierbares Produkt umgesetzt werden konnte.

Vor Mailand 2012 erzählte uns dann Harry Thaler vom langen Weg und den ersten Experimenten mit Holz bevor er endlich das Konzept hatte, das Nils Herz erobert hat.

Und jetzt haben wir einen echt tollen Film, der den Bau des Prototyps in einer Nordlondoner Metallwerkstatt zeigt.

Wir glauben kaum, dass Dieter Rams “Gutes Design ist harte Arbeit” in die Liste seiner Designthesen aufgenommen hat. Aber vielleicht sollte er das noch mal überdenken…



Mailand 2012: Harry Thaler. Pressed Chair, Moormann und ich.

Wednesday, April 18th, 2012

2011 präsentierte Moormann in Mailand den Prototypen des Pressed Chair von Harry Thaler. Und nun wurde auf der Messe der Vorhang für die marktreife Version des Stuhls gelüftet.

Letztes Jahr hat sich ja Nils Holger Moormann ausführlich zum Pressed Chair geäußert. Und um das Puzzle zu vervollständigen haben wir uns dieses Jahr vor der Messe mit Harry Thaler in seinem Londoner Atelier getroffen um mehr über ihn und den Pressed Chair zu erfahren.

harry thaler pressed chair moormann london

Harry Thaler, Pressed Chair, Moormann, London

(smow)blog: Fangen wir mit deinem Hintergrund an. Wenn wir richtig informiert sind, bist du gelernter Goldschmied?

Harry Thaler: Ja, ich komme aus dem Schmuckbereich, habe zehn Jahre als Goldschmied in meiner Heimatstadt Meran gearbeitet bevor ich nach Wien zog und schließlich an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim einen Schmuckkurs belegt habe. Diese Zeit in Pforzheim hat mich dann bewegt Design zu studieren – also in größeren Dimensionen zu arbeiten.

(smow)blog: Und wie bist du zum Royal College of Art nach London gekommen?

Harry Thaler: Nach Pforzheim habe ich Design in Bozen studiert, aber dort gab es einen Kurs den ich in Englisch absolvieren musste. Nachdem ich 8 mal durch die Prüfung gefallen war, hab ich mir gedacht “Ok, du musst nach London gehen um Englisch zu lernen!”. Also hab ich mich am RCA beworben, wurde angenommen, habe zwei Jahre studiert und 2010 mein Studio hier in London aufgemacht.

(smow)blog: Vor dem Hintergrund, dass du Goldschmied bist: Arbeitest du als Designer mehr mit Modellen und handwerklichen Entwürfen oder entstehen die ersten Schritte am Computer?

Harry Thaler: Das hängt sehr vom Projekt ab. Ich arbeite gerade an einem Haus, da wird natürlich viel am Computer gemacht. Aber dann gibt es auch Projekte wie den Pressed Chair, der überhaupt nicht am Computer entstanden ist sondern reines Experimentieren war.

(smow)blog: Ein guter Übergang zu unserer nächsten Frage. Wenn wir uns deine früheren Arbeiten anschauen, sehen wir keinen offensichtlichen Weg hin zum Pressed Chair. War das ein komplett neues Projekt für dich oder gibt es eine Verbindung zu früheren Arbeiten?

Harry Thaler: Der Pressed Chair hat schon einen Bezug zu meiner Vergangenheit. Wenn ich nicht als Goldschmied gearbeitet hätte, wäre ich nie auf den Stuhl gekommen. Natürlich sind die Dimensionen ganz anders, aber das Formen der Metall- und Blechteile ist ein typischer Goldschmiedprozess.

(smow)blog: Erinnerst du dich an die ursprüngliche Idee? Gab es da eine bestimmte Eingebung?

Harry Thaler: Es gibt durchaus Projekte, wo man aufwacht und eine Idee hat. Aber der Pressed Chair war mehr ein Prozess. Es hat mit einer kleinen Gabel aus einem Stück Holz angefangen. Daraus wurde dann ein Tisch, Stuhl, Hocker aus einem Stück Holz. Die Holzplatte wurde in die Form eines Stuhls gebogen…

(smow)blog: Und dann dachtest du, ok, wenn es mit Holz funktioniert, kann ich es auch mit Metall probieren?

Harry Thaler: Nicht ganz. Der ursprüngliche Plan war etwas aus nur einem Stück Material zu machen, letzten Endes war das Metall. Nachdem wir die Grundform hatten, wollten wir das ausreifen um das Blatt so dünn wie möglich zu gestalten. Wenn wir einfach ein 1cm starkes Stück Metall genommen hätten, wäre es viel einfacher und man bräuchte die Rillen nicht. Aber die Rillen machen im Grunde auch den Stuhl aus.

(smow)blog: Wie war die erste Begegnung mit Nils Holger Moormann?

Harry Thaler: Das war im Januar 2011 in Köln. Ich hatte den Interior Innovation Award gewonnen und Nils kam auf der IMM auf mich zu.

(smow)blog: Kannte er deine Arbeit schon oder hat er das in Köln zum ersten Mal gesehen?

Harry Thaler: Er hat gesagt, dass er meine Arbeit schon eine Weile verfolgt hatte. Und ich werde nie vergessen, wie er in Köln ankam. Er ging direkt auf mich zu, schaute nicht nach rechts oder links, nur geradeaus, fokussiert, zu mir!

(smow)blog: Wie ist das für dich als Designer? Du entwicklest einen Stuhl, gewinnst Preise und dann kommt eine Firma wie Moormann und sagt “Super, wir möchten das produzieren, aber wir müssen Veränderungen vornehmen.” Macht dich das nervös? Hast du dabei ein ungutes Gefühl?

Harry Thaler: Überhaupt nicht. Die Zusammenarbeit mit Moormann war wunderbar. Sie haben mir Bilder geschickt und ich habe gesehen dass es im Grunde der selbe Stuhl ist. Es wurden zwar kleine Veränderungen vorgenommen aber im Prinzip war der Geist der gleiche. Und ich wurde die ganze Zeit auf dem Laufenden gehalten. Sie haben nicht einfach die Idee genommen und damit gemacht was sie wollen ohne mich zu fragen. Sie haben viel gemacht aber mich dabei immer informiert und konsultiert, sodass ich den Prozess begleiten konnte.

(smow)blog: Jetzt ist er nun auf dem Markt. Ist das Projekt damit für dich abgeschlossen und du wartest nur noch auf die Schecks? Oder denkst du noch darüber nach und verfolgst die Entwicklung?

Harry Thaler: Das schöne am Design ist, dass ich den Stuhl vielleicht in einem Café hier in London sehe oder bei jemandem zuhause, also irgendwo wo er ein eigenes Leben hat. Wenn sich die Leute am Stuhl erfreuen und ihn wirklich benutzen, dann macht mich das glücklich. Aber ich möchte das Konzept natürlich auch weiterentwickeln in andere Objekte wie einen Tisch oder einen Hocker.

Harry Thaler Pressed Chair Nils Holger Moormann

Pressed Chair von Harry Thaler für Nils Holger Moormann

Harry Thaler Pressed Chair Nils Holger Moormann

Der Moormannstand in Mailand ist ganz dem neuen Stern am Moormannhimmel gewidmet. Eine schöne Mischung aus biblischer Allegorie und Hollywood-Glanz (unserer Meinung nach).



Design-Symposium: Warum gestalten? @ HFBK Hamburg

Monday, February 27th, 2012

Bei der Summaery-Ausstellung im Juli 2011 fragten wir Professor Bernd Rudolf, Dekan der Fakultät Architektur an der Bauhaus Uni Weimar, nach der Motivation heutiger Architekturstudenten. “Es ist immer noch so”, antwortete er scherzhaft, “dass sie alle dazu beitragen wollen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das bleibt nach wie vor der Hauptgrund für ein Architekturstudium…” Und Designer? Können Designer die Welt zu einem besseren Ort machen? Wollen sie das überhaupt? Oder was ist ihre Motivation?

“Warum gestalten?” war die Frage beim Design-Symposium an der HFBK Hamburg. Der Versuch darauf eine oder gerne auch mehrere Antworten zu finden, war in diesem Fall die Motivation. Dafür luden sechs Professoren des Instituts für Design an der HFBK je einen Design-Experten ein, der seine Ansichten zum Thema Design vorstellen sollte. Das hochkarätige Line-up umfasste Andrej Kupetz, Axel Kufus, Jaime Hayon, Nienke Klunder, Christoph Schäfer, Andreas Brandolini und Peter Kubelka.

(Kleine Anmerkung der Redaktion: Da die Veranstaltung etwas – oder besser: ganz schön – überzogen wurde und wir Mühe hatte unseren Zug nach Berlin noch zu erwischen, haben wir Peter Kubelka verpasst. Seine Erkenntnisse zum Thema sind hier also leider nicht enthalten.)

Warum Gestalten HFBK Hamburg

HFBK Hamburg

Los ging es mit dem Hauptgeschäftsführer des Rates für Formgebung, Andrej Kupetz. In unseren Augen ein guter Auftakt, da er als “nicht praktizierender Designer” nicht über seine eigene Motivation sprach, sondern über Design in einem weiteren Sinne – z.B. darüber, wo Design zu Veränderungen führen kann.

“Warum gestalten?” legte Kupetz also eher im Sinne von  “Was bringt Design?” als “Aus den und den Gründen mache ich was mit Design.” aus.

Ein großer Teil seines Vortrags drehte sich dann um Materialien in verschiedenen Zusammenhängen und insbesondere darum, was er als den (alten) Traum des Designers bezeichnete: eine “Weightless World”. Das meint eine Dematerialisierung, eine Produktherstellung, die weniger Rohstoffe erfordert. Die “Weightless World” ist für Designer das Synonym für eine bessere, nachhaltigere Welt und meint auch das  Bild eines Designers, der dabei hilft globale Probleme zu lösen. Das ist definitiv eine mögliche Antwort auf die Frage nach dem “Warum?”.

Dieser Traum wird laut Andrej Kupetz jedoch unerfüllt bleiben; und das liegt im Wesentlichen an der Industrie. Die Industrie nämlich, so erklärt es Kupetz, macht das meiste Geld durch Produktdifferenzierung, sei es hinsichtlich der Oberflächen, Farben oder Materialien. Das behindere Innovation und originelles Design, die nicht zu den erwünschten Gewinne führen würden.

Diese Sicht passt sehr gut zu dem, was uns ein Bereichsleiter eines führenden Herstellers von Designermöbeln erzählt hat: Er war bei der IMM Cologne 2012 entsetzt darüber, wie wenig wirklich neue Produkte es gab und wie viele Hersteller ihre bekannten Produkte nur hinsichtlich des Stoffes oder der Farben weiterentwickelt hatten. Was wiederum die Frage aufwirft, wer eigentlich entscheidet, was hergestellt wird und was nicht. Wer entscheidet, welche Designs umgesetzt werden? Dieses Thema domininierte fast alle Vorträge.

Für Andrej Kupetz wird Design vom Marketing gesteuert. Die Rolle des Designers besteht nur darin, dem Kunden dabei zu helfen, die Kluft zwischen Gruppenzugehörigkeit und Individualität zu überbrücken. In diesem Sinne brachte Christoph Schärer das Konzept der “Royal Participation” zur Sprache, wonach Individuen weisgemacht wird, sie wirkten auf den Prozess ein. In Wahrheit aber sind sie nichts als  Schachfiguren auf einem lebensgroßen Spielfeld und halten - unschuldig wie sie sind – gerade einmal als Werkzeug zur Gewinnsteigerung her.

Jaime Hayon sprach leidenschaftlich über seine Verachtung gegenüber der Marktforschung im Produktdesign. Das Festlegen der “Wünsche der Konsumenten” trübe den Blick der Hersteller, ersticke neue Ideen schon im Keim und schaffe vor allem Unsicherheit.

Das würde bedeuten, dass die meisten Designer kaum mehr tun, als das zu entwerfen, was ihnen die Marketingabteilungen vorschreiben. Das könnte einen dazu bringen die Designer zu fragen: Warum gestalten? Könnte… Denn waren die versammelten Designer nicht einstimmig der Meinung, dass die Hauptbeschäftigung oder, wenn man so will, die Aufgabe eines Designers das Experimentieren sei? Kommerzielle Produkte sind ein durchaus wünschenswertes Ergebnis von Experimenten, aber keineswegs die Daseinsberechtigung des Experimentierens schlechthin.

Axel Kufus sprach beispielsweise vom Workshop als Labor und von Produkten als Ergebnis von Prozessen. Sein ehemaliger Kumpane Andreas Brandolini erinnerte daran, wie im Bellefast-Workshop Produkte für den Verkauf produziert wurden, allein um an Geld fürs Experimentieren zu kommen. Die Produkte selbst hatten für die Designer kaum oder gar keine Bedeutung.

Andrej Kupetz illustrierte das Prinzip der “Weightless World” anhand des Pressed Chairs von Harry Thaler für Moormanneinem kommerziellen Produkt, das das Resultat der Experimente von Fanatikern ist, deren einzige Motivation es war, zu sehen, ob es möglich ist. Das schafft wiederum eine Verbindung zu Axel Kufus’ Ansicht, dass Designer viel mehr Prozesse als Produkte schaffen.

Warum Gestalten HFBK Hamburg

Jaime Hayon, Nienke Klunder und Julia Lohmann bei "Warum Gestalten?", HFBK Hamburg

Alles in Allem kamen wir uns ein wenig so vor als wären wir in einer Art Penrose-Dreieck gefangen: Die Industrie braucht Design, um Gewinne zu erzielen. Designer können die Lösungen bringen, was sie auch tun, um ihre Experimente finanzieren zu können. Die Gesellschaft braucht Design, um Probleme bewältigen zu können. Designer können die Lösungen bringen, da sie experimentieren; eine Arbeit, für die sie zwar oft nicht direkt bezahlt werden, die sie aber als ihre Hauptaufgabe betrachten. Im Gegensatz zur Gesellschaft, die Designer als Erzeuger kommerzieller Produkte sieht; Produkte, die wiederum der Industrie Gewinne bringen.

Natürlich kam es uns während dieses Nachmittags einige Male in den Sinn, dass, wenn weniger Geld in die Herstellung übermäßig vieler neuer Stühle, Tische und Leuchten investiert werden würde, nur um einen schon jetzt übersättigten Markt zu überschwemmen, mehr Designer fürs Experimentieren bezahlt werden könnten. Das könnte nicht nur der Gesellschaft helfen, sondern auch wirklich innovative neue Stühle, Tische und Leuchten hervorbringen, die mehr bewirken könnten, als nur zusätzlichen Müll zu produzieren.

Doch dann haben wir realisiert, wie dumm das wäre. Worüber würden denn dann die ganzen Designblogs und Hochglanzmagazine schreiben? Und Designer. Warum brauchen Designer Design? Design mag für sie Experimentieren sein. Doch was ist ihre Motivation, ihr Antrieb?

Damit wären wir wieder bei Professor Rudolf und der Frage: Werden Designer ebenso wie Architekten von dem Wunsch angetrieben, die Welt zu verändern, zu verbessern? Jesko Fezer sah seinem Gast Andreas Brandolini geradewegs in die Augen und fragte: “Warum gestalten?”. “Weil es Spaß macht!”, antwortete Brandolini. “Ich bin nicht glücklich, wenn ich nichts zu tun habe!” Lauter Applaus von den versammelten Designstudenten und professionellen Designern…



Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2012: DMY Berlin ersetzt den Rat für Formgebung als Veranstalter

Monday, February 6th, 2012

Vor einigen Jahren saßen wir eines Freitagabends in der Küche der Berge von Moormann in Aschau im Chiemgau als Nils Holger Moormann freudestrahlend hereinkam.

Er kam gerade mit einem “Deutschen Designpreis” in Gold fürs Berge in der Tasche von der Designpreisverleihung zurück und schwärmte nun davon, dass der Gewinn des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zu anderen Designpreisen so ist, als würde man olympisches Gold gewinnen.

Vielleicht hat er ihn auch nicht wirklich mit den Olympischen Spielen verglichen – unsere Erinnerung daran kann auch etwas verschwommen sein -, doch es bedeutete auf jeden Fall ein großes Lob. Und er strahlte bis über beide Ohren.Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 20121969 ins Leben gerufen, ist der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland der offizielle nationale Designpreis des Landes und wurde bisher im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vom Rat für Formgebung verwaltet und organisiert. Ab 2012 soll DMY Berlin diese Aufgaben übernehmen – offenbar eine recht umstrittene Entscheidung.

Bei der ersten Pressekonferenz hat Hans-Joachim Otto, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, mehrfach betont, dass die Entscheidung DMY mit dem Wettbewerb zu betrauen, keinesfalls eine Beleidigung gegenüber dem Rat für Formgebung darstellen solle. Das tat er mit einer Bestimmtheit und unmissverständlichen “hör ganz genau zu”-Deutlichkeit, die darauf schließen ließ, dass sich jemand gewaltig vor den Kopf gestoßen gefühlt hat.

Ob sich der Rat für Formgebung tatsächlich beleidigt fühlt, kann man vielleicht am besten daran sehen, dass sie ihren eigenen Wettbewerb ins Leben gerufen haben: den German Design Award. Oder wie wir solche Entscheidungen verstehen: “Wenn wir kein Stürmer sein können, nehmen wir unseren Ball eben mit nach Hause und spielen alleine”.

Soweit wir das beurteilen können, ist es nicht gerechtfertigt, dass der Rat für Formgebung seinen eigenen Wettbewerb startet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das zu Missmut führt und eine klar definierte Einordnung der derzeitigen Designqualität in Deutschland im Rest der Welt verhindert, woran der Rat für Formgebung rein theoretisch ebenfalls interessiert sein sollte.

german design award 2012

German Design Award 2012: Nicht zu verwechseln mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2012

Und nicht nur der Rat für Formgebung scheint durch die Entscheidung verstimmt zu sein. Ein Kollege wirkte auf der Pressekonferenz sehr sehr verärgert darüber, dass der Rat für Formgebung nicht länger die Organisation innehat. Sofern wir das richtig verstanden haben, lag das wohl daran, dass er Angst hatte, der Wettbewerb könnte zu kommerziell werden und irgendwie seine bisherige Reinheit verlieren.

Ohne die Kompetenz unseres Kollegen in Sachen deutsches Design offen anzweifeln zu wollen – denn wir fürchten, das könnte damit enden, dass wir winselnd und mit eingezogenen Schwänzen in den Wald flüchten -, so sollte er vielleicht mal einen Blick auf die Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs werfen, als er noch vom Rat für Formgebung organisiert wurde und sich dann fragen, wieso der Rat für Formgebung sich dazu gezwungen fühlte, seinen eigenen Wettbewerb ins Leben zu rufen? Mal abgesehen von Neid und verletztem Stolz… Außerdem sollte er etwas kritischer beäugen, wie der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in letzter Zeit unter der Leitung des Rates für Formgebung vergeben wurde. Das hat das Wirtschaftsministerium auf jeden Fall getan…

Beim Versuch das Konzept des Rates neu auszurichten, ließ der Parlamentarische Staatssekretär auch verlauten, dass das Ministerium der Ansicht war, dass das Abhalten der Preisverleihungszeremonie während der Ambiente nicht die erforderliche Resonanz gebracht hat.

So sieht’s aus.

Nichts gegen die Frankfurter Messe, aber die Ambiente ist einfach keine Designmesse, sondern eine Messe für Wohnaccessoires und Geschenke. Am meisten mit Design zu tun, haben dort wahrscheinlich die Tapeten – mit Grafikdesign…

Der in Frankfurt ansässige Rat für Formgebung scheint oft nicht in der Lage über die Ufer des Mains hinauszudenken. Beispielsweise besteht der Stiftungsrat für das neue Deutsche Design Museum, das eigentlich für Berlin geplant ist, ausschließlich aus Frankfurtern. Das liegt vermutlich daran, dass der Rat für Formgebung keine kompetenten Leute kennt, die in Berlin wohnen.

Hätten sie von einem Designfestival in Berlin gewusst, hätten sie die Kooperation vermutlich früher begonnen und ihre Preisverleihung und -ausstellung zumindest parallel zum oder direkt beim DMY Festival veranstaltet. Das hätte auf jeden Fall ein größeres Medienecho hervorgerufen als die Teller, Handtuchhalter und Maniküreprodukte der Ambiente.

Was die Medienwirksamkeit betrifft, braucht man nur einmal den Umfang unserer Berichterstattung hier betrachten und dann googeln, wer noch darüber berichtet…

messe frankfurt messeturm

Der Messeturm auf der Frankfurt Messe beherbert seit Januar 2012 das Hauptquartier von... man kann es sich wahrscheinlich denken (Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Helmut Stettin )

Wir vermuten mal, dass die Verehrung alles Hessischen durch den Rat für Formgebung mit ein Grund dafür war, wieso der Vertrag DMY zugesprochen wurde. Wenn das tatsächlich der Fall ist, können sie sich nur selbst die Schuld in die Schuhe schieben. Wir jedenfalls begrüßen die Entscheidung, DMY Berlin mit der Organisation des Wettbewerbs betraut zu haben.

Bei der Pressekonferenz hörten wir die Bezeichnung “Generationswechsel”, die wir überaus passend finden. Viele Menschen haben Angst vor Generationswechseln, doch sie sind wichtig, wenn eine Organisation, ein Event oder eine Beziehung sich entwickeln und zukünftige Herausforderungen meistern muss.

Wenn man so oft mit jungen und alten, etablierten und weniger etablierten deutschen Designern spricht wie wir, hört man oft die Kritik, dass die bestehenden Designinstitutionen Deutschlands sich zu sehr auf die “gute Form” konzentrieren und noch immer in einer Welt agieren, in der Dieter Rams bestimmt, was deutsches Design überhaupt ist. Außerdem verbringen sie viel Zeit damit, Designern zu sagen, was sie tun sollten, anstatt ihnen dabei zu helfen, das zu fördern, was sie eigentlich tun. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die Organisation von einer Generation dominiert wird, die aus einer Zeit stammt, in der die Dinge noch so liefen. Das ist gut so. Doch heute ist das eben nicht mehr so. Und auch das ist gut so.

Mit DMY als Organisator des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland wird der Wettbewerb wahrscheinlich nicht nur moderner, sondern auch demokratischer und offener gestaltet werden – vor allem durch den All-Inclusive-Preis von 350 Euro. Durch diese relativ geringe Gebühr wird es viel mehr kleineren Firmen und Designstudios möglich sein sich zu bewerben als bei den vielen anderen Designpreisen, bei denen Designer oft tausende Euro für den Gewinn zahlen müssen.

(Eine kurze Anmerkung für alle, die das nicht wissen: Einen Designwettbewerb zu gewinnen ist sehr teuer. Es gibt beispielsweise einen Wettbewerb, bei dem die Sieger eine “Gewinngebühr” in Höhe von 2800 Euro zusätzlich zu obligatorischen Kosten für Katalogeinträge bezahlen müssen – und natürlich die Teilnahmegebühr. Das stellt natürlich für jeden, der nur über ein eingeschränktes Budget verfügt, eine große Hürde dar.)

Es ist natürlich auch möglich, dass DMY Berlin den Wettbewerb verbockt und das Ganze in einem Disaster endet. Dieses Risiko besteht immer, wenn man den Partner wechselt. Das werden wir aber erst Mitte Mai wissen, wenn Details darüber bekannt gegeben werden, wie viele Anmeldungen eingegangen sind, von wem und aus welchen Disziplinen.

Doch wenn man sich das vom DMY entwickelte Konzept mal ansieht und es sowohl mit dem, was vorher war, vergleicht als auch mit all den anderen Designpreisen in Deutschland, so sehen wir eine reale Chance den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland wiederzubeleben und dem deutschen Design sowie den deutschen Designern dabei zu helfen, sich besser auf dem Weltmarkt zu präsentieren.

Wir schlagen vor, der Rat für Formgebung lässt den Ball einfach da liegen, wo er ist, und akzeptiert seine Postion am Flügel…



Weltmöbeltag 2012

Friday, January 20th, 2012

Es war vielleicht nicht ganz richtig, als wir sagten, es gäbe bei der IMM Cologne keine Möbel von Moormann. Einen tapferen, kleinen Vertreter konnten wir nämlich finden: den Strammen Max.

Allerdings fungierte er hier einmal nicht als Vertreter seines Designers oder Herstellers, er stand vielmehr stellvertretend als globaler Botschafter einer Idee, die so genial, so unfassbar einfach und notwendig ist, dass wir mehr als nur ein wenig neidisch sind, dass wir selbst nicht darauf gekommen sind: die Idee des Weltmöbeltages.

Die Veranstalter des Weltmöbeltags versuchen mithilfe zahlreicher Events am Sonntag, den 22. Januar, Spaß und Möbel wieder zusammenzubringen und unsere Bindung zu unseren Möbeln zu stärken.

Denn obwohl sich derzeit tausende “Trendsucher” ihren Weg durch die IMM Cologne bahnen, um nach irgendwas zu suchen, das sie als den Trend im Herbst 2012 abstempeln können, geht es bei Möbeln genau genommen ja weniger um Trends und ständig neue Kollektionen. Manche Teile der Möbelindustrie wollen uns das aber glauben machen. Sie versuchen uns davon zu überzeugen, dass Möbel lediglich saisonal rotierende Modeobjekte sind, auf denen man sitzen kann. Und das nur, um ihren Profit zu erhöhen. Diese Leute sind Scharlatane.

Möbel sind eine lebenslange Verpflichtung und nichts für ein nettes Wochenende, das nur darauf wartet durch etwas Frischeres abgelöst zu werden.

Die beiden Highlights des ersten Weltmöbeltages sind der Chair Slam in Berlin und der Möbelflashmob in Köln. Bei ersterem soll der Besucher seinen eigenen Stuhl mitbringen und das Publikum davon überzeugen, wieso gerade sein Stuhl der beste ist. Beim Flashmob sollen alle ein Möbelstück mit ins Kölner Stadtzentrum bringen und damit neben dem Dom ein “Freiluft-Wohnzimmer” gestalten. Einfach genial!

Und natürlich sind alle dazu angehalten, ihr eigenes, lokales Event zu organisieren und den Weltmöbeltag so zu feiern, wie man es gerne möchte. Und wenn nicht in diesem Jahr, dann eben im nächsten.

Denn natürlich wird eine Idee wie die des Weltmöbeltages eine alljährliche Wiederholung finden und immer wieder aufs neue das ehren, was an Möbeln gut, lustig und persönlich ist. Oder um es kürzer auszudrücken: Der Weltmöbeltag 2013 ist bereits in Planung.

Mehr Details und Hintergrundinfos zum Weltmöbeltag 2012 gibt’s unter http://www.weltmoebeltag.de.

weltmöbeltag 2012

Weltmöbeltag 2012 Botschafter Strammer Max im IMM Cologne Presseraum



(smow) Blog Best of 2011: Bookinist Cup – Die Hölle von Aschau

Monday, January 9th, 2012

Obwohl als Firmenfeier angedacht, bei der Moormann seinen Partnern, Händlern, Designern usw. für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr danken wollte, war die Die Hölle von Aschau viel mehr so etwas wie ein Familienfest und die Stimmung so warm wie ofenfrischer Apfelstrudel.

Und das trotz Schneeregen und Wind!

Diese Wärme offenbarte sich dem Zuschauer besonders als sich Nils Holger Moormann höchstpersönlich auf die Piste schwang und das Fotografenaufgebot umgehend auf ein Level anstieg, das man eher von Auftritten von George Clooney oder Brad Pitt gewohnt ist.

Das war wirklich ergreifend.

In einer Woche oder so werden wir in Köln bei der IMM sein, in einer Welt also, wo harte Geschäfte auf den Bezügen von Ledersofas fragwürdiger Qualität von unangemessen selbstüberzeugten Außendienstmitarbeitern ausgehandelt werden. In diesem Jahr mit Tablets, selbstverständlich.

Der Bookinist Cup hat uns daran erinnert, dass es so aber nicht laufen muss.

Wenn wir einmal schätzen, was der Spaß wohl gekostet hat, sind wir uns ziemlich sicher, dass das Geld, das Moorman in Die Hölle von Aschau investiert hat, gut und gerne auch für einen schönen Stand auf einer Messe gereicht hätte.

Aber wir kennen Nils Holger und seine fröhliche Schar von Moormännern gut genug, um zu wissen, dass die Wahl zwischen einer Messe und einem Rennen mit einem ihrer Möbelstücke immer auf das Rennen fallen würde.

So etwas ist nur in einer Welt möglich, in der Qualität mehr als Profit zählt – auch wenn Profit unweigerlich zu den notwendigen Dingen im Geschäft gehört; in einer Welt, in der Qualität entsteht, wenn man eine Sache mit Leidenschaft verfolgt, wenn das, was man tut, mehr als bloße Arbeit ist und wenn das einen glücklich macht.

Weil uns also Die Hölle von Aschau so nachhaltig daran erinnert, dass die Designermöbelindustrie etwas ist, das von Zeit zu Zeit wahrhaft froh stimmen kann, erhält das Rennen ganz klar einen Platz auf unserer Highlights-2011-Liste.

Für alle, die nicht dabei gewesen sind, gibt es hier den offiziellen Film vom Rennen.