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A&W Designer des Jahres 2013: Ronan + Erwan Bouroullec

Thursday, January 17th, 2013

Mal wieder bot die IMM Cologne die Kulisse für die Verleihung des A&W Designer des Jahres Preises. Nach Tokujin Yoshioka 2011 und Patrica Urquiola 2012 ging die Auszeichnung 2013 an unser aller Lieblinge Ronan und Erwan Bouroullec.

Außerdem wird den Brüdern Bouroullec sozusagen als Krönung ihres Gewinns eine Ausstellung im Kölnischen Kunstverein gewidmet.

Da die Ausstellung ausschließlich einen Überblick über ihre neueren Arbeiten bietet, kann man hier nicht direkt von einer Retrospektive sprechen, aber man hat einmal Gelegenheit, die Arbeiten der beiden für die verschiedenen Hersteller, wie VitraMagis, Kvadrat oder Lignet Roset, zu vergleichen und so die Methoden und Motive ihrer Arbeiten zu erkunden.

Wir für unseren Teil haben die meiste Zeit damit verbracht, das Designkonzept der Ausstellung, das jede gerade Linie im Raum durch eine Art Vorhang bzw. Raumtrenner unterbricht, zu verfluchen. Das machte es uns nämlich unmöglich ein anständig weites Bild zu machen, das die gesamte Ausstellung in einem Schuss einfängt.

Erst im Gespräch mit Erwan Bouroullec erschloss sich uns, dass es sich bei den ärgerlichen Textilien um ihr letztes Produkt für Kvadrat handelt – das Ready Made Courtain System, ein Vorhangsystem zum selber kombinieren.

Sie waren zwar immer noch im Weg, aber immerhin wussten wir nun, warum.

Wir haben uns entschieden den Brüdern das Trauma eines weiteren Interviews mit uns zu ersparen, sie haben in den letzten Jahren schon genug gelitten, aber hier sind ein paar visuelle Eindrücke von ihrer Ausstellung.

Und solltet ihr demnächst in Köln sein, die Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar im Kölnischen Kunstverein in der Hahnenstr. 6, 50667 Köln zu sehen.

 



V&A Museum London: British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age

Monday, May 7th, 2012

Ende März hat das V&A Museum London die Ausstellung “British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age” und damit die Hauptsommerausstellung sowie den tragenden Pfeiler ihrer Huldigung aller britischen Dinge im Jahre 2012 eröffnet.

Die Geschichte des Designs in Großbritannien seit der letzten Londoner Olympiade dokumentierend, beginnt “British Design 1948-2012″ in einer Zeit, in der sich die Briten vom Trauma des Zweiten Weltkrieges erholt und begriffen haben, dass in den Trümmern des Krieges die Chance liegt, die Gesellschaft und Wirtschaft neu zu ordnen und den Grundstein für eine schöne neue Zukunft zu legen. Und geht man durch die Ausstellungsräume von “British Design 1948-2012″ kann man kaum mehr leugnen, dass es tatsächlich dieser Prozess der Erneuerung war, der die Basis für die Geschichte modernen britischen Designs bildete.

Durch soziale Umstrukturierung, Massenimmigration, Jugendarbeitslosigkeit usw. bildeten sich die ersten Subkulturen unter Jugendlichen heraus und, wie die Ausstellung deutlich macht, ist insbesondere diese vielfältige Jugendkultur es, die die Geschichte vom britischen Design seit dem Krieg maßgeblich mitbestimmt hat.

Wir sagen nicht, dass alle britischen Designepochen ihren Ursprung in der Jugendkultur haben. Wir sagen auch nicht, dass Großbritanniens besten Designer überhaupt von der Jugend auf der Insel beeinflusst worden waren. Jasper Morrison, zum Beispiel, wurde zu dem Designer, der er heute ist, weil er die Memphis Gruppenausstellung in Mailand besucht hat und Zeit in Berlin mit Andreas Brandolini, Axel Kufus und anderen Mitgliedern der “Neues deutsches Design”-Bewegung verbrachte. Was jedoch nicht abzustreiten ist, ist dass es einen Einfluss der Jugendkultur auf die Geschichte des britischen Designs gab und dass dieser sich bis zum heutigen Tag auswirkt.
Nun…, so ganz richtig ist das nicht. Irgendwo in den späten 1990ern verliert sich der Faden, aber darauf kommen wir noch….

 

V&A Museum London British Design 1948-2012 Innovation in the Modern Age london john piper the englishmans home

Ein Teil von "The Englishman's Home" von John Piper bei "British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age" @ the V&A Museum London

Nimmt man eine sehr weite Definition von “Design” und zieht so viel wie möglich aus den Unterkategorien heraus, erinnert “British Design 1948 -2012″ an die Charakteristik einer Flunder: viel breiter als tief. Was nicht heißen soll, dass diese Tatsache die Ausstellung oder das Erlebnis für die Besucher schmälern würde…

In einem Interview, das wir hoffentlich bald posten können, erzählt uns der Direktor eines führenden europäischen Designmuseums, dass die Rolle eines Museums tatsächlich die ist, die Sammlung zu nutzen, um Geschichten zu erzählen und man müsse sich nur entscheiden, welche. Das V&A hat sich entschieden, sich in die Tiefen ihrer britischen Sammlung zu stürzen, um britisches Nachkriegsdesign in seinen sozialen, kulturellen und historischen Kontext zu setzen. Eine ziemlich gelungene Geschichte, wie wir finden.

Vom Brutalismus der 1950er über die Swinging Sixties bis hin zum Punk der 70er, Rave der 80er und Cool Britannia der 90er sowie allem dazwischen zeigt die Ausstellung über 350 Exponate, die die Entwicklung des Designs im Vereinigten Königreich ausgezeichnet erklären.

Und schließlich stellt die Ausstellung die Frage der Fragen: Der Olympiade 1948 folgte das Fesitival of Britain, was den Anstoß für den britischen Nachkriegsaufschwung gab… Was werden also die Spiele von 2012 bewirken? – Es ist eben eine große Sache mit den Erwartungen auf den britischen Inseln und den Spekulationen, ob die Olympischen Spiele 2012 auch ein schönes neues Zeitalter einläuten werden. Auch wenn natürlich kaum jemand wirklich daran glaubt…

Alle in der Ausstellung gezeigten Exponate früherer Jahrzehnte wurden in Großbritannien produziert. Wir vermuten, das ist hauptächlich der Alternativlosigkeit geschuldet. Heutzutage kann im Ausland produziert werden. Und die Designs führender zeitgenössischer Designer werden das auch. Barber Osgerby arbeitet derzeit mit Vitra, Magis, ClassiCon und flos zusammen; Benjamin Hubert mit De Vorm, De La Espada und &Tradition; Doshi Levien mit Moroso, Cappellini und Richard Lampert.

Wir wollen das überhaupt nicht verurteilen. Das ist ja nichts schlechtes. Vor allem ist es aber eine Situation, die sich – wenn wir mal ehrlich sind – nicht ändern lassen wird. Nur bedeutet es eben auch, dass – egal, wie erfolgreich britische Designer sein werden – ihr Beitrag zu Großbritanniens Bruttoinlandsprodukt unerheblich sein wird.

Auffallend bei der Ausstellung ist außerdem, wie das Wesen des britischen Designs gezeichnet wird. Die Exponate können vorwiegend als ikonische, stylische und attraktive Objekte charakterisiert werden. Großbritanniens “zeitgenössische Designtradition” besitzt also anscheinend keinerlei Werke, die man als wirklich innvovativ bezeichnen könnte oder die so etwas wie eine globale Bewegung losgetreten haben.

“Aber was ist mit der Concorde?”, hören wir es da gleich aus der ersten Reihe rufen. “Die entstand  in Zusammenarbeit mit Franzosen und ist zwar ohne Frage ein Symbol für luxuriöse Flugreisen, aber was hat die Concorde zur modernen Luftfahrt beigetragen?”, antworten wir da.

Und ja, Jonathan Ive wurde für seine Leistungen im Design sogar zum Ritter geschlagen. So ein MacBook sieht ja auch wirklich sehr gut aus, aber für die Funktion eines Apple Produkts ist sein Entwurf nicht ausschlaggebend. Er sorgt (nur) dafür, dass die Geräte gut aussehen. Oder anders ausgrdrückt: Ive designt in feinster britischer Designmanier kultige, stylische Objekte.

Wie wir schon oft festgestellt haben, haben in den Jahren nach dem Krieg die ansteigenden verfügbaren Einkommen und die soziale Sicherheit einen Markt für Konsumgüter der Sorte Mary Quant oder Terence Conran geschaffen. Und die britische Jugend mit ihrer unbeugsamen Fähigkeit, die harte soziale Realität in kreative Energie umzuwandeln, lieferte dafür die musikalische Kulisse. British Design avancierte zu einem Teil des British Styles und rief in der ganzen Welt Neid hervor.

Aber wie wir bereits sagten, verlor man irgendwann Mitte der 1990er den Anschluss an die Jugendkultur. Doch während wir das normalerweise gerne Damien Hirst und seinen Kumpels von den Young British Artrists in die Schuhe schieben, müssen wir die Schuld dieses Mal leider an anderer Stelle suchen.

Das Problem ist das Internet – versteht man es als ein Medium, in dem wegen seiner rasanten Prozesse Jugendkulturen schon wieder abgeschrieben sind, bevor sie überhaupt die Möglichkeit hatten, sich zu entwickeln und Fuß zu fassen. Das steigende Tempo unserer digitalen Welt bedeutet, dass eine Massenbewegung wie die Ravekultur – die unserer Meinung nach die letzte wirklich große Jugendkultur war und die es noch vermochte Designer, wie Tom Dixon, ins Rampenlicht zu katapultieren – wahrscheinlich nie wieder möglich sein wird. Und ohne die Jugendsubkultur….

Aber zumindest in der Ausstellung hält man an den bewährten Strategien fest. Das “British Design 1948-2012″-Ausstellungsdesign wurde nämlich von Ben Kelly entworfen, der auch  Malcolm McLaren & Vivienne Westwoods Kings Road Boutique sowie das Interieur von Hacienda entwarf. Wir können uns kein besseres Beispiel für die Bedeutung von Jugendsubkulturen als führende Kräfte im British Design vorstellen.

V&A Museum London British Design 1948-2012 Innovation in the Modern Age FAC 51 Hacienda Ben Kelly

Teil vom Hacienda Interieur, entworfen von Ben Kelly. Gezeigt bei British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age. Ausstellungsdesign von .... Ben Kelly.

Wir sagen nicht, die Situation ist hoffnungslos. Britische Designer werden zweifelsfrei weiter nachgefragt werden, aber ihre Karrieren werden zunehmend von ausländischen Herstellern abhängig sein und die Entscheidungen über die Aufträge dieser Hersteller wiederum werden von globalen Marketing- und Verkaufsstrategien abhängen – anders als etwa die Graswurzelbewegung, die das Ansehen des British Designs einst begründet hat. So wie das “British” wird demzufolge auch das “British Design” immer schwieriger zu definieren sein. Aber das ist eine Frage des Nationalstolzes – und nicht einer Designtheorie.

Schließlich kann “British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age” entweder als Dokumentation der vergangenen 60 Jahre britischer Designgeschichte kombiniert mit einem Versuch, British Design in einem globalen Kontext zu verorten, gesehen werden – wie es sich die Kuratoren gewünscht haben – oder man betrachtet die Ausstellung als erste große Retrospektive des goldenen Zeitalters im British Design.

So oder so ist es eine wichtige Ausstellung und definitiv sehenswert.

“British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age” ist bis zum 12. August 2012 im V&A Museum London zu sehen.

V&A Museum London British Design 1948-2012 Innovation in the Modern Age concorde

Bereit, um dem Sonnenuntergang entgegen zu fliegen? Ein maßstabsgetreues Modell der Concorde bei British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age

 



Furniture for the Senses – Finn Juhl 100

Thursday, February 23rd, 2012
Furniture for the Senses Finn Juhl 100 Portrait

Finn Juhl

Aufmerksame Leser wissen längst von der Ausstellung Album in der Vitra Design Museum Gallery über die Rolle von Zeichnungen und Skizzen in den Arbeiten der Brüder Bouroullec. Wer es nun aber in den nächsten Monaten nicht einrichten werden kann nach Weil am Rhein zu fahren, sich aber im Laufe des Jahres einmal in Kopenhagen aufhalten wird, hat die Möglichkeit eine thematisch ganz ähnliche Ausstellung zu besuchen. Im Designmuseum Danmark wird anhand der Arbeiten von Finn Juhl die Rolle von Kunst im Designprozess beleuchtet.

Finn Juhl ist – wenn auch weniger bekannt als manch anderer Däne – einer der bedeutendsten dänischen Möbelarchitekten des mittleren 20. Jahrhunderts und hätte 2012 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Mit einer eigens für diesen Anlass kuratierten Ausstellung ehrt das Designmuseum Danmark seine Person sowie sein Werk.

Neben Möbeln, die die Besucher ausdrücklich anfassen und erforschen sollen (auf denen man also auch sitzen darf!), zeigt das Museum eine Sammlung restaurierter Aquarelle Juhns.

Obwohl er wie eigentlich alle großen Möbeldesigner des mittleren 20. Jahrhunderts eine Architektenausbildung als Hintergrund hat, hatte Juhn als junger Mann viel mehr eine akademische Karriere als Kunsthistoriker im Sinn. Seine Ambitionen in Richtung Kunst drücken sich deutlich in Form einer künstlerisch anmutenden Basis in seinen Aquarellen und Skizzen aus, die letztlich sein Verständnis für Design, Form und Ästhetik definiert. Was uns wieder zu Ronan & Erwan Bouroullec bringt…

Auch auf die Gefahr hin, Designkritiker in ganz Europa gegen uns aufzubringen, sind wir der Meinung, dass in Finn Juhls natürlicher, organisch fließender Formensprache und der nahtlosen Verknüpfung von Beständigkeit und  Kunstfertigkeit klare Parallelen – wenn auch nur partiell – zum Bourroullec’schen Werk zu erkennen sind. Wir denken hier insbesondere an Arbeiten wie den Slow Chair für Vitra, Steelwood für Magis oder Facett für Ligne Roset.

Wir haben die Ausstellung in Kopenhagen leider nicht besuchen können und können daher auch nicht viel darüber sagen. Doch wir sind große Fans von Finn Juhls Arbeit und sind daher generell der Ansicht, dass jede Ausstellung, die ihm gewidmet ist, einen Besuch wert ist.

Die Ausstellung Furniture for the Senses – Finn Juhl 100 läuft noch bis zum 31. Dezember 2012 im Designmuseum Danmark.

Zusätzlich zur Ausstellung veranstaltet das Museum verschiedene andere Events zur Feier des Jahrestages; viele davon in Zusammenarbeit mit dem Museum Ordrupgaard, an dessen Grundstück das einstige Wohnhaus von Finn Juhl angrenzt.

Mehr Infos gibt’s unter: http://designmuseum.dk

 

Furniture for the Senses Finn Juhl 100 Model 45

Furniture for the Senses - Finn Juhl 100. Ein Aquarell des Model 45 Armchairs (Foto: Pernille Klemp)

Furniture for the Senses Finn Juhl 100 Watercolour

Furniture for the Senses - Finn Juhl 100. Ein Aquarell von Finn Juhls Möbeln in einem Innendesignprojekt (Foto: Pernille Klemp)

 



Dark Lime Vitra Panton Chair Cocktail Wettbewerb: Jay Osgerby’s Caipirissima

Wednesday, July 27th, 2011

Das in London beheimatete Designstudio Barber Osgerby steht als ein Zeugnis dafür, dass sich qualitativ hochwertige Arbeiten mit oder ohne den Medienstatus “Star Designer” durchsetzen.

Im Gegegensatz zu vielen ihrer Zeitgenossen, die bei internationalen Hochglanzmagazinen auf einen Sockel gestellt wurden, hielten sich Erdward Barber und Jay Osgerby zum großen Teil im Hintergrund und stellten still und beständig Produkte, für internationale Hersteller als auch für private Kunden, her.

Das ändert sich langsam, denn Barber Osgerby bekommen nun die öffentliche Aufmerksamkeit, die sie zweifelsohne verdienen.

Eine erste breitere Öffentlichkeit erreichte das Paar 2005 mit ihrem preisgekrönten De La Warr Stuhl, hergestellt durch Established & Sons. Durch ihren steilen Karrierekurs aber bauten Barber Osgerby solide Beziehungen auf und entwarfen sehr eigenständige Kollektionen für Unternehmen wie Capellini, Magis oder ClassiCon.

2010 vollendeten Barber Osgerby ihr erstes Projekt für Vitra – den Map Table und den Tip Ton Stuhl.

Die Präsentation des Map Tables und des Tip Ton Stuhls in Mailand kamen kurz nach der Bekanntgabe, dass Barber Osgerby den bislang wohl prestige reichsten Vertrag ihrer Laufbahn abgeschlossen haben: den Auftrag die olympische Fackel für die Olympischen Spiele in London für 2012 zu entwerfen.

Juli 2012 wird die Fackel von Edward Barber und Jay Osgerby das olympische Feuer tragen – hier und jetzt im Juli 2011 könnt ihr euch euer eigenes Feuer mit Jay Osgerby´s Caipirissima machen.

Und wenn ihr eure eigenen Lieblingscocktail-Rezepte bekanntgebt, könnt ihr den in limitierter Auflage erschienenen Panton Chair von Vitra gewinnen.

Alle Details wie ihr an dem Sommer Wettbewerb teilnehmen könnt, findet ihr hier.

Viel Glück!

Jay Osgerby’s Caipirissima

2 Einheiten Weißer Rum

1 Einheit Zuckersirup

1 Limette

0.25 Einheiten Limettensaft.

Als erstes die Limette achteln.

Anschließend die Limettenstückchen im Zucker welzen, um den Limettensaft und die Limettenöle zu extrahieren.

Als letztes den Rum mit dem Limettensaft in ein Glas geben, zerkleinertes Eis hinzufügen und das ganze vermengen.

The London 2012 Olympic Torch by Barber Osgerby

Die olympische Fackel der Olympischen Spiele 2012 in London von Barber Osgerby

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber Osgerby für Vitra



(smow)intern: Designmöbelkatalog 2011

Wednesday, July 6th, 2011

Technikverweigerer! Das wird (smow) ja normalerweise nicht nachgesagt. Soweit uns bekannt ist, hat noch kein (smow)Mitarbeiter einen iPad zertrümmert oder einen W-LAN Zugang gekappt um gegen die schleichende und zwanghafte Ausbreitung von Technologien in alle Lebensbereiche zu protestieren. Aber: In den ersten Wochen des Sommers waren alle im (smow)Hauptquartier mit der Vorbereitung und Herstellung des allerersten (smow)Katalogs beschäftigt. Ein realer gedruckter Katalog! Auf Papier! Mit Tinte!

Technikverweigerer? Au contraire, nos amis! Die Herstellung eines solchen analogen Katalogs ist technisch eine größere Herausforderung als dieses idiotensichere HTML zu programmieren. Und trotzdem ist es uns am Ende gelungen ein tolles Heft fertigzustellen. Gut gemacht, Katalogteam!

Neben einer Auswahl von (smow)Produkten enthält der Designmöbelkatalog 2011 auch biografische Informationen zu wichtigen Designern und natürlich wunderbare extra für den Katalog in Auftrag gegebene Fotos von Produkten von USM Haller, Vitra, Moormann, Richard Lampert et al.

So ein gedruckter Katalog ist im Prinzip nichts anderes als damals die Mechanisierung in den Textilfabriken, die den unterdrückten Massen erstmals den goldenen Geschmack von Freizeit kosten ließ. Mit dem Katalog bekommen wir ein Stück Technikfreiheit zurück. Computer ausschalten, Katalog in Ruhe durchblättern, Computer wieder anmachen, bestellen.

Ein Exemplar des Kataloges kann man über das Kontaktformular auf smow.de oder unter service@smow.de anfordern.

Auf facebook.com/smowcom haben wir außerdem die Fotogalerie zum Katlaogentstehungsprozess veröffentlicht.

smow Designer Furniture Catalogue 2011

(smow) Designmöbelkatalog 2011



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: USA- Frankreich 1:0

Sunday, July 18th, 2010

Als krönenden Abschluss der Gruppenphase der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 gab es die mit Spannung erwartete Begegnung von Charles und Ray Eames gegen Ronan und Erwan Bouroullec.

Für die Bouroullecs war noch alles möglich. Entsprechend hoch motiviert gingen sie mit einem gewagten Vitra Slow Chair ins Spiel und legten nur kurz darauf ein perfekt ausgeführtes Alcove Sofa nach.

Beide Versuche scheiterten jedoch an der felsenfesten Eames Abwehr.

Immerhin hinderten sie Charles & Ray Eames daran, überhaupt einen guten Vorstoß in der ersten Halbzeit zu wagen.

Auch in der zweiten Spielhälfte rissen Ronan und Erwan Bouroullec das Spielgeschehen an sich. Eine Kombination aus Steelwood Chair und Regal für Magis stellte Charles & Ray Eames auf eine harte Probe.

Aber dann kamen wie aus der Pistole geschossen DSR, DAR und RAR zum Einsatz und lenkten die Vorstöße der Bouroullecs ab. Alles sah nach einem Unentschieden aus, bis Charles und Ray Eames in den Schlussminuten mit der sinnlichen La Chaise den Siegtreffer erzielten und sich für das Halbfinale qualifizierten.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: England-Israel 1:1

Thursday, July 1st, 2010

Entgegen aller Gerüchte im Vorfeld des Spiels, stellte England doch Jasper Morrison und nicht Tom Dixon gegen Ron Arad auf.

Viele wären sicher gern Zeuge eines Duells der beiden Meister des “wahren” Industriedesigns geworden, aber die Begegnung Morrison/Arad versprach genauso spannend zu werden.

Unbeeindruckt von Ron Arads Bookworm konzentrierte sich Jasper Morrison auf seine Stühle und ging mit seinem Basel Chair für Vitra in Führung: ein einfacher Zug, der das gewünschte Resultat brachte.

Ron Arad antwortete mit einem Vitra Tom Vac, aber die Aktion kam etwas zu spät. Mit einem schnellen Trattoria Chair für Magis und dem Monopod Chair für Vitra konnte Jasper Morrison den Sack erneut zumachen.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C



(smow) Interview:”We have to do less, and better” Ronan Bouroullec auf der Mailänder Möbelmesse 2010

Friday, June 25th, 2010

Ronan und Erwan Bouroullec sind zweifelsohne zwei der hellsten Sterne am internationalen Designermöbel-Himmel.  Und zwei der präsentesten obendrein.

Dies könnte sich allerdings langsam ändern.

Ronan Bouroullec in the VitaHaus, Weil am Rhein

Ronan Bouroullec im VitaHaus, Weil am Rhein

Nach ihrem Durchbruch mit Cuisine désintégrée, einem Küchenkonzept von Ronan Bouroullec das 1998 vom italienischen Hersteller Capellini aufgegriffen wurde, haben Ronan und Erwan Bouroullec Projekte mit Firmen wie Authentics, Ligne Roset oder Habitat entwickelt – und nebenbei über 20 weitere Produkte für Capellini entwickelt. 2002 kam das Bürosystem Joyn auf den Markt: Ronan und Erwan Bouroullecs erstes Projekt mit Vitra und der Beginn einer ihrer kommerziell erfolgreichsten Kooperationen. Mit Vitra haben Ronan und Erwan Bouroullec Produkte wie den Raumteiler Algue, die Alcove Sofa Strecke und den Vegetal entworfen.

Ronan und Erwan Bouroullecs Zusammenarbeit mit Magis begann 2003 mit La Valise. Seitdem haben die Brüder den Striped Chair und die Steelwood Reihe entwickelt. Ihre neuesten Produkte für Magis – die Tische Baguette und Central – wurden auf der Saloni Milano 2010 vorgestellt.

Algue by Ronan and Erwan Bouroullec for Vitra

Algue von Ronan und Erwan Bouroullec im Vitra HQ

Neben Möbeln per se haben Ronan und Erwan Bouroullec auch zahllose Porzellanartikel und Textilien kreiert sowie  Inneneinrichtungs- und Architekturprojekte realisiert. Viele der früheren Produkte tragen den Namen von nur einem Bruder, in den letzten zehn Jahren hingegen wurden alle Produkte Ronan und Erwan Bouroullec zugeschrieben.

In einem kleinen Interview auf der Mailänder Möbelmesse 2010 sprach (smow) mit Ronan Bouroullec über die Zusammenarbeit mit Magis, die Rolle des Internets in der Designermöbel-Branche und die besten und schlimmsten Aspekte der Mailänder Möbelwoche.

“We have to do less, and better” – Ronan Bouroullec, Saloni Milano 2010

Im Verlauf des Gesprächs reflektiert Ronan Bouroullec selbstkritisch über die bisherige Arbeit der Brüder. Er deutet an, dass sie sich in Zukunft auf weniger aber zeitintensivere und qualititativ hochwertige Projekte konzentrieren wollen und stellt außerdem in Frage, ob es Sinn macht, so viel Energie, Geld und Intelligenz in solch große Möbelschauen zu investieren.

Und was für eine organische Farm Magis ist.

Ehrlich!

Details zu Ronan und Erwan Bouroullecs Arbeit gibt es unter bouroullec.com.



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Deutschland-Kanada 3:1

Monday, June 14th, 2010

Die (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft wartet immer mit einigen besonders interessanten Spielen auf. Konstantin Grcic gegen Frank Gehry versprach von vornherein ein sehr unterhaltsames Match zu werden: Erfahrung gegen Jugend, minimalistische Geradlinigkeit gegen radikale Unkonventionalität.

In der ersten Hälfte war Konstantin Grcic offensichtlich nicht in der Lage, auf die non-linearen Formen seines Gegners einzugehen. Frank Gehry erzielte schnell die 1:0 Führung dank seiner hervorragend ausgeführten legendären “Easy Edges” Kombinationen. Konstantin Grcic gab jedoch nicht auf und konnte kurz vor der Pause mit dem Retter in der Not – der Mayday Lampe für Flos – den Anschlusstreffer zum 1:1 erzielen. In der zweiten Halbzeit gelang es Konstantin Grcic immer besser, die zunehmend vorhersehbaren Ansätze von Frank Gehry zu interpretieren.

Grcics wachsendes Selbstbewusstsein zahlte sich schließlich mit dem Chair One für Magis und Myto für Plank aus.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B



(smow) in Mailand 2010: Ronan Bouroullec über Magis

Friday, April 16th, 2010

Als Möbeldesigner geht es einem nicht anders als Musikern oder Schriftstellern. Man baut sich einen Ruf auf und hofft dann, jemanden zu finden der die eigenen Arbeiten veröffentlicht/produziert.

Während aber Schriftsteller und Musiker in der Regel über längere Zeiträume exklusiv mit einem Verlag/Label zusammen arbeiten, entwickeln Möbeldesigner Produkte für mehrere Hersteller gleichzeitig.

Zumindest machen das die führenden Designer.

In Mailand haben wir Ronan Bouroullec getroffen. Hier beschreibt er kurz, warum er gerne mit dem italienischen Möbelhersteller Magis zusammen arbeitet. Das ganze Interview und mehr Informationen zu den neuen Produkten von Ronan und Erwan Bouroullec gibt es, wenn wir wieder sicher zurück in Deutschland sind.

Ronan Bouroullec über Magis @ Saloni Milano 2010 von smow blog auf Vimeo.