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Happy Birthday Eero Saarinen!

Thursday, August 19th, 2010
Eero Saarinen

Eero Saarinen, 1910 - 1961

Am 20. August jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag des finnischen Architekten und Designers Eero Saarinen.

Eero Saarinen hatte wahrscheinlich keine große Alternative bei der Auswahl seines Berufes. Sein Vater Eliel Saarinen war ein gefeierter Architekt in Finnland, zwei Onkel waren ebenfalls Architekten, und seine Mutter Loja Gesellius Saarinen war Bildhauerin und Textildesignerin.

Eero Saarinen verbrachte die ersten 13 Jahre seines Lebens in seinem Geburtsort Kirkkonummi, außerhalb von Helsinki. 1923 emigrierte die Familie nach positivem Feedback auf Eliel Saarinens eingereichten Beitrag für die Chicago Tribune Tower Competitionin in die USA. Ursprünglich ging es nach Evanston, Illinois, aber 1925 wurde Eliel Saarinen von G.G. Booth mit dem Bau der neuen Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills, Michigan beauftragt.

The Cranbrook Academy Campus, designed by Eliel Saarinen

Der Campus der Cranbrook Academy, entworfen von Eliel Saarinen

Ein Auftrag der später noch großen Einfluss auf Eero Saarinens Karriere nehmen sollte.

1930 reiste Eero nach Paris, wo er ein Jahr Bildhauerei an der Académie de la Grande Chaumière studierte, bevor er sich an der Yale School of Architecture einschrieb. 1935 machte er dort seinen Abschluss und reiste anschließend ein Jahr lang durch Europa und Nordafrika. Nach seiner Rückkehr nach Amerika arbeitete Eero Saarinen im Büro seines Vaters in Cranbrook. Dort lernte er auch Charles Eames kennen. Die jungen Eames studierten beide am College und waren in Eliel Saarinens Büro angestellt.

Dieses Treffen sollte der Beginn einer lebenslangen beruflichen und persönlichen Beziehung werden; Saarinen nannte seinen ersten Sohn in zweiter Ehe sogar “Eames”.

Charles Eames and Eero Saarinen at Cranbrook Academy (photo © Cranbrook Archives)

Charles Eames und Eero Saarinen in der Cranbrook Academy (photo © Cranbrook Archives)

Die beruflichen Entwicklungen von Charles Eames und Eero Saarinen waren eng miteinander verknüpft und beide begannen tatsächlich mit gemeinsamen Projekten: dem Wettbewerb “Organic Design in Home Furnishings” im Jahre 1940 und dem “Case Study House #9″ für das Arts & Architecture Magazine von 1945 bis 1949.

Als Antwort auf die zunehmende Gelangweiltheit der Amerikaner von den minimalistischen Stahl-/Leder-/Glasobjekten der Bauhaus-Schule, organisierte das Museum of Modern Art in New York 1940 den Wettbewerb “Organic Design in Home Furnishings” um die besten neuen Möbeldesignkonzepte in den USA zu finden. Laut Wettbewerbsregeln sollten die Designs funktionell und bezahlbar sein und auf neuen, modernen Produktionsprozessen beruhen.

Eames und Saarinen reichten acht Entwürfe ein die hauptsächlich auf ihren früheren Experimenten mit geformten synthetischen Möbeln basierten - u.a. den Conversation Chair, heute bekannter unter dem Namen Organic Chair.

Die Jury, der Lichtgestalten wie Marcel Breuer und Alvar Aalto angehörten, vergab den ersten Platz an Charles Eames und Eero Saarinen.

The Organic Chair by Charles Eames and Eero Saarinen through Vitra

Der Organic Chair von Charles Eames und Eero Saarinen (Vitra)

Obwohl der Preis dem Paar viel Anerkenung einbrachte, war die Massenproduktion der Eames-Saarinen Designs in den frühen 1940er Jahren noch unmöglich. Die Technologie war einfach noch nicht weit genug um die Stühle zu produzieren bzw. die Maschinen, die die Stühle produzieren könnten. Der Ansatz, der hier zum Tragen kam, sollte jedoch in der Arbeit beider Designer später eine wichtige Rolle spielen. Charles Eames nutzte ihn für seine Fiberglas/Plastic Chair Serie, während Saarinen ihn in seinen Arbeiten für Knoll International anwendete: z.B. den Womb Chair und den Tulip Chair - seine beiden wohl wichtigsten Designs.

Auch ihre Laufbahn als Architekten begannen Eames und Saarinen mit einem gemeinsamen Projekt. Der Herausgeber der amerikanischen Zeitschrift Arts & Architecture, John Entenza, rief im Januar 1945 in einem Leitartikel dazu auf, mehr Massenproduktionstechnologie im Hausbau anzuwenden. In den darauf folgenden Jahren wurde eine Reihe namhafter Architekten beauftragt, ihre Visonen des industriell massengefertigten Hauses der Zukunft zu entwerfen und zu bauen.

1949 wurde das “Case Study House #9″ von Charles Eames und Eero Saarinen fertiggestellt. Es zeigt die typisch quadratischen Formen der frühen Arbeiten von Eames und Saarinen. Die Ausstattung und Einrichtung illustriert den Glauben der beiden an die Einheit von Architektur und Design und die Beziehung zwischen einem Haus, seinem Inhalt und seinem Nutzer/Bewohner.

Neben dem “Case Study House #9″ befindet sich “Case Study House #8″ - das sogenannte “Eames House”, welches offiziell Charles und Ray Eames zugeschrieben wird. Aber auch hier ist der Einfluss von Eero Saarinen unverkennbar.

Die Teilnahme an einem solch prestigeträchtigen Projekt brachte den beiden - noch relativ jungen - Architekten Saarinen und Eames ein größeres Publikum für ihre Arbeiten und letztendlich auch das Ansehen.

1946 führte eine weitere “Cranbrook Connection” von Eero Saarinen zu seiner Zusammenarbeit mit Knoll International.

Tulip Chair by Eero Saarinen for Knoll International

Der Tulpenstuhl (Tulip Chair) von Eero Saarinen für Knoll International

In Cranbrook hatte Saarinen Florence Schust kennengelernt. 1944 heiratete Florence den jungen deutschen Möbelhersteller Hans G. Knoll und wurde die Innendesignerin bei Knoll International. Sie war es, die Saarinen ansprach, sein Form-Stuhl-Konzept für die Firma zu entwickeln.

Alles in allem entwickelte Saarinen über ein Dutzend Produkte für Knoll International. Viele von ihnen wurden seit ihrer Markteinführung kontinuierlich produziert.

Trotz der Bedeutung seiner Arbeiten war Möbeldesign für Eero Saarinen immer ein Seitenprojekt neben seiner Karriere als Architekt. Als “Hauptbeschäftigung” entwarf er unter anderem das Jefferson National Expansion Memorial in St Louis, den TWA Terminal auf dem JFK Flughafen New York und den Dulles International Airport, Washington. Dennoch sah Saarinen die Arbeit als Designer nie  als wertloser an, im Gegenteil: Ihn faszinierte die Idee, dass jeder Teil einer Arbeit die anderen Teile widerspiegeln und ergänzen könne und dass das Äußere und das Innere als ein Ganzes vereint sein könnten. In diesem Sinne können Saarinens Möbelentwürfe als direkte Ergänzung seiner Architektur gesehen werden - und seine Architektur ebenso als Ergänzung seiner Möbeldesigns.

Am 1. September 1961 starb Eero Saarinen an den Folgen einer Hirntumor-Operation.

Obwohl er in jungen Jahren gestorben ist, hat Eero Saarinen im Laufe seiner 25jährigen Karriere die moderne Architektur und modernes Möbeldesign geprägt. Seine Arbeiten haben dazu beigetragen die Architekturtheorie neu zu definieren und die Zukunft auszumalen. Seine Entwürfe legten die Grundlage für die moderne Designmöbelindustrie.

Designe immer in Anbetracht des nächstgrößeren Kontexts -  ein Stuhl in einem Raum, ein Raum in einem Haus, ein Haus in einer Umgebung, eine Umgebung in einer Stadt.

Eero Saarinen, 1910 - 1961

(smow)offline: “gute aussichten - junge deutsche fotografie” Georg Brückmann

Monday, August 2nd, 2010
Eames Lounge Chair by George Bruckmann. A delightful combination of paiting, photography and mind games.

Eames Lounge Chair von Georg Brückmann. Eine wunderbare Kombination aus Malerei, Fotografie und Gedankenspielchen.

Illegale Kopien von Designklassikern sind ein Thema, das uns nicht nur hier im (smow)Blog sondern generell im globalen (smow)Netzwerk immer wieder beschäftigt.

Oder besser gesagt, wann ist ein Designklassiker ein Designklassiker?

Beim HGB Rundgang in Leipzig im Februar wurden wir mit einer unerwarteteten und ungewöhnlichen Interpretation dieser Frage in Form des “Eames Lounge Chair” von Georg Brückmann konfrontiert.

Wir waren begeistert.

Und nicht nur wir waren beeindruckt von Brückmanns Arbeit. Im Oktober 2009 wurde seine Serie “in situ” für eine der wichtigsten und angesehensten deutschen Fotografie-Ausstellungen: “gute aussichten - junge deutsche fotografie” 2009/2010 ausgewählt.

Nach 10 Monaten und 6 Stationen in 3 Ländern, öffnet die letzte “gute aussichten” Ausstellung der 2009/2010 Tour am Donnerstag, dem 29. Juli im Art Foyer DZ Bank in Frankfurt am Main.

Bis zum 11. September können Besucher die Arbeiten von Georg Brückmann und den sieben anderen Künstlern, die aus 91 Bewerbungen von 33 deutschen Hochschulen ausgewählt wurden, anschauen.

Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung haben wir Georg Brückmann in seinem Atelier in Leipzig-Lindenau getroffen. Und sind auch gleich zu Beginn in einen dicken Fettnapf getreten.

Wie alle Formen von “Design” bauen auch die bildenden Künste auf Innovation und neuen Ideen wenn sie überleben wollen.

Wir dachten, Brückmann malt auf Fotos.

Tut er nicht.

Still life with beer by George Brückmann. The objects are real, have been painted and then photographed

Stillleben mit Bier von Georg Brückmann. Die Objekte sind real, wurden angemalt und dann fotografiert.

Ursprünglich bemalte er die Objekte, überzog sie mit der gleichen Farbe und fotografierte sie anschließend. So hat er wunderbare, undurchsichtige, voluminöse Szenen irgendwo zwischen Realität, Malerei und Fotografie geschaffen.

Dann ging er dazu über, Objekte anzumalen, die im Bewusstsein des Betrachters dann in andere Objekte weitergesponnen werden, bevor er sich mit dem Thema Designklassiker bzw. der Beziehung zwischen Designklassikern und Nicht-Designklassikern auseinandersetzte.

Wir wollen den Reiz der Arbeiten nicht zerstören, indem wir den Entstehungsprozess verraten. Aber Georg Brückmann malt Designmöbelklassiker so, dass durch die Komposition des endgültigen Fotos “normale” Objekte in Kultmöbel verwandelt erscheinen.

Die Bilder der Stühle an sich sind nicht sonderlich akkurat, die Proportionen und Formen weichen oft von den Originalen ab. Aber das spielt keine Rolle. Man erkennt sie dennoch, findet sie attraktiv, gibt ihnen einen Wert - einen Wert, der auch die rauen und rudimentären Kulissen scheinbar veredelt.

Brückmanns Arbeit befasst sich mit der “imaginären Erweiterung” von einem Objekt in ein anderes. Das erreichen die Werke durch das Zusammenspiel von Perspektive, Kontext, Kunst und der Wahrnehmung des Betrachters. Sei es ein Pappkarton der zu einem Liegestuhl wird oder eine schlichte Gartenliege die Le Corbusiers LC 4 Chaiselongue wird.

Charles und Ray Eames’ Lounge Chair, der F 51 von Walter Gropius und Mies van der Rohes Barcelona Chair sind nur drei der Designklassiker, die Brückmann reinterpretiert hat… Oder besser gesagt, die er erweitert oder aufgewertet hat von weniger wertvollen Alltagsgegenständen zu Designklassikern die wir alle kennen.

In Brückmanns Worten: “Hier wird der Gegenstand zu dem, was er hätte werden können, was er sein könnte, sein wollte oder gar sollte.”

Unser Interview mit Georg Brückmann über seine Arbeit, gute ausichten und seine Zukunft gibt es auf den (smow)Kulturseiten.

Die Ausstellung “gute aussichten - junge deutsche fotografie 2009/2010” ist bis zum 11. September im Art Foyer DZ Bank in Frankfurt am Main zu sehen.

Le Corbusier LC 4 by George Brückmann

Le Corbusier LC 4 von Georg Brückmann

2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Finnland-Frankreich 2:0

Tuesday, July 6th, 2010

Nach dem anstrengenden Spiel gegen Alexander Girard, entschied sich Frankreich, Ronan und Erwan Bouroullec für das Match gegen Eero Saarinen zu schonen und stattdessen das “enfant terrible” des zeitgenössischen französischen Designs, Philippe Starck, gegen Finnland einzusetzen.

Das erwies sich im Nachhinein als keine gute Entscheidung. Starck konnte nicht mit dem alten finnischen Meister mithalten und startete nur relativ vorhersehbare und undurchdachte Angriffe.

Eero Saarinen nutzte die Lücken geschickt aus und traf mit seinem Tulip Chair und einem Säulenfuß-Tisch zum wohlverdienten 2:0 Sieg.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D

Philippe Starck failed to get teh better of Saarinens Tulip Chair through Knoll International

Philippe Starck gegen Saarinen's Tulip Chai

(smow)offline: Herbert Hirche, Strahlend Grau

Tuesday, May 25th, 2010
Strahlend Grau Herbert Hirche Exhibition, Museum der Dinge Berlin

Strahlend Grau Herbert Hirche Ausstellung, Museum der Dinge Berlin

Weil sich unser Artikel über den neuen London Bus aufgrund einer gebrochenen Wasserleitung verspätet, haben wir uns entschieden, stattdessen den Eindruck eines typischen Nutzers der London Busse wieder zu geben.

“Typisch. Man wartet stundenlang, und dann kommen zwei auf einmal. Schuld an alledem ist Ken Livingstone!”

Noch vor der Eröffnung der Retrospektive von Dieter Rams mit dem Titel “Less and More: Das design ethos von Dieter Rams“, besuchten wir die Eröffnung einer zweiten Ausstellung, die sich dem Leben und dem Werk eines früheren Designers aus dem Hause Braun widmet.

Die Ausstellung “Strahlend Grau” über Herbert Hirche im Werkbundarchiv Berlin ist eine wunderbar kompakte Übersicht über einen Designer, der neben seiner relativen Unbekanntheit doch ebenso wichtig wie Dieter Rams, Egon Eiermann oder Ludwig Mies van der Rohe ist - um nur drei der großen Altmeister des Deutschen Designs zu nennen, mit denen Herbert Hirche zusammen arbeitete.

Und es ist ein passender Anlass um Herbert Hirches 100. Geburtstag zu feiern.

Geboren in Görlitz am 20. Mai 1910, studierte Herbert Hirche an der Bauhaus Universität in Dessau und Berlin. Nach der Schließung der Institution im Jahre 1933 schloss er sich dem Team seines früheren Professors Ludwig Mies van der Rohe an und blieb dort bis Mies van der Rohe 1938 in die USA floh. Nach einem Jahr als Freelancer arbeitete er schließlich in Egon Eiermanns Büro bis Eiermann Berlin 1945 wegen der nahenden Roten Armee verließ.

Strahlend Grau: Herbert Hirche on the roof of Bauhaus Dessau, 1932

Strahlend Grau: Herbert Hirche auf dem Dach des Bauhaus Dessau, 1932

Einen Arbeitgeber an ein totalitäres Regime zu verlieren ist Unglück - zwei zu verlieren erscheint wie ein Fluch.

In den Nachkriegsjahren war Herbert Hirche stark am Wiederaufbau Berlins beteiligt. Daneben lehrte er erst an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und anschließend an der staatlichen Akademie für bildende Künste in Stuttgart, wo er auch als Rektor von 1969 bis 1971 tätig war.

Kuratiert von Nicola von Albrecht, präsentiert “Strahlend Grau” eine chronologische Reise durch Herbert Hirches Leben, wunderbar illustriert mit Original Briefen, Dokumenten und Fotografien. Eines der Highlights war für uns ein Brief von Egon Eiermann, der bescheinigte, dass Hirche in seinem Büro anheuern dürfe - kleine Dinge, die das sonst so abstrakte Bild über das Leben eines anderen zum … Leben erwecken.

Strahlend Grau Herbert Hirche's contribution for the exhibition Interbau Berlin, 1957

Strahlend Grau Herbert Hirches Beitrag für die Ausstellung Interbau Berlin, 1957

Und “Strahlend Grau” ist voll mit solchen Momenten.

Überhaupt nicht voll ist die Ausstellung an Möbeln.

Das liegt vor allem daran, dass viele von Herbert Hirches Arbeiten nie den Prototyp-Status überschritten haben und weil sein Erbe meist nur in Papierform vorliegt.

Trotz alledem beinhaltet die Ausstellung vier Werke von Herbert Hirche aus der aktuellen Richard Lampert Kollektion: den Hirche Barwagen, 1953 Lounge Chair, H57 Armchair und den Rattansessel “Santa Lucia”.

Soweit wir wissen, sind dies die einzigen Stücke von Hirche, die derzeit produziert werden. Und dass, obwohl Herbert Hirche für Hersteller wie Knoll, Wilkhahn oder Wilde + Spieth gearbeitet hat.

Richard Lampert war selbst auch vor Ort und erzählte uns, wie er auf Herbert Hirche aufmerksam wurde - glücklicherweise nicht durch lange Recherchen in staubigen Archiven auf der Suche nach kommerziellen Möglichkeiten von vergessenen Designs.

Nein, Richard Lamperts Einführung in die Arbeiten von Herbert Hirche fand während eines langen Abends in einer geselligen und gar nicht staubigen Umgebung in Stuttgarts legendärem Restaurant “Santa Lucia” statt.  Ein Restaurant, für das Hirche nicht nur einmal, sondern zwei mal das Interior Design konzipierte und für welches er den Rattan Stuhl entwarf.

Anfangs skeptisch, war Richard Lampert doch so beeindruckt von dem Stuhl, dass er am folgenden Tag noch einmal zum Restaurant zurückkehrte um nachzufragen, wo der Stuhl herkäme.

Rattan chair Santa Lucia by Herbert Hirche

Rattan Chair Santa Lucia von Herbert Hirche für Richard Lampert

Und so begann eine wunderbare Beziehung, die schließlich in der Auszeichnung mit dem “Classic Innovation” Award auf der IMM 2010 in Köln für den Relaunch des H57 Armchair mündete.

Solche Anekdoten bringen uns immer zum Schmunzeln, weil sie zeigen, dass gutes und ehrliches Design immer dem aktuellen Hype, Starnamen und großen Marketing-Budgets überlegen sind. Und das gibt uns Hoffnung für die Zukunft.

Herbert Hirche Strahlend Grau: In every drawer a gem

Herbert Hirche: Strahlend Grau

“Strahlend Grau” ist weder eine umfangreiche Ausstellung, noch ist es eine Ausstellung, die passiv betrachtet werden kann. Ein Besuch von “Strahlend Grau” bedeutet aktives Suchen und Bedenken der präsentierten Informationen. Aber der Aufwand ist es wert und es gibt einige wahre Kostbarkeiten zu entdecken.

Und noch wichtiger: es ist eine wunderbare Einführung zu einem Designer, der mehr Ansehen verdient als er momentan bekommt und zu einer Ära des Deutschen Designs, das weit mehr zu bieten hat als viele Leute meinen.

“Strahlend Grau” läuft im Werkbundarchiv – Museum der Dinge, bis 13. September.

Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin

Öffnungszeiten: Fr, Sa, So, Mo 12 - 19 Uhr

www.museumderdinge.de

Strahlend Grau: Herbert Hirche's 1953 lounge chair from Richard Lampert

Strahlend Grau: Herbert Hirches 1953 Lounge Chair von Richard Lampert

(smow)offline: Die Kunst des Fälschens. Adelta hilft Kunden, Kopien zu entlarven

Thursday, February 25th, 2010
Ball chair by Eero Aarnio for Adelta - original

Ball Chair von Eero Aarnio für Adelta - Original

Man sagt, Nachahmung sei die schönste Form der Schmeichelei.

Wer das sagt,  hat anscheinend noch nie Stunden, Wochen oder gar Jahre an einem Projekt gearbeitet, bis es perfekt war.

Und deshalb kopieren sie einfach alles, seien es Möbeldesigns, Webseitenkonzepte oder Literatur.

Im Januar wurden die Gewinner des Plagiarius Wettbewerbs 2010 für ihr exzellentes Kopieren von Arbeiten anderer gekürt. Unter den Gewinnern dieses Jahr: eine chinesische Imitation von deutschen Eiswürfelbehältern und ein polnisches Plagiat eines deutschen Spielzeug-Mähdreschers.

Wir werden niemals, also wirklich niemals, aufhören, die Gefahren und Probleme zu betonen, die mit einem Kauf von billigen Designer-Möbel Kopien zusammenhängen.

Aber viele Leute fragen uns, woran wir denn die Kopien identifizieren können.

Der eindeutigste Anhaltspunkt ist der Preis. Ein seriöser Händler wird niemals einen echten Design-Klassiker zu einem lächerlich kleinen Preis anbieten.

Doch wenn der Preis angemessen erscheint: wie können Sie dann sicher sein?

Um den Kunden eine Hilfestellung zu geben, veröffentlichen viele Hersteller mittlerweile detaillierte Informationen auf ihren Webseiten.

Der finnische Designer Eero Aarnio ist nicht nur ein wahrer Pionier in Sachen Möbel Design, sondern auch ein Designer, dessen Werke regelmäßig kopiert werden.

Sicherlich denken sich die Betrüger: “He, es ist doch bloß Plastik. Wie schwierig kann das denn sein?”

Ball chair by Eero Aarnio - fake

Ball Chair von Eero Aarnio -Plagiat

Viel schwieriger als man denkt!

Eero Aarnios Arbeiten sind exklusiv bei Adelta verfügbar. Auf der Webseite von Adelta gibt es einen witzigen Leitfaden, der erklärt, worauf man bei der Inspektion eines Möbelstückes achten sollte, das angeblich von Eero Aarnio stammt.

Die angesprochenen Punkte auf den Adelta Fotos geben aber auch einen hervorragenden Leitfaden um auch Plagiate anderer Designer-Arbeiten zu entlarven.

Die Polsterung. Gerade bei Fakes von Stühlen wie die von Mies van der Rohes Barcelona Chair (von Knoll) sind die Qualität der Polster und der Nähte ein wichtiger Indikator.

Ebenso wichtig ist der Fuß oder Sockel des Stuhls. So haben Kopien des Eames Chair von Vitra oft nur vier statt fünf Füße. Der einfache Grund: die Kosten für eine Gießform für fünf Füße sind den Nachahmern einfach zu hoch.

Der beste Rat ist: sprechen Sie einfach mit dem Händler. Ein seriöser Händler, der original lizensierte Produkte verkauft, wird immer eine ehrliche Antwort auf eine ehrliche Frage haben.




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