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Design for Use, USA

Tuesday, November 8th, 2011
Design for Use USA catalogue

Design for Use, USA. Das Cover von Alexander Girards Katalog.

Vom 20. März bis 25. April 1951 fand in Stuttgart die erste Nachkriegsausstellung zum Thema moderne amerikanische Inneneinrichtung und Haushaltsgeräte statt.

Vom New York Museum of Modern Art organisiert, zeigte die Ausstellung mit dem Titel “Design for Use, USA” einen Querschnitt amerikanischen Gebrauchsdesigns – und somit ein Who is Who der amerikanischen Designer Mitte des 20. Jahrhunderts: Charles Eames. George Nakashima. Ray Eames. George Nelson. Eero Saarinen. Isamu Noguchi. Etc.

All das wird in einem von Alexander Girard geplanten Ausstellungskonzept und Katalog präsentiert.

Neben einer durchaus ansehnlichen Liste von Ausstellungsobjekten, war und ist die Ausstellung auch aus einer ganzen Reihe anderer Gründe interessant.

Zuallererst weil sie bereits zwei Jahre bevor Willi und Erika Fehlbaum ihren “folgenreichen” Ausflug nach New York unternahmen, stattfand – sie kamen damals mit den Grundsteinen für Vitra im Handgepäck zurück.

(Man stelle sich mal vor… wenn jemand in Stuttgart etwas mehr unternehmerisches Gespür gezeigt hätte…. Es gäbe kein Vitra.)

Zweitens brachte die Ausstellung die Designermöbelindustrie im Nachkriegseuropa in Gang.

Im Artikel “The “Advance” of American Postwar Design in Europe: MoMA and the Design for Use, USA Exhibition 1951–1953″1 behauptet Gay Mcdonald, dass die Ausstellung nur stattfand, um Amerika im Rahmen des Marshall Plans in Europa populär zu machen und liest man die MoMa Pressemitteilung2 von 1951, kann man das auch nur schwer leugnen.

Soweit wir das richtig interpretieren, exportieren die Amerikaner ihre Kultur ja auch schon seit jeher mit größter Leidenschaft in den Rest der Welt – sei es die Blue Jeans, Hamburger oder unterdrückende Sicherheitskonzepte im Namen der Freiheit…

Und natürlich haben sie auch ihre eigenen Sportarten entwickelt, anstatt einfach die von anderen Kulturen zu übernehmen.

Aber wir vertrauen auf die meisten Europäer und, ja, auch auf die meisten Amerikaner, dass sie intelligent genug sind, ihre eigenen Schlussfolgerungen und Meinungen zu bilden.

Unabhängig von den Motiven finden wir, dass die Ausstellung genau das Richtige zur richtigen Zeit war. Damals war Amerika nämlich, ungeachtet des Krieges, der Motor im weltweiten Produktdesign. Und das MoMa war zweifelsohne die Institution, die die größte Rolle dabei gespielt hat, amerikanische Designinnovationen in der Welt zu verbreiten.

1951 waren weite Teile Europas mit dem Wiederaufbau beschäftigt – schnelle und effiziente Lösungen im Möbel- und Produktdesign waren also äußerst gefragt.

upholstred chair georeg nelson herman miller
“Upholstered chair” von George Nelson für Herman Miller, gesehen im Design for Use, USA Katalog

Gay Mcdonald zitiert eine Quelle, die besagt, dass die Ausstellung von 60.000 Menschen besucht wurde. Das klingt vielleicht gar nicht so viel, aber man muss bedenken, dass es 1951 war. Damals gab es noch keine Billigflieger, die für 20 Euro nach Stuttgart fliegen. Und die “Designindustrie” war damals auch noch nicht so weit wie heute.

Und Vitra war zu der Zeit noch eine unwichtige, kleine Baseler Firma im Aufbau. – 60.000 Besucher waren für die Zeit einfach fantastisch.

Was leider nicht aufgezeichnet wurde, ist, wer alles kam und was sie mitgenommen haben.

Für so gut wie jede wichtige und einflussreiche Manchester Band der späten 1970er und frühen 1980er können die Ursprünge zurück zum Sex Pistol Konzert am 4. Juni 1976 in der Lesser Free Trade Hall geführt werden; und so können wir (Romantiker) uns sehr gut vorstellen, dass “Design for Use, USA” das europäische Möbeldesign der 50er und 60er Jahre genauso stark beeinflusst hat.

Ohne Aufzeichnungen kann man leider nur mutmaßen, wie die Langzeitfolgen für die Besucher der Ausstellung konkret aussahen.

Nach Stuttgart tourte die Ausstellung weiter durch Europa: nach London, Paris, Zürich und zur Mailänder Triennale. Die Tatsache, dass keiner die Chance ergriff und die Produktionslizenzen für Europa übernahm, lässt sich möglicherweise darauf zurückführen, dass alles noch zu neu war, zu anders.

Jedenfalls ist es naheliegend, dass mit der Ausstellung ein Prozess der Sensibilisierung losgetreten wurde, der letztlich auch den Weg für Vitra und den Erfolg mit dem Verkauf der Möbel von Eames, Nelson, Noguchi und all den anderen ebnete.

Ganz sicher aber liegt hier der Ausgangspunkt für Wilde + Spieths erfolgreiche Vermarktung von Egon Eiermanns Stühlen. Egon Eiermann begann mit seiner Teilnahme an der “Wie Wohnen?”-Ausstellung, 1949/50,  in Stuttgart und Karlsruhe öffentlich gegen Massenproduktion zu arbeiten. Viele seiner Designs stammen definitiv aus der Mitte der 1940er Jahre und Eieramann war dabei zweifelsfrei von dem, was er zu der Zeit aus und über Amerika las, beeinflusst.

Wir sagen nicht, dass er irgendetwas kopiert hat, aber Eiermann und Eames haben definitiv auf ähnlichen Feldern geforscht und expermentiert. Obgleich Eames ein wenig schneller und erfolgreicher war.

Damals hätte das freilich kaum jemand so betrachtet. 1951 haben sich gerade einmal 153 Stück von Eiermanns SE 3 (dem heutigen SE 42) verkauft; und das hauptsächlich an Architekten. In den folgenden Jahrzehnten stieg der Verkauf dann nicht nur dramatisch an, Eiermanns Stuhldesigns – mit ihren unleugbaren Bezügen zu Eames’ Entwürfen -  entwickelten sich außerdem bald zu europäischen Designklassikern.

Aber wieder können wir eigentlich nicht beweisen, dass Design for Use, USA etwas damit zu tun hatte.

design for use usa charles eames rar sideboard
Ein RAR und ESU Bookcase von Charles und Ray Eames, gesehen im Design for Use, USA Katalog

Zusätzlich zur Wegbereitung für ein neues Verständnis von Inneneinrichtung, beeinflusste “Design for Use, USA” Europa hinsichtlich neuer Technologien und Geschäftsmodelle. Es wurden Möbel aus Plastik geformt und Designermöbelhersteller in der Tradition von Hermann Miller etablierten sich.

Wir haben zwar keine bestätigten Aussagen darüber, ob Arne Jacobsen bei der Ausstellung anwesend war;  aber man kann nicht leugnen, wie hingebungsvoll er sich den synthetischen Materialien, die zwischen 1950 und 1960 auf den Markt kamen, gewidmet hat.  Das hat er außerdem ganz meisterhaft mit der guten alten dänischen Handwerkstradition zusammengebracht. Das Ei und der Schwan sind wohl die besten Beispiele dafür.

Auch wenn unsere Argumentation etwas lückenhaft ist, kann man doch sicher davon ausgehen, dass die europäische Möbelindustrie ohne “Design for Use, USA” etwas länger gebraucht hätte, auf eigenen Füßen zu stehen – und das wahrscheinlich mit weniger interessanten Produkten.

design for use usa slinky richard t james
Slinky von Richard T James: war auch Teil der Design for Use, USA Ausstellung

1. Gay McDonald “The “Advance” of American Postwar Design in Europe: MoMA and the Design for Use, USA Exhibition 1951–1953″ Design Issues: Volume 24, Number 2 Spring 2008. Seiten 15-27

2. “MUSEUM’S “DESIGN FOR USE, U.S.A.” EXHIBITION SAILED FOR EUROPE JANUARY 5″ http://www.moma.org/docs/press_archives/1483/releases/MOMA_1951_0001_1951-01-04_510104-1.pdf

3. Arthur Mehlstäubler “Egon Eiermann – der deutsche Eames?” in Egon Eiermann (1904 – 1970)



(smow) Sommertour 2011: Burg Giebichenstein Halle

Friday, August 19th, 2011

Nachdem wir bereits der Bauhaus Universität Weimar, Fachhochschule Potsdam, Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Universität der Künste Berlin einen Besuch abgestattet hatten, führte uns die letzte Etappe unserer Sommertour 2011 zur Burg Giebichenstein Halle.

Vielleicht ist das unsere Meinung, aber wir glauben wirklich, dass die Studenten der Burg Giebichenstein mehr und auch vielfältigere Seminare absolvieren als die Studenten aller anderen Unis die wir besichtigt haben – zumindest im Hinblick auf ihre Jahresendpräsentationen.

Ob es nun Plattenhüllendesigns sind oder Stücke die sich an Obst und Gemüse orientieren oder eine Lampe, die Isamu Noguchi entworfen hätte, wenn er noch leben würde – jeder Raum jedes Gebäudes scheint mindestens eine Ausstellung zu beherbergen. Oder zwei.

Unsere Aufmerksamkeit haben vor allem “Eine Bank für zwei” und “Bodenreform” auf sich gezogen.

Bei “Eine Bank für zwei” waren die Studenten aufgefordert, eine Bank für zwei prominente “Kreative”, also Designer, Architekten, Musiker, Schauspieler o.ä. zu entwerfen. Die Banken sollten sowohl den Charakter ihrer Nutzer als auch ihre Beziehung zueinander in der Formensprache und im Material widerspiegeln.

Ein schönes kleines Projekt also, bei dem die Studenten entdecken konnten, wie sie die Arbeit und das Wesen der Menschen verstehen, die sie als Referenz genommen haben, und dadurch auch ihre eigenen Techniken verbessern können.

Und wir durften die Ergebnisse bewundern!

Neben tollen Bänken für Gerrit Rietveld und Charles Eames oder Konstantin Grcic und Dieter Rams war unser Highlight Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames: ein Zweisitzer-RAR. Die Idee hat uns von den Socken gehauen und uns ins Grübeln gebracht: Inwieweit könnte – oder würde – Vitra jemals die Arbeiten von Ray und Charles Eames weiterentwickeln?

Elias Betka's bench for Charles and Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Bei “Bodenreform” ging es offiziell um Böden, Bodenbeläge und ihre Rolle in Architektur und Design, aber das Projekt, das uns am besten gefallen hat, hat nicht wirklich in die Aufgabenstellung gepasst. (Soweit wir das beurteilen können.) Das konnte aber der Genialität von Hobo von Julian Heckel keinen Abbruch tun.

Hobo erinnert an eine viktorianische Staffeleiadaption für wandernde Dichter. Der kleine Tisch kann – flach zusammen gefaltet – auf den Rücken geschnallt und – auseinander geklappt – gegen einen Baum o.ä. gelehnt werden. Dazu gehört auch ein kleiner Sitz, der gefällt uns nicht so. Aber der Tisch ist fantastisch.

Außerdem hat uns Ausgewachsen von Annika Marie Buchberger gefallen – mit einer kleinen Einschränkung. Die Masterarbeit umfasst eine Serie von Kindermöbeln, bei denen verschiedene Elemente mit einem universellen Gestell kombiniert werden können. Gute Idee, schön ausgeführt. Allerdings gibt es das Gestell in drei Größen, wobei die Beine nicht ausgetauscht werden können. D.h. die Höhe der Objekte kann nicht variiert werden, es sei denn man hat alle drei Gestelle/Größen. Austauschbare Beine wären vielleicht sinnvoller gewesen. Ist nur unsere Meinung und wir hatten trotzdem große Freude an dem Projekt.

Igi by Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Igi von Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Ein anderes Kinderprojekt – und davon gab es viele (Ist Halle eine besonders kinderreiche Stadt oder sind die Studenten der Burg Giebischenstein nur besonders fruchtbar?) – war Igi von Constanze Hosp.

Eltern die mit einem kleinen Baby Fahrrad fahren wollen, müssen normalerweise auf einen Anhänger oder (riskant!) den normalen Babycarrier zurückgreifen.

Igi ist ein Babycarrier mit Hartschale, sodass das Kind beim Radfahren sicher am Körper liegt. Und nicht nur beim Radfahren, auch in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln kann Igi jungen Eltern etwas mehr Sicherheit und Vertrauen geben.

Es gab also viele Highlights auf der Burg Giebichenstein, aber eine Sache hat uns irritiert: Wo war die Ausstellung der Produktdesignabsolventen? Gut, wir hatten sie schon auf dem DMY gesehen, aber wir hatten uns doch darauf gefreut, ein paar der Produkte in Halle etwas näher unter die Lupe nehmen zu können. Aber weit und breit war nichts von den Absolventen zu sehen und keiner konnte uns sagen, wo sie sind. Schade!

Trotzdem war die Giebichenstein-Jahresausstellung 2011 ein mehr als würdiger Abschluss unserer Sommertour und hat uns gut auf unseren Herbstmarathon vorbereitet.

Wie immer gibt es eine kleine Bildergalerie auf Facebook: facebook.com/smowcom

Und kann jemand diesen Stuhl identifizieren ⇓ ?

An unidentified chair - a regukar sight on the Burg Giebichenstein Halle campus

Ein unidentifizierter Stuhl - sieht man öfter auf dem Campus der Burg Giebichenstein Halle



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Japan-Israel 0:0

Monday, July 12th, 2010

Die meisten von Ron Arads Arbeiten könnten die von Isamu Noguchi problemlos zerquetschen, aber Arad spielte fair und verzichtete darauf, den Well-Tempered Chair zu bringen.

Er arbeitete stattdessen mit verschiedenen Plastikvariationen. Trotz einiger schöner Aktionen, u.a. mit dem Infinity Flaschenregal, der Lovely Rita und dem Bookworm für Kartell, kam Arad nicht gegen Isamu Noguchis konstante Leistung und die Variationen der Akari Lampe an.

Das torlose Unentschieden war am Ende ein gerechtes Ergebnis.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Schottland-Japan 1:2

Tuesday, July 6th, 2010

Charles Rennie Mackintosh war sehr geprägt von japanischem Design und dieses Match gegen Isamu Noguchi entwickelte sich zu einem Meisterstück ausgetüftelten, selbstbewussten organischen Designs.

Charles Rennie Mackintosh ging gleich zu Beginn in Führung mit seiner kompletten Innenausstattung für die Willow Tea Rooms. Besonders der Willow Chair schien Noguchi durch seine vertraute aber gleichzeitig fremde Geschichte zu verwirren.

Isamu Noguchi fing sich jedoch schnell wieder und schaffte den Ausgleich mit seinem Freeform Sofa und Ottoman. Von da an bestimmt er das Spielgeschehen und mit seinem Coffee Table gelang ihm schließlich auch der Führungstreffer.

2:1 für Japan.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft:England-Japan 4:0

Thursday, June 17th, 2010

Jasper Morrison und Isamu Noguchi trafen zum ersten Mal aufeinander.Die Partie wurde eine sehr einseitige Angelegenheit. Das Ergebnis war zwar verdient, schien aber etwas unfair dem alten Meister des japanischen Designs gegenüber.

Trotz einiger mutiger Vorstöße mit seinem Coffee Table oder den Rocking Stools, gelang es Isamu Noguchi nicht, sich von seinem stereotypen Akari-Lampen-Stil zu befreien. Jasper Morrison hingegen profitiere von Noguchis vermeintlicher Monotypologie und führte nach einigen raffinierten Stuhl- und Geschirr-Kombinationen bereits mit 4:0.

Gegen Ende der Begegnung erhielt Jasper Morrison zu Recht die gelbe Karte für ein paar unschöne Arbeiten für Established & Sons, sein Sieg war allerdings zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C



(smow)offline: VitraHaus im Frühling

Monday, April 26th, 2010

Wegen der horrenden Hotelpreise, die während der Mailänder Möbelwoche verlangt wurden, hat das (smow)blog Team in Mailand gezeltet.
Und das trotzdem wir letztes Jahr fast ertrunken wären.

Und in diesem Jahr war die Entscheidung ein wahrer Segen.

Während andere durch Eyjafjallajokull am Mailänder Flughafen gefangen waren, machten wir unsere Rückfahrt über Weil am Rhein, Vitra und das VitraHaus.

Was für einen Unterschied das Wetter macht!

Als wir zur Eröffnung des VitraHaus im Februar WEILten, verkündete der Architekt Jacques Herzog hoch und heilig, dass der Schnee und die grauen Wolken die wahre Größe der Konstruktion verdecken.

Nachdem wir das VitraHaus jetzt vor dem strahlend blauen Frühlingshimmel und mit den wunderbaren Kirschblüten gesehen haben, verstehen wir erst richtig, was er meinte.

Aber es ist nicht nur das Äußere. Da wir das Innere des VitraHaus jetzt lebendig mit “echten” Besuchern und nicht nur Journalisten sehen konnten, haben wir das Gebäude noch einmal in einem völlig anderen Kontext erlebt.

Eine Erfahrung die wir nur empfehlen können.

Hier ein paar neue VitraHaus Fotos.

VitraHaus Weil am Rhein; A place to explore designer furniture

VitraHaus Weil am Rhein; Ein Ort zum Designermöbel-Entdecken

by Ronan Bouroullec

VitraHaus, Weil am Rhein


Relaxing at teh foot of teh Tüllinger hill, VitraHaus

Entspannen am Fuße des Tüllinger Hügels, im VitraHaus

VitraHaus Weil am Rhein ...  a home from home

VitraHaus Weil am Rhein ... wie ein zweites Zuhause



(smow) gratuliert: 20 Jahre Vitra Design Museum

Monday, October 26th, 2009

Am 03.11.1989 eröffnete das Vitra Design Museum.

Am 09.11.1989 fiel die Berliner Mauer.

Zufall? Nahezu sicher.

Aber während das Vitra Design Museum nicht die Verantwortung für das Ende der DDR trägt, kann es doch auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken und stolz behaupten, einen großen Beitrag zur Popularisierung von Designer Möbeln und Möbel Designern geleistet zu haben.

Zunächst als Ort errichtet, wo Vitra Vorsitzender Rolf Fehlbaum seine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Designer-Möbel-Artefakte zeigte, wuchs die Rolle des Museums bald.

Eine anfängliche Ausstellung der Werke von Ron Arad legte den Grundstein für weitere Ausstellungen, die sich entweder einem Designer wie z.B. Isamu Noguchi, Frank Lloyd Wright und Joe Colombo widmeten oder allgemeinere Themen wie Kindermöbel oder äronautische Designs zeigten. Die wachsende Popularität der Ausstellungen im Vitra Design Museum spiegelt sich auch in den Besucherzahlen wider. Während 1989 noch 23.000 Besucher gezählt wurden, waren es 2008 etwa 86.000.

Vitra Design Museum (with advertising for the current exhibition)

Vitra Design Museum (mit Werbung für die aktuelle Ausstellung: ANTIBODIES Die Werke von Fernando & Humberto Campana 1989 - 2009)

Und nicht nur die Besucher in Weil am Rhein haben profitiert. Zahlreiche Ausstellungen haben über 350.000 Besucher weltweit verzaubert.

Über zwei Jahrzehnte hat sich auch der Bau des Vitra Design Museums gewandelt: vom Original Frank Gehry Gebäude zu einem wahrhaftigen Campus mit Produktionshallen und Konferenzräumen. Während die Möbel von den größten Designern stammen, steuerten Jasper Morrison, Jean Prouvé und Tadao Ando ihre Wünsche in Sachen Architektur bei.

The Eames Elephant enclosure at the Vitra Design Museum

Das Gehege der Eames Elephants beim Vitra Design Museum

Eine wichtige Finanzierungsquelle des Vitra Design Museums ist seine zahlreichen Re-Editions und Miniaturprodukte. Zusätzlich zu den 1:6 Miniaturen von klassischen Designer Stühlen beinhaltet die Kollektion Werke von Alexander Girard’s Wooden Dolls über Eames Elephants bis hin zu “neuen” Produkten wie die “classic Trays” oder George Nelsons Keramikuhren.

Am 8. November lädt Vitra alle zu einem Tag der offenen Tür in Weil am Rhein ein um gemeinsam den 20. Geburtstag des Design Museums zu feiern. Neben geführten Rundgängen durch die Ausstellung, die Kollektion und das Gebäude haben Sie die Möglichkeit Ihren ganz persönlichen Eames Elephant zu gestalten.

Also wir können diesen Ausflug nur empfehlen!