Posts Tagged ‘George Nelson’

Passenger Terminal Expo 2012: Pascal Berberat, Vitra Airport Division

Saturday, April 14th, 2012

Wahrscheinlich schreiben wir so viel über Designermöbel an Flughäfen, weil wir so viel Zeit auf Flughäfen verbringen… und entsprechend viel darüber nachdenken, was uns da geboten wird. Denn wenn man in Frankfurt fünf Stunden Verspätung hat, möchte man natürlich sicher gehen, dass der Sitz bequem ist. Wenn man die Nacht am Kopenhagener Flughafen verbringen muss, möchte man ebenfalls sicher gehen, dass der Sitz bequem ist. Wenn man… naja, ihr wisst schon was wir meinen…

Aber nicht nur wir verbringen immer mehr Zeit an Flughäfen. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Flugreisenden dramatisch gestiegen – und steigende Passagierzahlen bedeuten natürlich auch eine wachsende Nachfrage an Flughäfen und der dazugehörigen Infrastruktur. Und wie bei all solchen Architekturprojekten wünschen sich die Eigentümer und Betreiber ein gleichermaßen bekanntes wie einzigartiges Interieur.

Die größte und wichtigste Messe für Flughafenbetreiber ist die Passenger Terminal Expo. Neben Unternehmen, die Lösungen für die Gepäckabfertigung und Beschilderung anbieten, sind auch Designermöbelhersteller wie Vitra oder USM Haller feste Bestandteile der Messe.

Die Passenger Terminal Expo 2012 wird vom Flughafen Wien veranstaltet. Vor der Show sprachen wir mit Pascal Berberat, dem Leiter der Vitra Airport Division, über Möbel, die Zusammenarbeit mit Alberto Meda und – was für uns am wichtigsten ist – wieso die Sitze in Flughäfen eigentlich immer Armlehnen haben. Doch wieso brauchte ein weltweit agierendes Unternehmen wie Vitra eigentlich eine spezielle Flughafenabteilung?

Pascal Berberat: Das Flughafen-Business ist weltweit ziemlich gleich. Während die Wahl der Möbel für den Hausgebrauch oft durch kulturelle Aspekte beeinflusst wird, sind Flughäfen überall weitgehend gleich und stellen unabhängig von ihrem Standort die gleichen Anforderungen. Vitra hat ein internationales Netzwerk von Vertretern und Fachhändlern für Home- und Office-Möbel, aber für den Bereich ist es sinnvoller, eine zentrale Flughafenabteilung zu haben. Außerdem gehören zu einem Flughafen ja nicht nur Abflughallen; er ist eher wie eine kleine Stadt mit Geschäften, Apotheken, Restaurants usw… also ganz vielen Bereichen, in denen Möbel gebraucht werden. Deshalb kann Vitra jede Menge Lösungen und Erfahrung für alle Arten von Möbeln anbieten.

(smow)blog: Bleiben wir bei Abflughallen. Was ist für Sie das wichtigste Kriterium für die Flughafen-Bestuhlung?

Pascal Berberat: Für mich ist das die Kombination aus den sich manchmal widersprechenden Bedürfnissen des Kunden nach Wohlbefinden und den Effizienzbestrebungen der Flughafenbetreiber.

(smow)blog: Zusätzlich zu den speziell entworfenen Produkten wie der Airline-Reihe von Sir Norman Foster bieten Sie auch verschiedene Klassiker von Vitra an, zum Beispiel Maarten Van Severen als Flughafensitze. Ist das wirklich nötig? Wieso bleiben Sie nicht bei einem einzigen, speziell entworfenen Produkt?

Pascal Berberat: Heutzutage spricht ja jeder über Umweltschutz und Nachhaltigkeit – ein Thema, das auch in den Vitra-Prozessen seit Jahrzehnten fest verankert ist. Aber sich aktiv für Nachhaltigkeit zu engagieren, heißt nicht nur, erneuerbare Rohstoffe zu verwenden, die Abfallentsorgung zu optimieren, Produkte mit einer langen Lebensdauer zu entwerfen, usw., sondern auch, seinen Kunden optisch nachhaltige Produkte anzubieten. Wir haben alle schon mal etwas weggeworfen, das noch funktioniert hat, oder noch in einem guten Zustand war, weil es einfach aus der Mode gekommen war. Durch die Arbeit mit verschiedenen Designern, insbesondere mit den “alten Meistern” wie George Nelson, Jean Prouvé oder Charles & Ray Eames haben wir gelernt, wie wichtig es ist, Produkte zu entwickeln, die nicht nur lange halten, sondern auch optisch nachhaltig sind. Wenn man bedenkt, dass 90% der CO2-Emissionen während des Fertigungsprozesses eines Produktes entstehen, muss man sich fragen was umweltfreundlicher ist: ein Produkt für Jahrzehnte zu benutzen oder es alle fünf Jahre zu ersetzen, weil es veraltet ist? Vitras Vorgeschichte mit den alten Meistern kombiniert mit der Frische zeitgenössischer Designer und Ingenieure ermöglicht es uns, Produkte zu entwickeln, die das Potenzial dazu haben, die Klassiker der Zukunft zu werden.

(smow)blog: Das bringt uns direkt zur nächsten Frage… Sie haben doch kürzlich mit Alberto Meda an der Meda Gate-Serie gearbeitet. Wieso gerade mit ihm? Immerhin ist er ja eher für seine Büromöbel bekannt?

Pascal Berberat: Alberto Meda hat schon bei vielen Projekten mit Vitra zusammengearbeitet und schon sehr erfolgreiche Konzepte für uns entworfen. Er ist Designer und Ingenieur, weshalb er perfekt für die Umsetzung der spezifischen Anforderungen eines Flughafensitzes geeignet ist. Dank seiner hervorragenden Fähigkeiten als Ingenieur haben wir bei Meda Gate ein Produkt, das nicht nur der außergewöhnlich intensiven Nutzung auf Flughäfen genügt, sondern auch Komfort in sehr eleganter Optik bietet. Außerdem muss man sagen, dass er abgesehen von seiner technischen Kompetenz eine sehr charismatische Person ist und es eine echte Freude ist, mit ihm zu arbeiten!

(smow)blog: Letzte Frage: Sie haben uns schon gesagt, was Sie an Flughafensitzen wichtig finden; jetzt sind wir an der Reihe. Was uns wirklich nervt sind die Armlehnen an den Stühlen. Wieso wollen Sie uns denn nicht schlafen lassen?

Pascal Berberat: Wenn die Leute auf Flughäfen auf den Bänken liegen, nimmt eine Person eine ganze Bank ein, und dann würden die Kapazitätsberechnungen des Flughafens nicht mehr stimmen. Man hat dann drei Sitze, aber nur einen Nutzer. Stattdessen bieten wir in den Airline- und Meda Gate-Reihen Liegesitze in Bereichen an, in denen besonders viele Transitpassagiere erwartet werden…

Passenger Terminal Expo Vitra Airport Division, MedaGate

Vitra Airport Division. Hier bei der Passenger Terminal Expo 2011 in Kopenhagen

Passenger Terminal Expo Alberto Meda Meda Gate Vitra

Meda Gate von Alberto Meda für Vitra

Passenger Terminal Expo 2012 Pascal Berberat Vitra Airport Division Suita

Neben den Abflughallen haben Flughäfen außerdem VIP- und Airline-Lounges, die möbliert werden müssen - zum Beispiel mit Suita von Antonio Citterio.



Design for Use, USA

Tuesday, November 8th, 2011
Design for Use USA catalogue

Design for Use, USA. Das Cover von Alexander Girards Katalog.

Vom 20. März bis 25. April 1951 fand in Stuttgart die erste Nachkriegsausstellung zum Thema moderne amerikanische Inneneinrichtung und Haushaltsgeräte statt.

Vom New York Museum of Modern Art organisiert, zeigte die Ausstellung mit dem Titel “Design for Use, USA” einen Querschnitt amerikanischen Gebrauchsdesigns – und somit ein Who is Who der amerikanischen Designer Mitte des 20. Jahrhunderts: Charles Eames. George Nakashima. Ray Eames. George Nelson. Eero Saarinen. Isamu Noguchi. Etc.

All das wird in einem von Alexander Girard geplanten Ausstellungskonzept und Katalog präsentiert.

Neben einer durchaus ansehnlichen Liste von Ausstellungsobjekten, war und ist die Ausstellung auch aus einer ganzen Reihe anderer Gründe interessant.

Zuallererst weil sie bereits zwei Jahre bevor Willi und Erika Fehlbaum ihren “folgenreichen” Ausflug nach New York unternahmen, stattfand – sie kamen damals mit den Grundsteinen für Vitra im Handgepäck zurück.

(Man stelle sich mal vor… wenn jemand in Stuttgart etwas mehr unternehmerisches Gespür gezeigt hätte…. Es gäbe kein Vitra.)

Zweitens brachte die Ausstellung die Designermöbelindustrie im Nachkriegseuropa in Gang.

Im Artikel “The “Advance” of American Postwar Design in Europe: MoMA and the Design for Use, USA Exhibition 1951–1953″1 behauptet Gay Mcdonald, dass die Ausstellung nur stattfand, um Amerika im Rahmen des Marshall Plans in Europa populär zu machen und liest man die MoMa Pressemitteilung2 von 1951, kann man das auch nur schwer leugnen.

Soweit wir das richtig interpretieren, exportieren die Amerikaner ihre Kultur ja auch schon seit jeher mit größter Leidenschaft in den Rest der Welt – sei es die Blue Jeans, Hamburger oder unterdrückende Sicherheitskonzepte im Namen der Freiheit…

Und natürlich haben sie auch ihre eigenen Sportarten entwickelt, anstatt einfach die von anderen Kulturen zu übernehmen.

Aber wir vertrauen auf die meisten Europäer und, ja, auch auf die meisten Amerikaner, dass sie intelligent genug sind, ihre eigenen Schlussfolgerungen und Meinungen zu bilden.

Unabhängig von den Motiven finden wir, dass die Ausstellung genau das Richtige zur richtigen Zeit war. Damals war Amerika nämlich, ungeachtet des Krieges, der Motor im weltweiten Produktdesign. Und das MoMa war zweifelsohne die Institution, die die größte Rolle dabei gespielt hat, amerikanische Designinnovationen in der Welt zu verbreiten.

1951 waren weite Teile Europas mit dem Wiederaufbau beschäftigt – schnelle und effiziente Lösungen im Möbel- und Produktdesign waren also äußerst gefragt.

upholstred chair georeg nelson herman miller
“Upholstered chair” von George Nelson für Herman Miller, gesehen im Design for Use, USA Katalog

Gay Mcdonald zitiert eine Quelle, die besagt, dass die Ausstellung von 60.000 Menschen besucht wurde. Das klingt vielleicht gar nicht so viel, aber man muss bedenken, dass es 1951 war. Damals gab es noch keine Billigflieger, die für 20 Euro nach Stuttgart fliegen. Und die “Designindustrie” war damals auch noch nicht so weit wie heute.

Und Vitra war zu der Zeit noch eine unwichtige, kleine Baseler Firma im Aufbau. – 60.000 Besucher waren für die Zeit einfach fantastisch.

Was leider nicht aufgezeichnet wurde, ist, wer alles kam und was sie mitgenommen haben.

Für so gut wie jede wichtige und einflussreiche Manchester Band der späten 1970er und frühen 1980er können die Ursprünge zurück zum Sex Pistol Konzert am 4. Juni 1976 in der Lesser Free Trade Hall geführt werden; und so können wir (Romantiker) uns sehr gut vorstellen, dass “Design for Use, USA” das europäische Möbeldesign der 50er und 60er Jahre genauso stark beeinflusst hat.

Ohne Aufzeichnungen kann man leider nur mutmaßen, wie die Langzeitfolgen für die Besucher der Ausstellung konkret aussahen.

Nach Stuttgart tourte die Ausstellung weiter durch Europa: nach London, Paris, Zürich und zur Mailänder Triennale. Die Tatsache, dass keiner die Chance ergriff und die Produktionslizenzen für Europa übernahm, lässt sich möglicherweise darauf zurückführen, dass alles noch zu neu war, zu anders.

Jedenfalls ist es naheliegend, dass mit der Ausstellung ein Prozess der Sensibilisierung losgetreten wurde, der letztlich auch den Weg für Vitra und den Erfolg mit dem Verkauf der Möbel von Eames, Nelson, Noguchi und all den anderen ebnete.

Ganz sicher aber liegt hier der Ausgangspunkt für Wilde + Spieths erfolgreiche Vermarktung von Egon Eiermanns Stühlen. Egon Eiermann begann mit seiner Teilnahme an der “Wie Wohnen?”-Ausstellung, 1949/50,  in Stuttgart und Karlsruhe öffentlich gegen Massenproduktion zu arbeiten. Viele seiner Designs stammen definitiv aus der Mitte der 1940er Jahre und Eieramann war dabei zweifelsfrei von dem, was er zu der Zeit aus und über Amerika las, beeinflusst.

Wir sagen nicht, dass er irgendetwas kopiert hat, aber Eiermann und Eames haben definitiv auf ähnlichen Feldern geforscht und expermentiert. Obgleich Eames ein wenig schneller und erfolgreicher war.

Damals hätte das freilich kaum jemand so betrachtet. 1951 haben sich gerade einmal 153 Stück von Eiermanns SE 3 (dem heutigen SE 42) verkauft; und das hauptsächlich an Architekten. In den folgenden Jahrzehnten stieg der Verkauf dann nicht nur dramatisch an, Eiermanns Stuhldesigns – mit ihren unleugbaren Bezügen zu Eames’ Entwürfen -  entwickelten sich außerdem bald zu europäischen Designklassikern.

Aber wieder können wir eigentlich nicht beweisen, dass Design for Use, USA etwas damit zu tun hatte.

design for use usa charles eames rar sideboard
Ein RAR und ESU Bookcase von Charles und Ray Eames, gesehen im Design for Use, USA Katalog

Zusätzlich zur Wegbereitung für ein neues Verständnis von Inneneinrichtung, beeinflusste “Design for Use, USA” Europa hinsichtlich neuer Technologien und Geschäftsmodelle. Es wurden Möbel aus Plastik geformt und Designermöbelhersteller in der Tradition von Hermann Miller etablierten sich.

Wir haben zwar keine bestätigten Aussagen darüber, ob Arne Jacobsen bei der Ausstellung anwesend war;  aber man kann nicht leugnen, wie hingebungsvoll er sich den synthetischen Materialien, die zwischen 1950 und 1960 auf den Markt kamen, gewidmet hat.  Das hat er außerdem ganz meisterhaft mit der guten alten dänischen Handwerkstradition zusammengebracht. Das Ei und der Schwan sind wohl die besten Beispiele dafür.

Auch wenn unsere Argumentation etwas lückenhaft ist, kann man doch sicher davon ausgehen, dass die europäische Möbelindustrie ohne “Design for Use, USA” etwas länger gebraucht hätte, auf eigenen Füßen zu stehen – und das wahrscheinlich mit weniger interessanten Produkten.

design for use usa slinky richard t james
Slinky von Richard T James: war auch Teil der Design for Use, USA Ausstellung

1. Gay McDonald “The “Advance” of American Postwar Design in Europe: MoMA and the Design for Use, USA Exhibition 1951–1953″ Design Issues: Volume 24, Number 2 Spring 2008. Seiten 15-27

2. “MUSEUM’S “DESIGN FOR USE, U.S.A.” EXHIBITION SAILED FOR EUROPE JANUARY 5″ http://www.moma.org/docs/press_archives/1483/releases/MOMA_1951_0001_1951-01-04_510104-1.pdf

3. Arthur Mehlstäubler “Egon Eiermann – der deutsche Eames?” in Egon Eiermann (1904 – 1970)



Ray und Charles Eames: Wie der Architekt und die Künstlerin das Möbeldesign revolutioniert haben

Thursday, June 9th, 2011

Plywood Chair from Vitra

Plywood Chair von Vitra

Ray und Charles Eames könnten gut als Multitalente beschrieben werden. Das amerikanische Designerpaar hat funktionale Möbel mit globalen Anklang entworfen, avantgardistische Filme gedreht, Kinderspielzeug gestaltet und waren für das Eames House und das Entenza House in Los Angeles verantwortlich.

Charles Eames (1907-1978) hat an der Washington University in St. Louis Architektur studiert, bevor er aufgrund eine Stipendiums und darauffolgende Position als Lehrer an der Cranbrook Academy of Art nach Michigan wechselte, wo er seine zukünftige Frau, die Malerin Ray Kaiser (1916-1988) traf. Zusammen mit Eero Saarinen, einem berühmten finnischen Architekten, der zuerst Charles’ Lehrer und später ein geschätzter Kollege war, hat Eames mit laminiertem Sperrholz experimentiert. Die Möbel, die daraus entstanden, haben den “Organic Design in Home Furnishings”-Wettbewerb des New York Museum of Modern Art gewonnen. Die Stühle in der Eames Sperrholz-Gruppe haben eine charakteristische Form, die sich am menschlichen Körper orientiert, so dass man sagenhaft bequem darauf sitzt.

Eames Lounge Chair by Vitra

Eames Lounge Chair White von Vitra

1941 haben Ray Kaiser und Charles Eames geheiratet und ein Designstudio gegründet. Während des zweiten Weltkriegs haben sie ihre Erfahrung mit Sperrholz dazu genutzt, Flugzeugteile, Tragen und Beinschienen für die US Army herzustellen. Außerdem haben sie begonnen, mit Fiberglas und Aluminiumguss zu experimentieren. Das bekannteste Ergebnis dieser Experimente war — und ist — der  “Lounge Chair” von 1956.

Der amerikanische Möbelhersteller und Pionier  Herman Miller bot Charles und Ray Eames seine Zusammenarbeit an. Zusammen mit Miller und dessen leitendem Designer George Nelson wurde nicht nur der Lounge Chair weiterentwickelt und perfektioniert, sondern es wurde auch eine ganze Reihe Eames-Kreationen entwickelt und produziert. Trotz des wachsenden kritischen und kommerziellen Erfolges ihrer Arbeit, haben Charles und Ray Eames nie ihren zentralen Fokus auf Qualität und Ästhetik in einem Produkt, das möglichst einfach gebaut werden kann, verloren. Die Kooperation mit Herman Miller hat die Eames-Werke über Millers Partner Vitra auch nach Europa gebracht. Vitra besitzt bis heute die exklusiven Rechte an allen Eames-Produkten in Europa und Asien.

Ray und Charles Eames (Photo: www.designmuseum.org)

Ray und Charles Eames (Photo: www.designmuseum.org)

Hier einige Stücke von Charles und Ray Eames von Vitra, die bei smow verfügbar sind:

- Plywood Group

- Plastic Group

- Fibreglass Group

- Aluminium Group

- Wire chair

- Produkte für Kinder



„Schöne neue Welt – American Mid-century Design“ @ Frank und Oliver, Zurich

Wednesday, November 24th, 2010

So zufrieden wie es der Mann im Shop an der Ecke mit seinem Leben war, bis der Chef eines Tages aufkreuzte und Zigarren kaufen wollte – so zufrieden waren wir mit unserem Leben bis heute morgen um 00:42 Uhr ebenfalls.

Zu diesem Zeitpunkt erhielten wir die Einladung zur nächsten Frank und Oliver’s Ausstellung in Zürich: „Schöne neue Welt – American Mid-century Design“

Auf ihren vielen Reisen durch Nord- und Mittelamerika haben Oliver Müller und Frank Landau eine einzigartige Sammlung von Gegenständen aufgebaut. In der Ausstellung „Schöne neue Welt – American Mid-century Design“ demonstrieren sie wundervoll, wie sehr das amerikanische Design in der Nachkriegszeit von europäischen Designern beeinflusst wurde.

Andere träumen von Harley-Touren auf der Route 66 – aber wir wollen einfach nur Oliver Müller und Frank Landau sein.

Die Ausstellung “Schöne neue Welt – American Mid-Century Design” konzentriert sich auf Möbel und Haushaltsgegenstände aus den vergangenen 60 Jahren und umfasst frühe Arbeiten von Designern wie
Charles und Ray Eames, George Nelson und Edward Wormley.
Was wiederum – wenn wir ehrlich sind – wie ein 100m² Design-Porno klingt.

Unter Design-Historikern ist die Huhn-oder-Ei-Frage, ob nach dem Zweiten Weltkrieg die Europäer von amerikanischen Designern beeinflusst wurden oder umgekehrt Europäer amerikanisches Design beeinflusst haben der häufigste Anlass für After-Dinner-Diskussionen.
Am zweithäufigsten steht die Frage, ob Eero Saarinen Europäer oder Amerikaner war, im Raum.

Trotz der kühnen Behauptungen von Frank und Oliver erwarten wir nicht, eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten – denn die Verbindungen zwischen den beiden Kontinenten waren zu eng und beide Seiten profitierten von den Erfahrungen der jeweils anderen.
Außerdem gibt es auch noch die ganzen vorkolonialen Theorien – aber darauf werden wir jetzt nicht eingehen. Nicht heute.

Doch für alle, die Interesse an modernem Design und an der Entwicklung des Möbeldesigns seit den 40er Jahren haben, bietet die Ausstellung “Schöne neue Welt – American Mid-Century Design” eine wunderbare Gelegenheit, die Produkte, deren Entwicklung und Relevanz im Kontext des zeitgenössischen Möbeldesigns besser zu verstehen.

„Schöne neue Welt – American Mid-century Design“ am 2.Dezember um 17:00 bei Frank and Oliver, Forchstrasse 179 CH-8032 Zürich.

Das ESU 400-N by Charles and Ray Eames als Teil von „Schöne neue Welt - American Mid-century Design“ bei Frank and Oliver, Zurich

Das ESU 400-N by Charles and Ray Eames als Teil von „Schöne neue Welt - American Mid-century Design“ bei Frank and Oliver, Zurich



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Holland-Deutschland 2:3

Wednesday, July 7th, 2010

Der Klassiker: Holland gegen Deutschland.

Diese Begegnungen waren immer schon hart umkämpft, aber dieses Spiel hatte noch eine besondere Brisanz. Der Gewinner des Matches würde ins Halbfinale der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 einziehen.

Die Niederländer hatten sich im Vorfeld entschieden, Hella Jongerius gegen Marcel Wanders zu wechseln. Man hoffte, mit dem kreativen Kopf hinter Moooi und Droog besser gegen Konstantin Grcics klare lineare Formen angehen zu können. Und die Taktik zahlte sich aus. Mit dem Knotted Chair und seiner New Antiques Kombination für Capellini ging Marcel Wanders verdient mit 2:0 in Führung.

Grcic gelang es nicht, nach vorn zu kommen, was ihn zunehmend frustrierte. Für seinen unnötigen 360 Grad Stuhl erhielt er zu Recht die gelbe Karte wegen zweifelhafter “Anlehnung” an George Nelsons Nelson Perch aus dem Jahr 1964.

Zur Halbzeit wurde Grcic gegen Nils Holger Moorman ausgewechselt. Dem gerissenen alten Mann des modernen deutschen Designs gelang schnell der Anschlusstreffer zum 2:1 mit seinem unglaublich frechen Rechenbeispiel. Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit erwies sich Nils Holger Moormanns authentische und gefühlvolle Anarchie als stärker als Marcel Wanders’ wohlüberlegte und berechnende Vorstellung.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Moorman mit seinem Bookinist ausglich und mit dem Liesmichl schließlich in Führung ging.

Ein packendes und dramatisches Match, das 3:2 für Deutschland endete.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B

Konstantin Grcic is booked.

Konstantin Grcic sieht Gelb



(smow) offline: Gewinnen Sie einen Vitra Organic Chair

Tuesday, June 22nd, 2010

Organic Chair von Charles Eames und Eero Saarinen für Vitra

Es ist vielleicht nicht das bekannteste Werk, weder von Charles Eames‘ noch von Eero Saarinen, nichtsdestotrotz ist der “Conversation Chair” von 1940 ohne Zweifel ein wichtiges Stück des Möbeldesigns aus dem 20ten Jahrhundert.

Der Stuhl wurde für den “Organic Design in Home Furnishing” Wettbewerb des New York Museum of Modern Art designt. Er war eine Studie und einer der ersten Versuche mit formbarem Kunststoff von Eames und Saarinen.

Zu dieser Zeit war die Technologie aber einfach noch nicht ausgereift und die Ideen von Charles Eames und Eero Saarinen konnten erst zehn Jahre später umgesetzt werden: Charles Eames mit den Glasfaser/Kunststoff-Sesseln für Herman Miller und Eero Saarinen mit demTulpen Stuhl für Knoll.

Tulip chair by Eero Saarinen for Knoll

Tulpen Stuhl von Eero Saarinen für Knoll

Der Vollständigkeit halber sollten wir auch noch George Nelson‘s Swag Leg Chair erwähnen. Das Design und die Technologie basiert stark auf der des Conversation Chair.

Zurzeit wird der Stuhl von Vitra als “Organic Chair” verkauft. Der Stuhl von Eames und Saarinen bleibt ein selbstbewusster Klassiker, der in alle privaten und geschäftlichen Räume passt.

Und Sie können einen gewinnen.

Das Designer Möbel Verkäufer Netzwerk “Creative Inneneinrichter” – zu welchem (smow) gehört – stellt einen “Organic Chair” als Hauptpreis ihres “Mein Weg ins VitraHaus” Wettbewerbs zur Verfügung.

Der zweite Preis ist ein Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec und der dritte Preis ist ein Panton Chair.

Die Regeln sind denkbar einfach: Dokumentieren Sie ihre Reise zum VitraHaus; der einfallsreichste, originellste und kreativste Beitrag gewinnt.

Also egal ob Sie mit einem Fallschirm auf dem VitraHaus landen wollen, oder die Alpen im Hannibalstyle auf Elefanten überqueren wollen, registrieren Sie sich einfach auf der Creative Inneneinrichter Website und laden Sie ihre Fotos/Videos/Zertifikate hoch.

Details finden Sie unter “Mein Weg ins VitraHaus

Although Jasper Morrison built a bus stop next to teh VitraHaus - travelling by bus probabyl wont win you the Organic Chair

Auch wenn Jasper Morrison eine Bushaltestelle neben dem VitraHaus gebaut hat, eine Busreise wird wohl nicht für den ersten Platz reichen.



Die (smow) Designermöbel Weltmeisterschaft 2010

Friday, June 4th, 2010
(smow) Designermöbel Weltcup 2010

(smow) Designermöbel Weltcup 2010

Mit weniger als einer Woche bis zum Eröffnungsmatch im (smow) Designermöbel Weltcup 2010, bleibt den 16 konkurrierenden Nationen nur noch wenig Zeit, ihre Vorbereitungen abzuschließen.

Der Mitfavorit USA kam nach dem Traininslager in Dänemark gut gelaunt in Südafrika an. Teammanager George Nelson umschiffte jedoch die Frage nach den Chancen für sein Team mit der Antwort: “Die Freude eine Idee in die eigenen Hände zu nehmen und diese zu formen, das ist aufregend.”

Für den Mitfavoriten Deutschland wurde die reibungslose Vorbereitung durch den Verlust von Kapitän Dieter Rams, nach Foul im Testspiel gegen Ghana, behindert. Auch England muss ohne den verletzungsgeplagten Spielmacher Terence Conrad auskommen.

Das Eröffnungsspiel der Designermöbel Weltmeisterschaft 2010 zwischen Italien und Dänemark findet am Donnerstag, den 10. Juni statt und (smow)blog wird auf (smow)2010 von allen Spielen berichten.

(smow) Designermöbel Weltcup 2010

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
Dänemark Deutschland England USA
Italien Niederlande Schottland Finnland
Schweiz Kanada Japan Frankreich
Belgien Spanien Israel Mexiko


(smow)offline: VitraHaus im Frühling

Monday, April 26th, 2010

Wegen der horrenden Hotelpreise, die während der Mailänder Möbelwoche verlangt wurden, hat das (smow)blog Team in Mailand gezeltet.
Und das trotzdem wir letztes Jahr fast ertrunken wären.

Und in diesem Jahr war die Entscheidung ein wahrer Segen.

Während andere durch Eyjafjallajokull am Mailänder Flughafen gefangen waren, machten wir unsere Rückfahrt über Weil am Rhein, Vitra und das VitraHaus.

Was für einen Unterschied das Wetter macht!

Als wir zur Eröffnung des VitraHaus im Februar WEILten, verkündete der Architekt Jacques Herzog hoch und heilig, dass der Schnee und die grauen Wolken die wahre Größe der Konstruktion verdecken.

Nachdem wir das VitraHaus jetzt vor dem strahlend blauen Frühlingshimmel und mit den wunderbaren Kirschblüten gesehen haben, verstehen wir erst richtig, was er meinte.

Aber es ist nicht nur das Äußere. Da wir das Innere des VitraHaus jetzt lebendig mit “echten” Besuchern und nicht nur Journalisten sehen konnten, haben wir das Gebäude noch einmal in einem völlig anderen Kontext erlebt.

Eine Erfahrung die wir nur empfehlen können.

Hier ein paar neue VitraHaus Fotos.

VitraHaus Weil am Rhein; A place to explore designer furniture

VitraHaus Weil am Rhein; Ein Ort zum Designermöbel-Entdecken

by Ronan Bouroullec

VitraHaus, Weil am Rhein


Relaxing at teh foot of teh Tüllinger hill, VitraHaus

Entspannen am Fuße des Tüllinger Hügels, im VitraHaus

VitraHaus Weil am Rhein ...  a home from home

VitraHaus Weil am Rhein ... wie ein zweites Zuhause



Vom iRmann Tisch zum iSlate

Tuesday, January 26th, 2010

Mit Spannung blickt die Welt auf San Francisco für die Ankündigung des Jahres. Steve Jobs wird am Mittwoch das neueste Gerät aus dem Hause Apple vorstellen.

Ist das der iSlate?

Ist das der iSlate?

Man munkelt, das flache, tragbare, tastaturlose Objekt der Begierde wird iSlate oder iPad oder iTablet heißen. Nutzer sollen mit der Mischung aus iPhone und iMac überall schreiben, zeichnen und rechnen können.

Im Prinzip eine Schiefertafel für das 21. Jahrhundert.

Daher der Name.

Was viele von Ihnen aber vielleicht überraschen wird: Nicht nur die Geschichte der Schiefertafel selbst ist germanisch, auch Apples Designansatz hat seine Ursprünge in Deutschland und sogar die Namensgebung basiert auf historischer deutscher Syntax.

Der iSlate ist also eigentlich deutsch.

Das Zentrum der weltweiten Schiefertafel-Branche war Steinach in Thüringen. In dieser Idylle aus Wald und Bächen wurden 30 Milliarden Schiefertafeln hergestellt und in alle Ecken der Welt versendet, bis die Produktion schließlich 1968 eingestellt wurde. Das “Schiefermuseum” der Stadt gibt einen wunderbaren Überblick über die Geschichte der Tafel-Herstellung in der Gegend und lohnt einen Besuch, wenn Sie das nächste Mal am Rennsteig sind. Den Betreibern zufolge, wird erst nach Steve Jobs offizieller Enthüllung entschieden, ob der iSlate in die Ausstellung aufgenommen wird.

Und ob er wirklich iSlate heißt.

Der klassische Eiermann Tisch von Egon Eiermann für Richard Lampert

Der klassische Eiermann Tisch von Egon Eiermann für Richard Lampert

Aber lange bevor Jonathan iVes begonnen hat, unser Denken in Bezug auf Produkte neu zu erfinden, haben die Deutschen genau dies bereits getan.

Der iRmann Tisch von Egon Eiermann ist wahrscheinlich das beste Beispiel dafür, wo das Produktdesign von Apple seinen Ursprung hat.

So wie Jonathen iVes Produkte auf das Wesentlichste reduziert bevor er sie in einem Pseudo-Post-Dieter-Rams-Format wieder auf den Markt bringt; so hat auch Egon Eiermann Schreibtischdesign nur auf das Gestell reduziert bevor er es in einem Pseudo-Pre-Dieter Rams-Format herausbrachte.

Der Name “iRmann” entstammt einer beliebten anglo-friesischen Konstruktion, die das phonetische “i” in der Schriftsprache als minderwertig betrachtete, weswegen der zweite Buchstabe entsprechend großgeschrieben wurde. Der Kleinbuchstabe “i” blieb nur um der Klarheit willen. In Brandenburg – woher Eiermann stammt – und dem benachbarten Berlin war diese Praxis weit verbreitet, starb jedoch aus als die ingwäonischen Sprachen in den 1980ern endgültig zugunsten des modernen Deutschs kapitulierten.

Unter Wissenschaftlern ist allgemein die These anerkannt, dass die Verwendung des Kleinbuchstaben “i” durch Apple in Wörtern wie iPod oder iPhone ähnliche Ursprünge hat und in Zusammenhang steht mit Steve Jobs friesischer Herkunft.

Heute wird der iRmann Schreibtisch von Richard Lampert hergestellt, allerdings unter dem Namen Eiermann Tisch.

Sowohl Apple-Produkte als auch iRmann Tische werden weltwelt von Architekten, Designern und anderen kreativen Menschen genutzt.

Das kann kein Zufall sein.

Der iRmann Tisch wird wunderbar ergänzt durch George Nelsons iClock von Vitra.

Der Name iClock ist ein schlechtes Wortspiel, welches wir uns nur ausgedacht haben, um die Uhr in diesem Post unterzubringen.

Aber wir mögen ihn.

Detaillierte Informationen zum iSlate gibt es hier nach der offiziellen Vorstellung von Apple.

iSlate und iRmann Tisch mit einem Panton Chair... Sieht so das kreative Bürodesign der Zukunft aus?

iSlate und iRmann Tisch mit einem Panton Chair... Sieht so das kreative Bürodesign der Zukunft aus?



Christmas TIME…

Friday, December 11th, 2009

Mistelzweige und Wein werden in Überfluss vorhanden sein – also warum nicht einmal ein wenig Zeit schenken?

Ach, wir lieben diese Wortspiele!

Ein wahrer Meister in Sachen Uhrendesign war der frühere Herman Miller Design-Direktor namens George Nelson. Seine klassischen Designer-Uhren aus den 50er Jahren sind auch heute noch ein Geschenk, dass man voller Selbstvertrauen überreichen kann.

Eine Erweiterung der bestehenden Serie ist die Ceramic Clock. Bereits in den frühen 50ern entworfen, hat sie es nie in die Produktion geschafft. Basierend auf Zeichnungen und technischen Details, die in den Archiven von George Nelson gefunden wurden, hat Vitra die Uhren aufbereitet und sie so erstmals erhältlich gemacht.

George Nelson Ceramic Clock Model 1

George Nelson Ceramic Clock Model 1

Zusätzlich beinhaltet die Nelson-Reihe von Vitra zahlreiche Design-Klassiker. Unsere Favoriten dabei: Ball Clock, Diamond Clock, Pill Clock und Sunflower Clock.

George Nelson Ball Clock from Vitra

George Nelson Ball Clock von Vitra

George Nelson Pill Clock from Vitra

George Nelson Pill Clock von Vitra

George Nelson Diamond Clock from Vitra

George Nelson Diamond Clock von Vitra

George Nelson Sunflower Clock from Vitra

George Nelson Sunflower Clock von Vitra