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(smow)intern: Designmöbelkatalog 2011

Wednesday, July 6th, 2011

Technikverweigerer! Das wird (smow) ja normalerweise nicht nachgesagt. Soweit uns bekannt ist, hat noch kein (smow)Mitarbeiter einen iPad zertrümmert oder einen W-LAN Zugang gekappt um gegen die schleichende und zwanghafte Ausbreitung von Technologien in alle Lebensbereiche zu protestieren. Aber: In den ersten Wochen des Sommers waren alle im (smow)Hauptquartier mit der Vorbereitung und Herstellung des allerersten (smow)Katalogs beschäftigt. Ein realer gedruckter Katalog! Auf Papier! Mit Tinte!

Technikverweigerer? Au contraire, nos amis! Die Herstellung eines solchen analogen Katalogs ist technisch eine größere Herausforderung als dieses idiotensichere HTML zu programmieren. Und trotzdem ist es uns am Ende gelungen ein tolles Heft fertigzustellen. Gut gemacht, Katalogteam!

Neben einer Auswahl von (smow)Produkten enthält der Designmöbelkatalog 2011 auch biografische Informationen zu wichtigen Designern und natürlich wunderbare extra für den Katalog in Auftrag gegebene Fotos von Produkten von USM Haller, Vitra, Moormann, Richard Lampert et al.

So ein gedruckter Katalog ist im Prinzip nichts anderes als damals die Mechanisierung in den Textilfabriken, die den unterdrückten Massen erstmals den goldenen Geschmack von Freizeit kosten ließ. Mit dem Katalog bekommen wir ein Stück Technikfreiheit zurück. Computer ausschalten, Katalog in Ruhe durchblättern, Computer wieder anmachen, bestellen.

Ein Exemplar des Kataloges kann man über das Kontaktformular auf smow.de oder unter service@smow.de anfordern.

Auf facebook.com/smowcom haben wir außerdem die Fotogalerie zum Katlaogentstehungsprozess veröffentlicht.

smow Designer Furniture Catalogue 2011

(smow) Designmöbelkatalog 2011



Danish Design Prize 2010/11

Tuesday, October 19th, 2010
Danish Design Prize Winner: VELUX lystunnel by Ross Lovegrove

Gewinner des Danish Design Prize: VELUX lystunnel von Ross Lovegrove

Pünktlich zum Ende unserer Tirade über die aktuelle Situation des dänischen Designs – das Danish Design Centre in Kopenhagen hat gerade den Danish Design Prize 2010/11 veranstaltet.

CEO des Danish Design Center Christian Scherfig fragte zum Beginn der Veranstaltung “… was ist im 21. Jahrhundert gutes Design?”

Die Antwort des DDCs sind die 11 Gewinner in 4 Kategorien.

Wenn auch die meisten schon im 20. oder 19. Jahrhundert gutes Design gewesen wären, alle der ausgestellten Design zeigten Innovation, Kreativität und Verstand für was Design ist. Viel besser als das, was wir auf der CODE gesehen haben.

Aber noch viel wichter ist: der Danish Design Prize verstärkt eine unmissverständliche Wahrheit.

Eine Wahrheit, die die meisten Aussteller der CODE 10 zu lernen haben.

Traditionelles Möbeldesign ist ein Zweig des Produktdesign, welches widerum ein Zweig des Industriedesigns ist.

Möbeldesign ist nicht mehr was es mal war. Mit der Unterteilung in die Kategorien “Industrial Design” und “Lifestyle” zeigt der Danish Design Prize, dass er das verstanden hat.

Denn mit “Lifestyle” meinen sie Möbel.

Möbeldesign hat per se nicht mehr viel anzubieten. Tische, Stühle und Betten können nicht neu erfunden werden. Sie können nur verbessert werden.

Damals war das Möbeldesign ein aktiver Zweig des Produkt- und Industriedesigns weil ständig neue Materialien entwickelt wurden und man die neuen Materialien verarbeiten musste um diese im Möbeldesign verwenden zu können. Die heutigen “neuen” Materialien sind hauptsächlich Variationen aus bereits existierenden Materialien. Die größte Herausforderung liegt jetzt darin, die Möbel mit diesen neuen Materialien zu verbssern. Sei es wirtschaftlich, ergonomisch oder ökologisch.

Die Tage des Möbeldesigns als reine Designdisziplin sind gezählt.

NAP von Kasper Salto für Fritz Hansen ist ein wundervolles Beispiel. Das Konzept des geformten synthetischem Stuhl began mit Eero Saarinen und Charles Eames in den 40ern.

Das war die Produkt/Industriedesignphase.

NAP entwickelt das Konzept noch weiter und nimmt den Fakt, dass Sitzen eine aktive Tätigkeit in verschiedenen Positionen ist mit auf.

Kasper Salto hat mit dem Design des NAP einen wundervollen und ergonomischen geschaffen, der zeigt, das er die modernen Möbeldesignprozesse verstanden hat.

Danish Design Prize Clouds by Ronan and Erwan Bouroullec for Kvadrat

Danish Design Prize Clouds von Ronan und Erwan Bouroullec für Kvadrat

Clouds von Ronan und Erwan Bouroullec für Kvadrat, ein weiterer Preisgewinner in der Kategorie “lifestyle”, geht eher mit Grafikdesign als mit Produktdesign. Mit Algue für Vitra haben die Bouroellecs eine neue Form des Raumtrenners kreiert. Mit “clouds” spielen sie mit unserer Wahrnehmung von Textilien und ihrer Verwendung.

Clouds ist ein interessantes Stück Konzeptdesign, aber es ist weder Produkt noch Industriedesign.

Das ist die Realität die viele dänische Möbelhersteller noch erfassen müssen.

Der Danish Design Prize 2010/11 hat zudem gezeigt, dass “wirkliches” Industriedesign aus Dänemark so lebendig ist wie das Grafik-, Interactive- oder Multimediadesign.

Die Ausstellung der Gewinner kann man im Danish Design Centre, HC Andersens Boulevard 27, Copenhagen bis zum 25. April besichtigen.

Danish Design Prize NAP by Kasper Salto for Fritz Hansen

Danish Design Prize NAP von Kasper Salto für Fritz Hansen



Dänspotting: Ist dänisches Möbeldesign noch relevant?

Friday, September 17th, 2010

Wie bereits berichtet, war unser Besuch in Kopenhagen und bei der CORE 10 ohne Frage einer unserer enttäuschendsten Trips.

Das lag vor allem an der nicht vorhandenden Innovation, Vorstellungskraft und Qualität.

It’s certainly a phenomenon in all walks of life.

What do you mean?

Well, at one point, you’ve got it, then you lose it. And it’s gone forever.

All walks of life.

Georgie Best, for example, had it, lost it.

Or David Bowie or Danish design.

Danish design. Some of their modern stuff’s not bad.

No, it’s not bad, but it’s not great either, is it?

And in your heart you kind of know that although it looks all right…

It’s actually just…..

Sogar in der Ruhmeshalle skandinavischen Designs nimmt das “Dänische Design” einen erhobenen, fast mystischen Platz ein.

Verner Panton, Arne Jacobsen, Finn Juhl, Poul Kjaerholm, Hans J. Wegner und und und…

Es ist wahrscheinlich nicht übertrieben zu behaupten, dass kein anderes Land dem Nachkriegsdesign mehr “Stars” geschenkt hat als Dänemark.

Besonders, wenn man das Verhältnis “Star-Designer zu Einwohnern” berücksichtigt.

Aber…

Zu wenige dänische Möbelhersteller verstehen, warum das so ist.

Es geht nicht um ageometrische Formen und bunte Farben.

Arne Jacobsen's Bellvue Chair from 1934

Arne Jacobsens Bellevue Chair aus dem Jahr 1934

Wie Egon Eiermann war ein Großteil der bekannten dänischen Designer Architekten, die in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig individuelle Möbelstücke für ihre Projekte entwarfen – die aber keine wirkliche Rolle in der industriellen Möbelproduktion spielten.

Die sozialen und kulturellen Veränderungen der 50er und 60er Jahre haben im Grunde den Massenmarkt für zeitgenössische Möbel geschaffen: und die Möbelhersteller fanden in den führenden Architekten der Zeit eine Quelle von innovativen, erfahrenen Möbeldesign-Talenten.

Die Designer blieben allerdings hauptsächlich Architekten, die gelegentlich auf Basis ihres Architektur-Verständnisses und ihrer eigenen Prozesse Möbel entwarfen.

Arne Jacobsens Ameise, zum Beispiel, begann als Kantinenstuhl für eine Fabrik, an der Jacobsen arbeitete. Durch den Kontakt mit Fritz Hansen entwickelte sich das Projekt, getrieben von dem Interesse, ein Produkt zu entwerfen das mit Charles und Ray Eames Sperrholzmöbelkollektion mithalten konnte.

Was uns zum zweiten Impuls bringt: die Innovation dieser Zeit.

Der Eames DSR ist zum Beispiel kein besondersis umwerfender Stuhl – der in Form gegossene Plastesitz war aber zu seiner Zeit revolutionär.  So wie das gebogene Sperrholz von Eames oder der Plaste-Freischwinger von Verner Panton sehen wir viele der heutigen Designklassiker nicht als ebenjene wegen ihrer Erscheinung, sondern weil sie eine historische Bedeutung haben, Genres neu definierten, als sie auf den Markt kamen und sich so in das kollektive Bewusstsein gebrannt haben.

Hinzu kommt die Verfügbarkeit des Materials als solches. Möbel waren traditionell aus Holz hergestellt, die Bauhaus-Bewegung und Modernismus brachten Metall und Glas ins Spiel, bis Ende der 1940er Jahre eine Materialknappheit dazu führte, dass Europas Möbelhersteller in ihren Möglichkeiten eingeschränkt waren.  In den 1950er und 60er Jahren hatten die Produzenten zum einen wieder Zugang zu mehr Material, zum anderen wurden durch die Industrialisierung immer mehr neue Materialien hergestellt – und die Möbeldesigner fühlten sich mit den neuen Möglichkeiten wie Kinder vor einem Weihnachtsbaum.

Alle Neuigkeiten und Innovationen konnte durch die neuen Massenmedien wie Fernsehen oder Farbdruck schnell verbreitet werden und fanden im Europa in Zeiten von Wohlstand und Sicherheit dankbare Abnehmer.

All diese Faktoren kamen zusammen um das Konzept des dänischen Designs hervorzubringen.

Oder in anderen Worten: In Dänemark taten die richtigen Leute im richtigen Moment das Richtige.

Tivoli Chair by Verner Panton through Montana: Colourful, but thats not why its good.

Tivoli Chair von Verner Panton (Montana): Farbenfroh, aber nicht nur deswegen gut

Heutzutage werden Produkte für Möbelhersteller fast ausschließlich von professionellen Produktdesignern entworfen, deren Aufgabe es ist Artikel auf Anfrage zu fertigen.

Das ist an sich keine schlechte Sache, wenn man davon ausgeht, dass die Motivation darin liegt, etwas Neues zu kreiieren oder ein bestehendes Design zu verbessern.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war weder neu noch besser.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war einfach Mittelmäßigkeit – hübsch verpackt in bedeutungslosem Marketinggeschwätz um zu verschleiern, dass das Produkt weder neu noch interessant ist.

Renton würde sicher sagen “Früher oder später musste es so kommen.”

Im (smow)Büro hängt das Poster “A Century of Danish Chairs” an der Wand, es beginnt 1905 und endet 1979 – so ähnlich war auch unsere Erfahrung auf der CODE 10.

So als wären die letzten 30 Jahre nicht passiert.

Dänisches Möbeldesign ist noch nicht komplett ausgestorben, und Sick Boys vereinheitlichende Theorie vom Leben ist nicht generell gültig, aber ein Großteil ist eindeutig vom Weg abgekommen umd man kann sich schwer vorstellen, woher der Impuls kommen soll um dänisches Möbeldesign wieder aufleben zu lassen.

Nicht zuletzt wenn eine müde Veranstaltung wie die CODE 10 damit wirbt, “…new approaches to design form, design thinking and the creative process” zu zeigen.

Zum Glück gab es vereinzelt ein paar wirklich außergewöhnliche Stücke zu sehen, die wir im nächsten Dänspotting Post vorstellen werden.

Is the sun setting on Danish furniture design?

Is the sun setting on Danish furniture design? Der Untergang



Dänspotting: Verner Panton in Kopenhagen

Saturday, September 4th, 2010

Dafür dass er einer der berühmtesten dänischen Designer ist, hat Verner Panton relativ wenig Zeit in Dänemark verbracht. Die meisten seiner bekannten Arbeiten entstanden außerhalb des Landes.

Und trotzdem erinnert in Kopenhagen vieles an Verner Panton, sein Leben, seine Arbeit und seine Leidenschaften.

Also haben wir unseren Kurzbesuch in der Hauptstadt Dänemarks genutzt um uns mit einem Vitra Panton Chair zu einem Standrundgang durch Verner Pantons Kopenhagen zu treffen.

The  verner Pantons almamata

Die Kunstakademiets Arkitektskole, Kopenhagen: Verner Pantons Alma Mater

Genau wie Pantons Verbindung zu Kopenhagen begann unsere Tour mit der “Kunstakademiets Arkitektskole” – der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie.

Nach seinem Abschluss an der Technischen Universität Odense schrieb sich der 21jährige Verner Panton 1947 an der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie ein. In Kopenhagen lernte er Tove Kemp kennen, die Stieftochter des Designers, Kritikers und Architekten Poul Henningsen, die beiden heirateten 1950. Die Ehe mit Tove war zwar nur von kurzer Dauer, Pantons Beziehung zu Henningsen jedoch sollte länger halten.

In Henningsen fand Panton einen Mentor und Lehrer für die Entwicklung seiner Lichtdesign-Konzepte. Im Laufe seiner Karriere entwarf Verner Panton nicht nur über 60 Lampen, Licht und Schatten spielten auch eine wichtige Rolle in seinen Installationen und Raumdesignprojekten.

Strandvjen 413

413 Strandvejen, Kopenhagen, Arne Jacobsens Haus und Studio

Durch Henningsen lernte Panton aber auch Arne Jacobsen kennen und arbeitete ab 1950 in Jacobsens Studio, im Keller seines Hauses in 413 Strandvejen.

Panton beobachtete, wie wohldurchdacht und kompromisslos Jacobsen arbeitete, und sein Interesse an Möbeldesign wuchs. Er entwickelte außerdem eine Vorliebe für Experimente mit Materialien und risikofreudige Designs – Charakteristika die ausschlaggebend für die Entwicklung seiner Designs sein sollten.

Über Arne Jacobsen lernte Verner Panton außerdem Fritz Hansen kennen.

Aber der Reihe nach.

1951 wurde Jacobsen mit der Planung einer Kantine als Teil eines Projektes mit der Firma Novo beauftragt.  Aus diesem Projekt ergab sich die Kooperation mit Fritz Hansen zur Entwicklung eines Multifunktionsstuhls aus gebogenem Sperrholz. Verner Panton hatte die Aufgabe, die Prototypen für mögliche Designs herzustellen. Das Endergebnis war der 3100, Myren, Ant Chair oder Ameise – und obwohl das finale Design hauptsächlich Jacobsen zuzuschreiben ist, hat die Arbeit am Ant Chair die späteren Entwürfe Pantons mitgeprägt.

tivoli

Tivoli, Kopenhagen, Schauplatz einer der ersten Aufträge Verner Pantons

Panton schloss 1951 sein Studium ab, verließ Jacobsen 1952 und öffnete sein eigenes Studio. Er verbrachte seine Zeit zunächst mit ausgedehnten Touren in seinem VW-Bus durch Europa, auf denen er zum Einen Produkte entwarf,  und zum Anderen Kontakte zu Designern, Herstellern und Verkäufern knüpfte.

1955 entwickelte sich die Beziehung zwischen Panton und Fritz Hansen weiter, als sie das allererste kommerzielle Verner-Panton-Produkt auf den Markt brachten: den “Bachelor Chair”, dem bald der “Tivoli Chair” folgte (so genannt, weil er ursprünglich für ein Restaurant im Tivoli, Kopenhagen entworfen wurde).

Ende der 1950er Jahre verließ Panton Dänemark um in Norwegen, auf Teneriffa und in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. In Basel entwickelte er zusammen mit Vitra seinen Panton Chair.

cirkus

Cirkusbygningen, Kopenhagen, eines der letzten Projekte Verner Pantons in der Stadt

Nachdem er sich in Basel niedergelassen hatte, beschränkte sich Verner Pantons Verbindung zu Kopenhagen auf gelegentliche Besuche – entweder privater Natur oder um einen seiner vielen Preise und Auszeichnungen entgegenzunehmen. 1984 erhielt Panton allerdings den Auftrag , ein neues Farbsystem für das Cirkusbygningen – ein Theater- und Kabarettgebäude in der Nähe des Tivoli – zu designen und führte das Projekt in seinem eigenen unnachahmlichen Stil aus.

In den 1990er Jahren teilte Verner Panton seine Zeit mehr zwischen seiner Villa in der Nähe von Basel und seiner Wohnung in Kopenhagen auf. Verner Panton starb am 5. September 1998 im Alter von 72 Jahren in Kopenhagen.

Während unseres Stadtrundgangs mit dem Vitra Panton Chair und seinen Anekdoten zu Verner Panton hatten wir doch das Gefühl, dass die Stadt mehr tun könnte um ihre Größen wie Panton oder Jacobsen zu ehren – zumindest könnten die Stätten ihrer Arbeit und Inspiration sichtbarer und zugänglicher gemacht werden.

The Little Mermaid and the Panton Chair - two of Copenhagens most important landmarks

The kleine Meerjungfrau und der Panton Chair - zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Dänemark-Belgien 2:2

Tuesday, July 13th, 2010

Da Verner Panton durch die rote Karte im Spiel gegen Fritz Haller für dieses Match gesperrt war, war Dänemark gezwungen umzudisponieren. So lief Arne Jacobsen gegen Maarten Van Severen auf.

Obwohl abzusehen war, dass diese Begegnung nicht zu den schnellsten des Turniers gehören würde, wurden die Zuschauer beim Anblick dieser zögerlich dahinplätschernden Begegnung in Johannesburg doch etwas ungeduldig.

Beide Designer perfektionierten ihre Züge bis zur Unkenntlichkeit, sodass es erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit zum ersten Angriff kam. Ein tadelloser Ant Chair vom alten Meister des dänischen Designs brachte Arne Jacobsen in Führung. Mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattet, startete Jacobsen sogleich die nächste Aktion und baute die Führung mit seinem Egg Chair zum 2:0 aus.

Maarten Van Severen gab sich jedoch noch nicht geschlagen und konnte in den letzten Minuten mit einem schön herausgespielten .07 und dem Kast für Vitra glänzen.
Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A



Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Tuesday, June 29th, 2010
Vitra Design Museum: The Essence of Things. Design and the Art of Reduction

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Das (smow)blog team hat nach dem Pappkarton Möbel Workshop sich den anschließenden Besuch der aktuellen Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” im Vitra Design Museum natürlich nicht entgehen lassen.

Da schwingt schon ein wenig Ironie mit, dass die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion” in einem Gebäude von Frank Gehry stattfindet, besonders wenn Tadao Andos Conference Pavilion nur 10 Meter entfernt liegt.

Und nach einer langen Reise nach Weil am Rhein amüsierte uns dieser Gedanke doch die ganze Zeit.

Die Ausstellung ist in zwölf thematische Bereiche gegliedert, welche sich jeweils einem anderen Aspekt der “Reduktion” widmen. Manchmal direkt sichtbar, manchmal versteckt in der Reduktion der Logistik.

Stephan Schulz: Betonschale

Stephan Schulz: Betonschale

Rund 160 Objekte zeigen die ganze Bandbreite von Michael Thonets Chair No. 14 oder dem Ant Chair von Arne Jacobsen für Fritz Hansen bis hin zu weniger bekannten Objekten – trotzdem genauso interessant – wie z.B. Stephan Schulzs Betonschale oder Marcel Wanders Knotted Chair für Capellini.

Gutes Design muss nicht kompliziert sein, weniger ist mehr, die Form folgt der Funktion – es gibt unzählige legendäre Designtheorien welche die “Reduktion” anpreisen. Trotzdem stellen wir immer wieder fest, dass uns die komplexen und extravaganten Designs für sich gewinnen.

Welches Designblog wird sich Jasper Morrisons Ply-Chair widmen wenn Sie ein Foto von einem Bücherregal haben, was wie zwei Paradisvögel auf Carmen Miranda in der Paarungszeit aussieht?

OK. Wir würdens machen. Aber nicht viele andere.

Für uns bedeutet Reduktion, wenn der Designer das Volumen des Produkts auf das Nötigste reduziert. Sei es durch das Benutzen neuer Materialien, innovativer Verbundstücke oder durch die Reduktion der äußeren Maße.

.03 by Maarten Van Seeveren

.03 von Maarten Van Severen

Ein besonderes Beispiel ist Maarten van Severen’s’ .03 mit eingebautem Federblatt, welches dem Stuhl seine Stabilität und seinen Komfort verleiht ohne sinnloses Gewicht oder Ausmaß hinzuzufügen.

Die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” zeigt auf jeden Fall, dass Reduktion auch andere Prozesse mit einbeziehen kann.

Joe Colombos No 281 Lampe, Wilhelm Wagenfelds Teeservice oder Donald Judds Chair 84 sind alles Beispiele für nötiges Talent und die richtige Motivation.

Wir fanden jedoch, dass die Arbeit von Charles and Ray Eames zu sehr im Vordergrund stand.

Trotzdem ist die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” für alle interessant, die sich für den Unterschied zwischen “Designer”-Möbeln und dem günstigen, generischen Produkten interessieren. “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” im Vitra Design Museum läuft bis zum 19. September 2010. Weitere Information unter http://www.design-museum.de



Flughafen Design: Arne Jacobsen, Fritz Hansen und Alexander Girard

Tuesday, May 11th, 2010
Alexander Girard

Alexander Girard

Früher sind wir immer gern geflogen. Aber nachdem uns die Lufthansa auf eine ungewollte Weltreise geschickt hat, obwohl wir einfach nur von Frankfurt nach Edinburgh fliegen wollten, wird uns mittlerweile schlecht beim Anblick von Boarding Gates.

Als wir also so sinnlos in Nordeuropa herumflogen,  sehnten wir uns auf einmal nach Alexander Girard.

Girard ist ja hauptsächlich für seine Folk Art weltberühmt, er war aber auch einer der ersten “Corporate Grafikdesigner”. Und sein ästhetisch ansprechendster Auftrag war sicherlich das Corporate Design für Braniff Airways.

Damals. Als Fliegen noch eine Freude war und die Fluggesellschaften ihre Gäste noch wertschätzten.

Braniff Airlines planes in Alexander Girards colour scheme

Braniff Airlines Flugzeuge im Farbschema von Alexander Girard

Seinen Pilotenschein soll Paul Braniff angeblich von Orville Wright erhalten haben, bevor er 1928 die “Paul R. Braniff, Inc., Airline…Oklahoma City to Tulsa” gründete. In den nächsten drei Jahrzehnten wuchs die Fluglinie mit der amerikanischen Wirtschaft und trat mit dem Kauf ihrer ersten Boeing 707 im Jahr 1959 in das Jet-Zeitalter ein.

1965 erhielt Alexander Girard den Auftrag zur Neugestaltung der Corporate Identity der Fluggesellschaft.

Charakteristisch für Girards Konzept waren die sieben verschiedenen Pastellfarbtöne für die Flugzeugrümpfe: rot, blau, braun, grün, orange, gelb und grau.

Das Ergebnis war nicht nur eine markante und unverwechselbare Flotte von 707s, sondern eine markante und unverwechselbare Flotte von 707s die auch heute noch frisch und aufregend aussieht.

Nicht nur die Flugzeuge bekamen Girards Pastellanstriche, das Konzept beinhaltete auch Gepäckrollwagen, Treppen, Vans, Abschleppwagen und alles was so auf dem Rollfeld benötigt wird.

The true majesty of Alexander Girard's work for Braniff Airlines

Alexander Girards Braniff Airlines Flotte

Außerdem gestaltete Alexander Girard fast alle Aspekte der Flugzeug- und Terminal-Innenräume: Check-In-Schalter, Sitzpolster, Besteck und Geschirr. Der italienische Modesigner Emilio Pucci entwarf die Uniformen.

Wenn man sich die Bilder der Braniff Airlines Marke von Alexander Girard heute so anschaut, fällt es schwer, die Vergangenheit nicht zu romantisieren – damals, als Flugzeugreisen noch etwas Besonderes waren.

Glücklicherweise können Flughäfen nach wie vor Oasen des Stils sein. In den bequemen Serie 7 Stühlen von Arne Jacobsen am Frankfurter Flughafen träumten wir ein wenig von vergangenen Tagen. Und von Designern wie Alexander Girard.

(Weitere Informationen zu Braniff Airlines und wunderbare Fotos gibt es auf http://www.braniffpages.com)

Seris 7 by  Arne Jacobsen for Fritz Hansen - and dreams of Braniff Airlines

Serie 7 von Arne Jacobsen für Fritz Hansen - und Träume von Braniff Airlines



(smow)offline: Leipziger Buchmesse – Eine Designer Möbel Perspektive

Thursday, March 25th, 2010

Für Leute, die den Großteil ihres Arbeitslebens mit dem Sitzen am Schreibtisch verbringen, besitzen Autoren und Verleger eine beängstigende Missachtung gegenüber komfortablen Stühlen.

Zumindest glauben wir das, wenn wir die Möbel, die wir auf der Leipziger Buchmesse 2010 gesehen haben, als Maß nehmen.

Billige Klappstühle, billige Kopien von Möbel Design Klassikern, die als Original präsentiert wurden und überhaupt billiger Ramsch so weit das Auge reichte.

Glücklicherweise hatten sich wenigstens ein oder zwei Aussteller besser informiert. Einige der wenigen Lichtblicke aus Designer Perspektive waren:

Der deutsch-französische Kultursender ARTE mit Swan Chairs von Arne Jacobsen (Fritz Hansen)

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Deutsch-französischer Kultursender ARTE mit Swan Chairs von Arne Jacobsen (für Fritz Hansen)

Der deutsche Nachrichtensender Phoenix mit Tom Vacs von Ron Arad für Vitra.

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Der deutsche Nachrichtensender Phoenix mit Tom Vacs von Ron Arad für Vitra

MDR mit LEM von Shin und Tomoko Azumi für lapalma

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MDR with LEM by Shin and Tomoko Azumi for lapalma

Reclam Verlag mit einem USM Haller Messetisch.

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Reclam Verlag mit USM Haller

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Reclam Verlag mit einem USM Haller Messetisch

Fachhochschule Potsdam mit einer Hommage an den Brandenburger Egon Eiermann. Hier die Eiermann Tischgestelle von Richard Lampert und die SE 68 Stühle von Wilde + Spieth.

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Fachhochschule Potsdam mit einer Hommage an den Brandenburger Egon Eiermann

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SE 68 Stühle von Wilde + Spieth

Doch am beeindruckendsten waren wir wohl von all den Studenten der Bauhaus Uni Weimar, die ihren Stand  Block von Frank Gehry (für Vitra) widmeten.

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Block von Frank Gehry für Vitra

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Bauhaus Universität Weimar

Wir können nur hoffen, dass sich die Situation auf der Leipziger Buchmesse 2011 verbessert.

Aber bitte mit mehr Qualitätsmöbeln