Posts Tagged ‘Frank Gehry’

2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Kanada-Spanien 1:0

Wednesday, July 7th, 2010

Für Kanada und Spanien war das Turnier schon vor Anpfiff dieser Begegnung zu Ende.

Nichtsdestotrotz lieferten beide Seiten ein qualitativ hochwertiges und hart umkämpftes Spiel ab. Auf dem Papier schien zwar Patricia Urquiola als Gewinnerin, sie konnte aber ihr größeres Repertoire nicht wirklich ausnutzen und verließ sich stattdessen auf relativ großformatige Prestige-Projekte.

Frank Gehry blieb seinen non-linearen Formen treu, überraschte Urquiola jedoch in der Schlussphase mit einem Left Twist Cube für Heller.

Ein schmeichelhafter 1:0 Sieg für Frank Gehry.
Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B



Vitra Design Museum Workshop: Teil 1 – Die Idee

Tuesday, July 6th, 2010
Vitra Design Museum:

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.

Parallel zu den Ausstellungen im Vitra Design Museum werden Workshops angeboten. Sie begleiten die Ausstellung und bieten den Teilnehmern neue Einblicke in das Thema der Ausstellung, bzw. in kleinere Teilbereiche.

Für die aktuelle Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” heißt das: Workshops unter anderem über Pappkartonmöbel.

Pappkarton ist ohne Frage eines der schwierigeren Materialien für das Möbeldesign.

Als ein günstiges, überall verfügbares und umweltverträgliches Produkt scheint es perfekt für das moderne Möbeldesign zu sein.

Perfekt bis zu der Frage nach Stabilität und Zerbrechlichkeit.

Da wir Herausforderungen lieben, haben wir uns für den Workshop angemeldet.

Unsere erste Aufgabe war es, herauszufinden, was für ein Produkt wir erstellen wollen.

Drei Inspirationsquellen haben uns den Weg gewiesen.

Zuerst das Thema der Ausstellung: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion. Reduktion. Egal was wir uns vorgenommen haben, es sollte während des Designprozesses das Produkt “reduzieren”.

Chairless by for Vitra

Chairlessby von Alejandro Aravena für Vitra

Unter den aktuellen Produkten auf dem Markt, welche sich dem Konzept der Reduktion verschrieben haben, ist Chairless von Alejandro Aravena für Vitra.

Als Produkt gibt Chairless an, den Stuhl vom Stuhl zu befreien und wurde so zu unserer zweiten Inspirationsquelle.

Auch wenn wir das Konzept mögen, für uns ist es eine Umsetzung des statischen Stuhls in die Nutzung der eigenen Muskelkraft.

So kommt es, dass der Nutzer des Chairless in seiner Bewegung stark eingeschränkt ist, denn wenn er sich bewegt, bricht das System aus Stabilität zusammen.

Und so kam uns die Idee der Entwicklung eines wahren Chairless Chairs der die Bewegung des Sitzenden aber nicht einschränkt.

MVS Chaise by Maarten van Severen from Vitra

MVS Chaise von Maarten van Severen für Vitra

Wir sind dann ziemlich schnell bei faltbaren Konzepten angelangt und ließen uns von Maarten van Severen leiten, einem Experten auf dem Gebiet des reduzierten Designs. Wir haben die unsere Geometrie an seinen MVS Chaise angelehnt.

Das Grundproblem blieb – Wie garantieren wir die Stabilität?

Mit anderen Materialien wie Kunststoff, Holz oder Zement ist eine gewisse Stabilität einfach immer gegeben.

Beim Pappkarton muss die Stabilität als eines der Elemente im Design berücksichtigt werden.

Frank Gehry zum Beispiel hat mit seiner “Easy Edges” Serie Stabilität durch Schichtung gewonnen: Stühle wie der Wiggle Side Chair werden unter hohem Druck durch das Kleben mehrerer Schichten hergestellt.

Die andere klassische Lösung ist das Falten und Stecken.

Die Frage, die uns beschäftigte war, wie wir unser Produkt am besten designen könnten, ohne das Ziel der Reduktion aus dem Auge zu verlieren.

Und das war die Frage, die den Entwicklungsprozess beherrscht hat.



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Holland-Kanada 1:0

Wednesday, June 30th, 2010

Wenn je ein Designermöbelwettbewerb mit einer Partie Schnick-Schnack-Schnuck verglichen werden konnte, dann Hella Jongerius gegen Frank O. Gehry.
Die Meisterin der Materialien gegen den König der massiven Konstruktionen.
Und so entwickelte sich auch das Match. Frank Gehry wendete all seine radikale Geometrie an um sich einen Weg durch die holländische Abwehr zu bahnen, musste aber immer wieder feststellen, dass natürliche Formen nachhaltiger sind als seine künstlich erzeugten.
Anders gesagt: Hella Jongerius’ echte organische Formen stellten Frank Gehrys erfundene organische Formen auf eine echte Probe.
Und mit dem wunderbaren Bovist für Vitra gelang Hella Jongerius schließlich der Treffer in der Nachspielzeit.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B



Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Tuesday, June 29th, 2010
Vitra Design Museum: The Essence of Things. Design and the Art of Reduction

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Das (smow)blog-Team hat sich nach dem Pappkarton-Möbel-Workshop den Besuch der aktuellen Ausstellung Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion im Vitra Design Museum natürlich nicht entgehen lassen.

Es scheint mehr als nur ein wenig ironisch, dass eine Ausstellung zum Design und der Kunst der Reduktion in einem Gebäude von Frank Gehry stattfindet, wenn Tadao Andos Konferenzpavillon nur 10 Meter entfernt liegt. Und nach der langen Reise nach Weil am Rhein amüsierte uns dieser Gedanke immerhin noch ganze 4 Stunden…

Die Ausstellung ist in zwölf Themenbereiche gegliedert, die sich jeweils einem anderen Aspekt der “Reduktion” widmen. Das können entweder Dinge sein, die der Endnutzer wahrnimmt, wie beispielsweise die Geometrie oder Leichtigkeit, oder solche, die dem Nutzer verborgen bleiben wie zum Beispiel eine reduzierte Logistik.

Stephan Schulz: Betonschale

Stephan Schulz: Betonschale

Rund 160 Objekte zeigen die verschiedenen Themen anhand von Designklassikern wie Michael Thonets Stuhl Nr. 14 oder der Ameise von Arne Jacobsen für Fritz Hansen bis hin zu Stücken, die zwar weniger bekannt, aber genauso interessant sind, wie Stephan Schulz‘ Betonschale oder Marcel Wanders Knotted Chair für Capellini.

Gutes Design muss nicht kompliziert sein, weniger ist mehr, Form folgt Funktion – die Designtheorien, die die “Reduktion” anpreisen, sind so zahlreich wie legendär. Dennoch werden wir auf Designausstellungen immer wieder mit Produkten konfrontiert, die versuchen, uns mit Komplexität und Extravaganz für sich zu gewinnen. Wir sind uns nicht ganz sicher, wieso das so ist, vermuten aber, dass es was mit dem gesättigten Markt und der damit verbundenen wachsenden Rolle zu tun hat, die das Internet dabei spielt, dafür zu sorgen, dass deine – vielleicht völlig überflüssige – Arbeit gesehen wird.

Welcher Designblog würde sich Jasper Morrisons Ply-Chair widmen, wenn sie ein Foto von einem Bücherregal haben, das wie zwei Paradisvögel beim Paarungsritual auf Carmen Miranda aussieht? Ok, wir würden es machen. Aber nicht viele andere.

Für uns bedeutet die Kunst der Reduktion, wenn der Designer das Volumen des Produktes auf das absolute Minimum reduziert – sei es durch die Verwendung neuer Materialien, innovative Verbindung der einzelnen Elemente oder durch die Reduktion der äußeren Abmessungen.

.03 by Maarten Van Seeveren

.03 von Maarten Van Severen

Ein besonderes Beispiel ist Maarten van Severens .03 mit eingebautem Federblatt, das dem Stuhl seine Stabilität und seinen Komfort verleiht, ohne überflüssiges Gewicht oder Größe hinzuzufügen.

Die Ausstellung Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion zeigt auf jeden Fall, dass Reduktion auch andere Prozesse mit einbeziehen kann.

Joe Colombos No 281 Lampe, Wilhelm Wagenfelds Teeservice oder Donald Judds Chair 84 sind alles Beispiele dafür, was mit Talent und Motivation alles erreicht werden kann.

Wir fanden jedoch, dass die Arbeit von Charles und Ray Eames zu sehr im Vordergrund stand.

Trotzdem ist die Ausstellung Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion für alle interessant, die sich für den Unterschied zwischen “Designer”-Möbeln und den günstigen, generischen Produkten interessieren.

Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion im Vitra Design Museum läuft bis zum 19. September 2010. Mehr Infos gibt’s unter http://www.design-museum.de



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Deutschland-Kanada 3:1

Monday, June 14th, 2010

Die (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft wartet immer mit einigen besonders interessanten Spielen auf. Konstantin Grcic gegen Frank Gehry versprach von vornherein ein sehr unterhaltsames Match zu werden: Erfahrung gegen Jugend, minimalistische Geradlinigkeit gegen radikale Unkonventionalität.

In der ersten Hälfte war Konstantin Grcic offensichtlich nicht in der Lage, auf die non-linearen Formen seines Gegners einzugehen. Frank Gehry erzielte schnell die 1:0 Führung dank seiner hervorragend ausgeführten legendären “Easy Edges” Kombinationen. Konstantin Grcic gab jedoch nicht auf und konnte kurz vor der Pause mit dem Retter in der Not – der Mayday Lampe für Flos – den Anschlusstreffer zum 1:1 erzielen. In der zweiten Halbzeit gelang es Konstantin Grcic immer besser, die zunehmend vorhersehbaren Ansätze von Frank Gehry zu interpretieren.

Grcics wachsendes Selbstbewusstsein zahlte sich schließlich mit dem Chair One für Magis und Myto für Plank aus.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B



Vitra Design Museum: PappDesign Workshops

Monday, May 3rd, 2010

In Zusammenhang mit der aktuellen Ausstellung „Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ veranstaltet das Vitra Design Museum eine Reihe von Sommer-Workshops.

„Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit der Reduktion im Design und den zugrundeliegenden technischen, ästhetischen oder philosophischen Motiven.

Vor diesem Hintergrund werden die Teilnehmer des Workshops ermutigt, “reduziert” zu denken und nützliche Produkte zu kreieren – und das aus einem (wenn nicht dem) elementaren Material: Pappe.

Pappmöbel sind nicht neu, aber Pappe als Material ist so vielseitig, dass seine Verwendung immer neu erfunden werden kann.

Frank Gehrys Easy Edges Serie (u.a. der Wiggle Side Chair und der Wiggle Stool) stellt ganz andere Produkte als z.B. Stuart Millers “namenloser” faltbarer Pappstuhl.

Und von Gehrys monumentalem Red Beaver wollen wir gar nicht erst anfangen.

Genau wie bei Metall, Holz oder Plastik liegen die Grenzen bei Pappe nicht im Material als solchem sondern in den Möglichkeiten, damit Probleme zu lösen und korrekt damit zu arbeiten.

Möchtegern-Frank-Gehrys können ihre Fähigkeiten bei Vitra in Weil am Rhein am 29. Juni oder 14. August austesten.

Das Vitra Design Museum bietet außerdem Workshops in SchmuckDesign und KartonKunst an.

Weitere Details und Anmeldeinformationen gibt es unter http://www.design-museum.de

Red Beaver by Frank Gehry : Cardboard furniture through Vitra

Red Beaver von Frank Gehry: Testen Sie Ihr Pappmöbel-Geschick im Vitra Design Museum



(smow)offline: Leipziger Buchmesse – Eine Designer Möbel Perspektive

Thursday, March 25th, 2010

Für Leute, die den Großteil ihres Arbeitslebens mit dem Sitzen am Schreibtisch verbringen, besitzen Autoren und Verleger eine beängstigende Missachtung gegenüber komfortablen Stühlen.

Zumindest glauben wir das, wenn wir die Möbel, die wir auf der Leipziger Buchmesse 2010 gesehen haben, als Maß nehmen.

Billige Klappstühle, billige Kopien von Möbel Design Klassikern, die als Original präsentiert wurden und überhaupt billiger Ramsch so weit das Auge reichte.

Glücklicherweise hatten sich wenigstens ein oder zwei Aussteller besser informiert. Einige der wenigen Lichtblicke aus Designer Perspektive waren:

Der deutsch-französische Kultursender ARTE mit Swan Chairs von Arne Jacobsen (Fritz Hansen)

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Deutsch-französischer Kultursender ARTE mit Swan Chairs von Arne Jacobsen (für Fritz Hansen)

Der deutsche Nachrichtensender Phoenix mit Tom Vacs von Ron Arad für Vitra.

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Der deutsche Nachrichtensender Phoenix mit Tom Vacs von Ron Arad für Vitra

MDR mit LEM von Shin und Tomoko Azumi für lapalma

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MDR with LEM by Shin and Tomoko Azumi for lapalma

Reclam Verlag mit einem USM Haller Messetisch.

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Reclam Verlag mit USM Haller

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Reclam Verlag mit einem USM Haller Messetisch

Fachhochschule Potsdam mit einer Hommage an den Brandenburger Egon Eiermann. Hier die Eiermann Tischgestelle von Richard Lampert und die SE 68 Stühle von Wilde + Spieth.

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Fachhochschule Potsdam mit einer Hommage an den Brandenburger Egon Eiermann

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SE 68 Stühle von Wilde + Spieth

Doch am beeindruckendsten waren wir wohl von all den Studenten der Bauhaus Uni Weimar, die ihren Stand  Block von Frank Gehry (für Vitra) widmeten.

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Block von Frank Gehry für Vitra

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Bauhaus Universität Weimar

Wir können nur hoffen, dass sich die Situation auf der Leipziger Buchmesse 2011 verbessert.

Aber bitte mit mehr Qualitätsmöbeln



(smow)Wintertour 2010: Weil am Rhein

Friday, February 19th, 2010
Weil am Rhein Rathaus

Weil am Rhein Rathaus

Als wir noch jung, fit und gesund waren, existierten Städte.

Sie existierten einfach nur.

Heutzutage muss eine Stadt, um zu existieren, die “Stadt des/der” XY sein. So steht, wenn man die Autobahn in Deutschland entlang fährt, alle zehn Meter ein braunes Schild am Straßenrand, das den nächsten Ballungsraum als “Chemnitz – Die Stadt der Moderne”, “Stadt Hameln – Die Rattenfängerstadt im Weserbergland” oder “Pier am Chiemsee – Die Stadt der kriminell faulen Taxifahrer” anpreist.

Da Weil am Rhein in diesem Zeitalter des Behauptens kein Außenseiter sein will, hat sich die Stadt dazu entschieden “Weil am Rhein – Die Stadt der Stühle” zu sein.

Und was wäre auch passender für eine Stadt, die auf ihrer Homepage ein Bild des Vitra Design Museums zur Illustration der Kategorie “Wirtschaft und Tourismus” benutzt und die pro Jahr 100,000 Touristen auf dem Vitra Campus in der Charles-Eames-Straße verzeichnet.

Außerdem ist der aktuelle Titel um einiges eingängiger als “Weil am Rhein – Die Stadt des großen Güterbahnhofs”.

Es gibt nur zwei Dinge, die uns stören.

Unbedeutende, kleine Dinge, aber Sie kennen uns…

Apple Honey by Shiro Kuramata in Weil am Rhein

Apple Honey von Shiro Kuramata in Weil am Rhein

Vor dem modernistisch inspirierten “Rheincenter” steht die große Statue eines Stuhls.

Ein Stuhl, der weder jetzt noch irgendwann einmal von Vitra produziert wurde oder wird. Eher vom holländischen Hersteller USM Pastoe. (Den man offensichtlich nicht mit dem Schweizer Hersteller USM Haller verwechseln sollte)

Apple Honey von Shiro Kuramata ist ein wundervoller Stuhl.

Shiro Kuramata partizipierte an den ersten Vitra Editionen, neben Designern wie Frank Gehry und Ron Arad.

Vitra stellte sogar Shiro Kuramatas ebenso wundervollen “How High The Moon” Stuhl her.

Aber nicht Apple Honey.

Noch verwirrender ist das Bild, das auf die Seite eines der vier Hochhäuser gemalt ist, die über dem Vitra Campus und dem VitraHaus aufragen. Direkt neben dem “Die Stadt der Stühle” prangt ein Bild von einem Stuhl.

Ein seltsamer, dreibeiniger Stuhl.

Weil am Rhein City of chairs ... but which chairs

Weil am Rhein- die Stadt der Stühle ... aber welcher Stühle?

Unsere erste Vermutung war, dass es sich um den DCM von Charles und Ray Eames handelt. Das schien gut zu passen, wenn man die engen Beziehungen zwischen den Eames, Vitra und Weil am Rhein bedenkt.

Allerdings ist der DCM ein vierbeiniger Stuhl.

Und so sehr wir uns auch bemühen, fällt uns kein einziger dreibeiniger Stuhl ein, der von Vitra produziert wird.

Unsere nächste Vermutung war, dass es sich um einen “Ant Chair” von Arne Jacobsen handelt… auch ein exzellenter Repräsentant des Stuhl Designs des 20ten Jahrhunderts. Aber bei einem Ant Chair sind der Sitz und die Lehne aus einem einzigen Stück Holz geformt. Und das einzelne Bein ist vorne.

Dann dachten wir wirklich, wir hätten es: SE 69 von Egon Eiermann. Aber nein, der SE 69 hat ebenfalls ein einzelnes Bein vorne.

Egon Eiermanns SE 42 hat ein einzelnes Bein hinten, ist aber aus Holz.

Je länger wir mitten auf der Römerstraße standen, den Verkehr aufhielten und die guten Bürger von Weil am Rhein verwirrten, desto mehr mussten wir darum ringen, uns einen dreibeinigen Stuhl mit einem hinteren Stahlrohr-Lehnen-Stuhlbein überhaupt vorzustellen.

Prinzipiell, wegen der Instabilität eines solchen Gebildes.

Erst als wir zurück in Leipzig waren, konnten wir den Stuhl dank des MoMA New York Archivs finden.

Charles Eames Three legged side chair from 1944 (photo via http://www.moma.org/)

Charles Eames Three legged side chair, 1944 (Foto via http://www.moma.org/)

Dreibeiniger Side Chair von Charles Eames für Evans Products Co, 1944.

Ein Stuhl, der eventuell von Herman Miller übernommen wurde, als sie 1946 die Eames-Rechte von Evans kauften. Somit ist der Stuhl eventuell ein Teil jener Charles und Ray Eames Produkte, deren Produktionsrechte Vitra in Europa besitzt.

Womit wir im Endeffekt lang und breit erklärt haben, dass Weil am Rhein den “Stadt der Stühle”-Status offensichtlich mit zwei Stühlen zelebriert, die nichts mit dem Status der Stadt als einem der wichtigsten Zentren für zeitgenössische europäische Designermöbel-Produktion zu tun haben.

Besucher des neuen VitraHauses können dieses Paradoxon vom Fenster des vierten Stocks aus betrachten.

Oder einfach den wundervollen Blick auf das Vitra Design Museum und die Orchideenwiese genießen.



(smow) gratuliert: 20 Jahre Vitra Design Museum

Monday, October 26th, 2009

Am 03.11.1989 eröffnete das Vitra Design Museum.

Am 09.11.1989 fiel die Berliner Mauer.

Zufall? Nahezu sicher.

Aber während das Vitra Design Museum nicht die Verantwortung für das Ende der DDR trägt, kann es doch auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken und stolz behaupten, einen großen Beitrag zur Popularisierung von Designer Möbeln und Möbel Designern geleistet zu haben.

Zunächst als Ort errichtet, wo Vitra Vorsitzender Rolf Fehlbaum seine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Designer-Möbel-Artefakte zeigte, wuchs die Rolle des Museums bald.

Eine anfängliche Ausstellung der Werke von Ron Arad legte den Grundstein für weitere Ausstellungen, die sich entweder einem Designer wie z.B. Isamu Noguchi, Frank Lloyd Wright und Joe Colombo widmeten oder allgemeinere Themen wie Kindermöbel oder äronautische Designs zeigten. Die wachsende Popularität der Ausstellungen im Vitra Design Museum spiegelt sich auch in den Besucherzahlen wider. Während 1989 noch 23.000 Besucher gezählt wurden, waren es 2008 etwa 86.000.

Vitra Design Museum (with advertising for the current exhibition)

Vitra Design Museum (mit Werbung für die aktuelle Ausstellung: ANTIBODIES Die Werke von Fernando & Humberto Campana 1989 - 2009)

Und nicht nur die Besucher in Weil am Rhein haben profitiert. Zahlreiche Ausstellungen haben über 350.000 Besucher weltweit verzaubert.

Über zwei Jahrzehnte hat sich auch der Bau des Vitra Design Museums gewandelt: vom Original Frank Gehry Gebäude zu einem wahrhaftigen Campus mit Produktionshallen und Konferenzräumen. Während die Möbel von den größten Designern stammen, steuerten Jasper Morrison, Jean Prouvé und Tadao Ando ihre Wünsche in Sachen Architektur bei.

The Eames Elephant enclosure at the Vitra Design Museum

Das Gehege der Eames Elephants beim Vitra Design Museum

Eine wichtige Finanzierungsquelle des Vitra Design Museums ist seine zahlreichen Re-Editions und Miniaturprodukte. Zusätzlich zu den 1:6 Miniaturen von klassischen Designer Stühlen beinhaltet die Kollektion Werke von Alexander Girard’s Wooden Dolls über Eames Elephants bis hin zu “neuen” Produkten wie die “classic Trays” oder George Nelsons Keramikuhren.

Am 8. November lädt Vitra alle zu einem Tag der offenen Tür in Weil am Rhein ein um gemeinsam den 20. Geburtstag des Design Museums zu feiern. Neben geführten Rundgängen durch die Ausstellung, die Kollektion und das Gebäude haben Sie die Möglichkeit Ihren ganz persönlichen Eames Elephant zu gestalten.

Also wir können diesen Ausflug nur empfehlen!



(smow)offline: Vitra – Teil I – HQ Basel

Sunday, May 24th, 2009

Nach unserem erfolgreichen Besuch bei USM Haller in Bühl hat sich das (smow)Team Richtung Basel zum Vitra HQ aufgemacht. Der Kontrast in der äußeren Erscheinung der Gebäude hätte nicht krasser sein können.

The Vitra HQ in Basel, designed by Frank Gehry

Das Vitra HQ in Basel, designt von Frank Gehry

Vitra engagiert Designer nicht nur um Möbel zu entwerfen sondern auch für Gebäude. Als schönstes Beispiel sicherlich der Campus um das Vitra Design Museum in Weil am Rhein; aber im Interesse der chronologischen Reihenfolge, dazu später mehr.

Das ursprüngliche Vitra-Gebäude in Basel war 1957 als Produktionskomplex 1957 errichtet worden, bevor es 1994 quasi erweitert wurde durch den amerikanischen Architekten und Designer Frank Gehry. Während es Gehry, zugegeben, seinen Kritikern machmal einfach macht und diese schnell erwidern“Immer der gleiche Gehry, nur eine andere Stadt”, es lohnt sich immer ein näherer Blick in seine Arbeit.

The yellow room at Vitra HQ in Basel with EA 108 from Charles and Ray Eames.

Der "gelbe Raum" im Vitra HQ in Basel mit Aluchairs von Charles und Ray Eames.

Warum zum Beispiel dies blaue Fläche vor dem Gebäude?

Weil jedes kalifornische Haus nun mal einen Pool hat und der darf beim Vitra HQ nicht fehlen. Schade nur, dass das (smow)Team in Basel ungewöhnlich sonniges Wetter vorfand, nach Regen verstärkt sich der Eindruck eines Pool noch viel besser.

Wir waren ebenso beeindruckt vom Farbschema des Gebäude, dass sich von außen im Inneren wiederfindet; die gelbe Außenwand, z.B., umschließt einen in gelb gehaltenen Besprechungsraum. So einfach wie gut.

Pin Coat by Oliver Bahr for Moormann at Vitra in Basel

Pin Coat von Oliver Bahr bei Vitra in Basel

Im Inneren der Gebäude zeigt das Vitra HQ wie gut sich mit Vitra Möbeln eine angenehme aber auch effiziente Arbeitsumgebung schaffen lässt. Und nicht nur mit Vitra Produkten; ein paar Pin Coats von Moormann. Wenn man gutes Design schätzt und kennt, dann bleibt man am Ende des Tages auch bei gutem Design.

How Vitra products can help organise an office space

Wie Vitra helfen kann, Räume sinnvoll zu organisieren

Was uns ziemlich begeisterte war die Umsetzung des Net’n'Nest Konzepts in der Praxis zu sehen, das Büro durch entsprechende Bereiche gleichzeitig nutzbar gemacht für Teamarbeit, selbständiges Arbeiten und genügend Freiraum für Entspannung am Arbeitsplatz. Der verfügbare Platz in den Vitra-Räumen war nicht besonders groß, aber exzellent aufgeteilt und effizient genutzt.

Zusätzlich zu den administrativen Büros finden sich in Basel neben Einrichtungen für Forschung und Entwicklung auch einige Showrooms.

Nach einem aufregenden Nachmittag und Abend in Basel ging es am nächsten Morgen weiter auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein …

The (smow)team really enjoyed their trip to Vitra

Das (smow)Team zeigte sich ziemlich begeistert von Vitra