Posts Tagged ‘Eiermann Tischgestell’

(smow) Sommertour 2011: Summaery @ Bauhaus Universität Weimar

Wednesday, August 3rd, 2011

Ackerbauern leben – ach, was – atmen bekanntlicherweise ja Wetterdatenbanken. Das wird z.B. daran deutlich, dass man einen dieser besagten Bauern nur fragen braucht, wie das Wetter im Juli vor vier Jahren war und er ohne mit der Wimper zu zucken sofort die (richtige!) Antwort sagen kann. Ganz nebenbei wird er natürlich auch noch erklären, warum das schlecht für die Ernte war.

Mit Designjournalisten ist das ähnlich.

Summaery 2010 konnte sein Versprechen halten und war sehr “summery”.
Summaery 2011 konnte das nicht. 2011 war eher “autumnery”.

Nicht dass das irgendeine Relevanz für das Vergnügen bzw. Nicht-Vergnügen bei der Ausstellung gehabt hätte. Wir mussten einfach nur diesen Wortwitz unterbringen.

Ein Hauptbestandteil der Summaery 2011 war eine Serie bestehend aus 9 Pavillions, die einer interdisziplinären Zusammenarbeiten entsprang und von der Architekturfakultät geleitet wurde.

The Opaque.Pavillion @ Summaery 2011 Bauhaus University Weimar

Der Opaque.Pavillion @ Summaery 2011 Bauhaus Universität Weimar

Unser Highlight war darunter ohne Frage der Opaque.Pavillion.

Der Pavillion ist besser gesagt eine Kuppel, gebaut nach dem IKO8 Mero System. Wobei die Studierenden der Bauhaus Uni Weimar die Struktur adaptiert haben, indem sie schuppenartige, dreieckige Platten aneinandergesteckt haben. Die Konstruktionsweise hat den Effekt, dass man – steht man im Pavillion – vor Sonne und Regen geschützt ist, während ein freies-luftiges Gefühl suggeriert wird. Die optische Illusion, die durch die “Offenheit” erzeugt wird, bedeuted gleichzeitig, dass sich das Pavillion ganz wunderbar in den Garten der Nauhausstraße 15 integriert ohne seine Umgebung zu dominieren – was sich vermutlich auch auf die meisten anderen Kontexte übertragen ließe.
Das Totschlagargument jedoch war für uns, dass die Platten des Pavillions so angeordnet sind, dass Regenwasser von einer auf die nächste Platte läuft und so ganz automatisch nach unten abläuft, ohne dabei aber nach innen dringen zu können. Als wir dort waren, war es glücklicherweise trocken – aber laut der Studierenden regnete es am Vorabend und die Konstruktion soll ganz ausgezeichnet funktioniert haben.

In der Produktdesignausstellung gab es nichts, was der fast schon biblischen Erfahrung vom R2B2 von Christoph Thetard auf der Summaery 2010 nahekam.

Andererseits war das auch nicht möglich. Und wird es wohl auch nie mehr.

Wir haben zurzeit übrigens zwei Interviews mit Christoph in Vorbereitung. Und es sei nur eins dazu gesagt: Die werden genauso gut wie seine Arbeit…

Was uns insgesamt in der Diplomausstellung aufgefallen ist, ist, dass zahlreiche Arbeiten eine Rückkehr zur Handarbeit und einen gelungenen Mix “traditioneller” Materialien zeigten.
Wir fanden auch nichts in der Ausstellung, das im computergesteuerten Sinne modern aussah. Oder ein App benötigte.
Das hat uns wirklich gefallen.

Klara by Stephan Bohn - part of the Diploma show at Bauhaus Uni Weimar. Klara ia a glass vessle suitable for induction cooking.

Klara von Stephan Bohn - Teil der Diplomausstellung an der Bauhaus Uni Weimar. Klara ist eine Reihe von Glasgefäßen, die zum Induktionsjkochen geeignet sind.

Sonst waren uns die Designstudenten in Weimar oft ein wenig zu künstlerisch. Das 2011er Diplom ging jedoch viel mehr in Richtung angwandte Kunst und entsprach so auch unserem Geschmack.

Unter den Ausstellungen hat uns vor allem Plastic Fantastic gefallen – ein Seminar, dessen Aufgabe darin bestand, ein Haushaltsgerät, das normalerweise aus Plastik hergestellt wird, aus Keramik zu fertigen. Außerdem gefiel uns das Seminar Workabilly, bei dem es um kreativen Arbeitsraum ging.

Plastic Fantastic hat einige sehr schöne Entwürfe, wie die Espressomaschine Seppl, eine Computertastatur aus Porzellan und einen wunderbaren skelettartigen Fußwärmer, hervorgebracht. Auch wenn uns keines der Produkte vollends vom Hocker gerissen hat, hat das Ganze doch gezeigt, dass man mit ein wenig Fantasie gut die Menge an Plastik aus vielen Produkten verbannen kann. Bliebe mal wieder nur die Frage, wie man so etwas in der Massenherstellung umsetzen könnte.

Das herausragendste Stück aus Workabilly war definitiv “Über Eiermann” von Ludwig Fehn und Weiwei Wang. Auf der einen Seite wegen des großartigen Wortspiels, aber vordergründig weil es eine tolle Lösung bietet, die Organisation des Eiermann Schreibtischs zu erweitern.

Wilbur von Daniel Wahl stellte bereits einen idealen Weg da, Kabel unterm Eiermann zu organisieren und Über Eiermann schafft nun das gleiche für all jene Dinge, die sich auf den Schreibtischen rumtreiben. Über Eiermann erweitert gewissermaßen die Stahlrohre des Eiermann Tischrahmens und verlängert sie bis über die Tischplatte hinaus, wodurch ein neuer Rahmen entsteht, der verschiedene Funktionen erfüllen kann. Ludwigs und Weiweis Prototyp verfügt zwar bereits über einige Ablagemöglichkeiten, man könnte das System aber auch noch weiter entwickeln, so z.B. durch akustische Elemente, Magnetteile und Kabelhalter. Der Eiermann Tisch wäre dann endlich das modulare System, als das er insgeheim schon lange gehandelt wird.

Aber es war nicht alles Sonnenschein.
Ist es für uns ja eigentlich nie…

Es gibt da einen Raum im Hinterhof der Designfakultät in Weimar, der so etwas wie ein Fluch für uns zu werden scheint. Letztes Jahr fand dort die Austellung zu Gefängnismöbeln statt und dieses Jahr die zum Thema “Wasser”. Keins von beiden Themen hat für uns funktioniert, sie konnten sozusagen beide ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreichen.
Nächstes Jahr werden wir auf diesem Raum lieber gleich verzichten.

Eines der Dinge, die wir am meisten an der Bauhaus Universität schätzen, ist die – soweit wir das beurteilen können – unkomplizierte Vermischung der Fakultäten und der logischerweise daraus folgenden interdisziplinären Lernstruktur.
Wir wissen natürlich, dass das nicht nur auf Weimar zutrifft, aber Weimar tut es mit ein bisschen mehr Geschick und Stil als andere Institute.
Summaery 2011 hat einmal mehr diesen Eindruck bestätigt und macht Hoffnung, dass sich das auch in der Zukunft fortsetzen wird.

Auf Facebook haben wir noch einige weitere Bilder von der Summaery @ Bauhaus University Weimar hochgeladen: facebook.com/smowcom

“Über Eiermann” by Ludwig Fehn and Weiwei Wang @ Summaery 2011

Über Eiermann von Ludwig Fehn und Weiwei Wang @ Summaery 2011



(smow)intern: Designmöbelkatalog 2011

Wednesday, July 6th, 2011

Technikverweigerer! Das wird (smow) ja normalerweise nicht nachgesagt. Soweit uns bekannt ist, hat noch kein (smow)Mitarbeiter einen iPad zertrümmert oder einen W-LAN Zugang gekappt um gegen die schleichende und zwanghafte Ausbreitung von Technologien in alle Lebensbereiche zu protestieren. Aber: In den ersten Wochen des Sommers waren alle im (smow)Hauptquartier mit der Vorbereitung und Herstellung des allerersten (smow)Katalogs beschäftigt. Ein realer gedruckter Katalog! Auf Papier! Mit Tinte!

Technikverweigerer? Au contraire, nos amis! Die Herstellung eines solchen analogen Katalogs ist technisch eine größere Herausforderung als dieses idiotensichere HTML zu programmieren. Und trotzdem ist es uns am Ende gelungen ein tolles Heft fertigzustellen. Gut gemacht, Katalogteam!

Neben einer Auswahl von (smow)Produkten enthält der Designmöbelkatalog 2011 auch biografische Informationen zu wichtigen Designern und natürlich wunderbare extra für den Katalog in Auftrag gegebene Fotos von Produkten von USM Haller, Vitra, Moormann, Richard Lampert et al.

So ein gedruckter Katalog ist im Prinzip nichts anderes als damals die Mechanisierung in den Textilfabriken, die den unterdrückten Massen erstmals den goldenen Geschmack von Freizeit kosten ließ. Mit dem Katalog bekommen wir ein Stück Technikfreiheit zurück. Computer ausschalten, Katalog in Ruhe durchblättern, Computer wieder anmachen, bestellen.

Ein Exemplar des Kataloges kann man über das Kontaktformular auf smow.de oder unter service@smow.de anfordern.

Auf facebook.com/smowcom haben wir außerdem die Fotogalerie zum Katlaogentstehungsprozess veröffentlicht.

smow Designer Furniture Catalogue 2011

(smow) Designmöbelkatalog 2011



IMM Cologne 2011: Richard Lampert – Kids Only

Friday, January 28th, 2011
Eric Degenhardt presents his new Tur-Tur. In the foreground the new kids In-Out lounger

Eric Degenhardt präsentiert den Tur-Tur. Im Vordergrund der neue In-Out Sessel für Kinder

Richard Lampert ist natürlich kein Newcomer in der Welt der Designer-Kindermöbel. Produkte wie der Eiermann Kindertisch – eine verkleinerte, kinderfreundliche Version des Egon Eiermann Tischgestells – oder der Kinderdrehstuhl Turtle von Peter Horn entwickelten sich über die Zeit zu echten Familienlieblingen.

Da es aber scheinbar kaum qualitativ hochwertige Designermöbel für Kinder auf dem Markt gibt, entschied sich Richard Lampert mit Hilfe von jungen internationalen Designtalenten eine eigene Kinderkollektion ins Leben zu rufen. Die Ergebnisse dieser fruchtbaren Zusammenarbeit stellte er nun in Form der Möbelserie “Kids Only” auf der IMM Cologne 2011 vor.

Dort gezeigt wurde “Tur-Tur” von Eric Degenhardt, das als Indoor-Baumhaus in gewisser Weise an die von den Brüdern Bouroullec 2000 entwickelte Installation Lit Clos erinnert. Ausschließlich für Kinder entwickelt, erweist sich “Tur-Tur” als kein schlechtes Spielzeug.

Nachdem sich 2010 ein fast endloser Strom aus “Hochstühlen” auf Designmessen und Studentenausstellungen über uns ergoss, begeistert uns Tur-Tur nun, im Gegensatz zu allen anderen gesehenen Möbeln für Erwachsene, die ihr inneres Kind wiederentdecken möchten, durch seine Ausrichtung auf real existierende Kinder.

Hoch über allen (erwachsenen) Dingen können sich Kinder ihre eigene Welt schaffen, und sich dabei einzigartig fühlen. Dieses “Das kann nur ich und niemand anderes”-Gefühl ist doch für Kinder unbestreitbar das befreiendste Gefühl überhaupt.

Außerdem kann man allerlei Sachen an und über die Stufen hängen, es gibt Stauraum im Rücken und man kann sogar darunter zelten.

Auch Degenhardts großartiger “In-Out” Sessel aus dem Jahr 2008 wurde auf Kindergröße geschrumpft. Natürlich haben wir den Sessel nicht ausprobiert, aber er sieht genauso gut aus wie die Erwachsenen-Version.

Das holländische Wunderkind Bertjan Pot hat derweil mit dem reifenförmigen Beanbag “Pit Stop” eine seiner (unserer Meinung nach) besten Arbeiten der letzten Jahre abgeliefert. Er ist vielleicht nicht sehr innovativ, aber dafür umso funktionlaer und praktischer.

Rocker by Doshi Levien - winner of a Best of Best, Interior innovation Award 2011 Best of

Rocker von Doshi Levien - Gewinner Best of Best, Interior Innovation Award 2011

Ein echter Hingucker der Kollektion ist aber Rocker vom Londoner Designstudio Doshi Levien.

Die Form erinnert entfernt an Walter Papsts Schaukelplastik, aber das Design von Rocker ist viel einfacher und interaktiver. Wir sind uns sicher, dass ein durchschnittliches Kind den Rocker nicht nur als Schaukelpferd benutzen wird, sondern eher als Instrument zum Entdecken und Austesten.

Erwachsene werden ihre Freude haben an der Mischung aus Holz und Kunststoff, die den Rocker aussehen lässt wie ein vergessener dänischer Designklassiker aus den 1970ern… und sicher in jedem Raum eine gute Figur abgibt. Soll heißen, die vorrübergehende Anwesenheit von Kindermöbeln im Haus muss nicht mit dem eigenen Stylingkonzept interferieren.

Alles in allem ist die Kids Only Kollektion von Richard Lampert eine ausgewogene und intelligente Zusammenstellung.

Und – was noch viel wichtiger ist – die Kollektion hat den Maßstab für Designerkindermöbel wieder etwas höher gesetzt.

Through the keyhole: Richard Lampert introduces his new Kids Only Collection

Blick durchs Schlüsselloch: Richard Lampert stellt seine neue Kids Only Kollektion vor

Richard Lampert and the Kids Only Collection designers

Richard Lampert und die Designer der Kids Only Kollektion

For us the highlight of the new Richard Lampert Kids Only collectionRocker by Doshi Levien, a

Unser Highlight der neuen Kids Only Kollektion von Richard Lampert: Rocker von Doshi Levien

Pit Stop by Bertjan Pot

Pit Stop von Bertjan Pot



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft, Finale: Schweiz – Deutschland 2:1

Tuesday, July 27th, 2010

Egon Eiermann gegen Fritz Haller.

Im Vorfeld des Finalspiels der (smow) Designermöbelweltmeisterschaft 2010 wurden sowohl Deutschland als auch die Schweiz scharf für Ihre Mannschaftsaufstellungen kritisiert. Beide – so schien es – wollten mit ihren eher technischen Formationen auf Nummer Sicher gehen.

Aber das Spiel hätte spannender und interessanter nicht werden können. Sicher hätten ein Nils Holger Moormann für Deutschland oder Susi und Ueli Berger für die Schweiz etwas mehr Fantasie und Farbe ins Spiel gebracht, aber die beiden Altmeister glänzten wie kein anderes Team mit technischer Brillanz und sicherer Ausführung.

Egon Eiermann kam vorsichtig mit seinem klassischen Tischgestell ins Spiel, nutzte dann aber Hallers Zurückhaltung gleich noch um ein ausgetüfteltes Regal im gegnerischen Strafraum zu platzieren. Fritz Haller spürte die Büromöbel-Richtung, in die das Spiel nun glitt und griff tief in die Trickkiste für ein “komplex integriertes Tisch-Organisations-System”.

Sein KITOS Tisch war so weit entfernt von seinem normalen USM Haller System, dass Eiermann kurz ins Straucheln kam. Der Brandenburger fing sich aber schnell wieder und erzielte mit einem sehr schön herausgespielten SE 18 für Wilde + Spieth die 1:0 Führung.

Haller konterte mit einer wunderbaren Kombination aus Rollcontainer und Haller Tisch und ein perfekt platzierter Flachbildschirm-Schwenkarm brachte den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit schien Fritz Hallers stabiles USM Haller System das Spiel zu kontrollieren, aber Egon Eiermann mobilisierte noch einmal alle Kräfte.

Zwei gute Aktionen mit dem SE 68 und dem E 14 Rattan Hocker scheiterten jedoch wieder am vielseitigen USM Haller System.

Die Zuschauer hatten sich schon auf eine Verlängerung eingestellt, als Fritz Haller in letzter Minute ein perfekt ausgeführtes Metallausziehtablar zum Siegtreffer verwandelte.

Die Schweiz gewinnt zum ersten Mal den (smow) Designermöbel-WM-Pokal.

(smow)2010 Übersicht

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Die Schweizer Fans feiern Fritz Hallers Sieg über Egon Eiermann.



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft, Halbfinale: USA – Deutschland 1:2

Monday, July 19th, 2010

Für viele Designkritiker war das zweite Halbfinale der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft das interessanteste Match des Turniers: Charles und Ray Eames gegen Egon Eiermann.
Nicht nur traten zwei Designteams von internationalem Rang gegeneinander an, nicht nur hatten beide eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Industrie- und Möbeldesigns in ihren Heimatländern gespielt… Nein, das Interesse der Kritiker fokussierte sich vielmehr darauf, ob – und wenn ja, wie sehr – Egon Eiermanns Ansatz den von Charles und Ray Eames (wider)spiegeln würde.

Und gleich die erste Szene sorgte für kontroverse Diskussionen. Nachdem Charles und Ray Eames mit ihrem Standard DCW Plywood Chair eröffneten, kam die Antwort von Egon auch prompt in Form eines SE 42.

Schiedsrichter Arthur Mehlstäubler wies Forderungen nach einem Strafstoß zurück –die formalen Mittel für solch ein Sperrholzdesign seien nun mal limitiert. Das Spiel lief also regulär weiter, auch wenn das Publikum in Durban die Entscheidung lauthals in Frage stellte.

Charles und Ray Eames zeigten sich unbeeindruckt und bahnten sich mit ein paar schnellen DSRs und DSWs den Weg zur verdienten 1:0 Führung mit einem ihrer typischen “Eames Elephants”. Der Eames Elephant schien Egon Eiermann allerdings nur weiter zu beflügeln und seine Anstrengungen zu verstärken. Er experimentierte mit verschiedenen Designs und landete schließlich mit dem Rattan Sessel den Ausgleichstreffer.

Nur kurze Zeit später ging er mit seinem grandiosen Eiermann Tischgestell in Führung.

Trotz einiger guter Szenen im gegnerischen Strafraum – u.a. mit einem Aluminium Chair – gelang es Charles und Ray Eames nicht das Spiel noch einmal zu drehen.

Egon Eiermann gewinnt mit 2:1.

(smow)2010 Übersicht



(smow)offline: Leipziger Buchmesse – Eine Designer Möbel Perspektive

Thursday, March 25th, 2010

Für Leute, die den Großteil ihres Arbeitslebens mit dem Sitzen am Schreibtisch verbringen, besitzen Autoren und Verleger eine beängstigende Missachtung gegenüber komfortablen Stühlen.

Zumindest glauben wir das, wenn wir die Möbel, die wir auf der Leipziger Buchmesse 2010 gesehen haben, als Maß nehmen.

Billige Klappstühle, billige Kopien von Möbel Design Klassikern, die als Original präsentiert wurden und überhaupt billiger Ramsch so weit das Auge reichte.

Glücklicherweise hatten sich wenigstens ein oder zwei Aussteller besser informiert. Einige der wenigen Lichtblicke aus Designer Perspektive waren:

Der deutsch-französische Kultursender ARTE mit Swan Chairs von Arne Jacobsen (Fritz Hansen)

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Deutsch-französischer Kultursender ARTE mit Swan Chairs von Arne Jacobsen (für Fritz Hansen)

Der deutsche Nachrichtensender Phoenix mit Tom Vacs von Ron Arad für Vitra.

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Der deutsche Nachrichtensender Phoenix mit Tom Vacs von Ron Arad für Vitra

MDR mit LEM von Shin und Tomoko Azumi für lapalma

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MDR with LEM by Shin and Tomoko Azumi for lapalma

Reclam Verlag mit einem USM Haller Messetisch.

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Reclam Verlag mit USM Haller

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Reclam Verlag mit einem USM Haller Messetisch

Fachhochschule Potsdam mit einer Hommage an den Brandenburger Egon Eiermann. Hier die Eiermann Tischgestelle von Richard Lampert und die SE 68 Stühle von Wilde + Spieth.

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Fachhochschule Potsdam mit einer Hommage an den Brandenburger Egon Eiermann

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SE 68 Stühle von Wilde + Spieth

Doch am beeindruckendsten waren wir wohl von all den Studenten der Bauhaus Uni Weimar, die ihren Stand  Block von Frank Gehry (für Vitra) widmeten.

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Block von Frank Gehry für Vitra

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Bauhaus Universität Weimar

Wir können nur hoffen, dass sich die Situation auf der Leipziger Buchmesse 2011 verbessert.

Aber bitte mit mehr Qualitätsmöbeln



(smow)abseits: Shouting Lager Lager Lager

Tuesday, February 2nd, 2010

In den vergangenen Tagen erreichte uns ein endloser Schwall E-Mails in unserem (smow)blog Bunker. Alle wollten wissen, ob es uns gut geht. Und falls es uns gut geht, warum wir dann nichts bloggen. Ob wir keine Lust mehr haben. Ob wir gelangweilt sind. Ob uns der Chef entdeckt hat.

Nein, weit gefehlt. Die traurige Wahrheit ist, dass wir gezwungen waren, zur Abwechslung mal richtige Arbeit zu leisten. Ja, wir glauben es selber nicht. Die Kombination aus Weihnachtsferien und heftigem Schneefall in Europa hatten dazu geführt, dass sich einige Herstellerlieferungen unserer (smow)Lieferanten in letzter Zeit verzögert haben.

Verspätete Zulieferungen, die alle am Donnerstag eintrafen.

(smow) in stock and ready to go...

(smow) ... im Lager und bereit für den Versand...

Als wir am Donnerstag Morgen das (smow)Hauptquartier erreichten, wartete Vitra bereits mit einem LKW voller Produkte verschiedenster Designer, wie z.B. Charles und Ray Eames, Maarten van Severen oder Verner Panton.

Danach kam USM Haller mit einem LKW voll Haller Tische, USM Haller Sideboards und Rollcontainern. Und gerade als USM wieder Richtung Bühl aufbrach, erreichte uns Moooi aus Amsterdam.

Manchmal geht es im (smow)Hof wirklich zu wie auf einem EU Parkplatz.

Und kaum dass wir unser Mittagessen verdaut hatten, rollten auch schon Moormann, Lampert und Lapalma auf den Hof.

An sich eine gute Sache. Das bedeutete aber auch, dass irgend jemand all die gelieferten Kartons einräumen musste. Und diese Aufgabe fiel auf uns zurück. Aber keine Angst, wir mussten nicht wirklich schwitzen.

USM Haller being carried into the (smow)warehouse

USM Haller - von Eames Elephants in das (smow)Lager transportiert

Denn für solche Zwecke haben wir ein speziell ausgebildetes und qualifiziertes Team an Eames Elephanten, wir mussten nur alles entsprechend koordinieren.

Und so waren wir in den vergangenen Tagen damit beschäftigt, die Eames Elephanten durch die endlosen Flure des (smow)Lagers zu dirigieren um die Eiermann Tische, Vitra DSR und USM Haller Möbel zu verstauen.

Mittlerweile ist endlich alles untergebracht und unsere Eames Elephanten sind in das Leipziger Ratsholz zurückgekehrt, wo sie wieder der Stadt Leipzig helfen, den Wald von der Plage Nordic Walking treibender Rentner zu befreien.

Viel Glück! Wir zählen auf euch.

Und wir sind jetzt auch zurück im Büro um zuviel Kaffee zu trinken und nach den schönsten Storys zum Thema Designer Möbel für Eure Unterhaltung zu suchen.

Eames Elephant's ... hunting nordic walking pensiors in Leipzig

Vitra Eames Elephants bereiten sich auf den Überfall auf Nordic Walking Rentner in Leipzig vor



Vom iRmann Tisch zum iSlate

Tuesday, January 26th, 2010

Mit Spannung blickt die Welt auf San Francisco für die Ankündigung des Jahres. Steve Jobs wird am Mittwoch das neueste Gerät aus dem Hause Apple vorstellen.

Ist das der iSlate?

Ist das der iSlate?

Man munkelt, das flache, tragbare, tastaturlose Objekt der Begierde wird iSlate oder iPad oder iTablet heißen. Nutzer sollen mit der Mischung aus iPhone und iMac überall schreiben, zeichnen und rechnen können.

Im Prinzip eine Schiefertafel für das 21. Jahrhundert.

Daher der Name.

Was viele von Ihnen aber vielleicht überraschen wird: Nicht nur die Geschichte der Schiefertafel selbst ist germanisch, auch Apples Designansatz hat seine Ursprünge in Deutschland und sogar die Namensgebung basiert auf historischer deutscher Syntax.

Der iSlate ist also eigentlich deutsch.

Das Zentrum der weltweiten Schiefertafel-Branche war Steinach in Thüringen. In dieser Idylle aus Wald und Bächen wurden 30 Milliarden Schiefertafeln hergestellt und in alle Ecken der Welt versendet, bis die Produktion schließlich 1968 eingestellt wurde. Das “Schiefermuseum” der Stadt gibt einen wunderbaren Überblick über die Geschichte der Tafel-Herstellung in der Gegend und lohnt einen Besuch, wenn Sie das nächste Mal am Rennsteig sind. Den Betreibern zufolge, wird erst nach Steve Jobs offizieller Enthüllung entschieden, ob der iSlate in die Ausstellung aufgenommen wird.

Und ob er wirklich iSlate heißt.

Der klassische Eiermann Tisch von Egon Eiermann für Richard Lampert

Der klassische Eiermann Tisch von Egon Eiermann für Richard Lampert

Aber lange bevor Jonathan iVes begonnen hat, unser Denken in Bezug auf Produkte neu zu erfinden, haben die Deutschen genau dies bereits getan.

Der iRmann Tisch von Egon Eiermann ist wahrscheinlich das beste Beispiel dafür, wo das Produktdesign von Apple seinen Ursprung hat.

So wie Jonathen iVes Produkte auf das Wesentlichste reduziert bevor er sie in einem Pseudo-Post-Dieter-Rams-Format wieder auf den Markt bringt; so hat auch Egon Eiermann Schreibtischdesign nur auf das Gestell reduziert bevor er es in einem Pseudo-Pre-Dieter Rams-Format herausbrachte.

Der Name “iRmann” entstammt einer beliebten anglo-friesischen Konstruktion, die das phonetische “i” in der Schriftsprache als minderwertig betrachtete, weswegen der zweite Buchstabe entsprechend großgeschrieben wurde. Der Kleinbuchstabe “i” blieb nur um der Klarheit willen. In Brandenburg – woher Eiermann stammt – und dem benachbarten Berlin war diese Praxis weit verbreitet, starb jedoch aus als die ingwäonischen Sprachen in den 1980ern endgültig zugunsten des modernen Deutschs kapitulierten.

Unter Wissenschaftlern ist allgemein die These anerkannt, dass die Verwendung des Kleinbuchstaben “i” durch Apple in Wörtern wie iPod oder iPhone ähnliche Ursprünge hat und in Zusammenhang steht mit Steve Jobs friesischer Herkunft.

Heute wird der iRmann Schreibtisch von Richard Lampert hergestellt, allerdings unter dem Namen Eiermann Tisch.

Sowohl Apple-Produkte als auch iRmann Tische werden weltwelt von Architekten, Designern und anderen kreativen Menschen genutzt.

Das kann kein Zufall sein.

Der iRmann Tisch wird wunderbar ergänzt durch George Nelsons iClock von Vitra.

Der Name iClock ist ein schlechtes Wortspiel, welches wir uns nur ausgedacht haben, um die Uhr in diesem Post unterzubringen.

Aber wir mögen ihn.

Detaillierte Informationen zum iSlate gibt es hier nach der offiziellen Vorstellung von Apple.

iSlate und iRmann Tisch mit einem Panton Chair... Sieht so das kreative Bürodesign der Zukunft aus?

iSlate und iRmann Tisch mit einem Panton Chair... Sieht so das kreative Bürodesign der Zukunft aus?



smow am Rhein: Herbert Hirche und Egon Eiermann

Tuesday, January 19th, 2010
Herbert Hirche

Herbert Hirche

Unsere Vorbereitungen auf die IMM 2010 in Köln laufen zügig. Ein Highlight scheint dieses Jahr der Stand von Richard Lampert zu sein, an dem der 100. Geburtstag von Herbert Hirche zelebriert wird.

Geboren in Görlitz, ist Hirche in vielerlei Hinsicht der “vergessene” Bauhaus-Student, und das trotz seines beachtlichen Beitrags an der Nachkriegs-Architektur  und Design in Deutschland.

Nachdem er seine Zimmermannslehre abgeschlossen hatte, immatrikulierte er 1930 im Bauhaus Dessau und zog 1932 mit der Schule nach Berlin um, wo er bis zur Schließung 1933 Student blieb. Unter seinen Dozenten befanden sich Wassily Kandinsky und Ludwig Mies van der Rohe, in dessen Büro Hirche nach der Schließung des Bauhaus noch bis 1938 arbeitete. Im Jahr 1939 trat er zusammen mit Egon Eiermann eine Stelle an, mit dem er zusammen arbeitete, bis Eiermann in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges nach Westdeutschland ging. Hirche blieb in Berlin und spielte eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der Stadt.

1948 startete er seine zweite Karriere als Dozent an der neu gegründeten Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin Weißensee. Im Jahr 1950 ging Hirche, teilweise aus politischen Gründen, nach Stuttgart, wo er sowohl an seinen Design-Produkten arbeitete als auch als Professor für Interior und Zukunfts-Design an der Akademie für bildende Künste tätig war. Dort war er auch von 1969 bis 1971 Rektor.

hirche-lounge-chair from Lampert

Hirche "deep lounger" von Richard Lampert

Zu Hirches bekanntesten Möbelstücken zählen sein 457 Sessel für Wilkhahn, sein Teewagen für Holzäpfel und sein “deep lounger” aus dem Jahr 1953, der zu Hirches Lebzeiten nie in Serienproduktion ging aber von Richard Lampert seit 2000 produziert wird.

Im Jahr 2010 wird Lampert seine Produktpalette um zwei weitere Hirche-Produkte erweitern.

Wir sind schon gespannt darauf! Und Sie sollten es auch sein.

Zusätzlich zu Hirche wird der Lampert Stand in Köln auch die neuen Produkte von Hirches Zeitgenossen Eiermann vorstellen, wie z.B. neue Tischplatten für das Eiermann Tischgestell und neue Kissen für den Eiermann E 10 Rattan Sessel.

Wir vom (smow)Blog werden natürlich Berichte, Kommentare und Fotos zu den Produkten liefern.

Egon Eiermann Rattan chair from Lampert

Egon Eiermann E 10 Rattan Chair von Richard Lampert



New York Ta(b)les: Teil I

Tuesday, May 19th, 2009

Es gibt zwar  keine Tische im Presseraum, aber auf der Messe selbst sind genug …

Eiermann 1 von Egon Eiermann bei Lampert….ahhhhh, wenn nur, wenn nur …. Poliertes Chrom UND ein Platz um seine Füße auszuruhen. Hhhmmmm, perfekt.

The Eiermann 1 table frame from Richard Lampert at the German Design Council stand

Das Eiermann 1 Tischgestell von Richard Lampert am Stand des German Design Council

Und genial, ein Tisch mit integriertem Buchhalter. Der Traum eines jeden Lektors. Sogar höhenverstellbar, dass man stehen oder sitzen kann … Crescendo C2 maximus von stilvoll

Crescendo C by stillvoll. So simple, yet so complex and so good

Crescendo C2 maximus von stillvoll. So einfach, und doch so komplex und gut

Ziemlich gemein – Zugang zu diesem Dr Na von Philippe Starck bei Kartell ist gesperrt für Presseleute!!! Erst ignorieren sie die Genfer Konvetion, und nun die Pressefreiheit…

Dr Na by Philippe Starck for Kartell

Dr Na von Philippe Starck bei Kartell

Genervt versucht das (smow)blog Team diesen Kinderschreibtisch von iglooplay so nutzen. Wunderbares Eamesesques Styling, aber viel zu klein für durchschnittlich erwachsene Europäer.

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Merkwürdiger Name - Mod Topper und Mod Rocker von iglooplay. Großartig für Kids, nichts für Erwachsene