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Enthüllung des Eames soft Pad – Hoffen auf Erfolgsfortsetzung des Aluminium Chairs

Tuesday, February 2nd, 2010

Zeeland, Michigan, 1969

The EA 107 from the Charles and Ray Eames aluminium chair range through Vitra

The EA 107 aus der Charles und Ray Eames Aluminium Chair Kollektion bei Vitra

Vor zehn Jahren revolutionierten Charles und Ray Eames die Welt des Stuhl-Designs mit ihrer “Aluminium Chair” Kollektion. Und nun hoffen sie, es wieder tun zu können.

In einer der heiß ersehntesten Veröffentlichungen des Jahres, stellten Charles und Ray Eames vergangene Woche ihre neue Produkt-Kollektion vor: Soft Pad.

“Soft Pad ist die fortschrittlichste Technologie in einem magischen und revolutionärem Produkt”, erklärte ein stolzer Charles Eames als er die neue Kollektion vor geladenen Journalisten im Yerba Buena Center in Zeeland, Michigan, enthüllte.

Mit dem soft Pad halten Charles und Ray Eames an dem gewohnten Gestell der Aluminium Chairs fest, fügten aber eine Reihe an neuen Funktionen hinzu: individuell gepolsterte, 2 und 3/4 inch große Auflagen. Die Auflagen, so Eames, bilden einen Kontrast zu dem glatten Aluminium um einen weicheren, opulent wirkenden Stuhl zu schaffen, der trotzdem die Transparenz und Klarheit des Original Aluminium Stuhls beibehält.

Darüber hinaus hofft Eames auch, den Erfolg der über 140.000 “Apps” ausbauen zu können, die es für den Aluminium Chair gibt und die im sogenannten Aluminium Chair appsStore erhältlich sind, wie z.B. die beliebte Fuß-Stütze und Facebook Apps.

The EA 207 from Charles and Ray Eames new soft Pad range through Vitra

The EA 207 aus der neuen Charles und Ray Eames soft Pad Kollektion bei Vitra

Kritiker bemängeln das Fehlen von USB-Anschlüssen und den Fakt, dass das neue soft Pad kein Flash unterstützt. Charles und Ray Eames zeigen sich dennoch optimistisch und glauben, dass das neue soft Pad eine große Resonanz unter den Konsumenten finden wird, vielleicht sogar ein ein neuer Design Klassiker, der in Europa von Vitra produziert wird und im Internet erhältlich ist.



Vitra, Thonet und die Kunst der Designer-Möbel

Thursday, October 8th, 2009
EA 107 by Charles and Ray Eames for Vitra

EA 107 von Charles und Ray Eames für Vitra

In den vergangenen Wochen fanden drei unabhängige Ereignisse statt, die zu einer bedeutsamen Geschichte verschmolzen.

Während des Besuches einer Studentenwohnung in Dresden fiel dem (smow)Boss ein offensichtlich lang genutzter, doch immernoch funktionaler Stuhl auf, der an den EA 107 von Charles und Ray Eames für Vitra erinnerte. Obwohl man annehmen konnte, dass es eine Kopie war (Studentenwohnung, Dresden, etc.), wusste sein professioneller Verstand es besser und untersuchte den Stuhl eingehend. Und siehe da! Es war ein original EA 107 von Charles und Ray Eames für Vitra.

Dieser glückliche Besitzer hat den Stuhl von seinem Großvater geerbt, ohne den wahren Wert trotz des stets geschätzten Sitzkomforts jemals zu wissen.

Mart Stam copies awaiting collection...

Mart Stam Kopien

Ein völlig anderer Schauplatz begrüßte uns am nächsten Morgen als wir durch ein bekanntes Leipziger Büroviertel liefen. Wir entdeckten zwei offensichtliche Kopien des S 33 von Mart Stam für Thonet in Müllcontainern.

So traurig…

Wir werden Ihnen den Anblick des rissigen und herabhängenden Kunstleders ersparen. Aber der erschütternde Punkt ist, dass eine Firma dachte, sie könnten ein paar Euro sparen indem sie billige Stühle online einkauften. Und nun haben sie gar keine Stühle mehr.

Und das Geld ist eh längst weg.

In der gleichen Woche gab das Oberlandesgericht Düsseldorf sein Urteil im Fall Thonet gegen einen italienischen Produzenten von Mart Stam Kopien bekannt. Der Produzent stellte den S 43 Cantilever Stuhl her. Wir berichteten.

S 43 by Mart Stam through Thonet - officially a work of art

S 43 von Mart Stam von Thonet - offiziell ein Kunstwerk

Das Gericht entschied, dass der S 43 als künstlerisches Werk immer noch geschützt sei und deswegen nur vom Lizenzinhaber, nämlich Thonet, produziert werden dürfe.

Neben der richterlichen Bestätigung, dass Mart Stams Arbeiten Kunst seien, sollte die Entscheidung der Richter auch weiterhin Konsumenten vor qualitativ schlechten Kopien schützen.

Für diejenigen, dessen entsorgte Stühle wir fanden, ist es zwar ein bisschen zu spät. Aber für jene, die beabsichtigen in Designer Möbel zu investieren, ist der Fall klar.

Mit einem original lizensierten Produkt – ja, man bezahlt ein wenig mehr Geld, aber mit dem zusätzlichen Geld kommt der Seelenfrieden. Und anstatt das gute Stück später in den Müllcontainer wandert, wird es wohl eher den Weg zur nächsten Generation finden. Oder vielleicht auch zur übernächsten.