Posts Tagged ‘Charles and Ray Eames’

(smow) Sommertour 2011: Burg Giebichenstein Halle

Friday, August 19th, 2011

Nachdem wir bereits der Bauhaus Universität Weimar, Fachhochschule Potsdam, Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Universität der Künste Berlin einen Besuch abgestattet hatten, führte uns die letzte Etappe unserer Sommertour 2011 zur Burg Giebichenstein Halle.

Vielleicht ist das unsere Meinung, aber wir glauben wirklich, dass die Studenten der Burg Giebichenstein mehr und auch vielfältigere Seminare absolvieren als die Studenten aller anderen Unis die wir besichtigt haben – zumindest im Hinblick auf ihre Jahresendpräsentationen.

Ob es nun Plattenhüllendesigns sind oder Stücke die sich an Obst und Gemüse orientieren oder eine Lampe, die Isamu Noguchi entworfen hätte, wenn er noch leben würde – jeder Raum jedes Gebäudes scheint mindestens eine Ausstellung zu beherbergen. Oder zwei.

Unsere Aufmerksamkeit haben vor allem “Eine Bank für zwei” und “Bodenreform” auf sich gezogen.

Bei “Eine Bank für zwei” waren die Studenten aufgefordert, eine Bank für zwei prominente “Kreative”, also Designer, Architekten, Musiker, Schauspieler o.ä. zu entwerfen. Die Banken sollten sowohl den Charakter ihrer Nutzer als auch ihre Beziehung zueinander in der Formensprache und im Material widerspiegeln.

Ein schönes kleines Projekt also, bei dem die Studenten entdecken konnten, wie sie die Arbeit und das Wesen der Menschen verstehen, die sie als Referenz genommen haben, und dadurch auch ihre eigenen Techniken verbessern können.

Und wir durften die Ergebnisse bewundern!

Neben tollen Bänken für Gerrit Rietveld und Charles Eames oder Konstantin Grcic und Dieter Rams war unser Highlight Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames: ein Zweisitzer-RAR. Die Idee hat uns von den Socken gehauen und uns ins Grübeln gebracht: Inwieweit könnte – oder würde – Vitra jemals die Arbeiten von Ray und Charles Eames weiterentwickeln?

Elias Betka's bench for Charles and Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Bei “Bodenreform” ging es offiziell um Böden, Bodenbeläge und ihre Rolle in Architektur und Design, aber das Projekt, das uns am besten gefallen hat, hat nicht wirklich in die Aufgabenstellung gepasst. (Soweit wir das beurteilen können.) Das konnte aber der Genialität von Hobo von Julian Heckel keinen Abbruch tun.

Hobo erinnert an eine viktorianische Staffeleiadaption für wandernde Dichter. Der kleine Tisch kann – flach zusammen gefaltet – auf den Rücken geschnallt und – auseinander geklappt – gegen einen Baum o.ä. gelehnt werden. Dazu gehört auch ein kleiner Sitz, der gefällt uns nicht so. Aber der Tisch ist fantastisch.

Außerdem hat uns Ausgewachsen von Annika Marie Buchberger gefallen – mit einer kleinen Einschränkung. Die Masterarbeit umfasst eine Serie von Kindermöbeln, bei denen verschiedene Elemente mit einem universellen Gestell kombiniert werden können. Gute Idee, schön ausgeführt. Allerdings gibt es das Gestell in drei Größen, wobei die Beine nicht ausgetauscht werden können. D.h. die Höhe der Objekte kann nicht variiert werden, es sei denn man hat alle drei Gestelle/Größen. Austauschbare Beine wären vielleicht sinnvoller gewesen. Ist nur unsere Meinung und wir hatten trotzdem große Freude an dem Projekt.

Igi by Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Igi von Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Ein anderes Kinderprojekt – und davon gab es viele (Ist Halle eine besonders kinderreiche Stadt oder sind die Studenten der Burg Giebischenstein nur besonders fruchtbar?) – war Igi von Constanze Hosp.

Eltern die mit einem kleinen Baby Fahrrad fahren wollen, müssen normalerweise auf einen Anhänger oder (riskant!) den normalen Babycarrier zurückgreifen.

Igi ist ein Babycarrier mit Hartschale, sodass das Kind beim Radfahren sicher am Körper liegt. Und nicht nur beim Radfahren, auch in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln kann Igi jungen Eltern etwas mehr Sicherheit und Vertrauen geben.

Es gab also viele Highlights auf der Burg Giebichenstein, aber eine Sache hat uns irritiert: Wo war die Ausstellung der Produktdesignabsolventen? Gut, wir hatten sie schon auf dem DMY gesehen, aber wir hatten uns doch darauf gefreut, ein paar der Produkte in Halle etwas näher unter die Lupe nehmen zu können. Aber weit und breit war nichts von den Absolventen zu sehen und keiner konnte uns sagen, wo sie sind. Schade!

Trotzdem war die Giebichenstein-Jahresausstellung 2011 ein mehr als würdiger Abschluss unserer Sommertour und hat uns gut auf unseren Herbstmarathon vorbereitet.

Wie immer gibt es eine kleine Bildergalerie auf Facebook: facebook.com/smowcom

Und kann jemand diesen Stuhl identifizieren ⇓ ?

An unidentified chair - a regukar sight on the Burg Giebichenstein Halle campus

Ein unidentifizierter Stuhl - sieht man öfter auf dem Campus der Burg Giebichenstein Halle



Ray und Charles Eames: Wie der Architekt und die Künstlerin das Möbeldesign revolutioniert haben

Thursday, June 9th, 2011

Plywood Chair from Vitra

Plywood Chair von Vitra

Ray und Charles Eames könnten gut als Multitalente beschrieben werden. Das amerikanische Designerpaar hat funktionale Möbel mit globalen Anklang entworfen, avantgardistische Filme gedreht, Kinderspielzeug gestaltet und waren für das Eames House und das Entenza House in Los Angeles verantwortlich.

Charles Eames (1907-1978) hat an der Washington University in St. Louis Architektur studiert, bevor er aufgrund eine Stipendiums und darauffolgende Position als Lehrer an der Cranbrook Academy of Art nach Michigan wechselte, wo er seine zukünftige Frau, die Malerin Ray Kaiser (1916-1988) traf. Zusammen mit Eero Saarinen, einem berühmten finnischen Architekten, der zuerst Charles’ Lehrer und später ein geschätzter Kollege war, hat Eames mit laminiertem Sperrholz experimentiert. Die Möbel, die daraus entstanden, haben den “Organic Design in Home Furnishings”-Wettbewerb des New York Museum of Modern Art gewonnen. Die Stühle in der Eames Sperrholz-Gruppe haben eine charakteristische Form, die sich am menschlichen Körper orientiert, so dass man sagenhaft bequem darauf sitzt.

Eames Lounge Chair by Vitra

Eames Lounge Chair White von Vitra

1941 haben Ray Kaiser und Charles Eames geheiratet und ein Designstudio gegründet. Während des zweiten Weltkriegs haben sie ihre Erfahrung mit Sperrholz dazu genutzt, Flugzeugteile, Tragen und Beinschienen für die US Army herzustellen. Außerdem haben sie begonnen, mit Fiberglas und Aluminiumguss zu experimentieren. Das bekannteste Ergebnis dieser Experimente war — und ist — der  “Lounge Chair” von 1956.

Der amerikanische Möbelhersteller und Pionier  Herman Miller bot Charles und Ray Eames seine Zusammenarbeit an. Zusammen mit Miller und dessen leitendem Designer George Nelson wurde nicht nur der Lounge Chair weiterentwickelt und perfektioniert, sondern es wurde auch eine ganze Reihe Eames-Kreationen entwickelt und produziert. Trotz des wachsenden kritischen und kommerziellen Erfolges ihrer Arbeit, haben Charles und Ray Eames nie ihren zentralen Fokus auf Qualität und Ästhetik in einem Produkt, das möglichst einfach gebaut werden kann, verloren. Die Kooperation mit Herman Miller hat die Eames-Werke über Millers Partner Vitra auch nach Europa gebracht. Vitra besitzt bis heute die exklusiven Rechte an allen Eames-Produkten in Europa und Asien.

Ray und Charles Eames (Photo: www.designmuseum.org)

Ray und Charles Eames (Photo: www.designmuseum.org)

Hier einige Stücke von Charles und Ray Eames von Vitra, die bei smow verfügbar sind:

- Plywood Group

- Plastic Group

- Fibreglass Group

- Aluminium Group

- Wire chair

- Produkte für Kinder



(smow)Blog Rückblick 2010: Januar, Februar, März

Friday, January 14th, 2011

Obwohl viele Kritiker meinen, dass ein Jahresrückblick lediglich ein einfacher und augenscheinlicher Weg ist Content zu generieren ist dieser für uns ein wichtiger Schritt in der Planung unserer Aktivitäten im kommenden Jahr – d.h. wo wir hingehen, mit wem wir sprechen werden, worauf wir sitzen werden und was viel wichtiger ist was wir dieses Jahr aufgeben oder anders machen werden.

Das einzig wirkliche Problem für uns dabei ist, dass wir erst mit der Aufarbeitung realisieren wieviel Material wir aufgrund der Fülle unbeachtet lassen müssen. Dadurch bekommen wir jedoch einen Eindruck davon, wieviel mehr Material wir im kommenden Jahr erwerben können.

Heck!

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Das Jahr begann wie immer mit der IMM und Designers Fair in Köln. Abgesehen von der Möglichkeit einige Anti-Karneval-Scherze zu machen brachte uns der Ausflug einige tolle neue Produkte und Designer näher, so z.B.: Uli Budde, Christian Lessing, Martin Neuhaus, Alexander Gufler, maigrau, Tim Baute etc, etc, etc…

Ein weiteres Higlight war die Einführung von Herbert Hirche´s Interbau 57 Sessel durch Richard Lampert.

Negativ war der Mangel an Innovationen und wenn wir ehrlich sind die Qualität der Ausstellungen auf der IMM. Dafür, dass die IMM Deutschlands größte und wichtigste Möbelmesse ist, war sie einfach nicht gut genug.

Lassen wir uns überraschen was die IMM 2011 bringt.

Im Februar waren wir dann mit der Eröffnung des VitraHaus auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein und einem Besuch beim MoormannHaus in Aschau im chiemgar auf einem wesentlich sichereren Grund unterwegs.

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Abgesehen von der Art und Weise wie das VirtraHaus majästatisch vor einem erscheint war für uns die Entscheidung Gegenstände, die nicht aus dem Hause Vitra stammen, in die Ausstellung zu integrieren die wahre Freude. Ganz im Geiste der Collage von Charles and Ray Eames zum Prinzip der Innnenarchitektur.

Wenn wir einen Wunsch für 2011 hätten, dann der, dass man das eine oder andere Werk eines jungen Designers in die Ausstellungsfläche im VitraHaus aufnimmt, anstatt ausschließlich auf etablierte Designer zu bauen.

Das VitraHaus ist groß genug, um jungen Talenten eine Chance zu geben.

Während das MoormannHaus nur in Bruchteilen so spektakulär war wie Architektur von Vitra, war das eigentliche Highlight unseres Trips nach Aschau die Moormann Berge.

Die Moormann Berge ist eine wundervolle Einführung in die Moormann Philosophie, ganz abgesehen davon, dass es auch ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Trip in die bayrischen Alpen ist.

Im März feierte die (smow)airport systems mit einer Reihe von auf USM Haller basierten Flughafen Lösungen auf der Passenger Terminal Expo 2010 in Brüssel Premiere. In Zusammenarbeit mit USM Haller hat die (smow) airport systems eine Reihe von Lösungen sowohl für operative als auch Lounge und Retail Bereiche auf Flughäfen entwickelt – Lösungen die auch bei den Besuchern der PTE sehr gut ankamen.

Auch wenn sich Firmenname und Struktur seit der PTE 2010 wieder verändert haben werden wir auch bei der PTE 2011 in Kopenhagen wieder dabei sein, zum einen um die Entwicklung des Projekts als Ganzes zu verfolgen und zum anderen um über Entwicklungen im Flughafen- und öffentlichen Bereich der Möbelwelt zu berichten.

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Zurück in Leipzig fand im März 2010 die Leipziger Buchmesse statt und parallel dazu eine erfolgreiche Lesungsreihe im Rahmen des Events (smow)liest im (smow)Raum am Burgplatz.

Angefangen mit dem Buch “Grillsaison” von Philipp Kohlhöfer, gefolgt von “Neue Stimmen from Switzerland” bis hin zu “Meine Frau will einen Garten” von Gerhard Matzig brachten alle drei Vorlesungen ein sehr unterschiedliches, wenn auch gleichermaßen unterhaltsames Erlebnis mit sich.

Mehr davon Anfang 2011!



„Schöne neue Welt – American Mid-century Design“ @ Frank und Oliver, Zurich

Wednesday, November 24th, 2010

So zufrieden wie es der Mann im Shop an der Ecke mit seinem Leben war, bis der Chef eines Tages aufkreuzte und Zigarren kaufen wollte – so zufrieden waren wir mit unserem Leben bis heute morgen um 00:42 Uhr ebenfalls.

Zu diesem Zeitpunkt erhielten wir die Einladung zur nächsten Frank und Oliver’s Ausstellung in Zürich: „Schöne neue Welt – American Mid-century Design“

Auf ihren vielen Reisen durch Nord- und Mittelamerika haben Oliver Müller und Frank Landau eine einzigartige Sammlung von Gegenständen aufgebaut. In der Ausstellung „Schöne neue Welt – American Mid-century Design“ demonstrieren sie wundervoll, wie sehr das amerikanische Design in der Nachkriegszeit von europäischen Designern beeinflusst wurde.

Andere träumen von Harley-Touren auf der Route 66 – aber wir wollen einfach nur Oliver Müller und Frank Landau sein.

Die Ausstellung “Schöne neue Welt – American Mid-Century Design” konzentriert sich auf Möbel und Haushaltsgegenstände aus den vergangenen 60 Jahren und umfasst frühe Arbeiten von Designern wie
Charles und Ray Eames, George Nelson und Edward Wormley.
Was wiederum – wenn wir ehrlich sind – wie ein 100m² Design-Porno klingt.

Unter Design-Historikern ist die Huhn-oder-Ei-Frage, ob nach dem Zweiten Weltkrieg die Europäer von amerikanischen Designern beeinflusst wurden oder umgekehrt Europäer amerikanisches Design beeinflusst haben der häufigste Anlass für After-Dinner-Diskussionen.
Am zweithäufigsten steht die Frage, ob Eero Saarinen Europäer oder Amerikaner war, im Raum.

Trotz der kühnen Behauptungen von Frank und Oliver erwarten wir nicht, eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten – denn die Verbindungen zwischen den beiden Kontinenten waren zu eng und beide Seiten profitierten von den Erfahrungen der jeweils anderen.
Außerdem gibt es auch noch die ganzen vorkolonialen Theorien – aber darauf werden wir jetzt nicht eingehen. Nicht heute.

Doch für alle, die Interesse an modernem Design und an der Entwicklung des Möbeldesigns seit den 40er Jahren haben, bietet die Ausstellung “Schöne neue Welt – American Mid-Century Design” eine wunderbare Gelegenheit, die Produkte, deren Entwicklung und Relevanz im Kontext des zeitgenössischen Möbeldesigns besser zu verstehen.

„Schöne neue Welt – American Mid-century Design“ am 2.Dezember um 17:00 bei Frank and Oliver, Forchstrasse 179 CH-8032 Zürich.

Das ESU 400-N by Charles and Ray Eames als Teil von „Schöne neue Welt - American Mid-century Design“ bei Frank and Oliver, Zurich

Das ESU 400-N by Charles and Ray Eames als Teil von „Schöne neue Welt - American Mid-century Design“ bei Frank and Oliver, Zurich



Dänspotting: Ist dänisches Möbeldesign noch relevant?

Friday, September 17th, 2010

Wie bereits berichtet, war unser Besuch in Kopenhagen und bei der CORE 10 ohne Frage einer unserer enttäuschendsten Trips.

Das lag vor allem an der nicht vorhandenden Innovation, Vorstellungskraft und Qualität.

It’s certainly a phenomenon in all walks of life.

What do you mean?

Well, at one point, you’ve got it, then you lose it. And it’s gone forever.

All walks of life.

Georgie Best, for example, had it, lost it.

Or David Bowie or Danish design.

Danish design. Some of their modern stuff’s not bad.

No, it’s not bad, but it’s not great either, is it?

And in your heart you kind of know that although it looks all right…

It’s actually just…..

Sogar in der Ruhmeshalle skandinavischen Designs nimmt das “Dänische Design” einen erhobenen, fast mystischen Platz ein.

Verner Panton, Arne Jacobsen, Finn Juhl, Poul Kjaerholm, Hans J. Wegner und und und…

Es ist wahrscheinlich nicht übertrieben zu behaupten, dass kein anderes Land dem Nachkriegsdesign mehr “Stars” geschenkt hat als Dänemark.

Besonders, wenn man das Verhältnis “Star-Designer zu Einwohnern” berücksichtigt.

Aber…

Zu wenige dänische Möbelhersteller verstehen, warum das so ist.

Es geht nicht um ageometrische Formen und bunte Farben.

Arne Jacobsen's Bellvue Chair from 1934

Arne Jacobsens Bellevue Chair aus dem Jahr 1934

Wie Egon Eiermann war ein Großteil der bekannten dänischen Designer Architekten, die in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig individuelle Möbelstücke für ihre Projekte entwarfen – die aber keine wirkliche Rolle in der industriellen Möbelproduktion spielten.

Die sozialen und kulturellen Veränderungen der 50er und 60er Jahre haben im Grunde den Massenmarkt für zeitgenössische Möbel geschaffen: und die Möbelhersteller fanden in den führenden Architekten der Zeit eine Quelle von innovativen, erfahrenen Möbeldesign-Talenten.

Die Designer blieben allerdings hauptsächlich Architekten, die gelegentlich auf Basis ihres Architektur-Verständnisses und ihrer eigenen Prozesse Möbel entwarfen.

Arne Jacobsens Ameise, zum Beispiel, begann als Kantinenstuhl für eine Fabrik, an der Jacobsen arbeitete. Durch den Kontakt mit Fritz Hansen entwickelte sich das Projekt, getrieben von dem Interesse, ein Produkt zu entwerfen das mit Charles und Ray Eames Sperrholzmöbelkollektion mithalten konnte.

Was uns zum zweiten Impuls bringt: die Innovation dieser Zeit.

Der Eames DSR ist zum Beispiel kein besondersis umwerfender Stuhl – der in Form gegossene Plastesitz war aber zu seiner Zeit revolutionär.  So wie das gebogene Sperrholz von Eames oder der Plaste-Freischwinger von Verner Panton sehen wir viele der heutigen Designklassiker nicht als ebenjene wegen ihrer Erscheinung, sondern weil sie eine historische Bedeutung haben, Genres neu definierten, als sie auf den Markt kamen und sich so in das kollektive Bewusstsein gebrannt haben.

Hinzu kommt die Verfügbarkeit des Materials als solches. Möbel waren traditionell aus Holz hergestellt, die Bauhaus-Bewegung und Modernismus brachten Metall und Glas ins Spiel, bis Ende der 1940er Jahre eine Materialknappheit dazu führte, dass Europas Möbelhersteller in ihren Möglichkeiten eingeschränkt waren.  In den 1950er und 60er Jahren hatten die Produzenten zum einen wieder Zugang zu mehr Material, zum anderen wurden durch die Industrialisierung immer mehr neue Materialien hergestellt – und die Möbeldesigner fühlten sich mit den neuen Möglichkeiten wie Kinder vor einem Weihnachtsbaum.

Alle Neuigkeiten und Innovationen konnte durch die neuen Massenmedien wie Fernsehen oder Farbdruck schnell verbreitet werden und fanden im Europa in Zeiten von Wohlstand und Sicherheit dankbare Abnehmer.

All diese Faktoren kamen zusammen um das Konzept des dänischen Designs hervorzubringen.

Oder in anderen Worten: In Dänemark taten die richtigen Leute im richtigen Moment das Richtige.

Tivoli Chair by Verner Panton through Montana: Colourful, but thats not why its good.

Tivoli Chair von Verner Panton (Montana): Farbenfroh, aber nicht nur deswegen gut

Heutzutage werden Produkte für Möbelhersteller fast ausschließlich von professionellen Produktdesignern entworfen, deren Aufgabe es ist Artikel auf Anfrage zu fertigen.

Das ist an sich keine schlechte Sache, wenn man davon ausgeht, dass die Motivation darin liegt, etwas Neues zu kreiieren oder ein bestehendes Design zu verbessern.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war weder neu noch besser.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war einfach Mittelmäßigkeit – hübsch verpackt in bedeutungslosem Marketinggeschwätz um zu verschleiern, dass das Produkt weder neu noch interessant ist.

Renton würde sicher sagen “Früher oder später musste es so kommen.”

Im (smow)Büro hängt das Poster “A Century of Danish Chairs” an der Wand, es beginnt 1905 und endet 1979 – so ähnlich war auch unsere Erfahrung auf der CODE 10.

So als wären die letzten 30 Jahre nicht passiert.

Dänisches Möbeldesign ist noch nicht komplett ausgestorben, und Sick Boys vereinheitlichende Theorie vom Leben ist nicht generell gültig, aber ein Großteil ist eindeutig vom Weg abgekommen umd man kann sich schwer vorstellen, woher der Impuls kommen soll um dänisches Möbeldesign wieder aufleben zu lassen.

Nicht zuletzt wenn eine müde Veranstaltung wie die CODE 10 damit wirbt, “…new approaches to design form, design thinking and the creative process” zu zeigen.

Zum Glück gab es vereinzelt ein paar wirklich außergewöhnliche Stücke zu sehen, die wir im nächsten Dänspotting Post vorstellen werden.

Is the sun setting on Danish furniture design?

Is the sun setting on Danish furniture design? Der Untergang



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft, Halbfinale: USA – Deutschland 1:2

Monday, July 19th, 2010

Für viele Designkritiker war das zweite Halbfinale der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft das interessanteste Match des Turniers: Charles und Ray Eames gegen Egon Eiermann.
Nicht nur traten zwei Designteams von internationalem Rang gegeneinander an, nicht nur hatten beide eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Industrie- und Möbeldesigns in ihren Heimatländern gespielt… Nein, das Interesse der Kritiker fokussierte sich vielmehr darauf, ob – und wenn ja, wie sehr – Egon Eiermanns Ansatz den von Charles und Ray Eames (wider)spiegeln würde.

Und gleich die erste Szene sorgte für kontroverse Diskussionen. Nachdem Charles und Ray Eames mit ihrem Standard DCW Plywood Chair eröffneten, kam die Antwort von Egon auch prompt in Form eines SE 42.

Schiedsrichter Arthur Mehlstäubler wies Forderungen nach einem Strafstoß zurück –die formalen Mittel für solch ein Sperrholzdesign seien nun mal limitiert. Das Spiel lief also regulär weiter, auch wenn das Publikum in Durban die Entscheidung lauthals in Frage stellte.

Charles und Ray Eames zeigten sich unbeeindruckt und bahnten sich mit ein paar schnellen DSRs und DSWs den Weg zur verdienten 1:0 Führung mit einem ihrer typischen “Eames Elephants”. Der Eames Elephant schien Egon Eiermann allerdings nur weiter zu beflügeln und seine Anstrengungen zu verstärken. Er experimentierte mit verschiedenen Designs und landete schließlich mit dem Rattan Sessel den Ausgleichstreffer.

Nur kurze Zeit später ging er mit seinem grandiosen Eiermann Tischgestell in Führung.

Trotz einiger guter Szenen im gegnerischen Strafraum – u.a. mit einem Aluminium Chair – gelang es Charles und Ray Eames nicht das Spiel noch einmal zu drehen.

Egon Eiermann gewinnt mit 2:1.

(smow)2010 Übersicht



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: USA- Frankreich 1:0

Sunday, July 18th, 2010

Als krönenden Abschluss der Gruppenphase der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 gab es die mit Spannung erwartete Begegnung von Charles und Ray Eames gegen Ronan und Erwan Bouroullec.

Für die Bouroullecs war noch alles möglich. Entsprechend hoch motiviert gingen sie mit einem gewagten Vitra Slow Chair ins Spiel und legten nur kurz darauf ein perfekt ausgeführtes Alcove Sofa nach.

Beide Versuche scheiterten jedoch an der felsenfesten Eames Abwehr.

Immerhin hinderten sie Charles & Ray Eames daran, überhaupt einen guten Vorstoß in der ersten Halbzeit zu wagen.

Auch in der zweiten Spielhälfte rissen Ronan und Erwan Bouroullec das Spielgeschehen an sich. Eine Kombination aus Steelwood Chair und Regal für Magis stellte Charles & Ray Eames auf eine harte Probe.

Aber dann kamen wie aus der Pistole geschossen DSR, DAR und RAR zum Einsatz und lenkten die Vorstöße der Bouroullecs ab. Alles sah nach einem Unentschieden aus, bis Charles und Ray Eames in den Schlussminuten mit der sinnlichen La Chaise den Siegtreffer erzielten und sich für das Halbfinale qualifizierten.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: USA-Mexiko 0:0

Thursday, July 1st, 2010

Nach ihrem Sieg über Eero Saarinen in ihrem ersten Spiel mussten Charles und Ray Eames in diesem wichtigen zweiten Gruppenspiel der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 jetzt erneut gegen einen alten Weggefährten antreten: Alexander Girard.

Charles und Ray Eames bewegten sich in der Anfangsphase mit einer klassischen Plywood Group Kombination von LCW und CTM konsequent auf das Tor ihres ehemaligen Kollegen bei Herman Miller zu. Die Ergänzung des LCW Stuhls und CTM Tischs mit einem LCM Stuhl brachte Charles und Ray Eames fast die wohlverdiente Führung, aber Alexander Girard konterte mit einem sagenhaften Toostripe Gewebe. Durch ihre frühere Zusammenarbeit am La Fonda del Sol Restaurant in New York hatten beide Seiten ein gutes Gespür für die Arbeiten des anderen entwickelt.

Und so war es keine Überraschung dass sie sich im Laufe der Begegnung immer mehr gegenseitig ausspielten.

Am Ende ein Unentschieden, mit dem keiner zufrieden sein konnte – aber über das sich auch keiner beschwerte.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: USA-Finnland 1:0

Tuesday, June 22nd, 2010

In Gruppe D herrscht ein sehr familiäres Flair.

In diesem Eröffnungsspiel trafen drei alte Freunde aufeinander: Eero Saarinen und Charles & Ray Eames. Die drei waren seit Beginn ihrer Karrieren sehr eng befreundet und die gemeinsamen Einflüsse und Erfahrungen spiegelten sich auch in vielen der ersten Spielzüge wider.

Im Laufe der Begegnung kamen die Unterschiede jedoch mehr und mehr zutage und beide Seiten konnten ihre individuellen Stärken besser herausstellen. Charles & Ray Eames wurden zunehmend wagemutiger in ihrem Einsatz verschiedener Materialien. Sie bewegten sich weg von Fiberglas und Sperrholzstühlen hin zu Draht und Vollpolsterung. Das war ihr entscheidender Vorteil.

Der wunderbar ausgeführter Eames Lounge Chair brachte die Entscheidung und den 1:0 Endstand.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D



(smow)air: Flughafen Design, Passenger Terminal EXPO 2010 mit USM Haller und Vitra

Wednesday, March 17th, 2010

In der Vergangenheit haben wir oft über Flughäfen, Flughafen Design und Flughafen Möbel gesprochen.

Und das nicht nur um zu demonstrieren, wie häufig wir reisen und wie oft wir uns auf Flughäfen befinden.

Sondern weil wir es wichtig finden, dass Möbel von hoher Qualität nicht nur daheim oder im Büro zu finden sind, sondern auch im öffentlichen Raum.

Wenn Sie glauben, ihre Büromöbel seien sehr verschlissen – stellen Sie sich die Beanspruchung vor, der ein durchschnittlicher Flughafen Stuhl ausgesetzt ist.

Vom 23ten bis zum 25ten März wird Europas größte Flughafen Terminal Konferenz und Ausstellung im Flughafen Brüssel stattfinden.

Airline airport seating by Sir Norman Foster for Vitra in Toulouse Blagnac airport

Airline Flughafen Sitzgelegenheiten von Sir Norman Foster für Vitra im Flughafen Toulouse Blagna

Bei der Passanger Terminal EXPO werden führende Flughafen Planer, Manager und Designer in einer Serie von Konferenzen diskutieren, wie man Flughäfen und das Flughafen Erlebnis verbessern kann, während im Ausstellungsbereich über 150 Hersteller ihre Produkte präsentieren – laut Organisatoren – “von Gepäckabfertigung über Sicherheitslösungen bis zum Check-In und Passagiersitzen”.

Und natürlich deckt (smow) alle vier Bereiche ab.

Vitra wartet mit einem Angebot an eleganten Lösungen für öffentliche Sitzbereiche auf, von Eames Plastik Stühlen über Designs von Maarten van Severen bis zur zweckbestimmten “Airline” Reihe von Sir Norman Foster.

Im Bereich Schalter und Shop Lösungen hingegen – ob nun Check In Schalter, Security oder Ausstellungsvitrinen – meistert das hoheitsvoll flexible USM Haller System alle Herausforderungen; und kann außerdem mit Gepäckbändern kombiniert werden.

Und was die Gepäckabfertigung angeht… da gibt es ja immer noch den M 4 R von Tecta.

Mehr Informationen zu USM Haller Flughafen Lösungen von (smow) finden Sie unter der Adresse http://airport.smow.com/. Unsere Meldungen von der Passenger Terminal EXPO 2010 können Sie hier im (smow)blog lesen.

Passenger Terminal EXPO 201 with smow and USM Haller

Passenger Terminal EXPO 2010 mit smow und USM Haller