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(smow)chair v1.0

Thursday, September 2nd, 2010
smowchair

(smow)chair v1.0

Die Motivation zum (smow)Stuhl kam mit dem Chairless von Alejandro Aravena für Vitra.

Obwohl es ein wirklich bezauberndes Produkt ist, waren wir etwas irritiert ob der Tatsache dass das Design für den Chairless nicht wirklich “chairless” – also “stuhllos” ist … eigentlich ersetzt es nur die Spannung innerhalb des Stuhls durch die Spannung innerhalb des Körpers.

Der Benutzer wird zum Stuhl und ist demzufolge während der Benutzung in seinen Bewegungen eingeschränkt.

Aber da uns das “Chairless”-Konzept so beeindruckt hat, wollten wir die Gelegenheit wahrnehmen, die uns der Vitra-Design-Museum-Pappmöbel-Workshop und die Ausstellung “Essence of Things. Design and the Art of Reduction” boten, um unseren eigenen “Chairless”-Stuhl zu entwickeln.

Unsere Kriterien:

  • 100% Pappe, kein anderes Material
  • transportabel
  • so reduziert wie möglich

Als erstes entschieden wir uns, die Beine wegzulasssen. Stühle brauchen keine Beine.

Wir in den westlichen Kulturen sind so an Stühle mit Beinen gewöhnt, dass wir es kurios finden oder sogar gönnerhaft “authentisch”, wenn wir andere Kulturen bereisen, in denen Stühle mit Beinen keine Alltagsgegenstände sind.

Aber Stühle brauchen keine Beine.

Also mussten die Beine dran glauben.

MVS Chais by Maarten van Severen for Vitra.

MVS Chaise von Maarten van Severen für Vitra.

Die Grundlage für unser Design war Maarten Van Severens MVS Chaise von Vitra.

Seine wunderbare dreiteilige Form bildet die perfekte Basis für einen Falt-”Stuhl” mit Sitz, Rücken und SUPPORT.
Die Frage war nur, wie wir die nötige Stabilität erreichen würden ohne auf andere Materialien zurückgreifen zu müssen.

Nach einer Reihe erfolgloser Experimente kam die Antwort durch das (smow)Lager-Team.

Die Kollegen aus dem (smow)Lager sind nicht nur Experten im Verpacken und Versenden von Designermöbeln und in der USM Haller Montage – sie wissen auch ein bisschen was über Statik.

Und dieser Input führte dann zur Form des (smow)chair v1.0

Im Prinzip wurde “der Stuhl” auf “die Armlehnen” reduziert.

Die Arme bieten die Stabilität und sind verantwortlich für den Stuhl.
Die Rücken-, Stütz- und Sitzteile, die die meisten als “Stuhl” verstehen, sind dagegen austauschbar und verzichtbar.

Wer die Armlehnen hat, kann auch einen Stuhl bauen. Wer nur ein Rücken-, Sitz- oder Stützteil hat, kann das nicht.

Two smow chairs ready for departure

Abfahrbereit!

Außerdem ermöglicht der Längsschlitz in den Armen das sichere Zusammenlegen des Stuhls – und der gefaltete (smow)chair kann überall hin mitgenommen werden.

Wir haben z.B. zwei (smow)chairs aus Weil am Rhein am Rucksack festgeschnallt mit nach Hause gebracht.

Die Entwicklung des (smow)chairs ist noch nicht zu Ende. Der (smow)chair v2.0 wurde gerade fertiggestellt, v3.0 wird bald erwartet.

Ein Serienmodell ist allerdings noch nicht in Sicht.

In den nächsten Wochen werden wir hier nicht nur die Weiterentwicklung des (smow)chair dokumentieren sondern den Stuhl auch dazu nutzen um Möbeldesign und die Designmöbelbranche ein wenig zu erläutern.

smow chair and the art of reduction

(smow)chair und die Kunst der Reduktion



Vitra Design Museum Workshop: Teil 1 – Die Idee

Tuesday, July 6th, 2010
Vitra Design Museum:

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.

Parallel zu den Ausstellungen im Vitra Design Museum werden Workshops angeboten. Sie begleiten die Ausstellung und bieten den Teilnehmern neue Einblicke in das Thema der Ausstellung, bzw. in kleinere Teilbereiche.

Für die aktuelle Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” heißt das: Workshops unter anderem über Pappkartonmöbel.

Pappkarton ist ohne Frage eines der schwierigeren Materialien für das Möbeldesign.

Als ein günstiges, überall verfügbares und umweltverträgliches Produkt scheint es perfekt für das moderne Möbeldesign zu sein.

Perfekt bis zu der Frage nach Stabilität und Zerbrechlichkeit.

Da wir Herausforderungen lieben, haben wir uns für den Workshop angemeldet.

Unsere erste Aufgabe war es, herauszufinden, was für ein Produkt wir erstellen wollen.

Drei Inspirationsquellen haben uns den Weg gewiesen.

Zuerst das Thema der Ausstellung: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion. Reduktion. Egal was wir uns vorgenommen haben, es sollte während des Designprozesses das Produkt “reduzieren”.

Chairless by for Vitra

Chairlessby von Alejandro Aravena für Vitra

Unter den aktuellen Produkten auf dem Markt, welche sich dem Konzept der Reduktion verschrieben haben, ist Chairless von Alejandro Aravena für Vitra.

Als Produkt gibt Chairless an, den Stuhl vom Stuhl zu befreien und wurde so zu unserer zweiten Inspirationsquelle.

Auch wenn wir das Konzept mögen, für uns ist es eine Umsetzung des statischen Stuhls in die Nutzung der eigenen Muskelkraft.

So kommt es, dass der Nutzer des Chairless in seiner Bewegung stark eingeschränkt ist, denn wenn er sich bewegt, bricht das System aus Stabilität zusammen.

Und so kam uns die Idee der Entwicklung eines wahren Chairless Chairs der die Bewegung des Sitzenden aber nicht einschränkt.

MVS Chaise by Maarten van Severen from Vitra

MVS Chaise von Maarten van Severen für Vitra

Wir sind dann ziemlich schnell bei faltbaren Konzepten angelangt und ließen uns von Maarten van Severen leiten, einem Experten auf dem Gebiet des reduzierten Designs. Wir haben die unsere Geometrie an seinen MVS Chaise angelehnt.

Das Grundproblem blieb – Wie garantieren wir die Stabilität?

Mit anderen Materialien wie Kunststoff, Holz oder Zement ist eine gewisse Stabilität einfach immer gegeben.

Beim Pappkarton muss die Stabilität als eines der Elemente im Design berücksichtigt werden.

Frank Gehry zum Beispiel hat mit seiner “Easy Edges” Serie Stabilität durch Schichtung gewonnen: Stühle wie der Wiggle Side Chair werden unter hohem Druck durch das Kleben mehrerer Schichten hergestellt.

Die andere klassische Lösung ist das Falten und Stecken.

Die Frage, die uns beschäftigte war, wie wir unser Produkt am besten designen könnten, ohne das Ziel der Reduktion aus dem Auge zu verlieren.

Und das war die Frage, die den Entwicklungsprozess beherrscht hat.



Designpreis Halle 2010

Wednesday, June 23rd, 2010

Das Thema des Designpreis Halle 2010 ist und war Reisen.

Für uns hat die Reise nach Halle eine spezielle Bedeutung. In einem früheren Leben sind wir regelmäßig nach Halle gefahren und haben immer wieder perverse unmenschliche Horrorszenarien erlebt. Nach der Rückreise in Leipzig angekommen, waren wir froh den Ufern der Saale mit unserem Leben entkommen zu sein.

Das war damals.

Seither hat sich einiges getan. Nicht nur unser Leben hat sich verändert. Wir sehen und verstehen Halle mitlerweile aus einem ganzen anderen Blickwinkel.

Hauptsächlich wegen einer anderen Tour; eine Tour auf einem Touristenboot entlang der Saale.

Aber auch wegen unseres neuen Lebens, welches uns auf die Reise von vernichtendem Genie zu kreativen Talent geführt hat.

“Halle an der Saale soll langerfristig die Designstadt Deutschlands und Impulsgeber für Design weltweit werden”

Vor ein paar Jahren hätten wir noch laut gelacht, wenn Prof. Dr. Peter Heimann mit solchen Aussagen aufgetreten wäre.

Heute nicht mehr.
Die Burg Giebichenstein hat sich zu einer der besten Design Hochschulen in Deutschland entwickelt. Das Design Haus Halle gibt alles um die jungen Talente zu fördern und sie in der Region zu halten.

2010 Designpreis Halle Theres that Hallenser design spirit again

Designpreis Halle 2010: Da ist wieder dieser Hallenser Designgeist

Mit dem Designpreis Halle hat sich ein internationaler Preis entwickelt, welcher Teilnehmer aus verschiedensten Disziplinen anzieht. Nicht alle Finalisten sprechen jeden an, aber es ist auf jeden Falll für jeden etwas dabei.

166 Projekte aus 13 Ländern wurden für den Designpreis Halle 2010 eingereicht. Die Jury um Nils Holger Moormann und Axel Kufus hat 19 davon für die Ausstellung ausgewählt, und natürlich vier Preisträger.

15 Studenten der Fachhochschule Dortmund wurden mit einem Sonderpreis für die Pappkartonkoffer ausgezeichnet. Zwei von ihnen, Daniel Behn und Clemens Müller bekamen den Preis der besonderen Anerkennung für RESI “Der Koffer der eine sichere Reise für Deutsche im Ausland garantiert”.

Suited case by Erik De Nijs Second place at Designpreis Halle 2010

Suited case von Erik De Nijs Zweiter Platz beim Designpreis Halle 2010

Der zweite Platz ging an den Designer Erik De Nijs aus Utrecht für den “Suited Case”. Es spiegelt das Polder Sofa von Hella Jongerius für Vitra wieder und ist eine Zusammenstellung von Koffern, die gleichzeitig als Sitzgelegenheit genutzt werden können. Wir sind uns zwar sicher, dass keine Fluggesellschaft der Welt die Koffer von A nach B bringen könnte ohne sie zu zerstören. Hier war nicht das Produkt ausschlaggebend, sondern das Konzept. Die Preisrichter waren von dem Versuch begeistert ein bisschen heimische Atmosphäre in das stressige Leben des Reisenden zu bringen.

Der erste Preis ging an Guy Königstein aus Eindhoven für den Animationsfilm “Die Rückreise”. Durch die Erzählungen seiner Verwandten knüpft er ein Netz zusammen, welches die Geschichte seiner Familie erzählt.

Nomads wardrobe by Matthias Baumecker - for us worthy of a mention

Nomads wardrobe von Matthias Baumecker

Ein weiterer Beitrag ist unserer Meinung nach mehr als eine Erwähnung wert. Die Nomad`s wardrobe von Matthias Baumecker ist eine Reisegarderobe, welche wir uns sehr gut mit dem chairless chair Konzept von Vitra vorstellen können.

Als Location wurde das alte Tramdepot gewählt und mit UV-Licht beleuchtet. Es ist eine der kreativeren und einfallsreicheren Ausstellungen der letzten Zeit und ein überzeugendes Argument für das Talent in Halle.

Der nächste logische Schritt wäre, dass die Designers Open von Leipzig nach Halle zieht.

Wir sind weiterhin unsicher ob Halle es aus eigener Kraft schaffen kann sich als kreatives Zentrum zu etablieren. Für uns scheint es nur möglich, wenn Sie sich mit Dessau, Roßlau, Bitterfeld und Wolfen zusammentun. Das Bauhaus zu ignorieren erscheint einfach irgendwie falsch.

Alle Details über die Finalisten und die Ausstellung können unter Designpreis Halle 2010 gefunden werden.

Desinpreis Halle 2010 winners - front left first prize winner

Desinpreis Halle 2010 Gewinner - vorne links der Gewinner Guy Königstein

Designpreis Halle: All roads lead to Giebichenstein

Designpreis Halle: Alle Wege führen nach Giebichenstein

Designpreis Halle 2010

Designpreis Halle 2010