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(smow) Sommertour 2011: Burg Giebichenstein Halle

Friday, August 19th, 2011

Nachdem wir bereits der Bauhaus Universität Weimar, Fachhochschule Potsdam, Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Universität der Künste Berlin einen Besuch abgestattet hatten, führte uns die letzte Etappe unserer Sommertour 2011 zur Burg Giebichenstein Halle.

Vielleicht ist das unsere Meinung, aber wir glauben wirklich, dass die Studenten der Burg Giebichenstein mehr und auch vielfältigere Seminare absolvieren als die Studenten aller anderen Unis die wir besichtigt haben – zumindest im Hinblick auf ihre Jahresendpräsentationen.

Ob es nun Plattenhüllendesigns sind oder Stücke die sich an Obst und Gemüse orientieren oder eine Lampe, die Isamu Noguchi entworfen hätte, wenn er noch leben würde – jeder Raum jedes Gebäudes scheint mindestens eine Ausstellung zu beherbergen. Oder zwei.

Unsere Aufmerksamkeit haben vor allem “Eine Bank für zwei” und “Bodenreform” auf sich gezogen.

Bei “Eine Bank für zwei” waren die Studenten aufgefordert, eine Bank für zwei prominente “Kreative”, also Designer, Architekten, Musiker, Schauspieler o.ä. zu entwerfen. Die Banken sollten sowohl den Charakter ihrer Nutzer als auch ihre Beziehung zueinander in der Formensprache und im Material widerspiegeln.

Ein schönes kleines Projekt also, bei dem die Studenten entdecken konnten, wie sie die Arbeit und das Wesen der Menschen verstehen, die sie als Referenz genommen haben, und dadurch auch ihre eigenen Techniken verbessern können.

Und wir durften die Ergebnisse bewundern!

Neben tollen Bänken für Gerrit Rietveld und Charles Eames oder Konstantin Grcic und Dieter Rams war unser Highlight Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames: ein Zweisitzer-RAR. Die Idee hat uns von den Socken gehauen und uns ins Grübeln gebracht: Inwieweit könnte – oder würde – Vitra jemals die Arbeiten von Ray und Charles Eames weiterentwickeln?

Elias Betka's bench for Charles and Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Bei “Bodenreform” ging es offiziell um Böden, Bodenbeläge und ihre Rolle in Architektur und Design, aber das Projekt, das uns am besten gefallen hat, hat nicht wirklich in die Aufgabenstellung gepasst. (Soweit wir das beurteilen können.) Das konnte aber der Genialität von Hobo von Julian Heckel keinen Abbruch tun.

Hobo erinnert an eine viktorianische Staffeleiadaption für wandernde Dichter. Der kleine Tisch kann – flach zusammen gefaltet – auf den Rücken geschnallt und – auseinander geklappt – gegen einen Baum o.ä. gelehnt werden. Dazu gehört auch ein kleiner Sitz, der gefällt uns nicht so. Aber der Tisch ist fantastisch.

Außerdem hat uns Ausgewachsen von Annika Marie Buchberger gefallen – mit einer kleinen Einschränkung. Die Masterarbeit umfasst eine Serie von Kindermöbeln, bei denen verschiedene Elemente mit einem universellen Gestell kombiniert werden können. Gute Idee, schön ausgeführt. Allerdings gibt es das Gestell in drei Größen, wobei die Beine nicht ausgetauscht werden können. D.h. die Höhe der Objekte kann nicht variiert werden, es sei denn man hat alle drei Gestelle/Größen. Austauschbare Beine wären vielleicht sinnvoller gewesen. Ist nur unsere Meinung und wir hatten trotzdem große Freude an dem Projekt.

Igi by Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Igi von Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Ein anderes Kinderprojekt – und davon gab es viele (Ist Halle eine besonders kinderreiche Stadt oder sind die Studenten der Burg Giebischenstein nur besonders fruchtbar?) – war Igi von Constanze Hosp.

Eltern die mit einem kleinen Baby Fahrrad fahren wollen, müssen normalerweise auf einen Anhänger oder (riskant!) den normalen Babycarrier zurückgreifen.

Igi ist ein Babycarrier mit Hartschale, sodass das Kind beim Radfahren sicher am Körper liegt. Und nicht nur beim Radfahren, auch in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln kann Igi jungen Eltern etwas mehr Sicherheit und Vertrauen geben.

Es gab also viele Highlights auf der Burg Giebichenstein, aber eine Sache hat uns irritiert: Wo war die Ausstellung der Produktdesignabsolventen? Gut, wir hatten sie schon auf dem DMY gesehen, aber wir hatten uns doch darauf gefreut, ein paar der Produkte in Halle etwas näher unter die Lupe nehmen zu können. Aber weit und breit war nichts von den Absolventen zu sehen und keiner konnte uns sagen, wo sie sind. Schade!

Trotzdem war die Giebichenstein-Jahresausstellung 2011 ein mehr als würdiger Abschluss unserer Sommertour und hat uns gut auf unseren Herbstmarathon vorbereitet.

Wie immer gibt es eine kleine Bildergalerie auf Facebook: facebook.com/smowcom

Und kann jemand diesen Stuhl identifizieren ⇓ ?

An unidentified chair - a regukar sight on the Burg Giebichenstein Halle campus

Ein unidentifizierter Stuhl - sieht man öfter auf dem Campus der Burg Giebichenstein Halle



(smow)Sommertour 2011

Tuesday, July 5th, 2011

Viele von Euch erinnern sich sicher an unsere Sommertour 2010.

Es ist wieder soweit!

Unsere Sommertour 2011 startet am 7. Juli mit der Semesterausstellung der HTW Dresden – unser erstes Mal dort! Wir wissen nicht genau warum, denken aber wir sollten mal vorbeischauen.

Am 14. Juli fahren wir nach Thüringen zur Eröffnung der Summaery 2011 in der Bauhausuniversität Weimar, am 15. Juli zeigt die Fachhochschule Potsdam die Abschlussshow.

Dann wird es wieder kompliziert.

Am Wochenende des 16./17. Juli gibt es die alljährlichen Ausstellungen der Universität der Künste Berlin, der KH Weissensee Berlin und der Burg Giebichenstein Halle.

Der interessante Aspekt solcher Veranstaltungen sind für uns weniger die Abschlussprojekte – denn die haben wir in der Regel schon auf anderen Designshows gesehen – sondern die Projekte der Studenten, die gerade erst am Anfang ihrer Reise in die Welt des Designs stehen …

Das Beste aus allen Shows zeigen wir Euch natürlich hier im Blog.



(smow)sommertour 2010: Drei Ausstellungen und ein Todesfall

Wednesday, July 28th, 2010
Summar tour 2010 review

(smow)sommertour 2010 Rückblick

Obwohl sie kurz war, hat sich der Aufwand für die (smow)sommertour 2010 gelohnt.

Es lohnt sich immer die Jahresausstellungen der Design-Hochschulen zu besuchen. Unser Fokus lag logischerweise auf die Arbeiten des Produkt- und Industrie-Designs. Aber wir haben auch die Gelegenheit genutzt, andere Fachbereiche zu besuchen. Und wo immer man hingeht und was immer man auch sieht, irgendetwas bewegt oder inspiriert einen.

Oft in völlig unerwarteten Bereichen.

Genau deshalb können wir solche Ausstellungen nur empfehlen.

Weil es uns an Kreativität fehlt, ein eigenes Format für eine kurze Zusammenfassung zu erstellen, haben wir das der “Design Grundlagen” Klasse aus dem 2. Semester der Universität der Künste geklaut.

All time-favourite – Was uns am meisten gefallen hat:

Neben dem genialen Projekt in Weimar, das wir leider weger diskutieren, fotografieren oder erwähnen können (aber merken Sie sich, wo sie zuerst davon gehört haben) – war der schönste Moment der Sommertour auf der Heimreise. Als wir im ICE zurück nach Leipzig saßen und uns die Ereignisse der letzten Tage noch einmal vor Augen hielten. Der Möwenkopf in Weimar, das Café an der UDK Berlin, die 3D Fotografie an der Burg Giebichenstein, das Bad in Weimar, das Bühnendesign in Weißensee, die Kerzen an der UDK, die Porzellan Zeitung an der Burg Giebichenstein, die Prototypen in Weißensee, die humorlosen, haarlosen, halslosen Türsteher der Burg Giebichenstein. Klingt wie ein Klischee. Ist ein Klischee, aber es war herrlich.

Personal Disaster – Was wir in Zukunft vermeiden möchten:

The opening of the Burg Giebichenstein Exhibition 2010

Die Eröffnung der Burg Giebichenstein Ausstellung 2010

Die “Ausstellungseröffnung” der Burg Giebichenstein. Wir verließen die Volkspark Galerie um 19 Uhr, nachdem wir die Kunstausstellung ungefähr 20 mal gesehen hatten. Als wir aufbrachen, wand sich die Schlange draußen durch den Garten. Kein Einlass für die Öffentlichkeit vor 19:30 Uhr – trotz der angeblichen Eröffnung um 18:30 Uhr.

18:30 Uhr galt natürlich für die eingeladenen VIPs aus Halle. Aber warum hat man das nicht allen gesagt.

So schlecht organisiert und so schlecht als “Ausstellungseröffnung” vermarktet, ist es einfach unakzeptabel und für uns etwas, das wir nicht noch einmal erleben möchten.

Nächstes Jahr werden wir wohl einfach an einam Samstag oder Sonntag die Burg Giebichenstein besuchen, weil ein Ausflug dorthin es Wert ist und weil die Burg eines unserer Lieblings Design-Hochschulen bleibt.

Die Hochschul-Website wird leider so unbenutzbar bleiben. Nach dem Motto “des Kaisers neue Kleider 2.0″. Aber wir wissen dennoch, dass die Studenten weiterhin gut unterrichtet werden und Arbeiten auf hohem Niveau produzieren. Und das ist es, worum es geht. Nicht um den Champagner und das Finger Food.

Whack on the head – Als der Groschen fiel:

The Palast der Republik in Berlin opend in 1976. We suspect that was also the last year the UDK Berlin was renovated.

Der Palast der Republik in Berlin öffnete 1976. Wir vermuten, das war auch das letzte Mal, als die UDK Berlin renoviert worden ist.

Es war weniger ein Groschen, sondern viel mehr die Erkenntnis über die riesigen Unterschiede in der Deutschen Design Bildung. Als wir über den Campus der Bauhaus Universität Weimar bummelten, machte sich eine kleine Stimme in uns bemerkbar, die ständig sagte: das alles wird von unseren Steuern bezahlt. Tatsächlich waren die Gebäude makellos und es scheint, das Geld keine Rolle bei der Renovierung spielte. Sowas nennt man wohl “Prestige Projekt”.

Die Universität der Künste in Berlin blieb 1976 geschlossen. Das war wohl auch das letzte Mal, als die Korridore des Fachbereichs Design in der Straße des 17. Juni gestrichen worden sind. Das Gebäude roch wie eine Bildungsanstalt im Jahre 1976. Die Werkstätten der Kunsthochschule Berlin Weißensee hatten moderne Maschinen, jedoch nicht in der Menge mit der Weimar prahlen kann.

Die Wahl, auf welche Design Hochschule man gehen sollte, hängt größtenteils von den angebotenen Kursen und den lehrenden Professoren / Dozenten ab. Das heißt, nur weil man eher Industrie-Design in Berlin mit Professor Axel Kufus als Produkt-Design mit Professor Heiko Bartels in Weimar studieren würde, sollte man keine schlechteren Bedingungen erwarten. Oder Retro-Gerüche.

Die Hochschulen an sich sind nicht das Problem, eher jene, die die Finanzierung organisieren. Wir haben keine Lösung für das Problem. Kooperationen mit kommerziellen Partnern mögen helfen, einzelne Klassen zu finanzieren, sind aber keine Dauerlösung.

Das war die (smow)sommertour 2010

Die Herbsttour 2010 wird uns nach Kopenhagen, London, Wien und Brüssel führen.

Aber dazu später mehr.



(smow)sommertour 2010: Burg Giebichenstein

Friday, July 23rd, 2010

“Ausstellungseröffnung am Freitag, den 16. Juli im Volkspark Halle”

Wir müssen zugeben, dass wir nicht geprüft haben, was Burg Giebichenstein unter “Ausstellungseröffnung” versteht.

Wir sahen einfach keine Notwendigkeit, das zu tun.

Hätten wir doch.

Denn überall heißt “Ausstellungseröffnung”, dass die Ausstellung geöffnet ist.

Sogar die Magdeburger Volksstimme verstand es so.

Wie auch immer, an der Burg Giebichenstein bedeutet “Ausstellungseröffnung”, dass vor eingeladenem Publikum (lokale VIPs) eine private Verleihung stattfindet, was dann clevererweise als “Ausstellungseröffnung” bezeichnet wird.

Die Kombination aus Verleihung eines Awards und der Eröffnung der Jahresausstellung ist an sich eine wunderbare Idee. Aber wenn die Verleihung eine höhere Priorität zugesprochen bekommt als die Arbeiten der Studenten, dann hat irgendjemand irgendwo die Prioritäten falsch gesetzt.

Award-Verleihungen machen keine Design-Hochschule aus, Studenten und ihre Kreativität schon.

Während der Verleihung sprach der Rektor der Burg Giebichenstein, Ulrich Klieber, vom “Stolz”, dass die Hochschule so gut verankert sei in der lokalen Gemeinschaft. Der Anblick von Fassungslosigkeit und Enttäuschung auf den Gesichtern derer, die von der Veranstaltung ausgeschlossen waren, spiegelten nicht seinen Stolz wider.

Warum wurde denen, die draußen vor der Volkspark Galerie warten mussten, nicht die Möglichkeit gegeben, die anderen Fachbereiche zu erkunden?

Und wenn man so viele wichtige Leute aus Halle schon einmal in der Hochschule hat, warum gibt man denen dann nicht gleich die Möglichkeit, die anderen Fachbereiche zu erkunden?

Oder geht man davon aus, dass all jene, die Freitag schon einmal da waren am Samstag oder Sonntag wiederkommen?

Der Rektor sprach auch über die Bedeutung des Design Haus Halle. Dort sitzen jene Absolventen der Burg Giebichenstein, die Projekte im Interior Design, Corporate Design, Layout, Möbeldesign oder Promotionfilm für eben jene Institutionen und Unternehmen realisieren, die bei der Award-Verleihung anwesend waren. Und auf diesem Wege das Geld in der Region halten und den Ruf der Kreativszene in Halle stärken.

Eines der Ziele des Projektes Design Haus Halle.

Aber nicht, wenn das Design Haus an einem der wichtigsten Abende im akademischen Jahr geschlossen ist.

Ironisch ist auch, dass wir am Freitag Morgen noch eine wunderbare Diskussion mit der IHK Halle-Dessau darüber führten, wie wichtig es ist, die Idee von “Design Halle” im Bewusstsein der Bürger Halles und der Öffentlichkeit auszubauen.

Erst die unpraktische und benutzerunfreundliche neue Website, dann die private Veranstaltung verpackt als “Ausstellungseröffnung” – es gibt leichtere und einfachere Wege sein Publikum zu verärgern. Wir wissen nur nicht, warum man das möchte.

Weil fast alle Design Hochschulen in Deutschland ihre Jahresausstellungen am selben Wochenende veranstalten, war die “Eröffnung” für uns die einzige Möglichkeit, die Arbeiten der Studenten an der Burg zu bewundern.

Und wir haben fast immer ein Schmuckstück in Halle gefunden.

Noch viel wichtiger bei der Jahresausstellung ist, dass man sehen, erfahren und verstehen kann, was die Studenten lernen, wie sie die Aufgaben bewältigen und welche Lehrmethoden eingesetzt werden.

Ich denke, wir müssen wohl einfach bis zum nächsten Jahr warten.

Und nächstes Mal werden wir uns vorher noch einmal versichern, dass eine “Ausstellungseröffnung” auch tatsächlich eine solche ist.

Es gibt keine Fotos auf (smow)flickr.

Am Samstag ging es weiter nach Berlin zum Rundgang 2010 der Universität der Künste.



(smow)introducing: Stephan Schulz

Tuesday, July 20th, 2010

Name: Stephan Schulz

Geboren: Schwerin, 1983

Studium:
2003-2009 Industrial Design, Burg Giebichenstein, Halle
2007-2008 Erasmus studium at the Design Academy Eindhoven

Praktium: 2008 Bellini Design Studio, Mailand

Produkte:
Stellvertreter für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau
Betonschalen “frisch ausgeschalt” für Betoniu, Leipzig

Stephan Schulz

Stephan Schulz

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Industriedesign?
Stephan Schulz: Es hat sich einfach so entwickelt. Ich habe schon immer gerne Dinge gebaut und herum experimentiert mit Materialen. Ich bin auch auf einer Baustelle groß geworden und so irgendwie in diese Gestaltungswelt hineingewachsen. Ich hatte immer das Bedürfnis, Sachen selber zu bauen und in die Hand zu nehmen.

(smow)blog: Wer hat Sie beeinflusst?
Stephan Schultz: Das ist schwer zu sagen. Als Gestalter wird man ja ständig beeinflusst und vieles passiert dann unterbewusst. Ich glaube, man ist zumindest in Deutschland, in den letzten Jahren stark von Konstantin Grcic beeinflusst worden. Dabei muss im Design nicht immer alles nur positive Beeinflussung sein. Auf Design aufmerksam wurde ich zum ersten Mal in jungen Jahren durch die Bauhaus-Geschichten, die Architektur. Zuerst als Persönlichkeit und Designer wahrgenommen habe ich dann Mies van der Rohe und seine Möbeldesigns. Aber es ist nie so gewesen, dass ich eine Person wirklich herausstellen würde.

(smow)blog: Und warum die Entscheidung für die Burg Giebichenstein?
Stephan Schulz: Das ist ganz einfach. Ich habe mich hier zuerst beworben, habe die Eignungsprüfung bestanden und bin dann geblieben. Die Schule hat einen guten Ruf und die Stadt fand ich auch schön, und deswegen hab ich hier angefangen zu studieren

(smow)blog: Und jetzt haben Sie Ihr Studium abgeschlossen und hier im Design Haus Halle ein Atelier bezogen. Bleiben Sie also in Halle?
Stephan Schulz: Erstmal ja. Es ist natürlich eine Chance, hier erstmal die Werkstätten der Hochschule weiter zu nutzen. Wenn ich jetzt weggehen würde, würde ich es nie so günstig kriegen wie in Halle. Und hier hat man eben noch das Netzwerk um sich herum und das erleichtert es am Anfang denke ich ungemein. Aber ich bin nicht auf Ewigkeit auf Halle fixiert.

Stellvertreter by Stephan Schulz for Moormann

Stellvertreter von Stephan Schulz für Moormann

(smow)blog: Sie stehen erst am Anfang Ihrer Laufbahn, aber gab es schon Höhepunkte?
Stephan Schulz:
[lacht] Ich bin wirklich noch am Anfang, aber ein Höhepunkt war sicherlich die Garderobe [Stellvertreter] für Moormann. Ich habe ja erst vor drei Monaten mein Diplom gemacht, und letztes Jahr während des Studiums schon ein Produkt auf den Markt gebracht mit einem Hersteller. Das ist schon der Höhepunkt. Klar.

(smow)blog: Und wie kam es dass die Betonschale in die Vitra Design Museum Austellung „Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ aufgenommen wurde?
Stephan Schulz: Martin Hartung, einer der Kuratoren dieser Ausstellung vom Vitra Design Museum hat die Betonschalen auf einer anderen Ausstellung gesehen, fand sie passend und hat sie dann aufgenommen. [lacht] So simpel ist es manchmal.

(smow)blog: Wenn wir jetzt an die Betonschale denken, an Ihre Lehmpaneelen, oder die Holz- und Porzellanartikel: Macht es Ihnen Spaß mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren?
Stephan Schulz: Auf jeden Fall. Ich könnte mich jetzt nicht auf ein Material festlegen und sagen, ich arbeite nur mit Porzellan, oder nur mit Beton. Das ist ja gerade das Spannende als Industriedesigner, dass ich in jede Richtung gehen kann und jede Richtung ausprobieren kann.

(smow)Blog: Und wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Stephan Schulz: Ich habe mich auf Möbel und Interieur  spezialisiert und will mich auch in diese Richtung weiter entwickeln. Ich möchte nicht immer nur Unikate machen, es wäre auch schön Massenprodukte zu entwerfen, die in Serie gehen können. Als Designer hat man den Anspruch, dass die eigenen Entwürfe funktionieren – auch in der Herstellung. Aber dadurch, dass der Markt zurzeit so übersättigt ist, gehen viele Designer mehr in die künstlerische Richtung und alles wird eher experimentell. Das gehört sicherlich dazu, und es sind die ersten Schritte, aber mein Ziel ist es, Produkte auf den Markt zu bringen.

Concrete bowl by Stephan Schulz for betonui

Betonschale von Stephan Schulz für betonui

(smow)blog: Wie kommt man als junger Designer an Hersteller?
Stephan Schulz: Das ist schwer. Ja, ich weiß es selbst nicht genau. Natürlich geht man auf Messen, das ist die einzige Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, aber es ist verdammt schwer. Nils Holger Moormann hatte ich das Produkt vorgestellt und er fand es gut. Das ist natürlich der Idealfall. Aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme und es funktioniert dann zehn mal wieder nicht. Es ist ein harter Weg. Und vor allem gibt es keinen vorgezeichneten Weg. Es kann dir niemand sagen wie du es machen sollst oder wie du Hersteller ansprechen sollst. Es bleibt schwer.

(smow)blog: Dann viel Glück und Dankeschön!

Weitere Informationen zu Stephan Schulz finden Sie unter studio-stephanschulz.com/

Cargo Chair by Stephan Schulz: An empty frame you can fill according to mood and situation

Comfy Cargo Chair von Stephan Schulz: ein leerer Rahmen, den man nach Lust und Laune füllen kann

Foam soft pad chair by Stephan Schulz

Foam soft pad chair von Stephan Schulz

Porcelain jugs by Stephan Schulz

Porzellan Kanne von Stephan Schulz

Tischlader by Stephan Schulz

Tischlader von Stephan Schulz



(smow)Introducing

Friday, July 9th, 2010

So mühelos und entspannt es alles aussieht, ist unser Leben trotzdem von konstanter Bewegung geprägt.

Und auf unserem Weg begegnen wir ständig einer Menge excellentem Design, von Designer die einfach noch nicht über die Öffentlichkeit wie z.B. Philippe Starck, Verner Panton oder Jasper Morrison verfügen.

Das ist nicht ganz fair, denn ihre Arbeit ist oft genauso gut.

Also werden wir in unserer neuen unregelmäßigen Kategorie (smow)Introducing junge Designer vorstellen, ihrevgabvnmgbisbgzl Arbeit und ihre Philosophie.

Wir werden uns auf die jungen Designer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konzentrieren. Vor allem natürlich von den Design-Hochschulen Burg Giebichenstein, Bauhaus Weimar oder Schneeberg.

Alle Artikel und Interviews kann man unter (smow)Introducing finden.



DMY Youngsters: Burg Giebichenstein

Sunday, June 7th, 2009

Auf unserer Tournee zu den Designer-Shows dieser Welt (NY, Milano, Berlin, …, Leipzig, ?) haben wir ja immer auch ein Auge für den Nachwuchs.

Auf dem DMY International Design Festival Berlin hatten junge Künstler und Designer wieder einmal die Gelegenheit, ihre Kreationen zur Schau zu stellen – so auch einige Design-Studenten und -Absolventen der Burg Giebichenstein in Halle (Saale).  Von den Ausstellungsstücken, die sie zeigten, haben besonders drei unsere Aufmerksamkeit geweckt.

Jecket by Ilja Oelschlägel, Burg Giebichenstein

Jecket von Ilja Oelschlägel

Zum einen ist da Jecket, eine mobile Garderobe, von Ilja Oelschlägel. Die Garderobe wird einzig von einem schlanken Alu-Bein in der Ecke gehalten. Je nach Belieben kann sie woanders aufgestellt werden – drinnen oder draußen. Das Stück taugt nicht nur zum Aufhängen von Jacken, sondern auch als Ablage – allerdings nur für Kleinigkeiten wie Schlüsselbund, Geldbörse oder Handy. Einziges Manko: Das ausgestellte Bein von Jecket birgt die Gefahr, darüber zu stolpern.

Stella by Stephanie Knust, Burg Giebichenstein

Stella von Stephanie Knust

Stella von Industrie-Design-Studentin Stephanie Knust hatte unter den Ausstellungsstücken der DMY Youngsters viel Konkurrenz, denn Stella ist eine Lampe. Die Knustschen Leuchtelemente bestehen aus zurechtgeschnittenen Polypropylene-Bögen, die eben so zusammengesteckt werden, dass sie zu Lampen werden. Natürlich leuchtet das ganze Dank integrierter Vorrichtung auch – je nach Farbe der PP-Bögen (weiß oder bräunlich) mehr oder weniger kräftig. Die “Lampen” sind einfach schön schlicht anzusehen und schnell auf- und abzubauen. Genau das richtige für alle, die praktische Hingucker mögen.

Abfallprodukt by Bastian Müller, Burg Giebichenstein

Abfallprodukt von Bastian Müller

Vom Prinzip, aus einem Bogen Objekte zu “basteln”, sind momentan viele Designer angetan – so auch Stephanie Knusts Studienkollege Bastian Müller. Er bietet allen Schreibtischtätern (und -opfern) ein nützliches Abfallprodukt an. Aus einem rechteckigen Presspappebogen werden zwei Teile herausgetrennt, zusammengefügt und schon ist er fertig, der Papierkorb. Da braucht man nichts kleben, schrauben oder löten. Das Ding steht einfach da und wartet befüllt zu werden. Eine saubere Sache!

Mehr Informationen finden Sie auf dem Graduate Homepage



DMY Berlin: Youngsters

Friday, June 5th, 2009
DMY Youngsters in the Arena Berlin

DMY Youngsters in der Arena Berlin

Während die “großen” Designer ihre Entwürfe im IMA Village zeigen, sind die künftigen Stars als die DMY:Youngsters im Treptower Park zusammengefasst. Die Zuordnung basiert auf der Wahrnehmung und Entscheidung der Organisatioren und ihres Marketing-Konzeptes – warum z.B. ist die Bauhaus Uni Weimar ein “Allstar” während die Burg Giebichenstein in Halle zu den “youngstern” zählt? Macht irgendwie keinen Sinn. Besonders wenn man die Darbietungen der Beiden vergleicht, Burg Giebichenstein hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck. Aber die Leute kennen eben “Bauhaus”.

Aber egal, die youngsters Ausstellung ist ein wunderbarer Mischung verschiedenster Ansätze und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Vollständigere Berichte kommen, im Moment sind wir noch ganz angetan von der Arbeit von Bao-nghi Droste, Wohngold und My Own Super Studio

Beanbag heaven at DMY Youngsters - students, sleep etc...

Ein Himmel voller Sitzsäcke bei den DMY Youngsters - Studenten, Schlafsäcke, schlafen ...