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Designers’ Open: R2B2 von Christoph Thetard

Friday, February 25th, 2011
R2B2 by Christoph Thetard

R2B2 von Christoph Thetard

Auf der “Summaery” Ausstellung an der Bauhaus Uni Weimar hat ein Objekt besonders aus der Masse hervorgestochen.

Damals wurden wir traurigerweise gebeten, nicht zu viel darüber zu erzählen – aus Gründen, die jeder Designer versteht.

Nun aber können wir das.

R2B2 von Christoph Thetard ist auf dem besten Weg unser “Design des Jahres 2010″ zu werden. Wir haben Christoph Thetard auf den Designers’ Open 2010 in Leipzig getroffen und sind der Meinung, dass die Designbranche viel mehr Designer dieser Art vertragen könnte.

Aber später mehr über Christoph.

Momentan ist R2B2 noch ein Konzept – kein Produkt. Wir sind allerdings zuversichtlich, dass sich das bald ändert.

In seinem Diplomprojekt an der Bauhausuni Weimar hat sich Christoph mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und der Problemstellung, dass “grüne” Energie immer noch Elektrowaren antreiben kann: Diese sind zum einen sehr Ressourcen-intensiv in der Herstellung und verursachen zum anderen Probleme in der Entsorgung – Elektromüll, der nicht weniger wird und für den bisher auch kaum Lösungen in Sicht sind.

Christophs Anliegen besteht darin Elektrizität aus den Dingen zu entfernen, in denen sie nicht zwangsweise notwenig ist – eine wundervoll einfache, naheliegende und dennoch mutige Idee.

Das Herz von R2B2 bildet ein Schwungrad, dass von einem Pedal angetrieben wird. Wenn das Pedals getreten wird, gewinnt das Schwungrad an Umdrehungszahl und damit an mechanischer Energie womit eine Reihe von kleinen Haushaltsgeräten angetrieben werden können; zur Zeit eine Kaffeemühle, ein Handmixer und eine Küchenmaschine.

R2B2 as a coffee grinder....

R2B2 als Kaffeemühle

Durch die 400 Umdrehungen des Schwungrades kann R2B2 genug Energie – bis 350 Watt – für 1 bis 1,5 Minuten bereitstellen.

Mehr als genug um ein bisschen Kaffee zu mahlen, Sellerie zu zerkleinern oder Eier hart zu kochen.

Von einem Schwungrad angetriebene Geräte sind nicht neu, ihre Anwendung wurde nur durch blinde Elektrifizierung alltäglicher Geräte verdrängt.

Die in R2B2 eingesetzte Technologie macht die erneute Nutzung des Schwungrades im alltäglichen Gebrauch nicht nur möglich und attraktiv, sondern auch begehrenswert.

Momentan befindet sich R2B2 noch in der Entwicklung, doch wir hoffen in nicht allzu ferner Zukunft über eine kommerzielle Version berichten zu dürfen.

Die kommerzielle Version wird sicherlich nicht den rustikalen Charm des Prototypen haben, aber in Anbetracht der Tatsache, dass diese Technologie uns dabei hilft unsere Abhängigkeit vom elektrischen Strom zu reduzieren und uns erlaubt in eine nachhaltige Zukunft zu starten, können wir das akzeptieren.

Wie gesagt, den Moment in dem wir R2B2 das erste mal in Weimar gesehen haben, werden wir nicht vergessen. Denn plötzlich hat bei uns etwas “klick” gemacht und wir haben angefangen eine ganze Menge Dinge in Frage zu stellen, die wir bis zu diesem Punkt für selbstverständlich gehalten hatten.

Sicherlich ein grundsätzlicher Charakterzug von echt gutem, innovativem Industriedesign.

Details zum Design gibt es unter http://christoph-thetard.de/.

R2B2 - pedal power rather than electrical ....

R2B2 von Christoph Thetard - selbst erzeugte Energie statt elektrische

The various utensils can be stored within the body

Zahlreiche Utensilien, die innerhalb des Geräts verstaut werden können



(smow)sommertour 2010: Drei Ausstellungen und ein Todesfall

Wednesday, July 28th, 2010
Summar tour 2010 review

(smow)sommertour 2010 Rückblick

Obwohl sie kurz war, hat sich der Aufwand für die (smow)sommertour 2010 gelohnt.

Es lohnt sich immer die Jahresausstellungen der Design-Hochschulen zu besuchen. Unser Fokus lag logischerweise auf die Arbeiten des Produkt- und Industrie-Designs. Aber wir haben auch die Gelegenheit genutzt, andere Fachbereiche zu besuchen. Und wo immer man hingeht und was immer man auch sieht, irgendetwas bewegt oder inspiriert einen.

Oft in völlig unerwarteten Bereichen.

Genau deshalb können wir solche Ausstellungen nur empfehlen.

Weil es uns an Kreativität fehlt, ein eigenes Format für eine kurze Zusammenfassung zu erstellen, haben wir das der “Design Grundlagen” Klasse aus dem 2. Semester der Universität der Künste geklaut.

All time-favourite – Was uns am meisten gefallen hat:

Neben dem genialen Projekt in Weimar, das wir leider weger diskutieren, fotografieren oder erwähnen können (aber merken Sie sich, wo sie zuerst davon gehört haben) – war der schönste Moment der Sommertour auf der Heimreise. Als wir im ICE zurück nach Leipzig saßen und uns die Ereignisse der letzten Tage noch einmal vor Augen hielten. Der Möwenkopf in Weimar, das Café an der UDK Berlin, die 3D Fotografie an der Burg Giebichenstein, das Bad in Weimar, das Bühnendesign in Weißensee, die Kerzen an der UDK, die Porzellan Zeitung an der Burg Giebichenstein, die Prototypen in Weißensee, die humorlosen, haarlosen, halslosen Türsteher der Burg Giebichenstein. Klingt wie ein Klischee. Ist ein Klischee, aber es war herrlich.

Personal Disaster – Was wir in Zukunft vermeiden möchten:

The opening of the Burg Giebichenstein Exhibition 2010

Die Eröffnung der Burg Giebichenstein Ausstellung 2010

Die “Ausstellungseröffnung” der Burg Giebichenstein. Wir verließen die Volkspark Galerie um 19 Uhr, nachdem wir die Kunstausstellung ungefähr 20 mal gesehen hatten. Als wir aufbrachen, wand sich die Schlange draußen durch den Garten. Kein Einlass für die Öffentlichkeit vor 19:30 Uhr – trotz der angeblichen Eröffnung um 18:30 Uhr.

18:30 Uhr galt natürlich für die eingeladenen VIPs aus Halle. Aber warum hat man das nicht allen gesagt.

So schlecht organisiert und so schlecht als “Ausstellungseröffnung” vermarktet, ist es einfach unakzeptabel und für uns etwas, das wir nicht noch einmal erleben möchten.

Nächstes Jahr werden wir wohl einfach an einam Samstag oder Sonntag die Burg Giebichenstein besuchen, weil ein Ausflug dorthin es Wert ist und weil die Burg eines unserer Lieblings Design-Hochschulen bleibt.

Die Hochschul-Website wird leider so unbenutzbar bleiben. Nach dem Motto “des Kaisers neue Kleider 2.0″. Aber wir wissen dennoch, dass die Studenten weiterhin gut unterrichtet werden und Arbeiten auf hohem Niveau produzieren. Und das ist es, worum es geht. Nicht um den Champagner und das Finger Food.

Whack on the head – Als der Groschen fiel:

The Palast der Republik in Berlin opend in 1976. We suspect that was also the last year the UDK Berlin was renovated.

Der Palast der Republik in Berlin öffnete 1976. Wir vermuten, das war auch das letzte Mal, als die UDK Berlin renoviert worden ist.

Es war weniger ein Groschen, sondern viel mehr die Erkenntnis über die riesigen Unterschiede in der Deutschen Design Bildung. Als wir über den Campus der Bauhaus Universität Weimar bummelten, machte sich eine kleine Stimme in uns bemerkbar, die ständig sagte: das alles wird von unseren Steuern bezahlt. Tatsächlich waren die Gebäude makellos und es scheint, das Geld keine Rolle bei der Renovierung spielte. Sowas nennt man wohl “Prestige Projekt”.

Die Universität der Künste in Berlin blieb 1976 geschlossen. Das war wohl auch das letzte Mal, als die Korridore des Fachbereichs Design in der Straße des 17. Juni gestrichen worden sind. Das Gebäude roch wie eine Bildungsanstalt im Jahre 1976. Die Werkstätten der Kunsthochschule Berlin Weißensee hatten moderne Maschinen, jedoch nicht in der Menge mit der Weimar prahlen kann.

Die Wahl, auf welche Design Hochschule man gehen sollte, hängt größtenteils von den angebotenen Kursen und den lehrenden Professoren / Dozenten ab. Das heißt, nur weil man eher Industrie-Design in Berlin mit Professor Axel Kufus als Produkt-Design mit Professor Heiko Bartels in Weimar studieren würde, sollte man keine schlechteren Bedingungen erwarten. Oder Retro-Gerüche.

Die Hochschulen an sich sind nicht das Problem, eher jene, die die Finanzierung organisieren. Wir haben keine Lösung für das Problem. Kooperationen mit kommerziellen Partnern mögen helfen, einzelne Klassen zu finanzieren, sind aber keine Dauerlösung.

Das war die (smow)sommertour 2010

Die Herbsttour 2010 wird uns nach Kopenhagen, London, Wien und Brüssel führen.

Aber dazu später mehr.



(smow)sommertour 2010: Bauhaus Universität Weimar Summaery 2010

Thursday, July 22nd, 2010
Bauhaus University Weimar Summaery 2010

Bauhaus University Weimar Summaery 2010

Aufgrund anderer Verpflichtungen mussten wir leider unseren Ausflug nach Karlsruhe absagen. Und so startete die (smow)sommertour 2010 an der Bauhaus Universität Weimar.

Im Laufe der Jahre und durch die Ausstellungen gab uns die Bauhaus Universität immer das Gefühl, dass wir unterernährt seien. Die leckeren Happen am Anfang regten einen Appetit an, der durch die übrigen Arbeiten nicht gestillt werden konnte.

Die Ausstellung “My Bauhaus is better than yours” ging eher in Richtung Kunst als Design. Das mag daran liegen, dass Studenten, die gefesselt sind von Weimar, eher eine künstlerische Neigung haben. Diese muss man aber nicht automatisch im Möbeldesign einfließen lassen. Oder zumindest nicht so vordergründig.

Und so waren wir froh, als wir sahen, dass nun ein paar wenige “product” Produkte von “MBIBTY 2009″ vom Bauhaus Universität Transferzentrum hergestellt werden: Birdhaus von duunddu Design.

Sicher ist, dass zumindest “My Birdhaus is better than yours”.

My Birdhaus is better than yours

My Birdhaus is better than yours - gesehen auf der DMY Berlin 2009

Möbel an sich waren dünn gesät auf der Summaery 2010. Das enttäuschte uns nicht einmal nach den bisherigen Erfahrungen. Und tatsächlich: die Stühle, die wir da sahen, gehörten zu der Kategorie “schon tausend mal gesehen, also werden sie nicht noch einmal unsere Zeit verschwenden”.

Eine weitere Enttäuschung war das Projekt, dass sich selbst zum Ziel gesetzt hatte, Möbel für Gefängniszellen zu kreieren. Wie jemand aus unserem Team richtig bemerkte, sah es alles ein bisschen nach “Inspiriert von I***” aus. Nicht nur, was die Form und Qualität anging, sondern auch die Materialien und Farben. Ob der durchschnittliche Kriminelle tatsächlich das Grün der Regale “fühlt” oder sich darum schert, dass der Garderobenhaken wie ein Baumast aussieht? Die, die wir kennen, würden es sicherlich nicht tun.

Aber genug gejammert. Für uns war die Summaery 2010 eine wunderbare Ausstellung, die uns mehr inspirierte und amüsierte als irritierte und Fragen aufwarf.

Zu den Höhepunkten zählten “Tischzeug” von Viola Ahrensfeld, “R2B2″ von Christoph Thetard und “The Knife” von Mareike Hornof.

Tischzeug by Vola Ahrensfeld at Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Tischzeug von Viola Ahrensfeld auf der Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Tischzeug ist eines dieser obszön offensichtlichen Produkte, die man selbst schon tausend mal entwickelt hat – zumindest in Gedanken.

Es ist zumindest so, wie bei uns, dass man auf den Teller schaut und nur auf den Teller.

Ein Teller, der sich über die Ecke des Laptops schmiegt und so das Problem, gleichzeitig Essen und Schreiben zu wollen, löst.

So simpel, und so gut ausgeführt.

Ebenfalls simpel ist “The Knife” von Mareike Hornof. Es ist kein Produkt, “The Knife” kritisiert die Design-Industrie und den völlig übersättigten “Design” Markt.

The Knife by Mareike Hornof

The Knife von Mareike Hornof auf der Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Auf der einen Seite des Tisches liegt ein ein Messer, auf der anderen Seite des Tisches liegt eine Sammlung von Haushaltsgegenständen, die in jedem Haushalt zu finden sind und die allesamt durch ein einziges Messer ersetzt werden könnten.

Klar, der Pizzaschneider ist eine nette Sache, aber ist er wirklich notwendig? Müssen sie produziert werden? Oder könnten wir nicht stattdessen einfach ein Messer benutzen?

Tatsächlich warf The Knife bei uns die Frage auf, ob man die aktuelle Vitra Design Museum Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion” nicht um einen 13. Themenbereich erweitern sollte mit dem Namen “Reduktion durch Nichtproduktion sondern Verwendung der Sachen, die bereits existieren”.

Alles in allem zeigte Summaery 2010 einen wunderbaren Überblick über Arbeiten der vergangenen Jahre in Weimar.

Weitere Impressionen von der Summaery 2010 befinden sich im (smow)flickr

Von Weimar geht die (smow)sommertour 2010 weiter nach Halle und der Burg Giebichenstein.

The journey back from Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Auf dem Heimweg von der Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010



(smow)Introducing

Friday, July 9th, 2010

So mühelos und entspannt es alles aussieht, ist unser Leben trotzdem von konstanter Bewegung geprägt.

Und auf unserem Weg begegnen wir ständig einer Menge excellentem Design, von Designer die einfach noch nicht über die Öffentlichkeit wie z.B. Philippe Starck, Verner Panton oder Jasper Morrison verfügen.

Das ist nicht ganz fair, denn ihre Arbeit ist oft genauso gut.

Also werden wir in unserer neuen unregelmäßigen Kategorie (smow)Introducing junge Designer vorstellen, ihrevgabvnmgbisbgzl Arbeit und ihre Philosophie.

Wir werden uns auf die jungen Designer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konzentrieren. Vor allem natürlich von den Design-Hochschulen Burg Giebichenstein, Bauhaus Weimar oder Schneeberg.

Alle Artikel und Interviews kann man unter (smow)Introducing finden.



“Das Bauhaus kommt…” – Weimar feiert den 90. Geburtstag des Bauhauses

Monday, April 6th, 2009
ausgelassene Stimmung in Weimar: das Bauhaus feiert sein 90. Jubiläum - Bauhäusler um 1922 (Foto: Bauhaus-Archiv Berlin)

ausgelassene Stimmung in Weimar: das Bauhaus feiert sein 90. Jubiläum - Bauhäusler um 1922 (Foto: Bauhaus-Archiv Berlin)

Wer kennt Sie nicht – die “Bauhaus-Leuchte” Tecnolumen von Wilhelm Wagenfeld, die Kinderwiege von Peter Keler oder der Lattenstuhl von Marcel Breuer. Diese und viele weitere Möbelstücke und Wohnaccessoires entstanden zwischen 1919, dem Gründungsjahr des “Staatlichen Bauhaus’”, und 1925, dem Jahr der Übersiedlung nach Dessau, bzw. 1933, dem Jahr der Schließung in Berlin. Beim Bauhaus handelt es sich wohl um die bekannteste Architektur- und Designschule des 20. Jahrhunderts – das Vermächtnis der Bauhaus-Künstler, das in diesem Jahr in Weimar präsentiert wird, fasziniert Menschen aus der gesamten Welt.
Durch die schrecklichen Eindrücke des Ersten Weltkriegs geprägt, versuchten die Künstler unter Leitung von Walter Gropius einen neuen Umgang mit den verschiedenen Kunst- und Handwerksarten zu schaffen. Der “Bauhaus-Geist” sollte sich nicht nur in einem bestimmten Möbel- oder Kunststil niederschlagen, sondern umfassender sein, eine “Lebensphilosophie” darstellen und alle Lebensbereiche nachhaltig beeinflussen.

Die rund 1200 Exponate, die von der Klassik Stiftung Weimar an fünf verschiedenen Stationen präsentiert werden (darunter beispielsweise auch Leihgaben vom MoMA in New York), stellen “nur” eine Übersichtsschau zu den frühen Jahren des Bauhauses in Weimar dar. Die Exponate stammen aus allen Bauhaus-Bereichen: aus den Metall-, Keramik- und Möbelwerkstätten, aus der Weberei, von den Typographen, Architekten, Künstlern, Fotografen und Dramaturgen. Die Kuratoren der “Das-Bauhaus-kommt”-Schauen möchten das Weimarer Bauhaus als “Laboratorium” zeigen – hier wurden die Grundlagen und Ideen für spätere Entwürfe und Kunstwerke der “Bauhäusler” gelegt.

“Das Bauhaus kommt aus Weimar”
vom 1. April bis 5. Juli 2009 in Weimar
anlässlich des 90. Bauhaus-Jubiläum
www.das-bauhaus-kommt.de

Wir von smow sind stolz, einige “Bauhaus-Klassiker” und Bauhaus-Reeditionen sowie vom Bauhaus-Stil inspirierte Möbel in unserem Angebot zu haben:

die Bauhaus-Leuchte Tecnolumen von Wilhelm Wagenfeld

die Bauhaus-Leuchte Tecnolumen von Wilhelm Wagenfeld

reeditierte Nesting Tables von Josef Albers

reeditierte Nesting Tables von Josef Albers

Stahlrohr-Beistelltisch von Marcel Breuer

Stahlrohr-Beistelltisch von Marcel Breuer