Posts Tagged ‘Arne Jacobsen’

Arne Jacobsen: Löffel, Messer und Lampen

Monday, December 10th, 2012

1956 erhielt Arne Jacobsen den Auftrag, das SAS Royal Hotel in Kopenhagen zu gestalten; einen Auftrag, den er mit großer Freude annahm und der – entsprechend Jacobsens Überzeugung, ein Architekt sei für die Gesamtkomposition zuständig – vorsah, dass er nicht nur das Gebäude, sondern auch die Inneneinrichtung planen soll. Alles, bis hin zu den Badewannenstöpseln…

Während die bekanntesten Möbel aus dem SAS Royal Projekt ohne Frage Der Schwan und Das Ei (erhältlich über Fritz Hansen) sind, werden die, die noch etwas weitersuchen, viel mehr Schätze von Arne Jacobsens Design ausgraben können. Arbeiten, die wunderbar die Vielseitigkeit von Jacobsens Oeuvre zeigen und die vielen Gesichter des Mannes deutlich machen.

Während der bereits erwähnte Schwan und das Ei für Jacobsens Arbeit mit organischen Formen stehen, ist das von ihm gestaltete Besteck Ausdruck puren Funktionalismus. In Zusammenarbeit mit dem Silberschmied Anton Michelsen entstanden, ist das AJ Besteck nicht nur wegen seiner flachen, fast unbearbeiteten Erscheinung bemerkenswert, sondern auch wegen Jacobsens Entscheidung für Edelstahl, und gegen opulentes, prestigeorientiertes Silber. Diese “Demokratisierung” des Designs wird weiter durch die einfache, reduzierte Form unterstrichen, die an primitives Essbesteck aus Holz erinnert. Und tatsächlich sollte man sich, wenn man einmal das AJ Besteck verwendet Zeit nehmen, um es mit modernem Wegwerfbesteck zu vergleichen: etwas, das wohl kaum in den 1950er Jahren existierte und dessen Design durch und durch in der jüngeren Gegenwart verankert ist. Nun wollen wir nicht behaupten, dass Jacobsen die Form des Plastikbestecks vorausgesagt hat, aber…

Arne Jacobsen AJ Cutlery Georg Jensen

AJ Besteck von Arne Jacobsen über Georg Jensen

Ein weiteres Highlight von Arne Jacobsens Ausstattung für das SAS Royal ist die AJ Lampenserie, die aus einer Zusammenarbeit mit Louis Poulsen hervorging. Ein komplettes Set von Hänge-, Wand-, Steh- und Tischleuchten umfassend, kann man die Lampenserie in vielerlei Hinsicht als Weiterentwicklung von einer Schreibtischlampe sehen, die Jacobsen 1936 für Louis Poulsen entworfen hat. Die AJ Lampe übernimmt das Konzept, die Glühbirne tief in einem langen Schirm zu verstecken. Durch die trichterartige Form jedoch, geschieht das hier mit einem wärmeren, wohnlicheren Touch; menschlicher gewissermaßen. Der Vorteil einer versteckten Birne bei einer Schreibtisch- oder Leselampe ist natürlich, dass man weniger geblendet wird. Glaubt man der Populärliteratur zur AJ Tischleuchte, enthielt der Fuß ursprünglich einen Aschenbecher, wo heute eine kreisförmige Aussparung ist. Wir konnten keinen eindeutigen Beweis finden, dass das richtig ist und wenn wir ehrlich sind, hoffen wir, dass es nicht wahr ist. Der offene Kreis ist so ein wunderbar simples Designelement, es wäre nicht mehr das gleiche, wenn es ursprünglich für Zigarettenkippen gedacht gewesen wäre.

Das AJ Besteck und die AJ Lampen werden immer noch produziert, was leider bei den meisten Jacobsen-Objekten aus dem SAS Royal nicht  der Fall ist. Insbesondere der ansprechende “Drop Chair” und viele seiner Textil- und Tapetendesigns sind nicht mehr erhältlich. Und weil das Management vom SAS Royal in den 1980er Jahren die einzigartig idiotische Entscheidung getroffen hat, fast alle der originalen Stücke zu entfernen, muss man, wenn man nicht gerade das Glück hat, in Raum 606 zu übernachten, ziemlich lange suchen, um eine der Arbeiten von Jacobsen zu entdecken. Die Mühe ist es aber wert…

Louis Poulsen Arne Jacobsen AJ Table Lamp

AJ Tischlampe von Arne Jacobsen für Louis Poulsen

 



Verlorene Klassiker des Möbeldesigns: Büromöbel von Arne Jacobsen für die American Scandinavian Society

Monday, September 24th, 2012

Zur gleichen Zeit als er Die Ameise entwickelte, entwarf Arne Jacobsen eine einmalige Reihe von Büromöbeln, die wohl den ersten konkreten Hinweis auf seine Abkehr von den natürlichen Materialien und dem traditionellem Handwerk seiner Vorkriegsmöbel hin zu den industriellen Produkten aus verschiedensten Materialien seiner späteren Entwürfe darstellen. Sie können deshalb in der Tat als große, verlorene Klassiker des Möbeldesigns bezeichnet werden. Und das nicht nur, weil sie wirklich verloren sind!

1951/52 – die Aufzeichnungen sind hier ein wenig unklar – wurde Arne Jacobsen vom Kopenhagener Schiffsbauunternehmen Burmeister & Wain damit beauftragt, ein Geschenk für die American Scandinavian Society zu entwerfen, woraufhin er einen Schreibtisch, einen Couchtisch und eine Stuhlgruppe designte.

Das Highlight der kleinen Kollektion ist ohne Frage der Schreibtisch. Neben seiner aufs Wesentliche reduzierten Schlichtheit hat er zwei Merkmale, durch die er sich für uns von den Massen an Schreibtischen abhebt, die bis dahin und seither auf dem Markt waren. Zunächst wäre da der Schreibmaschinenhalter. Die Vorrichtung kann um 90 Grad geschwenkt werden, sodass sie sich entweder in einer Linie mit der Tischplatte befindet und aus dem Weg ist oder man zieht sie zu sich heran, um daran zu arbeiten. Das ist absolut toll! Und obwohl der Halter eigentlich für eine Schreibmaschine entworfen wurde, kann er auch perfekt für Laptops oder Tablet-PCs benutzt werden, wodurch der Schreibtisch auch heute noch so funktional ist wie damals. Dann sind da noch die Schubfächer. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie da sind, sondern auch wegen der genialen Entscheidung sie mit verchromten Rohren am Rahmen zu befestigen, was der ganzen Struktur eine Leichtigkeit verleiht, die durch eine konventionellere Lösung nie erreicht werden könnte. Das ganze Stück ist eine wahre Augenweide!

Lost Furniture Design Classics Office Furniture by Arne Jacobsen for the American Scandinavian Society desk

Der von Arne Jacobsen für die American Scandinavian Society entworfene Schreibtisch (Foto: unbekannte Quelle)

Ein weiterer faszinierender Aspekt bei diesem Projekt ist die Rolle des jungen Verner Pantons. 1950-1952 arbeitete er in Jacobsens Studio. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Entwicklung früher Prototypen für Die Ameise. In ihrer monumentalen Jacobsen-Biografie schreiben Carsten Thau und Kjeld Vindum: “Panton, der über PH’s [Poul Henningsen] Bekanntschaft mit dem Chef ins Architekturbüro aufgenommen worden war, fing damit an, eine Reihe von Entwürfen aus Stahldraht zu wickeln, die bald in munterer Parade auf einer Kiste neben seinem Tisch standen”.1

Könnte einer dieser Protoypen vielleicht zum Stuhl für die American Scandinavian Society mutiert sein? Wir wissen mit Bestimmtheit, dass Jacobsen wollte, dass Die Ameise ein dreibeiniger Stuhl wird, folglich muss Panton die Anweisung erhalten haben, Prototypen mit drei Beinen zu entwickeln. Die unübersehbaren, unbestreitbaren Parallelen zu Verner Pantons Bachelor Chair von 1955 könnten darauf schließen lassen, dass Panton, auch wenn er nicht selbst hinter dem Stuhl für die American Scandinavian Society steckt, zumindest einen großen Einfluss darauf hatte – oder eben selbst stark von ihm beeinflusst wurde. Das ist die große Unbekannte. Wir jedenfalls glauben, ohne das beweisen zu können, dass Verner Panton zu einem großen Teil für den Stuhl verantwortlich ist.

Im Gegensatz dazu kann man den Schreibtisch und den Couchtisch eindeutig Arne Jacobsen in den frühen 1950er Jahren zuordnen. Die Gruppe entstand nach und nach durch die Kopenhagener Möbeltischlerei Rud. Rasmussen und war Teil einer ganzen Reihe von Geschenken von vielen Unternehmen für die American Scandinavian Society, um ihren Umzug in die neuen Büroräume in New York zu feiern.

Die Aufzeichnungen der American Scandinavian Society zeigen, dass Burmeister & Wain dem Amt für Veröffentlichungen die Möbel spendeten, ohne Näheres über die Stücke zu notieren. Oder, was noch viel wichtiger ist, was aus ihnen wurde.

Im Laufe der nachfolgenden 60 Jahre sind der Schreibtisch, der Stuhl und der Couchtisch spurlos verschwunden…

1. “Arne Jacobsen” von Carsten Thau und Kjeld Vindum. Danish Architectural Press, Kopenhagen 2002

Lost Furniture Design Classics Office Furniture by Arne Jacobsen for American Scandinavian Society

Verlorene Klassiker des Möbeldesigns: Büromöbel von Arne Jacobsen für die American Scandinavian Society (Foto von "Arne Jacobsen" von Carsten Thau und Kjeld Vindum)

Lost Furniture Design Classics Office Furniture by Arne Jacobsen for American Scandinavian Society Chair

Und der Stuhl. Für uns mehr Verner Panton als Arne Jacobsen... (Foto von "Arne Jacobsen" von Carsten Thau und Kjeld Vindum)

 



Happy Birthday: Die Ameise von Arne Jacobsen wird 60!

Tuesday, July 31st, 2012

Wir bleiben noch ein wenig in Feierlaune: 25 Jahre nachdem sich die Jungspunde der europäischen Moderne in Stuttgart zusammengeschlossen hatten, um die Weißenhof Siedlung zu eröffnen, war ein etwas betagter dänischer Architekt, der als Student stark von den Werken der europäischen Modernisten beeinflusst worden war, kurz davor, seinen weltweiten Durchbruch zu erlangen – und zwar mit einem Stuhldesign, das den Bruch mit der Moderne und den furchtlosen Vormarsch in eine neue, unsichere Welt nach dem Krieg repräsentiert.

60 Jahre ist das nun her. Also, Happy Birthday liebe Ameise von Arne Jacobsen!

ant chair arne jacobsen fritz hansen

Die Ameise von Arne Jacobsen für Fritz Hansen

Wie viele andere Klassiker des Möbeldesigns hat auch die Ameise relativ unspektakuläre Ursprünge: Sie war zunächst als Stuhl für eine neue Kantine gedacht, die Jacobsen für den dänischen Pharmakonzern Novo entwerfen sollte. Jedoch kam er in der frühen Entwicklungsphase des Projekts in Kontakt mit Fritz Hansen, ein Unternehmen, mit dem er schon vorher zusammen gearbeitet hatte und das – was noch viel wichtiger ist – die Technik und das Know-How hatte, das Jacobsen für das Formen des Sperrholzsitzes benötigte. Und wie der Zufall es wollte war Fritz Hansen just zu dieser Zeit auf der Suche nach einem Allzweckstuhl, der mit den neuen Produkten von Charles und Ray Eames für Hermann Miller mithalten konnte. Der Rest ist Geschichte…

Trotz des unbestrittenen Erfolgs der Stühle wurde die Ameise – wie auch viele von Egon Eiermanns Stuhldesigns aus jener Zeit – lange aufgrund ihrer scheinbaren Ähnlichkeit mit den Arbeiten von Charles und Ray Eames kritisiert. Finn Juhl soll am 3. Oktober 1952 bei der offiziellen Präsentation des Stuhls diese Ähnlichkeit sogar gegenüber Arne Jacobsen kommentiert haben.1 Während Egon Eiermann aber immer noch behaupten konnte, dass die Ähnlichkeit durch die gemeinsame Inspiration zustande kam, ließ die Tatsache, dass Fritz Hansen einen DCM von Eames erworben hat, um Jacobsen zu verdeutlichen, in welche Richtung sie mit ihrem neuen Stuhl gehen wollen, das Ganze dagegen ein wenig suspekt erscheinen. Das wäre zumindest so, wenn die Ameise nicht so einige sehr wichtige Innovationen beinhalten würde, die weit über die damalige Arbeit der Eames’ hinausgeht.

Zunächst einmal verfügt die Ameise über den ersten dreidimensional geformten Sperrholzsitz in der Möbelgeschichte, bei dem die Sitzfläche und die Rückenlehne aus einem einzigen Stück bestehen. Die Sitzfläche des DCM hingegen wurde zwar auch vertikal und horizontal gebogen, ist aber nicht mit der Rückenlehne verbunden. Für die Umsetzung dieses wichtigen Konstruktionsschrittes war es nicht unerheblich, dass Fritz Hansen schon 1872 damit begann, im Sinne von Michael Thonet Holz zu verbiegen, und so hatte der Hersteller schon 80 Jahre Erfahrung mit der Erhitzung und Verformung von Holz, als er sich an das Formen von Jacobsens Sperrholzsitzschale machte.

Das Sperrholz erfolgreich zu biegen war jedoch nur ein Teil des Problems. Die Sitzschale musste Stabilität gewähren – vor allem an der Stelle, wo die Sitzfläche in die Rückenlehne übergeht. Jacobsen erlangte diese Stabilität durch die Schlitze und die runde, kurvenreiche Taille – eine schlichte, technische Lösung, die dem Stuhl seine charakteristische Form gab. Und schließlich seinen Namen.

ant chair arne jacobsen fritz hansen back

Zwei Frauen? Eine Lampe?... Weder noch. Einfach nur genial!

Ebenso wichtig wie die technische Innovation war die Tatsache, dass Arne Jacobsen und Fritz Hansen mit der Ameise einen stapelbaren Stuhl geschaffen haben. Für Jacobsen hatte die Stapelbarkeit des Stuhls absolute Priorität – und das nicht nur wegen seiner ursprünglich intendierten Funktion als Cafeteria Stuhl, sondern auch wegen der später von Fritz Hansen beauftragten als Allzweckstuhl für den Privatgebrauch. Bis dahin waren stapelbare Stühle jedenfalls eher die Ausnahme als die Regel. Charles und Ray Eames zum Beispiel konnten erst 1955 mit dem DSS erfolgreich einen in großen Mengen produzierbaren Stapelstuhl entwerfen.

In diesem Zusammenhang ist auch ein zweites, überaus umstrittenes Thema zu nennen: Die drei Beine der Original-Ameise. Für Jacobsen waren die drei Beine der Ameise nicht verhandelbar. Die Ameise hatte ein dreibeiniger Stuhl zu sein. Punkt. Dieser Aufbau diente nicht nur der besseren Stapelbarkeit, sondern verhinderte laut ihm auch, dass sich die Beine im hektischen Cafeteria-Alltag ineinander verhakten. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie der Stuhl zugunsten seiner Funktionalität reduziert wurde, was natürlich sehr stark an die europäische Moderne erinnert.

Für viele Zeitgenossen Jacobsens war der dreibeinige Stuhl jedoch nur instabil und sinnlos. Der Aufruhr war schließlich so groß, dass Fritz Hansen 1955 Jacobsen mehr oder weniger dazu nötigte, eine vierbeinige Version zu entwerfen. Doch auf Jacobsens Drängen hin wurde die dreibeinige Variante auch weiterhin quasi unter dem Ladentisch verkauft, jedoch bis nach seinem Tode 1971 nicht offiziell von Fritz Hansen vertrieben.

Obwohl es nur fair ist, zu erwähnen, dass Jacobsens späteres Stuhldesign Serie 7 mit der zylinderförmigen Rückenlehne heute wahrscheinlich bekannter ist als die Ameise – und das nicht nur wegen der unanständig hohen Zahl geschmackloser Plagiate auf dem Markt oder diesem geschmackvoll unanständigem Foto von Christine Keeler – so bleibt die Ameise doch einer der wichtigsten Stühle im Möbeldesign des Nachkriegseuropas und vor allem ein Objekt, das jeder, der sich für gutes Design interessiert, studieren und verstehen sollte.

Happy Birthday zum 60.!

1. “Arne Jacobsen” von Carsten Thau und Kjeld Vindum.Danish Architectural Press, Kopenhagen 2002

ant chair arne jacobsen fritz hansen side

Die Ameise von Arne Jacobsen für Fritz Hansen



Museum für Angewandte Kunst Köln: Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel

Tuesday, January 17th, 2012

Wie es die Tradition so will, richtet das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) auch in diesem Jahr wieder, wenn in Köln die Möbelmesse IMM stattfindet, eine Sonderausstellung zum Thema Möbel aus.

Unter dem Titel “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” stellt das MAKK über 120 verschiedene Möbel aus, denen eins gemein ist: sie wurden alle von Architekten designt.

Museum für Angewandte Kunst Köln Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel

Museum für Angewandte Kunst Köln: Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel

Wie treue Leser längst wissen werden, ist der “Möbel-Architekt” eines unserer Lieblingstehmen. Und das nicht nur, weil solche Architekten einige wirklich fantastische Arbeiten hervorgebracht haben – und das oft nur aus purer Leidenschaft und mit wenig oder gar keinen finanziellen Ambitionen -, sondern weil wir glauben, dass das Verstehen des “Möbel-Architekten” eine wichtige Basis für das Verstehen der Möbelindustrie und letztendlich guten Möbeldesigns ist.

In der Pressemitteilung erklärt das MAKK, dass viele der Architekten zum Möbeldesign gekommen seien, weil sie auf dem Markt kein passendes Mobiliar für ihre Projekte gefunden hätten.

Es ist naturgemäß nicht unsere Art alteingesessenen und anerkannten Designmuseen zu widersprechen.

Aber.

Wir glauben zwar auch, dass der Notwendigkeitsaspekt in manchen Fällen bestimmt ein entscheidender Faktor gewesen ist, der Wunsch ein Projekt vollständig zu kontrollieren und so eine formale Einheit zu schaffen in vielen Fällen aber als bedeutender einzuordnen  ist.
Wir haben einige hübsche Zitate gefunden; z.B. wie Egon Eiermann nur zustimmen wollte, ein Haus in Berlin zu entwerfen, wenn er auch die Möbel gestalten durfte; oder wie Arne Jacobsen ähnliche Forderungen stellte, bevor er die Aufträge für das SAS Royal in Kopenhagen und das St. Cahthrines College in Oxford akzeptierte. Und Le Corbusier hat seine sozialen Wohnungsbauten der 1950er nur nicht selber eingerichtet, weil IKEA noch erfunden werden musste.

Für uns ist diese Unterscheidung so wichtig, weil sich aus ihr etwas entscheidendes herauslesen lässt: Die Motivation definiert den Hintergrund der entworfenen Möbel und unterstreicht als solches die Art und Weise, wie die Architekten dachten und arbeiteten.

Was unstrittig ist, ist der Wert der Arbeiten.

Museum für Angewandte Kunst Köln Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel

10 Unit System von Shigeru Ban über Artek (2009)

Neben Stücken aus der museumseigenen Sammlung wird “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” durch Leihgaben vervollständigt und erzählt die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts “Möbel-Architekten”. So beginnt die Ausstellung bei Werken von Hoffmann, Wagner oder Emil Beutinger. Letzterer ist mit seiner wunderbaren Kücheneinrichtung aus dem Jahr 1903 vertreten. Das Ensemble enthält einen “Sitzschrank”, der auch aus einer Haute Couture Kollektion des Ateliers Moormann stammen könnte.

Im Vergleich zu der dezenten Eleganz vieler früher Stücke, konnten wir uns nicht dem Eindruck entziehen, dass viele modernere Stücke förmlich schreien “Sieh mich an!”.

Natürlich wissen wir, dass der Wunsch nach Aufmerksamkeit noch ganz andere Ausmaße annehmen kann. Man denke nur an Menschen, die ihrer Berühmtheit wegen in den australischen Dschungel ziehen und vor laufender Kamera Kangaroohoden essen, nur um mit dem, “was sie der Gesellschaft hinterlassen haben”, in Erinnerung zu bleiben. – So um Aufmerksamkeit bemüht waren wirklich nur die allerwenigstens Stücke in der Ausstellung.

Nun könnte man argumentieren, dass der Grund dafür ist, warum viele der Vorkriegsmöbeldesigns im Gegensatz zu den modernen “Hinguckern” so konservativ und, ja, normal erscheinen, dass die Gesellschaft auch so war. Es gab keine größeren oder kleineren Angriffe auf akzeptierte Normen.

Nach der Postmoderne, dem Dadaismus und dem Punk haben wir jedoch andere Erfahrungen gemacht und mittlerweile ist es sogar zulässig Konventionen anzufechten. Dies gilt insbesondere für Möbel, die für ein Gebäude entworfen wurden, das Ansprüchen an modernes Wohnen gerecht werden muss.

Was uns zu den Ursachen zurückbringt, warum ein Architekt Möbel designt….

So oder so glauben wir, dass jene Architekten, die in die Kategorie “Hauptsache Aufmerksamkeit” fallen, gar nicht erst als “Möbel-Architekten”, sondern als “Künstler” bezeichnet werden müssen. Und ihre Arbeiten nennt man auch nicht “Möbel”, sondern “Kreationen” – oder schlimmer noch “Statements”.

Das führt uns zu der Frage, ob solche Künstler überhaupt in eine Möbelausstellung wie diese gehören. Nun, Kunst, Design und Architektur sind zwar verschiedene Disziplinen, sie können jedoch ineinander greifen und verschmelzen. Die Frage, die aber bleibt, ist, welche Disziplin die dominante ist. Bei der Auswahl der Objekte für so eine Ausstellung würden wir sagen, ist es Design. Idealerweise Design, das mit der Übung, dem Auge und dem Verständnis eines Architekten gestateltet worden ist.

Was zwangsläufig zu der nächsten Frage führt: Wo war eigentlich das USM Haller Möbelsystem – ein Möbel, das direkt aus einem architektonischen Konzept entstanden ist?

Museum für Angewandte Kunst Köln Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel

Jean Prouvé und Alvar Aalto bei Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel

“Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” ist eine gute Ausstellung. Unser Problem ist aber, dass nicht genug erklärt wird; es wird nur gezeigt. Für eine Sonderausstellung in einem Museum wie dem MAKK ist das einfach zu wenig. Man sollte die Ausstellung doch mit dem Gefühl verlassen, wirklich etwas über das Thema erfahren zu haben.

Wir kennen uns auf dem Gebiet einigermaßen gut aus und haben es genossen, die Stücke einfach alle einmal beisammen zu sehen und vergleichen zu können. Den meisten Besuchern geht es vermutlich anders – sie kennen nicht schon die meisten der Exponate, weil sie diese und andere Möbelklassiker in einem Onlineshop verkaufen.

Für einige Ausstellungsstücke gab es sogar gut konzipierte und hübsch illustrierte Schautafeln, für die Mehrzahl gab es jedoch nur etwas, das aussah wie Archivkarten mit einem Namen und wenigen anderen Informationen darauf.

Und dann war da natürlich noch die Entscheidung einige Stühle 5 Meter hoch über dem Boden zu platzieren – halb versteckt in Kisten, sodass sie keiner sehen kann. Das finden einfach nur blöd.

Trotz des für uns etwas lustlosen Ausstellungskonzepts bleibt der Wert der Arbeiten unangetastet und “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” einen Besuch wert – besonders während der IMM Cologne, wenn der Eintritt frei ist.

“Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” ist im Museum für Angewandte Kunst Köln bis 22. April 2012 zu sehen.

 



Design for Use, USA

Tuesday, November 8th, 2011
Design for Use USA catalogue

Design for Use, USA. Das Cover von Alexander Girards Katalog.

Vom 20. März bis 25. April 1951 fand in Stuttgart die erste Nachkriegsausstellung zum Thema moderne amerikanische Inneneinrichtung und Haushaltsgeräte statt.

Vom New York Museum of Modern Art organisiert, zeigte die Ausstellung mit dem Titel “Design for Use, USA” einen Querschnitt amerikanischen Gebrauchsdesigns – und somit ein Who is Who der amerikanischen Designer Mitte des 20. Jahrhunderts: Charles Eames. George Nakashima. Ray Eames. George Nelson. Eero Saarinen. Isamu Noguchi. Etc.

All das wird in einem von Alexander Girard geplanten Ausstellungskonzept und Katalog präsentiert.

Neben einer durchaus ansehnlichen Liste von Ausstellungsobjekten, war und ist die Ausstellung auch aus einer ganzen Reihe anderer Gründe interessant.

Zuallererst weil sie bereits zwei Jahre bevor Willi und Erika Fehlbaum ihren “folgenreichen” Ausflug nach New York unternahmen, stattfand – sie kamen damals mit den Grundsteinen für Vitra im Handgepäck zurück.

(Man stelle sich mal vor… wenn jemand in Stuttgart etwas mehr unternehmerisches Gespür gezeigt hätte…. Es gäbe kein Vitra.)

Zweitens brachte die Ausstellung die Designermöbelindustrie im Nachkriegseuropa in Gang.

Im Artikel “The “Advance” of American Postwar Design in Europe: MoMA and the Design for Use, USA Exhibition 1951–1953″1 behauptet Gay Mcdonald, dass die Ausstellung nur stattfand, um Amerika im Rahmen des Marshall Plans in Europa populär zu machen und liest man die MoMa Pressemitteilung2 von 1951, kann man das auch nur schwer leugnen.

Soweit wir das richtig interpretieren, exportieren die Amerikaner ihre Kultur ja auch schon seit jeher mit größter Leidenschaft in den Rest der Welt – sei es die Blue Jeans, Hamburger oder unterdrückende Sicherheitskonzepte im Namen der Freiheit…

Und natürlich haben sie auch ihre eigenen Sportarten entwickelt, anstatt einfach die von anderen Kulturen zu übernehmen.

Aber wir vertrauen auf die meisten Europäer und, ja, auch auf die meisten Amerikaner, dass sie intelligent genug sind, ihre eigenen Schlussfolgerungen und Meinungen zu bilden.

Unabhängig von den Motiven finden wir, dass die Ausstellung genau das Richtige zur richtigen Zeit war. Damals war Amerika nämlich, ungeachtet des Krieges, der Motor im weltweiten Produktdesign. Und das MoMa war zweifelsohne die Institution, die die größte Rolle dabei gespielt hat, amerikanische Designinnovationen in der Welt zu verbreiten.

1951 waren weite Teile Europas mit dem Wiederaufbau beschäftigt – schnelle und effiziente Lösungen im Möbel- und Produktdesign waren also äußerst gefragt.

upholstred chair georeg nelson herman miller
“Upholstered chair” von George Nelson für Herman Miller, gesehen im Design for Use, USA Katalog

Gay Mcdonald zitiert eine Quelle, die besagt, dass die Ausstellung von 60.000 Menschen besucht wurde. Das klingt vielleicht gar nicht so viel, aber man muss bedenken, dass es 1951 war. Damals gab es noch keine Billigflieger, die für 20 Euro nach Stuttgart fliegen. Und die “Designindustrie” war damals auch noch nicht so weit wie heute.

Und Vitra war zu der Zeit noch eine unwichtige, kleine Baseler Firma im Aufbau. – 60.000 Besucher waren für die Zeit einfach fantastisch.

Was leider nicht aufgezeichnet wurde, ist, wer alles kam und was sie mitgenommen haben.

Für so gut wie jede wichtige und einflussreiche Manchester Band der späten 1970er und frühen 1980er können die Ursprünge zurück zum Sex Pistol Konzert am 4. Juni 1976 in der Lesser Free Trade Hall geführt werden; und so können wir (Romantiker) uns sehr gut vorstellen, dass “Design for Use, USA” das europäische Möbeldesign der 50er und 60er Jahre genauso stark beeinflusst hat.

Ohne Aufzeichnungen kann man leider nur mutmaßen, wie die Langzeitfolgen für die Besucher der Ausstellung konkret aussahen.

Nach Stuttgart tourte die Ausstellung weiter durch Europa: nach London, Paris, Zürich und zur Mailänder Triennale. Die Tatsache, dass keiner die Chance ergriff und die Produktionslizenzen für Europa übernahm, lässt sich möglicherweise darauf zurückführen, dass alles noch zu neu war, zu anders.

Jedenfalls ist es naheliegend, dass mit der Ausstellung ein Prozess der Sensibilisierung losgetreten wurde, der letztlich auch den Weg für Vitra und den Erfolg mit dem Verkauf der Möbel von Eames, Nelson, Noguchi und all den anderen ebnete.

Ganz sicher aber liegt hier der Ausgangspunkt für Wilde + Spieths erfolgreiche Vermarktung von Egon Eiermanns Stühlen. Egon Eiermann begann mit seiner Teilnahme an der “Wie Wohnen?”-Ausstellung, 1949/50,  in Stuttgart und Karlsruhe öffentlich gegen Massenproduktion zu arbeiten. Viele seiner Designs stammen definitiv aus der Mitte der 1940er Jahre und Eieramann war dabei zweifelsfrei von dem, was er zu der Zeit aus und über Amerika las, beeinflusst.

Wir sagen nicht, dass er irgendetwas kopiert hat, aber Eiermann und Eames haben definitiv auf ähnlichen Feldern geforscht und expermentiert. Obgleich Eames ein wenig schneller und erfolgreicher war.

Damals hätte das freilich kaum jemand so betrachtet. 1951 haben sich gerade einmal 153 Stück von Eiermanns SE 3 (dem heutigen SE 42) verkauft; und das hauptsächlich an Architekten. In den folgenden Jahrzehnten stieg der Verkauf dann nicht nur dramatisch an, Eiermanns Stuhldesigns – mit ihren unleugbaren Bezügen zu Eames’ Entwürfen -  entwickelten sich außerdem bald zu europäischen Designklassikern.

Aber wieder können wir eigentlich nicht beweisen, dass Design for Use, USA etwas damit zu tun hatte.

design for use usa charles eames rar sideboard
Ein RAR und ESU Bookcase von Charles und Ray Eames, gesehen im Design for Use, USA Katalog

Zusätzlich zur Wegbereitung für ein neues Verständnis von Inneneinrichtung, beeinflusste “Design for Use, USA” Europa hinsichtlich neuer Technologien und Geschäftsmodelle. Es wurden Möbel aus Plastik geformt und Designermöbelhersteller in der Tradition von Hermann Miller etablierten sich.

Wir haben zwar keine bestätigten Aussagen darüber, ob Arne Jacobsen bei der Ausstellung anwesend war;  aber man kann nicht leugnen, wie hingebungsvoll er sich den synthetischen Materialien, die zwischen 1950 und 1960 auf den Markt kamen, gewidmet hat.  Das hat er außerdem ganz meisterhaft mit der guten alten dänischen Handwerkstradition zusammengebracht. Das Ei und der Schwan sind wohl die besten Beispiele dafür.

Auch wenn unsere Argumentation etwas lückenhaft ist, kann man doch sicher davon ausgehen, dass die europäische Möbelindustrie ohne “Design for Use, USA” etwas länger gebraucht hätte, auf eigenen Füßen zu stehen – und das wahrscheinlich mit weniger interessanten Produkten.

design for use usa slinky richard t james
Slinky von Richard T James: war auch Teil der Design for Use, USA Ausstellung

1. Gay McDonald “The “Advance” of American Postwar Design in Europe: MoMA and the Design for Use, USA Exhibition 1951–1953″ Design Issues: Volume 24, Number 2 Spring 2008. Seiten 15-27

2. “MUSEUM’S “DESIGN FOR USE, U.S.A.” EXHIBITION SAILED FOR EUROPE JANUARY 5″ http://www.moma.org/docs/press_archives/1483/releases/MOMA_1951_0001_1951-01-04_510104-1.pdf

3. Arthur Mehlstäubler “Egon Eiermann – der deutsche Eames?” in Egon Eiermann (1904 – 1970)



Design Miami/Basel 2011

Thursday, July 14th, 2011

Dieses Jahr haben wir es endlich mal auf die Design Miami/Basel geschafft.

Es gibt unter den teilnehmenden 43 internationalen Designgalerien zwei Arten: die, die “alte” Objekte ausstellen und die, die neue zeitgenössische Entwürfe präsentieren.

Die Galerien, die sich auf neues zeitgenössisches Design spezialisiseren, verdienen ihr Geld in der Regel mit limitierten Konzeptkunst-Auflagen, die sie dann verkaufen. Oder sie kaufen die ersten Auflagen von neuen Arbeiten auf, die das Potential haben, Designklassiker zu werden.

Fragile Future Chandelier 3.1 by Lonneke Gordijn & Ralph Nauta at Carpenters Workshop Gallery

Fragile Future Chandelier 3.1 von Lonneke Gordijn & Ralph Nauta in der Carpenters Workshop Gallery

Die modernen Arbeiten, die in Basel zu sehen waren, reichten von Stücken, die – wenn man ehrlich ist – eher Kunst als Design sind, wie z.B. der wirklich monumentale “Fragile Future Chandelier 3.1″ von Lonneke Gordijn & Ralph Nauta in der Carpenters Workshop Gallery, bis hin zu erstklassigen Produktdesigns, die uns wirklich beeindruckt haben, wie z.B. die wunderbaren Lichtskulpturen “Well of Life” von Arik Levy bei Priveekollektie.

Am unterhaltsamsten waren Arbeiten wie Oskar Zietas Plopp oder Endless von Dirk vander Kooij – Produkte, die Ihre Designmesse-Premieren als revolutionäre aber gesichtslose Wunder gefeiert haben. Es es ist immer schön, Dinge heranwachsen zu sehen – egal ob es Kinder, Schafe oder Schaukelstühle aus geschmolzenen Kühlschränken sind.

Von den älteren Designs haben uns am besten die Architektur-Designs und die einmaligen Location-bezogenen Stücke gefallen. Ältere Versionen von Produkten, die noch produziert werden, haben uns nicht wirklich hinterm Ofen hervor gelockt. Siehe unten.

Was letztere Kategorie betrifft, hatte z.B. die Galerie Dansk Møbelkunst eine paar schöne nicht-serielle Stücke von Arne Jacobsen, unter anderem den tollen Easy Chair als Teil eines Architekturprojekts und ein paar sehr einfache – fast zu einfache – Schubladen, aus dem SAS Royal in Kopenhagen.

Aus der Kategorie Architektur hat uns die Le-Corbusier-Treppe, die es in der Galerie Downtown – François Laffanour zu kaufen gab, gut gefallen. Und natürlich die Installation der Galerie Patrick Seguins von Jean Prouvés zerlegbarem Flüchtlingsunterschlupf aus dem Jahr 1944. Beides erinnert an die Ursprünge der Branche von der wir uns heute ernähren.

The only Le Corbusier we could afford at Design Miami Basel 2011

Der einzige Le Corbusier, den wir uns auf der Design Miami/Basel 2011 leisten konnten

Trotz der vielen Höhepunkte, gab es auch ein paar Wolken am Basler Designhimmel. Und wir meinen nicht nur die von Asif Khan. (Billiger Gag. Sorry.)

Zum Beispiel mussten wir erfahren dass Museen zu den wichtigsten Kunden der Galerien zählen. Das ist unserer Meinung nach falsch. Wir verstehen ja, dass jemand, der ein privates Busfahrscheinmuseum eröffnen möchte, auch seine eigenen Ausstellungsstücke beziehen sollte. Aber nationale Museen die dazu da sind, kulturell und historisch wichtige Kunstgegenstände für das Gemeinwohl zu bewahren, sollten doch solche Artefakte eigentlich ganz selbstverständlich erhalten. Kostenlos. Hat ein privater Sammler das gleiche Recht auf einen frühen Mies-van-der-Rohe-Stuhl wie ein Museum? Ist der vermeintliche Marktwert einer Lampe, der auf Basis seiner Herkunft und Rarität berechnet wird, vergleichbar mit ihrem historischen Wert auf Basis ihrer kulturellen Bedeutung? Bei diesen Fragen können wir einfach nicht mit den Argumenten des “freien Marktes” der Galerien mitgehen. Natürlich ist es richtig, dass Museen nicht das Recht haben, die Eigentümer von Werken nach Lust und Laune zu enteignen, aber sollten Museen nicht ein Vorkaufsrecht haben, wenn etwas auf den Markt kommt? Wir sagen ja! Obwohl wir wissen, das ein solches System praktisch nicht regulierbar wäre und keiner entscheiden könnte, welche Stücke in welches Museum gehen sollen… Die gleichen Argumente gibt es auch in der Kunstszene und auch dort sind wir derselben Meinung. Wo etwas von kultureller oder historischer Relevanz ist, muss es der öffentlichen Hand gehören.

Der zweite Wolke war: Nachdem wir mehrere Stunden in der Halle 5 der Messe Basel herumgewandert waren, sind wir zu dem unvermeidlichen Schluss gekommen: Wir sind keine Sammler! Unsere Leidenschaft ist es nicht, die Objekte zu besitzen. Unsere Leidenschaft sind die Objekte, die Ideen dahinter, die Personen dahinter und die Geschichten dahinter. Wenn jemand die Objekte gern besitzen möchte, soll er das bitte tun. Wir sind einfach nur froh, dass die Objekte existieren und es kreative Köpfe gibt und gab, die die Objekte möglich gemacht haben.

Deshalb ist die Design Miami/Basel einfach nichts für uns. Es gibt keinen Grund für uns dort zu sein. Design Miami/Basel ist was für Sammler. Für europäische Sammler gibt es wahrscheinlich nichts besseres als die Design Miami/Basel.

Trotzdem sind wir froh, dass wir hingefahren sind und es einmal erleben durften. Es ist nur nicht unsere Welt. Und vielleicht fahren wir nächstes Jahr noch einmal hin – nur um zu sehen, ob die Veranstalter mutig genug waren, das “Miami” aus dem Namen zu streichen.

Ein paar unserer Highlights der Design Miami/Basel 2011 gibt es in unserer Facebook Galerie.

Design Miami Basel 2011

Design Miami/Basel 2011



Die Reisen des jungen Verner (Panton Chair junior)

Saturday, April 16th, 2011

Zu den bekanntesten und wahrscheinlich karrieretechnisch relevantesten Phasen in Verner Pantons Leben gehören seine Reisen durch Europa.
Nach dem Studium an der Royal Academy of Fine Arts in Kopenhagen gab Verner Panton seine Stellung bei Arne Jaobsen auf, baute seinen VW Bus in ein mobiles Studio um und tourte durch Europa… und lernte dabei viele Designer und Hersteller kennen.

Natürlich war es nicht diese Erfahrung allein, die seine späteren Arbeiten beeinflusst hat, aber die Reisen haben das bewirkt was solche Erfahrungen immer bewirken: sie haben ihn offener gemacht für neue Ideen, neue Ansätze und neue Möglichkeiten.

Und so den Europäer Verner Panton geformt.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Verner Pantons Arbeiten auch so toll reisen.
Es liegt schließlich in den Genen.

Auf der Leipziger Buchmesse konnten wir exlusiv einen Blick in den Reisebericht von einem von Verner Pantons jüngeren Stühlen werfen, der demnächst erscheint.

In “Über den Jordan” beschreibt Verner (Panton Chair junior) seine Abenteuer auf einem Road Trip von Stuttgart bis Jordaniens Hauptstadt Amman mit einer Gruppe Fremder.

Der illustrierte Roman ist eigentlich ein Kinderbuch, der freche direkte Stil macht viele der Geschichten aber auch für Erwachsene zu einem Lesevergnügen.

Obwohl das Buchprojekt noch in der Entwicklung steckt, konnten bereits die ersten Cosplayer mit fantasievollen Panton Chair Kostümen auf der Leipziger Messe gesichtet werden. Das kann nur Gutes heißen.

“Über den Jordan” von Verner (Panton Chair junior) wird erst im Herbst veröffentlicht, aber wir haben bereits ein paar Vorabdrucke.

Der erste ist hier zu sehen. Weitere vier gibt es exklusiv auf der smow Facebook Seite.

Bald erhältlich: Die Reisen des jungen Verner (Panton Chair junior)


Vienna Design Week – Swedish.Light.Design.2010

Tuesday, October 12th, 2010
Swedish.Light.Design.2010 Lamino by Yngve Ekström from swedese

Swedish.Light.Design.2010 Lamino von Yngve Ekström von swedese

Fragt man die Leute nach einem dänischen Möbeldesigner so wird die Mehrheit sicherlich Verner Panton oder Arne Jacobsen sagen.
Fragt man Sie nach einem schwedischen Möbeldesigner, so beinhaltet der Name mit Sicherheit 4 Buchstaben, 3 von ihnen sind Vokale.

Flat Pack Möbel sind eigentlich nichts schlechtes. Aber es ist schon traurig, wenn ein Land, welches so viel Talent zu bieten hat von einer Marke repräsentiert wird.

Schweden ist der Partner der diesjährigen Vienna Design Week und somit ist der Laden mit dem blau und gelben Logo überall zu sehen.

Aber nicht nur sie.

Neben der Beteiligung der Stockholmer Architektur und Design Agentur Claesson Koivisto Rune an “Barock Splendour and Stainless Steel” war eines der Hauptprojekte, das Swedish.Light.Design.2010 in der schwedischen Botschaft.

In der Eröffnungsrede bezeichnete der schwedische Botschafter in Österreich schwedisches Möbeldesign als einfach, natürlich und funktional.

Fire & Swedish design: Simple, natural and functional

Feuer & Swedisches Design: Einfach, Natürlich und Funktional

Swedish.Light.Design.2010 zeigt, dass es aber auch innovativ sein kann.

Karl Andersson & Söner, zum Besispiel zeigten den ponoq und den strip Jackenhalter. Zwei unterschiedliche Herangehensweisen an ein ähnliches Konzept: Haken, die verschwinden, wenn man diese nicht mehr benötigt.

Bei ponoq ist der Trick, dass die Haken flach in ihrer Verankerung liegen und bei Bedarf ausgeklappt werden können; bei strip kommen die Haken erst zum Vorschein, wenn man die Metallstange biegt. Das gibt der Konstruktion einen interessanten dynamischen Charakter.

Swedish.Light.Design.2010 hat zudem gezeigt, dass Schweden eine ebenso starke Möbelgeschichte hat wie Dänemark.

Karl Andersson & Söner @ Vienna Design Week

Karl Andersson & Söner @ Vienna Design Week

1999 wurde der Lamino von Yngve Ekström als bestes schwedisches Design des zwanzigsten Jahrhunderts ausgezeichnet. Ursprünglich wurde der Stuhl 1956 veröffentlicht. Lamino ist wundervoll leichter aus gebogenem Holz gefertigter Easy Chair welcher zum Kanon des großartigen skandinavischem Design Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gehört. Nicht nur dass es ein Klassiker ist, es wird immer noch hergestellt. In der vom Yngve Ekström und seinem Bruder Jerker gegründeten Firma swedese. Und wie jeder weiß, ist Tradition das beste Zeichen für Qualität.

Und mit den vielfältigen Kollaborationen mit z.B. Barber Osgerby, Marina Bautier oder Claesson Koivisto Rune fügt sich swedese in die herrschende Idee der Vienna Design Week ein. Zeitgemäß und wettbewerbsfähig bleiben ohne dabei die Tradition und die Wurzeln zu vergessen.

Yngve Ekström soll einmal gesagt haben “To have designed one good chair is not such a bad life’s work”. Auch wenn wir damit vollkommen übereinstimmen, nachdem wir den (smow)chair entwickelt haben, so ist es doch eine weitaus größere Anerkennung vor der Zeit des Internets zu Berühmtheit gelangt zu sein.

Ein weiteres Highlight auf der Swedish.Light.Design.2010 war, dass wir Nola’s “urban furniture” Stücke erleben konnten. Es hat uns wieder gezeigt, dass wir mehr Mut brauchen, wenn es um Möbeldesign geht und weniger Trendexperten, die uns sagen was gut aussieht.

Alles in allem war die Swedish.Light.Design.2010 ein schöner Einstieg in die schwedischen Designer und Hersteller und eine gute Vorbereitung auf die im Februar stattfindende Stockholmer Möbel Messe.

Swedish.Light.Design.2010 Wimbeldon from Nola

Swedish.Light.Design.2010 Wimbeldon von Nola

In the foreground Crusier by Marina Bautier in the background Olive Wood Chair by Claesson Koivisto Rune both from swedese

Im Vordergrund Crusier von Marina Bautier Hintergrund Olive Wood Chair von Claesson Koivisto Rune beide von swedese



Dänspotting: Ist dänisches Möbeldesign noch relevant?

Friday, September 17th, 2010

Wie bereits berichtet, war unser Besuch in Kopenhagen und bei der CORE 10 ohne Frage einer unserer enttäuschendsten Trips.

Das lag vor allem an der nicht vorhandenden Innovation, Vorstellungskraft und Qualität.

It’s certainly a phenomenon in all walks of life.

What do you mean?

Well, at one point, you’ve got it, then you lose it. And it’s gone forever.

All walks of life.

Georgie Best, for example, had it, lost it.

Or David Bowie or Danish design.

Danish design. Some of their modern stuff’s not bad.

No, it’s not bad, but it’s not great either, is it?

And in your heart you kind of know that although it looks all right…

It’s actually just…..

Sogar in der Ruhmeshalle skandinavischen Designs nimmt das “Dänische Design” einen erhobenen, fast mystischen Platz ein.

Verner Panton, Arne Jacobsen, Finn Juhl, Poul Kjaerholm, Hans J. Wegner und und und…

Es ist wahrscheinlich nicht übertrieben zu behaupten, dass kein anderes Land dem Nachkriegsdesign mehr “Stars” geschenkt hat als Dänemark.

Besonders, wenn man das Verhältnis “Star-Designer zu Einwohnern” berücksichtigt.

Aber…

Zu wenige dänische Möbelhersteller verstehen, warum das so ist.

Es geht nicht um ageometrische Formen und bunte Farben.

Arne Jacobsen's Bellvue Chair from 1934

Arne Jacobsens Bellevue Chair aus dem Jahr 1934

Wie Egon Eiermann war ein Großteil der bekannten dänischen Designer Architekten, die in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig individuelle Möbelstücke für ihre Projekte entwarfen – die aber keine wirkliche Rolle in der industriellen Möbelproduktion spielten.

Die sozialen und kulturellen Veränderungen der 50er und 60er Jahre haben im Grunde den Massenmarkt für zeitgenössische Möbel geschaffen: und die Möbelhersteller fanden in den führenden Architekten der Zeit eine Quelle von innovativen, erfahrenen Möbeldesign-Talenten.

Die Designer blieben allerdings hauptsächlich Architekten, die gelegentlich auf Basis ihres Architektur-Verständnisses und ihrer eigenen Prozesse Möbel entwarfen.

Arne Jacobsens Ameise, zum Beispiel, begann als Kantinenstuhl für eine Fabrik, an der Jacobsen arbeitete. Durch den Kontakt mit Fritz Hansen entwickelte sich das Projekt, getrieben von dem Interesse, ein Produkt zu entwerfen das mit Charles und Ray Eames Sperrholzmöbelkollektion mithalten konnte.

Was uns zum zweiten Impuls bringt: die Innovation dieser Zeit.

Der Eames DSR ist zum Beispiel kein besondersis umwerfender Stuhl – der in Form gegossene Plastesitz war aber zu seiner Zeit revolutionär.  So wie das gebogene Sperrholz von Eames oder der Plaste-Freischwinger von Verner Panton sehen wir viele der heutigen Designklassiker nicht als ebenjene wegen ihrer Erscheinung, sondern weil sie eine historische Bedeutung haben, Genres neu definierten, als sie auf den Markt kamen und sich so in das kollektive Bewusstsein gebrannt haben.

Hinzu kommt die Verfügbarkeit des Materials als solches. Möbel waren traditionell aus Holz hergestellt, die Bauhaus-Bewegung und Modernismus brachten Metall und Glas ins Spiel, bis Ende der 1940er Jahre eine Materialknappheit dazu führte, dass Europas Möbelhersteller in ihren Möglichkeiten eingeschränkt waren.  In den 1950er und 60er Jahren hatten die Produzenten zum einen wieder Zugang zu mehr Material, zum anderen wurden durch die Industrialisierung immer mehr neue Materialien hergestellt – und die Möbeldesigner fühlten sich mit den neuen Möglichkeiten wie Kinder vor einem Weihnachtsbaum.

Alle Neuigkeiten und Innovationen konnte durch die neuen Massenmedien wie Fernsehen oder Farbdruck schnell verbreitet werden und fanden im Europa in Zeiten von Wohlstand und Sicherheit dankbare Abnehmer.

All diese Faktoren kamen zusammen um das Konzept des dänischen Designs hervorzubringen.

Oder in anderen Worten: In Dänemark taten die richtigen Leute im richtigen Moment das Richtige.

Tivoli Chair by Verner Panton through Montana: Colourful, but thats not why its good.

Tivoli Chair von Verner Panton (Montana): Farbenfroh, aber nicht nur deswegen gut

Heutzutage werden Produkte für Möbelhersteller fast ausschließlich von professionellen Produktdesignern entworfen, deren Aufgabe es ist Artikel auf Anfrage zu fertigen.

Das ist an sich keine schlechte Sache, wenn man davon ausgeht, dass die Motivation darin liegt, etwas Neues zu kreiieren oder ein bestehendes Design zu verbessern.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war weder neu noch besser.

Zu viel von dem, was wir gesehen haben, war einfach Mittelmäßigkeit – hübsch verpackt in bedeutungslosem Marketinggeschwätz um zu verschleiern, dass das Produkt weder neu noch interessant ist.

Renton würde sicher sagen “Früher oder später musste es so kommen.”

Im (smow)Büro hängt das Poster “A Century of Danish Chairs” an der Wand, es beginnt 1905 und endet 1979 – so ähnlich war auch unsere Erfahrung auf der CODE 10.

So als wären die letzten 30 Jahre nicht passiert.

Dänisches Möbeldesign ist noch nicht komplett ausgestorben, und Sick Boys vereinheitlichende Theorie vom Leben ist nicht generell gültig, aber ein Großteil ist eindeutig vom Weg abgekommen umd man kann sich schwer vorstellen, woher der Impuls kommen soll um dänisches Möbeldesign wieder aufleben zu lassen.

Nicht zuletzt wenn eine müde Veranstaltung wie die CODE 10 damit wirbt, “…new approaches to design form, design thinking and the creative process” zu zeigen.

Zum Glück gab es vereinzelt ein paar wirklich außergewöhnliche Stücke zu sehen, die wir im nächsten Dänspotting Post vorstellen werden.

Is the sun setting on Danish furniture design?

Is the sun setting on Danish furniture design? Der Untergang



Dänspotting: Verner Panton in Kopenhagen

Saturday, September 4th, 2010

Dafür dass er einer der berühmtesten dänischen Designer ist, hat Verner Panton relativ wenig Zeit in Dänemark verbracht. Die meisten seiner bekannten Arbeiten entstanden außerhalb des Landes.

Und trotzdem erinnert in Kopenhagen vieles an Verner Panton, sein Leben, seine Arbeit und seine Leidenschaften.

Also haben wir unseren Kurzbesuch in der Hauptstadt Dänemarks genutzt um uns mit einem Vitra Panton Chair zu einem Standrundgang durch Verner Pantons Kopenhagen zu treffen.

The  verner Pantons almamata

Die Kunstakademiets Arkitektskole, Kopenhagen: Verner Pantons Alma Mater

Genau wie Pantons Verbindung zu Kopenhagen begann unsere Tour mit der “Kunstakademiets Arkitektskole” – der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie.

Nach seinem Abschluss an der Technischen Universität Odense schrieb sich der 21jährige Verner Panton 1947 an der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie ein. In Kopenhagen lernte er Tove Kemp kennen, die Stieftochter des Designers, Kritikers und Architekten Poul Henningsen, die beiden heirateten 1950. Die Ehe mit Tove war zwar nur von kurzer Dauer, Pantons Beziehung zu Henningsen jedoch sollte länger halten.

In Henningsen fand Panton einen Mentor und Lehrer für die Entwicklung seiner Lichtdesign-Konzepte. Im Laufe seiner Karriere entwarf Verner Panton nicht nur über 60 Lampen, Licht und Schatten spielten auch eine wichtige Rolle in seinen Installationen und Raumdesignprojekten.

Strandvjen 413

413 Strandvejen, Kopenhagen, Arne Jacobsens Haus und Studio

Durch Henningsen lernte Panton aber auch Arne Jacobsen kennen und arbeitete ab 1950 in Jacobsens Studio, im Keller seines Hauses in 413 Strandvejen.

Panton beobachtete, wie wohldurchdacht und kompromisslos Jacobsen arbeitete, und sein Interesse an Möbeldesign wuchs. Er entwickelte außerdem eine Vorliebe für Experimente mit Materialien und risikofreudige Designs – Charakteristika die ausschlaggebend für die Entwicklung seiner Designs sein sollten.

Über Arne Jacobsen lernte Verner Panton außerdem Fritz Hansen kennen.

Aber der Reihe nach.

1951 wurde Jacobsen mit der Planung einer Kantine als Teil eines Projektes mit der Firma Novo beauftragt.  Aus diesem Projekt ergab sich die Kooperation mit Fritz Hansen zur Entwicklung eines Multifunktionsstuhls aus gebogenem Sperrholz. Verner Panton hatte die Aufgabe, die Prototypen für mögliche Designs herzustellen. Das Endergebnis war der 3100, Myren, Ant Chair oder Ameise – und obwohl das finale Design hauptsächlich Jacobsen zuzuschreiben ist, hat die Arbeit am Ant Chair die späteren Entwürfe Pantons mitgeprägt.

tivoli

Tivoli, Kopenhagen, Schauplatz einer der ersten Aufträge Verner Pantons

Panton schloss 1951 sein Studium ab, verließ Jacobsen 1952 und öffnete sein eigenes Studio. Er verbrachte seine Zeit zunächst mit ausgedehnten Touren in seinem VW-Bus durch Europa, auf denen er zum Einen Produkte entwarf,  und zum Anderen Kontakte zu Designern, Herstellern und Verkäufern knüpfte.

1955 entwickelte sich die Beziehung zwischen Panton und Fritz Hansen weiter, als sie das allererste kommerzielle Verner-Panton-Produkt auf den Markt brachten: den “Bachelor Chair”, dem bald der “Tivoli Chair” folgte (so genannt, weil er ursprünglich für ein Restaurant im Tivoli, Kopenhagen entworfen wurde).

Ende der 1950er Jahre verließ Panton Dänemark um in Norwegen, auf Teneriffa und in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. In Basel entwickelte er zusammen mit Vitra seinen Panton Chair.

cirkus

Cirkusbygningen, Kopenhagen, eines der letzten Projekte Verner Pantons in der Stadt

Nachdem er sich in Basel niedergelassen hatte, beschränkte sich Verner Pantons Verbindung zu Kopenhagen auf gelegentliche Besuche – entweder privater Natur oder um einen seiner vielen Preise und Auszeichnungen entgegenzunehmen. 1984 erhielt Panton allerdings den Auftrag , ein neues Farbsystem für das Cirkusbygningen – ein Theater- und Kabarettgebäude in der Nähe des Tivoli – zu designen und führte das Projekt in seinem eigenen unnachahmlichen Stil aus.

In den 1990er Jahren teilte Verner Panton seine Zeit mehr zwischen seiner Villa in der Nähe von Basel und seiner Wohnung in Kopenhagen auf. Verner Panton starb am 5. September 1998 im Alter von 72 Jahren in Kopenhagen.

Während unseres Stadtrundgangs mit dem Vitra Panton Chair und seinen Anekdoten zu Verner Panton hatten wir doch das Gefühl, dass die Stadt mehr tun könnte um ihre Größen wie Panton oder Jacobsen zu ehren – zumindest könnten die Stätten ihrer Arbeit und Inspiration sichtbarer und zugänglicher gemacht werden.

The Little Mermaid and the Panton Chair - two of Copenhagens most important landmarks

The kleine Meerjungfrau und der Panton Chair - zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens