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Orgatec 2012 Interview: Antonio Citterio “Ich mag es an Produkten zu arbeiten, die sich mit der Zeit entwickeln. Ich arbeite nicht gern für den Moment”

Monday, February 11th, 2013

In unserem Orgatec Interview mit Vitra CEO Eckart Maise sprachen wir über das Bürosystem als zentrale Komponente der Vitra Büromöbel Philosophie. Ein Designer, der mehr als jeder andere dazu beigetragen hat, Vitras guten Ruf im Büromöbelbereich zu stärken, ist ohne Frage Antonio Citterio. Seit seiner ersten Zusammenarbeit mit dem Unternehmen in den späten 1980er Jahren arbeitete Antonio Citterio mit Vitra an zahlreichen Schlüsselprojekten, darunter das Ad Hoc System, die AC sowie ID Bürostühle und zuletzt der Grand Repos Lounge Chair. Auf der Orgatec 2012 präsentierten Antonio Citterio und Vitra die jüngsten Früchte ihrer Arbeit und wir haben die Gelegenheit genutzt, um mit Antonio Citterio über seine Arbeit mit Vitra und seine Bewunderung für Charles und Ray Eames zu sprechen. Zuerst haben wir jedoch nach der Herangehensweise an seine Arbeit gefragt.

Antonio Citterio: Ich mag es an Produkten zu arbeiten, die sich mit der Zeit entwickeln. Ich arbeite nicht gern für den Moment, sondern über lange Zeiträume und an Langzeitkonzepten. Mein Ansatz ist es, bestehende Systeme weiterzuentwickeln und alle paar Jahre ein paar Änderungen durchzuführen. Zum Beispiel haben wir 2010 das ID Chair Concept vorgestellt und dieses Jahr präsentieren wir eine neue Rückenlehne für das System. Außerdem haben wir ein paar Änderungen für Ad Hoc und einen neuen Visavis. Das sind immer noch die gleichen Produkte, nur andere Optionen. Ich will nichts so weiterentwickeln, dass die vergangenen Versionen alt oder überholt wirken.

(smow)blog: Alt und überholt sind interessante Stichwörter. Ad Hoc ist nun über 20 Jahre alt, ist es noch relevant in modernen Büros oder hat sich die Büroumgebungen schneller entwickelt als Ad Hoc?

Antonio Citterio: Natürlich verändern sich mit der Zeit die Anforderungen an ein System oder Produkt. Die Büroumgebung verändert sich, aber ein System wie Ad hoc verändert sich mit. Zum Beispiel war das erste Ad Hoc sehr tief, weil damals noch diese riesigen Computermonitore auf die Tische passen mussten, aber jetzt brauchen wir wegen der Laptops und Tablets weniger Platz. Das System bleibt das gleiche, es entwickelt sich jedoch weiter und bleibt praktisch und relevant.

(smow)blog: Diese Weiterentwicklung oder Erweiterung des Systems, ist die immer nur eine technische oder spielt Ästhetik dabei auch eine Rolle?

Antonio Citterio: Es wäre langweilig, wenn es nur technische Entwicklungen wären. Das technische Element ist ein wichtiger Teil des Jobs, aber der ästhetische macht immer auch einen großen Teil aus. Es genügt nicht, wenn man sich nur der technischen Seite widmet. Beim ID Concept z.B. reicht es nicht aus eine neue Lehne zu entwickeln, alle Aspekte müssen in so eine Entwicklung einbezogen werden, alles muss passen. Nicht jedes Projekt führt dabei zum Ziel, manchmal muss man einfach aufhören, wenn man nicht das gewisse Etwas erreicht hat.

(smow)blog: Kann man daher sagen, dass Büromöbel interessanter für Sie sind als Wohnmöbel, wo man kürzere Produktzyklen hat?

Antonio Citterio: Nein, ich mag beides. Büromöbel mag ich wegen der anspruchsvollen Technologie, die in ihnen steckt. Mit Vitra konnte ich diese Technologie sogar in den Grand Repos stecken – ein Möbel für den Wohnbereich durch und durch. Vitra ist ein Unternehmen, das Bürosysteme versteht.

(smow)blog: Sie sind gelernter Architekt und arbeiten auch immer noch als solcher. Wenden Sie den Ansatz einer Langzeitentwicklung von Systemen auch in Ihrer architektonischen Arbeit an?

Antonio Citterio: Ja, es sind sehr ähnliche Prozesse. Zum Beispiel habe ich drei Produktionshallen für Vitra gebaut: die erste vor 15 Jahren, die zweite vor fünf Jahren und die dritte im letzten Jahr. Alle Hallen sind gleich, aber Entwicklungen innerhalb eines Systems. Die sind zwar immer schon fertig, werden aber jedes Mal verbessert. Die zweite wurde z.B. nah an der ersten  gebaut. Als junger Architekt würde man nun ein Zeichen setzen wollen, aber Vitra braucht keine Zeichen zu setzen. Vitra braucht einen produktiven Ort. In Weil am Rhein mit dem Vitra Campus sieht es etwas anders aus. Dort hat man viel Raum und eine Reihe ausdrucksstärkere Arbeiten von verschiedenen Architekten. Aber um einen kreativen Vitra Ort zu schaffen, muss man konsequent sein und so entwickelten wir für das zweite Werk  das Konzept des ersten weiter. Als wir dann die dritte Halle gebaut haben, hatte ich bereits ein gutes wettbewerbsfähiges System, das schnell gebaut werden kann und gut aussieht. Also ja, es ist ein ähnlicher Prozess.

(smow)blog: Um das Thema langsam zu wechseln, Sie werden als großer Bewunderer von Charles und Ray Eames zitiert. Was macht die Bewunderung aus?

Antonio Citterio:  Wenn man sich die Arbeiten der Eames ansieht, erkennt man, dass die Produkte nie fertig sind, sie wurden immer weiter verbessert und an den Designs gearbeitet. Und das ist etwas, womit ich mich identifizieren kann. Jedes Produkt kann noch besser sein und man sollte nie aufhören, sie zu verändern und versuchen besser zu machen. Und Charles Eames war ein unglaublicher Designer und Visionär und ohne Frage einer der besten des 20. Jahrhunderts.

(smow)blog: Ist das in Verbindung mit Ihrer eigenen Präferenz für die kontinuierliche Entwicklung von Projekten über einen langen Zeitraum ein Grund, warum Sie so zufrieden mit Vitra sind? Das Unternehmen bietet Ihnen schließlich die Freiheit Ihre Produkte kontinuierlich zu entwickeln.

Antonio Citterio: Bestimmt ja. Ich war immer sehr glücklich mit Vitra.

(smow)blog: Letzte Frage: Wir sind auf einer Büromöbel Messe. Wie sieht Ihr Büro aus?

Antonio Citterio: Ich habe einen Ad Hoc und werde bald den neuen ID Chair haben. Zurzeit haben wir noch den Axess und Visavis…

(smow)blog: ….also ist es ein Citterio Büro….

Antonio Citterio: Klar. Ein Citterio Büro in einem Citterio Haus.

Antonio Cittero bei Vitra

Antonio Cittero (Foto: Bettina Matthiesen © Vitra)

Antonio Citterio grand repos vitra

Grand Repos von Antonio Citterio für Vitra

Antonio Citterio pivot orgatec vitra

Der Stuhl Pivot von Antonio Citterio für Vitra

Antonio Citterio ad hoc id chair vitra

Das Bürosystem Ad Hoc und der ID Chair von Antonio Citterio für Vitra



Ein Jahr VitraHaus: Ein Interview mit Eckart Maise

Thursday, June 9th, 2011

Im Februar hat das VitraHaus in Weil am Rhein seinen ersten Geburtstag gefeiert.

Wir haben mit Vitras Chief Design Officer Eckart Maise über ein Jahr VitraHaus und die Pläne für die Zukunft gesprochen.

(smow)blog: Das VitraHaus is jetzt ein Jahr alt. Sind Sie zufrieden mit dem ersten Jahr?

Eckart Maise: Ja, das VitraHaus ist ein voller Erfolg. Wir hatten sowohl von der Anzahl der Besucher als auch was das Feedback angeht eine sehr positive Resonanz. Die Zahl der Besucher des Vitra Campus hat sich zum Beispiel seit der Eröffnung des VitraHauses verdreifacht. Wir hatten etwa 350000 Besucher im letzten Jahr, was unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Einen Anstieg hatten wir erwartet, aber nicht in diesen Dimensionen.

(smow)blog: Ist die Marke Vitra dadurch auch bekannter geworden?

Eckart Maise: Ja, auf jeden Fall. Das kann man zum Beispiel sehr stark an der Presseresonanz zum VitraHaus messen. Ich bin seit 16 Jahren bei Vitra und in dieser Zeit war das VitraHaus das erste neue Gebäude auf dem Vitra Campus. Die Berichterstattung hat eine ganz andere Dimension als bei einem neuen Produkt.

(smow)blog: Inwieweit sind Vitras Möbeldesigner im VitraHaus involviert? Entscheiden sie mit über die Inneneinrichtung?

Eckart Maise: Die Einrichtung wird prinzipiell von unseren hauseigenen Innenarchitekten und Stylisten organisiert. In den Bereichen, in denen ein Produkt im Mittelpunkt steht, sind manchmal auch die Möbeldesigner involviert, so wie derzeit beim Suita Sofa. Wir haben im Vorfeld mit Antonio Citterio gesprochen, seine Meinung eingeholt und dann ein paar Dinge optimiert. Viele der Designer stehen aber auch in regelmäßigem Kontakt zu unseren Inneneinrichtern, sodass immer ein Austausch von Ideen stattfindet.

(smow)blog: Im VitraHaus gibt es einige Produkte, die keine Vitra-Designs sind. Spin von Tom Dixon fällt uns zum Beispiel immer ins Auge…

Eckart Maise: …Ja, das ist ein bewusstes Gestaltungselement in der Wohneinrichtung, Die Collage ist das Einrichtungsrezept was unserer Haltung am besten entspricht. Die Qualität einer Einrichtung entsteht durch die Vielfalt, Vielfalt auch in Bezug auf die Herkunft der einzelnen Stücke. Eine reine Vitra-Einrichtung ist nicht notwendigerweise die beste. Und hier im VitraHaus haben wir Leuchten, Accessoires, Textilien etc. von anderen Herstellern die die Vitra-Produkte ergänzen.

(smow)blog: Wird es in Zukunft einen Bereich im VitraHaus geben, den einzelne Designer ausstatten können?

Eckart Maise: Ja, das ist in Planung. Tatsächlich war das von Anfang an vorgesehen, aber bisher nicht realisiert. Wir wollen kein Museum sein, in dem es eine Bouroullec-Ausstellung oder eine Citterio-Ausstellung gibt. Aber natürlich kann man die Designer, die in Interieurs aktiv sind, zum Beispiel die Bouroullecs, bitten einen Bereich zu gestalten – unter der Bedingung dass es keine Monografie ihrer Arbeit wird sondern eine Collage mit Produkten anderer Vitra-Designer.

(smow)blog: Zum Beispiel eine Mustereinrichtung für ein 20 m² Loft?

Eckart Maise: Genau. Es gibt verschiedene Überlegungen und wir starten hoffentlich in den nächsten Monaten damit.

(smow)blog: Eine andere Erweiterung des Vitra Campus ist das Vitra Atelier. Im Moment kann man sehen, wie ein Eames Lounge Chair zusammengebaut wird. Soll das Konzept erweitert werden?

Eckart Maise: Das Konzept ist zwar flexibel, aber momentan wird es auf den Lounge Chair beschränkt bleiben. Für uns ist wichtig, dass die handwerkliche Qualität wahrgenommen wird, die in diesem Produkt steckt, und dass die Produkte hier in Weil am Rhein und nicht China oder anderswo hergestellt werden. Die Kunden haben außerdem die Möglichkeit, die Fertigung ihres eigenen Lounge Chair zu beobachten. Sie können am Vormittag ins VitraHaus kommen, ihre Bestellung aufgeben, zusehen, wie der Lounge Chair zusammengebaut wird und ihn am Nachmittag mit nach Hause nehmen. Der Eames Lounge Chair gehört wahrscheinlich zu den Objekten zu denen die Besitzer die größte emotionale Bindung haben und die eine zentrale Rolle in ihrer Einrichtung einnehmen. Deshalb ist er für uns das perfekte Objekt für das Vitra Atelier.

Since over one year part of teh Weil am Rhein landscpae - VitraHaus

Seit über einem Jahr ein Teil der Landschaft bei Weil am Rhein - VitraHaus

Vitra Atelier - Loung Chair construction LIVE!

Vitra Atelier - Eames Lounge Chair Montage LIVE!



Mailänder Möbelmesse 2011: Interview mit Eckart Maise, Vitra Chief Design Officer

Wednesday, April 13th, 2011

Vitra präsentiert auf der diesjährigen Möbelmesse in Mailand eine Reihe neuer Produkte von Designern wie Konstantin Grcic, Antonio Citterio und Barber & Osgerby. Vor der offiziellen Eröffnung haben wir Vitras Chief Design Officer Eckart Maise getroffen um mit ihm über die neuen Produkte und die Vitra Home Collection im Allgemeinen zu sprechen.

Jill by Alfredo Häberli for Vitra

Jill von Alfredo Häberli für Vitra

(smow): Herr Maise, bevor wir über die neuen Produkte reden und vielleicht als hilfreiche Einführung: Wie entwickelt eine Firma wie Vitra eine Kollektion? Gehen Sie zu den Designern und sagen “Es gibt da eine Lücke in unserer Kollektion, können Sie die füllen?” Oder wie entstehen neue Projekte bei Vitra?
Eckart Maise: Im Grunde entsteht alles über die langjährige Zusammenarbeit mit den Designern. Mit Antonio Citterio arbeiten wir beispielsweise schon seit 25 Jahren zusammen, mit den Bouroullecs mittlerweile auch schon 12 oder 13 Jahre. Es gibt natürlich Phasen in denen mehr passiert und Phasen in denen weniger passiert, aber im Prinzip ist es eine dauerhafte Kooperation und wir stehen in ständigem Kontakt. Viele Projekte entstehen aus einem relativ klaren Briefing z.B. von Rolf Fehlbaum und mir, dass diese oder jene Sache sinnvoll wäre. Es gibt natürlich eine Portfolio-Strategie und ein Produktmanagement. Dann wird überlegt in welcher Priorität welches Thema gelöst werden soll – also z.B. eine neue Sofa-Familie oder ein Lounge Chair – und wer der passende Designer sein könnte bzw. welcher Designer auch Zeit hat. Manchmal wird auch mit verschiedenen Designern über das gleiche Projekt gesprochen und dann schauen wir wer wie reagiert und wo sich was entwickelt. Die Designer, die wir auch Autoren nennen, haben ja ihre eigene Agenda, ihre eigene Mission. Also müssen wir Projekte finden, in denen es eine Überschneidung der Interessen gibt, denn das ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zuammenarbeit. Es passiert so gut wie nie dass ein Designer zu uns kommt und sagt “Hier habe ich ein fertiges Produkt. Wollt Ihr das?”. Es ist eigentlich immer eine gemeinsame Entwicklung, eine Kooperation.

(smow): In diesem Jahr werden in Mailand ja viele Produkte von “neuen” Vitra-Designern präsentiert. Sind die auch das Ergebnis solcher langfristigen Kontakte?
Eckart Maise: Genau. Mit Barber & Osgerby sind wir bereits seit sechs Jahren im Gespräch und haben immer mal wieder Dinge diskutiert, die es aber nie über die Anfangsphase hinaus geschafft haben. Das liegt nicht daran, dass sie heute bessere Designer sind als vor sechs Jahren, sondern es kam einfach nicht zu dieser Überlappung von Interessen. Mit dem Tip Ton Chair war das anders. Auch mit Alfredo Häberli stehen wir seit Jahren in Kontakt. Wir haben bereits gemeinsam an einem Projekt gearbeitet das schon relativ weit entwickelt war aber nie wirklich Klick gemacht hat und demzufolge eingestellt wurde. Sowohl Vitra als auch die Designer sind immer bereit – auch in der späten Phase eines Projekts – das Projekt abzubrechen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt oder die Ziele nicht erreicht wurden. Solche Produkte erblicken dann natürlich nie das Licht der Öffentlichkeit, aber das passiert eben. Mit Konstantin Grcic haben wir vor vier Jahren ein Versuchsprojekt gemacht mit der Vitra Edition und sind seitdem mit ihm im Gespräch. Es sind auch noch weitere Kooperationen mit Konstantin Grcic in Arbeit.

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber & Osergby für Vitra

(smow): Was uns gleich zur nächsten Frage bringt… Nach allem was wir von VItra wissen, können wir uns nicht vorstellen, dass Sie in neue Projekte gehen würden ohne eine langfristige Kooperation im Hinterkopf zu haben.

Eckart Maise: Ja, da stecken überall auch andere Projekte dahinter. Es entwickelt sich aber unterschiedlich, manchmal bleibt es auch bei nur einem Projekt. Aber unser Ziel ist immer die langfristige Zusammenarbeit, wenn wir in ein Gemeinschaftsprojekt starten.

(smow): Ein guter Punkt um auf Hella Jongerius und die Bouroullecs zu sprechen zu kommen. Unser Eindruck ist, dass sie bisher die zentrale Rolle in der Entwicklung der Vitra Home Collection gespielt haben. Ist dem so? Und wenn ja, warum?

Eckart Maise: Jeder Designer steht natürlich auch für ein bestimmtes Thema, hat eine Haltung und eine Stimme. Die Boroullecs waren gut für die Vitra Home Collection weil sie in Systemen denken, in Kollektionen, und weil sie einen sehr poetischen Ausdruck haben. Sie schaffen es, technische Lösungen mit einem poetischen Ausdruck zu verbinden, was sehr wichtig ist im Wohnen. Man will im Wohnen ja kein Produkt das nur funktional ist, da es nie eine rein rationale Entscheidung ist. Emotionen spielen hier eine große Rolle.
Und was Hella Jongerius angeht: Sie verkörpert das Dekorative und Haptische der Materialien und Farben. Außerdem steht sie für die Rückkehr zur Handarbeit, was auch eine wichtige Rolle im Wohnen  spielt.
Aber natürlich beschränkt sich das nicht auf die Bouroullcs und Jongerius. Auch Jasper Morrison und Antonio Citterio spielen eine große Rolle. Und wir haben die Design Classics. Es ergibt sich am Ende immer eine Collage.

Grand Repos and Panchina by Antonio Citterio for Vitra

Grand Repos und Panchina von Antonio Citterio für Vitra

(smow): Sie haben vorhin über Soft Seating gesprochen. In dem Bereich ist Vitra momentan gut vertreten. Können Sie sagen, wohin sich die Vitra Home Collection in nächster Zeit entwickeln wird?
Eckart Maise: Wir werden in den gleichen Bereichen wie bisher weiter machen, aber auch kleinere Objekte und Accessoires wie L’oiseau von den Bouroullecs aufnehmen oder im Essbereich erweitern. Aber unser Ziel ist es nicht, in die – wie wir auf deutsch so schön sagen – “Kastenmöbel” zu gehen, also Schränke und Sideboards zu produzieren. In dem Bereich gibt es andere Hersteller, die besser ausgestattet sind. Wir haben unsere Erfahrung und Kompetenz in den Sitzmöbeln. In Mailand haben wir zum Beispiel einen Liegelounger von Antonio Citterio bei dem er seine Erfahrungen aus dem Bürostühlsegment in die Entwicklung eines Lounge Chairs mit Synchrontechnologie einfließen lassen konnte. Durch die Neigung des Rückens und die Bewegung des Sitzes kann man in jeder Position gleich bequem sitzen. Der Stil ist sehr dezent und der Mechanismus nicht sichtbar, es ist alles in den Beinen und unter dem Sitz versteckt. In diesen Bereichen liegt einfach unsere Stärke.

(smow): Als letzte Frage: Ist Vitras Mailand Kollektion 2011 ein guter Jahrgang? Sind Sie als Chief Design Officer von Vitra zuversichtlich dass sie gut angenommen wird?
Eckart Maise: Es ist ein gutes Jahr für uns, nicht zuletzt weil es immer aufregend ist, wenn man neue Kooperationen präsentiert. Das ist immer ein großer Schritt für einen Hersteller. Die Kooperationen bereichern uns, es ist wie ein Familienzuwachs. Oder wie wenn ein Chor größer wird und wir jetzt neue Lieder singen können. Wir sind zuversichtlich, weil wir sehr vielseitige Produkte von sehr unterschiedlichen Designern haben. Im letzten Jahr stand das Suita von Antonio Citterio im Mittelpunkt der Präsentation. Dieses Jahr haben wir Vitras erste Sperrholzsitzschale von Alfredo Häberli; wir haben die HAL-Linie mit Jasper Morrison weiter entwickelt; wir haben den neuen Lounger von Antonio Citterio – unserer Meinung nach endlich eine wirkliche Alternative zum Eames Lounge Chair und mit vergleichbarem Komfort! Der Tip Ton Chair von Barber & Osgerby ist in Bezug auf die Sitzerfahrung eine wirkliche Innovation. Mit dem Waver von Konstantin Grcic haben wir einen Stuhl der wirklich neu und frisch für Vitra ist – eine unkomplizierte, junge Form des Sitzens. Wir sind also gespannt auf die Reaktionen.

Jill by Alfredo Häberli for Vitra

Jill von Alfredo Häberli für Vitra

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber Osergby für Vitra

Grand Repos and Panchina by Antonio Citterio for Vitra

Grand Repos und Panchina von Antonio Citterio für Vitra

Waver by Konstantin Grcic for Vitra

Waver von Konstantin Grcic für Vitra



Orgatec 2010: Vitra

Thursday, March 3rd, 2011
Vitra @ Orgatec 2010

Vitra @ Orgatec 2010

Vitras Aushängeschild ist natürlich die “Home Collection”. Aber die Büromöbelsparte trägt seit Jahrzehnten ebenso zum Erfolg des Herstellers bei.

Demzufolge befasst sich Vitra tagtäglich mit der Entwicklung von neuen Ansätzen im Bürodesign und versucht vorherzusagen, was die Arbeit im Büro in der Zukunft ausmachen wird.

1991 beauftragte Vitra die Designer Michele de Lucchi, Ettore Sottsass und Andrea Branzi mit der Planung des Office Designs der Zukunft. Wichtiger Bestandteil sollte dabei der Entwurf eines sowohl sozialen als auch produktiven Büroumfelds sein.

Seitdem wurden zahlreiche Variationen des Themas entwickelt. Auf der Orgatec 2008 stellte Vitra beispielsweise das Net’n'Nest Office Design vor. Das Konzept teilte im Grunde ein Großraumbüro in Bereiche für kommunikative Arbeit in Teams (Net’) und Bereiche für konzentriertes, individuelles Arbeiten (‘Nest) und lieferte die Möbel für beide Bereiche.

Auf der Orgatec 2010 war Vitras Schlagwort “Citizen Office 2011″ .

20 Jahre nachdem Branzi, de Lucchi und Sottsass ihre Forschungsergebnisse präsentierten, ist Vitras “Citizen Office 2011″ eine aktuelle Version dieser Arbeit im Kontext moderner Arbeitsmethoden und in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des Net’n'Nest Office.

Leider musste Vitra die ganze Übung mit diesem unsinnigen Marketingvokabular durchziehen, das unser Blut zum Kochen bringt.

Die Marketingchefs haben ihre eigene Sprache. Das ist allgemein bekannt und hinlänglich in Satiren behandelt worden. Unser erstes “Marketing Jargon Bingo” haben wir 1993 gespielt und denken, dass jeder durchschnittliche Vitra-Käufer selbst mindestens eine sinnlose Marketingphrase in den Raum werfen kann.

Aber einer Schreibtischkollektion einen Marketingnamen zu geben und sie dann mit einem Vorort zu vergleichen, hat noch keinen Tisch verkauft.

Wird es auch nie.

Solche Versuche sind reine Zeit- und Geldverschwendung.

Immer.

Alcove Work by Ronan and Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Zum Glück hat Vitra auf der Orgatec auch das eine oder andere Produkt präsentiert, das von solcher Qualität war, dass es unseren Bluthochdruck wieder etwas senken konnte.

Das ist jetzt vielleicht offensichtlich, aber uns hat das Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec wirklich beeindruckt. Das Alcove gehört zu unseren Lieblingssofadesigns, aber war für uns nie eine Option fürs Büro. Mit etwas Stauraum und einer Schreiboberfläche haben es die Bouroullecs aber in ein Möbelstück verwandelt, das sich auch für Arbeitsplätze empfiehlt.

Die Communal Cells von den Bouroullecs dagegen ließen uns erst mal zusammenzucken. Wieso sollten Vitra oder die Bouroullecs eine moderne Version der 70er-Jahre-Flughafen-Telefonzellen produzieren wollen?

Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass es sich bei den Communal Cells in Wahrheit um ein modulares Konzept handelt, mit dem man seine eigene Innenarchitektur kreieren … und diese auch nach Bedarf umbauen kann.

Mit den Communal Cells können z.B. Besprechungsräume, Areale für Drucker/Kopierer oder Entspannungsecken geschaffen werden – je nachdem was im Büro gerade benötigt wird.

Als wir das Konzept verstanden hatten, waren wir dann auch wirklich beeindruckt.

ID Chair Concept by Antonio Citterio for Vitra - unvieled at Orgatec 2010

ID Chair Konzept von Antonio Citterio für Vitra - vorgestellt auf der Orgatec 2010

Der andere Designer der den Vitra-Stand auf der Orgatec 2010 dominierte war Antonio Citterio. Neben dem Suita Club Sofa/Sessel und dem Unix Chair war Citterios wichtigster Beitrag natürlich das neue ID Chair Konzept.

Der ID Chair wartet mit einem patentierten FlowMotion-System auf und wird wahrscheinlich Vitras Bürmöbelkonzepte der nächsten Jahre dominieren.

Mehr zum ID Chair aber in einem separaten Beitrag.

Außerdem stellte Vitra noch neue Produkte von Naoto Fukasawa und Arik Levy sowie den bereits erwähnten HAL von Jasper Morrison vor.

Die Marketingbeauftragten haben zwar alles versucht, die Sache zu verkomplizieren, aber Vitra baut immernoch einen großen Teil der Officedesign-Konzepte auf einer lockeren Interpretation der Idee der “Collage” von Charles Eames in der häuslichen Inneneinrichtung auf. Das ist kein schlechter Ansatz und nichts wofür man sich schämen muss.

Abwechslung ist nicht nur die Würze des Lebens sondern auch notendig für einen effektiven Arbeitsplatz.

Das “Citizens Office 2011″ wird vielleicht nicht unbedingt unsere Vorstellungen von Büroeinrichtungen ändern, aber viele der individuellen Produkte, die auf der Orgatec 2010 vorgestellt wurden, werden das sicher. Und die Bürodesigns die dann daraus entstehen werden, werden letzten Endes dem nahe kommen, was Vitra im “Citizen Office 2011″ Manifest beschreibt.

(Nur ohne überflüssige Office Forums und Workstation Areas.)

Orgatec 2010: Vitra - Comunal Cells as wardrobe, Alcove Work , ID Chair Concept

Orgatec 2010: Vitra - Comunal Cells als Kleiderschrank, Alcove Work , ID Chair Concept



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Italien-Schweiz 1:1

Tuesday, July 13th, 2010

Die Italiener wussten von vornherein, dass ihre einzige Chance darin bestand, Fritz Hallers stabiles und flexibles USM Haller System zu bezwingen.

Sie stellten für dieses “Alles-oder-nichts”-Match erneut Antonio Citterio auf, der auch gleich eine ganze Reihe Bürostühle für Vitra ins Spiel brachte: den Oson CE, den Axess Plus und den T-Chair.

Aber egal, was Citterio auch versuchte, Fritz Haller fand sofort eine Kontermöglichkeit und erzielte schließlich den Führungstreffer mit einem sehr schön ausgeführten Haller Tisch. Citterio zeigte sich unbeeindruckt und warf weiter Bürostühle ein.

Sein Kampfgeist wurde zwar belohnt, als er mit dem Vitra Skape den Ausgleich schaffte, insgesamt zeigte Italien aber hier zu wenig.

Die Schweiz zieht mit einem dominanten Fritz Haller ins Halbfinale ein.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Italien-Belgien 0:1

Friday, June 25th, 2010

Nach seiner Verletzung am Sprunggelenk wurde Cesare “Joe” Colombo für dieses Spiel durch Antonio Citterio ersetzt – einen der erfahrensten Designer der italienischen Mannschaft.

Er eröffnete das Match mit einem schnellen Mobil für Kartell und legt kurz darauf mit dem Follow Me für Vitra nach. Trotz dieses intensiven Beginns, gelang es Citterio nicht, Maarten Van Severens legendäre Gelassenheit zu durchbrechen.

Das Urgestein des belgischen Möbeldesigns glänzte mit einer eleganten Kombination des LCP für Kartell und der MVS Chaise für Vitra und konnte so mit Antonio Citterios exzellenter Arbeit gleichziehen.

Im weiteren Spielverlauf konnten keine weiteren Großchancen herausgearbeitet werden, sodass das Spiel 0:0 endete.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A



(smow)offline: Moleskine “Hand of the Designer”

Tuesday, March 16th, 2010

Eine der wahren Freuden dieses Frühlings besteht darin, dass zwei unserer Lieblingswelten beinahe, aber nur beinahe, kollidieren – Bücher (Leipziger Buchmesse) und Design Möbel (Saloni Milano).

Am 10. April wird es eine Kollision in Mailand geben – bei der Ausstellungseröffnung für die neue Moleskine Edition “Hand of the Designer”.

Insgesamt beinhaltet dieses Moleskine 462 handgezeichnete Skizzen von 150 Designern, darunter Ronan und Erwan Bouroullec, Hella Jongerius, Antonio Citterio oder Alberto Meda. Ziel von “Hand of the Designer” ist es, einen intimen Einblick in den kreativen Arbeitsprozess von Designern zu geben und sogar, trotz der unvergänglichen Kraft des Freihandzeichnens, in die AutoCAD® Technik.

Und falls Sie sich nach all der Inspiration selbst betätigen möchten, stehen noch 120 leere Seiten zur Verfügung um eigene Skizzen zu hinterlassen.

Zeitgleich mit dem Erscheinen des “Hand of the Designer” auf der Messe in Mailand 2010,  wird es eine Ausstellung in der Villa Necchi Campiglio und Triennale Bovisa in Mailand geben. Diese Ausstellung öffnet am 10. April. Sie wird alle 462 Original Zeichnungen zeigen, die anschließend durch Sotheby´s Mailand am 13. Mai 2010 versteigert werden. Der Erlös aus dem Verkauf geht an “Fondo Ambiente Italiano” (Italienischer National-Fonds).

“Hand of the Designer” von Moleskine kostet 59 Euro und ist ab Juni 2010 erhältlich.

Weitere Informationen gibt es unter moleskine.com

Moleskine Hand of the Designer

Moleskine Hand of the Designer

Ronan and Erwan Bouroullec

Ronan und Erwan Bouroullec

Hella Jongerius

Hella Jongerius



IMM Köln: Die neuen Klassiker

Monday, January 25th, 2010
Schöner Wohnen present their Neue Klassiker at IMM Cologne

Schöner Wohnen zeigt seine Neuen Klassiker auf der IMM Köln

Aus Anlass ihres 50. Geburtstages hat die Zeitschrift “Schöner Wohnen” als besondere Beilage “Das Buch der Klassiker“ herausgegeben, indem die 400 besten Möbel und Wohnaccessoires des 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert werden.

Diese Klassiker wurden auch auf dem Schöner-Wohnen-Stand hier in Köln gezeigt.

Neben bekannten Produkten wie dem Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec für Vitra oder der Castore Lampe von Huub Ubbens und Michele De Lucchi für Artemide, zeigt die Ausstellung auch Stücke denen sonst nicht die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sie eigentlich verdienen.

Split by Meike Russler together with the Thonet A 660

Split von Meike Rüssler zusammen mit dem Thonet A 660

Der Split von Meike Rüssler für Ligne Roset z.B. ist ein wunderbarer Schreibtischentwurf.

Wenn man einen schön aufgeräumten Schreibtisch mag.

Also nichts für uns.

Aber für alle anderen perfekt.

Es sind nicht nur die eingearbeiteten Briefkörbe oder versteckten Ablagefächer oder die wunderbare 360-Grad-Leuchte, die den Split ausmachen. Auch die Tatsache, dass der Tisch im Handumdrehen von einem doppelstöckigen Schreibtisch zu einem geschützten Arbeitsplatz umgewandelt werden kann. Und dann ist da noch dieses wunderbare Retro-Furnier, das unsere Herzen immer ein bisschen höher schlagen lässt.

In Köln hat das Schöner-Wohnen-Team den Split mit James Irvines A 660 Loop Chair von Thonet verheiratet. Mit der klassischen Thonet-Biegeholz-Technologie bietet Irvines Stuhl eine wunderbare, moderne Interpretation des traditionellen Thonet-Stils. Und einen sehr bequemen Sitz.

Der A 660 ist kein Stuhl, auf dem man acht Stunden vor einem Schreibtisch verbringen möchte. Aber für regelmäßige kürzere Abschnitte oder zum Beispiel als Besucherstuhl in einem Büro ist er perfekt.

Vegetal from Vitra by Ronan and Erwan Bouroullec

Vegetal für Vitra von Ronan und Erwan Bouroullec

Wir haben ja grundsätzlich zu viel Zeit und haben durchgezählt: Soweit wir sehen konnten, sind Cassina und Vitra unter den Top-Herstellern und Antonio Citterio und Ronan und Erwan Bouroullec unter den am besten vertretenen Designern.
Also macht (smow) doch etwas richtig…..

“Das Buch der Klassiker“ ist mit der Februar-Ausgabe von “Schöner Wohnen” erhältlich – und alle gezeigten Artikel gibt es natürlich auf smow.de



Neu bei smow: Vitra AC4 von Antonio Citterio

Monday, July 20th, 2009

Nachdem er jetzt endlich online ist, wollten wir ausführlich über den AC4 von Antonio Citterio für Vitra schreiben.

Aber wissen sie was – wir werden es nicht tun.

Erstens haben wir schon so einiges geschrieben:

54% Recycled, 91% Recyclebar

Heirloom Design

Net’n'Nest

Und zweitens hat Vitra ein tolles Werbevideo produziert:

Wir sind beeindruckt – vor allem von der dreifach verstellbaren Lumbalstütze und von der Synchronmechanik mit automatischer Anpassung an das Nutzergewicht – und das sagen wir wirklich nicht über alle Bürostühle, die wir ausprobieren!

Der AC 4 von Antonio Citterio ist in vielen verschiedenen Varianten erhältlich: Materialien, Farben, Armlehnen und Grundtypen. Alle Varianten sind bei smow erhältlich, genauso wie das komplette Bürostuhl-Sortiment von Vitra.

AC 4 von Antonio Citterio für Vitra - jetzt bei smow erhältlich

AC 4 von Antonio Citterio für Vitra - jetzt bei smow erhältlich



(smow)offline: Real recycling

Thursday, July 2nd, 2009
Platform 21 Repair Manifesto

Platform 21 Repair Manifesto

Es ist Ewigkeiten her, da hatten wir schon einmal auf Platform 21 und deren Repair Manifesto aufmerksam gemacht. 

Angeregt durch das Gerede gestern, welches sich gegen Designer richtete, die PET-Flaschen für ein anschauliches Beispiel halten, wie Design helfen kann den Planeten zu retten, haben wir unseren Beitrag zu Platform 21 und dem Repair Manifesto noch einmal überarbeitet.

Es bleibt dabei: Wir lieben was die Jungs da fabrizieren- besonders die Repair Hubs, wo man Adressen von erfahrenen Handwerkern austauschen kann.  Und wenn du in der Nähe von Amsterdam sein solltest, kannst du einfach vorbei gehen und reparieren, was auch immer du willst.

Und wenn nicht, dann schau einfach bei Platform 21 und lass dich inspirieren.

Auf den ersten Blick scheint es sonderbar, dass ein Unternehmen welches sein Geld mit dem Verkauf von Möbeln verdient Leute dazu ermutigt ihre Möbel selbst zu reparieren. Aber so widersprüchlich ist das nicht.

Warum sollte ich für etwas Geld ausgeben was ich später wegwerfe nur weil es leicht beschädigt ist? Das wäre wirklich unsinnig und auch gegen die Vorstellungen des Designers und den Zweck des Designs.

Ein Stuhl wie der neue AC 4 von Antonio Citterio von Vitra zum Beispiel ist nicht nur zu 51% aus recyceltem Material hergestellt, sondern ist darüberhinaus auch zu 94% recycelbar. Das ist bei vielen Sitzmöbeln aus dem Vitra Sortiment der Fall.

Where's the problem? A Vitra Office Chair

Was ist das Problem? Ein Vitra Bürostuhl.

Darüberhinaus sind Stühle wie die aus den Plastic Chair-, Wire- und Aluminium-Chair- Serien von Charles und Ray Eames gerade dafür ausgelegt um repariert zu werden; Ersatzteile können jederzeit einfach nachgekauft werden. In einfachen Fällen können Sie die Reparatur auch selbst durchführen. Bei etwas schwierigeren Fällen werden sie von qualifizierten (und versicherten) Vitra-Vertretern erledigt. Wir stehen Ihnen jederzeit gerne für Ratschläge zur Verfügung.

Auf ähnliche Weise können alle Teile des USM Haller Systems ersetzt, ausgewechselt und bei Bedarf nachgebaut werden.

Bei Holzmöbeln, wie zum Beispiel den Thonet Stühlen oder Produkten von Moormann, kann im Grunde alles repariert werden, entweder von Spezialisten oder auf kreative Weise von Ihnen selbst.

Its meant to contrast... A chair repaired by a student at Textile Department of the Gerrit Rietveld Academie, Holland

Was für ein Kontrast... ein Stuhl repariert von einem Studenten des Textile Departments der Gerrit Rietveld Academie, Holland

Selbst Einrichtungsgegenstände aus Plastik, typisch zum Beispiel bei Kartell Produkten, sind dabei keine Ausnahme, wenn einmal etwas schief geht.

Und schief geht immer mal was – eine Flasche Rotwein an der falschen Stelle, ein zu lebhaftes Kind, eine Polizeirazzia drei Uhr morgens. Wie haben alle solche Momente erlebt.

Aber beschuldigen Sie niemals den Stuhl, Tisch oder die Anrichte. Die anfängliche Investition hat sich trotzdem gelohnt …und die Reparatur lohnt sich auch.

Und letztlich tust du so auch mehr für die Umwelt als Designer mit Lampen aus PET-Flaschen.