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Einen fröhlichen Nationalfeiertag, Belgien: .03 von Maarten van Severen für Vitra.

Monday, August 1st, 2011

Glaubt man A.C.F. Beales, war Leopold George Frederick wahrscheinlich der einzige, der jemals seinen Posten als König freiwillig niedergelegt hat.

Und das nur, um 2 Monate später wieder eine ähnliche Position anzunehmen.

In seinem Artikel “Der irische König von Griechenland” (Das Journal der hellenisches Studien, Vol. 51, 1931 Teil 1, Seiten 101-105) argumentiert Beales, dass Leopold das Amt des Königs von Griechenland im Februar 1830 akzeptierte, dann aber im Mai 1830 wieder ablehnte, als es zum Streit um das Darlehen kam, das Großbritannien Griechenland zur Hilfe anbot, um ihm aus der Finanzkrise zu helfen.

Griechenland? Finanzkrise?

Am 21. Juli 1830 wurde aus Leopold George Christian Frederick, Leopold I. – König von Belgien.

Das war jetzt wirklich ein langer Weg, um allen Belgiern nachträglich einen fröhlichen Nationalfeiertag zu wünschen!

Indes ist es nur allzu einfach, sich über ein Land lustig zu machen, das selbst kaum fähig war eine demokratische Regierung aufzubauen, jedoch von sich behauptet, der beste Ort für viele der wichtigsten EU Institutionen zu sein. Das Möbeldesign, das Produktdesign und die Architektur verdanken Belgien jedenfalls eine ganze Menge.

Da gab es zunächst einmal Henry van de Velde, der die geniale Idee hatte Walter Gropius zu seinem Nachfolger an der großherzoglichen Kunstgewerbeschule in Weimar zu ernennen – woraus sich später das Bauhaus entwickelte und was die (Design-)Welt bekanntlich nachhaltig veränderte.

Van de Velde selbst kehrte nach Belgien zurück und gründete die L’École de la Cambre, die eine Reihe von bedeutenden belgischen Architekten und Künstlern hervorbrachte, deren Einflüsse auch heute noch spürbar sind.

Wobei der Designer, mit dem ihr am meisten vertraut sein dürftet, Maarten van Severen sein wird.

In Antwerpen geboren, studierte van Severen Architektur in Ghent. Seinen ersten Stuhl entwickelte er 1986 – wobei “Schatten eines Stuhles” vielleicht der bessere Ausdrück für diesen quasi nicht existenten Leder- und Stahlstuhl No. I ist. Während des nächsten Jahrzehnts konzentrierte sich van Severen auf Architektur und Innendesign – und eine Menge schrecklicher Tischdesigns -, bevor er 1996 eine wirklich fruchtbare Kooperation mit Vitra begann, die erst mit dem vorzeitigen Tod van Severens 2005 endete.

Eines der wichtigsten Werke Maarten van Severens  ist der 1998 entstandene Stuhl N° III – besser bekannt als .03.

In Zusammenarbeit mit Vitra entstanden, enthält der .03 alle Elemente, die den Mann und seinen Denkansatz bezüglich Produktdesign, so interessant, bedeutend und unbestreitbar einzigartig machen.

Erst kürzlich organisierte die Maarten van Severen Stiftung eine Ausstellung, die auf die Geburt des Designobjektes .03 zurückschaut – am Ende des Blogs ist ein kurzer Trailer zur Ausstellung verlinkt, der euch einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte des .03 gibt. Darüber hinaus aber zeigt die Ausstellung wie aufrichtig geliebt und geschätzt Maarten van Severen wurde.

Ganz besonders mögen wir das Zitat von Nick Top vom belgischen Hersteller Aiki, einem Mann, der über mehrere Jahre eng mit van Severen zusammenarbeitete und der viele seiner frühen Stücke produzierte. Bei seiner ersten Begegnung mit van Severen und dessen Werk sagte Top: ” Was glaubst Du eigentlich, wer Du bist? Nicht einmal ein Kind würde so ein Piktogramm zeichnen, das du hier als dein Design verkaufst. Du musst Nerven haben.”

Einfach fantastisch!

Neben einem Interview mit Maarten van Severens Witwe Marij enthält das Video ebenso eines mit dem Vitra CEO Rolf Fehlbaum.

Viel Vergnügen!



Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Tuesday, June 29th, 2010
Vitra Design Museum: The Essence of Things. Design and the Art of Reduction

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Das (smow)blog-Team hat sich nach dem Pappkarton-Möbel-Workshop den Besuch der aktuellen Ausstellung Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion im Vitra Design Museum natürlich nicht entgehen lassen.

Es scheint mehr als nur ein wenig ironisch, dass eine Ausstellung zum Design und der Kunst der Reduktion in einem Gebäude von Frank Gehry stattfindet, wenn Tadao Andos Konferenzpavillon nur 10 Meter entfernt liegt. Und nach der langen Reise nach Weil am Rhein amüsierte uns dieser Gedanke immerhin noch ganze 4 Stunden…

Die Ausstellung ist in zwölf Themenbereiche gegliedert, die sich jeweils einem anderen Aspekt der “Reduktion” widmen. Das können entweder Dinge sein, die der Endnutzer wahrnimmt, wie beispielsweise die Geometrie oder Leichtigkeit, oder solche, die dem Nutzer verborgen bleiben wie zum Beispiel eine reduzierte Logistik.

Stephan Schulz: Betonschale

Stephan Schulz: Betonschale

Rund 160 Objekte zeigen die verschiedenen Themen anhand von Designklassikern wie Michael Thonets Stuhl Nr. 14 oder der Ameise von Arne Jacobsen für Fritz Hansen bis hin zu Stücken, die zwar weniger bekannt, aber genauso interessant sind, wie Stephan Schulz‘ Betonschale oder Marcel Wanders Knotted Chair für Capellini.

Gutes Design muss nicht kompliziert sein, weniger ist mehr, Form folgt Funktion – die Designtheorien, die die “Reduktion” anpreisen, sind so zahlreich wie legendär. Dennoch werden wir auf Designausstellungen immer wieder mit Produkten konfrontiert, die versuchen, uns mit Komplexität und Extravaganz für sich zu gewinnen. Wir sind uns nicht ganz sicher, wieso das so ist, vermuten aber, dass es was mit dem gesättigten Markt und der damit verbundenen wachsenden Rolle zu tun hat, die das Internet dabei spielt, dafür zu sorgen, dass deine – vielleicht völlig überflüssige – Arbeit gesehen wird.

Welcher Designblog würde sich Jasper Morrisons Ply-Chair widmen, wenn sie ein Foto von einem Bücherregal haben, das wie zwei Paradisvögel beim Paarungsritual auf Carmen Miranda aussieht? Ok, wir würden es machen. Aber nicht viele andere.

Für uns bedeutet die Kunst der Reduktion, wenn der Designer das Volumen des Produktes auf das absolute Minimum reduziert – sei es durch die Verwendung neuer Materialien, innovative Verbindung der einzelnen Elemente oder durch die Reduktion der äußeren Abmessungen.

.03 by Maarten Van Seeveren

.03 von Maarten Van Severen

Ein besonderes Beispiel ist Maarten van Severens .03 mit eingebautem Federblatt, das dem Stuhl seine Stabilität und seinen Komfort verleiht, ohne überflüssiges Gewicht oder Größe hinzuzufügen.

Die Ausstellung Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion zeigt auf jeden Fall, dass Reduktion auch andere Prozesse mit einbeziehen kann.

Joe Colombos No 281 Lampe, Wilhelm Wagenfelds Teeservice oder Donald Judds Chair 84 sind alles Beispiele dafür, was mit Talent und Motivation alles erreicht werden kann.

Wir fanden jedoch, dass die Arbeit von Charles und Ray Eames zu sehr im Vordergrund stand.

Trotzdem ist die Ausstellung Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion für alle interessant, die sich für den Unterschied zwischen “Designer”-Möbeln und den günstigen, generischen Produkten interessieren.

Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion im Vitra Design Museum läuft bis zum 19. September 2010. Mehr Infos gibt’s unter http://www.design-museum.de



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Schweiz-Belgien 0:0

Friday, June 11th, 2010

Dieses Match war zwar lange nicht so extravagant wie das Eröffnungsspiel, aber Fritz Haller und Maarten Van Severen kämpften eine knappe und minimalistische Schlacht in Durban.

Seit seinem Durchbruch in der internationalen Designszene in den 60ern, hat sich Fritz Hallers Stil kaum verändert. Sein charakteristischer Mini-Midi-Maxi-Ansatz sorgte für eine typisch solide Fritz Haller Performance. Maarten Van Severens gelegentliche Vorstöße waren immer sehr durchdacht und perfekt ausgeführt, aber trotz .03 oder .04 sehr guter Chancen für Vitra, konnte Maarten Van Severen die solide Abwehr von Fritz Haller nicht durchbrechen und das Spiel endete 0:0.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A



IMM Köln: Vitra, Kartell, USM

Thursday, January 28th, 2010

Es besteht kein Zweifel, wer die beliebtesten Möbelproduzenten bei den Ausstellern in Köln waren… Vitra und Kartell.

Leider zwei Hersteller, die die Messe Köln nicht als Aussteller selbst gewinnen konnte. Und das, obwohl sämtliche Imbissstände der Messe mit Maarten van Severens genialem .03 ausgestattet sind.

An den Ständen haben wir z.B. Panton Chairs gesehen, die ansonsten geschmacklose Schlafzimmer verschönert haben. Der Klassiker DSR von Charles und Ray Eames stand an mehr als einem Tisch. Auf der anderen Seite des Rheins hingegen – bei der Designers Fair -  waren die weniger gut verdienenden jungen Designer bescheidener ausgestattet. interror.be z.B. nutzte den Elephant Stool von Sori Yanagi.
Die grelleren Ausstellungsräume wiederum verwendeten Kartell-Leuchten als Accessoires.

Kurioserweise hat das funktioniert.

Aber vielleicht nur deshalb, weil Philippe Starck in letzter Zeit einige Hotels und Casinos ausgestattet hat, die in die Kategorie “Ironic Bad Taste” fallen.

Nicht nur Lampen, sondern auch Sitzmöbel von Kartell tauchten recht häufig auf. Leider haben wir nicht so viele Stühle aus Starcks “Ghost”-Reihe gesehen, wie wir es uns gewünscht hätten. Aber die Ero|s|, die wir hier und da sehen konnten, haben uns sehr gut gefallen.

Und als ob das alles nicht genug wäre, waren die Stände, an denen die Besucher ihre Formulare ausfüllen konnten, von USM Haller.
Dass USM Haller nicht auf der Messe vertreten war, war allerdings keine Überraschung. Sie gehen nicht auf Messen.

Gerade hinsichtlich unserer Bedenken was die ästhetischen Standards einiger Aussteller betraf, ist es gut zu wissen, dass wenigstens die Organsiatoren hochwertige Designermöbel zu schätzen wissen.

03 by Maarten van Severen from Vitra

.03 von Maarten van Severen für Vitra

Vitra DSR by Charles and Ray Eames

Vitra DSR von Charles und Ray Eames

System USM Haller at IMM in Cologne

USM Haller auf der IMM in Köln

Ero|s| by Philippe Starck from Kartell

Ero|s| von Philippe Starck für Kartell



(smow) Test-Sitzen: Uniturm.de

Tuesday, September 29th, 2009

Warum es Spaß macht, in der Designermöbel-Branche zu arbeiten? Ab und zu kann man seinen Enthusiasmus und seine Begeisterung mit anderen teilen.

In anderen, gewöhnlicheren Branchen nennt man das wohl “Verkaufen”. Und so kamen letzte Woche die Jungs und Mädels von uniturm.de bei smow vorbei, um ein paar Stühle zu testen.

uniturm-happy-and-friendly-folks

Jo,Alex, Jule und Dirk von uniturm.de. Angenehme Zeitgenossen.

Die smow.de Test-Lounge ist vielleicht nicht so luxuriös wie die in den beiden (smow)-Läden in Leipzig und Chemnitz, bietet aber trotzdem eine angenehme und entspannende Umgebung. Natürlich war das (smow) Blog-Team auch anwesend, um über das Ereignis zu berichten.

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Das uniturm.de Team lässt einen Stuhl für den im Urlaub weilenden Mitgründer Peter Biermann frei.

Da Uniturm Deutschlands größte Tauschbörse für Studienunterlagen ist, verbringt das uniturm.de Team viel Zeit vor dem Computer. Offensichtlich.

Wie auch immer – da sie sich darauf spezialisiert haben, Studenten bei der Prüfungsvorbereitung zu helfen, wissen sie genau, wie wichtig es ist, sich gelegentlich zu entspannen.

Also haben wir für uniturm.de eine Stuhlauswahl bereitgestellt, die ihren unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden sollte: einen Vegetal von Ronan und Erwan Bouroullec, einen Vitra DSR von Charles und Ray Eames, einen .07 und .03 von Maarten Van Severen, einen Panton Chair von Verner Panton und einen Headline Management Chair von Mario & Claudio Bellini.

testing

Dirk Ehrlich von uniturm.de testet virtuell...

Der unangefochtene Aufmerksamkeits-Gewinner an diesem Nachmittag war der Headline Management Chair von Vitra – keine große Überraschung, wenn man seine geniale Ergonomie betrachtet und die Tatsache, dass man selbst in einer zurückgelehnten Sitzposition noch einen horizontalen Blick auf den Monitor hat.

Wenn sie uns nicht glauben, schauen sie auf den Monitor, lehnen sie sich in ihrem Stuhl zurück – ohne den Kopf zu bewegen – und erzählen sie uns, wie ihre Decke aussieht. Der Aufwand und die Anstrengung, die nötig sind, um den Kopf so zu bewegen, dass man wieder auf den Monitor schauen kann, sind ein stark vernachlässigter Aspekt des Bürostuhl-Designs. Der Headline hingegen korrigiert das Problem sehr zur Freude von Hals und Schultern.

vegetal

Alexander Reschke von uniturm.de testet einen Vegetal von Vitra

Ein anderer Stuhl, der sehr gut ankam, war der Vegetal von den Brüdern Bouroullec. Die Erkenntnis war, dass er viel bequemer und überhaupt nicht so hart ist, wie er aussieht. Auch der .03 von Maarten Van Seeveren für Vitra wurde für seine Bequemlichkeit und angenehme Oberfläche positiv bewertet.

Neben den Stühlen konnte uniturm.de auch einen Metal Side Table von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra testen. Der ist vielleicht nicht so groß wie die uniturm.de Unitürme in Berlin, Frankfurt, Köln oder München, macht aber dank stimmiger Proportionen und dem reizvollen formalen Kontrast zwischen dünnen Tischblättern und voluminösen, sockelartig ausgebildeten Beinen überall eine ausnehmend gute Figur.

Nach einer geselligen Runde mit Kaffee und Kuchen wurde das Test-Sitzen beendet. Während das Team von uniturm.de in sein Büro zurückkehrte, blieben wir und verbrachten noch eine erfüllte Stunde damit, den Panton Chair zu fotografieren.

Wie schon gesagt: Es geht um die Leidenschaft ;-)

ont-pu

Der Chef gibt ein schlechtes Beispiel ab, als er versucht, seine Füße auf den Tisch zu legen.

test-sitting

uniturm.de und die Suche nach den perfekten Designer-Möbeln



.03 von Maarten Van Severen

Wednesday, September 9th, 2009
.03 by Maarten Van Severen for Vitra

.03 von Maarten Van Severen für Vitra

Es ist sicherlich fair zu sagen, dass Maarten Van Severen nicht gerade ein Favorit der (smow)IT Abteilung ist. Nicht, dass sie Van Severens mühelose Ästhetik nicht mögen würden. Aber gerade mit seinen .03, .04 usw. ist Antwerpens bester Handwerker für Designer-Möbel das sprichwörtliche Haar in der Suppe bei der neuen (smow)live-Suche.

Abgeleitet von einer Technologie, die ursprünglich von dem Mars-Programm der NASA stammt, gehört die (smow)live-Suche zu den nutzerfreundlichsten und ansprechendsten Suchfunktionen, die je entwickelt wurden. Einfach mindestens drei Buchstaben eintippen und schon findet man, wonach man sucht.

Leider hat unsere Suche noch Probleme beim Aufsuchen des .03 von Maarten Van Severen. Was natürlich bedauerlich ist, da der .03 zu den originellsten und durchdachtesten Stühlen bei smow gehört. Und eben auch zu den meist verkauftesten.

Auch wenn es sich äußerlich um ein wundervoll minimalistisches Produkt handelt, dass mühelos in zahlreiche Locations passt, liegt die wahre Schönheit des .03 in seinem Inneren.

... The .03 internal structure - robust and responsve...

... Die innere Struktur des .03 - robust und nachgebend...

Die Rückenlehne ist aus drei übereinander platzierten Metallstäben konstruiert worden – Blattfeder nennt man das. In Kombination mit der flexiblen Integralschaumschale aus Polyurethan gehört der .03 zu den Stühlen, die den Körper am meisten unterstützen.

Der Integralschaum aus Polyurethan ist vergleichbar mit dem Material, welches für Lenkräder genutzt wird. Dadurch bietet der .03 ein extrem hohes Maß an Sitzkomfort.

Erhältlich in stapelbaren und nicht-stapelbaren Version, sowie in sieben Farben ist der .03 an vielen Orten und für unterschiedlichste Zwecke einsetzbar.

Mehr Details vom .03 und die komplette Maarten Van Severen Kollektion von Vitra befinden sich unter smow.de

... practical for small or large scale use

... praktisch für den kleinen und großen Einsatz