Archive for the ‘Weil am Rhein’ Category

Ein Jahr VitraHaus: Ein Interview mit Eckart Maise

Thursday, June 9th, 2011

Im Februar hat das VitraHaus in Weil am Rhein seinen ersten Geburtstag gefeiert.

Wir haben mit Vitras Chief Design Officer Eckart Maise über ein Jahr VitraHaus und die Pläne für die Zukunft gesprochen.

(smow)blog: Das VitraHaus is jetzt ein Jahr alt. Sind Sie zufrieden mit dem ersten Jahr?

Eckart Maise: Ja, das VitraHaus ist ein voller Erfolg. Wir hatten sowohl von der Anzahl der Besucher als auch was das Feedback angeht eine sehr positive Resonanz. Die Zahl der Besucher des Vitra Campus hat sich zum Beispiel seit der Eröffnung des VitraHauses verdreifacht. Wir hatten etwa 350000 Besucher im letzten Jahr, was unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Einen Anstieg hatten wir erwartet, aber nicht in diesen Dimensionen.

(smow)blog: Ist die Marke Vitra dadurch auch bekannter geworden?

Eckart Maise: Ja, auf jeden Fall. Das kann man zum Beispiel sehr stark an der Presseresonanz zum VitraHaus messen. Ich bin seit 16 Jahren bei Vitra und in dieser Zeit war das VitraHaus das erste neue Gebäude auf dem Vitra Campus. Die Berichterstattung hat eine ganz andere Dimension als bei einem neuen Produkt.

(smow)blog: Inwieweit sind Vitras Möbeldesigner im VitraHaus involviert? Entscheiden sie mit über die Inneneinrichtung?

Eckart Maise: Die Einrichtung wird prinzipiell von unseren hauseigenen Innenarchitekten und Stylisten organisiert. In den Bereichen, in denen ein Produkt im Mittelpunkt steht, sind manchmal auch die Möbeldesigner involviert, so wie derzeit beim Suita Sofa. Wir haben im Vorfeld mit Antonio Citterio gesprochen, seine Meinung eingeholt und dann ein paar Dinge optimiert. Viele der Designer stehen aber auch in regelmäßigem Kontakt zu unseren Inneneinrichtern, sodass immer ein Austausch von Ideen stattfindet.

(smow)blog: Im VitraHaus gibt es einige Produkte, die keine Vitra-Designs sind. Spin von Tom Dixon fällt uns zum Beispiel immer ins Auge…

Eckart Maise: …Ja, das ist ein bewusstes Gestaltungselement in der Wohneinrichtung, Die Collage ist das Einrichtungsrezept was unserer Haltung am besten entspricht. Die Qualität einer Einrichtung entsteht durch die Vielfalt, Vielfalt auch in Bezug auf die Herkunft der einzelnen Stücke. Eine reine Vitra-Einrichtung ist nicht notwendigerweise die beste. Und hier im VitraHaus haben wir Leuchten, Accessoires, Textilien etc. von anderen Herstellern die die Vitra-Produkte ergänzen.

(smow)blog: Wird es in Zukunft einen Bereich im VitraHaus geben, den einzelne Designer ausstatten können?

Eckart Maise: Ja, das ist in Planung. Tatsächlich war das von Anfang an vorgesehen, aber bisher nicht realisiert. Wir wollen kein Museum sein, in dem es eine Bouroullec-Ausstellung oder eine Citterio-Ausstellung gibt. Aber natürlich kann man die Designer, die in Interieurs aktiv sind, zum Beispiel die Bouroullecs, bitten einen Bereich zu gestalten – unter der Bedingung dass es keine Monografie ihrer Arbeit wird sondern eine Collage mit Produkten anderer Vitra-Designer.

(smow)blog: Zum Beispiel eine Mustereinrichtung für ein 20 m² Loft?

Eckart Maise: Genau. Es gibt verschiedene Überlegungen und wir starten hoffentlich in den nächsten Monaten damit.

(smow)blog: Eine andere Erweiterung des Vitra Campus ist das Vitra Atelier. Im Moment kann man sehen, wie ein Eames Lounge Chair zusammengebaut wird. Soll das Konzept erweitert werden?

Eckart Maise: Das Konzept ist zwar flexibel, aber momentan wird es auf den Lounge Chair beschränkt bleiben. Für uns ist wichtig, dass die handwerkliche Qualität wahrgenommen wird, die in diesem Produkt steckt, und dass die Produkte hier in Weil am Rhein und nicht China oder anderswo hergestellt werden. Die Kunden haben außerdem die Möglichkeit, die Fertigung ihres eigenen Lounge Chair zu beobachten. Sie können am Vormittag ins VitraHaus kommen, ihre Bestellung aufgeben, zusehen, wie der Lounge Chair zusammengebaut wird und ihn am Nachmittag mit nach Hause nehmen. Der Eames Lounge Chair gehört wahrscheinlich zu den Objekten zu denen die Besitzer die größte emotionale Bindung haben und die eine zentrale Rolle in ihrer Einrichtung einnehmen. Deshalb ist er für uns das perfekte Objekt für das Vitra Atelier.

Since over one year part of teh Weil am Rhein landscpae - VitraHaus

Seit über einem Jahr ein Teil der Landschaft bei Weil am Rhein - VitraHaus

Vitra Atelier - Loung Chair construction LIVE!

Vitra Atelier - Eames Lounge Chair Montage LIVE!



Der Vitra-Zaun

Thursday, March 31st, 2011
The wonderful view from the Buckminster Fuller Dome at Vitra Campus: A fence

Der herrliche Blick vom Buckminster Fuller Dome auf dem Vitra Gelände: Ein Zaun

Letzten Freitag verbrachten wir einen äußerst vergnüglichen und gleichermaßen erfolgreichen Tag bei und mit Vitra.

Lediglich ein bisschen irritiert waren wir von zwei Grenzziehungen, die unseren Weg kreuzten – beschränkten vielmehr.

Fast wie eine Analogie für die anthropogene Absurdität nationale Grenzen zu ziehen, liegt der Flughafen in Basel sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz.

Und hat zwei Ausgänge: Einen, der in die Schweiz führt und einen anderen, der nach Frankreich führt.

Wir entschieden uns für den schweizer Weg. Unser Fahrer stand in Frankreich. Zwischen uns und dem Terminal lag eine Glaswand.

Was sollen wir machen? Wie kommen wir hier wieder raus? Panik.

Die Lösung ist: Man geht die Treppe hoch zur Abflughalle. Dort kann man sich frei zwischen Frankreich und der Schweiz bewegen. Und man merkt: Die Glaswand ist weniger eine Grenze zwischen zwei Ländern als eine clevere Form der Kulturkritik.

Trotz der Menge an Vitra chairs im Basler Flughafen, schien Vitra nicht für die Glaswand verantwortlich zu sein.

Die zweite Grenzziehung hingegen, die uns auf die Palme brachte, lag durchaus in der Verantwortung Vitras.

Das VitraHaus und Vitra Design Museum stehen unmittelbar vor dem Vitra Produktionswerk in Weil am Rhein.

Es handelt sich also um ein Produktionswerk, das vernünftigerweise durch einen Zaun vom Rest der Welt abgetrennt ist.

Das wäre nicht schlimm, wäre da nicht ein Problem. HInter dem Zaun sind die Buckminster Fuller Dome und die Jean Prouvé’s Tankstelle.

Uns war die Existenz des Zaunes immer bewusst. Und wir waren durchaus irritiert davon, dass es durch die Existenz des Zaunes quasi unmöglich ist, ein brauchbares Foto des Domes zu machen oder die Tankstelle richtig zu sehen.

Aber wir haben es nie hinterfragt.

Bis zum letzten Freitag als wir auf der Werksseite des Zaunes standen. Plötzlich realisierten wir, dass es keinen nachvollziehbaren Grund für die Position des Zaunes gibt. Er könnte genauso gut parallel zur Straße zwischen dem Werk und dem Dome und der Tankstelle liegen.

Das würde weder die Sicherheit der Besucher – die offensichtlich fern von den Produktionsprozessen gehalten werden müssen – gefährden noch würde es zusätzliche Risiken bergen.

Dafür würde es für die Besucher von VitraHaus und Vitra Design Museum zwei weitere interessante und wichtige Gebäude zugänglich machen. Und man könnte eine Menge mehr guter Fotos machen.

Wir hätten nie gedacht, einmal in die Fußstapfen Ronald Reagans zu treten, aber: “Herr Fehlbaum, reißen Sie diese Mauer nieder! Oder versetzen Sie sie wenigstens um ein Stück! Bitte.”

Die Grenzzäune am Basler Flughafen mögen ein Denkmal nobler Diplmomatie Logik zu sein – die auf dem Vitra Gelände können versetzt werden.

Nur mal so als Anregung……

The Vitra Campus Wall. Those in West Vitra Campus enjoy modern homes, this in the east tents. Possibly.

Die Vitra Mauer. Modernes Wohnen im Westen, Zelte in Osten. Womöglich.



(smow)Blog Rückblick 2010: Januar, Februar, März

Friday, January 14th, 2011

Obwohl viele Kritiker meinen, dass ein Jahresrückblick lediglich ein einfacher und augenscheinlicher Weg ist Content zu generieren ist dieser für uns ein wichtiger Schritt in der Planung unserer Aktivitäten im kommenden Jahr – d.h. wo wir hingehen, mit wem wir sprechen werden, worauf wir sitzen werden und was viel wichtiger ist was wir dieses Jahr aufgeben oder anders machen werden.

Das einzig wirkliche Problem für uns dabei ist, dass wir erst mit der Aufarbeitung realisieren wieviel Material wir aufgrund der Fülle unbeachtet lassen müssen. Dadurch bekommen wir jedoch einen Eindruck davon, wieviel mehr Material wir im kommenden Jahr erwerben können.

Heck!

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Das Jahr begann wie immer mit der IMM und Designers Fair in Köln. Abgesehen von der Möglichkeit einige Anti-Karneval-Scherze zu machen brachte uns der Ausflug einige tolle neue Produkte und Designer näher, so z.B.: Uli Budde, Christian Lessing, Martin Neuhaus, Alexander Gufler, maigrau, Tim Baute etc, etc, etc…

Ein weiteres Higlight war die Einführung von Herbert Hirche´s Interbau 57 Sessel durch Richard Lampert.

Negativ war der Mangel an Innovationen und wenn wir ehrlich sind die Qualität der Ausstellungen auf der IMM. Dafür, dass die IMM Deutschlands größte und wichtigste Möbelmesse ist, war sie einfach nicht gut genug.

Lassen wir uns überraschen was die IMM 2011 bringt.

Im Februar waren wir dann mit der Eröffnung des VitraHaus auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein und einem Besuch beim MoormannHaus in Aschau im chiemgar auf einem wesentlich sichereren Grund unterwegs.

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Abgesehen von der Art und Weise wie das VirtraHaus majästatisch vor einem erscheint war für uns die Entscheidung Gegenstände, die nicht aus dem Hause Vitra stammen, in die Ausstellung zu integrieren die wahre Freude. Ganz im Geiste der Collage von Charles and Ray Eames zum Prinzip der Innnenarchitektur.

Wenn wir einen Wunsch für 2011 hätten, dann der, dass man das eine oder andere Werk eines jungen Designers in die Ausstellungsfläche im VitraHaus aufnimmt, anstatt ausschließlich auf etablierte Designer zu bauen.

Das VitraHaus ist groß genug, um jungen Talenten eine Chance zu geben.

Während das MoormannHaus nur in Bruchteilen so spektakulär war wie Architektur von Vitra, war das eigentliche Highlight unseres Trips nach Aschau die Moormann Berge.

Die Moormann Berge ist eine wundervolle Einführung in die Moormann Philosophie, ganz abgesehen davon, dass es auch ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Trip in die bayrischen Alpen ist.

Im März feierte die (smow)airport systems mit einer Reihe von auf USM Haller basierten Flughafen Lösungen auf der Passenger Terminal Expo 2010 in Brüssel Premiere. In Zusammenarbeit mit USM Haller hat die (smow) airport systems eine Reihe von Lösungen sowohl für operative als auch Lounge und Retail Bereiche auf Flughäfen entwickelt – Lösungen die auch bei den Besuchern der PTE sehr gut ankamen.

Auch wenn sich Firmenname und Struktur seit der PTE 2010 wieder verändert haben werden wir auch bei der PTE 2011 in Kopenhagen wieder dabei sein, zum einen um die Entwicklung des Projekts als Ganzes zu verfolgen und zum anderen um über Entwicklungen im Flughafen- und öffentlichen Bereich der Möbelwelt zu berichten.

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Zurück in Leipzig fand im März 2010 die Leipziger Buchmesse statt und parallel dazu eine erfolgreiche Lesungsreihe im Rahmen des Events (smow)liest im (smow)Raum am Burgplatz.

Angefangen mit dem Buch “Grillsaison” von Philipp Kohlhöfer, gefolgt von “Neue Stimmen from Switzerland” bis hin zu “Meine Frau will einen Garten” von Gerhard Matzig brachten alle drei Vorlesungen ein sehr unterschiedliches, wenn auch gleichermaßen unterhaltsames Erlebnis mit sich.

Mehr davon Anfang 2011!



Vitra Design Museum Workshop: Teil 1 – Die Idee

Tuesday, July 6th, 2010
Vitra Design Museum:

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.

Parallel zu den Ausstellungen im Vitra Design Museum werden Workshops angeboten. Sie begleiten die Ausstellung und bieten den Teilnehmern neue Einblicke in das Thema der Ausstellung, bzw. in kleinere Teilbereiche.

Für die aktuelle Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” heißt das: Workshops unter anderem über Pappkartonmöbel.

Pappkarton ist ohne Frage eines der schwierigeren Materialien für das Möbeldesign.

Als ein günstiges, überall verfügbares und umweltverträgliches Produkt scheint es perfekt für das moderne Möbeldesign zu sein.

Perfekt bis zu der Frage nach Stabilität und Zerbrechlichkeit.

Da wir Herausforderungen lieben, haben wir uns für den Workshop angemeldet.

Unsere erste Aufgabe war es, herauszufinden, was für ein Produkt wir erstellen wollen.

Drei Inspirationsquellen haben uns den Weg gewiesen.

Zuerst das Thema der Ausstellung: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion. Reduktion. Egal was wir uns vorgenommen haben, es sollte während des Designprozesses das Produkt “reduzieren”.

Chairless by for Vitra

Chairlessby von Alejandro Aravena für Vitra

Unter den aktuellen Produkten auf dem Markt, welche sich dem Konzept der Reduktion verschrieben haben, ist Chairless von Alejandro Aravena für Vitra.

Als Produkt gibt Chairless an, den Stuhl vom Stuhl zu befreien und wurde so zu unserer zweiten Inspirationsquelle.

Auch wenn wir das Konzept mögen, für uns ist es eine Umsetzung des statischen Stuhls in die Nutzung der eigenen Muskelkraft.

So kommt es, dass der Nutzer des Chairless in seiner Bewegung stark eingeschränkt ist, denn wenn er sich bewegt, bricht das System aus Stabilität zusammen.

Und so kam uns die Idee der Entwicklung eines wahren Chairless Chairs der die Bewegung des Sitzenden aber nicht einschränkt.

MVS Chaise by Maarten van Severen from Vitra

MVS Chaise von Maarten van Severen für Vitra

Wir sind dann ziemlich schnell bei faltbaren Konzepten angelangt und ließen uns von Maarten van Severen leiten, einem Experten auf dem Gebiet des reduzierten Designs. Wir haben die unsere Geometrie an seinen MVS Chaise angelehnt.

Das Grundproblem blieb – Wie garantieren wir die Stabilität?

Mit anderen Materialien wie Kunststoff, Holz oder Zement ist eine gewisse Stabilität einfach immer gegeben.

Beim Pappkarton muss die Stabilität als eines der Elemente im Design berücksichtigt werden.

Frank Gehry zum Beispiel hat mit seiner “Easy Edges” Serie Stabilität durch Schichtung gewonnen: Stühle wie der Wiggle Side Chair werden unter hohem Druck durch das Kleben mehrerer Schichten hergestellt.

Die andere klassische Lösung ist das Falten und Stecken.

Die Frage, die uns beschäftigte war, wie wir unser Produkt am besten designen könnten, ohne das Ziel der Reduktion aus dem Auge zu verlieren.

Und das war die Frage, die den Entwicklungsprozess beherrscht hat.



Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Tuesday, June 29th, 2010
Vitra Design Museum: The Essence of Things. Design and the Art of Reduction

Vitra Design Museum: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion

Das (smow)blog team hat nach dem Pappkarton Möbel Workshop sich den anschließenden Besuch der aktuellen Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” im Vitra Design Museum natürlich nicht entgehen lassen.

Da schwingt schon ein wenig Ironie mit, dass die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion” in einem Gebäude von Frank Gehry stattfindet, besonders wenn Tadao Andos Conference Pavilion nur 10 Meter entfernt liegt.

Und nach einer langen Reise nach Weil am Rhein amüsierte uns dieser Gedanke doch die ganze Zeit.

Die Ausstellung ist in zwölf thematische Bereiche gegliedert, welche sich jeweils einem anderen Aspekt der “Reduktion” widmen. Manchmal direkt sichtbar, manchmal versteckt in der Reduktion der Logistik.

Stephan Schulz: Betonschale

Stephan Schulz: Betonschale

Rund 160 Objekte zeigen die ganze Bandbreite von Michael Thonets Chair No. 14 oder dem Ant Chair von Arne Jacobsen für Fritz Hansen bis hin zu weniger bekannten Objekten – trotzdem genauso interessant – wie z.B. Stephan Schulzs Betonschale oder Marcel Wanders Knotted Chair für Capellini.

Gutes Design muss nicht kompliziert sein, weniger ist mehr, die Form folgt der Funktion – es gibt unzählige legendäre Designtheorien welche die “Reduktion” anpreisen. Trotzdem stellen wir immer wieder fest, dass uns die komplexen und extravaganten Designs für sich gewinnen.

Welches Designblog wird sich Jasper Morrisons Ply-Chair widmen wenn Sie ein Foto von einem Bücherregal haben, was wie zwei Paradisvögel auf Carmen Miranda in der Paarungszeit aussieht?

OK. Wir würdens machen. Aber nicht viele andere.

Für uns bedeutet Reduktion, wenn der Designer das Volumen des Produkts auf das Nötigste reduziert. Sei es durch das Benutzen neuer Materialien, innovativer Verbundstücke oder durch die Reduktion der äußeren Maße.

.03 by Maarten Van Seeveren

.03 von Maarten Van Severen

Ein besonderes Beispiel ist Maarten van Severen’s’ .03 mit eingebautem Federblatt, welches dem Stuhl seine Stabilität und seinen Komfort verleiht ohne sinnloses Gewicht oder Ausmaß hinzuzufügen.

Die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” zeigt auf jeden Fall, dass Reduktion auch andere Prozesse mit einbeziehen kann.

Joe Colombos No 281 Lampe, Wilhelm Wagenfelds Teeservice oder Donald Judds Chair 84 sind alles Beispiele für nötiges Talent und die richtige Motivation.

Wir fanden jedoch, dass die Arbeit von Charles and Ray Eames zu sehr im Vordergrund stand.

Trotzdem ist die Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” für alle interessant, die sich für den Unterschied zwischen “Designer”-Möbeln und dem günstigen, generischen Produkten interessieren. “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.” im Vitra Design Museum läuft bis zum 19. September 2010. Weitere Information unter http://www.design-museum.de