Archive for the ‘Stockholm Furniture Fair’ Category

(smow)Designtour 2012: Es ist Zeit, die Reisesocken hervorzuholen…

Thursday, January 5th, 2012

Der schottische Liedermacher Malcom Middleton nahm mit seinem Album “Waxing Gibbous” von 2009 den Song “Red Travellin’ Socks” auf. Das ist eine muntere, für uns jedoch etwas zu plakative, Hass-Liebe-getränkte Ode an seine roten Reisesocken.

Diese Hass-Liebe sieht folgendermaßen aus: Wenn Middleton seine Socken trägt, fühlt er sich an die Freiheit der Straße erinnert, die ihn seine urinstinktiven Bedürfnisse erfüllen lässt – bis zu dem Zeitpunkt, wo der romantische Mythos des endlosen Highways auf dem heißen Asphalt zerrinnt und er sich wieder nach Hause sehnt. Die roten Socken symbolisieren seinen Frust und seine Hoffnungslosigkeit, die aus diesem Kreislauf zwischen Fern- und Heimweh resultieren.

“Bringt mich nach Hause, rote Wandersocken”, fordert er zuletzt, “Ich habe kein Geld mehr und diese Lieder satt….”.

Und dann, nach einer Weile, kommt es unweigerlich dazu, dass ihn seine roten Reisesocken, wie sie so vorwurfsvoll im gepflegten Kleiderschrankambiente liegen, daran erinnern, was er vermisst…

Malcolms rote Reisesocken entsprechen unserer Vitra Panton Chair Miniatur.

Aus keinem wirklich ersichtlichen Grund begleitet uns der kleine Kunststoff-Freischwinger seit ein paar Jahr auf unserem Weg durch das designaffine Europa. Natürlich fehlte er auch auf unserer umstrittenen  Tour zum Thema Verner Pantons Kopenhagen nicht. Und selbstverständlich wird er auch Teil unseres bevorstehenden Arne Jacobsen Porträts sein.

Aber warum ist die Panton Chair Miniatur nun so etwas wie unsere roten Socken?

So sehr wir das Fotografieren auch genießen, irgendwann kommt einfach ein Punkt auf unseren Reisen, wo der kleine Panton Chair wie eine bleierne Metapher in unserem Rucksack liegt und uns unseren routinierten Alltag vermissen lässt. Und ehe wir uns versehen, steht er schon wieder im Regal…

Unser treuer Reisegefährte vor Arne Jacobsens ehemaligem Haus in Kopenhagen

Während wir auf dem Rückweg von Neue Räume Zürich 2011 zugegebenermaßen noch überlegt haben, unseren kleinen Panton Chair aus dem Zug zu werfen, unterziehen wir ihn nun doch wieder voller Vorfreude auf den Designfrühling 2012 einer Hochglanzpolitur.

Denn es wird einiges zu sehen geben:

Am 13. Januar werden wir in Köln bei der Ausstellungseröffnung von “From Aalto to Zumthor – Architect Furniture” im MAKK sein. Dabei schauen wir uns natürlich gleich die IMM Cologne 2012 inklusive Rahmenprogramm an.
Zu den potentiellen Highlights der Messe gehören die neue Outdoor-Kollektion von Richard Lampert, die Ausstellung “Made in Sishane” und wie sich die Universitäten auf den Satellitenveranstaltungen in der Stadt machen.

Anfang Februar sind wir dann bei der Eröffnung der neuen Ronan und Erwan Bouroullec Ausstellung “Album” im Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Das haben wir in Bordeaux verpasst und freuen uns sehr darauf das endlich nachzuholen; … und natürlich darauf herauszufinden, wie ihre Yacht ankommt!

Ab 6. Februar sind wir in Stockholm beim alljährlichen Design Festival und der Möbelmesse dabei. Was auch ohne das Nennen von Details ganz klar schon als Highlight durchgeht.

Angesichts der Tatsache, dass unser (smow)Boss wohl auch erwarten wird, dass am Ende unserer Reisen so etwas wie “Arbeit” steht, werden wir uns die Ausstellung “The Evolution of Object” von Katrin Greiling ansehen, werden die “New tile designs” von Claesson Koivisto Rune für Marrakech Design verfolgen und generell die aktuelle Lage der Designermöbelindustrie in Skandinavien begutachten.

Berichte, Fotos und Rückblicke werden wie gewohnt hier und auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht.

stockholm february 2011

Stockholm. Februar, 2011

 



Spiral Shelf von Argue Design

Sunday, December 4th, 2011

Nachdem wir euch schon Dinge vorgestellt haben, die ihr nur in Paris sehen könnt, stellen wir euch nun etwas vor, das ihr nur in Stockholm sehen könnt. Nett wie wir sind …

Wir haben Spiral Shelf von Argue Design aus Stockholm zum ersten Mal auf dem DMY Berlin 2010 gesehen und uns auf den ersten Blick verliebt. Dann haben wir Matilda Nordgård von Argue Design auf der Stockholm Furniture Fair 2011 getroffen und uns sehr nett mit ihr unterhalten. (Das Interview müssen wir wirklich so schnell wie möglich posten, am besten noch vor der Stockholm Furniture Fair 2012.) Nordgård konnte unsere Besessenheit vom Spiral Shelf erfolgreich verfestigen und so könnt ihr euch vielleicht unsere Freude vorstellen als wir gestern Nachmittag per E-Mail erfahren haben, dass Spiral Shelf nun bei der Villa Contemporary Art in Stockholm ausgestellt und verkauft wird.

Das Schöne am Spiral Shelf ist, dass man Dinge sowohl hinein als auch hindurch schieben kann. Wir wollen damit nicht andeuten, dass wir unordentlich sind und so ein genial einfaches System zum Ordnunghalten nötig haben … Aber ihr wisst doch, wie es manchmal ist… Wir sprechen hier nicht nur von Kleidung. Spiral Shelf ist genauso der perfekte Stauraum für Spielsachen, Bücher, Zeitungen, Hüte, Schals und all die anderen alltäglichen Dinge, die man schnell mal verstauen muss. Doch Spiral Shelf kann auch als klassische Aufhängung verwendet werden – entweder mithilfe der eingebauten Haken, eigenen Kleiderbügeln oder einfach so, zum Beispiel mit der “natürlichen” Aufhängung eines Regenschirms.

Aus pulverbeschichtetem Eisen gefertigt, ist Spiral Shelf von Argue Design für uns eines jener Stücke, das uns mit seinem schlichten, effizienten, zeitgenössischen Design vollends überzeugt. Und wie unser Redakteur in seiner Festtagsstimmung wohl sagen würde: Morgen Kinder wird’s was geben, das würd’ ich dir kaufen, würd’ ich in Stockholm leben!

argue design dmy berlin 2010

Argue Design @ DMY Berlin 2010

DMY Berlin Argue Design Spiral Shelf

Spiral Shelf von Argue Design...

DMY Berlin 2010 Spiral Shelf Argue Design

...hält einfach alles fest... sogar flüchtende Schafe!



Möbelmesse Mailand 2011: Arik Levy

Thursday, April 21st, 2011
Arik Levy

Arik Levy

Im verschneiten Stockholm hatten wir uns mit Arik Levy getroffen und unter anderem über seine Aufgaben als Ehrengast der Möbelmesse Stockholm gesprochen.

Im sonnigen Mailand haben wir uns auch wieder kurz mit Arik Levy verabredet und wollten von ihm wissen, wie es in Stockholm für ihn gelaufen ist und welche Bedeutung er der Messe in Mailand beimisst.

(smow)blog: Ist die Mailänder Möbelwoche noch wichtig? Ist sie noch relevant?

Arik Levy: Die Messe an sich ist sehr wichtig, was außenrum passiert ist weniger relevant. Aber die Messe hat ihren Platz und ihren Einfluss. Das sieht man und das ist gut so.

(smow)blog: Also kann man nach wie vor gute neue Produkte auf der Möbelmesse finden?

Arik Levy: Ja, natürlich. Aber noch wichtiger ist die Kontinuität und Dynamik. Es geht nicht darum, Löcher zu füllen, es geht nicht darum hier einen neuen Stuhl und dort einen neuen Tisch zu machen. Es geht darum, eine Philosophie zu schaffen und den Firmen mit denen man zusammen arbeitet beim Wachstum zu helfen und mit ihnen zu wachsen.

(smow)blog: Sind Sie also zufrieden mit den Produkten die Sie hier in Mailand präsentieren?

Arik Levy: (lacht) Natürlich!

(smow)blog: Wir haben uns das letzte Mal in Stockholm gesehen, als Sie Ihre Installation auf der Möbelmesse präsentiert haben. Hat das so funktioniert, wie Sie es sich erhofft hatten?

Arik Levy: Wissen Sie, ich habe der Messe in Stockholm einen Impuls gegeben, den sie so nie hatte. Bei allen anderen Installationen – ohne die Arbeit an sich kritisieren zu wollen – sieht man auf den Bildern, dass niemand da war. Sie waren leer. Es war wie ein Designmuseum. Ich finde das langweilig. Es gibt mir nichts und auf der Welt geht es doch um Menschen. Es geht nicht um Tische und Stühle. Also wollte ich etwas machen, wo Menschen dabei sein können, arbeiten können, schlafen können, was auch immer. Und es war den ganzen Tag voll. Als die Messe zu Ende war, kam der Manager zu mir und sagte “Arik, Du hast unsere Denkweise revolutioniert. Wir wollen Dein Konzept für alle unsere Messen übernehmen.” Die Installation hat eine Gemeinschaft geschaffen. Und was könnte wichtiger als das? Ich habe den Samen gesät, daraus wurde ein Baum und bald wird ein Wald daraus. Das macht mich glücklich, denn es ist nun etwas für die Zukunft.

(smow)blog: Im Prinzip entspricht das dem, was Sie sich vor der Messe erhofft hatten.

Arik Levy: Genau!

(smow)blog: Danke für Ihre Zeit. Viel Spaß in Mailand!

Arik Levy Guest of honour lounge at Stockholm Furniture Fair

Arik Levys "Guest of Honour Installation" auf der Stockholm Furniture Fair



Stockholm Design Week: Axel Bjurström

Monday, February 28th, 2011

Es wird wohl keine große Überraschung sein, dass wir von Axel Bjurströms Dolly Table begeistert sind.

Halb Gangsta Lean, halb Collecteur, halb Liesmichl und ein bisschen Genie – wir konnten ihn wirklich nicht nicht mögen.

Axel Bjurström gründete nach seinem Studium an der der Konstfack, Stockholms renommierter Design Universität, 2004 sein eigenes Studio Bjurström Design. Er hat bis jetzt hauptsächlich in der Inneneinrichtung gearbeitet, aber auch einige eigene Möbel entworfen… auf eine wunderbar leichte und dennoch selbstbewusste Art.

Das Highlight auf seinem Stand auf der Stockholmer Möbelmesse in der Greenhouse Abteilung war für uns ohne Frage der Dolly Table.

Der Dolly Table, ein Beistelltisch, bietet eine genial einfache Lösung zur intelligenten Ablage von Zeitschriften. Durch dezent angebrachte Räder lässt er sich außerdem bewegen.

Wenn wir das hier lesen, geraten wir schon wieder in Wallung. Wir lieben den Tisch!

Mehr Informationen zu Axel Bjurström und seinen Arbeiten finden sich unter www.bjurstrom.com.

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Stockholm Design Week: Axel Bjurström

Dolly Table and Trinity Lounge Chair by Axel Bjurström

Dolly Table und Trinity Lounge Chair von Axel Bjurström

In teh foreground Hammock Chair - the vaniyt mirror Piga in the background is also worth closer inspection

Im Vordergrund der Hammock Stuhl. Piga, der Waschspiegel im Hintergrund ist auch einer näheren Blick wert.



Stockholm Design Week: 20 designers at BIOLOGISKA

Thursday, February 24th, 2011

Auch wenn wir uns wiederholen: Einer der besten Gründe eine Design Week zu besuchen, ist für uns nach wie vor die Tatsache, dass man so an Orte kommt, die man sonst wahrscheinlich nie sehen würde.

Wir hatten so schon ein paar tolle Erlebnisse, aber nur wenige toppen die 20 designers at BIOLOGISKA Ausstellung.

Offiziell ist das Biologiska ein Naturkundemuseum.

Offiziell.

Angelehnt an den Stil einer traditionellen, norwegischen Stabkirche lässt das idyllische, aber unaufdringliche Außengelände den Besucher wirklich nicht einmal erahnen, was ihn im Inneren erwartet.

Doch dann, wenn man auf einer wundersamen Holztreppe nach oben steigt, gelangt man langsam in ein Königreich der Tiere…

… in einem 360 Grad Diorama eröffnet sich dem Besucher eine Welt, die Tiere – sie sind ausgestopft – in ihrer natürlichen Umgebung zeigt. Und darin verstreut sind Einrichtungsgegenstände aus Holz und Messing.

Einfach fantastisch.

Wir sind keine großen Freunde der Taxidermie – wirklich nicht – aber darum geht es im Biologiska auch überhaupt nicht.

Es geht um die Installation.

Für die Stockholm Design Week haben die Designer Fredrik Färg und Emma Marga Blanche diese Installation um die Arbeiten von 20 jungen Designern erweitert.

Die Arbeiten wurden dem bestehenden Raum des Biologiskas dabei nicht einfach aufgesetzt, sondern auf spielerische Weise in das Diorama integriert.

Für manch einen mag das die Objekte zu sehr in einem Kunst-Kontext und weniger in ihrer eigentlichen Eigenschaft als Produkt stehen lassen. Aber wir sind nicht so hochnäsig und grunsätzlich aufgeschlossen gegenüber allem, was die Auseinandersetzung mit Design zu einem leichten und unterhaltsamen Vergnügen macht.

Und das haben Fredrik Färg und Emma Marga Blanche mit 20 designers at BIOLOGISKA definitiv geschafft.

In den nächsten ein bis zwei Wochen werden wir uns noch näher mit dem ein oder anderen Objekt beschäftigen – und für den Moment gibt es einige Fotos.

20 designers at BIOLOGISKA lief leider nur bis zum 12. Februar – aber ein Besuch im Biologiska ist auch so noch eine lohnenswerte Sache.

BIOLOGISKA Stockholm

BIOLOGISKA Stockholm

Inside BIOLOGISKA

Im BIOLOGISKA - die beste Location der Stockholm Design Week

MWC by Florian Hauswirth at 20 designers at Biologiska

MWC von Florian Hauswirth bei der 20 designers at Biologiska

One for the birds: Lift by Mark Braun, 20 Designers at Biologiska

Einer für die Vögel: Lift von Mark Braun, 20 designers at Biologiska

Succession by 20 Designers at Biologiska co-curator Fredrik Farg

20 designers at Biologiska Co-Kurator Fredrik Farg



IMM Cologne 2011: Fazit

Thursday, February 24th, 2011

Am meisten geschockt haben uns auf der diesjährigen IMM Cologne die vielen sinnlosen Sofakombinationen und die wirklich abgrundtief hässlichen Esszimmerstühle in Leder-Freischwinger-Optik.

(Und das obwohl wir es nicht anders erwartet hatten.)

Natürlich war nicht alles nur billiger Schrott. Es gab einige tolle junge Designer zu sehen und auch ein paar mutige Hersteller konnten mit wirklich interessanten, innovativen und ästhetisch stimmigen Kollektionen punkten.

Leider waren letztere in der Minderheit. Und wir befürchten dass sie in den nächsten Jahren noch weniger werden und die IMM immer mehr wie ein billiger Möbeldiscounter auf der grünen Wiese aussehen wird.

IMM Cologne 2011 _ Pile 'm high and sell 'm cheap

IMM Cologne 2011: Hoch stapeln und billig verkaufen....

IMM hat zwei Probleme: Mailand und Maison et Objet in Paris.

Paris ist sexy, aufregend, gefährlich, leidenschaftlich…..

- Köln -

Auch noch so viele Viva Colonia werden nicht ausreichen, junge dynamische Produzenten und Designer an den Rhein zu locken, wenn sie ein paar Tage später an der Seine sein können.

Sie bräuchten einen guten Grund, warum sie in Köln ausstellen sollten – sei es auf der IMM, Designers Fair oder unabhängig in der Stadt.

Den gibt es im Moment nicht.

Egal, wie groß, teuer und absolut irrelevant Mailand wird, die Möbelindustrie wird auch weiterhin an ihrem geliebten Milano festhalten wie eine Gin-umnebelte alte Dame die die dumpfe Realität ihrer Existenz im nüchternen Zustand nicht ertragen kann. Soll heißen, die IMM braucht ein Konzept, das den Ausstellern Alternativen eröffnet, die sie in Mailand nicht haben.

Das war schon immer so, aber die Veränderungen in der Möbelbranche weltweit machen die Notwendigkeit jetzt dringender als in den 70ern oder 80ern.

Kartell brought Milan with then to IMM 2011. We can only guess why.....

Kartell hat Mailand mit zur IMM nach Köln gebracht. Wie können nur vermuten, warum.....

Am Ende des Tages wissen alle, dass es keinen Sinn ergibt in Mailand neue Produkte zu launchen. Die Messe ist zu groß und die internationale Presse interessiert sich nur für diejenigen mit denen persönliche Beziehungen bestehen oder die die größten PR Budgets haben.

Es ergibt durchaus Sinn, Produkte in Köln auf den Markt zu bringen – allerdings nur wenn die IMM die passende Umgebung dafür bietet.

Aber der Presseraum auf der IMM war voll von Handelsvertretern und PR Agenturen auf der Suche nach neuen Kunden.

Wir haben nicht behauptet, dass es in Mailand anders ist. Wir sagen lediglich, dass es anders sein sollte als in Mailand.

Haben Sie viele gute Interviews von der IMM gelesen?

Man redet heute noch über Verner Pantons Visiona 2 Ausstellung 1970. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie 2011 noch Beachtung finden würde.

Die IMM muss sich entscheiden ob sie sich als Messe für die unteren Stufen der Qualitäts- und Geschmacksleiter positioniert oder ob sie Möbel für den Großteil der Käufer anbietet, und Möbel die ökologisch und ethisch vertretbar sind.

The Boulevard of inovation at IMM Cologne - a couple of hundred feet quality before the cheap leather sofas ruin your days

Der Boulevard of Innovations auf der IMM Cologne - ein paar hundert Meter Qualität bevor die billigen Ledersofas einem den Tag ruinieren.

Und wenn es nur um die billigen Ledersofas geht, tut uns bitte den Gefallen und lasst die innovativen Hersteller und jungen Designer außen vor.

Es wäre eine Schande. Aber es wäre auch ehrlich.

Mit d3 Design Talents hat die IMM ein schönes Konzept, das funktioniert und das wichtig für die Messe ist. Aber es muss besser von der Messe unterstützt werden und nicht behandelt werden wie ein Markt-relevantes Add-on das hübsch aussieht in den Verkaufsprospekten.

d3 Professionals hat gezeigt welche Vielfalt an Designtalenten in Deutschland und den Nachbarländern schlummert. Junge Designer, die bereit sind, Zeit und Geld zu investieren um sich und ihre Ideen im globalen Wettbewerb zu etablieren.

Viele der Teilnehmer der d3 Professionals haben früher schon in Köln im Rahmen von Hochschulpräsentationen ausgestellt. Wenn der IMM also der Erfolg der d3 Professionals am Herzen liegt, sollte sie den jetzigen Studenten etwas mehr Respekt entgegen bringen.

Die Location der diesjährigen d3 Schools Show war eine Schande. Wenn wir dort hätten ausstellen müssen, hätten wir unsere Sachen gepackt und wären gegangen – und nicht wiedergekommen.

Die Stockholm Design Week findet vier Wochen später statt – günstiger und persönlicher… und von Köln genauso schnell erreichbar wie Berlin, Wien oder London.

Wir wissen, wo wir lieber ausstellen würden.

Die IMM Cologne wird es natürlich weiterhin geben. Es wäre nur schön, wenn sie außerdem relevant und innovativ bleiben würde… und eine Veranstaltung auf deren Besuch man sich freut…

… und nicht fürchtet.



Stockholm Design Week: Air von Florian Ganter

Tuesday, February 22nd, 2011

Jeder der uns kennt, versteht, dass ein Deutscher, der einige Zeit in Edinburgh studiert hat und jetzt in Helsinki lebt, unser Interesse weckt.

Allerdings war es nicht Florian Ganters Biografie, die uns zu ihm und seinem werkzeugfreien, modularen Regalsystem Air geführt haben.

Oder zumindest nicht direkt.

Wir haben das Möbel auf dem Stand der Aalto University School of Design gesehen und gleich gedacht, dass es sich hier um ein schönes Stück finnisches Design handelt.

Bei etwas genauerer Betrachtung geht es dann doch mehr in die Dieter Rams trifft Egon Eiermann Richtung.

Es ist natürlich von allem etwas – und noch ein bisschen mehr.

Oder besser gesagt – 100 % Florian Ganter.

Air ist ein modulares Regal. Die Konstruktion hält durch die aufgesteckten Winkel am Gestänge und dem Eigengewicht der Tablare. Zudem gibt es Aufbewahrungseinheiten, die sowohl von der Vorder- als auch der Rückseite des Regals eingebaut werden können, sodass Air entweder als konventionelles Regal oder als Raumteiler eingesetzt werden kann.

Diese Flexibilität kombiniert mit dem bescheidenen Äußeren und der frechen Art mit der es einem wie ein bereits etablierter Designklassiker entgegentritt, machte Air von Florian Ganter zu einem unserer Fundstücke der Stockholmer Möbelmesse.

Wir hoffen nur, dass er einen Hersteller findet…….. Sie wissen wen wir meinen!

Air by Florian Ganter as seen @ Stockholm Furniture Fair 2011

Air von Florian Ganter gesehen auf der Stockholmer Möbelmesse 2011

Air by Florian Ganter - detail

Air von Florian Ganter - Detail



Stockholm Design Week 2011: Interview mit Front

Thursday, February 17th, 2011
Front Page by Front for Kartell

Front Page von Front für Kartell

Im Rahmen der Stockholm Design Week 2011 präsentierte Kartell die Zeitungsablage Front Page vom Stockholmer Design Studio Front.

Cleveres Wortspiel und vieles mehr…

Front Page wurde zwar schon auf der Mailänder Möbelmesse 2010 offiziell vorgestellt, tritt aber erst jetzt seinen Siegezug in den Shops an. Also eine tolle Gelegenheit für einen Front “home gig”.

Front arbeitete bereits mit Herstellern wie Moroso, Established & Sons oder mit moooi zusammen, Front Page ist aber das Erste für und mit Kartell hergestellte Produkt.

Im Showroom des Stockholmer Kartell Flagshipstores trafen wir uns mit Anna Lindgren von Front um mit Ihr über die Kooperation mit Kartell und über Stockholm zu diskutieren.

(smow)blog: Wie entwickelte sich die Kooperation mit Kartell?

Anna Lindgren: Kartell war eines der Unternehmen mit denen wir unbedingt zusammen arbeiten wollten – wir haben lange Zeit versucht ein Treffen mit Ihnen zu arrangieren um ihnen unser Portfolio zu zeigen. Aber dann haben sie einige unserer Arbeiten in einer Mailänder Galerie gesehen und uns am Ende kontaktiert.

(smow)blog: Und dann haben sie gesagt “Bitte macht eine Zeitungsablage, wir lieben das Wortspiel” oder wie entwickelten sich die Dinge?

Anna Lindgren: Nein, nein, es war mehr so, dass es uns erlaubt wurde zu ihnen zukommen und einige unserer Ideen, von denen wir dachten, das sie gut zu Kartell passen würden, vorstellen durften. Anschließend kam es zu einer Diskussion aus der Front Page hervorging. Da Kartell sehr daran interessiert ist Langzeit-Partnerschaften mit Designern einzugehen, wollten sie auch, dass wir an einer Reihe verschiedener Produkte arbeiten können, die zu Kartell passen könnten…

(smow)blog: Es liegt also eine Serie an Prototypen von Front im Kartell Hauptquartier…

Anna Lindgren: (lacht) Nicht ganz, allerdings arbeiten wir an ein paar Prdukten von denen wir hoffen sie dieses Jahr in Mailand zeigen zu können. Aber das ist noch nicht sicher…

(smow)blog: War die Kooperation aus Ihrer Sicht erfolgreich?

Anna Lindgren: Definitiv!

(smow)blog: Momentan sind wir mitten in der Stockhomer Design Week. Ist das ein Ereignis an dem Front teilnehmen musste oder eines an dem man teilnimmt, weil es einem am Herzen liegt?

Anna Lindgren: Einige Jahre hatten wir gar nichts gemacht! Dieses Jahr ist es der Fall, dass wir die Zeitungsablage in Mailand präsentiert hatten und es endlich in die Geschäfte kommt und wir das feiern. Die Stockholmer Möbelmesse ist eine sehr interessante Messe und auch die Design Week wird jedes Jahr besser, sodass es sehr schön ist hier etwas zu zeigen. Natürlich auch, weil es für uns besonders bequem ist!

(smow)blog: Noch eine letzte Frage. Ist Stockholm eine kreative Stadt in der man als Designer arbeiten kann oder ist es so, dass man Stockholm verlassen muss um Dinge zu erreichen?

Anna Lindgren: Stockholm ist eine sehr nette Stadt in der man gut leben und arbeiten kann. Sie ist groß aber nicht zu groß und hier gibt es viele kreative Menschen. Deshalb ist Stockholm eine sehr gute Basis für unser Studio.

Front Page  - the magazine rack that thinks its a book!

Front Page - Die Kartell Zeitungsablage die sich für ein Wortspiel hält

Kartell Stockholm present Front Page by Front

Kartell Stockholm präsentiert Front Page von Front



Stockholm Design Week 2011: Vindobona by Claesson Koivisto Rune @ Åmells

Wednesday, February 9th, 2011
Vindobona by Claesson Koivisto Rune @ Åmells, Stockholm

Vindobona by Claesson Koivisto Rune @ Åmells, Stockholm

Die Ähnlichkeiten zwischen Wien und Stockholm liegen nicht allein in der Architektur der Städte. Auch die Architekten, die die hiesigen Design Weeks eröffnen, sind die gleichen. Zumindest aus unserer Perspektive.

Denn wie schon bei der Vienna Design Week, war auch in Stockholm wieder unsere erste Vernissage Vindobona von Claesson Koivisto Rune.

Sicher war die Location nicht ganz so prunkvoll wie die des Liechtenstein Museums in Wien, aber man kann trotzdem mit Sicherheit behaupten, dass die Showrooms des Stockholmer Kunsthändlers Åmells für Claesson Koivisto Runes entzückendes Service aus Glas und Silber den idealen Raum boten.

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung fand mit etwas Verspätung  statt, die wir ihres Grundes wegen aber gerne verzeihen: Claesson Koivisto Rune musste noch den Elle Interior Designer of the Year Preis entgegennemen – dafür an dieser Stelle noch einmal unseren herzlichen Glückwünsch. Sowieso hätte uns eine Verspätung nicht unsere Vorfreude verderben können.

Vindobona entstand aus einer Zusammenarbeit des traditionellen Wiener Glashändlers Lobmeyr und der Wiener Silber Manufactur. Dabei raus kam eine reizende Kollektion gläserner Karaffen, die praktischerweise auch gleich ein Gefäß zum Trinken mitbringen. Ebenso praktisch finden wir, dass die Karaffen als Vasen noch eine zweite Funktion erfüllen.

Dass Vindobona by Claesson Koivisto Rune die Stockholmer Design Week 2011 eröffnet hat, war insofern passend als die ganze Design Week unter dem Stern des Stockholmer Architektur und Design Büros stand – laut unseren Recherchen gab es vier Claesson Koivisto Rune Events.

Das haben sogar die Bouroullecs in Mailand selten geschafft………

Und noch eine weitere gläserne Hinterlassenschaft aus der Wiener Design Week wird uns in den nächsten Wochen beschäftigen. Die neuesten Entwicklungen in Mark Brauns Fortune water carafe Serie für Lobmeyr wird in Mailand präsentiert werden.

Dazu aber mehr im April.

The invited guests discuss the work....

Die geladenen Gäste diskutieren die Arbeiten.



Stockholm Design Week 2011: Interview mit Arik Levy

Tuesday, February 8th, 2011
Guest of Honour Arik Levy opening Stockholm Furniture Fair

Ehrengast Arik Levy @ Möbelmesse Stockholm

Ehrengast der diesjährigen Stockholmer Möbelmesse ist der in Israel geborene / in Paris lebende Designer Arik Levy.

Levy ist das Aushängeschild der Möbelmesse und hat die Lounge Area gestaltet. Er hält einen einstündigen Vortrag und stellt sich anschließend den  Fragen der interessierten Anwesenden.

Vor seiner Eröffnungsrede haben wir mit Arik Levy darüber gesprochen, weshalb er nach Stockholm gekommen ist, über schwedisches Design und die überall in der Designwelt herrschende Verschwiegenheit.

(smow)blog: Warum haben Sie zugestimmt Ehrengast der Stockholmer Möbelmesse 2011 zu werden?

Arik Levy: Das habe ich noch gar nicht, ich denke immer noch darüber nach (lacht).

(smow)blog: Wenn das so ist, warum würden Sie das Angebot annehmen?

Arik Levy: Bislang war ich niemals auf dieser Messe, obwohl ich Stockholm sehr oft besucht habe. Bei einer Einladung in diesem Rahmen hat man die Möglichkeit Dinge in einem anderem Licht darzustellen, und über sie zu diskutieren, was es einem erlaubt eine bessere Aussage zu vermitteln.

(smow)blog: Und hatten Sie freie Hand über das Lounge Konzept?

Arik Levy: Ja, absolut. Die Veranstalter waren in diesem Punkt wirklich angenehm.

(smow)blog: Sind Sie mit dem Endergebnis zufrieden?

Arik Levy: Ja. Es ist für eine Messe gemacht. Es stellt keine dauerhafte Installation dar, deshalb ist es auch speziell für eine Messe gestaltet. Aber die Botschaft ist definitiv da. Außerdem gibt es freies Wi-Fi, was einem ein Stück Freiheit zurück gibt – ohne dass irgendwelche Zugangscodes oder Kreditkartennummern abgefragt werden.

(smow)blog: Was bedeutet schwedisches Design für Sie?

Arik Levy: Für mich ist schwedisches Design vergleichbar mit japanischem Design, sehr klar, sehr einfach, sehr hingebungsvoll – gleichzeitig aber sehr intensiv und fokussiert. Und die Meisterwerke des schwedischen Designs sind nach wie vor da und sind noch genauso populär wie eh und je.

(smow)blog: Hoffen Sie hier in Stockholm neue Inspiration zu finden?

Arik Levy: Immer. Ich war heute früh um 7 Uhr schwimmen. Draußen. Das war sehr inspirierend.

(smow)blog: Eine letze Frage noch, was können wir in den nächsten Monaten von Arik Levy erwarten?

Arik Levy: Im nächsten Monat werde ich mit dem Atelier Swarovski eine Schmuckkollektion herausbringen, viele Dinge werden auch in Mailand gezeigt werden. Das wirklich interessante am Design ist, dass man über nichts reden darf, weil alles vertraulich ist. Ich erkläre den Leuten dann immer, dass es kein Sauerstoff ist, kein Trinkwasser – bloß ein neuer Stuhl. Warum ist jeder so bessen davon … (lacht).

Part stand up comic, part designer part George Clooney: Arik Levy at Stockholm Furniture Fair
Halb Stand-up-Comedian, halb Designer, halb George Clooney: Arik Levy auf der Möbelmesse in Stockholm