Archive for the ‘New York Tales’ Category

ICFF 2010 : Einladung

Tuesday, October 20th, 2009

Mit dem Umstellen der Uhren in ganz Europa werden wir wieder in eine unbeleuchtete, von Poeten, Malern und Autodieben geliebte Welt geworfen. Doch ein Lichtschimmer kommt aus den USA.

Die Organisatoren des ICFF 2010 haben die die Einladung für die ICFF Studio und ICFF Design-Schule veröffentlicht.

Wir hatten eine fantastische Zeit beim ICFF 2009 und freuen uns deshalb riesig, wieder zum Big Apple im Mai 2010 zu fliegen.

Weil wir die Organisatoren des ICFF unterstützen möchten, würden wir uns gern ein paar Minuten Zeit nehmen um ein paar Tips an jene weiter zu geben, die vorhaben, am ICFF Studio oder der ICFF Design-Schule teilzunehmen.

Die Organisatoren der ICFF Studio bitten um Einsendung von Produkt-Prototypen der Designer. Alle Produktkategorien werden auf der ICFF ausgestellt. Die ausgewählten Einsendungen werden dann in einer Gemeinschaftsausstellung auf der ICFF gezeigt.

Wir sind uns nicht mehr sicher, ob wir es in unserem Beitrag aus New York erwähnt haben, aber eines der Schwachpunkte der ICFF ist der Mangel an Tischen. Vielleicht ist dies ein Weg um die Organisatoren hellhörig zu machen. Die Tische sollten idealerweise groß genug sein um einen Laptop darauf abstellen zu können. Und es sollte genügend Platz für ein paar professionelle Journalisten geben, um für die Designer, Hersteller und Händler zu werben, die für die Teilnahme an der ICFF bezahlt haben. Einen zweiten Vorteil hat man, wenn das Design stabil genug ist und sich auch für die groben Handhabungen der tollpatschigen Arbeitskräfte des Javits Center eignet. Andernfalls findet sich das filigrane Stück wohlmöglich vier Tage lang in einem Lagerraum wieder, weil es zu riskant ist den Zorn der tolpatschigen Arbeitskräfte auf sich zu ziehen, weil man einen Ersatztisch von einen der hoch professionellen Design-Möbel Produzenten auf der ICFF holt.

Die Farbe ist dabei weniger wichtig.

Einschreibungen für die ICFF Design Schule können von allen Design Schulen vorgenommen werden, die hoffen einen Platz auf der ICFF zu ergattern. Die Einschreibung beinhaltet eine Beschreibung, ein einzigartiges Konzept mit Original Produkten und Prototypen, designt von Studenten.

Und wieder können wir von unseren Erfahrungen aus der harten Realität der führenden, nordamerikanischen, zeitgenössischen Möbelausstellung zehren.

Wenn Sie sich versucht fühlen sollten Ihr Glück zu probieren: der Anmeldeschluss für beide Veranstaltungen ist der 15. Januar.

Der Anmeldeschluss für “Table Fights” 2010 wird zwangsläufig 10 Minuten vor dem Start sein …

iglooplay at ICFF - and the closest we got to a table all week....

Die Kollektion "iglooplay" auf der ICFF - und der naheste Tisch der ganzen Woche



smow Design Frühling Top 5: Stühle

Friday, July 24th, 2009

Die Top 5 Stühle des smow Design Frühling. In keiner besonderen Reihenfolge:

Faltbarer Pappstuhl von Stuart Miller beim Designersblock, Mailand

Faltbarer Pappstuhl von Stuart Miller beim Designersblock, Mailand

Wir haben gelogen: Es gibt doch eine gewisse Reihenfolge. Als erstes kommt unser Lieblingsstuhl aus dem smow Design Frühling: Stuart Millers namenloser, faltbarer Pappstuhl von der designersblock Ausstellung in Mailand. Während des smow Design Frühlings haben wir nichts gesehen, was auch nur annähernd an Stuarts einfachen, praktischen und bequemen Stuhl herangekommen wäre. Wir haben das Projekt leider ein bisschen aus den Augen verloren und nicht den nötigen Abschluss in Informatik, um die Webseite der Glasgow Caledonian University zu navigieren. Wenn also jemand etwas über das Projekt weiß – lasst es uns wissen!! Namenloser, faltbarer Pappstuhl. Qualitäts-Sitzinstrument!

Und ab jetzt… in keiner bestimmten Reihenfolge.

Duct Tape Stuhl von Jason Miller

Duct Tape Stuhl von Jason Miller

Duct Tape Stuhl von Jason Miller. In unserem ursprünglichen Blogpost vom Boden des ICFF Presseraums hatten wir die Ähnlichkeiten zwischen Jason Millers Duct Tape Stuhl und Easy von Klausner and Carpenter für Established and Sons erwähnt. Nachdem wir lange und gründlich darüber nachgedacht haben, entschieden wir uns aber doch dafür, den Duct Stuhl in unsere Top 5 aufzunehmen. Als formsicherer und wunderbar bequemer Stuhl, ist der Duct nicht nur ästethisch ansprechend, sondern neudefiniert die Rolle eines Stuhls von passivem zu aktivem Element im Raum. Duct Tape Stuhl. Qualitäts-Sitzinstrument!

404 H von Stefan Dietz für Thonet

404 H von Stefan Dietz für Thonet

404 H von Stefan Dietz für Thonet. In unserer Welt zählen Barhocker als Stühle: Hauptsächlich, weil wir viel Zeit auf Barhockern verbringen, zum Beispiel an der erhöhten Frühstücksbar in der Küche der (smow)Wohnung. Für Thonet hat Stefan Dietz den 404 H als wunderbare Ergänzung für eines der traditionsbewusstesten deutschen Design-Häuser kreiert. Im Vergleich zu anderen, seit langem etablierten Herstellern, bedeutet Tradition für Thonet mehr als die Marketingrechte für einen lange verstorbenen Designer. Stattdessen geht es darum, die Tradition fortzuführen, die diesen Designer erfolgreich und berühmt machte – im Falle von Michael Thonet bedeutet das Innovation. 404 H. Qualitäts-Sitzinstrument!

Und unkomplizierte, hochqualitative Holzmöbel. Wie der 404 H.

Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec für Vitra in Mailand

Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec für Vitra in Mailand

Vegetal von Ronan and Erwan Bouroullec für Vitra. Schon vor Beginn der Mailand Design-Woche hatte sich der Vegetal als einer der Stars etabliert – und uns nicht enttäuscht! Ja, er sieht aus wie ein billiger Gartenstuhl, ja, er erinnert an den Chair One von Konstantin Grcic, aber nein, er ist nichts davon. Das Ergebnis von vier Jahren Arbeit von unseren Lieblingen Porcupine und Fox, Vegetal ist ein wunderbarer, stabiler, bequemer und vielseitiger Stuhl, der perfekt für drinnen und draußen geeignet ist. Und wir sind uns ziemlich sicher, dass er nicht kaputtgehen kann. Vegetal. Qualitäts-Sitzinstrument!

Bansko Bo Lounge-Stuhl und Ottomane von Design Apparat

Bansko Bo Lounge-Stuhl und Ottomane von Design Apparat

Bansko Bo von Design Apparat. Ohne Frage einer der schönsten Lounge-Stühle, die wir diesen Frühling gesehen haben – und das von einem der besten neuen Design-Studios des smow Design Frühligns. Wir leben in Leipzig, wir mögen keine (N)OSTalgie, aber wir mögen viele Elemente des Design-Stils, der sich in Osteuropa während der Jahrzehnte des Eisernen Vorhangs entwickelt hat. Bansko Bo hat ein tolles, frisches Design, aber seine Wurzeln liegen unverwechselbar im Bulgarien der 1970er. Sieht super aus, funktioniert und wird vermutlich länger Bestand haben als das Regime von Todor Zhivov. Bansko Bo. Qualitäts-Sitzinstrument!



smow Design Frühling: aufgetischt

Saturday, June 27th, 2009

Wie aufmerksame Leser sicher bemerkt haben, beschwerten wir uns während unseres Besuchs auf der ICFF ausführlich über den Mangel an Stühlen im Pressezentrum.

Jetzt müssen wir zugeben, dass wir das Geheimnis während der ICFF gelüftet haben… Magis hatte natürlich Tische fürs Pressezentrum geliefert.

Piggyback von Thomas Heatherwick für Magis

Piggyback von Thomas Heatherwick für Magis

Neben dem Chair First von Stefano Giovannoni, stellten Magis auch ihren wunderbaren Piggyback Tisch von Thomas Heatherwick zur Verfügung.

Magis sind seriöse und verlässliche Partner, warum sollten sie die Tische vergessen?

Allerdings wurden die Piggyback-Tische während des Aufbaus beschädigt und mussten die Show deswegen in einem Lagerraum tief unten im Javits Centre verbringen. Niemand vom ICFF Organisations-Team dachte daran, sich um Ersatz zu kümmern.

Hinter den Kulissen wurde viel über Gewerkschaften und “offizielle Prozesse” gesprochen. Für uns aber brachten die fehlenden Tische im Pressezentrum die ICFF gut auf den Punkt und unterstrichen, warum es das schwächste und am schlechtesten organisierte Event war, dass wir während des smow Design Frühlings besuchten.

Das sollte nicht als direkte Kritik an denen interpretiert werden, die für die Pressearbeit verantwortlich sind, da sie auch nur Partner der Organisatoren waren. Diese tragen die ultimative Verantwortung für die Mängel: Gemeinsam mit dem Javits Center Management.

Tints von Jason Miller - einer der echten Stars der ICFF 2009

Tints von Jason Miller - einer der echten Stars der ICFF 2009

In New York wurde gemunkelt, dass die ICFF nächstes Jahr das Pressezentrum komplett weglassen könnte, was ein trauriges Anzeichen für die Show wäre und dafür, wie ernst sie genommen wird. Neben den etablierten Kritikern der traditionellen Medien – um nur die New York Times zu nennen – gibt es in den USA eine ganze Reihe von exzellenten Design-Blogs, zum Beispiel Core 77 und Design Milk, die wir selbst verfolgen und mit Interesse lesen.

Wenn wir zum Beispiel an Mailand denken, wurden dort vom frühen Morgen bis zum späten Abend Texte geschrieben, Interviews geführt, Bilder bearbeitet und Videos in einem Dutzend Sprachen geschnitten. In New York hingegen saßen wir oft alleine auf dem Boden – oder wenn wir Gesellschaft hatten, handelte es sich fast immer um Verantwortliche irgendeiner B2B-Publikation, die gerade Anzeigenplätze verkauften.

Anstatt die Berichterstattung weiter zu entmutigen, die ICFF sollte aktiv Journalisten und Blogger rekrutieren, die die Produkte für ihre Leser interessant machen und so andere Hersteller dazu ermutigen, Plätze zu buchen.

Wir werden nächstes Jahr wieder nach New York fliegen, aber ob wir zur ICFF gehen, ist noch nicht entschieden.

Wir haben auf der ICFF einige fantastische Entdeckungen gemacht, wie zum Beispiel Jason Miller, Blu Dot und Iglooplay – drei Entdeckungen, die die Flugtickets schon mehr oder weniger rechtfertigen. Aber ob das alleine ausreicht, sich mit nicht funktionierendem Internet und unzureichender Infrastruktur herumzuschlagen, um eine Veranstaltung zu promoten, die es nicht mal schafft, zwei Tische in einen Raum zu stellen, obwohl sie gerade eine riesige Halle an Möbel-Produzenten vermietet hat? Das wird sich zeigen!



New York Tales: See ya!

Thursday, May 28th, 2009

Das (smow)Team wird zur Heimreise gebeten …



New York Tales: Jason Miller

Thursday, May 28th, 2009

Eine der Entdeckungen auf der ICFF war für uns der in Brooklyn ansässige Jason Miller.

Miller’s Design zeigt unbestreitbar Elemente modernen europäischen Designs, obwohl er unserer Meinung nach auch klassische europäische Stereotypen von Retro-NYC Stilen einbringt.

Wir hatten vor ein paar Monaten schonmal einen Beitrag zum Post-Kolonialismus im US Design angekündigt… und wie immer bei smow halten wir natürlich unsere Versprechen.

Duct Tape Chair by Jason Miller

Duct Tape Chair von Jason Miller

Miller’s Duct Tape Chair, z.B., ist mehr als ein komfortabler Sessel.  In vielerlei Hinsicht erinnert er uns an den Easy Chair von Klauser und Carpenter bei Established and Sons, der Duct Tape Chair ist ein ebenso wunderbar konstruiertes und durchdachtes wie ästetisches Stück.  Während der ICFF haben wir doch so einige Zeit im Duct Tape Chair verbracht und sind uns sicher, dass man darin einen recht vergnüglichen Abend verbringen kann – vorzugsweise mit einem Brooklyn Lager, einem Bagel und in Gesellschaft von von wem auch immer….

Jason Millers Stand in New York - in foreground the new Modular Chandalier

Jason Millers Stand in New York - im Vordergrund die neue Modular Chandelier

So ähnlich wie Manhattans Lower East Side erscheint Millers Modular Chandelier zunächst überbordend grell und unpraktisch; bis man es in persona erlebt. Dann erschließt sich nämlich recht schnell mit der Funktionalität und Schönheit der bestechende Charme dieser Lampe. Das Innere der Lampe kann  “modular” gestaltet werden, was bedeutet, dass man es konfigurieren und rekonfigurieren kann wie man es braucht – eventuell aber auch ein Tick zuviel, was hier passiert, um es europäisch zu nennen.  Modular Chandelier gibt es zwar noch nicht, soll aber bis Ende des Jahres auf den Markt kommen. Wir sind schon auf der Warteliste.

Tints by Jason Miller

Tints by Jason Miller

Initial sind uns bei Miller allerdings die Tint tables aufgefallen. Und das unabhängig von unseren Problemen hier auf der ICFF. In Mailand hatten uns noch die Trattoria Chairs von Jasper Morrison bei Magis beeindruckt. Ähnlich genial erscheinen uns Millers Tische. Während Morrisons Stühle wunderbar auf das tradionelle Image des gewebten Trattoria Stuhls anspielen, erinnert uns Miller an den späten 70er Jahre Low-Cost Stil New Yorker Einrichtungsdesigns. Wir haben die Filme gesehen, wir wissen wovon wir sprechen. Das bonbonfarbene Plexiglas mit den scheinbar handgefertigten hölzernen Beinen macht im ersten Augenblick zwar einen billigen Eindruck; bei genauerem Hinsehen und einigen Fragen zur Herstellung wird aber klar welche Qualität und welcher Wert darin steckt. Wirklich durchdacht, Glückwunsch!

Im Ergebnis eine beeindruckende Arbeit von Miller, die uns sicher in guter Erinnerung bleibt. Entwürfe die sich durch frische Ideen, Talent und handwerkliches Geschick auszeichnen.

Das Erste, was die Europäer nach Amerika brachten, war eine verbogene Form der christlichen Religion,  Abneigung gegen Überfluss und eine kulinarische Präferenz für Wurzelgemüse. Die Amerikaner schickten eine verbogenen Glauben an den Wert von Marken, eine Abneigung gegen Langfristiges und eine kulinarische Präferenz für leicht fritierte und industriell gefertigte Nahrungsmittel.  Jason Millers Arbeit ist der Beleg dafür, dass es unter Designern einen ähnlichen beständigen Austauschprozess gibt und das solch eine Austausch gleichwohl positive Erträge bringt.

This is not Jason Miller. We however are firmly the opinion that it should be and so for us this is now officially the (smow)Jason Miller. Weve met the real Jason Miller, and the (smow)Jason Miller is much better.

Einem Duct Tape Stuhl und ein Tints Tisch. Im Hintergrund das wunderbare, Colomboesque Spiral Lounge lounger/sofa/day bed.



New York Ta(b)les: Teil II

Monday, May 25th, 2009

We came, we saw, we sat on the floor…

Dieser Satz unseres schottischen Kollegen klingt und beschreibt unsere Situation in New York so schön, dass wir ihn einfach mal nicht übersetzen…

In Bezug auf die ICFF können wir es nur nochmal wiederholen, die Europäer zeigen den Amerikaner wie man es machen sollte. Einder der größten Stände in New York war der vom Saloni Milano -ein Mischung der angesehensten italienischen Designe. Außerdem haben sie ihren eigenen Presseraum mitgebracht, zwar ohne Strom und Internet, dafür aber mit Tischen. Und Kaffee. Wie gern denken wir zurück an den April …

Press Lounge at the Saloni Milano Stand: First Chair and First Table by Stefano Giovannoni

Pressebereich am Saloni Milano Stand: First Chair und First Table von Stefano Giovannoni

Nicht nur die Schreibmaschine hat uns beeindruckt, sondern auch der Schreibtisch Desk 51 vom amerikanischen Hersteller bludot. Persönlich würden wir zwar die untere Ausziehablage nicht, wie eigentlich empfohlen, für das Verstauen unserer Tastatur nutzen, sondern vielmehr um unsere Papierstapel und Rechner und Ähnliches zu verstecken, um unserem Schreibtisch den Schein des Aufgeräumtseins zu geben.

Desk 51 and Real Good Chair from bludot

Desk 51 und Real Good Chair von bludot

Wir brauchen nicht notwendigerweise einen großen Tisch … ein kleiner tuts auch.  Z.B. der stabile und trotzdem auch in der Höhe verstellbare Tom Tom von Konstantin Grcic für SCP.

Tom Tom by Konstantin Grcic for SCP

Tom Tom von Konstantin Grcic für SCP

Oder dieser traumhafte Spot Table von Tom Dixon mit seinen austauschbaren Füßen ….

Spot Table by Tom Dixon

Spot Table von Tom Dixon

Aber was hilft es, wenn wir keinen Tisch haben, um die Accessoires aus der Foster Series von Sir Norman Foster für Helit zu platzieren :(

Foster Series by Helit

Foster Series von Helit



New York Tales: How ya doin’

Thursday, May 21st, 2009

Nicht gut.

Wie jeder weiß, ist in Amerika alles größer. Alles.
Angefangen bei Bagels, der Größe des Jupiters und dem Umfang der Manipulation, um den Einmarsch in den Irak zu rechtfertigen.

Alles in Amerika ist einfach größer als man es sich eigentlich vorstellen kann.

Außer bei Möbelmessen.

The Vitra stand in new York - smaller than the Vitra VIP area in Milan (honest!!)

Der Vitra Stand in New York - kleiner als die Vitra VIP Area in Mailand

In Mailand war z.B. der Artemide Stand so groß, dass er nicht nur eine zusätzliche Zeitzone brauchte, nein in der Nordostecke haben Biologen sogar noch bisher völlig unbekannte Primaten gefunden. Während Kartell, im Ergebnis der Probleme von 2008, ein U-Bahn System in den Messeauftritt integrierte, um die Besucherströme leichter durch den Stand zu dirigieren. Was dazu führte, dass das Establishment der Zeitungsverkäufer Kartell dazu bewegte, eine eigene Währung einzuführen – designt natürlich von Phillipe Starck.

In New York ist alles vergleichsweise klein.

Während in vielen Bereichen Klein gleich Vertrautheit bedeutet, scheint es hier, nur die Bedeutung modernen Möbeldesigns in den USA zu unterstreichen.

ICFF is so quiet rabbits feel at ease on the stands (almost)

Die ICFF ist so ruhig, dass sich sogar Hasen entspannen können (fast).

Bzw. insbesondere die Rolle europäischen Möbeldesigns.
Im ICFF Book Shop gibt es Bücher über italienisches Design, französisches Design, deutsches Design, britisches Design; es gibt sogar ein Buch über die Vespa.

Draußen im “realen Amerika” begnügt sich die Mehrheit der Konsumenten offensichtlich mit farb- und formlosen Holzmöbeln, wie sie die Kulissen in den meisten TV-Werbespots bestimmen.
Wir nennens mal “traditionell”. Vielleicht “traditionel amerikanisch”.

Was dann in unserem Sinne ein Synonym für Sicherheit, Kreativitätslosigkeit bzw. Desinteresse oder auch Engstirnkeit ist.

droog doing it right - turn up, set up, go home....

droog: Stilistisch wie immer ohne Respekt - angekommen, aufgebaut, nach Hause gegangen....

Es gibt mit Sicherheit einen Markt für gut gemachte Designermöbel in den USA, aber offensichtlich, nicht so sehr, dass er ernst genommen werden muss.

Uns somit leidet auch die ICFF suffer, wenn es keiner ernst nimmt.

Schade.



New York Tales: Heiß begehrte Kunst

Wednesday, May 20th, 2009
The tourist gaze - all of New York looks like this....

Der Touristenblick - ganz New York sieht so aus ...

Einer der Vorteile der Zeitverschiebung ist, dass im Laufe des Nachmittags nach New Yorker Zeit der (smow) Chef schon zu Hause ist und man selbst sich in New York vergnügen kann.
Am Freitag haben wir z.B. die Gelegenheit genutzt, Manhattan zu durchstreifen … und wie jeder andere Tourist auch Fotos von den Wolkenkratzern zu machen.
Egal wie oft man solche Fotos macht, das nächste ist immer noch besser, und das übernächste sowieso und das ….

Jedenfalls kann man machen, was man will, für richtig gute Bilder brauch man viel besseres Equipment als das unsrige, viel mehr Zeit und das Auge eines Fotografen, um die beste Perspektive zu finden.
Einer, der das Equipment hat, sich die Zeit genommen hat und mit Sicherheit das Talent dazu, ist der Leipziger Fotograf Frank-Heinrich Müller – Kurator der aktuell laufenden Ausstellung EAST_for the record.

1996 reiste Müller unterstützt vom DAAD nach New York, um zahlreiche Großformatbilder von Stadtansichten anzufertigen.  Zusammen mit Prof. Peter Marcuse von der Graduate School of Architecture Planning and Preservation an der Columbia University, hat Müller die vielen und sich ständing ändernden Gesichter der Stadt dokumentiert.

New York by Frank-Heinrich Müller. Stolen from the smow store in Chemnitz

New York von Frank-Heinrich Müller. Gestohlen aus dem Chemnitzer (smow)room

2007 wurde eins seiner Bilder im (smow)Pavillion in Chemnitz ausgestellt.
Am 6. Januar 2008 wurde das Bild zusammen mit einem Eames Lounge Chair einer streng limitierten Edition und einem USM Haller Sideboard gestohlen. Also fast ein komplettes Wohnzimmer.

Das besonders Bittere an dem Diebstahl war, dass die Versicherung nur einen geringen Bruchteil des Bildwertes erstattete, so dass gerade noch ein Kurztrip nach New York rausgekommen wäre. Also sich weder die persönlichen Erinnerungen, noch die Beziehung, die sich über die Jahre zu einem solchen Werk entwickeln, ausgeglichen finden.

Drei Monate nach dem Diebstahl hatte die Polizei noch keine festen Hinweise und legte den Fall erstmal ad acta. Das Bild wurde beim  Artloss Register gemeldet und Frank-Heinrich Müller hätte das Bild nachwievor gerne zurück.

You couldn't mak it up...

Übrigens ein kaum zu übertreffender Anblick ... East Houston Street, NYC

Also, beim nächsten Mal, dass einem billige NYC-Drucke unterkommen im Laden, Online oder Trödelmarkt, halten Sie Ausschau nach diesem Bild.

Wir können zwar keinen Finderlohn garantieren, aber mit Sicherheit einen sehr glücklichen Fotografen.

Eine kleine Auswahl von Frank-Heinrich Müllers New York Bildern kann übrigens auf seiner Flickr-Seite besichtigt werden. Bekannt ist Müller ebenso für seine großformatigen Leipziger Gruppenbilder.



New York Ta(b)les: Teil I

Tuesday, May 19th, 2009

Es gibt zwar  keine Tische im Presseraum, aber auf der Messe selbst sind genug …

Eiermann 1 von Egon Eiermann bei Lampert….ahhhhh, wenn nur, wenn nur …. Poliertes Chrom UND ein Platz um seine Füße auszuruhen. Hhhmmmm, perfekt.

The Eiermann 1 table frame from Richard Lampert at the German Design Council stand

Das Eiermann 1 Tischgestell von Richard Lampert am Stand des German Design Council

Und genial, ein Tisch mit integriertem Buchhalter. Der Traum eines jeden Lektors. Sogar höhenverstellbar, dass man stehen oder sitzen kann … Crescendo C2 maximus von stilvoll

Crescendo C by stillvoll. So simple, yet so complex and so good

Crescendo C2 maximus von stillvoll. So einfach, und doch so komplex und gut

Ziemlich gemein – Zugang zu diesem Dr Na von Philippe Starck bei Kartell ist gesperrt für Presseleute!!! Erst ignorieren sie die Genfer Konvetion, und nun die Pressefreiheit…

Dr Na by Philippe Starck for Kartell

Dr Na von Philippe Starck bei Kartell

Genervt versucht das (smow)blog Team diesen Kinderschreibtisch von iglooplay so nutzen. Wunderbares Eamesesques Styling, aber viel zu klein für durchschnittlich erwachsene Europäer.

ddd

Merkwürdiger Name - Mod Topper und Mod Rocker von iglooplay. Großartig für Kids, nichts für Erwachsene



New York Tales: Greene Street

Monday, May 18th, 2009

Im lokalen Sprachgebrauch wird Greene Street, NYC auch als “West smow” bezeichnet, aufgrund der hohen Konzentration an high-quality Designermöbelherstellern, die hier ihre Flagship Stores haben . Der Artemide Laden, z.B., ist ein paar Türen weiter die Straße runter von USM Haller, gegenüber von USM Haller ist Kartell – fast wie die Navigationsleiste bei smow.de.

Those wood boxes and the screwless construction... Is this Moormann's future New York flagship store

Diese Holzboxen und die schraublosen Verbindungen ... Moormann?

Tatsächlich konnten wir uns beim Durchforsten von West smow nicht des Gedankens erwehren, dass lediglich Moormann fehlt. Dann haben wir Nummer 75 gesehen. Passend genug, genau gegenüber von Droog, und zweifellos ein Gebäude am Rande der Rentabilität.

Jedenfalls waren wir an der Greene Street zum US Presse Start von Patricia Urquiola‘s neuen Produkten bei Molteni … und obwohl wir so etwas eigentlich vermeiden wollen zu sagen, es war “typisch Molteni”. Nicht schlecht, sogar an einigen Stellen exzellent, besonders in den Details, aber es war groß. Sehr groß. Und das ist nicht für uns.

Aber später mehr zu Seniora Urquiola’s Arbeit.

Marcel Wanders personally brought the moooi collection to New York

Marcel Wanders brachte die Moooi Kollektion persönlich nach New York

Im Anschluss an die Molteni Show waren wir, etwas unabsichtlich, Zeuge der Ankunft von Moooi in New York, sicher verpackt auf der Ladefläche eines New Jersey Trucks.

Wie romantisch.
Den Rest des Tages waren wir dann im  Ben Sherman Shop – green !!! – bevor wir dann abends zur offiziellen Eröffnung der Moooi Ausstellung bei B&B Italia aufschlagen wollten.

Das Geschäft liegt in der Nähe vom NYC Flagshipstore des britischen Modedesigners Paul Smith; der zur New York Design Week eine der schönsten Fenstergestaltungen mit Joe Colombo Lampen entworfen hat. Die stilistische Verbindung zwischen Colombo und Smith erscheint zwar als sehr offensichtlich, aber das Display ist, trotz der Einfachheit, fantastisch.

Horse Lamp and Pig Table by Front in the new moooi space in New York

Horse Lamp und Pig Table von Front in der neuen Moooi Ausstellung in New York

Das erste was uns dann anschließend bei der Moooi Präsentation auffiel, waren die vielen “alten” Bekannten aus dem Sortiment. OK, die Brave New World Lampen von Freshwest waren dabei, aber ehrlich, so richtig, auch mit dem besten Willen sagen uns die nicht zu.
Unsere Favoriten sind eigentlich nachwievor die Horse Lamp und der Pig Table von front für Moooi – immer noch genial, immer noch gut und immer noch auf unserer Wunschliste.

Also wir wünschen Moooi maximale Erfolge mit dem neuen Projekt und freuen uns schon aufs nächste Jahr, um zu sehen was daraus geworden ist.

Noch vor Prosecco und Pilz-Crossinis sind wir ins Kino um unsere Gedanken etwas zu “objektivieren”…