Archive for the ‘IMM Cologne’ Category

Designers Fair, Köln 2011

Wednesday, February 2nd, 2011

Das erste, was es über die Designers Fair 2011 zu sagen gibt, ist dass sie sich kleiner als noch im letzten Jahr präsentierte.

Der zweite Punkt ist, dass der Veranstaltungsort im Vergleich zum Vorjahr weitaus schlechter gewählt wurde.

Ersteres muss nicht unbedingt schlecht sein – letzteres jedoch schon.

Nun kennt ihr uns. Für uns liegt das größte Vergnügen einer Design Woche in der sich in ihr bietenden Gelegenheit, eine Stadt mit all ihren verborgenen Winkeln und Ecken zu erkunden – Orte zu sehen, die sonst keiner zu Gesicht bekommt.

Zumindest in dieser Hinsicht war der Veranstaltungsort der Designers Fair 2011 in Ehrenfeld gut. Gut für uns. Denn sie bot mit ihren abwegigen Veranstaltungsorten einen idealen Ausgangspunkt für unsere Stadterkundung.

Aber das hätten wir sowieso gemacht.

Wir sind wir.

Doch ist für die meisten Besucher ohnehin die IMM der Hauptgrund und raison d’etre für eine Reise nach Köln.

Und genau für die muss die Designers Fair – als DIE Show für organisierte, professionelle Jung Designer – erreichbar sein.

Sonst gehen sie nicht.

Wir wissen, dass es Probleme gab, einen Ort zu finden – und dass die Designers Fair nicht die einzige war, die sich geografischen Herausforderungen stellen musste – aber für 2012 braucht die Designers Fair einen Ort, der nicht so eine komplizierte Anfahrt von der Messe voraussetzt.

Ansonsten verliert man Möglichkeiten – und im schlimmsten Fall auch Besucher.

Das wäre schade – und ein echtes Problem.

Christian Lessing @ Designers Fair 2011

Christian Lessing @ Designers Fair 2011

Insbesondere in Hinblick auf die Qualität, die die Ausstellung bislang bot und hoffentlich weiter bieten wird.

Neben den vertrauten Gesichtern, wie dem von Christian Lessing, Tim Baute oder maigrau, lernten wir auf der Designers Fair 2011 auch einige neue Design Studios kennen, die wir gerne etwas näher vorstellen möchten. So  Stadtnomaden, Yankei und Möbelchen. Und es gibt endlich auch mehr über SuperSputnk by Sisman zu erfahren.

Wenn wir ehrlich sind, glänzte die Designers Fair nicht gerade durch neue Produkte – aber Köln ist auch nicht für neue Produkte da. Köln ist das “Zuhause” deutscher Designer Möbel Messen.

Etwas enttäuscht waren wir von “Wahlverwandtschaft” – dem Teil der Ausstellung, der jungen niederländischen Designern gewidmet war. Unserer Meinung nach waren viele der vertretenen Designer ein wenig zu sinnfällig und ihren Konzepten fehlte es an Nachhaltigkeit und Kohärenz.

Alles in allem war die Designers Fair 2011 die lange Reise jedoch wert.

Wie wir schon sagten, hoffen wir nur, dass sie es schaffen für das nächste Jahr einen zentral gelegeneren und besser erreichbaren Ort zu finden.

Designers Fair 2011

Designers Fair 2011 - not busy

maigrau @ Designers Fair 2011

maigrau @ Designers Fair 2011

Tim Baute @ Designers Fair 2011

Tim Baute @ Designers Fair 2011



Designers Fair 2011: SuperSputnik von Sisman

Monday, January 31st, 2011

So wie Hannibal es liebt, wenn ein Plan funktioniert, lieben wir die Momente tiefster Befriedigung, wenn ein Produkt tatsächlich so gut ist, wie wir es uns vorgestellt haben.

SuperSputnik vom Stuttgarter Designer Ahmet Sismanoglu a.k.a Sisman haben wir zum ersten Mal 2010 auf der DMY Berlin gesehen. Aber wegen unseres immer vollen Terminkalenders konnten wir es damals nur von Weitem bewundern.

Auf der Designers Fair in Köln haben wir unseren Zeitplan kurz ignoriert um ein paar Worte mit Ahmet wechseln zu können und so etwas über SuperSputnik zu erfahren.

SuperSputnik by Sisman

SuperSputnik von Sisman

So haben wir entdeckt, dass SuperSputnik nicht nur ein ästhetischer Leckerbissen ist (das wussten wir ja schon), sondern auch die Technologie dahinter genau so gut ist.

SuperSputnik von Sisman basiert auf einem elastokinematischen Konzept, welches – wenn wir es richtig verstanden haben – die einem Material innewohnende Elastitizität nutzt um Flexibilität zu erzeugen ohne physikalische Hilfsmittel wie Gelenke. Dadurch entsteht einerseits eine stabilere Struktur, andererseits eine kontrolliertere Flexibilität.

Elastokinematik wird gern in der Automobilindustrie verwendet, zum Beispiel für die aerodynamischen Systeme bei Formel-Eins-Autos, bei denen eine stabile, berechenbare Flexibilität notwendig ist.

Ahmet Sismanoglu hat diese Technologie übersetzt um einen Hocker zu entwerfen, der ganz sanft mit den Bewegungen des Körpers mitschwingt. Der Sitzkomfort wird deutlich erhöht, sodass auf dem Hocker länger als auf gewöhnlichen Hockern gesessen werden kann.

Wir haben es ja schon oft gesagt – und werden es auch immer wieder sagen: Unserer Meinung nach sollten Möbeldesigner keine Produkte entwerfen, die einfach nur gut aussehen oder einfach nur eine vorgegebene Funktion erfüllen. Natürlich sollen die Möbel gut aussehen und auch ihre Funktion erfüllen aber der Designer sollte eben auch bereits bestehende Produkte und Produktionsprozesse verbessern und weiterentwickeln und so die Effizienz steigern bzw. die Qualität verbessern.

Wir brauchen nicht MEHR Stühle – wir brauchen BESSERE Stühle.

Mit seinem dynamischen System präsentiert SuperSputnik von Sisman ein alternatives Hockerdesign mit einem wunderbaren Eames-esquen Drahtgestell und Holzoptik.

Natürlich war es diese Optik, die unsere Aufmerksamkeit auf der DMY Berlin erregte, aber die wahre Bewunderung für SuperSputnik kommt erst jetzt, wo wir über seine Konstruktion Bescheid wissen.

Designers Fair 2011: SuperSputnik by Sisman

Designers Fair 2011: SuperSputnik von Sisman



IMM Cologne 2010: Artek 75 @ Droom/Design Your Room

Sunday, January 30th, 2011

Der finnischer Hersteller Artek hat auf der IMM seine Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag mit einer kleinen Show bei Droom/Design Your Room im belgischen Viertel in Köln fortgesetzt.

Von der Stockholm Design Week werden wir ausführlicher über die Artek-Geschichte berichten. Hier aber erstmal ein paar Eindrücke aus Köln:

Artek 75 @

Artek 75 @ Droom/Design Your Room, Köln

Artek 75: The A 330s lamp by Alvar Aalto

Artek 75: Die A 330 Lampe von Alvar Aalto

Stool 60 by Alvar Aalto @ Droom/Design Your Room, Cologne

Stool 60 von Alvar Aalto @ Artek 75



IMM Cologne 2011: Design braucht Täter

Saturday, January 29th, 2011
Bhocker by Marco dos Santos Pina @Design braucht Täter 2011, Cologne

Bhocker von Marco dos Santos Pina @ Design braucht Täter 2011, Köln

Was ist der Unterschied zwischen unabhängigen Produktdesignern und kommerziellen Riesen? Die Gemeinschaft und Zusammenarbeit (unter Ersteren)…

Die Vorstellung, dass beispielsweise Vitra und Fritz Hansen auf einer Messe gemeinsam eine Verner-Panton-Neuauflage präsentieren, ist absurd. Unter jungen und unabhängigen Designern hingegen wird sich nicht gegenseitig blockiert.

Es gibt sogar ein paar “Kooperative”, die regelmäßig gemeinsame Shows auf Designwochen und am Rande von Möbelmessen veranstalten.

So auch “Design braucht Täter”. Die aus Köln stammende Initiative präsentiert in regelmäßigen Abständen die Arbeiten junger internationaler Designer.

Im Rahmen der IMM Cologne stellte “Design braucht Täter” in einer Filmrequisiten-Halle aus, wo die Arbeiten natürlich sprichwörtlich “in Szene gesetzt” werden konnten.

Neben bekannten (smow)Blog-Lieblingen wie dem Becherlicht von Martin Neuhaus und Stefan Weisers Stuhlserie – präsentierte Design braucht Täter 2011 auch ein paar andere Designs, die uns ins Auge stachen.

Der Bhocker vom Düsseldorfer Marco dos Santos Pina fiel uns nicht wegen seiner Form, Verabeitung oder Funktion auf, sondern weil wir ihn schon von der Vienna Design Week kannten – damals als Teil eines Hocker-Wettbewerbs. Wir hatten unsere Stimme für den Bhocker abgegeben. Er wurde leider nur Zweiter – allerdings nur weil der Gewinnerbeitrag etwas besser in die Wettbewerbsregeln passte. Jedenfalls haben wir uns sehr gefreut, ihn in dieser Umgebung wiederzusehen.

Der Bhocker basiert auf einem wunderbar einfachen Prinzip und kann als Klapphocker perfekt ins Auto verfrachtet und zu Picknicks mitgenommen werden.

Part of the hommage au velo range by Sebastian Donath @ design braucht täter 2011, Cologne

Teil der "hommage au velo" Reihe von Sebastian Donath @ Design braucht Täter 2011, Köln

Wie jeder weiß, mögen wir Möbel aus Alltagsgegenständen nicht besonders. Das sind interessante Studentenprojekte aber ziemlich doofe reale Produkte. Und nein: es ist kein Recycling!

Allerdings hat uns die “hommage au velo” Reihe aus Fahrradteilen vom Berliner Designer Sebastian Donath ziemlich beeindruckt. Nicht wegen der Verwendung von Fahrradteilen, sondern einfach wegen der unkomplizierten dezenten Form und der schönen Verarbeitung der Teile. Das zeugt von Talent. Und den Designer wollen wir gern noch besser kennenlernen.

Erwähnenswert ist auch Amba von ellips design. Amba ist ein Hängestuhl, der wie ein Vogelkäfig für Menschen aussieht. Und darum wird er hier erwähnt.

Shows wie “Design braucht Täter” finden wir sehr wichtig. Zum Einen weil junge Designer hier eine effiziente Plattform haben um sich selbst zu präsentieren, zum Anderen weil dies unabhängig von den Organisatoren der Design Week geschieht und sie so ihren eigenen Akzent und ihre eigene Richtung einbringen können. Und außerdem haben Besucher so die Möglichkeit eine Reihe verschiedener Designer in einer Location zu bewundern.

Alle “Design braucht Täter 2011″ Teilnehmer findet man unter www.design-braucht-taeter.de

Design braucht Täter 2011

Design braucht Täter 2011



IMM Cologne 2011: Richard Lampert – Kids Only

Friday, January 28th, 2011
Eric Degenhardt presents his new Tur-Tur. In the foreground the new kids In-Out lounger

Eric Degenhardt präsentiert den Tur-Tur. Im Vordergrund der neue In-Out Sessel für Kinder

Richard Lampert ist natürlich kein Newcomer in der Welt der Designer-Kindermöbel. Produkte wie der Eiermann Kindertisch – eine verkleinerte, kinderfreundliche Version des Egon Eiermann Tischgestells – oder der Kinderdrehstuhl Turtle von Peter Horn entwickelten sich über die Zeit zu echten Familienlieblingen.

Da es aber scheinbar kaum qualitativ hochwertige Designermöbel für Kinder auf dem Markt gibt, entschied sich Richard Lampert mit Hilfe von jungen internationalen Designtalenten eine eigene Kinderkollektion ins Leben zu rufen. Die Ergebnisse dieser fruchtbaren Zusammenarbeit stellte er nun in Form der Möbelserie “Kids Only” auf der IMM Cologne 2011 vor.

Dort gezeigt wurde “Tur-Tur” von Eric Degenhardt, das als Indoor-Baumhaus in gewisser Weise an die von den Brüdern Bouroullec 2000 entwickelte Installation Lit Clos erinnert. Ausschließlich für Kinder entwickelt, erweist sich “Tur-Tur” als kein schlechtes Spielzeug.

Nachdem sich 2010 ein fast endloser Strom aus “Hochstühlen” auf Designmessen und Studentenausstellungen über uns ergoss, begeistert uns Tur-Tur nun, im Gegensatz zu allen anderen gesehenen Möbeln für Erwachsene, die ihr inneres Kind wiederentdecken möchten, durch seine Ausrichtung auf real existierende Kinder.

Hoch über allen (erwachsenen) Dingen können sich Kinder ihre eigene Welt schaffen, und sich dabei einzigartig fühlen. Dieses “Das kann nur ich und niemand anderes”-Gefühl ist doch für Kinder unbestreitbar das befreiendste Gefühl überhaupt.

Außerdem kann man allerlei Sachen an und über die Stufen hängen, es gibt Stauraum im Rücken und man kann sogar darunter zelten.

Auch Degenhardts großartiger “In-Out” Sessel aus dem Jahr 2008 wurde auf Kindergröße geschrumpft. Natürlich haben wir den Sessel nicht ausprobiert, aber er sieht genauso gut aus wie die Erwachsenen-Version.

Das holländische Wunderkind Bertjan Pot hat derweil mit dem reifenförmigen Beanbag “Pit Stop” eine seiner (unserer Meinung nach) besten Arbeiten der letzten Jahre abgeliefert. Er ist vielleicht nicht sehr innovativ, aber dafür umso funktionlaer und praktischer.

Rocker by Doshi Levien - winner of a Best of Best, Interior innovation Award 2011 Best of

Rocker von Doshi Levien - Gewinner Best of Best, Interior Innovation Award 2011

Ein echter Hingucker der Kollektion ist aber Rocker vom Londoner Designstudio Doshi Levien.

Die Form erinnert entfernt an Walter Papsts Schaukelplastik, aber das Design von Rocker ist viel einfacher und interaktiver. Wir sind uns sicher, dass ein durchschnittliches Kind den Rocker nicht nur als Schaukelpferd benutzen wird, sondern eher als Instrument zum Entdecken und Austesten.

Erwachsene werden ihre Freude haben an der Mischung aus Holz und Kunststoff, die den Rocker aussehen lässt wie ein vergessener dänischer Designklassiker aus den 1970ern… und sicher in jedem Raum eine gute Figur abgibt. Soll heißen, die vorrübergehende Anwesenheit von Kindermöbeln im Haus muss nicht mit dem eigenen Stylingkonzept interferieren.

Alles in allem ist die Kids Only Kollektion von Richard Lampert eine ausgewogene und intelligente Zusammenstellung.

Und – was noch viel wichtiger ist – die Kollektion hat den Maßstab für Designerkindermöbel wieder etwas höher gesetzt.

Through the keyhole: Richard Lampert introduces his new Kids Only Collection

Blick durchs Schlüsselloch: Richard Lampert stellt seine neue Kids Only Kollektion vor

Richard Lampert and the Kids Only Collection designers

Richard Lampert und die Designer der Kids Only Kollektion

For us the highlight of the new Richard Lampert Kids Only collectionRocker by Doshi Levien, a

Unser Highlight der neuen Kids Only Kollektion von Richard Lampert: Rocker von Doshi Levien

Pit Stop by Bertjan Pot

Pit Stop von Bertjan Pot



IMM Köln 2011: Müller Möbelfabrikation

Thursday, January 27th, 2011
Der PS08 Schreibtisch von den Lippert Studios für Müller Möbelfabrikation @ IMM Köln

Der PS08 Schreibtisch von den Lippert Studios für Müller Möbelfabrikation @ IMM Köln

Eine der Schwächen der IMM Köln ist der allgemeine Mangel an neuen Produkten auf der Messe. Sowohl auf der Messe selbst als auch im gesamten Rahmenprogramm.

Das ist jedoch nicht zu 100% die Schuld der IMM selbst, sondern vielmehr ein kollektiver Mangel in der Möbelindustrie, die sich fast schon paranoid auf die Mailänder Design Woche fixiert.

Glücklicherweise gibt es aber dennoch ein bis zwei Hersteller, die die IMM genutzt haben um neue Produkte vorzustellen – darunter die Müller Möbelfabrikation aus Augsburg.

Der vielleicht größte Blickfang der Müller Möbelfabrikation war dabei der neue PS08 Schreibtisch von den in Berlin ansässigen Lippert Studios. Der PS08 wurde als ein Arbeitsplatz designed, mit dem man sprichwörtlich die Arbeit mal verschwinden lassen kann. Dabei hat er scheinbar seine Ursprünge in derselben Ära von Schulschreibtischen wie der My Scool von Ulrich Merz.
Er wurde auch für diejenigen konzipiert, die nicht möchten, dass andere den Zustand Ihrer Schreibtische sehen – so wie wir!

Der PS08 ist mit oder ohne Steckdose und Licht erhältlich, verfügt über eine praktische Schublade, bietet Platz für einen Laptop….und die “Soft Close”-Technologie lässt ihn mit einer sanften, gepolsterten Bewegung schließen.

Die Zeiten eingeklemmter Finger sind also vorbei!

Das in Hamburg ansässige 040studio und Delphin Design aus Leipzig/Berlin haben mittlerweile die umfangreiche Palette an mobilen Lagerungs- und Beistelltischchen der Müller Möbelfabrikation erweitert.

Der neue V44 von Delphin Design (l.) und Rw 700 vom 040studio (r.) für Müller Möbelfabrikation @ IMM Köln 2011

Der neue V44 von Delphin Design (l.) und Rw 700 vom 040studio (r.) für Müller Möbelfabrikation @ IMM Köln 2011

Der RW 700 vom 040studio ist ein wunderbar leichter Rollcontainer, der sich durch nicht mehr als einfache Wellen im Blech auszeichnet, welche Stauram schaffen.

Genauso innovativ und minimalistisch ist der Beistelltisch und Zeitungshalter V44 von Delphin Designs.

Wie Sie alle wissen, sind wir große Fans von Stühlen, in denen gleichzeitig Stauram für Zeitungen und Zeitschriften geschaffen wurde. Oder besser gesagt wo Möglichkeiten im Rahmen genutzt wurden, um Zeitungen und Zeitschriften Platz zu bieten.

Thomas Wagner und Dirk Loff von Delphin Design ließen daher unsere Herzen durch deren wunderbare Lösung “konkave Ecken schaffen Stauraum” beim V44 höher schlagen.

Das Ergebnis ist ein Beistelltisch, bei dem der Innenraum für länger aufzubewahrende Gegenstände genutzt werden kann. Auf der oberen Ablagefläche kann man zudem z.B. eine Tasse Tee hinstellen und wenn man fertig ist mit dem Zeitschriften lesen, rollt man sie einfach zusammen und bewahrt sie in Reichweite auf.

Für uns beehren alle drei neuen Produkte nicht nur die Kollektion der Müller Möbelfabrikation, vielmehr beweisen sie, dass man auch in Köln neue Produkte vorstellen und dafür Aufmerksamkeit erlangen kann.

Müller Möbelfabrikation auf der IMM Köln 2011

Müller Möbelfabrikation auf der IMM Köln 2011



IMM Köln 2011: d3 Design Talente

Tuesday, January 25th, 2011

Wie bei allen Möbelmessen üblich, stellt auch die IMM Köln jährlich einen Teil der Ausstellungsfläche jungen aufstrebenden Designern zur Verfügung.

In drei thematisch untergliederten Sektionen bieten die “d3 Design Talents” Platz für d3 Schools, d3 Professionals und den d3 Contest.

“Raum” ist dabei aber nicht nur ein relativer Begriff, aber einer der nicht durch physikalische Messungen bestimmt werden kann.

Dies lernten wir auf unserem Weg zum Congress-Centrum Ost!

d3 Design Talents : d3 Contest

Beaugars  von Meike Langer, Teil des diesjährigen IMM Köln d3 Contest. (Im Hintergrund: Home Traveller von Anne Lorenz)

Beaugars von Meike Langer, Teil des diesjährigen IMM Köln d3 Contest. (Im Hintergrund: Home Traveller von Anne Lorenz)

Mit den Werken von 28 Design Studios aus 9 Ländern war der diesjährige d3 Contest aus unserer Sicht etwas schwächer besetzt als in den letzten Jahren, aber das ist natürlich nur unsere subjektive Meinung und keine negative Reflektion über die ausgestellten Werke.

Neben alten Bekannten wie Tafelstukken von Daphna und Laurens oder Panel von Yi-Cong Lu war Beaugars von Meika Langer eines der Objekte, das unsere Aufmerksamkeit erlangte.

Ein Kleiderständer mit Hocker und einem Tischchen – Beaugars ist ein ähnliches Konzept wie Kirin von Dörte Ahlgrimm and Kathrin Scheidt – nur mit ein paar zusätzlichen Funktionen, die es für uns interessanter machen.

d3 Design Talents : d3 Schools

Ebenso “interessant” – allerdings im negativen Sinne – war die Behandlung der Hochschulen, die am d3 Schools 2011 teilnahmen.

Der Weg zum Ausstellungsteil d3 Schools führte den mutigen Besucher bis zu den äußeren Grenzen des Kölner Messekomplexes – das Ganze erinnerte zugegebener Maßen mehr an die Dschungelsendung “Ich bin ein Star…” als an eine Ausstellung. Dort wartete auf den Besucher dann eine Halle die aussah, als wäre sie in den späten 80ern stillgelegt und extra für die Studenten wiedereröffnet worden.

Allerdings komplett lichtdurchflutet. So alt, dass es fast schon wieder modern wirkt…

Wir wissen zwar, dass die Hochschulen sich kaum selbst damit helfen, ihre eigenen Kunst-Philosophien beharrlich durchsetzen zu wollen anstatt zu sagen “Hier ist unser Zeug – ist es nicht gut?!”, aber das ist kein Grund sie so weit entfernt von den Besuchern zu verbannen.

Allerdings wurden diejenigen, die sich ein paar Brote eingepackt und den langen Weg bis zur d3 Schools Ausstellung gemeistert haben, mit einigen wirklichen sehenswerten Projekten belohnt.

Franzel von Sebastian Schneider - eines der Objekte, die unsere Herzen höher schlagen ließ.

Franzel von Sebastian Schneider - eines der Objekte, die unsere Herzen höher schlagen ließ.

Insbesondere Sebastian Schneider von der Akademie Gestaltung im Handwerk Münster erlangte unsere Aufmerksamkeit mit seiner Gartentisch und -bank Kombination “Franzel” – oder besser gesagt mit seiner neuen Art die Tisch- und Bankbeine einzuklappen.

Darüber hinaus waren wir zudem sehr angetant von Play, einem vielseitigen Regal- und Lagersystem von Adisa Vatres von der Akademie der Bildenden Künste Sarajevo. Ein anderes Objekt im Stand von Sarajevo, das unsere Aufmerksamkeit weckte, war Mantic von Marina Busic. Aber später mehr dazu…

Wir hoffen nur, dass es auch genug Besucher gab, die den weiten unwegsamen Weg auf sich genommen haben und sich die Ausstellung für die Studenten gelohnt hat.

Und falls nicht hoffen wir, dass die Hochschulen der IMM nächstes Jahr aus Protest einen Korb geben oder zumindest freie Plätze fordern.

Denn es gibt keine akzeptable Entschuldigung dafür, sie in einem solch verlassenen und trostlosen Gebäude unterzubringen.

Das war beleidigend.

Vor allem wenn man die völlige Brillianz und unschlagbare Qualität betrachtet, die dort auf der d3 Schools ausgestellt wurde.

d3 Design Talents : d3 Professionals

Sehr positiv war die Vielzahl an jungen Talenten, die sich unter dem Dach der d3 Professionals versammelt haben.

Aber dazu später mehr…

Alles in allem trotz einiger echter Höhepunkte und einiger wunderbarer Entdeckungen wurde die d3 Design Talents 2011 durch die schlechte Behandlung der d3 Schools getrübt.

Daher kommt bei uns berechtigt die Frage auf, wie ernst die Organisatoren der IMM die d3 Design Talents überhaupt nehmen. Und welchen Stellenwert Profit gegenüber Kreativität, Innovation und Nachhaltigkeit einnimmt.

d3 Design Talents d3 Schools @ IMM Cologne. Geniale Beleuchtung!

d3 Design Talents d3 Schools @ IMM Cologne. Geniale Beleuchtung!



(smow)Blog Rückblick 2010: Januar, Februar, März

Friday, January 14th, 2011

Obwohl viele Kritiker meinen, dass ein Jahresrückblick lediglich ein einfacher und augenscheinlicher Weg ist Content zu generieren ist dieser für uns ein wichtiger Schritt in der Planung unserer Aktivitäten im kommenden Jahr – d.h. wo wir hingehen, mit wem wir sprechen werden, worauf wir sitzen werden und was viel wichtiger ist was wir dieses Jahr aufgeben oder anders machen werden.

Das einzig wirkliche Problem für uns dabei ist, dass wir erst mit der Aufarbeitung realisieren wieviel Material wir aufgrund der Fülle unbeachtet lassen müssen. Dadurch bekommen wir jedoch einen Eindruck davon, wieviel mehr Material wir im kommenden Jahr erwerben können.

Heck!

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Das Jahr begann wie immer mit der IMM und Designers Fair in Köln. Abgesehen von der Möglichkeit einige Anti-Karneval-Scherze zu machen brachte uns der Ausflug einige tolle neue Produkte und Designer näher, so z.B.: Uli Budde, Christian Lessing, Martin Neuhaus, Alexander Gufler, maigrau, Tim Baute etc, etc, etc…

Ein weiteres Higlight war die Einführung von Herbert Hirche´s Interbau 57 Sessel durch Richard Lampert.

Negativ war der Mangel an Innovationen und wenn wir ehrlich sind die Qualität der Ausstellungen auf der IMM. Dafür, dass die IMM Deutschlands größte und wichtigste Möbelmesse ist, war sie einfach nicht gut genug.

Lassen wir uns überraschen was die IMM 2011 bringt.

Im Februar waren wir dann mit der Eröffnung des VitraHaus auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein und einem Besuch beim MoormannHaus in Aschau im chiemgar auf einem wesentlich sichereren Grund unterwegs.

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Abgesehen von der Art und Weise wie das VirtraHaus majästatisch vor einem erscheint war für uns die Entscheidung Gegenstände, die nicht aus dem Hause Vitra stammen, in die Ausstellung zu integrieren die wahre Freude. Ganz im Geiste der Collage von Charles and Ray Eames zum Prinzip der Innnenarchitektur.

Wenn wir einen Wunsch für 2011 hätten, dann der, dass man das eine oder andere Werk eines jungen Designers in die Ausstellungsfläche im VitraHaus aufnimmt, anstatt ausschließlich auf etablierte Designer zu bauen.

Das VitraHaus ist groß genug, um jungen Talenten eine Chance zu geben.

Während das MoormannHaus nur in Bruchteilen so spektakulär war wie Architektur von Vitra, war das eigentliche Highlight unseres Trips nach Aschau die Moormann Berge.

Die Moormann Berge ist eine wundervolle Einführung in die Moormann Philosophie, ganz abgesehen davon, dass es auch ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Trip in die bayrischen Alpen ist.

Im März feierte die (smow)airport systems mit einer Reihe von auf USM Haller basierten Flughafen Lösungen auf der Passenger Terminal Expo 2010 in Brüssel Premiere. In Zusammenarbeit mit USM Haller hat die (smow) airport systems eine Reihe von Lösungen sowohl für operative als auch Lounge und Retail Bereiche auf Flughäfen entwickelt – Lösungen die auch bei den Besuchern der PTE sehr gut ankamen.

Auch wenn sich Firmenname und Struktur seit der PTE 2010 wieder verändert haben werden wir auch bei der PTE 2011 in Kopenhagen wieder dabei sein, zum einen um die Entwicklung des Projekts als Ganzes zu verfolgen und zum anderen um über Entwicklungen im Flughafen- und öffentlichen Bereich der Möbelwelt zu berichten.

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Zurück in Leipzig fand im März 2010 die Leipziger Buchmesse statt und parallel dazu eine erfolgreiche Lesungsreihe im Rahmen des Events (smow)liest im (smow)Raum am Burgplatz.

Angefangen mit dem Buch “Grillsaison” von Philipp Kohlhöfer, gefolgt von “Neue Stimmen from Switzerland” bis hin zu “Meine Frau will einen Garten” von Gerhard Matzig brachten alle drei Vorlesungen ein sehr unterschiedliches, wenn auch gleichermaßen unterhaltsames Erlebnis mit sich.

Mehr davon Anfang 2011!



IMM Köln: Ein Rückblick

Tuesday, February 2nd, 2010
IMM Cologne 2010

IMM Köln 2010

Kein Angst: wir haben nach wie vor einen Haufen Produkte und Geschichten von unserer Woche in Köln für Euch im Gepäck.

Ein kurzer Rückblick auf die IMM 2010 sei uns aber gestattet.

An anderen Stellen war ja bereits zu lesen, dass auf der IMM keine Trends ausgemacht werden konnten.

Unserer Meinung nach ist das positiv zu sehen.

Trends haben im Möbelgeschäft nichts zu suchen.

Trends implizieren, dass die Rolle von Möbeln darin besteht, irgendwelche vorbestimmten Annahmen seitens der Konsumenten zu erfüllen, nämlich wie ihre Möbel aussehen sollten, wie sich sich benehmen und mit der Umgebung interagieren sollten.

Solche Trends haben ihren Ursprung meist bei einem selbst ernannten “Trend-Experten” und werden dann flächendeckend von Marketingabteilungen und faulen Journalisten übernommen.

Das ist der Grund, warum die Produktpaletten in einigen Hallen so erschreckend waren und sicher auch einer der Gründe, warum die Möbelverkäufe rückläufig sind.

214 from Thonet - Innovative Germa design that would not have been exhibited at IMM

214 von Thonet - Innovatives deutsches Design ... aber wäre es auf der IMM 1859 ausgestellt worden?

Wenn man den Konsumenten 1000 Produkte zur Auswahl stellt, die im “Trend” liegen, erzeugt man nur Lethargie. Alles, was sie sehen, sind die gleichen Produkte, die gleichen Verkaufsargumente… Manche werden zwar auf die Hochglanz-Verkaufssprüche und die Aussicht auf  ein besseres Image reinfallen, aber die meisten werden merken, dass ihnen überteuerter Ramsch angedreht wird.

Wenn man den Konsumenten andererseits etwas anbietet, was in kein universelles Konzept passt, sondern einem das Leben durch Form, Funktionalität und Design erleichtern oder verschönern kann; und – was sogar noch wichtiger ist – wenn man den Kunden selbst entscheiden lässt, was ihm das Produkt bedeutet und wie es in seine Welt passt, dann motiviert man den Kunden.

Die Arbeit der “Trend-Experten” war auf vielen Messeständen zu sehen und im sinn- und zusammenhangslosen Gebrauch von Wörtern wie “organic” oder “wellness” unter den Verkaufsprofis zu hören.

Die resultierende “Gleichheit” in einigen Hallen war wirklich schockierend.

Genau wie die Frechheit einiger Hersteller.

Obwohl seitens der IMM-Organisatoren versichert wurde, dass in Köln keine Imitate gezeigt werden würden, musste man sich doch bei furchtbar vielen Produkten fragen, ob das beteiligte Unternehmen Designs wie den Barcelona Chair oder Ant Chair wirklich nicht kennt.

Uns ist ja klar, dass nicht jeder über unser enzyklopädisches Wissen hinsichtlich Möbeldesign und seine Geschichte verfügen kann,  aber Unternehmen einzuladen, die auf ihren Webseiten Produkte anbieten, die offensichtlich von Patent-geschützten Designs stammen, ist frech.
Und den Studenten in Halle 3.1 wird damit auch kein Gefallen getan. Denn die weit verbreitete Akzeptanz im Möbelgeschäft, dass Kreativität zwar gut ist, aber Kopieren billiger und besser für die Gewinnspanne ist, wird so weiter untermauert.

Students, more than just decoration at IMM Cologne?

Studenten, mehr als nur Dekoration auf der IMM Köln?

Die Zukunft der Möbelindustrie liegt in gutem Design welches aus alten Formen ausbricht und Gewohnheiten neu definiert.

Nicht in Imitaten oder darin, billiger zu sein als die Konkurrenz.

Aber es war nicht alles schlecht.

Es gab zwar nicht wirklich viele neue Produkte zu sehen, aber dafür viele wirklich gute Produkte und unter den Herstellern, mit denen wir gesprochen haben, wirklichen Optimismus.

Wir haben einige fantastische Produkte entdeckt und sogar wiederentdeckt und im Großen und Ganzen war die Messe die Reise wert.

Und wir würden sie auch weiterempfehlen.

Wenn die IMM-Organisatoren die Hallen 2011 aber etwas mehr füllen wollen, müssen sie die Anreize für Hersteller, die wirklich innovative Qualität anbieten, erhöhen.

Wir halten Euch auf dem Laufenden, ob ihnen das gelingt…



Kölle Alaaf: Becherlicht von Martin Neuhaus

Thursday, January 28th, 2010
Becherlicht by Martin Neuhaus

Becherlicht von Martin Neuhaus

Es passiert nicht oft, dass uns ein Produkt so sehr beeindruckt, dass wir fluchen müssen. Aber Becherlicht von Martin Neuhaus hatte genaue diese Wirkung auf uns, sodass wir die ersten vier Stunden auf der Designers Fair geflucht haben wie die Bierkutscher.

Wir wurden ganz schön angestarrt.

Aber das war es wert.

Weil Becherlicht bereits auf dem besten Wege ist, unser Produkt des Jahres zu werden.

Die Wandleuchte wirft durch einen Becher einen farbigen Schatten, eine optische Illusion.

Die Idee ist so simpel, funktioniert aber nur durch Martin Neuhaus’ perfekte Ausführung des Designs.

Diese Perfektion ist womöglich auch die größte Schwäche des Produkts.

Unserer Meinung nach ist Becherlicht kein Produkt für Zuhause, kein Produkt für jeden Tag – eben weil es auf diesen “Wow-Effekt” baut.

So toll es auch sein mag, wenn man es jeden Tag sieht, wird der Zauber irgendwann verblassen. Und dann ist es in etwa so, wie eine Barry Manilow Platte an der Wand.
Man weiß zwar noch, wie man sich gefühlt hat, als man sie gekauft hat, aber jetzt ist es einfach nur noch der Typ mit der großen Nase, der darüber singt, wie man sich mal gefühlt hat…

Wenn man aber eine Location hat, in die viele Leute kommen – aber alle nur gelegentlich – also z.B. einen Raum für Hochzeiten oder Ausstellungen, dann ist Becherlicht perfekt.

Und vielen Leuten könnte man so den Tag verschönern.

Den Becher selbst gibt es in vier verschiedenen Farben, das Licht kommt von einer Niedervolt-Halogen-Birne.

Kölle Alaaf: Becherlicht von Martin Neuhaus

Becherlicht - simple, genial

Becherlicht - einfach, genial

Becherlicht in our office in Köln

Becherlicht in unserem Büro in Köln

Becherlicht by Martin Neuhaus ... detail

Becherlicht von Martin Neuhaus ... Detail

Becherlicht ... more detail

Becherlicht ... mehr Detail

Becherlicht ....

Becherlicht ....