Archive for the ‘Designers Fair’ Category

IMM Cologne 2011: Fazit

Thursday, February 24th, 2011

Am meisten geschockt haben uns auf der diesjährigen IMM Cologne die vielen sinnlosen Sofakombinationen und die wirklich abgrundtief hässlichen Esszimmerstühle in Leder-Freischwinger-Optik.

(Und das obwohl wir es nicht anders erwartet hatten.)

Natürlich war nicht alles nur billiger Schrott. Es gab einige tolle junge Designer zu sehen und auch ein paar mutige Hersteller konnten mit wirklich interessanten, innovativen und ästhetisch stimmigen Kollektionen punkten.

Leider waren letztere in der Minderheit. Und wir befürchten dass sie in den nächsten Jahren noch weniger werden und die IMM immer mehr wie ein billiger Möbeldiscounter auf der grünen Wiese aussehen wird.

IMM Cologne 2011 _ Pile 'm high and sell 'm cheap

IMM Cologne 2011: Hoch stapeln und billig verkaufen....

IMM hat zwei Probleme: Mailand und Maison et Objet in Paris.

Paris ist sexy, aufregend, gefährlich, leidenschaftlich…..

- Köln -

Auch noch so viele Viva Colonia werden nicht ausreichen, junge dynamische Produzenten und Designer an den Rhein zu locken, wenn sie ein paar Tage später an der Seine sein können.

Sie bräuchten einen guten Grund, warum sie in Köln ausstellen sollten – sei es auf der IMM, Designers Fair oder unabhängig in der Stadt.

Den gibt es im Moment nicht.

Egal, wie groß, teuer und absolut irrelevant Mailand wird, die Möbelindustrie wird auch weiterhin an ihrem geliebten Milano festhalten wie eine Gin-umnebelte alte Dame die die dumpfe Realität ihrer Existenz im nüchternen Zustand nicht ertragen kann. Soll heißen, die IMM braucht ein Konzept, das den Ausstellern Alternativen eröffnet, die sie in Mailand nicht haben.

Das war schon immer so, aber die Veränderungen in der Möbelbranche weltweit machen die Notwendigkeit jetzt dringender als in den 70ern oder 80ern.

Kartell brought Milan with then to IMM 2011. We can only guess why.....

Kartell hat Mailand mit zur IMM nach Köln gebracht. Wie können nur vermuten, warum.....

Am Ende des Tages wissen alle, dass es keinen Sinn ergibt in Mailand neue Produkte zu launchen. Die Messe ist zu groß und die internationale Presse interessiert sich nur für diejenigen mit denen persönliche Beziehungen bestehen oder die die größten PR Budgets haben.

Es ergibt durchaus Sinn, Produkte in Köln auf den Markt zu bringen – allerdings nur wenn die IMM die passende Umgebung dafür bietet.

Aber der Presseraum auf der IMM war voll von Handelsvertretern und PR Agenturen auf der Suche nach neuen Kunden.

Wir haben nicht behauptet, dass es in Mailand anders ist. Wir sagen lediglich, dass es anders sein sollte als in Mailand.

Haben Sie viele gute Interviews von der IMM gelesen?

Man redet heute noch über Verner Pantons Visiona 2 Ausstellung 1970. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie 2011 noch Beachtung finden würde.

Die IMM muss sich entscheiden ob sie sich als Messe für die unteren Stufen der Qualitäts- und Geschmacksleiter positioniert oder ob sie Möbel für den Großteil der Käufer anbietet, und Möbel die ökologisch und ethisch vertretbar sind.

The Boulevard of inovation at IMM Cologne - a couple of hundred feet quality before the cheap leather sofas ruin your days

Der Boulevard of Innovations auf der IMM Cologne - ein paar hundert Meter Qualität bevor die billigen Ledersofas einem den Tag ruinieren.

Und wenn es nur um die billigen Ledersofas geht, tut uns bitte den Gefallen und lasst die innovativen Hersteller und jungen Designer außen vor.

Es wäre eine Schande. Aber es wäre auch ehrlich.

Mit d3 Design Talents hat die IMM ein schönes Konzept, das funktioniert und das wichtig für die Messe ist. Aber es muss besser von der Messe unterstützt werden und nicht behandelt werden wie ein Markt-relevantes Add-on das hübsch aussieht in den Verkaufsprospekten.

d3 Professionals hat gezeigt welche Vielfalt an Designtalenten in Deutschland und den Nachbarländern schlummert. Junge Designer, die bereit sind, Zeit und Geld zu investieren um sich und ihre Ideen im globalen Wettbewerb zu etablieren.

Viele der Teilnehmer der d3 Professionals haben früher schon in Köln im Rahmen von Hochschulpräsentationen ausgestellt. Wenn der IMM also der Erfolg der d3 Professionals am Herzen liegt, sollte sie den jetzigen Studenten etwas mehr Respekt entgegen bringen.

Die Location der diesjährigen d3 Schools Show war eine Schande. Wenn wir dort hätten ausstellen müssen, hätten wir unsere Sachen gepackt und wären gegangen – und nicht wiedergekommen.

Die Stockholm Design Week findet vier Wochen später statt – günstiger und persönlicher… und von Köln genauso schnell erreichbar wie Berlin, Wien oder London.

Wir wissen, wo wir lieber ausstellen würden.

Die IMM Cologne wird es natürlich weiterhin geben. Es wäre nur schön, wenn sie außerdem relevant und innovativ bleiben würde… und eine Veranstaltung auf deren Besuch man sich freut…

… und nicht fürchtet.



Designers Fair, Köln 2011

Wednesday, February 2nd, 2011

Das erste, was es über die Designers Fair 2011 zu sagen gibt, ist dass sie sich kleiner als noch im letzten Jahr präsentierte.

Der zweite Punkt ist, dass der Veranstaltungsort im Vergleich zum Vorjahr weitaus schlechter gewählt wurde.

Ersteres muss nicht unbedingt schlecht sein – letzteres jedoch schon.

Nun kennt ihr uns. Für uns liegt das größte Vergnügen einer Design Woche in der sich in ihr bietenden Gelegenheit, eine Stadt mit all ihren verborgenen Winkeln und Ecken zu erkunden – Orte zu sehen, die sonst keiner zu Gesicht bekommt.

Zumindest in dieser Hinsicht war der Veranstaltungsort der Designers Fair 2011 in Ehrenfeld gut. Gut für uns. Denn sie bot mit ihren abwegigen Veranstaltungsorten einen idealen Ausgangspunkt für unsere Stadterkundung.

Aber das hätten wir sowieso gemacht.

Wir sind wir.

Doch ist für die meisten Besucher ohnehin die IMM der Hauptgrund und raison d’etre für eine Reise nach Köln.

Und genau für die muss die Designers Fair – als DIE Show für organisierte, professionelle Jung Designer – erreichbar sein.

Sonst gehen sie nicht.

Wir wissen, dass es Probleme gab, einen Ort zu finden – und dass die Designers Fair nicht die einzige war, die sich geografischen Herausforderungen stellen musste – aber für 2012 braucht die Designers Fair einen Ort, der nicht so eine komplizierte Anfahrt von der Messe voraussetzt.

Ansonsten verliert man Möglichkeiten – und im schlimmsten Fall auch Besucher.

Das wäre schade – und ein echtes Problem.

Christian Lessing @ Designers Fair 2011

Christian Lessing @ Designers Fair 2011

Insbesondere in Hinblick auf die Qualität, die die Ausstellung bislang bot und hoffentlich weiter bieten wird.

Neben den vertrauten Gesichtern, wie dem von Christian Lessing, Tim Baute oder maigrau, lernten wir auf der Designers Fair 2011 auch einige neue Design Studios kennen, die wir gerne etwas näher vorstellen möchten. So  Stadtnomaden, Yankei und Möbelchen. Und es gibt endlich auch mehr über SuperSputnk by Sisman zu erfahren.

Wenn wir ehrlich sind, glänzte die Designers Fair nicht gerade durch neue Produkte – aber Köln ist auch nicht für neue Produkte da. Köln ist das “Zuhause” deutscher Designer Möbel Messen.

Etwas enttäuscht waren wir von “Wahlverwandtschaft” – dem Teil der Ausstellung, der jungen niederländischen Designern gewidmet war. Unserer Meinung nach waren viele der vertretenen Designer ein wenig zu sinnfällig und ihren Konzepten fehlte es an Nachhaltigkeit und Kohärenz.

Alles in allem war die Designers Fair 2011 die lange Reise jedoch wert.

Wie wir schon sagten, hoffen wir nur, dass sie es schaffen für das nächste Jahr einen zentral gelegeneren und besser erreichbaren Ort zu finden.

Designers Fair 2011

Designers Fair 2011 - not busy

maigrau @ Designers Fair 2011

maigrau @ Designers Fair 2011

Tim Baute @ Designers Fair 2011

Tim Baute @ Designers Fair 2011



Designers Fair 2011: SuperSputnik von Sisman

Monday, January 31st, 2011

So wie Hannibal es liebt, wenn ein Plan funktioniert, lieben wir die Momente tiefster Befriedigung, wenn ein Produkt tatsächlich so gut ist, wie wir es uns vorgestellt haben.

SuperSputnik vom Stuttgarter Designer Ahmet Sismanoglu a.k.a Sisman haben wir zum ersten Mal 2010 auf der DMY Berlin gesehen. Aber wegen unseres immer vollen Terminkalenders konnten wir es damals nur von Weitem bewundern.

Auf der Designers Fair in Köln haben wir unseren Zeitplan kurz ignoriert um ein paar Worte mit Ahmet wechseln zu können und so etwas über SuperSputnik zu erfahren.

SuperSputnik by Sisman

SuperSputnik von Sisman

So haben wir entdeckt, dass SuperSputnik nicht nur ein ästhetischer Leckerbissen ist (das wussten wir ja schon), sondern auch die Technologie dahinter genau so gut ist.

SuperSputnik von Sisman basiert auf einem elastokinematischen Konzept, welches – wenn wir es richtig verstanden haben – die einem Material innewohnende Elastitizität nutzt um Flexibilität zu erzeugen ohne physikalische Hilfsmittel wie Gelenke. Dadurch entsteht einerseits eine stabilere Struktur, andererseits eine kontrolliertere Flexibilität.

Elastokinematik wird gern in der Automobilindustrie verwendet, zum Beispiel für die aerodynamischen Systeme bei Formel-Eins-Autos, bei denen eine stabile, berechenbare Flexibilität notwendig ist.

Ahmet Sismanoglu hat diese Technologie übersetzt um einen Hocker zu entwerfen, der ganz sanft mit den Bewegungen des Körpers mitschwingt. Der Sitzkomfort wird deutlich erhöht, sodass auf dem Hocker länger als auf gewöhnlichen Hockern gesessen werden kann.

Wir haben es ja schon oft gesagt – und werden es auch immer wieder sagen: Unserer Meinung nach sollten Möbeldesigner keine Produkte entwerfen, die einfach nur gut aussehen oder einfach nur eine vorgegebene Funktion erfüllen. Natürlich sollen die Möbel gut aussehen und auch ihre Funktion erfüllen aber der Designer sollte eben auch bereits bestehende Produkte und Produktionsprozesse verbessern und weiterentwickeln und so die Effizienz steigern bzw. die Qualität verbessern.

Wir brauchen nicht MEHR Stühle – wir brauchen BESSERE Stühle.

Mit seinem dynamischen System präsentiert SuperSputnik von Sisman ein alternatives Hockerdesign mit einem wunderbaren Eames-esquen Drahtgestell und Holzoptik.

Natürlich war es diese Optik, die unsere Aufmerksamkeit auf der DMY Berlin erregte, aber die wahre Bewunderung für SuperSputnik kommt erst jetzt, wo wir über seine Konstruktion Bescheid wissen.

Designers Fair 2011: SuperSputnik by Sisman

Designers Fair 2011: SuperSputnik von Sisman



(smow)Blog Rückblick 2010: Januar, Februar, März

Friday, January 14th, 2011

Obwohl viele Kritiker meinen, dass ein Jahresrückblick lediglich ein einfacher und augenscheinlicher Weg ist Content zu generieren ist dieser für uns ein wichtiger Schritt in der Planung unserer Aktivitäten im kommenden Jahr – d.h. wo wir hingehen, mit wem wir sprechen werden, worauf wir sitzen werden und was viel wichtiger ist was wir dieses Jahr aufgeben oder anders machen werden.

Das einzig wirkliche Problem für uns dabei ist, dass wir erst mit der Aufarbeitung realisieren wieviel Material wir aufgrund der Fülle unbeachtet lassen müssen. Dadurch bekommen wir jedoch einen Eindruck davon, wieviel mehr Material wir im kommenden Jahr erwerben können.

Heck!

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Lesender Tisch von Uli Budde @ Designers Fair 2010 Köln

Das Jahr begann wie immer mit der IMM und Designers Fair in Köln. Abgesehen von der Möglichkeit einige Anti-Karneval-Scherze zu machen brachte uns der Ausflug einige tolle neue Produkte und Designer näher, so z.B.: Uli Budde, Christian Lessing, Martin Neuhaus, Alexander Gufler, maigrau, Tim Baute etc, etc, etc…

Ein weiteres Higlight war die Einführung von Herbert Hirche´s Interbau 57 Sessel durch Richard Lampert.

Negativ war der Mangel an Innovationen und wenn wir ehrlich sind die Qualität der Ausstellungen auf der IMM. Dafür, dass die IMM Deutschlands größte und wichtigste Möbelmesse ist, war sie einfach nicht gut genug.

Lassen wir uns überraschen was die IMM 2011 bringt.

Im Februar waren wir dann mit der Eröffnung des VitraHaus auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein und einem Besuch beim MoormannHaus in Aschau im chiemgar auf einem wesentlich sichereren Grund unterwegs.

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Abgesehen von der Art und Weise wie das VirtraHaus majästatisch vor einem erscheint war für uns die Entscheidung Gegenstände, die nicht aus dem Hause Vitra stammen, in die Ausstellung zu integrieren die wahre Freude. Ganz im Geiste der Collage von Charles and Ray Eames zum Prinzip der Innnenarchitektur.

Wenn wir einen Wunsch für 2011 hätten, dann der, dass man das eine oder andere Werk eines jungen Designers in die Ausstellungsfläche im VitraHaus aufnimmt, anstatt ausschließlich auf etablierte Designer zu bauen.

Das VitraHaus ist groß genug, um jungen Talenten eine Chance zu geben.

Während das MoormannHaus nur in Bruchteilen so spektakulär war wie Architektur von Vitra, war das eigentliche Highlight unseres Trips nach Aschau die Moormann Berge.

Die Moormann Berge ist eine wundervolle Einführung in die Moormann Philosophie, ganz abgesehen davon, dass es auch ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Trip in die bayrischen Alpen ist.

Im März feierte die (smow)airport systems mit einer Reihe von auf USM Haller basierten Flughafen Lösungen auf der Passenger Terminal Expo 2010 in Brüssel Premiere. In Zusammenarbeit mit USM Haller hat die (smow) airport systems eine Reihe von Lösungen sowohl für operative als auch Lounge und Retail Bereiche auf Flughäfen entwickelt – Lösungen die auch bei den Besuchern der PTE sehr gut ankamen.

Auch wenn sich Firmenname und Struktur seit der PTE 2010 wieder verändert haben werden wir auch bei der PTE 2011 in Kopenhagen wieder dabei sein, zum einen um die Entwicklung des Projekts als Ganzes zu verfolgen und zum anderen um über Entwicklungen im Flughafen- und öffentlichen Bereich der Möbelwelt zu berichten.

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Volles Haus im (smow)Raum für eine Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Zurück in Leipzig fand im März 2010 die Leipziger Buchmesse statt und parallel dazu eine erfolgreiche Lesungsreihe im Rahmen des Events (smow)liest im (smow)Raum am Burgplatz.

Angefangen mit dem Buch “Grillsaison” von Philipp Kohlhöfer, gefolgt von “Neue Stimmen from Switzerland” bis hin zu “Meine Frau will einen Garten” von Gerhard Matzig brachten alle drei Vorlesungen ein sehr unterschiedliches, wenn auch gleichermaßen unterhaltsames Erlebnis mit sich.

Mehr davon Anfang 2011!



Designers Open 2010: Collecteur von Christian Lessing.

Tuesday, November 16th, 2010

Für uns waren die Designers Open 2010 eine wunderbare Mischung aus neuen Entdeckungen und erneuerten Treffen mit alten Bekannten.

So zum Beispiel Christian Lessing.

Erstmals sahen wir den Collecteur im Januar bei der Designers Fair in Köln und sind immer noch beeindruckt von der einfachen Genialität des Designs.

Im Wesentlichen ist der Collecteur ein Hocker bzw. Beistelltisch, der seine Stabilität durch Zeitschriften erhält.

Er ist perfekt für all jene unter uns, die eine große Ansammlung an Zeitschriften, die man nicht entbehren kann, haben, aber nicht wissen, wo man diese verstauen soll.

Oder als besseren Ort zur Aufbewahrung als den bisherigen.

Die Technologie hinter dem Collecteur ist nicht mehr als ein einfacher Knick im Stahlblech. Doch die Idee dahinter ist viel ausschlaggebender.

Und wie wir finden einfach herrlich.

Es war schön, den Collecteur bei der Designers Open in Leipzig sehen zu dürfen.

Und jetzt sind wir sehr gespannt auf den Januar in Köln!

Collecteur by Christian Lessing @ Designers Open in Leipzig

Collecteur by Christian Lessing @ Designers Open in Leipzig

Zeitschriftenablage und Stuhl bzw. Tisch in einem

Zeitschriftenablage und Stuhl bzw. Tisch in einem



Kölle Alaaf: Becherlicht von Martin Neuhaus

Thursday, January 28th, 2010
Becherlicht by Martin Neuhaus

Becherlicht von Martin Neuhaus

Es passiert nicht oft, dass uns ein Produkt so sehr beeindruckt, dass wir fluchen müssen. Aber Becherlicht von Martin Neuhaus hatte genaue diese Wirkung auf uns, sodass wir die ersten vier Stunden auf der Designers Fair geflucht haben wie die Bierkutscher.

Wir wurden ganz schön angestarrt.

Aber das war es wert.

Weil Becherlicht bereits auf dem besten Wege ist, unser Produkt des Jahres zu werden.

Die Wandleuchte wirft durch einen Becher einen farbigen Schatten, eine optische Illusion.

Die Idee ist so simpel, funktioniert aber nur durch Martin Neuhaus’ perfekte Ausführung des Designs.

Diese Perfektion ist womöglich auch die größte Schwäche des Produkts.

Unserer Meinung nach ist Becherlicht kein Produkt für Zuhause, kein Produkt für jeden Tag – eben weil es auf diesen “Wow-Effekt” baut.

So toll es auch sein mag, wenn man es jeden Tag sieht, wird der Zauber irgendwann verblassen. Und dann ist es in etwa so, wie eine Barry Manilow Platte an der Wand.
Man weiß zwar noch, wie man sich gefühlt hat, als man sie gekauft hat, aber jetzt ist es einfach nur noch der Typ mit der großen Nase, der darüber singt, wie man sich mal gefühlt hat…

Wenn man aber eine Location hat, in die viele Leute kommen – aber alle nur gelegentlich – also z.B. einen Raum für Hochzeiten oder Ausstellungen, dann ist Becherlicht perfekt.

Und vielen Leuten könnte man so den Tag verschönern.

Den Becher selbst gibt es in vier verschiedenen Farben, das Licht kommt von einer Niedervolt-Halogen-Birne.

Kölle Alaaf: Becherlicht von Martin Neuhaus

Becherlicht - simple, genial

Becherlicht - einfach, genial

Becherlicht in our office in Köln

Becherlicht in unserem Büro in Köln

Becherlicht by Martin Neuhaus ... detail

Becherlicht von Martin Neuhaus ... Detail

Becherlicht ... more detail

Becherlicht ... mehr Detail

Becherlicht ....

Becherlicht ....



Designers Fair 2010: interror.be

Wednesday, January 27th, 2010

“You can’t have a light without a dark to stick it in”
Dieses Zitat von Arlo Guthrie kommt auf interror.be in Zusammenhang mit dem Produkt sevenup zum Einsatz – obwohl besagte Lampe ironischerweise auch gut ohne Dunkelheit funktioniert.

Die sevenup erinnert an Rody Graumans 85 lamps für Droog, hat allerdings nur sieben Glühlampen. Diese werden auf elegenate Weise voneinander getrennt und machen die Lampe so zu einer wunderbar modernen Interpretation des klassischen Kronleuchters.

Obwohl sie auf das Wesentliche reduziert ist – Kabel, Glühbirnen, tragende Elemente – ist die sevenup irgendwie sogar präsenter als die meisten Hängeleuchten, ohne dabei den Raum zu sehr zu dominieren.

Und das Konstruktionsprinzip ist so charmant und bescheiden, dass das Gebilde zu einer wahren Größe wächst, welche die Komponenten allein niemals erreichen würden.

Wenn man die sevenup aufgehangen hat, muss man sie tatsächlich nicht mehr unbedingt anschalten… nur genießen.

Wir waren sehr angetan von der sevenup.

Sehr sehr angetan.

sevenup by Interror.be at Designers Fair

sevenup von Interror.be auf der Designers Fair

sevenup by interror.be

sevenup von interror.be

sevenup by interror.be ... detail

sevenup von interror.be ... Detail



Kölle Alaaf: luca lean von maigrau

Saturday, January 23rd, 2010
luca lean by maigrau

luca lean von maigrau

Laut Werbeprospekt “betont die Lehnleuchte durch ihre großzügige Geste die Beziehung zwischen Licht und Architektur”.

Sei es wie es sei, für uns ist die luca lean von maigrau eines dieser genial ausgeführten Designkonzepte, die die Spreu vom Weizen trennen.

Objekte, die an der Wand lehnen, sind kein neues Konzept. Moormann allein könnte eine Kategorie aufmachen, die sich nur Möbeln widmet, die durch architektonische Tragkonstruktionen gestützt werden.

Aber Räder sind auch nicht neu. Neu ist, wie man sie benutzt.
Uns gefallen besonders zwei Aspekte der luca lean.

Der erste ist die Anonymität des Holzes. Man nimmt es einfach nicht wahr. Das gibt dem ganzen Ensemble eine filigrane Leichtigkeit.

Der zweite ist der Schattenwurf: Ein wunderbar geschwungenes Licht das dem Raum Atmosphäre verleiht – neben der Leuchte an sich. Der Schatten entsteht durch den besonderen Winkel zur Wand.

Die Streben aus geölter Eiche werden von einem Metalldreieick zusammengehalten, welches auch Lampenschirm und Leuchtenfassung trägt. Mit dem Dimmer kann die Beleuchtungsstärke der Situation angepasst werden.

Die “luca” gibt es auch in einer dreibeinigen “Standard”-Standleuchten-Ausführung. Aber unserer Meinung nach ist das nur ein Alibi um die Schwachen zu besänftigen.

Die Lehnleuchten-Version ist es, worum’s hier geht!

Kölle Alaaf: luca lean von maigrau

luca lean by maigrau designers fair 2010

luca lean von maigrau Designers Fair 2010



smow am Rhein: Designers Fair 2010

Thursday, January 21st, 2010
Designers Fair 2010

Designers Fair 2010

Wie alle großen Möbelmessen hat auch die IMM ihre Seitenveranstal-tungen. In der ganzen Stadt haben Museen und Geschäfte die Gelegenheit beim Schopf gepackt und präsentieren moderne Möbelkultur in der einen oder anderem Form.

Nicht ganz so viel wie während der Saloni Woche in Mailand, aber viel mehr als in Leipzig während der Designers Open.

Leider.

Die wichtigste “off-Messe” ist die Designers Fair im …. nun ja, wir wissen es nicht genau.

Es ist klar, dass das Gebäude, das die Designers Fair beherbergt, früher eine Art Amtsgebäude gewesen sein muss. Was genau, wissen wir nicht.

Aber die Location ist fantastisch.

Im Erdgeschoss und ersten Stock hat jeder Aussteller ein ehemaliges Büro als Ausstellungsfläche. Die langen Flure ergänzen perfekt die extrem hohe Qualität der präsentierten Arbeiten.

Wir haben einige echte Juwelen auf der Designers Fair entdeckt. Aber wir wollen unser ganzes Pulver nicht gleich hier verschießen, sondern werden es über die kommenden Posts verteilen.

Sie wurden gewarnt…

... a truly excellent location

... eine wirklich traumhafte Location