Archive for the ‘Design Basel’ Category

Depot Basel in Zürich

Friday, February 17th, 2012

Es gibt nichts, das einen so sehr daran erinnert, dass man es so langsam mal schaffen sollte, ein Interview zu Papier zu bringen, wie die Einladung zu einer Vernissage. Bei neue Räume Zürich im Oktober 2011 sprachen wir nämlich nicht nur mit Nikolas Kerl und Jürg Scheidegger, sondern auch mit Moritz Schmid und Rebekka Kiesewetter. Und ja, die beiden letzten Interviews haben wir noch nicht veröffentlicht. Aber wir arbeiten dran, verprochen.

Bei Neue Räume hat uns Rebekka Kiesewetter erzählt, dass es so gut wie sicher ist, dass sie eine Züricher Ausgabe von Depot Basel mit organisieren würde. Das ist nun tatsächlich passiert und findet am Freitag, den 17., und Samstag, den 18. Februar, in der WÄSCHEREI, Kunstverein Zürich Dienerstrasse 70 in 8004 Zürich statt.

Für die Züricher Ausgabe wurden laut Pressemitteilung sieben Züricher Designstudios gefragt, was sie zum Frühstück essen, wie sie leben, welchen Geruch sie mögen und woran sie aktuell arbeiten. Lustigerweise wäre für uns die Antwort auf alle vier Fragen genau die gleiche! Die Antworten von Livia Lauber, Tido von Oppeln, Milo Keller, Thomas Walde, Christian Kägi, Matteo Gonet und Aleli Leal & Kaspar Fenkart werden am Freitag, den 17. Februar, um 20 Uhr verraten.

Am Samstagabend um 20 Uhr werden dann Cocktails serviert. Cocktails, die von den teilnehmenden Designern entworfen wurden.

Mehr Infos gibt’s unter http://depotbasel.ch/

Depot Basel Zurich Edition

Depot Basel in Zürich

 



Design Miami/Basel 2011

Thursday, July 14th, 2011

Dieses Jahr haben wir es endlich mal auf die Design Miami/Basel geschafft.

Es gibt unter den teilnehmenden 43 internationalen Designgalerien zwei Arten: die, die “alte” Objekte ausstellen und die, die neue zeitgenössische Entwürfe präsentieren.

Die Galerien, die sich auf neues zeitgenössisches Design spezialisiseren, verdienen ihr Geld in der Regel mit limitierten Konzeptkunst-Auflagen, die sie dann verkaufen. Oder sie kaufen die ersten Auflagen von neuen Arbeiten auf, die das Potential haben, Designklassiker zu werden.

Fragile Future Chandelier 3.1 by Lonneke Gordijn & Ralph Nauta at Carpenters Workshop Gallery

Fragile Future Chandelier 3.1 von Lonneke Gordijn & Ralph Nauta in der Carpenters Workshop Gallery

Die modernen Arbeiten, die in Basel zu sehen waren, reichten von Stücken, die – wenn man ehrlich ist – eher Kunst als Design sind, wie z.B. der wirklich monumentale “Fragile Future Chandelier 3.1″ von Lonneke Gordijn & Ralph Nauta in der Carpenters Workshop Gallery, bis hin zu erstklassigen Produktdesigns, die uns wirklich beeindruckt haben, wie z.B. die wunderbaren Lichtskulpturen “Well of Life” von Arik Levy bei Priveekollektie.

Am unterhaltsamsten waren Arbeiten wie Oskar Zietas Plopp oder Endless von Dirk vander Kooij – Produkte, die Ihre Designmesse-Premieren als revolutionäre aber gesichtslose Wunder gefeiert haben. Es es ist immer schön, Dinge heranwachsen zu sehen – egal ob es Kinder, Schafe oder Schaukelstühle aus geschmolzenen Kühlschränken sind.

Von den älteren Designs haben uns am besten die Architektur-Designs und die einmaligen Location-bezogenen Stücke gefallen. Ältere Versionen von Produkten, die noch produziert werden, haben uns nicht wirklich hinterm Ofen hervor gelockt. Siehe unten.

Was letztere Kategorie betrifft, hatte z.B. die Galerie Dansk Møbelkunst eine paar schöne nicht-serielle Stücke von Arne Jacobsen, unter anderem den tollen Easy Chair als Teil eines Architekturprojekts und ein paar sehr einfache – fast zu einfache – Schubladen, aus dem SAS Royal in Kopenhagen.

Aus der Kategorie Architektur hat uns die Le-Corbusier-Treppe, die es in der Galerie Downtown – François Laffanour zu kaufen gab, gut gefallen. Und natürlich die Installation der Galerie Patrick Seguins von Jean Prouvés zerlegbarem Flüchtlingsunterschlupf aus dem Jahr 1944. Beides erinnert an die Ursprünge der Branche von der wir uns heute ernähren.

The only Le Corbusier we could afford at Design Miami Basel 2011

Der einzige Le Corbusier, den wir uns auf der Design Miami/Basel 2011 leisten konnten

Trotz der vielen Höhepunkte, gab es auch ein paar Wolken am Basler Designhimmel. Und wir meinen nicht nur die von Asif Khan. (Billiger Gag. Sorry.)

Zum Beispiel mussten wir erfahren dass Museen zu den wichtigsten Kunden der Galerien zählen. Das ist unserer Meinung nach falsch. Wir verstehen ja, dass jemand, der ein privates Busfahrscheinmuseum eröffnen möchte, auch seine eigenen Ausstellungsstücke beziehen sollte. Aber nationale Museen die dazu da sind, kulturell und historisch wichtige Kunstgegenstände für das Gemeinwohl zu bewahren, sollten doch solche Artefakte eigentlich ganz selbstverständlich erhalten. Kostenlos. Hat ein privater Sammler das gleiche Recht auf einen frühen Mies-van-der-Rohe-Stuhl wie ein Museum? Ist der vermeintliche Marktwert einer Lampe, der auf Basis seiner Herkunft und Rarität berechnet wird, vergleichbar mit ihrem historischen Wert auf Basis ihrer kulturellen Bedeutung? Bei diesen Fragen können wir einfach nicht mit den Argumenten des “freien Marktes” der Galerien mitgehen. Natürlich ist es richtig, dass Museen nicht das Recht haben, die Eigentümer von Werken nach Lust und Laune zu enteignen, aber sollten Museen nicht ein Vorkaufsrecht haben, wenn etwas auf den Markt kommt? Wir sagen ja! Obwohl wir wissen, das ein solches System praktisch nicht regulierbar wäre und keiner entscheiden könnte, welche Stücke in welches Museum gehen sollen… Die gleichen Argumente gibt es auch in der Kunstszene und auch dort sind wir derselben Meinung. Wo etwas von kultureller oder historischer Relevanz ist, muss es der öffentlichen Hand gehören.

Der zweite Wolke war: Nachdem wir mehrere Stunden in der Halle 5 der Messe Basel herumgewandert waren, sind wir zu dem unvermeidlichen Schluss gekommen: Wir sind keine Sammler! Unsere Leidenschaft ist es nicht, die Objekte zu besitzen. Unsere Leidenschaft sind die Objekte, die Ideen dahinter, die Personen dahinter und die Geschichten dahinter. Wenn jemand die Objekte gern besitzen möchte, soll er das bitte tun. Wir sind einfach nur froh, dass die Objekte existieren und es kreative Köpfe gibt und gab, die die Objekte möglich gemacht haben.

Deshalb ist die Design Miami/Basel einfach nichts für uns. Es gibt keinen Grund für uns dort zu sein. Design Miami/Basel ist was für Sammler. Für europäische Sammler gibt es wahrscheinlich nichts besseres als die Design Miami/Basel.

Trotzdem sind wir froh, dass wir hingefahren sind und es einmal erleben durften. Es ist nur nicht unsere Welt. Und vielleicht fahren wir nächstes Jahr noch einmal hin – nur um zu sehen, ob die Veranstalter mutig genug waren, das “Miami” aus dem Namen zu streichen.

Ein paar unserer Highlights der Design Miami/Basel 2011 gibt es in unserer Facebook Galerie.

Design Miami Basel 2011

Design Miami/Basel 2011



Design Miami/Basel 2011

Wednesday, June 15th, 2011

Dieses Jahr schaffen wir es endlich mal zur Design Basel.

In der Vergangenheit ist uns immer irgendetwas dazwischen gekommen: Krankheiten, andere Termine oder dieses vage Gefühl im Bauch, das uns immer sagen wollte, dass die Veranstaltung einfach zu elitär und zu weit weg vom normaler Designmöbelinteressierten sei, um die Reise zu rechtfertigen.

In diesem Jahr sind wir gesund, frei und ein bisschen älter und weiser.

In ihrem sechsten Jahr zeigt die Design Basel mit Ausstellungen von 43 interntaionalen Designgalerien ein beeindruckendes Spektrum sowohl “historischen” Designs (wie aus dem frühen 20. Jahrhundert) als auch zeitgenössischer Arbeiten.

Ihr kennt uns. Wir sind nicht leicht zu beeindrucken – erst recht nicht im Vorfeld einer Veranstaltung. Also keine Vorschusslorbeeren an dieser Stelle, es könnte schließlich alles Mist sein.

Dennoch freuen wir uns besonders auf ein paar Galerien, wie z.B. Dansk Møbelkunst, die ihrem Namen alle Ehre macht und Arbeiten dänischer Designer präsentiert. Die Pariser Galerie Downtown François Laffanour verspricht einige interessante Arbeiten von Le Corbusier, Charlotte Perriand und Ron Arad; die Priveekollektie Contemporary Art | Design zeigt u.a. Stücke von Arik Levy, Reinier Bosch und Rolf Sachs.

Ein weiteres Highlight werden sicher zwei Konstruktionen von Jean Prouvé sein: Jousse Entreprise zeigt einen Teil von Prouvés Ecole de Villejuif aus dem Jahr 1957 und die Galerie Patrick Seguin präsentiert eine Live-Show, auf der täglich ein 6 x 6 Meter Bungalow auf- und wieder abgebaut wird. Prouvé hatte ihn 1944 für Kriegsflüchtlinge in Lothringen entworfen.

Wir haben nach wie vor ein komisches Gefühl bei der Sache. Aber wir freuen uns auf lange detaillierte Diskussionen mit den Galeristen und lernen hoffentlich etwas mehr über den ganzen Galeriezirkus und seinen Einfluss auf Möbeldesign.

Sicher werden wir auch dem VitraHaus einen Besuch abstatten und ein paar Fotos aus unmöglichen Blickwinkeln schießen.

Design Miami/Basel läuft vom 14. bis 18. Juni. Weitere Informationen gibt es unter www.designmiami.com