Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Hochwertige Wanddekoration für exklusives Wohlempfinden

Saturday, June 1st, 2013

Die eigene Wohnung dient als Rückzugsort und sollte daher natürlich bis ins letzte Detail den eigenen Geschmack widerspiegeln. Je mehr Energie in die Einrichtung und Dekoration der eigenen Wohnung gesteckt wird, umso effektiver kann hier nach einem langen Tag auch entspannt werden. Dank vieler Einrichtungsideen kann man sich spielend Inspiration sichern und den gewünschten Stil umsetzen. Doch die Einrichtung einer Wohnung endet keinesfalls bei der Wohnung. Mit hochwertiger Wanddekoration wird die gesamte Atmosphäre eines Raumes auf exklusive Art und Weise abgerundet. Wenn es um die Wanddekoration geht, dann gibt es wahrlich viele Möglichkeiten für individuellen und persönlichen Mehrwert.

Für die klassische Wanddekoration sind Poster bereits eine sehr gute Variante. Der größte Vorteil dieser Dekoration liegt sowohl in der Flexibilität als auch der individuellen Note. Bei http://www.posterlounge.de/ genießt man bereits eine herrliche Vielfalt unterschiedlichster Motive. Jeglicher Geschmack wird ausreichend bedient. So kann die Wohnung in eine ganz individuelle Oase verwandelt werden. Sollte das gewählte Motiv irgendwann nicht mehr passen oder gefallen, dann kann es ohne großen Aufwand bequem ausgetauscht werden. Durch diese Flexibilität genießen anspruchsvolle Menschen einen echten Mehrwert. Wer gerne neu dekoriert, der muss sich hier nie wieder einschränken. Zudem finden sich viele Anbieter, die individuelle Motive ermöglichen. Hier können eigene Schnappschüsse hochgeladen und in ein Poster verwandelt werden. So ziehen besondere Momente in die eigene Wohnung ein und erinnern immer wieder an herrliche Erlebnisse, die man nicht mehr vergessen möchte.

Wer sich gerne kreativ ausleben möchte, der kann weiterhin auf hochwertige Wandtattoos setzen. Generell gibt es in diesem Bereich eine fantastische Auswahl unterschiedlichster Motive. Ob Sprüche, Bilder, Motive oder kreative Varianten – die Gestaltungsmöglichkeiten sind in allen Bereichen sehr umfangreich. Sowohl für Küche, Badezimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer als auch Wohnzimmer können unterschiedlichste Wandtattoos einfach bestellt werden. Aufgrund der Vielfalt ist auch farblich einiges möglich, immerhin passt nicht jede Farbe zu der Einrichtung. Dies stellt jedoch kein Problem dar, denn alle Motive können in gewünschter Farbe gewählt werden.

Besonders effektiv wirkt die hochwertige Wanddekoration, wenn eine kreative Basis vorhanden ist. Ob es sich dabei um eine bunte Wand oder künstlerische Farbgestaltungen handelt, ist jedoch zweitrangig. Hier kann man sich stets ausleben und so wunderbaren Charme in die eigene Wohnung zaubern. Fröhliche Farben eignen sich dabei jederzeit, denn immerhin springt die eigene Stimmung auch sehr leicht auf Farben an, die man besonders mag.



Mailand 2013: Roll & Hill bei der Euroluce

Thursday, April 18th, 2013

Wir haben vielleicht schonmal erwähnt, dass es immer eine besondere Freude ist, wenn ein Designer, den man als zerzausten, idealistischen Studenten kennengelernt hat, seinen ersten ernsthaften Vertrag mit einem der großen Hersteller unterschreibt und in eine hoffentlich lange und erfolgreiche Karriere startet.

Ähnlich schön zu beobachten ist es, wenn ein neues Unternehmen wächst und sich entwickelt; besonders, wenn es eines ist, das sich mit dem Ziel gegründet hat, zeitgenössisches Design zu fördern, anstatt einfach an einer fetten Rendite für die Aktionäre zu arbeiten.

Im Januar 2010 vom Brooklyner Designer Jason Miller gegründet, wurde Roll & Hill aus dem Wunsch geboren, sowohl hochwertige Leuchten mit nordamerikanischem Akzent zu produzieren als auch den Status, die Position und vor allem die Möglichkeiten von jungen US-amerikanischen Designern zu verbessern.

Vor zwei Jahren unternahm Roll & Hill den ersten, zaghaften Schritt in Richtung Europa mit einer kleinen Show in Mailands Zona Tortona, dieses Jahr stellten sie auf der zweijährig stattfindenden Euroluce, der Lichtabteilung der Saloni Milano, aus. Der größten und wichtigsten Plattform für Lichtdesign während der Mailänder Design Week also. Und ein Zeichen dafür, dass Roll & Hill angekommen sind.

Milan Design Week 2013 Roll and Hill at Euroluce

Möbelmesse Mailand 2013: Roll & Hill bei der Euroluce

Unsere, zugegebenermaßen etwas krankhafte, Obsession für Roll & Hill begann, bevor das Unternehmen überhaupt existierte: und zwar als wir Jason Millers Modo Chandelier bei der ICFF 2009 gesehen haben. Die Lampe ist uns gleich ins Auge gesprungen und uns seither nicht mehr losgelassen.

Modo war dann auch eine der fünf Säulen der ursprünglichen Roll & Hill Kollektion, nebst Himmeli von Paul Loebach, Excel von Rich Brilliant Willing, Agnes von Lindsey Adelman und Jason Millers für diese Welt fast zu kitschiger Superordinate Antler.

In den dazwischenliegenden drei Jahren wuchs die Roll & Hill Kollektion beständig und umfasst mittlerweile ungefähr 15 Produktfamilien von 9 Designern. Zu denen gehört auch der erste nicht-US-amerikanische Mitarbeiter Lukas Peet, der aus Kanada stammt und in Eindhoven studiert hat.

In Mailand präsentierte Roll & Hill einen netten Querschnitt ihres derzeitigen Programms, einschließlich Stella Triangle von Rosie Li, Endless von Jason Miller und Counterweight von Fort Standard.

Und den Modo Chandelier gibt es in einer überwältigenden 6-seitigen Kombination aus 21 Kugeln.

Milan Design Week 2013 Roll and Hill at Euroluce

Roll & Hill bei der Euroluce. Superordinate Antler von Jason Miller

Einer der Aspekte der Roll & Hill Kollektion, der uns immer schon ansprach, ist das unausweichliche Gefühl einer Rückkehr in die frühen Tage des Art Deco, das durch die Mehrheit der Objekte hervorgerufen wird. Messing, Glas, Keramik, Stahl, Marmor und Holz werden kombiniert, um Objekte zu kreieren, deren Opulenz eine Einfachheit und Nüchternheit vortäuscht, die jedem Kalvinisten die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. 2009 haben wir bei Jason Millers Möbeln an die (stereo)typische amerikanische Stadt der späten 1970er Jahre gedacht. Die Roll & Hill Kollektion wiederum wäre in einem Apartment Block im Manhattan der 1920er nicht fehl am Platze. Natürlich pauschalisieren wir hier ein bisschen, denn vor allem die Arbeiten von Jonah Takagi und Rich Brilliant Willing stehen im Gegensatz zu den oben genannten und verleihen der Roll & Hill Kollektion einen vielfältigeren, ausgewogeneren Charakter.

Man muss sagen, Roll & Hill Lampen gehören nicht zu der Art von Objekten, die man mit dem Kleingeld kaufen kann, das man hinterm Sofa gefunden hat. Doch bei den hoch individuellen Stücken aus hochqualitativen Materialien, hergestellt in kleinen Werkstätten in Brooklyn und Long Island, bekommt man auch wirklich was für sein Geld.

In Amerika ist das Handelsnetzwerk der Roll & Hill Produkte gut ausgebaut, in Europa liegt da noch “ein bisschen” Arbeit vor den Verantwortlichen. Es bleibt zu hoffen, dass die Roll & Hill Leuchten nach der Euroluce auch hierzulande etwas besser erhältlich sein werden und dass mehr von euch unsere Obsession mit diesen Lampen verstehen und hoffentlich auch teilen werden.

 



Schöner Arbeiten – Wie der Arbeitsplatz zum Lieblingsplatz wird

Friday, April 12th, 2013

Als wir in den letzten Tagen über die Mailänder Möbelmesse schlenderten, wo eine – vermeintliche – Neuheit die andere jagte, fragten wir uns, warum nur immer wieder der ganze Zirkus? Warum stellen sich Jahr für Jahr wieder Hersteller von Artemide bis Vitra, von Fritz Hansen bis Zanotta in den Ring, um den Preis für die beste Möbelneuheit mit nach Hause zu nehmen?

Weil sie hinter jedem neuen Produkt einen Kassenschlager wittern? – Genau!

Aber auch, weil sich beim Möbeldesign jede Menge falsch und damit auch besser machen lässt; es also eigentlich immer Entwicklungspotential gibt. Besonders deutlich wird dieses Phänomen im Büromöbel-Sektor. Schaut man sich mal die Vitra Bürostühle an, findet man eine Artenvielfalt, die der von Pilzgewächsen ähnelt. Polster, Netzbezug, Kunststoff, mit oder ohne Armlehnen, Kopfstütze und Lumbalstütze… Um gar nicht erst mit der Technik, die in den Bürostühlen schlummert, anzufangen.

Ein guter Bürostuhl ist grundlegend für gutes Arbeiten. Aber längst nicht alles.

Die gesamte Büroeinrichtung wirkt sich auf das Arbeiten aus. Wer den ganzen Tag allein in einer dunklen Ecke sitzt, wird keine besonders innovativen Ideen haben, wer umgeben von 10 Non-Stop-Telefonierern ist, sich nicht konzentrieren können, wer unbequem sitzt, mehr mit dem schmerzenden Rücken als der Arbeit beschäftigt sein. Funktionalität und Komfort sind dabei die Schlüsselbegriffe, die über allem schweben. Wenn dann noch ein Anspruch an Ästhetik ins Spiel kommt, kann so eine Büroplanung schon mal zum Mammut-Projekt werden.

Nun wäre das Internet nicht das Internet, wenn es nicht auch dafür die passende Antwort parat hätte. Auf der Webseite von my-hammer zum Beispiel, findet man interessante Angebote von Handwerkern, die auch solche Arbeiten preisgünstig erledigen, die an die Substanz gehen.

Für jene, die jetzt ins Grübeln gekommen sind, ob ihr Büro nicht auch mal einer Generalüberholung unterzogen werden sollte, hier ein paar Tipps:

Bürogröße: Ein Mitarbeiter sollte mindestens acht, idealerweise zehn Quadratmeter Platz haben.

Lichtverhältnisse: Ein Fenster im Büro, das Sonnenlicht liefert, ist natürlich optimal. Decken- oder Stehleuchten mit direktem und indirektem Licht sollten die Büro-Beleuchtung abrunden.

Schreibtischplatzierung: Optimalerweise steht ein Schreibtisch im rechten Winkel zum Fenster, sodass man zwar nicht von der Sonne geblendet wird, man aber das Tageslicht zum Arbeiten nutzen kann. Die idealen Maße für einen Schreibtisch sind in der Breite 160 Zentimeter, in der Tiefe 80 Zentimeter und in der Höhe 72 Zentimeter – abhängig von der Körpergröße natürlich.

Bürostuhl: Ein für das Arbeiten im Büro geeigneter Bürostuhl sollte zumindest das GS-Gütesiegel aufweisen. Von der Ausstattung her sollte ein idealer Bürostuhl über höhenverstellbare Armlehnen, Synchronmechanik mit Gewichtseinstellung, Sitzneigungsverstellung, Sitztiefenverstellung sowie höhenverstellbare Lumbalstütze verfügen und aus einem hochwertigen und atmungsaktiven Stoff hergestellt sein.

Sonstige Einrichtungsgegenstände: Ein komplettes Büro verfügt neben dem Stuhl und Schreibtisch auch über Besprechungsstühle für Besucher und einen Steharbeitsplatz.



London Design Museum Sammlung: Extraordinary Stories About Ordinary Things

Thursday, January 31st, 2013

Vor dem Umzug  2015 hat das London Design Museum seine Dauerausstellung neu gestaltet. Seit dem 30. Januar 2013 geht es nun um “Extraordinary Stories About Ordinary Things”, wobei man sich in sechs Abschnitten - Taste, Why We Collect, Icons, Identity & Design, Material & Process und Fashion - recht umfangreich dem Thema Design widmet.

London Design Museum Collection Extraordinary Stories About Ordinary Things

London Design Museum Sammlung: Extraordinary Stories About Ordinary Things

Jedes Thema der Ausstellung Extraordinary Stories About Ordinary Things ist so faszinierend wie berechtigt, jedes einzelne Thema leidet jedoch an dem üblichen Problem: Platzmangel.

So ehrenwert die Absichten des Design Museums auch sein mögen, der zweite Stock der derzeitigen Location in Shad Thames hat einfach nicht den Platz, um mehr als an der Oberfläche kratzen zu können. Das kann manchmal ärgerlich sein, denn man weiß einfach, da ist noch mehr, was man wissen will, aber…

Nun wissen wir, dass es Leute gibt, die das als Beweis für ein grundlegendes Problem im Ausstellungskonzept betrachten würden. Wir wissen jedoch auch, dass es eine undankbare Aufgabe ist, eine so umfangreiche Dauerausstellung wie diese des Design Museums in London auf 500 qm zu präsentieren.

Wir kennen auch Design Museen, die einfach das machen, was der Besucher kennt – und will. Gebt ihnen, was sie erwarten und überfordere sie nicht… Aber das ist nichts als faul.

Das Konzept, das das Design Museum gewählt hat, ist ambitioniert. Und das muss gewürdigt werden. Aber in der aktuellen Location funktioniert es einfach nicht richtig. Wir hoffen, dass sie im neuen Museumsbau mehr Platz haben, sodass sie die Ausstellung erweitern und vertiefen können.

Aber abgesehen von den dem Platz geschuldeten Defiziten ist Extraordinary Stories About Ordinary Things sehr zu empfehlen.

London Design Museum Collection Extraordinary Stories About Ordinary Things Modernism

"Die Moderne kommt nach Großbritannien" in der Ausstellung Extraordinary Stories About Ordinary Things, im Design Museum London

Extraordinary Stories About Ordinary Things beginnt chronologisch mit Taste und der Ankunft der Moderne in Großbritannien, was bedeutet, sie ignorieren die Arts and Crafts Bewegung. – Berechtigt. Und interessant.

Mit einem kurzen (!) Verweis – wie wir schon sagten, der Platz! – auf den Beitrag von z.B. Marcel Breuer oder Erno Goldfinger gibt dieser Ausstellungsteil einen schönen Überblick über die einzigartige britische Interpretation der Moderne. Das ist im übrigen etwas, was bei der Bauhaus: Art as Life Ausstellung im Barbican völlig gefehlt hat und bei der British Design 1948 – 2012 Ausstellung im V&A gerade mal auf den Brutalismus reduziert wurde; ist uns also sehr willkommen.

Nachdem sie dann erklärt haben, wann – ihrer Meinung nach – die Geschichte des Designs begonnen hat, “erklärt” die Ausstellung, warum sie sammelt.

Es gibt allerdings keinen Versuch einen Diskurs zu beginnen, in dem es um Design als etwas, das gesammelt werden kann und sollte, geht; oder um Autoren-Design vs. kommerzielles Design; oder um die aktuelle Explosion in Designgalerien. Fragen, wie “Für wen sammelt man denn?” oder “Was gilt als “authentisch”?” bleiben offen. Mit Kunst ist das alles recht einfach. Aber mit Design?

Daher denken wir, hätten sie den Teil auch einfach weglassen können – auch wenn er eine tolle Sammlung von Objekten, wie Jasper Morrisons Handlebar Table von 1983 oder den Rover Chair von Ron Arad beinhaltet. Den Platz hätte man für etwas anderes nutzen können. Z.B. für die nächsten Teile: Icons und Identity and Design - die faszinierendsten Aspekte der Ausstellung.

Wir wissen. Soziologie… Ehrlich, wir haben unsere Berufung verfehlt. Kein normaler Mensch würde doch so durch soziologische Theorien in Aufregung versetz werden wie wir…

Der Icons Teil ist besonders gut konzipiert, weil er sich auf eine Ikone im britischen Design konzentriert – die Anglepoise Lampe.

Die Anglepoise Lampe ist mehr als eine echte Designikone. Indem man ihre Entwicklungsstadien betrachtet und sie mit anderen Lampen vergleicht, rückt man die Anglepoise Lampe in einen Kontext, der sie zugleich verständlich und unnahbar wirken lässt. Und genau so wollen wir unsere Ikonen.

Der Identity and Design Teil wird durch ein blaues Autobahnschild und eine rote Telefonzelle dominiert. Vor allem ist die Einbindung der roten Telefonzelle in Identity ein Geniestreich, der den Unterschied zwischen Ikonen und Objekten mit Identität ausdrückt.

Jeder, der regelmäßig vom Flughafen Gatwick ins Zentrum von London reist, weiß, dass man nicht weit vom Flughafen an etwas vorbeikommt, was man nicht anders als einen Telefonzellen-Friedhof nennen kann. Dutzende, wenn nicht sogar hunderte, rostender Telefonzellen stehen stumm in Reihen – wie ein apologetisches britisches Äquivalent der Terracotta Armee. Wir können nur vermuten, dass sie unschuldige Opfer eines Versuchs sind, sich den symbolischen Status der roten Telefonzelle zu Nutze zu machen, nachdem sie aus dem Verkehr gezogen und durch Plastikzellen ersetzt wurden.

Das einzige Problem ist, sie sind keine Ikonen.

Von ihrer Funktion befreit, sind sie nur noch Symbole. Etwas woran wir Erinnerungen haben und was wir alle identifizieren können. Aber nichts ikonisches. Und sicher sind sie keine Objekte, die es wert sind sie zu besitzen.

Was, um etwas abzuschweifen, wie mit dem Verhältnis der Ostdeutschen zum “DDR Design” ist. Man mag es drollig und vertraut finden, aber es hat nichts ikonisches.

Das Autobahnschild scheint hingegen wie das absolute Nicht-Design. Eben ein Verkehrsschild. Aber durch die Standardisierung von Verkehrsschildern hat man nicht nur ein wunderbares Beispiel dafür, wie Design helfen kann das Leben zu erleichtern, sondern auch ein starkes Symbol einer nationalen Identität. Ein designorientiertes Symbol einer nationalen Identität.

London Design Museum Collection Extraordinary Stories About Ordinary Things British

Fotografieren eines Autobahnschildes in einem Museum. Very British!

Die Entscheidung einen Teil über die Materialien und Herstellungsverfahren einzubeziehen, zeigt, dass das Museum die wichtige Rolle dieser beiden Aspekte für die Zukunft des Designs verstanden hat. Denn tatsächlich dreht sich die Zukunft des Designs sehr um Materialien und Herstellungsverfahren, darum die bestehenden Standards zu verbessern. Es macht außerdem sehr schön deutlich, dass Museen nicht nur Orte sind, die sammeln und archivieren. Es sind auch Orte, die Wissen teilen, Ideen austauschen und dabei helfen der Gegenwart und der Zukunft Sinn zu verleihen. Die Entscheidung nur Kunststoffe einzubeziehen ist jedoch eine wahre Schande und verstärkt den Glauben, nur Neues sei relevant. Das ist eine gefährliche Position.

Der letzte Abschnitt ist der Mode gewidmet, aber treue Leser werden wissen: wir und Mode…! Nur so viel: Es hingen 8 Kleider da.

Alles in allem bietet Extraordinary Stories About Ordinary Things einen kompakten Überblick über Design im weiteren Sinne, mit klug und realistisch präsentierten Hintergrundinformationen.

Man sollte jedoch nicht erwarten, aus der Ausstellung zu kommen und mehr von Design zu verstehen; außer man hat das Glück, mit einem Guide durch die Ausstellung zu gehen, der einem etwas detaillierter erklärt, was man da sieht – und warum.

Wenn man aber nach einer Sammlung wichtiger Designobjekte sucht, die übersichtlich ausgestellt sind und die einen schnellen Überblick und eine kurze Einführung der wichtigsten Designthemen gibt, dann wird man nicht enttäuscht sein.

Und wir für unseren Teil, freuen uns schon, die Ausstellung in ihrem neuem Zuhause in West Kensington zu besuchen.

Extraordinary Stories About Ordinary Things kann während der üblichen Öffnungszeiten im Design Museum, Shad Thames, London SE1 2YD besucht werden.

Daneben bietet die Design Museum Sammlung App einen Überblick über 59 Objekte der Museumssammlung, wie den Dyson Staubsauger, den Thonet Stuhl, die Vespa, die Anglepoise Lampe und natürlich die britischen Telefonzelle.



Museum für Angewandte Kunst Köln: Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation

Tuesday, January 15th, 2013

Das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) öffnete 1888, und so passt es irgendwie, dass es die Festlichkeiten zum 125. Jubiläum mit einer Ausstellung über Romantik im zeitgenössischen Design beginnt.

Nicht nur weil eine museale Diskussion über Romantik nahtlos an die Atmosphäre anknüpft, als das Museum gegründet wurde, sondern auch weil es ein Fenster zu unserer modernen Gesellschaft öffnet und so einen Hinweis darauf bietet, was uns wohl in den nächsten 125 Jahren erwarten wird.

IMM Cologne 2013 Museum für Angewandte Kunst Köln Isn’t it romantic Contemporary Design balancing between Poetry and Provocation

Museum für Angewandte Kunst Köln: Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation

Mit ungefähr 40 Arbeiten von internationalen Designstudios ist die von Vienna Design Week Direktorin Tulga Beyerle kuratierte Ausstellung in zwei Teile aufgeteilt.

Der erste Ausstellungsteil widmet sich der zeitgenössischen Romantik im Kontext von Produkten, die auf dem Markt erhältlich sind. Der zweite Teil blickt auf experimentellere, konzeptuelle Arbeiten. Eine Unterteilung, die augenscheinlich die derzeitige Designwelt reflektiert – unterteilt in Produkte für die Produktion und Projekte für Galerien.

Für uns ist der schwächere von beiden Teilen der, der sich mit den kommerziellen Produkten beschäftigt. Der Fokus liegt hier für unseren Geschmack zu sehr auf Romantik im Sinne von Kitsch; oder um es anders auszudrücken, die Ausstellung konzentriert sich hier zu sehr auf ein Verständnis von Romantik aus einem heutigen Blickwinkel und nicht darauf, was Romantik für die bedeutete, die zu der Zeit gelebt haben.

Die industrielle Revolution brachte nicht nur Umbruch und Leiden zu den Menschen in Europa, sondern auch Wohlstand und Freiheit. Und während einige gezwungen waren ihr armes, aber freies Bauernleben für das versklavte Arbeiten in einer Fabrik aufzugeben; schwammen die Gewinner in Geld. Und hatten den ganzen Tag nichts zu tun. Romantik war Teil ihrer Therapie.

Sie fingen an Gedichte zu schreiben oder haben andere bezahlt für sie zu schreiben, sie wanderten durch die Alpen, sie starben an Gehirnfieber oder gebrochenem Herzen und haben ständig versucht vor der schwierigen modernen Welt in konstruierte Realitäten zu fliehen.

Die kulturellen Werte, die zu dieser Zeit entstanden, waren die Antwort ihrer Protagonisten auf das vorherrschende Klima. Und so sehr wir es auch glauben wollen, Caspar David Friedrich war nie ironisch. Er meinte es wirklich so.

Was wir heute als Kitsch verstehen, wurde ehrlich und ernsthaft geschaffen, das meiste von dem, was aber im MAKK zu sehen ist, ist als Kitsch entstanden. Ironischer Kitsch. Was nichts mehr mit einer zeitgenössischen Interpretation von Romantik zu tun haben kann. Es ist nichts mehr als eine individuelle Interpretation von “romantischem Kitsch”.

Ergibt das einen Sinn?

Es gibt dennoch einige exzellente Stücke in der Ausstellung - Objekte, die für uns das Wesentliche des romantischen Zeitalters zusammenfassen. Patricia Urquiolas Re-Trouvé Stühle und Tische z.B. flüstern einem zu, dass sie einen Ort der Kindheit und der Sicherheit schaffen, insbesondere durch die clevere Gegenüberstellung mit Bertjam Pots Led Zeppelin Lampe – ein Objekt, das verspricht einen vor den Ärgernissen des Lebens zu schützen. Und Louis von Anne Lorenz für maigrau ist eine der schönsten Studien, die sich darin versucht Komfort und Zugehörigkeit in banalen, seelenlosen Haushaltsgegenständen zu finden.

IMM Cologne 2013 Museum für Angewandte Kunst Köln Isn’t it romantic Contemporary Design balancing between Poetry and Provocation Home Traveller Anne Lorenz Louis

Home Traveller / Louis von Anne Lorenz. So gesehen bei "Isn't it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation" im Museum für Angewandte Kunst Köln

Die aktuelle Situation im postindustriellen Europa ist natürlich nicht so anders als die erlebte Wirklichkeit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Digitalisierung, der Rückgang von Produktion und der Anstieg von Dienstleistungsanbietern hat Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Dann sind da noch die Herausforderungen, die uns das wachsende Bewusstsein über unsere persönliche Verantwortung für die Umwelt und die sozialen Bedingungen unserer Zeit stellt.

Eine Menge Leute sind demzufolge unsicher, wissen nicht, was sie tun sollen und suchen nach einem sicheren Hafen. Einer konstruierten Realität.

Letztes Jahr, im Kontext seines Buchs “21 Designers for 21st Century Britain”, fragten wir den Royal College of Art Senior Tutor Gareth Williams, wie er die Zukunft für Designer sieht, und er antwortete ”…viele Designer sind sich des sozialen und kulturellen Kontextes ihrer Taten durchaus bewusst. Und ich glaube, dass Designer eine wichtige Rolle dabei spielen werden, wie wir im 21. Jahrhundert leben.

Beispiele für Projekte, wie sie Gareth im Kopf hatte, findet man in dem exzellenten zweiten Teil der Ausstellung; der im Gegensatz zu dem mit den kommerziellen Produkten eine nahezu wortwörtliche Interpretation dessen liefert, was wir unter dem romantischen Geist im zeitgenössischen Design verstehen. Objekte, die im Wesentlichen niemand braucht oder will, aber die uns alle auf eine Weise ansprechen, die sich privat, bequem und hilfreich anfühlt.

In Situ von Julien Carretero z.B. war als Teil der 2010 Dutch Invertuals Ausstellung “Matter of Time” konzipiert und fordert uns heraus entweder zu fliehen oder zu bleiben und der Realität ins Gesicht zu blicken. Pieke Bergmans Glühbirnen schreien “Hab ich dir doch gesagt” und verstärken unsere Unsicherheit. Was in sich wieder Sicherheit erzeugt. Eine primitivere Form von Sicherheit wird währenddessen von Hana Kurkovás “Fine Brushes” erzeugt. Als wir die in Wien sahen, schrieben wir, ”Die Borsten sind Kiefernnadeln. Die Bürste riecht wie Weihnachten. Genial.” Worte, bei denen wir bleiben. Und so ist es eine wahre Schande, dass sie in Köln hinter Glas ausgestellt werden. Ähnlich die Entscheidung Frédéric Dedellys Objects Mélancoliques hinter Glas zu platzieren. Das beraubt sie ihres Heroismus. Oder vielleicht hängen wir nur zu sehr an dem starken Eindruck, den sie bei der Grassimesse 2012 in Leipzig hinterlassen haben.

IMM Cologne 2013 Museum für Angewandte Kunst Köln Isn’t it romantic Contemporary Design balancing between Poetry and Provocation Frederic Dedelley Objets Melancoliques

Arbeiten von Frederic Dedelley. So ausgestellt bei "Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation" im Museum für Angewandte Kunst Köln

Die Frage, ob man überhaupt von einer Rückkehr der Romantik im zeitgenössischen Design sprechen kann, ist jedenfalls eine, die jeder Besucher für sich beantworten muss.

Wir denken zwar nicht, dass man das wirklich beantworten kann, aber ihr habt wahrscheinlich erwartet, dass wir so etwas sagen…

Auf der einen Seite ist unsere moderne Welt viel komplexer als die im 19. Jahrhundert, Ursache und Wirkung sind nicht mehr so eindeutig miteinander verbunden wie einst. Aber auf der anderen Seite entstanden die ausgestellten Objekte oft über viele Jahre und aus einer Vielzahl von Gründen: nicht alle hatten oder haben mit dem Kontext zu tun, in dem sie heute ausgestellt werden.

Ja, die Objekte können alle mit Romantik verbunden werden – “Wer suchet, der findet” – aber für uns repräsentieren sie in keiner Form einen Beweis für eine neue, generelle Bewegung unter Designern hin zu dem Geist und den Motiven der Romantik.

Und tatsächlich kann man auf Grundlage einiger Objekte argumentieren, dass die Postmoderne eine Rückkehr zur Romantik war. Aber wenn man immer zurückkehrt, was ist so neu oder interessant daran? Während andere Objekte implizieren, dass sie ihre Lektion in der Moderne gelernt haben, kehren wir jetzt zum Handwerk zurück und geben historischen Fehlern gewissermaßen ein neues Gewand? Wenn das der Fall ist, dann ist Romantik nur eine historische Referenz.

Wir glauben auch nicht, dass eines der Objekte zu mehr als einer Fußnote in der Designgeschichte taugen wird. Geschweige denn ein Signal für eine neue Richtung im Design oder in der Gesellschaft bilden wird. Nicht dass wir stänkern wollen – ganz und gar nicht. Es kann einfach nur nicht alles immer Revolution sein.

Einige der Ideen, die in manchen Projekten aus der Ausstellung entwickelt wurden, werden zweifelsohne Mainstream werden und wir haben große Hoffnungen für das ein oder andere. Aber sie werden das nicht in einem Kontext zeitgenössischer Romantik.

Und schließlich lässt sich festhalten, dass, genau wie im 19. Jahrhundert nicht alle Menschen voller Ehrfurcht vor Gebirgszügen standen, bevor sie heim gingen und ein tausendseitiges Gedicht über gute und schlechte Ritter lasen oder sich vor lauter Verzweiflung mit Arsen vergifteten, auch die Mehrheit der Menschen heute nicht nach einem Ausweg aus der Realität sucht. Nach einem Bier, eventuell. Bestimmt auch nach einer Umarmung, hin uns wieder. Aber darüber hinaus?

Davon mal abgesehen ist “Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation” sehr zu empfehlen – nicht zuletzt, weil es uns einen Einblick in einen faszinierenden neuen Weg gibt, die Dinge, die uns umgeben, zu betrachten und zu fragen, warum sie uns umgeben. Die exzellent konzipierte und realisierte Ausstellung lässt Raum zwischen den Exponaten, Raum sich zu bewegen und weiter zu denken.

Neben der Ausstellung können wir auch den Ausstellungskatalog sehr empfehlen, der intelligente Beiträge von internationalen Experten wie Design Museum London Direktor Deyan Sudjic, Gerrit Terstiege vom GRID Magazine und natürlich Ausstellungskuratorin Tulga Beyerle enthält.

“Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation” ist bis 21. April 2013 im Museum für Angewandte Kunst Köln zu sehen. Weitere Informationen unter www.makk.de



Bauhaus Universität Weimar summaery2012: Schwarz auf Weiß von Jenni-Fee Hahn

Friday, July 20th, 2012

Unter den vielen ordentlichen, wenn nicht gar etwas altmodischen Diplomprojekten, die bei der Ausstellung der Bauhaus Universität Weimar summaery2012 zu sehen waren, war das Projekt, das am wenigsten Aufmerksamkeit bekommen hat, unserer Meinung nach das beste: nämlich Schwarz auf Weiß von Jenni-Fee Hahn.

Moderne Kommunikation ist ja schön und gut. Sie ist schnell, einfach und universell. Aber wir alle wissen doch, dass es – wie Blur es so treffend formuliert haben – auch Mist ist. Es befriedigt uns nicht. Es motiviert uns nicht. Es inspiriert uns nicht. Schwarz auf Weiß von Jenni-Fee Hahn tut das alles sehr wohl.

Schwarz auf Weiß ist mehr ein Konzept denn ein Produkt per se: Es handelt sich dabei um kaum mehr als ein Schreibset mit Briefmarke. Es bildet allerdings das perfekte Gegenmittel dazu, mal wieder in einem Café zu sitzen, dabei Facebook zu checken oder seinen Freunden, die höchstwahrscheinlich gerade das gleiche tun, noch ein weiteres Instagram-Foto von einem Capucchino zu twittern…

Einen Brief schreiben. Ein paar Notizen machen. Etwas zeichnen… Einfach dieses schöne Gefühl wiederentdecken, wie es ist, sich in seinen Gedanken und Vorstellungen zu verlieren und einfach nicht wahrzunehmen, was der Rest der Welt gerade macht… Digitale Kommunikation ist eine Notwendigkeit; analoge Kommunikation ist ein Vergnügen. Ehrlich!

Die wahre Schönheit von Schwarz auf Weiß liegt natürlich darin, dass es ein Mittel bietet, der digitalen Welt zu entfliehen. Viele von uns sind sich bewusst, dass es mehr im Leben gibt, als wir aktuell annehmen, doch den Kreis zu durchbrechen ist schwer. Den richtigen Moment abzufassen, aus dem Leben zu treten und einfach etwas Stimulierendes zu tun ist gar nicht so leicht.

Ein Schreibset, das man mit seinem Kaffee bestellen kann, ist vielleicht der einfachste und schönste vorstellbare Weg, unseren Platz in der Welt und unseren Selbstsinn wiederzugewinnen. Denn es kostet keinerlei Anstrengung, lediglich den Wunsch es zu tun. Und das ist genau das, was uns wirklich angesprochen hat.

Bauhaus University Weimar Summaery 2012 Schwarz auf Weiss by Jenni-Fee Hahn 1

Bauhaus Universität Weimar summaery2012: Schwarz auf Weiß von Jenni-Fee Hahn

Bauhaus University Weimar Summaery 2012 Schwarz auf Weiss by Jenni-Fee Hahn 2

Schwarz auf Weiß von Jenni-Fee Hahn. Auch ein kleiner Briefkasten ist dabei, sodass man seine Briefe direkt abschicken kann, bevor man sich wieder ins digitale Zeitalter begibt.



DMY Berlin 2012: Stephan Schulz Domestic Landscape

Monday, June 11th, 2012

Eine der schönsten Begegnungen auf dem DMY Berlin 2012 hatten wir mit Stephan Schulz. Zum einen, weil Stephan der Produktdesigner mit der gesundesten Einstellung zu dem ganzen Zirkus ist, den wir kennen. Zum anderen, weil man bereits nach ein paar Minuten in seiner Gesellschaft keine Angst mehr hat vor der ganzen Arbeit die noch vor einem liegt.

Aber natürlich auch, weil wir uns schon darauf gefreut hatten, seine neue Domestic Landscape Kollektion zu sehen, welche – wie es in der Pressmitteilung so schön heißt – “… Erde nach Hause bringt”. Wenn wir das machen, wird Mutti immer stinksauer. Stephan hat nun einen zivilisierten, ja sogar nützlichen Weg gefunden, Erde in den Wohnbereich zu integrieren.

Vor ein paar Jahren hat Stephan an einem ähnlichen Projekt mit Lehm gearbeitet. Deshalb dachten wir, dass Domestic Landscape daraus entstanden ist. Ist es aber nicht. Zumindest nicht direkt. Es wurde vielmehr im Rahmen eines neuen Projektes, das von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt gefördert wurde, entwickelt. Aber natürlich finden sich darin Elemente die Stephan durch Erfahrungen mit seinem früheren Projekt sammeln konnte.

Zentraler Bestandteil von Domestic Landscape ist die Klimawand: Ein modulares System mit Holzrahmen, an den die Erd-”Fliesen” gehängt werden können. Oder auch nicht. Es können auch Bereiche frei gelassen werden. Die Fliesen bestehen aus einer Mischung aus Erde, Stroh und alten Zeitungen. Nachdem alles zusammengemischt und in Form gebracht ist, werden die Teile getrocknet – nicht gebacken. Das ist für Stephan ein wichtiger Punkt, denn es verleiht dem System seinen Raumklima beeinflussenden Charakter. Es bleibt natürlich, erdnah sozusagen. Mit optionalen Metallelementen können Aufbewahrungselemente ergänzt werden. Als modulares System kann die Wand außerdem nach Bedarf aus-, um- und abgebaut werden. Wir können uns die Klimawand sehr gut im Büro oder im Einzelhandel vorstellen. Vor allem als Raumteiler. Nicht nur wegen ihres Designs und des Einflusses auf das Raumklima sondern auch wegen der Akustikeffekte.

Die Domestic Landscape Kollektion enthält außerdem Beleuchtung, einen bepflanzbaren Erdtisch und Fußboden”elemente”.  Zu diesen “Elementen” fällt uns nur “Klumpen” ein, ein möglicher Verwendungszweck leider nicht. Die Lampe scheint – ohne jetzt respektlos klingen zu wollen – das kommerziell machbarste Element der Kollektion zu sein. Die Möbelbranche ist ja momentan verliebt in Möbel die “eins sind mit der Natur”. Das kann die Lampe gut rüberbringen und ist dabei zugänglicher und verkäuflicher als die Klimawand. Der bepflanzbare Erdtisch ist einfach unpraktisch, aber wirkt in einem modernen, offenen Büro sicher großartig. Es sei denn, man hat Heuschnupfen.

Weitere Informationen zur Domestic Landscape Kollektion gibt es unter www.studio-stephanschulz.com.

 



V&A Museum London: British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age

Monday, May 7th, 2012

Ende März hat das V&A Museum London die Ausstellung “British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age” und damit die Hauptsommerausstellung sowie den tragenden Pfeiler ihrer Huldigung aller britischen Dinge im Jahre 2012 eröffnet.

Die Geschichte des Designs in Großbritannien seit der letzten Londoner Olympiade dokumentierend, beginnt “British Design 1948-2012″ in einer Zeit, in der sich die Briten vom Trauma des Zweiten Weltkrieges erholt und begriffen haben, dass in den Trümmern des Krieges die Chance liegt, die Gesellschaft und Wirtschaft neu zu ordnen und den Grundstein für eine schöne neue Zukunft zu legen. Und geht man durch die Ausstellungsräume von “British Design 1948-2012″ kann man kaum mehr leugnen, dass es tatsächlich dieser Prozess der Erneuerung war, der die Basis für die Geschichte modernen britischen Designs bildete.

Durch soziale Umstrukturierung, Massenimmigration, Jugendarbeitslosigkeit usw. bildeten sich die ersten Subkulturen unter Jugendlichen heraus und, wie die Ausstellung deutlich macht, ist insbesondere diese vielfältige Jugendkultur es, die die Geschichte vom britischen Design seit dem Krieg maßgeblich mitbestimmt hat.

Wir sagen nicht, dass alle britischen Designepochen ihren Ursprung in der Jugendkultur haben. Wir sagen auch nicht, dass Großbritanniens besten Designer überhaupt von der Jugend auf der Insel beeinflusst worden waren. Jasper Morrison, zum Beispiel, wurde zu dem Designer, der er heute ist, weil er die Memphis Gruppenausstellung in Mailand besucht hat und Zeit in Berlin mit Andreas Brandolini, Axel Kufus und anderen Mitgliedern der “Neues deutsches Design”-Bewegung verbrachte. Was jedoch nicht abzustreiten ist, ist dass es einen Einfluss der Jugendkultur auf die Geschichte des britischen Designs gab und dass dieser sich bis zum heutigen Tag auswirkt.
Nun…, so ganz richtig ist das nicht. Irgendwo in den späten 1990ern verliert sich der Faden, aber darauf kommen wir noch….

 

V&A Museum London British Design 1948-2012 Innovation in the Modern Age london john piper the englishmans home

Ein Teil von "The Englishman's Home" von John Piper bei "British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age" @ the V&A Museum London

Nimmt man eine sehr weite Definition von “Design” und zieht so viel wie möglich aus den Unterkategorien heraus, erinnert “British Design 1948 -2012″ an die Charakteristik einer Flunder: viel breiter als tief. Was nicht heißen soll, dass diese Tatsache die Ausstellung oder das Erlebnis für die Besucher schmälern würde…

In einem Interview, das wir hoffentlich bald posten können, erzählt uns der Direktor eines führenden europäischen Designmuseums, dass die Rolle eines Museums tatsächlich die ist, die Sammlung zu nutzen, um Geschichten zu erzählen und man müsse sich nur entscheiden, welche. Das V&A hat sich entschieden, sich in die Tiefen ihrer britischen Sammlung zu stürzen, um britisches Nachkriegsdesign in seinen sozialen, kulturellen und historischen Kontext zu setzen. Eine ziemlich gelungene Geschichte, wie wir finden.

Vom Brutalismus der 1950er über die Swinging Sixties bis hin zum Punk der 70er, Rave der 80er und Cool Britannia der 90er sowie allem dazwischen zeigt die Ausstellung über 350 Exponate, die die Entwicklung des Designs im Vereinigten Königreich ausgezeichnet erklären.

Und schließlich stellt die Ausstellung die Frage der Fragen: Der Olympiade 1948 folgte das Fesitival of Britain, was den Anstoß für den britischen Nachkriegsaufschwung gab… Was werden also die Spiele von 2012 bewirken? – Es ist eben eine große Sache mit den Erwartungen auf den britischen Inseln und den Spekulationen, ob die Olympischen Spiele 2012 auch ein schönes neues Zeitalter einläuten werden. Auch wenn natürlich kaum jemand wirklich daran glaubt…

Alle in der Ausstellung gezeigten Exponate früherer Jahrzehnte wurden in Großbritannien produziert. Wir vermuten, das ist hauptächlich der Alternativlosigkeit geschuldet. Heutzutage kann im Ausland produziert werden. Und die Designs führender zeitgenössischer Designer werden das auch. Barber Osgerby arbeitet derzeit mit Vitra, Magis, ClassiCon und flos zusammen; Benjamin Hubert mit De Vorm, De La Espada und &Tradition; Doshi Levien mit Moroso, Cappellini und Richard Lampert.

Wir wollen das überhaupt nicht verurteilen. Das ist ja nichts schlechtes. Vor allem ist es aber eine Situation, die sich – wenn wir mal ehrlich sind – nicht ändern lassen wird. Nur bedeutet es eben auch, dass – egal, wie erfolgreich britische Designer sein werden – ihr Beitrag zu Großbritanniens Bruttoinlandsprodukt unerheblich sein wird.

Auffallend bei der Ausstellung ist außerdem, wie das Wesen des britischen Designs gezeichnet wird. Die Exponate können vorwiegend als ikonische, stylische und attraktive Objekte charakterisiert werden. Großbritanniens “zeitgenössische Designtradition” besitzt also anscheinend keinerlei Werke, die man als wirklich innvovativ bezeichnen könnte oder die so etwas wie eine globale Bewegung losgetreten haben.

“Aber was ist mit der Concorde?”, hören wir es da gleich aus der ersten Reihe rufen. “Die entstand  in Zusammenarbeit mit Franzosen und ist zwar ohne Frage ein Symbol für luxuriöse Flugreisen, aber was hat die Concorde zur modernen Luftfahrt beigetragen?”, antworten wir da.

Und ja, Jonathan Ive wurde für seine Leistungen im Design sogar zum Ritter geschlagen. So ein MacBook sieht ja auch wirklich sehr gut aus, aber für die Funktion eines Apple Produkts ist sein Entwurf nicht ausschlaggebend. Er sorgt (nur) dafür, dass die Geräte gut aussehen. Oder anders ausgrdrückt: Ive designt in feinster britischer Designmanier kultige, stylische Objekte.

Wie wir schon oft festgestellt haben, haben in den Jahren nach dem Krieg die ansteigenden verfügbaren Einkommen und die soziale Sicherheit einen Markt für Konsumgüter der Sorte Mary Quant oder Terence Conran geschaffen. Und die britische Jugend mit ihrer unbeugsamen Fähigkeit, die harte soziale Realität in kreative Energie umzuwandeln, lieferte dafür die musikalische Kulisse. British Design avancierte zu einem Teil des British Styles und rief in der ganzen Welt Neid hervor.

Aber wie wir bereits sagten, verlor man irgendwann Mitte der 1990er den Anschluss an die Jugendkultur. Doch während wir das normalerweise gerne Damien Hirst und seinen Kumpels von den Young British Artrists in die Schuhe schieben, müssen wir die Schuld dieses Mal leider an anderer Stelle suchen.

Das Problem ist das Internet – versteht man es als ein Medium, in dem wegen seiner rasanten Prozesse Jugendkulturen schon wieder abgeschrieben sind, bevor sie überhaupt die Möglichkeit hatten, sich zu entwickeln und Fuß zu fassen. Das steigende Tempo unserer digitalen Welt bedeutet, dass eine Massenbewegung wie die Ravekultur – die unserer Meinung nach die letzte wirklich große Jugendkultur war und die es noch vermochte Designer, wie Tom Dixon, ins Rampenlicht zu katapultieren – wahrscheinlich nie wieder möglich sein wird. Und ohne die Jugendsubkultur….

Aber zumindest in der Ausstellung hält man an den bewährten Strategien fest. Das “British Design 1948-2012″-Ausstellungsdesign wurde nämlich von Ben Kelly entworfen, der auch  Malcolm McLaren & Vivienne Westwoods Kings Road Boutique sowie das Interieur von Hacienda entwarf. Wir können uns kein besseres Beispiel für die Bedeutung von Jugendsubkulturen als führende Kräfte im British Design vorstellen.

V&A Museum London British Design 1948-2012 Innovation in the Modern Age FAC 51 Hacienda Ben Kelly

Teil vom Hacienda Interieur, entworfen von Ben Kelly. Gezeigt bei British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age. Ausstellungsdesign von .... Ben Kelly.

Wir sagen nicht, die Situation ist hoffnungslos. Britische Designer werden zweifelsfrei weiter nachgefragt werden, aber ihre Karrieren werden zunehmend von ausländischen Herstellern abhängig sein und die Entscheidungen über die Aufträge dieser Hersteller wiederum werden von globalen Marketing- und Verkaufsstrategien abhängen – anders als etwa die Graswurzelbewegung, die das Ansehen des British Designs einst begründet hat. So wie das “British” wird demzufolge auch das “British Design” immer schwieriger zu definieren sein. Aber das ist eine Frage des Nationalstolzes – und nicht einer Designtheorie.

Schließlich kann “British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age” entweder als Dokumentation der vergangenen 60 Jahre britischer Designgeschichte kombiniert mit einem Versuch, British Design in einem globalen Kontext zu verorten, gesehen werden – wie es sich die Kuratoren gewünscht haben – oder man betrachtet die Ausstellung als erste große Retrospektive des goldenen Zeitalters im British Design.

So oder so ist es eine wichtige Ausstellung und definitiv sehenswert.

“British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age” ist bis zum 12. August 2012 im V&A Museum London zu sehen.

V&A Museum London British Design 1948-2012 Innovation in the Modern Age concorde

Bereit, um dem Sonnenuntergang entgegen zu fliegen? Ein maßstabsgetreues Modell der Concorde bei British Design 1948-2012. Innovation in the Modern Age

 



IMM Cologne 2012: Richard Lampert Living Outdoor

Thursday, February 9th, 2012

Nach der “Kids Only” Kollektion im letzten Jahr, ist Richard Lampert in Köln 2012 mit einer Outdoormöbel-Kollektion zurück. Und genau wie “Kids Only” nicht nur für Kids interessant war, eignet sich “Living Outdoor” auch für “Living Indoor”. Das ist eine gute Sache, wenn man nördlich von Alicante lebt und nie sicher sein kann, wie der Sommer wird.

Mit vier neuen Produkten von drei aus dem Lampertschen Produktsortiment bekannten jungen Designtalenten, kann die Kollektion als Ergänzung der bekannten Lampert Garten- und Balkonmöbelserie, bestehend zum Beispiel aus dem Tisch- und Bank-Set Ludwig, dem Beistelltisch Flip oder der outdoor Version von Herbert Hirches bekanntem Lounge Chair, verstanden werden.

Nach seinem Pit Stop Sitzsack für die “Kids Only” Kollektion im letzten Jahr, hat  Bertjan Pot, Absolvent der Eindhoven Design Academy, Tie-Break, einen Stuhl aus Tennisnetz entwickelt. Das ist ein zugegebenermaßen unkonventionelles Material, aber es ist bewusst gewählt, denn es erlaubt dank seiner Widerstandsfähigkeit den Stuhl bei jedem Wetter im Freien stehen zu lassen ohne große Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen.

Nun kennt ihr uns und wisst, dass wir nicht gleich allen Möbel verfallen sind, nur weil sie aus Alltagsgegnständen hergestellt sind. Bei Tie-break dient das Tennisnetz jedoch als grundlegendes und ausschlaggebendes Kriterium für die Funktion des Möbels und re-interpretiert nicht einfach nur, wie man ein Tennisnetz verwenden könnte. Das ist ein wichtiger Unterschied – und ein wundervolles Beispiel dafür, wie ein Designer denken sollte, wenn er das Material für ein Projekt auswählt. Es ist nicht immer nur “Form folgt Funktion”…

Der aus Köln stammende Eric Degenhardt hat als Langzeitmitglied im Richard Lampert Team nun den Klapptisch Hook entwickelt. Das ist ein bezaubernder Balkontisch, der sich zu einer Art flachen Bratpfanne zusammenklappen lässt und an einer einfachen Schraube aufgehangen werden kann.

Ein anderer Langzeit-Lampert-Mitarbeiter, Alexander Seifried, hat gleich zwei Produkte für die ”Living Outdoor” Kollektion entworfen: ein Outdoormöbel zwischen Sonnenliege und Kanapé namens Dish’s Island und – unser Highlight der Kollektion – der Klappstuhl MASH. Als wir MASH zum ersten Mal sahen, dachten wir sofort an den Linienrichter im Tennis aus längst vergessenen Zeiten. Damals als Tennisschläger noch mit Schweinedarm bespannt waren…

Aber die wahre Geschichte hinter dem Stuhl kam in unserem Gespräch mit Richard Lampert höchstpersönlich ans Licht…

(smow)blog: Gartenmöbel. Wir nehmen an, das bedeutet, die Dinge laufen für Sie so gut, dass Sie sich zukünftig etwas zurücklehnen wollen und den ganzen Sommer entspannt im Garten verbringen wollen?

Richard Lampert: Ganz genau! Und ich erwarte wie jedes Jahr bald Sonnenschein – den Frühling.

(smow)blog: Optimistisch. Aber das gönnen wir Ihnen. Für die “Living Outdoor” Kollektion haben Sie einige bekannte Gesichter ins Boot geholt…

Richard Lampert: Ja. Wir haben Alexander Seifried, der zwei Stücke entwickelt hat – eine Sonnenliege und einen Klappstuhl, der so etwas wie eine Neuauflage eines Armee-Klappstuhls ist, den wir unter einem Haufen Gerümpel gefunden und überarbeitet haben. Wir haben ihn MASH nach dem Film und der TV Serie genannt.

(smow) blog: Sie haben Ihn also beim Kellerputz gefunden und gedacht….?

Richard Lampert: …fantastisches Stück, wunderbarer Stuhl, wir müssen etwas daraus machen!

Daneben haben wir von Bertjam Pot einen Stuhl, der aus Tennisnetz in Verbindung mit dem Material von Autogurten hergestellt ist. Und wir arbeiten immer noch mit einem, jungen Schweizer Architekten an einem neuen Tisch mit passenden Stühlen. Wir haben es nicht geschafft, das Projekt bis Köln fertigzustellen, werden es aber in Mailand vorstellen.

(smow)blog: Und wie streng waren die Anweisungen in diesem Jahr? Haben Sie zum Beispiel zu Bertjam gesagt, dass Sie den und den Stuhl wollen?

Richard Lampert: Nein, dieses Mal war alles sehr frei. Wir sagten, wir wollen “Gartenmöbel” und naturgegebenermaßen eröffnet das nicht so viele Möglichkeiten wie etwa “Kindermöbel”. Man kann einen Tisch, eine Bank, einen Sonnenschirm, einen Stuhl, eine Liege machen…. aber viel mehr ist da nicht.

(smow)blog: Das zweite Jahr in Folge stellt Lampert nun die neue Kollektion in Köln und nicht wie die meisten Hersteller in Mailand vor. Warum?

Richard Lampert: Hier haben wir 100 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung, in Mailand nur 50. In Mailand haben wir also nicht den Platz, um so eine Präsentation wie hier auf die Beine zu stellen. Und dann ist es einfach so, dass Deutschland unser wichtigster Markt ist, hier machen wir den größten Umsatz. Für mich ist es also nur logisch unsere Kollektionspräsentation auch hier, in Köln, zu veranstalten.



Museum für Angewandte Kunst Köln: Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel

Tuesday, January 17th, 2012

Wie es die Tradition so will, richtet das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) auch in diesem Jahr wieder, wenn in Köln die Möbelmesse IMM stattfindet, eine Sonderausstellung zum Thema Möbel aus.

Unter dem Titel “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” stellt das MAKK über 120 verschiedene Möbel aus, denen eins gemein ist: sie wurden alle von Architekten designt.

Museum für Angewandte Kunst Köln Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel

Museum für Angewandte Kunst Köln: Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel

Wie treue Leser längst wissen werden, ist der “Möbel-Architekt” eines unserer Lieblingstehmen. Und das nicht nur, weil solche Architekten einige wirklich fantastische Arbeiten hervorgebracht haben – und das oft nur aus purer Leidenschaft und mit wenig oder gar keinen finanziellen Ambitionen -, sondern weil wir glauben, dass das Verstehen des “Möbel-Architekten” eine wichtige Basis für das Verstehen der Möbelindustrie und letztendlich guten Möbeldesigns ist.

In der Pressemitteilung erklärt das MAKK, dass viele der Architekten zum Möbeldesign gekommen seien, weil sie auf dem Markt kein passendes Mobiliar für ihre Projekte gefunden hätten.

Es ist naturgemäß nicht unsere Art alteingesessenen und anerkannten Designmuseen zu widersprechen.

Aber.

Wir glauben zwar auch, dass der Notwendigkeitsaspekt in manchen Fällen bestimmt ein entscheidender Faktor gewesen ist, der Wunsch ein Projekt vollständig zu kontrollieren und so eine formale Einheit zu schaffen in vielen Fällen aber als bedeutender einzuordnen  ist.
Wir haben einige hübsche Zitate gefunden; z.B. wie Egon Eiermann nur zustimmen wollte, ein Haus in Berlin zu entwerfen, wenn er auch die Möbel gestalten durfte; oder wie Arne Jacobsen ähnliche Forderungen stellte, bevor er die Aufträge für das SAS Royal in Kopenhagen und das St. Cahthrines College in Oxford akzeptierte. Und Le Corbusier hat seine sozialen Wohnungsbauten der 1950er nur nicht selber eingerichtet, weil IKEA noch erfunden werden musste.

Für uns ist diese Unterscheidung so wichtig, weil sich aus ihr etwas entscheidendes herauslesen lässt: Die Motivation definiert den Hintergrund der entworfenen Möbel und unterstreicht als solches die Art und Weise, wie die Architekten dachten und arbeiteten.

Was unstrittig ist, ist der Wert der Arbeiten.

Museum für Angewandte Kunst Köln Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel

10 Unit System von Shigeru Ban über Artek (2009)

Neben Stücken aus der museumseigenen Sammlung wird “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” durch Leihgaben vervollständigt und erzählt die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts “Möbel-Architekten”. So beginnt die Ausstellung bei Werken von Hoffmann, Wagner oder Emil Beutinger. Letzterer ist mit seiner wunderbaren Kücheneinrichtung aus dem Jahr 1903 vertreten. Das Ensemble enthält einen “Sitzschrank”, der auch aus einer Haute Couture Kollektion des Ateliers Moormann stammen könnte.

Im Vergleich zu der dezenten Eleganz vieler früher Stücke, konnten wir uns nicht dem Eindruck entziehen, dass viele modernere Stücke förmlich schreien “Sieh mich an!”.

Natürlich wissen wir, dass der Wunsch nach Aufmerksamkeit noch ganz andere Ausmaße annehmen kann. Man denke nur an Menschen, die ihrer Berühmtheit wegen in den australischen Dschungel ziehen und vor laufender Kamera Kangaroohoden essen, nur um mit dem, “was sie der Gesellschaft hinterlassen haben”, in Erinnerung zu bleiben. – So um Aufmerksamkeit bemüht waren wirklich nur die allerwenigstens Stücke in der Ausstellung.

Nun könnte man argumentieren, dass der Grund dafür ist, warum viele der Vorkriegsmöbeldesigns im Gegensatz zu den modernen “Hinguckern” so konservativ und, ja, normal erscheinen, dass die Gesellschaft auch so war. Es gab keine größeren oder kleineren Angriffe auf akzeptierte Normen.

Nach der Postmoderne, dem Dadaismus und dem Punk haben wir jedoch andere Erfahrungen gemacht und mittlerweile ist es sogar zulässig Konventionen anzufechten. Dies gilt insbesondere für Möbel, die für ein Gebäude entworfen wurden, das Ansprüchen an modernes Wohnen gerecht werden muss.

Was uns zu den Ursachen zurückbringt, warum ein Architekt Möbel designt….

So oder so glauben wir, dass jene Architekten, die in die Kategorie “Hauptsache Aufmerksamkeit” fallen, gar nicht erst als “Möbel-Architekten”, sondern als “Künstler” bezeichnet werden müssen. Und ihre Arbeiten nennt man auch nicht “Möbel”, sondern “Kreationen” – oder schlimmer noch “Statements”.

Das führt uns zu der Frage, ob solche Künstler überhaupt in eine Möbelausstellung wie diese gehören. Nun, Kunst, Design und Architektur sind zwar verschiedene Disziplinen, sie können jedoch ineinander greifen und verschmelzen. Die Frage, die aber bleibt, ist, welche Disziplin die dominante ist. Bei der Auswahl der Objekte für so eine Ausstellung würden wir sagen, ist es Design. Idealerweise Design, das mit der Übung, dem Auge und dem Verständnis eines Architekten gestateltet worden ist.

Was zwangsläufig zu der nächsten Frage führt: Wo war eigentlich das USM Haller Möbelsystem – ein Möbel, das direkt aus einem architektonischen Konzept entstanden ist?

Museum für Angewandte Kunst Köln Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel

Jean Prouvé und Alvar Aalto bei Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel

“Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” ist eine gute Ausstellung. Unser Problem ist aber, dass nicht genug erklärt wird; es wird nur gezeigt. Für eine Sonderausstellung in einem Museum wie dem MAKK ist das einfach zu wenig. Man sollte die Ausstellung doch mit dem Gefühl verlassen, wirklich etwas über das Thema erfahren zu haben.

Wir kennen uns auf dem Gebiet einigermaßen gut aus und haben es genossen, die Stücke einfach alle einmal beisammen zu sehen und vergleichen zu können. Den meisten Besuchern geht es vermutlich anders – sie kennen nicht schon die meisten der Exponate, weil sie diese und andere Möbelklassiker in einem Onlineshop verkaufen.

Für einige Ausstellungsstücke gab es sogar gut konzipierte und hübsch illustrierte Schautafeln, für die Mehrzahl gab es jedoch nur etwas, das aussah wie Archivkarten mit einem Namen und wenigen anderen Informationen darauf.

Und dann war da natürlich noch die Entscheidung einige Stühle 5 Meter hoch über dem Boden zu platzieren – halb versteckt in Kisten, sodass sie keiner sehen kann. Das finden einfach nur blöd.

Trotz des für uns etwas lustlosen Ausstellungskonzepts bleibt der Wert der Arbeiten unangetastet und “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” einen Besuch wert – besonders während der IMM Cologne, wenn der Eintritt frei ist.

“Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” ist im Museum für Angewandte Kunst Köln bis 22. April 2012 zu sehen.