Archive for the ‘Tourismus’ Category

Gewerbemuseum Winterthur: Wood Loop – Auf Biegen und Brechen

Friday, November 16th, 2012

Auch auf die Gefahr hin Möbelhistoriker zu verärgern, wollen wir an dieser Stelle mal festhalten, dass Holz wohl das Material ist, was schon am längsten zur Möbelproduktion dient. Es ist komplex und schwer zu bearbeiten. So ist das Biegen und Formen eines Stückes Holz ein Prozess, der seit jeher Architekten und Designer gleichermaßen fasziniert und zur Weißglut bringt.

Von Michael Thonets bahnbrechender Forschung im 19. Jahrhundert über die Fortschritte von Alvar Aalto, Marcel Breuer oder Charles Eames im 20. Jahrhundert bis hin zu Christian Kuhns und Serge Lunins Entwicklung des Dukta* Verfahrens im 21. Jahrhundert, war der Wunsch Holz so leicht wie Metall oder Plastik zu formen, eine treibende Kraft in der Entwicklung des heute bekannten Designs und der Architektur.

Am Samstag, den 17. November, wird im Gewerbemuseum Winterthur die neue Ausstellung “Wood Loop – Auf Biegen und Brechen” eröffnet und wird einen Blick auf Holz im Möbeldesign im Laufe der Zeit, vor allem aber den Gebrauch von Bugholz in all seinen Facetten werfen. Der Ausstellungstitel verweist natürlich auf die bekannte Maxime von Michael Thonet “Biegen oder Brechen”.

Neben den in der Ausstellung gezeigten klassischen und zeitgenössischen Beispielen für Bugholzmöbel, verspricht “Wood Loop – Auf Biegen und Brechen” eine umfassende Erklärung des Dukta Verfahrens und seiner Entstehungsgeschichte, während für “Atelier Dukta” sieben Architekten und Designstudios jeweils ein Projekt für die Ausstellung entwickelt haben.

Wir haben die Ausstellung noch nicht gesehen und können daher natürlich keinen Kommentar dazu abgeben, wie gut sie ihre gesteckten Ziele erreicht oder wie tiefgreifend das Thema tatsächlich angegangen wird. Aber schon allein die Idee der Ausstellung finden wir absolut faszinierend und das Thema hat sicher das Zeug für eine erlebnisreiche Ausstellung.

Und allen, die es zur Eröffnung am Samstag schaffen, ist eine besondere Überraschung garantiert; unsere alten Kumpel vom Thonet Bugholzteam werden nämlich da sein, um live Michael Thonets revolutionäres Verfahren zu demonstrieren. Und keine Angst davor zu fragen, ob ihr auch mal probieren dürft. Normalerweise sagen sie Ja…

Wood Loop – Auf Biegen und Brechen ist im Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14, 8400 Winterthur, Schweiz vom 17. November 2012 bis 21. April 2013 zu sehen.

Neben der Ausstellung hat das Museum auch das unerlässliche Rahmenprogramm organisiert. Weitere Informationen gibt es unter http://gewerbemuseum.ch.

*Das Dukta Verfahren wurde von Christian Kuhn und Serge Lunin in einem gemeinsamen Projekt mit akademischen und industriellen Partnern entwickelt. Es beinhaltet das minimale Einschneiden von Holz, um die Flexibilität zu erhöhen.

Gewerbemuseum Winterthur Wood Loop Auf Biegen und Brechen Michael Thonet

Biegen oder Brechen. Michael Thonet der Vater aller Holzbieger.

Gewerbemuseum Winterthur Wood Loop Auf Biegen und Brechen Thonet

Das von Michael Thonet entwickelte Verfahren wird heute noch praktiziert. (Hier im Thonet Werk in Frankenberg (Eder))

 

Marcel Breuer design and architecture Bauhaus dessau Isokon moulded plywood chair

Gebogene Sperrholzmöbel von Marcel Breuer für Isokon, London (1936)



Hôtel Droog Amsterdam

Thursday, September 6th, 2012

Im April 2010 berichteten wir darüber, dass der niederländische Designanarchist Droog ein Hotel in Amsterdam plant. Am 16. September 2012 wird das Hôtel Droog nun endlich eröffnet. Und weil es von Droog ist, hat das Hôtel Droog nur ein einziges Zimmer – das eigentlich ein Apartment ist.

Der Großteil des Komplexes wird von all jenen Dingen eingenommen, die in einem “normalen” Hotel für die Unterkunft nur sekundär wären: essen, trinken, shoppen, sich verwöhnen lassen oder im Garten relaxen.

In einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert in Staalstraat in der Altstadt der niederländischen Hauptstadt gelegen – und damit praktischerweise gleich neben dem Droog HQ – wurde das Hôtel Droog im Laufe der letzten Monate nach und nach geöffnet und sieht für uns so aus als wäre es ursprünglich als Ausstellungsraum gedacht gewesen: Die Galerie, die mit ihren 160 Quadratmetern ein Viertel des verfügbaren Raumes einnimmt, bietet mehr als genug Platz für Droogs internationale Mitarbeiter, um ihren Beitrag zu zeitgenössischer Kunst und Design zu präsentieren. Der angrenzende Fairy Tale Garden und der Dining Room sind zudem perfekte Orte, um zu relaxen und zu verdauen, was man gerade gesehen hat.

Wir werden auf jeden Fall sehr viel schlauer sein, wenn das Projekt erstmal läuft.

Mehr Infos gibt es unter www.hoteldroog.com.

Und sobald das Presseteam von Droog die versprochenen Pressefotos in die Datenbank hochgeladen hat, werden wir ein paar davon posten.

hotel droog



Maria Keil 1914-2012

Thursday, August 2nd, 2012

Vor gefühlt tausend Jahren befragten wir unseren portugiesischen Lieblingsdesigner Rui Alves alias My Own Super Studio zur Verwendung von Farben in seinen Arbeiten und er antwortete: “Ich versuche, keine Angst vor Farbe zu haben. In der portugiesischen Kunst und im portugiesischen Design hat Farbe traditionell einen hohen Stellenwert, deshalb ist es ganz natürlich für mich viel Farbe zu benutzen.”

Jeder, der verstehen möchte, was Rui damit meint, muss einfach mal einen Tag lang durch den Lissaboner Untergrund reisen. Obwohl es natürlich viele Städte gibt, in denen ein Ausflug in den Untergrund mehr bringt als ein Besuch der lokalen Kunstgalerien, sind die U-Bahn-Stationen in Lissabon ganz besonders lohnenswert. Und das liegt nicht zuletzt daran, dass sie mit sogenannten azulejos, also sehr dekorativen Fliesen, verziert sind. Diese Kunstform ist so portugiesisch wie Sardinen, neue Kontinente zu entdecken oder Fabo.

Verantwortlich für die Mehrheit der Lissaboner azulejos war Maria Keil, eine Frau, die ebenso faszinierend ist wie ihre Arbeit. Die Künstlerin verstarb leider am 10. Juni 2012 im Alter von 97 Jahren.

maria keil

Maria Keil 1914-2012. Hier vor einem neuen azulejo, das sie 2009 für die Modernsisierung der Estação São Sebastião entwarf (Foto: http://www.metrolisboa.pt/)

1914 in Silves geboren, studierte Maria Keil Malerei an der Escola Superior de Belas Artes in Lissabon und war im Laufe ihrer Karriere als Malerin, Grafikerin, Graveurin und Textildesignerin tätig. Wäre sie fünfzig Jahre später geboren, hätte man sie wahrscheinlich einfach in die Kategorie Grafikdesign eingeordnet.

1933 heiratete sie den Architekten Francisco Keil do Amaral. Zusammen bildeten sie eines der bedeutendsten portugiesischen Designteams der Moderne – Franscisco entwarf die Gebäude, Maria das Interieur. Zu ihren wichtigsten Projekten gehörten der ursprüngliche Portela Airport in Lissabon und der portugiesische Pavillon auf der Expo 1939 in Paris, der mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Und so war es kaum überraschend, dass Francisco, als er Ende der 1950er Jahre mit dem Bau der Stationen für das neue Lissaboner Untergrundsystem beauftragt wurde, seine Frau bat, ihnen Farbe und damit Leben einzuhauchen. Außerdem war es keine Überraschung, dass Maria Keil azulejos als Mittel dafür wählte.

Die dekorativen Wandkacheln wurden im 15. Jahrhundert in Portugal eingeführt und etablierten sich schnell im ganzen Land, nicht nur wegen ihrer Farben und Verzierungen, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass sie sowohl dazubeitrugen, Räume durch Lichtreflexion zu erhellen als auch die unansehnlichen Wände der Gebäude zu verdecken. Auch wenn ihr Beliebtheitsgrad im Laufe der Jahrhunderte natürlich je nach dem Zustand des Landes oder der politischen Situation schwankte, so verschwanden die azulejos nie völlig aus dem Stadtbild und sind deshalb auch heute noch überall zu entdecken. Ein Bummel durch jede x-beliebige Straße in Lissabon ist daher in gewisser Weise wie ein Bummel durch eine Freiluftgalerie. Die Reflexionen auf den farbenfrohen Kacheln sind auch ein Grund dafür, wieso Portugal immer etwas heller zu leuchten scheint als andere Länder.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebten die azulejos einen ihrer Tiefpunkte und wurden im Allgemeinen gerade einmal als historisches Artefakt betrachtet. Und obwohl ihre Verwendung in Art déco und Jugendstil bedeutete, dass die Kacheln nach wie vor als aktuell galten, spielten sie in der Architektur keine wirkliche Rolle.

Das änderte sich erst beim International Union of Architects Congress (UIA) “Architecture at the Crossroads” in Lissabon 1953 in Lissabon. Dort wurden portugiesischen Architekten nicht nur aktuelle Theorien zur Verwendung traditioneller, lokaler Produkte und Verfahrensweisen beim Bau von Gebäuden nahegebracht, sondern es wurden auch zahlreiche Beispiele für die Verwendung von azulejos bei den damaligen modernen Umbaumaßnahmen in Brasilien vorgestellt. Und so integrierte moderne portugiesische Architekten eine Neuinterpretation der azulejos aus der ehemaligen Kolonie in ihre Arbeit – ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch für postkoloniale Theorien.

Francisco Keil do Amaral nahm 1953 am UIA teil und sowohl er selbst als auch seine Frau begrüßten diese neuen Impulse. Während Maria Keils Repertoire vor 1953 gar keine azulejos umfasste, entwarf sie nach 1953 azulejo-Designs für viele Projekte ihres Mannes, darunter auch der Luanda Flughafen, eine Wohnsiedlung an der Av. Infante Santo in Lissabon und der Speisesaal der UEP-Ferienanlage in Palmela. Sie tat dies mit einer solchen Natürlichkeit, dass man fast glauben könnte, sie hätte nie etwas anderes gemacht.

maria keil shepherds UEP holiday complex Palmela

Schäfer von Maria Keil im Speisesaal der UEP-Ferienanlage, Palmela. (Photo C.Bargel)

Ein wichtiger Faktor bei allen azulejos von Maria Keil ist die gekonnte Verwendung von Farben; mal mehr, mal weniger, aber immer so eingesetzt, dass die Komposition oder die Grafik perfekt untermalt wird. Bei der gekonnten Verwendung von Farben geht es nicht nur darum, ganz viele oder grelle Farben zu verwenden, sondern darum, die richtige Menge der richtigen Farbe am richtigen Ort zu benutzen.

Obwohl die Bandbreite von Maria Keils Arbeit recht groß ist, ist sie vor allem für ihre Designs der Lissaboner U-Bahnstationen bekannt geworden; Arbeiten, die auch nach ihrem Dahinscheiden an ihr künstlerisches Feingefühl und ihr Verständnis für die portugiesische Geschichte und Tradition erinnern.

Die ersten 11 Stationen wurden direkt während der Bauarbeiten 1957-1959 designt. In den nächsten Jahrzehnten folgten 11 weitere; die letzte war die renovierte Estação São Sebastião im Jahr 2009.

Maria Keils Installationen erinnern ein wenig an Straßenkunst und basieren vor allem auf sich wiederholenden geometrischen Formen und einen Farbeinsatz, der von monoton, wie beispielsweise in der Estação Restauradores oder Estação Intendente, über wohldurchdachten Farb- und Schattierungsstufen bis hin zu sehr auffälligen Arbeiten wie in der Estação Rossio geht.

Maria Keils azulejos sind künstlerisch gesehen nicht nur tolle Beispiele für die visuellen Kompositionen des mittleren 20. Jahrhunderts und können sich durchaus mit den damaligen Arbeiten von Designern wie Ray Eames oder Alexander Girard messen, sondern sind mit ihren Farben und Formen, die auf fünf Jahrhunderte dekorative Kachelgestaltung in Iberien zurückgehen, auch gebührende und respektvolle moderne Interpretationen einer Kunstform, die tief mit der portugiesischen Handwerkstradition verbunden ist.

Deshalb ist ein Ticket für die Lissaboner U-Bahn auch eine der besten kulturellen Investitionen überhaupt.

Danke, Maria Keil!

maria keil Estação Praca de Espanha lisbon

Estação Praca de Espanha Lissabon (Maria Keil, 1959. Photo C.Bargel)

maria keil Estação Parque lisbon

Estação Parque Lissabon (Maria Keil, 1959. Photo C.Bargel)

maria keil Estação Rossio

Estação Rossio Lissabon (Maria Keil, 1963. Photo C.Bargel)



Happy Birthday, Weißenhofsiedlung Stuttgart!

Sunday, July 22nd, 2012

Am 23. Juli 2012 feiert die Weißenhofsiedlung Stuttgart ihren 85. “Geburtstag”; ein Anlass, der einen nahezu perfekten Vorwand bietet, einen der wichtigsten Momente in der europäischen Moderne noch einmal Revue passieren zu lassen. Auch wenn wir dafür eigentlich keinen Vorwand brauchen…

Initiiert vom Deutschen Werkbund in Kooperation mit dem Stuttgarter Gemeinderat, umfasste die Weißenhofsiedlung 63 Wohnungen in 33 Gebäuden, die von ausgezeichneten internationalen Architekten entworfen wurden. Sie war allerdings nur ein Teil einer größeren Ausstellung mit dem Titel Die Wohnung, bei der die Zukunft “häuslicher Einrichtungen” etwas allgemeiner im Kontext der wirtschaftlichen Situation Europas zwischen den Weltkriegen beleuchtet wurde.

Die Sektion Baden-Württemberg des Deutschen Werkbundes formulierte das Hauptziel des Projekts in ihrer Veröffentlichung Die Wohnung der Neuzeit als “…eine Verbilligung der Wohnungsanlagen und des Wohnbetriebs sowie [...] eine Vereinfachung der Hauswirtschaft und eine Verbesserung des Wohnens selbst [...]“1 -  ein Ziel, das hauptsächlich durch die Verwendung neuer Materialien, neuer Verfahren und neuer Technologien erreicht werden sollte. Ja ja, wir wissen schon… aber damals war das ziemlich revolutionäres Zeug.

Man darf nicht vergessen, dass es damals eine Zeit war, in der opulente Ornamente noch als Statussymbol galten. Nichts machte so viel her wie eine Wohnzimmeranrichte, die so aussah als wäre sie aus einem einzigen Baum geschnitzt. Das ist natürlich auch einer der Gründe dafür, wieso die Weißenhofsiedlung so wichtig war und auch heute noch ist: Sie brachte eine neue Denkweise einem breiten Publikum nahe, und das in einer klaren, verständlichen Form, die vor allem auf dem fußte, was möglich war, und nicht auf einer unerreichbaren, futuristischen Vision. Die Weißenhofsiedlung bestand aus echten Häusern, in denen echte Menschen leben sollten.

Der Bau der Weißenhofsiedlung begann am 1. März 1927; die Ausstellung eröffnete am 23. Juli und lief bis zum 31. Oktober. Sie zog in dieser Zeit über eine halbe Million Besucher an; eine Zahl, die wie auch bei Design for Use, USA, im Kontext der Zeit mit den damaligen Transportmöglichkeiten gesehen werden muss. Wenn man das nämlich tut, kommt man zu dem Schluss, dass die Ausstellung nicht nur die Massen in ihren Bann zog, sondern auch ein riesiger Erfolg war.

Leider haben nicht alle Gebäude überlebt; sowohl der Krieg als auch spätere Vernachlässigung machten die Bemühungen von Max Taut oder Hans Poelzig zunichte. Doch immerhin stehen zwei Drittel der Gebäude noch heute und sollten unbedingt besucht werden.

Es wäre viel zu einfach, den Modernismus auf ein paar Stühle und die Bauhaus-Schule(n) zu reduzieren. Wir wissen, dass wir das schon oft gesagt haben, aber es ist wirklich wichtig. Denn um zu verstehen, wo wir derzeit mit Design und Architektur stehen, muss man auch verstehen, was Leute wie Mies van der Rohe, Walter Gropius oder Mart Stam wollten, wieso sie es wollten, wie sie es erreichen wollten, und auch wie ihre Gegner sie davon abhalten wollten.

Die Weißenhofsiedlung Stuttgart beantwortet zwar nicht all diese Fragen, sie ist aber ein sehr wichtiges Teil in diesem großen Puzzle.

1. http://www.weissenhof2002.de/weissenhof.html vom 21.07.2012

Weißenhofsiedlung Stuttgart

Die Weißenhofsiedlung Stuttgart (Foto: Veit Mueller und Martin Losberger)

 



(smow)offline: Charlotte Perriand in der Schweiz

Thursday, July 1st, 2010
Charlotte Perriand with Le Corbusier und Pierre Jeanneret

Charlotte Perriand mit Le Corbusier und Pierre Jeanneret

Wahrscheinlich ist die Pariser Architektin und Designerin am besten für ihre Kooperationen mit Le Corbusier bekannt, mit dem sie zusammen die moderne Bewegung in Europa voran getrieben hat. Nicht zuletzt ist Charlotte Perriand für die Umsetzung der modernen Möbelideen von Le Corbusier verantwortlich und hat somit die Tradition von minimalem gebogenem verchromten Stahl und Ledermöbeln mitbegründet.

Die bekanntesten Werke ihrer Zusammenarbeit sind die von Cassina produzierten LC4 Chaiselongue, LC2 Sessel und der LC7 Drehstuhl welche Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand ehemals für ihr “Maison la Roche” in Paris kreiert haben.

Die Kollaboration zwischen Charlotte Perriand und Le Corbusier war jedoch nur eine Station im Leben und der Karriere. Es folgten Zusammenarbeiten mit Fernand Leger und Jean Prouvé sowie Stationen in Moskau, Japan, Vietnam und Brasilien.

LC4 by Charlotte Perriand Le Corbusier and Pierre Jeanneret through Cassina

LC4 von Charlotte Perriand, Le Corbusier und Pierre Jeanneret hergestellt von Cassina

Ihre Zeit in Brasilien wird in einer Ausstellung im Gewerbemuseum in Winterthur zum Thema gemacht. Eröffnung ist am 4. Juli.

“Charlotte Perriand und ihre Spuren in Brasilien” wurde einer Wohnung gewidmet, welche Sie Anfang der 60er Jahre in Rio de Janeiro designt und gebaut hat. Die Kuratoren der Ausstellung haben die Wohnung im Maßstab 1:2 nachgebaut um so Charlotte Perriands Herangehensweise an Arbeit und Design zu ergründen.

Am 16. Juli eröffnet das Museum für Gestaltung, Zürich die Ausstellung “Charlotte Perriand: Designer, Photographer, Activist”. Die Ausstellung fokussiert sich mehr auf das Möbeldesign, die Fotografie und das soziale Engagement von Charlotte Perriand.

Zusammen bieten die Ausstellungen eine seltene Chance mehr über die wenigen Frauen zu erfahren, die sich in dieser hierarchischen Männerdomäne etabliert haben. Das Frauenwahlrecht wurde erst 1944 in Frankreich eingeführt – zu dieser Zeit hatte Charlotte Perriand, sowie die Pariserin Eileen Gray sich bereits einen Namen gemacht und einen entscheidenden Teil zur Moderne beigetragen.

“Charlotte Perriand und ihre Spuren in Brasilien” ist im Gewerbemuseum Winterthur vom 4. Juli bis zum 22. August zu sehen.

Charlotte Perriand Designer, Photographer, Activist ist im Museum für Gestaltung in Zürich vom 16. Juli bis zum 24. Oktober zu besichtigen.

Und die beiden Museen sind nur 25 KM von einander entfernt – also ein schöner Tagesausflug an einem Feiertag.