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(smow) Sommertour 2011: Burg Giebichenstein Halle

Friday, August 19th, 2011

Nachdem wir bereits der Bauhaus Universität Weimar, Fachhochschule Potsdam, Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Universität der Künste Berlin einen Besuch abgestattet hatten, führte uns die letzte Etappe unserer Sommertour 2011 zur Burg Giebichenstein Halle.

Vielleicht ist das unsere Meinung, aber wir glauben wirklich, dass die Studenten der Burg Giebichenstein mehr und auch vielfältigere Seminare absolvieren als die Studenten aller anderen Unis die wir besichtigt haben – zumindest im Hinblick auf ihre Jahresendpräsentationen.

Ob es nun Plattenhüllendesigns sind oder Stücke die sich an Obst und Gemüse orientieren oder eine Lampe, die Isamu Noguchi entworfen hätte, wenn er noch leben würde – jeder Raum jedes Gebäudes scheint mindestens eine Ausstellung zu beherbergen. Oder zwei.

Unsere Aufmerksamkeit haben vor allem “Eine Bank für zwei” und “Bodenreform” auf sich gezogen.

Bei “Eine Bank für zwei” waren die Studenten aufgefordert, eine Bank für zwei prominente “Kreative”, also Designer, Architekten, Musiker, Schauspieler o.ä. zu entwerfen. Die Banken sollten sowohl den Charakter ihrer Nutzer als auch ihre Beziehung zueinander in der Formensprache und im Material widerspiegeln.

Ein schönes kleines Projekt also, bei dem die Studenten entdecken konnten, wie sie die Arbeit und das Wesen der Menschen verstehen, die sie als Referenz genommen haben, und dadurch auch ihre eigenen Techniken verbessern können.

Und wir durften die Ergebnisse bewundern!

Neben tollen Bänken für Gerrit Rietveld und Charles Eames oder Konstantin Grcic und Dieter Rams war unser Highlight Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames: ein Zweisitzer-RAR. Die Idee hat uns von den Socken gehauen und uns ins Grübeln gebracht: Inwieweit könnte – oder würde – Vitra jemals die Arbeiten von Ray und Charles Eames weiterentwickeln?

Elias Betka's bench for Charles and Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Elias Betkas Bank für Charles und Ray Eames, Burg Giebichenstein Halle 2011

Bei “Bodenreform” ging es offiziell um Böden, Bodenbeläge und ihre Rolle in Architektur und Design, aber das Projekt, das uns am besten gefallen hat, hat nicht wirklich in die Aufgabenstellung gepasst. (Soweit wir das beurteilen können.) Das konnte aber der Genialität von Hobo von Julian Heckel keinen Abbruch tun.

Hobo erinnert an eine viktorianische Staffeleiadaption für wandernde Dichter. Der kleine Tisch kann – flach zusammen gefaltet – auf den Rücken geschnallt und – auseinander geklappt – gegen einen Baum o.ä. gelehnt werden. Dazu gehört auch ein kleiner Sitz, der gefällt uns nicht so. Aber der Tisch ist fantastisch.

Außerdem hat uns Ausgewachsen von Annika Marie Buchberger gefallen – mit einer kleinen Einschränkung. Die Masterarbeit umfasst eine Serie von Kindermöbeln, bei denen verschiedene Elemente mit einem universellen Gestell kombiniert werden können. Gute Idee, schön ausgeführt. Allerdings gibt es das Gestell in drei Größen, wobei die Beine nicht ausgetauscht werden können. D.h. die Höhe der Objekte kann nicht variiert werden, es sei denn man hat alle drei Gestelle/Größen. Austauschbare Beine wären vielleicht sinnvoller gewesen. Ist nur unsere Meinung und wir hatten trotzdem große Freude an dem Projekt.

Igi by Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Igi von Constanze Hosp, Burg Giebichenstein Halle 2011

Ein anderes Kinderprojekt – und davon gab es viele (Ist Halle eine besonders kinderreiche Stadt oder sind die Studenten der Burg Giebischenstein nur besonders fruchtbar?) – war Igi von Constanze Hosp.

Eltern die mit einem kleinen Baby Fahrrad fahren wollen, müssen normalerweise auf einen Anhänger oder (riskant!) den normalen Babycarrier zurückgreifen.

Igi ist ein Babycarrier mit Hartschale, sodass das Kind beim Radfahren sicher am Körper liegt. Und nicht nur beim Radfahren, auch in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln kann Igi jungen Eltern etwas mehr Sicherheit und Vertrauen geben.

Es gab also viele Highlights auf der Burg Giebichenstein, aber eine Sache hat uns irritiert: Wo war die Ausstellung der Produktdesignabsolventen? Gut, wir hatten sie schon auf dem DMY gesehen, aber wir hatten uns doch darauf gefreut, ein paar der Produkte in Halle etwas näher unter die Lupe nehmen zu können. Aber weit und breit war nichts von den Absolventen zu sehen und keiner konnte uns sagen, wo sie sind. Schade!

Trotzdem war die Giebichenstein-Jahresausstellung 2011 ein mehr als würdiger Abschluss unserer Sommertour und hat uns gut auf unseren Herbstmarathon vorbereitet.

Wie immer gibt es eine kleine Bildergalerie auf Facebook: facebook.com/smowcom

Und kann jemand diesen Stuhl identifizieren ⇓ ?

An unidentified chair - a regukar sight on the Burg Giebichenstein Halle campus

Ein unidentifizierter Stuhl - sieht man öfter auf dem Campus der Burg Giebichenstein Halle



Scolyt von Marco Merkel, Universität der Künste Berlin

Thursday, August 11th, 2011

Wie wir bereits erwähnten, ist eines der Projekte, die uns beim Universität der Künste Berlin Rundgang 2011 besonders auffielen, Scolyt von Marco Merkel.

Die moderne Welt ist wie sie ist – Marcos iPad Präsentation gibt es auf vimeo.

Weil die alles viel besser erklärt als wir es je könnten, posten wir sie hier.
Und empfehlen sie wirklich wärmstens.

(Ab ungefähr 1 min 30 kann man die Technik(en) sehen, die Marco anwendet.)



(smow) Sommertour 2011:Rundgang 2011 Universität der Künste Berlin

Tuesday, August 9th, 2011

Eine kurze Fahrt mit Tram und S-Bahn vom Rundgang an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee brachte uns zum Rundgang an der Universität der Künste Berlin.

Ähnliche Konzepte. Verschiedene Welten.

Industrial design at teh UdK Berlin - esign neednt be complivated

Wir haben es schon immer gesagt und werden es auch immer wieder sagen: Gutes Design muss nicht kompliziert sein....

Wo Weißensee eine fast schon provinzielle Unschuld ausstrahlt, fühlt es sich an der UdK wie an der New York School of the Performing Arts in den frühen 1980ern an.

Jederzeit könnte ein quirliger Student mit Aerobicanzug und Stulpen die Treppe runter gehüpft kommen und sich darüber beschweren, dass Mr. Shorofsky die moderne Welt nicht versteht, bevor er Pirouetten drehend über den Flur verschwindet.

So kommt es zumindst uns vor.

Und dennoch, trotz des Retrogefühls beeindrucken die Studierenden der Industriedesign Fakultät immer wieder mit ihren zeitgenössischen und vorwärtsgewandten Arbeiten.

Eines der interessanteren und innovativeren Projekte beim diesjährigen Rundgang war ohne Frage Scolyt von Marco Merkel, das er im Rahmen des Seminars TransRitus von Prof. Axel Kufus & Jörg Höltje entwickelte. Inspiriert von modifizierten Glasformen, die infolge der Bombardierung 1944 in Berlin entstanden, wollte Marco ähnlich willkürliche Glasobjekte “entwerfen”. Dazu verwendete er natürlich gewachsene Holzstücke als Vorlagen, wobei er das Glas entweder auf die Oberfläche der gesammelten Holzteile oder – noch spannender – in das Holz hinein bläst. Die Ergebnisse sind eindringlich.

Zwar nicht ganz so faszinierend, aber genauso gut fanden wir den Hocker Nimmdirzeit von Christian Leisse und Josua Putzke. Wir sind nicht ganz sicher, woher die Idee stammte – es ist jedenfalls ein Hocker in der Form (und Funktion) einer klassischen Sanduhr, die – während man auf ihr sitzt – eine Zeitspanne von 15 Minuten abmisst.

Sicher kein Objekt fürs heimische Wohnzimmer, aber im Büro, oder besser noch im öffentlichen Raum, macht sich das Konzept und die Idee hinter Nimmdirzeit sicher gut. Die Bedeutung hinter dem Objekt manifestiert sich ganz wundebar im Namen – der Sitz misst, wie lange man schon auf ihm sitzt und man kann entspannt die Pause genießen ohne ständig nach der Uhr sehen zu müssen. Das könnten wir uns auch ziemlich gut für unser Büro vorstellen…

Nimm

Nimmdirzeit von Christian Leisse und Josua Putzke gesehen @ Rundgang 2011 Universität der Künste Berlin

Wir haben bloß Angst, dass irgendein Management-Freak Nimmdirzeit auszuntzen und eine müßige Übung daraus ableiten wird, bei dem ein Mitarbeiter auf dem Nimmdirzeit innerhalb  von 15 Minuten all seine Ideen für eine nächste Kampagne vorstellen muss, während alle anderen drumherum sitzen und klatschen.

Er ist definitiv besser geeingnet, um im Park entspannt die Mittagspause zu verbringen.

Ein weiteres Highlight war Erika von Storno für Nils Holger Moormann. Das Projekt hatte absolut nichts mit dem Rundgang zu tun, aber als Moormann die Produktion eingestellt hat, entstand ein kleines Loch in unserem Herzen. Manch einer könnte sagen, dass solch eine modulare Küche sowieso niemals ein kommerzieller Erfolg hätte werden können. Und wir würden zustimmen.
Aber das ist genau der Punkt. Das Konzept war und ist ein erfolgreicher Versuch häusliche Ordnung in unserer modernen Welt zu definieren.

Erika war eine Lösung.

Wegen unseres vorherigen Besuchs an der KHB haben wir nicht mehr die Mühe auf uns genommen, beim UdK Rundgang die Arbeiten der nicht-Industriedesign Fakultäten anzuschauen. Auf der einen Seite weil das bedeutet hätte, noch in ein anderes Gebäude zu gehen. Und auf der anderes Seite weil im Hops and Barely in Berlin Friedrichshain ein paar Gläser Brown Ale mit unseren Namen drauf warteten.

Nach zwei Studentenausstellungen an einem Tag haben wir uns das auch verdient, finden wir.

Nun liegt nur noch eine Ausstellung auf unserer Tour vor uns; ein Sonntagnachmittag auf der Burg Giebichenstein Halle.

Wir haben eine kleine Facebook-Gallerie vom Rundgang 2011 Universität der Künste Berlin auf facebook.com/smowcom zusammengestellt.

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Ein Objekt vom Projekt Scolyt von Marco Merkel gesehen @ Rundgang 2011 Universität der Künste Berlin



(smow) Sommertour 2011: Rundgang 2011 Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Saturday, August 6th, 2011

Nach unserer Rückkehr vom Einblick an der Fachhochschule Potsdam war die nächste Etappe auf unserer 2011er Sommertour der Rundgang an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Die Produktdesignausstellung in diesem Jahr fand unter dem Titel “Kaufhalle wird Kunsthalle” in einem ehemaligen Supermarkt statt. Den Titel fanden wir ziemlich passend, weil wir, obwohl einige Stücke unsere Aufmerksamkeit wecken konnten, keines so interessant finden, dass wir es kaufen würden.

Ein gutes Beispiel dafür ist der seat/lounger von Eva Burkhardt. In unseren Augen eine interessante Arbeit; aber keine, die – unserer Meinung nach – Konventionen sprengen oder etwas neues schaffen würde.

Seat/lounger from Eva Burkhardt Graduate Project @ kunsthochschule-berlin-weisensee

Seat/lounger von Eva Burkhardt Abschlussprojekt @ der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Auf dem Hauptcampus haben uns – neben der beliebeten und daher gut nachgefragten Möglichkeit etwas Entspannung in dem geräumigen College Garden zu finden – zwei Seminare besonders gut gefallen: “3D Paper” und “Lichtes Porzellan”.

Die Idee hinter “3D Paper” war es, high-end Lösungen für Papier zu finden, die letztlich das Ziel verfolgen, Plastik als Produktionsmaterial abzulösen. Neben dem einfallsreichen Ausstellungslayout konnten vor allem zwei Produkte unsere Aufmerksamkeit für sich gewinnen: Cottonphones – ein Paar Papier-Kopfhörer von Mahoma Niemayer – und ein Fahrradsattel von Wilhelm Martin.
Beide sehen gut aus und können ein nettes, durchdachtes und intelligentes Design vorweisen. Ja, der praktische Nutzen dahinter erschließt sich dem Betrachter nicht sofort… Aber es ist ein studentisches Semesterprojekt und in diesem Fall geht es nur zweitrangig um die Praktikabilität. An erster Stelle steht immer die Umsetzung des Ansatzes, der durch das Projekt vorgegeben wird.

“Lichtes Porzellan”  hat gehalten was es versprochen hat und präsentierte eine Serie von Lichtobjekten aus Porzellan – und hat es so geschafft, Porzellan in neuem Lichte erscheinen zu lassen. (Kleiner Wortwitz)

Neben Pendulum von Lisa Dannebaum hat es uns c one2 von Eva Isabelle Hotz angetan, eine Lampe mit zwei Glühbirnen – eine oben, eine unten – dazwischen ein Porzellanschlauch. Das ganze hat einen ähnlichen Effekt, wie eine schottische Landhaus-Lampe aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Das klingt jetzt vielleicht nicht so positiv – ist es aber. Ehrlich.

Einer der Vorteile von der KHB im Gegensatz zu anderen Schulen liegt für uns darin, dass sie relativ klein ist. Für den Rundgang bedeutet das nämlich, dass man die Möglichkeit hat die Ausstellungen wirklich aller Fakultäten zu sehen.

Zugegebenermaßen haben wir das trotzdem nicht getan – zumindest nicht in dem Umfang, dass wir guten Gewissens davon schreiben könnten.

Der Grund dafür ist, dass wir nachdem wir einen äußerst vergnüglichen und interessanten Vormittag in Pankow verbracht haben, zurück durch die ganze Stadt mussten, um zum  Rundgang der Universität der Künste Berlin zu kommen.

WIr haben eine Auswahl von Fotos vom Kunsthochschule Berlin-Weißensee Rundgang 2011auf Facebook hochgeladen @ facebook.com/smowcom

College Green

Kunsthochschule Berlin-Weißensee College Green während des Rundgangs 2011



(smow) Sommertour 2011: Einblick. Fachhochschule Potsdam

Thursday, August 4th, 2011

Nach der Summaery an der Bauhaus Universität Weimar verschlug es uns auf unserer Sommertour 2011 zum Einblick an der Fachhochschule Potsdam – oder FHP:-), um sie bei ihrem offiziellen Namen zu nennen.

Eine von Deutschlands neuesten Designschulen (der erste Kommunikationsdesignkurs an der FHP:-) startete1992, das Produktdesign kam 1993 dazu) hat sich schnell einen guten Ruf, was die Qualität der Lehre und Forschung anbelangt, aufgebaut.

Das trifft nicht auf das Logo FHP:-) – oder FHP;-), wie der argwöhnische Kritiker auch schreiben könnte – zu.

Was uns immer wieder an der FHP:-) überrascht ist, dass man trotz der Assoziationen, die das Logo zwangsläufig hervorruft, auf eine wirklich gute Kommunikationsdesign Fakultät trifft, die mit großer Regelmäßigkeit durchaus beachtliche Arbeiten hervorbringt.

Da war die Ausstellung 2011 mit einigen äußerst innovativen Projekten keineswegs die Ausnahme. Sowohl der Typologiekurs als auch ein Seminar, in dem ein Muster basierend auf traditionellem orientalischen Design entworfen werden sollte, spielten da ganz oben mit. In einem Großteil der Arbeiten konnte man sehen, dass an sie mit genauso viel Professionalität wie Spaß herangegangen wurde.

Innerhalb des Produktdesigns haben uns vor allem die Arbeiten aus dem Seminar “Design dein Sofa” gefallen – allerdings mit dem Vorbehalt, dass die Designs unpraktisch waren. Und besonders fiel uns der Grill Abacus von Romme Stascchik auf – mit dem Vorbehalt, dass wir selbst kein Recycling-Design produzieren oder vertreiben.

In “Design dein Sofa” sollten die Studierenden ein “realisierbares” Sofa entwerfen. Das trifft sicher nicht überall zu. Zumindest dann nicht, wenn man unter “realissierbar” brauchbar, baubar, verkaufbar versteht.

Aber wir werden nicht müde es zu wiederholen: Bei Studienprojekten geht es nicht zwangsläufig um den Nutzen eines Produkts. Und zumindest die vorgegebenen Ansätze aus dem Seminar konnten von vielen – wenn auch nicht allen – ganz gut umgesetzt werden.

abacus

Abacus von Romme Stascchik beim Einblick Fachhochschule Potsdam

Zu den gelungeneren Arbeiten darf Abacus von Romme Stascchik gezählt werden. Entstanden in dem Seminar “Low Budget Design”, ist Abacus ein Grill, der aus nichts mehr als einer alten Waschmaschinentrommel, einem Heizungsrohr und einem Lampenschirm besteht.

Nun wisst ihr, dass wir Design nicht recyceln…

Aber…

Da ist etwas am Abacus, das uns auf einer tieferen Ebene anspricht… Wir träumen von einer weiteren Produktentwicklung, die ein sehr praktikables Konzept mit einer ganzen Bandbreite an Anwendungsgebieten zum Ergebnis haben wird.

Und trotzdem: Wir recyceln Design nicht. Und werden es auch nie.

Ein weiteres Highlight beim Einblick war die Ausstellung zu dem Seminar “Persönliche Dinge”  von Prof. Wiebke Loeper und Prof. Dr. Rainer Funke.

Einige unserer Lieblingsthemen wurden darin sehr schön aufgegriffen: Wo besteht der Unterschied zwischen Lieblingssachen und Dingen, die wir mögen? Wie identifizieren wir uns mit solchen Dingen? Und welche Beziehung haben wir eigentlich zu den Dingen, die uns sonst so umgeben? “Persönliche Dinge” ist eine Fotoserie, die einzufangen versucht, warum solche Dinge so wichtig für uns sind.

In unserem (smow)Introducing Interview nennt FHP:-) Absolvent Christoffer Martens genau diesen Workshop – neben der ruhigen Lage und der gleichzeitigen Nähe zu Berlin – als einen der Gründe für ihn in Potsdam studiert zu haben.

Wir für unseren Teil können nicht anders als jedes Mal, wenn wir die FHP:-) besuchen, die entspannte, persönliche Atmosphäre und die Stickercollage im Flur auf unsere Liste zu schreiben.

Nach einem sehr netten Nachmittag in Potsdam machten wir uns dann wieder auf, zu unserer nächsten Station der (smow) Sommertour 2011: Es ging zurück nach Berlin, zum Rundgang der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, KHB.

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"Persönliche Dinge" Ausstellung @ der Fachhochschule Potsdam



(smow) Sommertour 2011: Summaery @ Bauhaus Universität Weimar

Wednesday, August 3rd, 2011

Ackerbauern leben – ach, was – atmen bekanntlicherweise ja Wetterdatenbanken. Das wird z.B. daran deutlich, dass man einen dieser besagten Bauern nur fragen braucht, wie das Wetter im Juli vor vier Jahren war und er ohne mit der Wimper zu zucken sofort die (richtige!) Antwort sagen kann. Ganz nebenbei wird er natürlich auch noch erklären, warum das schlecht für die Ernte war.

Mit Designjournalisten ist das ähnlich.

Summaery 2010 konnte sein Versprechen halten und war sehr “summery”.
Summaery 2011 konnte das nicht. 2011 war eher “autumnery”.

Nicht dass das irgendeine Relevanz für das Vergnügen bzw. Nicht-Vergnügen bei der Ausstellung gehabt hätte. Wir mussten einfach nur diesen Wortwitz unterbringen.

Ein Hauptbestandteil der Summaery 2011 war eine Serie bestehend aus 9 Pavillions, die einer interdisziplinären Zusammenarbeiten entsprang und von der Architekturfakultät geleitet wurde.

The Opaque.Pavillion @ Summaery 2011 Bauhaus University Weimar

Der Opaque.Pavillion @ Summaery 2011 Bauhaus Universität Weimar

Unser Highlight war darunter ohne Frage der Opaque.Pavillion.

Der Pavillion ist besser gesagt eine Kuppel, gebaut nach dem IKO8 Mero System. Wobei die Studierenden der Bauhaus Uni Weimar die Struktur adaptiert haben, indem sie schuppenartige, dreieckige Platten aneinandergesteckt haben. Die Konstruktionsweise hat den Effekt, dass man – steht man im Pavillion – vor Sonne und Regen geschützt ist, während ein freies-luftiges Gefühl suggeriert wird. Die optische Illusion, die durch die “Offenheit” erzeugt wird, bedeuted gleichzeitig, dass sich das Pavillion ganz wunderbar in den Garten der Nauhausstraße 15 integriert ohne seine Umgebung zu dominieren – was sich vermutlich auch auf die meisten anderen Kontexte übertragen ließe.
Das Totschlagargument jedoch war für uns, dass die Platten des Pavillions so angeordnet sind, dass Regenwasser von einer auf die nächste Platte läuft und so ganz automatisch nach unten abläuft, ohne dabei aber nach innen dringen zu können. Als wir dort waren, war es glücklicherweise trocken – aber laut der Studierenden regnete es am Vorabend und die Konstruktion soll ganz ausgezeichnet funktioniert haben.

In der Produktdesignausstellung gab es nichts, was der fast schon biblischen Erfahrung vom R2B2 von Christoph Thetard auf der Summaery 2010 nahekam.

Andererseits war das auch nicht möglich. Und wird es wohl auch nie mehr.

Wir haben zurzeit übrigens zwei Interviews mit Christoph in Vorbereitung. Und es sei nur eins dazu gesagt: Die werden genauso gut wie seine Arbeit…

Was uns insgesamt in der Diplomausstellung aufgefallen ist, ist, dass zahlreiche Arbeiten eine Rückkehr zur Handarbeit und einen gelungenen Mix “traditioneller” Materialien zeigten.
Wir fanden auch nichts in der Ausstellung, das im computergesteuerten Sinne modern aussah. Oder ein App benötigte.
Das hat uns wirklich gefallen.

Klara by Stephan Bohn - part of the Diploma show at Bauhaus Uni Weimar. Klara ia a glass vessle suitable for induction cooking.

Klara von Stephan Bohn - Teil der Diplomausstellung an der Bauhaus Uni Weimar. Klara ist eine Reihe von Glasgefäßen, die zum Induktionsjkochen geeignet sind.

Sonst waren uns die Designstudenten in Weimar oft ein wenig zu künstlerisch. Das 2011er Diplom ging jedoch viel mehr in Richtung angwandte Kunst und entsprach so auch unserem Geschmack.

Unter den Ausstellungen hat uns vor allem Plastic Fantastic gefallen – ein Seminar, dessen Aufgabe darin bestand, ein Haushaltsgerät, das normalerweise aus Plastik hergestellt wird, aus Keramik zu fertigen. Außerdem gefiel uns das Seminar Workabilly, bei dem es um kreativen Arbeitsraum ging.

Plastic Fantastic hat einige sehr schöne Entwürfe, wie die Espressomaschine Seppl, eine Computertastatur aus Porzellan und einen wunderbaren skelettartigen Fußwärmer, hervorgebracht. Auch wenn uns keines der Produkte vollends vom Hocker gerissen hat, hat das Ganze doch gezeigt, dass man mit ein wenig Fantasie gut die Menge an Plastik aus vielen Produkten verbannen kann. Bliebe mal wieder nur die Frage, wie man so etwas in der Massenherstellung umsetzen könnte.

Das herausragendste Stück aus Workabilly war definitiv “Über Eiermann” von Ludwig Fehn und Weiwei Wang. Auf der einen Seite wegen des großartigen Wortspiels, aber vordergründig weil es eine tolle Lösung bietet, die Organisation des Eiermann Schreibtischs zu erweitern.

Wilbur von Daniel Wahl stellte bereits einen idealen Weg da, Kabel unterm Eiermann zu organisieren und Über Eiermann schafft nun das gleiche für all jene Dinge, die sich auf den Schreibtischen rumtreiben. Über Eiermann erweitert gewissermaßen die Stahlrohre des Eiermann Tischrahmens und verlängert sie bis über die Tischplatte hinaus, wodurch ein neuer Rahmen entsteht, der verschiedene Funktionen erfüllen kann. Ludwigs und Weiweis Prototyp verfügt zwar bereits über einige Ablagemöglichkeiten, man könnte das System aber auch noch weiter entwickeln, so z.B. durch akustische Elemente, Magnetteile und Kabelhalter. Der Eiermann Tisch wäre dann endlich das modulare System, als das er insgeheim schon lange gehandelt wird.

Aber es war nicht alles Sonnenschein.
Ist es für uns ja eigentlich nie…

Es gibt da einen Raum im Hinterhof der Designfakultät in Weimar, der so etwas wie ein Fluch für uns zu werden scheint. Letztes Jahr fand dort die Austellung zu Gefängnismöbeln statt und dieses Jahr die zum Thema “Wasser”. Keins von beiden Themen hat für uns funktioniert, sie konnten sozusagen beide ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreichen.
Nächstes Jahr werden wir auf diesem Raum lieber gleich verzichten.

Eines der Dinge, die wir am meisten an der Bauhaus Universität schätzen, ist die – soweit wir das beurteilen können – unkomplizierte Vermischung der Fakultäten und der logischerweise daraus folgenden interdisziplinären Lernstruktur.
Wir wissen natürlich, dass das nicht nur auf Weimar zutrifft, aber Weimar tut es mit ein bisschen mehr Geschick und Stil als andere Institute.
Summaery 2011 hat einmal mehr diesen Eindruck bestätigt und macht Hoffnung, dass sich das auch in der Zukunft fortsetzen wird.

Auf Facebook haben wir noch einige weitere Bilder von der Summaery @ Bauhaus University Weimar hochgeladen: facebook.com/smowcom

“Über Eiermann” by Ludwig Fehn and Weiwei Wang @ Summaery 2011

Über Eiermann von Ludwig Fehn und Weiwei Wang @ Summaery 2011



(smow)Sommertour 2011

Tuesday, July 5th, 2011

Viele von Euch erinnern sich sicher an unsere Sommertour 2010.

Es ist wieder soweit!

Unsere Sommertour 2011 startet am 7. Juli mit der Semesterausstellung der HTW Dresden – unser erstes Mal dort! Wir wissen nicht genau warum, denken aber wir sollten mal vorbeischauen.

Am 14. Juli fahren wir nach Thüringen zur Eröffnung der Summaery 2011 in der Bauhausuniversität Weimar, am 15. Juli zeigt die Fachhochschule Potsdam die Abschlussshow.

Dann wird es wieder kompliziert.

Am Wochenende des 16./17. Juli gibt es die alljährlichen Ausstellungen der Universität der Künste Berlin, der KH Weissensee Berlin und der Burg Giebichenstein Halle.

Der interessante Aspekt solcher Veranstaltungen sind für uns weniger die Abschlussprojekte – denn die haben wir in der Regel schon auf anderen Designshows gesehen – sondern die Projekte der Studenten, die gerade erst am Anfang ihrer Reise in die Welt des Designs stehen …

Das Beste aus allen Shows zeigen wir Euch natürlich hier im Blog.



(smow)sommertour 2010: Drei Ausstellungen und ein Todesfall

Wednesday, July 28th, 2010
Summar tour 2010 review

(smow)sommertour 2010 Rückblick

Obwohl sie kurz war, hat sich der Aufwand für die (smow)sommertour 2010 gelohnt.

Es lohnt sich immer die Jahresausstellungen der Design-Hochschulen zu besuchen. Unser Fokus lag logischerweise auf die Arbeiten des Produkt- und Industrie-Designs. Aber wir haben auch die Gelegenheit genutzt, andere Fachbereiche zu besuchen. Und wo immer man hingeht und was immer man auch sieht, irgendetwas bewegt oder inspiriert einen.

Oft in völlig unerwarteten Bereichen.

Genau deshalb können wir solche Ausstellungen nur empfehlen.

Weil es uns an Kreativität fehlt, ein eigenes Format für eine kurze Zusammenfassung zu erstellen, haben wir das der “Design Grundlagen” Klasse aus dem 2. Semester der Universität der Künste geklaut.

All time-favourite – Was uns am meisten gefallen hat:

Neben dem genialen Projekt in Weimar, das wir leider weger diskutieren, fotografieren oder erwähnen können (aber merken Sie sich, wo sie zuerst davon gehört haben) – war der schönste Moment der Sommertour auf der Heimreise. Als wir im ICE zurück nach Leipzig saßen und uns die Ereignisse der letzten Tage noch einmal vor Augen hielten. Der Möwenkopf in Weimar, das Café an der UDK Berlin, die 3D Fotografie an der Burg Giebichenstein, das Bad in Weimar, das Bühnendesign in Weißensee, die Kerzen an der UDK, die Porzellan Zeitung an der Burg Giebichenstein, die Prototypen in Weißensee, die humorlosen, haarlosen, halslosen Türsteher der Burg Giebichenstein. Klingt wie ein Klischee. Ist ein Klischee, aber es war herrlich.

Personal Disaster – Was wir in Zukunft vermeiden möchten:

The opening of the Burg Giebichenstein Exhibition 2010

Die Eröffnung der Burg Giebichenstein Ausstellung 2010

Die “Ausstellungseröffnung” der Burg Giebichenstein. Wir verließen die Volkspark Galerie um 19 Uhr, nachdem wir die Kunstausstellung ungefähr 20 mal gesehen hatten. Als wir aufbrachen, wand sich die Schlange draußen durch den Garten. Kein Einlass für die Öffentlichkeit vor 19:30 Uhr – trotz der angeblichen Eröffnung um 18:30 Uhr.

18:30 Uhr galt natürlich für die eingeladenen VIPs aus Halle. Aber warum hat man das nicht allen gesagt.

So schlecht organisiert und so schlecht als “Ausstellungseröffnung” vermarktet, ist es einfach unakzeptabel und für uns etwas, das wir nicht noch einmal erleben möchten.

Nächstes Jahr werden wir wohl einfach an einam Samstag oder Sonntag die Burg Giebichenstein besuchen, weil ein Ausflug dorthin es Wert ist und weil die Burg eines unserer Lieblings Design-Hochschulen bleibt.

Die Hochschul-Website wird leider so unbenutzbar bleiben. Nach dem Motto “des Kaisers neue Kleider 2.0″. Aber wir wissen dennoch, dass die Studenten weiterhin gut unterrichtet werden und Arbeiten auf hohem Niveau produzieren. Und das ist es, worum es geht. Nicht um den Champagner und das Finger Food.

Whack on the head – Als der Groschen fiel:

The Palast der Republik in Berlin opend in 1976. We suspect that was also the last year the UDK Berlin was renovated.

Der Palast der Republik in Berlin öffnete 1976. Wir vermuten, das war auch das letzte Mal, als die UDK Berlin renoviert worden ist.

Es war weniger ein Groschen, sondern viel mehr die Erkenntnis über die riesigen Unterschiede in der Deutschen Design Bildung. Als wir über den Campus der Bauhaus Universität Weimar bummelten, machte sich eine kleine Stimme in uns bemerkbar, die ständig sagte: das alles wird von unseren Steuern bezahlt. Tatsächlich waren die Gebäude makellos und es scheint, das Geld keine Rolle bei der Renovierung spielte. Sowas nennt man wohl “Prestige Projekt”.

Die Universität der Künste in Berlin blieb 1976 geschlossen. Das war wohl auch das letzte Mal, als die Korridore des Fachbereichs Design in der Straße des 17. Juni gestrichen worden sind. Das Gebäude roch wie eine Bildungsanstalt im Jahre 1976. Die Werkstätten der Kunsthochschule Berlin Weißensee hatten moderne Maschinen, jedoch nicht in der Menge mit der Weimar prahlen kann.

Die Wahl, auf welche Design Hochschule man gehen sollte, hängt größtenteils von den angebotenen Kursen und den lehrenden Professoren / Dozenten ab. Das heißt, nur weil man eher Industrie-Design in Berlin mit Professor Axel Kufus als Produkt-Design mit Professor Heiko Bartels in Weimar studieren würde, sollte man keine schlechteren Bedingungen erwarten. Oder Retro-Gerüche.

Die Hochschulen an sich sind nicht das Problem, eher jene, die die Finanzierung organisieren. Wir haben keine Lösung für das Problem. Kooperationen mit kommerziellen Partnern mögen helfen, einzelne Klassen zu finanzieren, sind aber keine Dauerlösung.

Das war die (smow)sommertour 2010

Die Herbsttour 2010 wird uns nach Kopenhagen, London, Wien und Brüssel führen.

Aber dazu später mehr.



(smow)sommertour 2010: Universität der Künste Berlin, Rundgang 2010

Monday, July 26th, 2010
Who needs architechts anyway?

Wer braucht schon noch Architekten?

Nach der Enttäuschung an der Burg Giebichenstein fühlten wir uns auch auf dem Weg nach Berlin vom Glück verlassen, als wir durch Sturm und Regen nordwärts fuhren.

Der grundsätzliche Fokus beim Rundgang 2010 an der Universität der Künste Berlin lag auf den Semester-Projekten.

Eine Auswahl an Diplom-Arbeiten war zu sehen, bedauerlicherweise aber nicht alle Diplom-Projekte. “Jack” von Julia Reischel und “Qabel” von Philipp Frank waren zwei Projekte, die wir gern bestaunt hätten, die wir aber leider nur auf dem Papier und nicht in persona sahen.

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Der Trockenschirm von Janja Maidl an der Universität der Künste Berlin

Die Semesterprojekte an sich waren ziemlich eingeschränkt. Was auf der einen Seite eine legitime Methode ist, die Konzentration der Studenten zu fokussieren. Wir hatten gelegentlich das Gefühl, dass die Projekte ein wenig zu sehr so angepasst wurden, dass sie den Anforderungen der kommerziellen Partner genügen.

Die Kooperation zwischen Design-Schulen und kommerziellen Partnern ist ein Punkt, den wir später noch einmal diskutieren werden.

Und obwohl Projekte wie “Light my Fire” oder “Lichten”, die die Frage “Wieviel Erleuchtung benötigt ein Licht?” aufwarfen, eine Reihe interessanter Ergebnisse hervorbrachten, dienten sie für uns weitestgehend dazu, den Lernprozess zu beobachten und zu verstehen.

Eine besonders herrliche Visualisierung des Lernprozesses war die Umfrage, die alle Studenten der Klasse “Industrial Design Grundlagen” ausfüllten. Durch Nennung ihrer Lieblings-Projekte, ihrer persönlichen Katastrophe und dem Moment “als der Groschen fiel” konnte man deutlich einige Gemeinsamkeiten unter den neuen Design-Studenten ausmachen. Die häufigsten Probleme waren verspäteter Beginn der Vorbereitungen und vor dem Produktionsstart keinen sauberen Prototypen angefertigt zu haben. Folglich war auch die Ausstellung weniger bedeutsam als die Notizwand im Flur.

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Sno von Louise Unbekannt an der Universität der Künste Berlin

In einer ansonsten sehr informativen und hoch amüsanten Ausstellung fanden wir nichts, dass als Innovation definiert werden könnte.

Mit Sno hat Louise Unbekannt eine wundervolle Moormann-ische Garderobe entwickelt. Drei gebogene Holzteile, die ineinander übergehen und sich gegenseitig stützen. “Sno” hat nicht nur eine wunderbare Geometrie, sondern auch einige kleine Details, die das Talent hinter dem Design erkennen lassen.

Mesa Portador von Ben Raubold scheint ebenso seine Wurzeln in Aschau im Chiemgau zu haben. Obwohl wir die Idee der Tischbeine, die in zwei verschiedenen Höhen genutzt werden können, sehr mochten, war es doch die Weiterentwicklung, die uns sehr beeindruckte.

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Mesa Portador von Ben Raubold an der Universität der Künste Berlin

Portador ist spanisch für tragend und zaubert dennoch das Konzept des Transportablen hervor.

Falls Ben es schafft, das Design so zu entwickeln, dass alle Komponenten flach zusammen gesteckt werden können damit sie leicht transportieren kann, dann können wir uns auch einige praktische Anwendungen für Mesa Portador vorstellen.

Wenn wir von diesen beiden Arbeiten einmal absehen, dann sahen wir ansonsten sehr wenig in Sachen “Produkte”. Aber das sollte nicht als Kritik verstanden werden. Der Tonus der Ausstellung war vielmehr die Entwicklung der Studenten zu zeigen – und in diesem Fall erwartet man wohl auch keine “Produkte” sondern “Ideen” und “Möglichkeiten”. Und die waren so massenhaft wie Sachsen mit Sonnenbrand am Warnemünder Strand.

Ein weiteres Highlight erwartete uns vor dem Hauptgebäude der UDK in der Hardenberg-Straße.

Eine Windturbine, gebaut aus alten Ölfässern.

Viel mehr darüber wissen wir auch nicht, da das Informationsschild dazu fehlte.

Wir vermuten, dass solche Konstruktionen zu hunderttausenden auf kleinen Bauernhöfen in Indien und Afrika stehen. Oder zumindest hoffen wir das.

Das Konzept war zumindest das erste in Berlin, dass uns wirklich inspirierte und motivierte.

Bilder vom Rundgang 2010 an der Universität der Künste Berlin sind auf (smow)flickr zu sehen.

Und nach so einem unterhaltsamen Tag an der Universität der Künste fuhren wir weiter nach Nordosten zum Rundgang 2010 der Kunsthochschule Berlin Weißensee.

Mehr (smow) videos



(smow)sommertour 2010: Burg Giebichenstein

Friday, July 23rd, 2010

“Ausstellungseröffnung am Freitag, den 16. Juli im Volkspark Halle”

Wir müssen zugeben, dass wir nicht geprüft haben, was Burg Giebichenstein unter “Ausstellungseröffnung” versteht.

Wir sahen einfach keine Notwendigkeit, das zu tun.

Hätten wir doch.

Denn überall heißt “Ausstellungseröffnung”, dass die Ausstellung geöffnet ist.

Sogar die Magdeburger Volksstimme verstand es so.

Wie auch immer, an der Burg Giebichenstein bedeutet “Ausstellungseröffnung”, dass vor eingeladenem Publikum (lokale VIPs) eine private Verleihung stattfindet, was dann clevererweise als “Ausstellungseröffnung” bezeichnet wird.

Die Kombination aus Verleihung eines Awards und der Eröffnung der Jahresausstellung ist an sich eine wunderbare Idee. Aber wenn die Verleihung eine höhere Priorität zugesprochen bekommt als die Arbeiten der Studenten, dann hat irgendjemand irgendwo die Prioritäten falsch gesetzt.

Award-Verleihungen machen keine Design-Hochschule aus, Studenten und ihre Kreativität schon.

Während der Verleihung sprach der Rektor der Burg Giebichenstein, Ulrich Klieber, vom “Stolz”, dass die Hochschule so gut verankert sei in der lokalen Gemeinschaft. Der Anblick von Fassungslosigkeit und Enttäuschung auf den Gesichtern derer, die von der Veranstaltung ausgeschlossen waren, spiegelten nicht seinen Stolz wider.

Warum wurde denen, die draußen vor der Volkspark Galerie warten mussten, nicht die Möglichkeit gegeben, die anderen Fachbereiche zu erkunden?

Und wenn man so viele wichtige Leute aus Halle schon einmal in der Hochschule hat, warum gibt man denen dann nicht gleich die Möglichkeit, die anderen Fachbereiche zu erkunden?

Oder geht man davon aus, dass all jene, die Freitag schon einmal da waren am Samstag oder Sonntag wiederkommen?

Der Rektor sprach auch über die Bedeutung des Design Haus Halle. Dort sitzen jene Absolventen der Burg Giebichenstein, die Projekte im Interior Design, Corporate Design, Layout, Möbeldesign oder Promotionfilm für eben jene Institutionen und Unternehmen realisieren, die bei der Award-Verleihung anwesend waren. Und auf diesem Wege das Geld in der Region halten und den Ruf der Kreativszene in Halle stärken.

Eines der Ziele des Projektes Design Haus Halle.

Aber nicht, wenn das Design Haus an einem der wichtigsten Abende im akademischen Jahr geschlossen ist.

Ironisch ist auch, dass wir am Freitag Morgen noch eine wunderbare Diskussion mit der IHK Halle-Dessau darüber führten, wie wichtig es ist, die Idee von “Design Halle” im Bewusstsein der Bürger Halles und der Öffentlichkeit auszubauen.

Erst die unpraktische und benutzerunfreundliche neue Website, dann die private Veranstaltung verpackt als “Ausstellungseröffnung” – es gibt leichtere und einfachere Wege sein Publikum zu verärgern. Wir wissen nur nicht, warum man das möchte.

Weil fast alle Design Hochschulen in Deutschland ihre Jahresausstellungen am selben Wochenende veranstalten, war die “Eröffnung” für uns die einzige Möglichkeit, die Arbeiten der Studenten an der Burg zu bewundern.

Und wir haben fast immer ein Schmuckstück in Halle gefunden.

Noch viel wichtiger bei der Jahresausstellung ist, dass man sehen, erfahren und verstehen kann, was die Studenten lernen, wie sie die Aufgaben bewältigen und welche Lehrmethoden eingesetzt werden.

Ich denke, wir müssen wohl einfach bis zum nächsten Jahr warten.

Und nächstes Mal werden wir uns vorher noch einmal versichern, dass eine “Ausstellungseröffnung” auch tatsächlich eine solche ist.

Es gibt keine Fotos auf (smow)flickr.

Am Samstag ging es weiter nach Berlin zum Rundgang 2010 der Universität der Künste.