Archive for the ‘(smow)Introducing’ Category

(smow)introducing: Christoffer Martens

Monday, March 7th, 2011

Name: Christoffer Martens

Geboren: Bremen, 1975

Studium: Product Design, FH Potsdam

Praktikum: Alfredo Häberli, Zürich

Produkte:
Siebenschläfer für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau

Spross für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau

Obstrutsche für emform, Bockhorn

Buchhalter

Potbase

Christoffer Martens

Christoffer Martens

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Produktdesign?
Christoffer Martens: Über Umwege! Ich bin gelernter Grafiker und habe einige Jahre in einer Medienagentur gearbeitet. Allerdings wollte ich immer in Richtung Objekt gehen und dreidimensional gestalten und so habe schließlich noch Produktdesign in Potsdam studiert.

(smow)blog: Warum Potsdam?
Christoffer Martens: Potsdam hatte damals gerade große neue Werkstätten errichtet. Die Möglichkeiten schienen mir optimal. Die Ruhe und Abgeschiedenheit waren perfekt für ein Studium. Aber vor allem die Nähe zu Berlin war sehr attraktiv, da dort das Design auch viel gelebt wird.

(smow)blog: Was haben Sie aus dem Studium in Potsdam mitgenommen?
Christoffer Martens: Potsdam ist nicht speziell ausgerichtet, es gibt ein breites Spektrum an interdisziplinären Möglichkeiten und verschiedene Vertreter von Designphilosophien. Der Vorteil ist, dass man die Freiheit bekommt eine eigene Haltung zur Gestaltung zu entwickeln. Das finde ich entscheidend um über Design reden und seine Gestaltung verteidigen zu können.

(smow)blog: Sie haben auch mit Alfredo Häberli in Zürich gearbeitet?
Christoffer Martens: Ja, ich habe dort ein halbjähriges Praktikum gemacht und war direkt in Häberlis Designteam involviert. Es war eine sehr faszinierende Zeit und ich habe dort viel gelernt. Ich konnte mir anschauen, wie professionelles Arbeiten funktioniert, wie Häberli Charakter in seine Objekte bringt und diese auch letztlich verkauft. Wenn man sich das Studium insgesamt anschaut, hat mir diese Zeit eigentlich am meisten gebracht, da es darum ging zu verstehen was Produktdesign tatsächlich heißt – auch für seine eigene Zukunft.

(smow)blog: Würden Sie solche Praktika empfehlen?
Christoffer Martens: Ich halte Praktika während des Studiums als unerlässlich – idealerweise in etablierten Büros, in denen man bestenfalls mit interessanten Kunden zu tun hat und an spannenden Projekten mitarbeitet.

Buchhalter - new from Christoffer Martens

Buchhalter - neu von Christoffer Martens

(smow)blog: Sie haben auch mit Thonet zusammengearbeitet?
Christoffer Martens: Ja, Thonet war mein Kooperationspartner bei meiner Diplomarbeit. Das Thema waren flexible Tische und ich habe viel mit Thonet in Frankenberg experimentiert. Daraus entstanden einige interessante Ansätze, die ich nach wie vor weiter verfolge.

(smow)blog: Ihr kommerziell erfolgreichstes Produkt ist zurzeit das Bett Siebenschläfer für Moormann. Was hat der Siebenschläfer für einen Hintergrund?
Christoffer Martens: Das Projekt Siebenschläfer hatte ich schon vor meinem Studium begonnen und es kam auf indirekten Weg zu Moormann. Hier in der Gallerie erstererster veranstalten wir regelmäßig Gastvorträge und einer der ersten Redner war der Designer Peter Unzeitig, damals noch bei BFGF. Er fand den Siebenschläfer so gut, dass er ihn Moormann zeigte und dieser sich dann prompt darin verliebte. Und bevor ich wusste wie mir geschah hatte ich ein Produkt bei einem der interessantesten Hersteller Deutschlands. Dafür bin ich Peter nach wie vor sehr dankbar.

(smow)blog: Wie war die Zusammenarbeit mit Moormann?
Christoffer Martens: Die war ziemlich problemlos. Es wurde im Endeffekt gar nicht viel entwickelt sondern das Objekt wurde im Prinzip so übernommen, wie ich es vorgeschlagen hatte. Mit der Zeit sind Variationen entstanden (wie z.B. das Kinderbett) oder zusätzliche Add-ons. Für junge Designer ist es sicherlich ein perfekter Start in die Produktionswelt, weil Nils Holger Moormann es einem durch seinen unorthodoxe Art schon etwas leichter macht als andere.

(smow)blog: Woher kam der Name?
Christoffer Martens: Der Name ist ein Vorschlag aus dem Hause Moormann, damit hatte ich nichts zu tun. Ich glaube es war damals tatsächlich so, dass sie in Aschau auf dem Dachboden diese Tiere hatten… (lacht)

(smow)blog: Woran arbeiten Sie im Moment?
Christoffer Martens: Ich arbeite gerade an zwei verschiedenen Lampen-Projekten. Ich wollte mich ein wenig von den Möbeln wegbewegen und die Bandbreite des Produktdesigns etwas mehr ausschöpfen. Gerade fasziniert mich unheimlich eine gewisse Art von Leuchten. Ich entwickle derzeit die Prototypen und hoffe, sie im nächsten Jahr zeigen zu können.

(smow)blog: Wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Christoffer Martens: Ich glaube nicht, dass man langfristig planen kann, hoffe aber, dass es weitergeht wie bisher. Ich bin Neuem gegenüber immer aufgeschlossen und kann mir auch vorstellen in weiteren Gebieten zu arbeiten, die mit Design zu tun haben.

Weitere Informationen zu Christoffer Martens finden Sie unter www.christoffer-martens.de/

Siebenschläfer by Christoffer Martens for nils Holger Moormann

Siebenschläfer von Christoffer Martens für Nils Holger Moormann

christoffer-martens-spross-nils-holger-moorman

Kinderbett Spross von Christoffer Martens für Nils Holger Moormann

christoffer-martens-obstrutsche-emform

Obstrutsche von Christoffer Martens for emform

christoffer-martens-buchhalter-detail

Buchhalter von Christoffer Martens

christoffer-martens-potbase

Potbase von Christoffer Martens



(smow)introducing: Erik Wester

Saturday, February 19th, 2011

Name: Erik Wester

Geboren:

Oslo, Norwegen

Studium:

Furniture and Product Design, Kingston University London

Produkte:

Standing Task Light

Tartan Modular

Erik Wester

Erik Wester

(smow)blog: Warum sind Sie Produktdesigner geworden?
Erik Wester: Es macht mir Spaß! Schon als Kind wollte ich zeichnen und bauen und habe nach einer Möglichkeit gesucht, meine Talente zu nutzen. So kam ich zum Produkt- und Möbeldesign.

(smow)blog: Warum haben Sie (Produkt- und Möbeldesign) an der Kingston University studiert?
Erik Wester: London hat eine lange Designtradition. Design wird dort Ernst genommen, es gibt einen großen Markt und die Stadt hat einige sehr gute Designer hervorgebracht.

(smow)blog: Gab es die Möglichkeit in Norwegen zu studieren?
Erik Wester: Ja, ich hätte in Norwegen studieren können, aber es ist auch schön ins Ausland zu gehen, gerade im Hinblick auf die Kontakte, die man knüpfen kann. Ich glaube es ist generell ein Vorteil in einem internationalen Umfeld zu studieren, wenn man selbst ins Design gehen möchte.

(smow)blog: Wer inspiriert Sie als Designer?
Erik Wester: Es gibt so viele gute Designer, die regelmäßig gute Sachen produzieren, aber das heißt nicht, dass ich all ihre Arbeiten mag. Einer meiner Lieblingsdesigner ist Bertjan Pot, denn er hat so viele gute Ideen, an die er auch glaubt. Das sieht man seinen Entwürfen an. Außerdem ist er unabhängig und dabei erfolgreich mit seinen eigenen Ideen, was mir sehr gut gefällt.

Erik Wester - Standing Task Light. Appearances can be deceptive....

Erik Wester - Standing Task Light. Der Schein kann trügen....

(smow)blog: Warum sind Sie nach dem Abschluss nach Amsterdam gegangen?
Erik Wester: Ich habe ein Praktikum bei Joris Laarman gemacht. Dort habe ich fünf Monate gearbeitet. In Holland herrscht generell eine sehr gute Atmosphäre für Design und holländisches Design interessiert mich auch sehr. Ich wollte sehen, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat.
Und dort ist auch alles so nah. Die verschiedenen Komponenten der Standing Task Light habe ich zum Beispiel alle von Menschen, die ich mit dem Rad in 15 Minuten erreiche. Das Kugelgelenk gab es zwei Minuten von mir, den Lampenschirm zehn Minuten in die andere Richtung…

(smow)blog: Wie Jasper Morrison! Als er angefangen hat, ist er auch mit seinem Moped in London los um die Materialien zu besorgen…
Erik Wester: … Und er hat auch an der Kingston studiert!

(smow)blog: … Wohl wahr. Da muss was im Wasser sein. Apropos Standing Task Light: War das ein Uni-Projekt?
Erik Wester: Es hat als Uni-Projekt angefangen, aber damals habe ich lediglich ein Arbeitsmodell angefertigt. Weil ich an die Idee geglaubt habe, habe ich es nach der Uni weiterentwickelt.

(smow)blog: Was steckt dahinter?
Erik Wester: Bei vielen meiner Projekte fange ich damit an, zu überlegen wie ein Produkt funktionieren kann und wie man eine Beziehung zu einem Produkt herstellt. Das war hier genauso: Wie benutzt man eine Stehleuchte und was muss eine Stehleuchte können.

(smow)blog: Sie wollen jetzt zurück nach Norwegen gehen. Gibt es einen großen Designmarkt in Norwegen?
Erik Wester: Nein. Deshalb ist es wichtig, dass ich außerhalb Norwegens aktiv bleibe. Dort ist nicht nur der Markt kleiner, sondern das Interesse an Design auch ein anderes.

(smow)blog: Wollen Sie weiterhin unabhängig als Designer arbeiten?
Erik Wester: Ja. Ich glaube nicht, dass ich für einen Chef arbeiten könnte. Wenn es nicht funktioniert, werde ich was anderes ausprobieren müssen (lacht).
Nein, ich werde weiter arbeiten und weitermachen. Ich habe viele Ideen und will weiter Dinge produzieren.

Weitere Informationen zu Erik Wester finden Sie unterhttp://erikwester.com/

Standing Task Light  - Thanks to an innovative jount lamp and shade can be freely positioned for optimal illumination.

Standing Task Light - Dank eines innovativen Gelenks können der Ständer und der Schirm frei für eine optimale Beleuchtung positioniert werden.

As much detail as we can show of the joint developed by Erik Wester

Detailansicht (so gut es geht) des von Erik Wester entwickelten Gelenks für seine Standing Task Light

Tartan modular by Erik Wester

Tartan modular von Erik Wester

A modular shelving and storage system

Modulares Regalsystem



(smow)introducing: Christian Lessing

Monday, January 17th, 2011

Name: Christian Lessing

Studium:

Kommunikations Design und Illustration, Düsseldorf

Produkte:

Balcony 08

Leichtgewicht

Nachtflug

Window Garden

Grip Shelving

Christian Lessing

Christian Lessing

(smow)blog: Wie sind Sie zum Produktdesign gekommen?
Christian Lessing: Ich habe nach der Schule zunächst einer Schreinerlehre gemacht und danach zwei
Jahre im Ausland gelebt. In Düsseldorf habe ich dann Grakdesign mit Schwerpunkt Illustration
studiert, aber immer auch schon dreidimensional gebaut. In der ersten Zeit nach
dem Studium habe ich als Grakdesigner gearbeitet, so richtig viel Spaß hat mir das allerdings
nicht gemacht. Ich bin dann über verschiedene Aufträge immer mehr zum Dreidimensionalen
gekommen: zunächst über Innenarchitektur und Innenausbauten und später
immer mehr in Form von eigenen Produkten und eigenen Möbeln.

(smow)blog: War die Zeit nach dem Studium leichter oder schwieriger als Sie es sich vorgestellt
hatten?
Christian Lessing: Auf jeden Fall schwieriger. Am Anfang hatte ich großes Glück und einige gut bezahlte
Jobs, die den Anfang nanzierten, aber das ging nicht ewig so weiter. Ich war zu Beginn
sehr blauäugig und wenig strategisch. Im Nachhinein würde ich sagen, es war sehr schwierig
bei Produktgestaltung zu bleiben. Als Graker ist es einfacher Arbeit in seinem Metier zu
bekommen .

(smow)blog: Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Produktdesigner?
Christian Lessing: Zwei Dinge sind mir wichtig. Ich versuche tatsächlich – gerade bei den großen Sachen,
also den Möbeln – etwas Neues und Anderes zu machen als die Dinge, die es bereits gibt,
oder eben Dinge zu entwerfen, die es so noch gar nicht gibt. Ich sehe Möbel nicht nur als
Selbstzweck sondern als Funktionsträger. Bei den kleineren Objekten ist es mein Ziel, einen
Mehrwert für den Nutzer oder Betrachter zu schaen.

(smow)blog: Kann man von einem Christian-Lessing-Stil sprechen?
Christian Lessing: Ich weiß nicht, ob man von einem Stil sprechen kann. Mir wurde einmal gesagt, dass bei
meinen Arbeiten „so eine zweite Ebene“ drin wäre. Das trit es eigentlich. Einerseits habe
ich diesen illustrativen Ansatz, gehe also vom Äußeren und Graschen an die Sachen
heran, aber ich versuche dabei auch funktional zu bleiben. Ich versuche in die Arbeiten
einen Mehrwert zu legen – eine Art Erkenntnisgewinn für den Betrachter. Ich habe kein
Interesse an diesen großen Designentwürfen – wie Sofalandschaften und Getaltung „aus
einem Guß“– sondern vielmehr an Lösungen für den kleinen Raum. Und den kleinen
Geldbeutel.

Balcony 07 by Christian Lessing - detail

Balkony 07 von Christian Lessing - Detail

(smow)blog: Das bringt uns zu Ihren Balkon-Design-Projekten. In der Vergangenheit haben
Sie jedes Jahr ein neues Balkonprojekt herausgebracht. Wollen Sie diese Tradition fortsetzen
oder haben Sie damit abgeschlossen?
Christian Lessing: Ich glaube nach wie vor, dass das ein großes Thema ist, und bekomme auf Messen auch
immer positives Feedback. Bisher sind alle aber Hersteller wieder abgesprungen. Ich
glaube aber an das Potential des Projektes. Ich bin an diesem Thema “Wie kriege ich Grün
auf kleinsten Raum?” weiter dran.

(smow)blog: Sie produzieren einige Ihrer Objekte selbst. Wollen Sie diesen Teil der Arbeit
weiter ausbauen?
Christian Lessing: Ja, ich produziere viele der kleineren Objekte selbst, die größeren Sachen würde ich
lieber abgeben. Ich möchte kein Händler werden und bin´s auch nicht. Ich möchte mich
lieber auf das Gestalten konzentrieren. Idealerweise würde ich gern mehr mit Herstellern
zusammenarbeiten und weniger selbst produzieren, denn das kostet auch immer eine
Menge Energie, die ich lieber in neue Entwürfe stecken würde.

(smow)blog: Seit Sie die Uni abgeschlossen haben, sind ein paar Jahr vergangen. Welches
ist die wichtigste Lektion, die Sie seitdem gelernt haben?
Christian Lessing: Dass man ein Produkt komplett durchdenken muss – von der ursprünglichen Idee bis
hin zum Marketing, d.h. den Namen, Verpackung usw. Und dass man ein Gespür dafür
entwickeln muss, was funktionieren könnte, und was nicht. Jeder Produktdesigner hat
wahrscheinlich anfangs die Klassiker vor Augen und versucht sich irgendwann an einem
Tisch oder einem Stuhl. Es ist jedoch eine extreme schwierige Materie, sich mit den Großen
der Welt bzw. der Vergangenheit zu vergleichen. Es ist einfacher, sich auf etwas zu konzentrieren,
was mich unmittelbar betrit oder stört, Dinge die ich selber gern verbessern
würde, und das dann als Ansatz nimmt für einen neuen Entwurf. Und natürlich Durchhaltevermögen.

Weitere Informationen zu Christian Lessing finden Sie unter www.christianlessing.de/

Balcony 08 - part of Christian Lessings Balcony series

Balkony 08 - part of Christian Lessing's "Balcony" series

Leichtgewicht by Christian Lessing

Leichtgewicht von Christian Lessing

Nachtflug London - by Christian Lessing

Nachtflug London - Christian Lessing. we#re sure you get the idea...

Window Garden by Christian Lessing

Window Garden von Christian Lessing

Grip shelving by Christian Lessing

Grip shelving von Christian Lessing



(smow)introducing: Eva Marguerre

Monday, October 18th, 2010

Name: Eva Marguerre

Studium:
2004-2010 Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Fachrichtung Produktdesign / Ausstellungsdesign

Praktika:
2005 Luigi Colani, Karlsruhe
2006 Zeitschrift “Brigitte”, im Ressort Living, Hamburg
2008 Designbüro Stefan Diez, München

Produkte:
Tagträume
Nido
MOA

Eva Marguerre

(smow)blog: Warum Produktdesign?
Eva Marguerre: Das war bei mir eigentlich schon relativ früh klar. Schon als Kind habe ich mich für Einrichtungen und Möbel interessiert und die Dinge, die mir gefallen haben, aus den Fachzeitschriften meiner Mutter ausgeschnitten. Als ich 16 war, habe ich ein zweiwöchiges Schulpraktikum bei zwei Produktdesignerinnen in Krefeld gemacht und danach war es einfach klar. Ich habe mein Abi gemacht mit dem Wissen, dass ich danach Produktdesign studieren würde.

(smow)blog: Und war das die richtige Entscheidung?
Eva Marguerre: Nun ja, während des Studiums habe ich schon hin und her überlegt, ob Produktdesign das Richtige ist, und in meinem dritten Semester hatte ich mich eigentlich schon mehr oder weniger davon verabschiedet. Aber dann habe ich ein Praktikum beim Living Resort der “Brigitte” gemacht (wo ich heute noch arbeite) und dort das Styling kennengelernt, also das Arbeiten MIT dem Design. Ich habe gemerkt, dass es diese Mischung ist, die mich fasziniert. Mir ist es wichtig, meine eigenen Möbel zu entwerfen, aber ich muss auch weiter damit arbeiten, sie in Szene setzen und fotografieren. Möbeldesign allein würde mir nicht reichen. Ich mag auch die Abwechslung und zwischen den Rollen hin und her zu springen.

(smow)blog: Warum haben Sie in Karlsruhe studiert?
Eva Marguerre: Ich habe mich für die Uni in Karlsruhe entschieden, weil es eine sehr freie Hochschule ist. Man hat dort ein reines Projektstudium, d.h. man studiert nicht in Semestern sondern alle Jahrgänge studieren miteinander und alle lernen voneinander – teilweise auch mehr von den Studenten als von den Professoren. Außerdem ist es ein interdisziplinäres Studium, ich habe z.B. auch Ausstellungsdesign, Grafikdesign, Fotografie etc. belegt. Auf meinem Diplom steht zwar „Produktdesign“, aber das Studium war viel weiter gefasst. Und das ist auch gut so, denn Produktdesign sollte nicht aufhören, wenn das Produkt fertiggestellt ist.

(smow)blog: Haben Sie auch die kaufmännischen Aspekte gelernt, sprich Marketing, Vertrieb, Preispolitik?
Eva Marguerre: Nein, leider nicht. Das musste ich mir selbst aneignen.

(smow)blog: Als neuer, junger Designer – helfen einem da die Messen?
Eva Marguerre: Das ist eine spannende Frage, über die ich mir selbst auch viel Gedanken gemacht habe. Es ist schon anstrengend, wenn man da mit seinen Prototypen auf den Messen sitzt und wartet und hofft, dass ein Hersteller vorbeikommt, dem das Produkt gefällt. Im Großen und Ganzen bin ich nicht davon überzeugt, dass Messen sehr hilfreich sind, wenn es darum geht, einen Hersteller zu überzeugen und das Produkt in Produktion zu bringen. Aber man muss natürlich auf den Messen sein, wenn man will, dass die eigenen Produkte gesehen und getestet werden. Ich kriege auf Messen sehr viel Feedback, was mir sehr wichtig ist. Schön ist die Designers Fair in Köln, denn da gehen viele Leute hin, die sonst nicht unbedingt Designmessen besuchen, und so bekommt man sehr direktes und hilfreiches Feedback. Und Messen sind wichtig für die PR.

MOA by Eva Marguerre - first step 2D weaving

MOA von Eva Marguerre - Erste schritt: 2D-Wickel

(smow)blog: Für den MOA haben Sie mit Nylonfasern und Harz gearbeitet, beim NIDO sind es Glasfasern und Harz. Was ist so interessant an der Arbeit mit Harz und diesen Materialien?
Eva Marguerre: Ich finde den Vorher-Nachher-Effekt interessant, die Veränderung des Materials. Beim MOA ist es zunächst ein 2D-Wickel, also ein sehr einfacher Prozess, dann presse ich das Material über eine Form und durch den Harz kann der Moment eingefroren werden. Ich habe hier so ein biegsames Material, das dann auf einmal so stabil wird und einen völlig neuen Charakter annimmt. Das finde ich spannend.

(smow)blog: Sind neue Projekte mit neuen Materialien geplant?
Eva Marguerre: Es wird zunächst eine Weiterentwicklung vom MOA mit einer anderen Textur, also einem anderen Material, geben. Ansonsten arbeite ich gerade mit klassischeren Materialien wie Holz, denn ich habe auch nicht den Anspruch, immer nur Wickelgeschichten zumachen und mit dem Vorher-Nachher-Effekt zu arbeiten. Ich möchte mit vielen verschiedenen Materialien und Prozessen arbeiten.

(smow)blog: Und wie sieht die Zukunft aus?
Eva Marguerre: Ich bin vor kurzem nach Hamburg gezogen und arbeite im Moment mit meinem Partner an einem großen Projekt. Aber ich kann nicht sagen, was als nächstes kommt und in welche Richtung es geht. Zurzeit ist alles noch sehr neu und aufregend: Studium abgeschlossen, Umzug nach Hamburg, Bürogründung…

(smow)blog: Sie sind für den Designpreis Deutschland 2011 nominiert! Für ein bestimmtes Produkt?
Eva Marguerre: Man wird als Person nominiert, nicht für ein bestimmtes Produkt. Die Nominierung kam sehr überraschend und ich bin total begeistert. Es ist besonders schön, nominiert zu sein und sich nicht selber beworben zu haben.

(smow)blog: Glückwunsch und alles Gute in Hamburg!

Weitere Informationen zu Eva Marguerre finden Sie unter eva-marguerre.de

MOA by Eva Marguerre (with Marcel Besau)

MOA von Eva Marguerre (entworfen zusammen mit Marcel Besau)

NIDO by Eva Marguerre

NIDO von Eva Marguerre

Tagträume by Eva Marguerre

Tagträume von Eva Marguerre



(smow)introducing: My Own Super Studio

Friday, September 24th, 2010


Gründer/Designer: Rui Alves

Gegründet: 2001

Standort: Paços de Ferreira, Portugal

Produkte:
Hold on
Sample
MIU
Fiss family
Welcome to the Jungle
Avô

Rui Alves - My Own Super Studio

Rui Alves - My Own Super Studio


(smow)blog: Wie kamen Sie zu Ihrer Karriere im Industriedesign?

Rui Alves: Das war mehr oder weniger eine natürliche Entscheidung; meine Familie hat schon immer mit Holz gearbeitet. So war ich ständig von Materialien und Werkzeug umgeben und konnte mir darüber Gedanken machen, was ich mit dem Werkzeug meines Vaters oder Großvaters anstellen könnte. Außerdem habe ich schon immer gern gezeichnet. Es war also ein natürlicher Werdegang.

(smow)blog: Was hat Sie beeinflusst?
Rui Alves: Eigentlich kommen die Einflüsse von überall – gerade auch von alltäglichen Objekten oder aus Beobachtungen im Alltag. Auch die Arbeiten anderer Designer haben mich beeinflusst: Charles und Ray Eames, Jean Prouvé, Dieter Rams – ich liebe die Arbeiten von Dieter Rams – Konstatin Grcic, Stefan Diez, Jasper Morrison…

(smow)blog: …Interessant, dass Sie diese Designer erwähnen. Wenn wir uns Ihre Arbeiten ansehen, würden uns diese Einflüsse nicht auffallen.
Rui Alves: Es sind keine direkten Einflüsse. Ich mag zum Beispiel die Arbeiten von Hella Jongerius, besonders ihr handwerkliches Können. Wenn ich also ihre Entwürfe betrachte, inspiriert mich das, Ähnliches zu erreichen. Oder der letzte Stuhl mit dreidimensionalen Elementen, den Stefan Diez für Thonet entworfen hat, gefällt mir auch. Es geht nicht darum, die Arbeiten Anderer zu kopieren sondern durch die Leistungen inspiriert zu werden.

(smow)blog: Sie unterrichten an der lokalen Uni, beeinflusst das ebenfalls Ihre Arbeit?
Rui Alves: Natürlich. Ich lerne immer dazu. Die Studenten kommen oft mit Fragen oder Vorschlägen, warum wir nicht mal probieren mit diesem oder jenem Material in dieser oder jenen Art und Weise zu arbeiten. Das mag ich wirklich sehr und ich lerne auch viel. Es ist einfach gut, ein paar Stunden pro Woche neue Ideen zu hören und neue Ansätze zu sehen.

(smow)blog: Also lernen Sie genauso viel wie Ihre Studenten…
Rui Alves: …Definitiv.

Fiss Family by My Own Super Studio

Fiss Family von My Own Super Studio

(smow)blog: Geografisch liegt Portugal ziemlich weit weg von den wichtigen Märkten Europas, wie einfach ist es als Designer in Portugal?
Rui Alves: Es ist sehr, sehr schwer. Wir sind ein kleines Land. Zwar haben wir gutes Essen und gutes Wetter, aber keine lange Erfahrung im Industriedesign. Gerade für junge Designer ist es besonders schwierig, denn wir haben hier in Portugal einen kleinen Markt und nur drei oder vier Hersteller. Deswegen reise ich jetzt sehr viel in andere Länder um meine Entwürfe zu präsentieren. Ich habe zum Beispiel auf den letzten beiden DMY Shows in Berlin ausgestellt und es ist unglaublich: ich bekomme viel mehr Feedback außerhalb von Portugal als in meinem Land selbst.

(smow)blog: Gibt es in Portugal Designmessen, auf denen Sie Ihre Arbeiten ausstellen können?
Rui Alves: Alle zwei Jahre findet die Experimenta Design statt, aber junge Designer haben keine Möglichkeit ihre Entwürfe zu zeigen. Ich wohne in der Nähe von Porto und seit kurzem gibt es eine neue Designshow, aber die Kosten sind so hoch, dass es für mich einfacher und günstiger ist nach Berlin zu fliegen, als 20 km die Straße runter zu fahren.

(smow)blog: Wie gesund ist die Designszene in Portugal?
Rui Alves: Es gibt viele wirklich gute junge Designer. Ich glaube, wir verfolgen hier einen anderen Ansatz als in anderen Ländern. Das hängt wahrscheinlich mit dem Licht zusammen. In Portugal haben wir das ganze Jahr über lange Tageslicht und wir lieben Farbe. Aber wir brauchen wirklich mehr Möglichkeiten.

Avo by My Own Super Studio

Avô von My Own Super Studio

(smow)blog: Farbe ist ein gutes Stichwort. Wenn wir uns Ihre Arbeiten anschauen – sei es Fiss Family, MIU, Welcome to the Jungle – fällt uns die Farbe auf. Ist das ein beabsichtigtes Merkmal Ihrer Entwürfe?
Rui Alves: Ja und nein. Ich versuche, keine Angst vor Farbe zu haben. In der portugiesischen Kunst und im portugiesischen Design hat Farbe traditionell einen hohen Stellenwert, deshalb ist es ganz natürlich für mich viel Farbe zu benutzen. Ich merke aber, dass einige meiner Studenten Angst davor haben, zu viel Farbe zu verwenden.

(smow)blog: Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Rui Alves: Ich arbeite zurzeit an ein paar neuen Projekten und nächstes Jahr werden wir das 10jährige Bestehen von My Own Super Studio feiern. Daher möchte ich zum ersten Mal in Mailand ausstellen und ich hoffe, ich kann auch eine Retrospektive auf der DMY in Berlin organisieren.

(smow)blog: Sehr schön. Wir freuen uns darauf.

Weitere Informationen zu My Own Super Studio finden Sie unter http://myownsuperstudio.com/

Welcome to the jungle by My Own Super Studio

Welcome to the Jungle von My Own Super Studio

Avo by My Own Super Studio

Avô von My Own Super Studio

Fiss Family by My Own Super Studio

Fiss Family von My Own Super Studio

MIU by My Own Super Studio

MIU von My Own Super Studio

Sample by My Own Super Studio

Sample von My Own Super Studio

Hold on by My Own Super Studio

Hold on von My Own Super Studio



(smow)introducing: maigrau

Wednesday, September 8th, 2010


Gründer/Designer: Alexander Stamminger und Nik Back

Gegründet: 2007

Standort: Blaufelden, Baden-Württemberg

Produkte:
Luca lean
Luca stand
Ten
Line
Turn
Superemma

maigrau: Alexander Stamminger und Nik Back

maigrau: Alexander Stamminger und Nik Back

(smow)blog: Fangen wir mit dem Anfang an: Wo haben Sie sich kennengelernt?
maigrau: Wir haben beide Industriedesign an der Kunstakademie in Stuttgart studiert. Wir kennen uns seit dem ersten Semester –also seit 2003 – und haben das Studium 2008 abgeschlossen.

(smow)blog: Und sofort maigrau gegründet?
maigrau: Genau. Eigentlich haben wir schon in unserem letzten Semester angefangen. Unsere Diplomarbeit ging in diese Richtung und wir haben auch ein paar Produkte entwickelt, also war es ein recht fließender Prozess.

(smow)blog: Warum haben Sie sich entschieden, die Produkte selber herzustellen, zu vermarkten und zu vertreiben?
maigrau: Wir dachten einfach, dass es gut wäre, unsere Produkte durch den gesamten Prozess bis hin zum Endkunden zu begleiten.

luca by maigrau

luca von maigrau

(smow)blog: Haben Sie die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse an der Hochschule gelernt oder war das eher “learning by doing“?
maigrau: Wenn ich ehrlich bin, war das schon ein Manko des Studiengangs, dass nicht wirklich viel BWL vermittelt wurde. Wir haben uns vieles selber beigebracht – sei es Preiskalkulation oder der Umgang mit Kunden, denn als Hersteller/Verkäufer haben wir andere Kunden als die Designer, die ihre Leistungen einfach einem Kunden anbieten.

(smow)blog: Und war es die richtige Entscheidung?
maigrau: Definitiv. Wir würden es wieder so machen. Es ist sicher ein stressiger Weg mit schwierigen Zeiten gerade am Anfang. Aber mit der Zeit und der Erfahrung lernt man dazu.

(smow)blog: Und in diesem Sinne, Herzlichen Glückwunsch zu der Nominierung für den Designpreis Deutschland 2011.
maigrau: Danke. Darüber freuen wir uns sehr, es ist auch ein Stück weit eine angenehme Bestätigung dafür, dass wir die Sache richtig angehen und damit Erfolg haben. Es ist ein gutes Gefühl für einen solch wichtigen Design-Preis nominiert zu sein.

(smow)blog: Und wo soll es mit maigrau in Zukunft hingehen?
maigrau: Wir möchten natürlich unsere Kollektion erweitern. Einerseits wollen wir als Designer natürlich weiter selber Produkte entwerfen, auf der anderen Seite können wir uns auch vorstellen, in Zusammenarbeit mit anderen Designern Produkte für maigrau zu entwickeln.

(smow)blog: Eines Ihrer neuen Produkte ist der Beistelltisch Turn. Welche Motivation steckt dahinter?
maigrau: Wir wollten einen modernen Beistelltisch herstellen, der aber auch vage an die typischen Arbeiten aus den 1950er Jahren erinnern sollte. Die gedrechselten Holzbeine kombiniert mit der dünnen 3mm-Stahl-Platte erzeugen eine sehr einfache, aber neue Form.

Turn by maigrau

Turn von maigrau

(smow)blog: Den Tisch gibt es in zwei Höhen, Luca ist in zwei Ausführungen erhältlich, die Wandablage in zwei Längen. Ist das ein genereller Vorsatz, alle Produkte in verschiedenen Ausführungen zu produzieren?
maigrau: Es ist nicht unbedingt für alle Produkte vorgesehen. Aber diese Optionen ergeben sich oft aus dem Produkt heraus. Aus der Entwicklerperspektive bedeutet eine größere Version nicht automatisch mehr Arbeit und da wir die Produktion hier selber in Deutschland organisieren, haben wir die direkte Kontrolle. So ist die Entwicklung einer anderen Ausführung oder die Weiterentwicklung eines Designs oft ein natürlicher und sinnvoller Schritt. Im Herbst planen wir z.B. den Launch der Weiterentwicklung der Luca Lampen.

(smow)blog:Danke, weiterhin alles Gute und viel Glück für die Zukunft!

Luca Lean by maigrau

Luca lean von maigrau

Turn by maigrau

Turn von maigrau

Luca stand by maigrau

Luca stand von maigrau

Ten by maigrau

Ten von maigrau

Superemma by maigrau

Superemma Garderobe von maigrau

Line by maigrau

Line Ablage von maigrau



(smow)introducing: Stephan Schulz

Tuesday, July 20th, 2010

Name: Stephan Schulz

Geboren: Schwerin, 1983

Studium:
2003-2009 Industrial Design, Burg Giebichenstein, Halle
2007-2008 Erasmus studium at the Design Academy Eindhoven

Praktium: 2008 Bellini Design Studio, Mailand

Produkte:
Stellvertreter für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau
Betonschalen “frisch ausgeschalt” für Betoniu, Leipzig

Stephan Schulz

Stephan Schulz

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Industriedesign?
Stephan Schulz: Es hat sich einfach so entwickelt. Ich habe schon immer gerne Dinge gebaut und herum experimentiert mit Materialen. Ich bin auch auf einer Baustelle groß geworden und so irgendwie in diese Gestaltungswelt hineingewachsen. Ich hatte immer das Bedürfnis, Sachen selber zu bauen und in die Hand zu nehmen.

(smow)blog: Wer hat Sie beeinflusst?
Stephan Schultz: Das ist schwer zu sagen. Als Gestalter wird man ja ständig beeinflusst und vieles passiert dann unterbewusst. Ich glaube, man ist zumindest in Deutschland, in den letzten Jahren stark von Konstantin Grcic beeinflusst worden. Dabei muss im Design nicht immer alles nur positive Beeinflussung sein. Auf Design aufmerksam wurde ich zum ersten Mal in jungen Jahren durch die Bauhaus-Geschichten, die Architektur. Zuerst als Persönlichkeit und Designer wahrgenommen habe ich dann Mies van der Rohe und seine Möbeldesigns. Aber es ist nie so gewesen, dass ich eine Person wirklich herausstellen würde.

(smow)blog: Und warum die Entscheidung für die Burg Giebichenstein?
Stephan Schulz: Das ist ganz einfach. Ich habe mich hier zuerst beworben, habe die Eignungsprüfung bestanden und bin dann geblieben. Die Schule hat einen guten Ruf und die Stadt fand ich auch schön, und deswegen hab ich hier angefangen zu studieren

(smow)blog: Und jetzt haben Sie Ihr Studium abgeschlossen und hier im Design Haus Halle ein Atelier bezogen. Bleiben Sie also in Halle?
Stephan Schulz: Erstmal ja. Es ist natürlich eine Chance, hier erstmal die Werkstätten der Hochschule weiter zu nutzen. Wenn ich jetzt weggehen würde, würde ich es nie so günstig kriegen wie in Halle. Und hier hat man eben noch das Netzwerk um sich herum und das erleichtert es am Anfang denke ich ungemein. Aber ich bin nicht auf Ewigkeit auf Halle fixiert.

Stellvertreter by Stephan Schulz for Moormann

Stellvertreter von Stephan Schulz für Moormann

(smow)blog: Sie stehen erst am Anfang Ihrer Laufbahn, aber gab es schon Höhepunkte?
Stephan Schulz:
[lacht] Ich bin wirklich noch am Anfang, aber ein Höhepunkt war sicherlich die Garderobe [Stellvertreter] für Moormann. Ich habe ja erst vor drei Monaten mein Diplom gemacht, und letztes Jahr während des Studiums schon ein Produkt auf den Markt gebracht mit einem Hersteller. Das ist schon der Höhepunkt. Klar.

(smow)blog: Und wie kam es dass die Betonschale in die Vitra Design Museum Austellung „Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ aufgenommen wurde?
Stephan Schulz: Martin Hartung, einer der Kuratoren dieser Ausstellung vom Vitra Design Museum hat die Betonschalen auf einer anderen Ausstellung gesehen, fand sie passend und hat sie dann aufgenommen. [lacht] So simpel ist es manchmal.

(smow)blog: Wenn wir jetzt an die Betonschale denken, an Ihre Lehmpaneelen, oder die Holz- und Porzellanartikel: Macht es Ihnen Spaß mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren?
Stephan Schulz: Auf jeden Fall. Ich könnte mich jetzt nicht auf ein Material festlegen und sagen, ich arbeite nur mit Porzellan, oder nur mit Beton. Das ist ja gerade das Spannende als Industriedesigner, dass ich in jede Richtung gehen kann und jede Richtung ausprobieren kann.

(smow)Blog: Und wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Stephan Schulz: Ich habe mich auf Möbel und Interieur  spezialisiert und will mich auch in diese Richtung weiter entwickeln. Ich möchte nicht immer nur Unikate machen, es wäre auch schön Massenprodukte zu entwerfen, die in Serie gehen können. Als Designer hat man den Anspruch, dass die eigenen Entwürfe funktionieren – auch in der Herstellung. Aber dadurch, dass der Markt zurzeit so übersättigt ist, gehen viele Designer mehr in die künstlerische Richtung und alles wird eher experimentell. Das gehört sicherlich dazu, und es sind die ersten Schritte, aber mein Ziel ist es, Produkte auf den Markt zu bringen.

Concrete bowl by Stephan Schulz for betonui

Betonschale von Stephan Schulz für betonui

(smow)blog: Wie kommt man als junger Designer an Hersteller?
Stephan Schulz: Das ist schwer. Ja, ich weiß es selbst nicht genau. Natürlich geht man auf Messen, das ist die einzige Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, aber es ist verdammt schwer. Nils Holger Moormann hatte ich das Produkt vorgestellt und er fand es gut. Das ist natürlich der Idealfall. Aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme und es funktioniert dann zehn mal wieder nicht. Es ist ein harter Weg. Und vor allem gibt es keinen vorgezeichneten Weg. Es kann dir niemand sagen wie du es machen sollst oder wie du Hersteller ansprechen sollst. Es bleibt schwer.

(smow)blog: Dann viel Glück und Dankeschön!

Weitere Informationen zu Stephan Schulz finden Sie unter studio-stephanschulz.com/

Cargo Chair by Stephan Schulz: An empty frame you can fill according to mood and situation

Comfy Cargo Chair von Stephan Schulz: ein leerer Rahmen, den man nach Lust und Laune füllen kann

Foam soft pad chair by Stephan Schulz

Foam soft pad chair von Stephan Schulz

Porcelain jugs by Stephan Schulz

Porzellan Kanne von Stephan Schulz

Tischlader by Stephan Schulz

Tischlader von Stephan Schulz



(smow)Introducing

Friday, July 9th, 2010

So mühelos und entspannt es alles aussieht, ist unser Leben trotzdem von konstanter Bewegung geprägt.

Und auf unserem Weg begegnen wir ständig einer Menge excellentem Design, von Designer die einfach noch nicht über die Öffentlichkeit wie z.B. Philippe Starck, Verner Panton oder Jasper Morrison verfügen.

Das ist nicht ganz fair, denn ihre Arbeit ist oft genauso gut.

Also werden wir in unserer neuen unregelmäßigen Kategorie (smow)Introducing junge Designer vorstellen, ihrevgabvnmgbisbgzl Arbeit und ihre Philosophie.

Wir werden uns auf die jungen Designer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konzentrieren. Vor allem natürlich von den Design-Hochschulen Burg Giebichenstein, Bauhaus Weimar oder Schneeberg.

Alle Artikel und Interviews kann man unter (smow)Introducing finden.



(smow)Introducing

Thursday, April 29th, 2010

So mühelos und entspannt wie es immer wirkt, ist unser Leben in Wirklichkeit nicht. Wir befinden uns in ständiger Bewegung und sind immer unterwegs von einem Termin zum nächsten.

Auf unserem Weg begegnen uns eine unglaubliche Zahl an exzellenten Designs von Designern, die einfach nicht die selbe öffentliche Aufmerksamkeit wie z.B. Philippe Starck, Verner Panton oder Jasper Morrison erreichen.

Das ist irgendwie nicht fair, da ihre Arbeiten oft mindestens genauso gut sind.

Und so wollen wir in unserer neuen, unregelmäßig erscheinenden Serie “(smow)Introducing” einige dieser jungen Designer, ihre Arbeit und auch den Herstellungsprozess und die Philosophie hinter den Werken vorstellen.

Alle Beiträge und Interviews können unter der Kategorie (smow)Introducing gelesen werden.

(smow)Introducing : The best in young European design

(smow)Introducing