Archive for the ‘smow’ Category

Vitras Eames Elephant erobert die Leipziger Spinnerei

Wednesday, May 8th, 2013

Wie sich treue Leser vielleicht erinnern können, wird ein großer Teil der niederen Arbeiten bei (smow) von einem Team hochqualifizierter Vitra Eames Elephants ausgeführt.

In der Vergangenheit haben wir sie z.B. für ihre Mithilfe beim Transport von USM Haller Möbeln in unser Lager gelobt.

Nun bezog (smow) ein neues Büro auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei, einer ehemaligen Spinnerei, in der mittlerweile neben einigen Büros viele Ateliers, Galerien und Kunsträume beheimatet sind.

Es hat nicht lang gedauert, bis sich eines der von Natur aus neugierigen Tiere aufmachte und unsere neue Nachbarschaft erkundete …und dabei ganz zufällig sogar einige alte Bekannte traf.

Aber seht selbst. Die eigentlich recht scheue Art der Eames Elephants ließ sich vor lauter Freude über das neue Zuhause auf seiner Erkundungstour sogar filmen.



Posterous adieu….

Tuesday, May 7th, 2013

Am Dienstag, den 30. April 2013 trat Königin Beatrix als Oberhaupt des niederländischen Königshauses zurück.

Und Posterous beendete seinen Dienst.

Die eine ging freiwillig, um einen reibungslosen Machtwechsel zu garantieren.

Der andere wurde Opfer eines brutalen und ungerechten Konflikts seiner Besitzer um die Vorherrschaft im Social Media Markt.

Wir haben Posterous 2010 entdeckt und waren sofort von der Einfachheit begeistert, mit der man dort etwas veröffentlichen konnte und so wurde es schnell zu unserem Medium der Wahl, wenn es darum ging, etwas mitzuteilen, was uns zwar köstlich amüsierte, für den (smow)blog aber nicht groß genug gewesen wäre.

Posterous war nicht gerade die bestbesuchte Seite, die wir betreiben. Aber es war die, die am meisten Spaß gemacht hat und wir werden sie vermissen.

Und um die etwas zu ärgern, die für die Schließung von Posterous verantwortlich sind, werden wir die gesamten Inhalte, die eigentlich auf Posterous gelandet wären, nun auf der (smow) Facebook-Seite veröffentlichen. Haha! Jetzt zeigen wir es euch.

Einen gebührenden Abschied soll es aber trotzdem geben. Hier daher eine Zusammenstellung unserer schönsten Momente mit Posterous…

usm haller buhl

Das langweiligste Foto der Welt? (Nein, die USM-Zentrale in Bühl...)

vitra eames elephant

Die Eames Elephants in einem Leipziger Wald

Donato D Urbino Joe Sofa

Mailand 2012: Donato D'Urbino lümmelt in dem von ihm mitentworfenen Joe Sofa....

Kartell Victoria Ghost Autumn

Hier zelebrierten wir mit dem Victoria Ghost von Philippe Starck für Kartell den Herbst.

vitra verner panton chair

Die Vitra Panton Chair Winter Edition... na ja, fast!

Burg Giebichenstein Halle door holder

Burg Giebichenstein Halle: Design kann so einfach sein...



Ungers Archiv für Architekturwissenschaft Köln: Ex Libris mit Rem Koolhaas und Stephan Trüby

Thursday, March 21st, 2013

Ungers Archiv für Architekturwissenschaft in Köln präsentiert am 22. März eine weitere Veranstaltung aus der Reihe “Ex Libris”.

Zum ersten Mal sind wir im Rahmen der IMM Cologne 2013 beim Besuch der Ausstellung  ”Hocker 60 von Alvar Aalto” auf das Ungers Archiv gestoßen. Besonders beeindruckt hat uns die Bibliothek und wir finden, dass sie eine der bezauberndsten und umfangreichsten privaten Bibliotheken für Architektur ist, die sich finden lässt.

So wie das Internet scheinbar voller überflüssiger Informationen steckt, bevor man beginnt etwas Konkretes zu suchen, so mag auch eine Bibliothek nur eine Ansammlung alter Blätter sein, bis man ihre Bücher liest. Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die Sammlung zu gewähren, hat das Ungers Archiv im Jahr 2011 die Reihe “Ex Libris” auf den Weg gebracht. Zu den einzelnen Veranstaltungen stellen eingeladene Architekten einzelne Werke aus der Sammlung vor. Am 22. März heißt das Archiv den dänischen Architekten Rem Koolhaas, einen ehemaligen Studenten von Ungers, und den deutschen Architekten Stephan Trüby willkommen. Leider gibt es noch keine Bestätigung, welche Bücher Koolhaas und Trüby vorstellen werden, aber in Anbetracht der riesigen Sammlung aus der die beiden wählen können, sind wir zuversichtlich, dass die Herren etwas Interessantes und Unterhaltsames finden werden.

Ex Libris mit Rem Koolhas und Stephan Trüby findet am Freitag, den 22. März in der Dr. Speck – Literaturstiftung, Kämpchenweg 58, 50933 Köln-Müngersdorf, 19 Uhr statt. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten und die Karten kosten 8,00 Euro (Studenten 4,00 Euro). Weitere Details sind auf www.ungersarchiv.de zu finden.

Ungers Archiv für Architekturwissenschaft Cologne Bibliothek

Die Bibliothek im Ungers Archiv für Architekturwissenschaft Köln (Foto http://www.ungersarchiv.de)

 



Droog Lab – The New Original

Thursday, March 7th, 2013

In einem müßigen Moment neulich haben wir so überlegt … wenn die Chinesen – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – einfach weiter die Designideen anderer kopieren, warum machen wir das dann nicht auch? Das wäre ihnen einen Lehre. Dachten wir uns. Sinnloserweise. Es würde natürlich niemanden etwas lehren.

Die frechen Hunde von Droog allerdings haben chinesisches Design kopiert. Aber nicht als Rache, eher als Erforschung der Möglichkeiten, die das Kopieren bietet. “Möglichkeiten, die das Kopieren bietet?” – “Kopieren ist Diebstahl!”, hören wir euch schreien. Das direkte Kopieren eines Designs und seine Vermarktung als Original ist, wenn auch nicht immer gleich illegaler Diebstahl, immer unfair und alles andere als die feine Art – vor allem, wenn die Kopie minderwertig bis gefährlich ist. Das steht außer Frage. Kopieren ist jedoch selten ein Eins-zu-eins-Prozess; vielmehr beinhaltet es normalerweise eine Form der Anpassung an den neuen, lokalen Markt. So argumentiert Droog.

Und nicht nur Droog. Wir treffen regelmäßig Menschen, die im Designbereich arbeiten, und die der Meinung sind, dass der Prozess des Kopierens auch positive Resultate mit sich bringen kann. Und in der Tat ist ein zentrales Element des Open Designs, dass man es nicht nur so nehmen kann, wie es vom Designer vorgelegt wird, sondern – und so macht es wohl die Mehrheit – man es den eigenen Bedürfnissen anpassen kann. In gewisser Weise nimmt man die Entscheidung über Form und Funktion dem Designer ab und überträgt sie dem Verbraucher; die Aufgabe des Designers ist es eine universelle Blanko-Lösung zu entwickeln.

Als Versuch zu erforschen, inwieweit europäische Designer von den plagiatorischen Instinkten der Chinesen lernen können, und schließlich wo kollektive Intelligenz zu mehr führen kann, reiste das Droog Lab nach Shenzhen, China. Und sah sich ein wenig um. Nach Sachen, die sich kopieren ließen. Das Ergebnis ist eine Sammlung von 26 Objekten von Richard Hutten, Stanley Wong, Urbanus, Ed Annink und Studio Droog, die alle ein “normales” chinesisches Stück genommen haben und es in einen neuen Kontext kopiert haben.

Bis 9. April 2013 können alle 26 Objekte in der Ausstellung “The New Original” gesehen werden, die in Guangzhou, China gezeigt wird. Die Demografie unserer Leser kennend, gehen wir davon aus, dass nicht viele von euch die Möglichkeit haben werden, sie zu besuchen. Wir ziemlich sicher auch nicht. Wie wir Droog kennen, sind wir aber ziemlich sicher, dass “The New Original” in nicht allzu langer Zeit auch in Europa gezeigt werden wird. Und wenn nicht, kopieren wir die Idee einfach und machen unsere eigene Ausstellung…

Vollständige Informationen über ”The New Original” findet man unter www.drooglab.com.

droog lab the new original

Droog Lab. The New Original. Hier eine chinesische Teekanne angepasst mit Griff von Richard Hutten



Morgen Kinder wird’s was geben… wird’s nicht mehr geben.

Saturday, December 1st, 2012

Nach reiflicher Überlegung kam das (smow)blog-Team zu dem Entschluss die Rubrik “Morgen Kinder wird’s was geben…” einzustellen.

Das mag den einen oder anderen überraschen, hat aber den einfachen Hintergrund, dass wir nach unserem Beitrag vom letzten Jahr “Morgen Kinder wird’s was geben… Hätte Verner Panton uns je besucht, hätte er genau dort gesessen” nicht wissen, in welche Richtung sich das Konzept noch entwickeln könnte.

Wir haben unseren kreativen Zenit erreicht. Der Olymp liegt hinter uns und ist nur noch ein weit entfernter Fleck auf einem verschneiten, wolkigen Horizont. Und vor uns nur noch eine sinnlose Endlosigkeit von Wiederholungen, emotionalen Manipulationen und ehemaligen ostdeutschen Fernsehsternchen, die es nicht rechtzeitig in den Westen geschafft haben und nun Woche für Woche beim MDR den immer gleichen Müll aufwärmen.

Sicher wird sich die Menschheit weiter entwickeln und neues, besseres schaffen, sodass irgendjemand irgendwann das fortführen kann, was wir angefangen haben. Trotz all seiner Genialität hätte Goethe niemals etwas wie “Aber hier leben? Nein, danke!” schreiben können. Und auch van Gogh hätte – so schön melancholisch seine Bilder auch waren – keinen “Blumenwerfer” auf Hauswände gesprüht… Das ist Evolution!

Aber wir wissen von euren Briefen und E-Mails, wie beliebt, wie einzigartig unsere Weihnachtsgeschenk-Rubrik ist und wie sehr ihr unseren Mut schätzt, so ein Tabu anzugehen.

Und so werden wir in diesem Jahr einen Klassiker aus dem viktorianischen Drama aufleben lassen – den Adventskalender.

Einen Adventskalender mit Gewinnchancen. Und wie man sich denken kann, gibt es bei einem Onlineshop für Designermöbel weder staubige Schokolade noch geschmacklose Weihnachtsdeko zu gewinnen….

Unser Adventskalender ist dabei natürlich nicht aus Pappe, sondern digital und unter pinterest.com/smowblog zu finden. Dort werden wir jeden Tag ein virtuelles Türchen öffnen und euch tolle Designobjekte vorstellen. D.h. der liebenswerte Weihnachtszwerg Gnome Napoleon aus dem Hause Kartell wird euch all die Dinge vorstellen.

Und hin und wieder wird es kleine Aufgaben geben, um das ein oder andere Teil zu gewinnen.

Um die Chance auf einen Gewinn nicht zu verpassen, haltet ihr euch am besten an www.facebook.com/smowcom. Dort werden wir alle Infos zu den Gewinnspielen veröffentlichen. Oder folgt uns auf Pinterest. Dann könnt ihr auch nichts verpassen.

christmas is coming the goose is getting- at

Und ein letztes mal, alle zusammen: "Und was werden Sie in diesem Jahr auspacken?"

 



Von Bücherregalen bis Corporate Identities. Moormann – Der One Stop Shop.

Friday, November 30th, 2012

Letzte Woche Freitag waren wir bei einer Diskussion in Potsdam. Nils Holger Moormann redete dort so eloquent und überzeugend wie gewohnt über die Vorteile von langen Lebenszyklen bei Möbeln sowie die Weiterentwicklung, die nur möglich ist, wenn man die Möbel als sich entfaltende Projekte – und nicht als Profit generierende Waren – begreift.

Bezogen auf das FNP Regalsystem zum Beispiel, sagte er so etwas wie: Sogar nach 25 Jahren entdeckt man immer noch neue Wege das System zu erweitern und weiterzuentwickeln.

Und es sind nicht nur die eigenen Produkte, die Moorman weiterentwickelt.

Inspiriert vom unsensiblen Umgang des (smow)Grafik-Teams mit dem Moormann-Logo (da hat wohl jemand mal was verwechselt und plötzlich war das Logo nicht mehr quadratisch…), war das Team von Moorman so gut und hat neben dem ganzen Weihnachtsstress (smow) dabei geholfen noch etwas an seiner Corporate Identity zu arbeiten.

Eines der neuen Logos sieht man oben links auf dieser Seite…

Und tatsächlich ist die (smow)Geschäftsführung so froh über die Arbeit, dass sie in Erwägung zieht, Moormann mit der Gestaltung eines Logos für den neuen (smow)room Stuttgart zu beauftragen. Die Frage ist nur, ob das nicht zu viel von der Aschauer Kreativschmiede verlangt wäre…

Ein früher Versuch vom (smow)blog das Nils Holger Moormann Logo zu verlängern.



(smow) möbliert jetzt auch den Süden – Eröffnung des Showrooms in Stuttgart

Wednesday, November 14th, 2012

Am 6. Dezember feiert (smow) 10-jähriges Jubiläum – und freut sich dabei gleich noch über Familienzuwachs. Wenige Tage vorher nämlich, am 26. November, eröffnet in Stuttgart der dritte (smow) Showroom.

Grund genug die letzten (smow) Jahre einmal Revue passieren zu lassen.

Am 6. Dezember 2002 eröffnete am Leipziger Burgplatz der (smow)room und sorgte fortan in sächsischen Haushalten für geschmackvolle Interieurs. Manche Orte schienen aber so abgelegen, dass sie nichts von dem Stil und der Grazie der Möbeldesigns abbekamen, sodass (smow) noch weiter ostwärts ziehen musste. An den Rand des Erzgebirges, in eine Stadt, die vor allem eines hat: ein überambitioniertes Stadtmarketing.

Chemnitz. Die „Stadt der Moderne“. Wie sie sagt. Und das immer und überall, wo sie die Gelegenheit wittert „an ihrem Image zu arbeiten“. (smow) fasste sich ein Herz und half – wo es eben ging… 2007 öffnete der (smow)pavillon, wurde wenig später zum (smow)studio auf dem – zugegebenermaßen schönen – Kaßberg und trägt seither mit einem ausgesuchten Repertoire an klassischen und modernen Designermöbeln zumindest in Sachen Innenausstattung zur Titelverteidigung bei.

2008 ging (smow) online und stattet seitdem auch deutschlandweit Wohnungen und Büros mit bewährten Designklassikern und innovativen Möbeldesigns aus. Über smow.com ist das Sortiment von Eames über Verner Panton und Arne Jacobsen bis Eiermann und Bouroullec sogar europaweit erhältlich.

Was sollte auf diese Erfolgsgeschichte noch folgen? Eine (smow) Zentrale in London? Ein Flagshipstore in New York? Oder irgendwas Cooles in Berlin?

Nun… Die (smow) Geschäftsführung entschied sich für Stuttgart.

Wir hätten uns zwar wahrscheinlich auch mit New York arrangieren können, aber die Nähe zu Vitra in Weil am Rhein und USM in Bühl ist auch nicht so übel. Wir sagen nur kurze Lieferwege…

Ein Besuch der Stuttgarter Kollegen lässt sich außerdem ziemlich gut mit einem Ausflug zum Vitra Campus verbinden.

Neben Stühlen, Tischen, Lounge Möbeln und Accessoires von Vitra sowie den Klassikern von USM Haller findet man bei (smow) Stuttgart außerdem die Designs von Nils Holger Moormann, Lampen von Belux, Nimbus und Tobias Grau, ergonomische Sitze von Aeris, Bürobedarf von Helit, innovative Designs von KABRÉ-Leipzig und hochwertiges Holzspielzeug von Kaden Holzgestaltung.

Einen Einblick in die bewegte Vergangenheit der 250 m² Geschäftsfläche in der Stuttgarter Innenstadt bietet übrigens Google Streetview. Aber keine Angst, die Aufnahme ist veraltet. Man muss also nicht extra Trenchcoat und Schlapphut überziehen, wenn man nur neue Esszimmerstühle kaufen will…

(smow) Stuttgart öffnet am 26. November 2012 in der Sophienstraße 17, 70178 Stuttgart und ist dann immer montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

 

smowS_Schaufenster

Coming soon... Der (smow) Showroom in Stuttgart. Keine Spur mehr von...

... den Vormietern in der Sophienstraße 17, einem namenhaften Erotikfachmarkt. Quelle: Google Streetview



L’Italia di Le Corbusier im MAXXI Rome

Monday, November 5th, 2012

Wie treue Leser wissen, machen wir fast nichts lieber als Italiens Ruf als angebliche Wiege des zeitgenössisches Designs und moderner Architektur in Europa zu untergraben. Unser Schlachtruf: Das ist alles nur Show und gezielte Täuschung!

Demzufolge ist die Ausstellung L’Italia di Le Corbusier, die zurzeit im MAXXI Rom läuft, keine, die wir wirklich befürworten können. Denn sie impliziert zum einen, dass Italien eine signifikante Rolle in der Entwicklung des Architekturverständnisses vom jungen Le Corbusier gespielt habe und zum anderen dass Italien ein fortwährender Referenzpunkt für seine Karriere gewesen sei – was natürlich für unsere Argumentation nicht förderlich ist.

Le Corbusier FIAT Lingotto

Le Corbusier auf dem Dach des FIAT Komplexes in Lingotto, 22. April 1934 (Foto Courtesy Fondation Le Corbusier, Parigi)

Obwohl viele die einzige bedeutende Verbindung zwischen Le Corbusier und Italien in den bei Cassina liegenden Lizenzen für seine Möbeldesigns sehen, beginnt die Beziehung zwischen Charles-Edouard Jeanneret und Italien bereits 1907, als er 20 Jahre alt war und zum ersten Mal über die schweizerisch-italienische Grenze reist. Bis zu seinem Tode im Jahr 1965 sollte seine enge Bindung zu Italien bestehen bleiben.

L’Italia di Le Corbusier bietet einen Einblick in das Verhältnis zwischen Le Corbusier und Italien und erkundet dabei, wie das Land Le Corbusier und seine Arbeit beeinflusst hat. Wenigstens lautet so das erklärte Ziel der Ausstellung. Wir haben sie nicht gesehen, können das also weder bestätigen noch widerlegen. Aber es klingt so, als könnte es gelingen.

Mit ungefähr 320 Dokumenten und 300 Fotografien deckt L’Italia di Le Corbusier nicht nur Le Corbusiers Werk als Architekt ab, sondern widmet sich auch seinen Fotografien, Malereien, Skulpturen… und verspricht damit sowohl einen Blick auf Le Corbusier wie ihn die wenigsten kennen als auch einen Überblick über sein gesamtes Oeuvre.

In vier chronologische und thematische Abschnitte unterteilt, beginnt L’Italia di Le Corbusier mit seinen frühen Studienreisen nach Italien, wo Fotografien und Architekturzeichnungen von Pisa und Aquarelle von Venedig und Pisa entstanden sind. Der nächste Abschnitt  widmet sich seinen künstlerischen Bestrebungen in den frühen 1920er Jahren – einschließlich der Etablierung des Magazins L’Esprit Nouveau, in dessen erster Ausgabe Charles-Edouard Jeanneret zu Le Corbusier wurde – sowie seinem Kontakt mit den italienischen Rationalisten während der 1930er Jahre. Ein besonderes Highlight ist für uns hierbei die Dokumentation von Le Corbusiers wohlwollender Annäherung an Mussolini, um den Auftrag für die Neustadt von Pontinia zu erhalten.

L’Italia di Le Corbusier endet mit einem Blick auf Le Corbusiers Arbeiten im Nachkriegsitalien – seinen zwei letzten italienischen Projekten, von denen zwar keines realisiert wurde, die aber beide exemplarisch für den “späten Le Corbusier” stehen – das Olivetti Electronic Calculation Centre in Rho und ein Krankenhaus in Venedig.

 

Le Corbusier Pisa

"Studio della facciata del duomo di Pisa con dettagli di archetti e colonnine, 1907" von Le Corbusier (Courtesy Fondation Le Corbusier)

Wir haben die Ausstellung wie gesagt noch nicht gesehen und trotz unserer Befürchtungen die Ausstellung könnte zu dem ein oder anderen Problem bei unserem Feldzug gegen Italien führen, scheint die Ausstellung doch ganz gut zu sein.

Was uns dabei besonders anspricht ist der Landesfokus. Irgendetwas fasziniert uns daran, in die Beziehung zwischen einem Mann wie Le Corbusier und einem Land einzutauchen…

Die Geschichte von Architektur und Design ist durchtränkt mit engen Verbindungen zwischen einzelnen Personen und Ländern, in denen sie nicht geboren wurden. Allerdings ist der Einfluss solcher Beziehungen nur zu oft auf Fußnoten oder allgemein anerkannte Fakten in den posthumen Biographien beschränkt.

L’Italia di Le Corbusier bietet die seltene Gelegenheit eine solche Beziehung im Detail zu erkunden. Und die Gelegenheit für einige Tage aus dem nordeuropäischen Winter in die römische Sonne zu fliehen.

L’Italia di Le Corbusier kann bis zum 17. Februar 2013 im MAXXI Rom gesehen werden. Weitere Informationen findet man unter www.fondazionemaxxi.it

Le Corbusier Self portrait

Le Corbusier - Selbstportrait, 1917 (Courtesy Fondation Le Corbusier)

Le Corbusier Venice

Zeichnung von Venedig aus dem Jahre 1964 von Le Corbusier (Courtesy Fondation Le Corbusier, Parigi)



Happy Birthday, Weißenhofsiedlung Stuttgart!

Sunday, July 22nd, 2012

Am 23. Juli 2012 feiert die Weißenhofsiedlung Stuttgart ihren 85. “Geburtstag”; ein Anlass, der einen nahezu perfekten Vorwand bietet, einen der wichtigsten Momente in der europäischen Moderne noch einmal Revue passieren zu lassen. Auch wenn wir dafür eigentlich keinen Vorwand brauchen…

Initiiert vom Deutschen Werkbund in Kooperation mit dem Stuttgarter Gemeinderat, umfasste die Weißenhofsiedlung 63 Wohnungen in 33 Gebäuden, die von ausgezeichneten internationalen Architekten entworfen wurden. Sie war allerdings nur ein Teil einer größeren Ausstellung mit dem Titel Die Wohnung, bei der die Zukunft “häuslicher Einrichtungen” etwas allgemeiner im Kontext der wirtschaftlichen Situation Europas zwischen den Weltkriegen beleuchtet wurde.

Die Sektion Baden-Württemberg des Deutschen Werkbundes formulierte das Hauptziel des Projekts in ihrer Veröffentlichung Die Wohnung der Neuzeit als “…eine Verbilligung der Wohnungsanlagen und des Wohnbetriebs sowie [...] eine Vereinfachung der Hauswirtschaft und eine Verbesserung des Wohnens selbst [...]“1 -  ein Ziel, das hauptsächlich durch die Verwendung neuer Materialien, neuer Verfahren und neuer Technologien erreicht werden sollte. Ja ja, wir wissen schon… aber damals war das ziemlich revolutionäres Zeug.

Man darf nicht vergessen, dass es damals eine Zeit war, in der opulente Ornamente noch als Statussymbol galten. Nichts machte so viel her wie eine Wohnzimmeranrichte, die so aussah als wäre sie aus einem einzigen Baum geschnitzt. Das ist natürlich auch einer der Gründe dafür, wieso die Weißenhofsiedlung so wichtig war und auch heute noch ist: Sie brachte eine neue Denkweise einem breiten Publikum nahe, und das in einer klaren, verständlichen Form, die vor allem auf dem fußte, was möglich war, und nicht auf einer unerreichbaren, futuristischen Vision. Die Weißenhofsiedlung bestand aus echten Häusern, in denen echte Menschen leben sollten.

Der Bau der Weißenhofsiedlung begann am 1. März 1927; die Ausstellung eröffnete am 23. Juli und lief bis zum 31. Oktober. Sie zog in dieser Zeit über eine halbe Million Besucher an; eine Zahl, die wie auch bei Design for Use, USA, im Kontext der Zeit mit den damaligen Transportmöglichkeiten gesehen werden muss. Wenn man das nämlich tut, kommt man zu dem Schluss, dass die Ausstellung nicht nur die Massen in ihren Bann zog, sondern auch ein riesiger Erfolg war.

Leider haben nicht alle Gebäude überlebt; sowohl der Krieg als auch spätere Vernachlässigung machten die Bemühungen von Max Taut oder Hans Poelzig zunichte. Doch immerhin stehen zwei Drittel der Gebäude noch heute und sollten unbedingt besucht werden.

Es wäre viel zu einfach, den Modernismus auf ein paar Stühle und die Bauhaus-Schule(n) zu reduzieren. Wir wissen, dass wir das schon oft gesagt haben, aber es ist wirklich wichtig. Denn um zu verstehen, wo wir derzeit mit Design und Architektur stehen, muss man auch verstehen, was Leute wie Mies van der Rohe, Walter Gropius oder Mart Stam wollten, wieso sie es wollten, wie sie es erreichen wollten, und auch wie ihre Gegner sie davon abhalten wollten.

Die Weißenhofsiedlung Stuttgart beantwortet zwar nicht all diese Fragen, sie ist aber ein sehr wichtiges Teil in diesem großen Puzzle.

1. http://www.weissenhof2002.de/weissenhof.html vom 21.07.2012

Weißenhofsiedlung Stuttgart

Die Weißenhofsiedlung Stuttgart (Foto: Veit Mueller und Martin Losberger)

 



Designed in Hackney Day 2012

Thursday, June 21st, 2012

Ganz im Sinne unserer knappen Erforschung der aktuellen Lage in der britischen Designindustrie, hat sich Dezeen – das führende britische Design- und Architekturportal – mit dem Hackney Council und der Kuratorin/Kritikerin Beatrice Galilee zusammengetan, um einen Tag zu organisieren, der sich dem Design im Londoner Stadteil Hackney widmet. Dabei bekommt man die Möglichkeit, nicht nur ein Gefühl dafür zu entwickeln, was aktuell in der Londoner Designcommunity passiert, sondern auch die Stimmung und die Erwartungen der Akteure dieser Ostlondoner Enklave abzuschätzen.

Obwohl es denkbar einfach wäre, sich in Stereotypen zu verlieren, wenn man über “Creative Hackney” spricht – und glaubt uns, wir kämpfen hart gegen die Versuchung an – weist der Stadtteil tatsächlich eine überdurchschnittlich hohe Dichte an etablierten und neuen kreativen Talenten auf und ist daher ein ziemlich nützliches Barometer für die Entwicklungen in dieser Szene. In der Tat haben all unsere Interviews in Verbindung mit der Ausstellung British Design 1948-2012 im V&A unabsichtlich irgendeine Verbindung zu Hackney. Auch Harry Thalers Atelier befindet sich in diesem verleumdeten, missverstandenen Bezirk.

Designed in Hackney Day ist im Prinzip die reale Form einer Reihe gleichen Namens, die seit März 2012 auf dezeen.com läuft. Dabei wird nicht nur versucht, die Vielfalt des in Hackney praktizierten Designs zu zeigen, sondern auch aktuelle Themen und Herausforderungen der kreativen Community im sich wandelnden London zu beleuchten.

Zugegebenermaßen gibt es zurzeit noch wenig Details, aber das Event findet am 1. August im Hackney House statt. Neben Vorträgen, Gesprächen, Performances und DJ Sets hilft ein Pecha-Kucha-Abend dabei, die Vielfalt und Vitalität des Viertels zu stärken. Wir hoffen bloß, dass alle Beteiligten die Möglichkeit nutzen, nicht nur den Stadteil zu vermarkten – was wahrscheinlich durchaus ein Hintergedanke ist -, sondern vielmehr ernsthaft zu erforschen und zu analysieren, wie es um die Community steht und wohin sie sich wohl noch entwickeln wird.

Communities wie Hackney entwickeln sich zwangsläufig natürlich; ihr Wachstum wird durch eine Mischung verschiedener günstiger Faktoren bestimmt. Doch irgendwann kommt unweigerlich ein Moment, an dem diese Faktoren nicht mehr so gewinnbringend sind… Was dann?

Außerdem wächst die Zahl der freischaffenden “Kreativen” und sie werden irgenwann genauso global und vergänglich wie die Märkte, in denen sie aktiv sind. Fragen, wie die Communities auf Herausforderungen wie beispielsweise erschwingliche Ateliers, eine geeignete Infrastruktur oder den Kontakt zu Kunden reagieren, werden immer wichtiger und immer dringender. Ganz egal, ob in Berlin, New York, Eindhoven… oder eben Hackney.

Deshalb finden wir es toll, dass solch ein Event organisiert wird und sind gespannt, was dabei herauskommt.

Mehr Infos (wenn sie bekanntgegeben werden) gibt’s unter www.designedinhackney.com.

Designed in Hackney Day 2012

Designed in Hackney Day 2012