Archive for the ‘smow’ Category

(smow)chair v1.0

Thursday, September 2nd, 2010
smowchair

(smow)chair v1.0

Die Motivation zum (smow)Stuhl kam mit dem Chairless von Alejandro Aravena für Vitra.

Obwohl es ein wirklich bezauberndes Produkt ist, waren wir etwas irritiert ob der Tatsache dass das Design für den Chairless nicht wirklich “chairless” - also “stuhllos” ist … eigentlich ersetzt es nur die Spannung innerhalb des Stuhls durch die Spannung innerhalb des Körpers.

Der Benutzer wird zum Stuhl und ist demzufolge während der Benutzung in seinen Bewegungen eingeschränkt.

Aber da uns das “Chairless”-Konzept so beeindruckt hat, wollten wir die Gelegenheit wahrnehmen, die uns der Vitra-Design-Museum-Pappmöbel-Workshop und die Ausstellung “Essence of Things. Design and the Art of Reduction” boten, um unseren eigenen “Chairless”-Stuhl zu entwickeln.

Unsere Kriterien:

  • 100% Pappe, kein anderes Material
  • transportabel
  • so reduziert wie möglich

Als erstes entschieden wir uns, die Beine wegzulasssen. Stühle brauchen keine Beine.

Wir in den westlichen Kulturen sind so an Stühle mit Beinen gewöhnt, dass wir es kurios finden oder sogar gönnerhaft “authentisch”, wenn wir andere Kulturen bereisen, in denen Stühle mit Beinen keine Alltagsgegenstände sind.

Aber Stühle brauchen keine Beine.

Also mussten die Beine dran glauben.

MVS Chais by Maarten van Severen for Vitra.

MVS Chaise von Maarten van Severen für Vitra.

Die Grundlage für unser Design war Maarten Van Severens MVS Chaise von Vitra.

Seine wunderbare dreiteilige Form bildet die perfekte Basis für einen Falt-”Stuhl” mit Sitz, Rücken und SUPPORT.
Die Frage war nur, wie wir die nötige Stabilität erreichen würden ohne auf andere Materialien zurückgreifen zu müssen.

Nach einer Reihe erfolgloser Experimente kam die Antwort durch das (smow)Lager-Team.

Die Kollegen aus dem (smow)Lager sind nicht nur Experten im Verpacken und Versenden von Designermöbeln und in der USM Haller Montage - sie wissen auch ein bisschen was über Statik.

Und dieser Input führte dann zur Form des (smow)chair v1.0

Im Prinzip wurde “der Stuhl” auf “die Armlehnen” reduziert.

Die Arme bieten die Stabilität und sind verantwortlich für den Stuhl.
Die Rücken-, Stütz- und Sitzteile, die die meisten als “Stuhl” verstehen, sind dagegen austauschbar und verzichtbar.

Wer die Armlehnen hat, kann auch einen Stuhl bauen. Wer nur ein Rücken-, Sitz- oder Stützteil hat, kann das nicht.

Two smow chairs ready for departure

Abfahrbereit!

Außerdem ermöglicht der Längsschlitz in den Armen das sichere Zusammenlegen des Stuhls - und der gefaltete (smow)chair kann überall hin mitgenommen werden.

Wir haben z.B. zwei (smow)chairs aus Weil am Rhein am Rucksack festgeschnallt mit nach Hause gebracht.

Die Entwicklung des (smow)chairs ist noch nicht zu Ende. Der (smow)chair v2.0 wurde gerade fertiggestellt, v3.0 wird bald erwartet.

Ein Serienmodell ist allerdings noch nicht in Sicht.

In den nächsten Wochen werden wir hier nicht nur die Weiterentwicklung des (smow)chair dokumentieren sondern den Stuhl auch dazu nutzen um Möbeldesign und die Designmöbelbranche ein wenig zu erläutern.

smow chair and the art of reduction

(smow)chair und die Kunst der Reduktion

Designermöbel Social Networking: Twitter

Wednesday, August 18th, 2010

Es gab einmal eine Zeit, in der die “Netzwerkpflege” im Geschäftsleben hauptsächlich auf Cocktailpartys, in Tennisclubs oder unter Freimaurern stattfand.

Lang lang ist’s her.

Wir leben aber im Jetzt und in der modernen Geschäftswelt ist Netzwerkpflege (Networking) gleichbedeutend mit Facebook, Twitter, X-ing et al.

Nicht nur als Marketinginstrument sondern auch immer mehr als wichtiges Mittel der Kundenkommunikation, Feedbackinstrument und Forum für Kritik.

Fritz Hansen have recognised the advantages of social networking

Fritz Hansen hat die Vorteile von sozialen Netzwerken erkannt

Eine Studie von Edison Research unter Twitter-Nutzern in den USA hat kürzlich ergeben, dass Twitter eine wichtige Quelle für Produktinformationen ist - und zwar nicht nur im Sinne von Basiswissen sondern auch als Plattform für Meinungsaustausch.

Die Recherchen von smow.de zeigen zwar, dass die Nutzung und Akzeptanz von Twitter unter führenden Möbelhersteller in den letzten Jahren gestiegen ist; aber generell hinkt die Designermöbelindustrie weit hinter anderen Branchen hinterher, was die sozialen Netzwerke angeht.

Für den (smow)Report-Autoren Kelly Felten ist das ein Problem: “Wenn man bedenkt, wieviele Designblogs in den letzten Jahren entstanden sind, ist es umso wichtiger dass die Hersteller in der Lage sind die Diskussionen zu verfolgen und eben zu reagieren, wenn es um ihre Produkte geht. Wenn das auf Twitter geschieht, müssen die Hersteller dort vertreten sein!”

Gezielte Nutzung von Twitter könne sich zum Beispiel auch nützlich erweisen beim Aufbau von Markenloyalität unter Konsumenten oder zur Organisation von effizienteren PR-Kampagnen im Vorfeld der großen Messen, so Felten.

“Stellen Sie sich doch nur mal das folgende Szenario vor: Designer X bringt für den Hersteller Y ein Produkt auf den Markt, ein Twitter Chat mit X wird über Ys Twitter Account organisiert,” so Felten, “und schon haben Sie einen Online Buzz.”

Außerdem könnten bessere und (für die Käufer) interessantere Inhalte das größte Problem der Designmöbelhersteller lösen: die relativ geringe Zahl der Follower.

Einzig und allein Herman Miller kann mit ca. 62.000 Followers von sich behaupten, an führende kommerzielle Marken heranzureichen - was die Twitter-Zahlen angeht.

Dass Designmöbel-Kunden Interesse an (u.a.) Twitter haben, wird am Beispiel Kartell deutlich. Der italienische Hersteller fing im April 2010, kurz vor der Mailänder Möbelmesse, an zu twittern und hat jetzt fast 650 Follower.

@kartellpeople

@kartellpeople haben am 8. April 2010 angefangen zu twittern

Felten relativiert, dass Twitter allein die Möbelbranche nicht verändern wird, aber die gezielte und professionelle Nutzung von Twitter wird eine zunehmend wichtigere Rolle für Designmöbelhersteller spielen.

“Die Vertriebsstrukturen verändern sich, und mit ihnen die Kommunikation zwischen Käufer und Hersteller”, meint Felten. “Die Designmöbelhersteller haben das erkannt, stecken aber noch in den Kinderschuhen.”

Die (smow) Designermöbel Twitter Top 11:

Hersteller Twitter Name Followers Klout
Herman Miller @hermanmiller 62038 24
Vitra @vitra 3588 18
Knoll International @knoll_inc 2918 05
Droog Amsterdam @droogamsterdam 865 05
Ligne Roset @ligneroset 840 06
Fritz Hansen @fritzhansen 694 10
Kartell @kartellpeople 635 16
bludot @bludotnews 531 05
e15 @e15_furniture 221 00
Droog New York @DroogNYC 205 00
Thonet @THONET_GmbH 182 00

(Stand: 18.08.2010)

(Zum Vergleich: http://twitter.com/smowblog hat 220 Followers und ein Klout Rating von 05)

(smow)offline: “gute aussichten - junge deutsche fotografie” Georg Brückmann

Monday, August 2nd, 2010
Eames Lounge Chair by George Bruckmann. A delightful combination of paiting, photography and mind games.

Eames Lounge Chair von Georg Brückmann. Eine wunderbare Kombination aus Malerei, Fotografie und Gedankenspielchen.

Illegale Kopien von Designklassikern sind ein Thema, das uns nicht nur hier im (smow)Blog sondern generell im globalen (smow)Netzwerk immer wieder beschäftigt.

Oder besser gesagt, wann ist ein Designklassiker ein Designklassiker?

Beim HGB Rundgang in Leipzig im Februar wurden wir mit einer unerwarteteten und ungewöhnlichen Interpretation dieser Frage in Form des “Eames Lounge Chair” von Georg Brückmann konfrontiert.

Wir waren begeistert.

Und nicht nur wir waren beeindruckt von Brückmanns Arbeit. Im Oktober 2009 wurde seine Serie “in situ” für eine der wichtigsten und angesehensten deutschen Fotografie-Ausstellungen: “gute aussichten - junge deutsche fotografie” 2009/2010 ausgewählt.

Nach 10 Monaten und 6 Stationen in 3 Ländern, öffnet die letzte “gute aussichten” Ausstellung der 2009/2010 Tour am Donnerstag, dem 29. Juli im Art Foyer DZ Bank in Frankfurt am Main.

Bis zum 11. September können Besucher die Arbeiten von Georg Brückmann und den sieben anderen Künstlern, die aus 91 Bewerbungen von 33 deutschen Hochschulen ausgewählt wurden, anschauen.

Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung haben wir Georg Brückmann in seinem Atelier in Leipzig-Lindenau getroffen. Und sind auch gleich zu Beginn in einen dicken Fettnapf getreten.

Wie alle Formen von “Design” bauen auch die bildenden Künste auf Innovation und neuen Ideen wenn sie überleben wollen.

Wir dachten, Brückmann malt auf Fotos.

Tut er nicht.

Still life with beer by George Brückmann. The objects are real, have been painted and then photographed

Stillleben mit Bier von Georg Brückmann. Die Objekte sind real, wurden angemalt und dann fotografiert.

Ursprünglich bemalte er die Objekte, überzog sie mit der gleichen Farbe und fotografierte sie anschließend. So hat er wunderbare, undurchsichtige, voluminöse Szenen irgendwo zwischen Realität, Malerei und Fotografie geschaffen.

Dann ging er dazu über, Objekte anzumalen, die im Bewusstsein des Betrachters dann in andere Objekte weitergesponnen werden, bevor er sich mit dem Thema Designklassiker bzw. der Beziehung zwischen Designklassikern und Nicht-Designklassikern auseinandersetzte.

Wir wollen den Reiz der Arbeiten nicht zerstören, indem wir den Entstehungsprozess verraten. Aber Georg Brückmann malt Designmöbelklassiker so, dass durch die Komposition des endgültigen Fotos “normale” Objekte in Kultmöbel verwandelt erscheinen.

Die Bilder der Stühle an sich sind nicht sonderlich akkurat, die Proportionen und Formen weichen oft von den Originalen ab. Aber das spielt keine Rolle. Man erkennt sie dennoch, findet sie attraktiv, gibt ihnen einen Wert - einen Wert, der auch die rauen und rudimentären Kulissen scheinbar veredelt.

Brückmanns Arbeit befasst sich mit der “imaginären Erweiterung” von einem Objekt in ein anderes. Das erreichen die Werke durch das Zusammenspiel von Perspektive, Kontext, Kunst und der Wahrnehmung des Betrachters. Sei es ein Pappkarton der zu einem Liegestuhl wird oder eine schlichte Gartenliege die Le Corbusiers LC 4 Chaiselongue wird.

Charles und Ray Eames’ Lounge Chair, der F 51 von Walter Gropius und Mies van der Rohes Barcelona Chair sind nur drei der Designklassiker, die Brückmann reinterpretiert hat… Oder besser gesagt, die er erweitert oder aufgewertet hat von weniger wertvollen Alltagsgegenständen zu Designklassikern die wir alle kennen.

In Brückmanns Worten: “Hier wird der Gegenstand zu dem, was er hätte werden können, was er sein könnte, sein wollte oder gar sollte.”

Unser Interview mit Georg Brückmann über seine Arbeit, gute ausichten und seine Zukunft gibt es auf den (smow)Kulturseiten.

Die Ausstellung “gute aussichten - junge deutsche fotografie 2009/2010” ist bis zum 11. September im Art Foyer DZ Bank in Frankfurt am Main zu sehen.

Le Corbusier LC 4 by George Brückmann

Le Corbusier LC 4 von Georg Brückmann

(smow)offline: Designhotels Berlin

Thursday, July 29th, 2010

Als das (smow)Team im Frühling bei Vitra in Weil am Rhein war, logierten wir im Hotel und Gasthaus Schwanen. Angesichts unzähliger neuer Designhotels, die täglich aus dem Boden sprießen wie schöne Giftpilze, könnte man diese Art von Unterbringung fast schon als „retro“ bezeichnen.

Der "retro" Frühstücksraum im Schwanen

Der "retro" Frühstücksraum im Hotel Schwanen, Weil am Rhein

Hätte Vitra seinen Sitz in der Hauptstadt, wäre es uns wahrscheinlich anders ergangen. Die Auswahl an stylischen Designhotels in Berlin ist groß. Wir haben uns einmal umgeschaut.

Arne Jacobsens Serie 7 im Frühstücksraum des Ku' Damm 101

Arne Jacobsens Serie 7 im Frühstücksraum des Ku' Damm 101, Berlin

Im Ku’ Damm 101 Hotel frühstückt man z.B. auf der Serie 7. Die komplette Einrichtung des Hauses wurde von jungen deutschen Designern exklusiv für das Hotel entworfen und durch moderne Möbelklassiker ergänzt, wie eben den 3107 von Arne Jacobsen im Frühstücksraum, Eero Aarnios Pony Chairs in der Lobby, Hans Corey Stühle im Garten… (die Bezugsliste gibt es auf Anfrage im Hotel) und doch gibt es einen roten Faden. Basierend auf den Farbreihen von Le Corbusier liegt jeder Etage eine eigene Farbkomposition zugrunde.

Ellington Hotel, Berlin

Ellington Hotel, Berlin

Das Ellington Hotel wiederum macht schon rein äußerlich mächtig was her. Die vornehme Fassade des Ende der 1920er Jahre errichteten Geschäfts- und Ballhauses ist in jedem Berliner Architekturführer abgebildet. Und auch im Inneren hat sich der Charme jener Zeit an den Wänden, in den Treppenhäusern und in den Sälen erhalten. Was die Inneneinrichtung angeht, wird modernes geradliniges Design mit Chesterfield Sofas kombiniert – alles ansprechend und ästhetisch, aber nicht spektakulär. So ist es wohl vor allem die Geschichte, die uns ins Ellington zieht: Tanztee in den Goldenen Zwanzigern im Ballsaal Femina und Diskonächte mit David Bowie und Iggy Pop in den 1970ern Jahren im Szene-Club „Dschungel“…

Fenster-Waschbecken-Arrangement im Casa Camper, Berlin

Fenster-Waschbecken-Arrangement im Casa Camper, Berlin

Über das Dos Palillos Restaurant im Casa Camper Hotel hatten wir ja hier bereits berichtet. Auch das Zimmerkonzept ist anders als in anderen Hotels. Waschbecken und Dusche sind großzügig im hellen Tageslichtraum untergebracht, beim Zähneputzen kann man den Blick über Berlin schweifen lassen. Das Bett hingegen ist im hinteren dunkleren Bereich untergebracht. Designklassiker findet man auch im Casa Camper: Stühle von Charles und Ray Eames, Bauhaus-Lichtschalter und Artemide-Leuchten…

Auch das Mandala Hotel oder das Adele Designhotel werden wir demnächst in Berlin unter die Lupe nehmen.

Und in Weil am Rhein logieren wir vorerst gern wieder im Schwanen. Denn der Service lässt auch dort nichts zu wünschen übrig… und den einen Fön des Hauses kann man sich an der Rezeption gern kostenfrei ausleihen.

(smow)sommertour 2010: Drei Ausstellungen und ein Todesfall

Wednesday, July 28th, 2010
Summar tour 2010 review

(smow)sommertour 2010 Rückblick

Obwohl sie kurz war, hat sich der Aufwand für die (smow)sommertour 2010 gelohnt.

Es lohnt sich immer die Jahresausstellungen der Design-Hochschulen zu besuchen. Unser Fokus lag logischerweise auf die Arbeiten des Produkt- und Industrie-Designs. Aber wir haben auch die Gelegenheit genutzt, andere Fachbereiche zu besuchen. Und wo immer man hingeht und was immer man auch sieht, irgendetwas bewegt oder inspiriert einen.

Oft in völlig unerwarteten Bereichen.

Genau deshalb können wir solche Ausstellungen nur empfehlen.

Weil es uns an Kreativität fehlt, ein eigenes Format für eine kurze Zusammenfassung zu erstellen, haben wir das der “Design Grundlagen” Klasse aus dem 2. Semester der Universität der Künste geklaut.

All time-favourite - Was uns am meisten gefallen hat:

Neben dem genialen Projekt in Weimar, das wir leider weger diskutieren, fotografieren oder erwähnen können (aber merken Sie sich, wo sie zuerst davon gehört haben) - war der schönste Moment der Sommertour auf der Heimreise. Als wir im ICE zurück nach Leipzig saßen und uns die Ereignisse der letzten Tage noch einmal vor Augen hielten. Der Möwenkopf in Weimar, das Café an der UDK Berlin, die 3D Fotografie an der Burg Giebichenstein, das Bad in Weimar, das Bühnendesign in Weißensee, die Kerzen an der UDK, die Porzellan Zeitung an der Burg Giebichenstein, die Prototypen in Weißensee, die humorlosen, haarlosen, halslosen Türsteher der Burg Giebichenstein. Klingt wie ein Klischee. Ist ein Klischee, aber es war herrlich.

Personal Disaster - Was wir in Zukunft vermeiden möchten:

The opening of the Burg Giebichenstein Exhibition 2010

Die Eröffnung der Burg Giebichenstein Ausstellung 2010

Die “Ausstellungseröffnung” der Burg Giebichenstein. Wir verließen die Volkspark Galerie um 19 Uhr, nachdem wir die Kunstausstellung ungefähr 20 mal gesehen hatten. Als wir aufbrachen, wand sich die Schlange draußen durch den Garten. Kein Einlass für die Öffentlichkeit vor 19:30 Uhr - trotz der angeblichen Eröffnung um 18:30 Uhr.

18:30 Uhr galt natürlich für die eingeladenen VIPs aus Halle. Aber warum hat man das nicht allen gesagt.

So schlecht organisiert und so schlecht als “Ausstellungseröffnung” vermarktet, ist es einfach unakzeptabel und für uns etwas, das wir nicht noch einmal erleben möchten.

Nächstes Jahr werden wir wohl einfach an einam Samstag oder Sonntag die Burg Giebichenstein besuchen, weil ein Ausflug dorthin es Wert ist und weil die Burg eines unserer Lieblings Design-Hochschulen bleibt.

Die Hochschul-Website wird leider so unbenutzbar bleiben. Nach dem Motto “des Kaisers neue Kleider 2.0″. Aber wir wissen dennoch, dass die Studenten weiterhin gut unterrichtet werden und Arbeiten auf hohem Niveau produzieren. Und das ist es, worum es geht. Nicht um den Champagner und das Finger Food.

Whack on the head - Als der Groschen fiel:

The Palast der Republik in Berlin opend in 1976. We suspect that was also the last year the UDK Berlin was renovated.

Der Palast der Republik in Berlin öffnete 1976. Wir vermuten, das war auch das letzte Mal, als die UDK Berlin renoviert worden ist.

Es war weniger ein Groschen, sondern viel mehr die Erkenntnis über die riesigen Unterschiede in der Deutschen Design Bildung. Als wir über den Campus der Bauhaus Universität Weimar bummelten, machte sich eine kleine Stimme in uns bemerkbar, die ständig sagte: das alles wird von unseren Steuern bezahlt. Tatsächlich waren die Gebäude makellos und es scheint, das Geld keine Rolle bei der Renovierung spielte. Sowas nennt man wohl “Prestige Projekt”.

Die Universität der Künste in Berlin blieb 1976 geschlossen. Das war wohl auch das letzte Mal, als die Korridore des Fachbereichs Design in der Straße des 17. Juni gestrichen worden sind. Das Gebäude roch wie eine Bildungsanstalt im Jahre 1976. Die Werkstätten der Kunsthochschule Berlin Weißensee hatten moderne Maschinen, jedoch nicht in der Menge mit der Weimar prahlen kann.

Die Wahl, auf welche Design Hochschule man gehen sollte, hängt größtenteils von den angebotenen Kursen und den lehrenden Professoren / Dozenten ab. Das heißt, nur weil man eher Industrie-Design in Berlin mit Professor Axel Kufus als Produkt-Design mit Professor Heiko Bartels in Weimar studieren würde, sollte man keine schlechteren Bedingungen erwarten. Oder Retro-Gerüche.

Die Hochschulen an sich sind nicht das Problem, eher jene, die die Finanzierung organisieren. Wir haben keine Lösung für das Problem. Kooperationen mit kommerziellen Partnern mögen helfen, einzelne Klassen zu finanzieren, sind aber keine Dauerlösung.

Das war die (smow)sommertour 2010

Die Herbsttour 2010 wird uns nach Kopenhagen, London, Wien und Brüssel führen.

Aber dazu später mehr.

(smow)sommertour 2010: Universität der Künste Berlin, Rundgang 2010

Monday, July 26th, 2010
Who needs architechts anyway?

Wer braucht schon noch Architekten?

Nach der Enttäuschung an der Burg Giebichenstein fühlten wir uns auch auf dem Weg nach Berlin vom Glück verlassen, als wir durch Sturm und Regen nordwärts fuhren.

Der grundsätzliche Fokus beim Rundgang 2010 an der Universität der Künste Berlin lag auf den Semester-Projekten.

Eine Auswahl an Diplom-Arbeiten war zu sehen, bedauerlicherweise aber nicht alle Diplom-Projekte. “Jack” von Julia Reischel und “Qabel” von Philipp Frank waren zwei Projekte, die wir gern bestaunt hätten, die wir aber leider nur auf dem Papier und nicht in persona sahen.

fffff

Der Trockenschirm von Janja Maidl an der Universität der Künste Berlin

Die Semesterprojekte an sich waren ziemlich eingeschränkt. Was auf der einen Seite eine legitime Methode ist, die Konzentration der Studenten zu fokussieren. Wir hatten gelegentlich das Gefühl, dass die Projekte ein wenig zu sehr so angepasst wurden, dass sie den Anforderungen der kommerziellen Partner genügen.

Die Kooperation zwischen Design-Schulen und kommerziellen Partnern ist ein Punkt, den wir später noch einmal diskutieren werden.

Und obwohl Projekte wie “Light my Fire” oder “Lichten”, die die Frage “Wieviel Erleuchtung benötigt ein Licht?” aufwarfen, eine Reihe interessanter Ergebnisse hervorbrachten, dienten sie für uns weitestgehend dazu, den Lernprozess zu beobachten und zu verstehen.

Eine besonders herrliche Visualisierung des Lernprozesses war die Umfrage, die alle Studenten der Klasse “Industrial Design Grundlagen” ausfüllten. Durch Nennung ihrer Lieblings-Projekte, ihrer persönlichen Katastrophe und dem Moment “als der Groschen fiel” konnte man deutlich einige Gemeinsamkeiten unter den neuen Design-Studenten ausmachen. Die häufigsten Probleme waren verspäteter Beginn der Vorbereitungen und vor dem Produktionsstart keinen sauberen Prototypen angefertigt zu haben. Folglich war auch die Ausstellung weniger bedeutsam als die Notizwand im Flur.

dddd

Sno von Louise Unbekannt an der Universität der Künste Berlin

In einer ansonsten sehr informativen und hoch amüsanten Ausstellung fanden wir nichts, dass als Innovation definiert werden könnte.

Mit Sno hat Louise Unbekannt eine wundervolle Moormann-ische Garderobe entwickelt. Drei gebogene Holzteile, die ineinander übergehen und sich gegenseitig stützen. “Sno” hat nicht nur eine wunderbare Geometrie, sondern auch einige kleine Details, die das Talent hinter dem Design erkennen lassen.

Mesa Portador von Ben Raubold scheint ebenso seine Wurzeln in Aschau im Chiemgau zu haben. Obwohl wir die Idee der Tischbeine, die in zwei verschiedenen Höhen genutzt werden können, sehr mochten, war es doch die Weiterentwicklung, die uns sehr beeindruckte.

Sno Lo

Mesa Portador von Ben Raubold an der Universität der Künste Berlin

Portador ist spanisch für tragend und zaubert dennoch das Konzept des Transportablen hervor.

Falls Ben es schafft, das Design so zu entwickeln, dass alle Komponenten flach zusammen gesteckt werden können damit sie leicht transportieren kann, dann können wir uns auch einige praktische Anwendungen für Mesa Portador vorstellen.

Wenn wir von diesen beiden Arbeiten einmal absehen, dann sahen wir ansonsten sehr wenig in Sachen “Produkte”. Aber das sollte nicht als Kritik verstanden werden. Der Tonus der Ausstellung war vielmehr die Entwicklung der Studenten zu zeigen - und in diesem Fall erwartet man wohl auch keine “Produkte” sondern “Ideen” und “Möglichkeiten”. Und die waren so massenhaft wie Sachsen mit Sonnenbrand am Warnemünder Strand.

Ein weiteres Highlight erwartete uns vor dem Hauptgebäude der UDK in der Hardenberg-Straße.

Eine Windturbine, gebaut aus alten Ölfässern.

Viel mehr darüber wissen wir auch nicht, da das Informationsschild dazu fehlte.

Wir vermuten, dass solche Konstruktionen zu hunderttausenden auf kleinen Bauernhöfen in Indien und Afrika stehen. Oder zumindest hoffen wir das.

Das Konzept war zumindest das erste in Berlin, dass uns wirklich inspirierte und motivierte.

Bilder vom Rundgang 2010 an der Universität der Künste Berlin sind auf (smow)flickr zu sehen.

Und nach so einem unterhaltsamen Tag an der Universität der Künste fuhren wir weiter nach Nordosten zum Rundgang 2010 der Kunsthochschule Berlin Weißensee.

Mehr (smow) videos

(smow)sommertour 2010: Burg Giebichenstein

Friday, July 23rd, 2010

“Ausstellungseröffnung am Freitag, den 16. Juli im Volkspark Halle”

Wir müssen zugeben, dass wir nicht geprüft haben, was Burg Giebichenstein unter “Ausstellungseröffnung” versteht.

Wir sahen einfach keine Notwendigkeit, das zu tun.

Hätten wir doch.

Denn überall heißt “Ausstellungseröffnung”, dass die Ausstellung geöffnet ist.

Sogar die Magdeburger Volksstimme verstand es so.

Wie auch immer, an der Burg Giebichenstein bedeutet “Ausstellungseröffnung”, dass vor eingeladenem Publikum (lokale VIPs) eine private Verleihung stattfindet, was dann clevererweise als “Ausstellungseröffnung” bezeichnet wird.

Die Kombination aus Verleihung eines Awards und der Eröffnung der Jahresausstellung ist an sich eine wunderbare Idee. Aber wenn die Verleihung eine höhere Priorität zugesprochen bekommt als die Arbeiten der Studenten, dann hat irgendjemand irgendwo die Prioritäten falsch gesetzt.

Award-Verleihungen machen keine Design-Hochschule aus, Studenten und ihre Kreativität schon.

Während der Verleihung sprach der Rektor der Burg Giebichenstein, Ulrich Klieber, vom “Stolz”, dass die Hochschule so gut verankert sei in der lokalen Gemeinschaft. Der Anblick von Fassungslosigkeit und Enttäuschung auf den Gesichtern derer, die von der Veranstaltung ausgeschlossen waren, spiegelten nicht seinen Stolz wider.

Warum wurde denen, die draußen vor der Volkspark Galerie warten mussten, nicht die Möglichkeit gegeben, die anderen Fachbereiche zu erkunden?

Und wenn man so viele wichtige Leute aus Halle schon einmal in der Hochschule hat, warum gibt man denen dann nicht gleich die Möglichkeit, die anderen Fachbereiche zu erkunden?

Oder geht man davon aus, dass all jene, die Freitag schon einmal da waren am Samstag oder Sonntag wiederkommen?

Der Rektor sprach auch über die Bedeutung des Design Haus Halle. Dort sitzen jene Absolventen der Burg Giebichenstein, die Projekte im Interior Design, Corporate Design, Layout, Möbeldesign oder Promotionfilm für eben jene Institutionen und Unternehmen realisieren, die bei der Award-Verleihung anwesend waren. Und auf diesem Wege das Geld in der Region halten und den Ruf der Kreativszene in Halle stärken.

Eines der Ziele des Projektes Design Haus Halle.

Aber nicht, wenn das Design Haus an einem der wichtigsten Abende im akademischen Jahr geschlossen ist.

Ironisch ist auch, dass wir am Freitag Morgen noch eine wunderbare Diskussion mit der IHK Halle-Dessau darüber führten, wie wichtig es ist, die Idee von “Design Halle” im Bewusstsein der Bürger Halles und der Öffentlichkeit auszubauen.

Erst die unpraktische und benutzerunfreundliche neue Website, dann die private Veranstaltung verpackt als “Ausstellungseröffnung” - es gibt leichtere und einfachere Wege sein Publikum zu verärgern. Wir wissen nur nicht, warum man das möchte.

Weil fast alle Design Hochschulen in Deutschland ihre Jahresausstellungen am selben Wochenende veranstalten, war die “Eröffnung” für uns die einzige Möglichkeit, die Arbeiten der Studenten an der Burg zu bewundern.

Und wir haben fast immer ein Schmuckstück in Halle gefunden.

Noch viel wichtiger bei der Jahresausstellung ist, dass man sehen, erfahren und verstehen kann, was die Studenten lernen, wie sie die Aufgaben bewältigen und welche Lehrmethoden eingesetzt werden.

Ich denke, wir müssen wohl einfach bis zum nächsten Jahr warten.

Und nächstes Mal werden wir uns vorher noch einmal versichern, dass eine “Ausstellungseröffnung” auch tatsächlich eine solche ist.

Es gibt keine Fotos auf (smow)flickr.

Am Samstag ging es weiter nach Berlin zum Rundgang 2010 der Universität der Künste.

(smow)sommertour 2010: Bauhaus Universität Weimar Summaery 2010

Thursday, July 22nd, 2010
Bauhaus University Weimar Summaery 2010

Bauhaus University Weimar Summaery 2010

Aufgrund anderer Verpflichtungen mussten wir leider unseren Ausflug nach Karlsruhe absagen. Und so startete die (smow)sommertour 2010 an der Bauhaus Universität Weimar.

Im Laufe der Jahre und durch die Ausstellungen gab uns die Bauhaus Universität immer das Gefühl, dass wir unterernährt seien. Die leckeren Happen am Anfang regten einen Appetit an, der durch die übrigen Arbeiten nicht gestillt werden konnte.

Die Ausstellung “My Bauhaus is better than yours” ging eher in Richtung Kunst als Design. Das mag daran liegen, dass Studenten, die gefesselt sind von Weimar, eher eine künstlerische Neigung haben. Diese muss man aber nicht automatisch im Möbeldesign einfließen lassen. Oder zumindest nicht so vordergründig.

Und so waren wir froh, als wir sahen, dass nun ein paar wenige “product” Produkte von “MBIBTY 2009″ vom Bauhaus Universität Transferzentrum hergestellt werden: Birdhaus von duunddu Design.

Sicher ist, dass zumindest “My Birdhaus is better than yours”.

My Birdhaus is better than yours

My Birdhaus is better than yours - gesehen auf der DMY Berlin 2009

Möbel an sich waren dünn gesät auf der Summaery 2010. Das enttäuschte uns nicht einmal nach den bisherigen Erfahrungen. Und tatsächlich: die Stühle, die wir da sahen, gehörten zu der Kategorie “schon tausend mal gesehen, also werden sie nicht noch einmal unsere Zeit verschwenden”.

Eine weitere Enttäuschung war das Projekt, dass sich selbst zum Ziel gesetzt hatte, Möbel für Gefängniszellen zu kreieren. Wie jemand aus unserem Team richtig bemerkte, sah es alles ein bisschen nach “Inspiriert von I***” aus. Nicht nur, was die Form und Qualität anging, sondern auch die Materialien und Farben. Ob der durchschnittliche Kriminelle tatsächlich das Grün der Regale “fühlt” oder sich darum schert, dass der Garderobenhaken wie ein Baumast aussieht? Die, die wir kennen, würden es sicherlich nicht tun.

Aber genug gejammert. Für uns war die Summaery 2010 eine wunderbare Ausstellung, die uns mehr inspirierte und amüsierte als irritierte und Fragen aufwarf.

Zu den Höhepunkten zählten “Tischzeug” von Viola Ahrensfeld, “R2B2″ von Christoph Thetard und “The Knife” von Mareike Hornof.

Tischzeug by Vola Ahrensfeld at Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Tischzeug von Viola Ahrensfeld auf der Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Tischzeug ist eines dieser obszön offensichtlichen Produkte, die man selbst schon tausend mal entwickelt hat - zumindest in Gedanken.

Es ist zumindest so, wie bei uns, dass man auf den Teller schaut und nur auf den Teller.

Ein Teller, der sich über die Ecke des Laptops schmiegt und so das Problem, gleichzeitig Essen und Schreiben zu wollen, löst.

So simpel, und so gut ausgeführt.

Ebenfalls simpel ist “The Knife” von Mareike Hornof. Es ist kein Produkt, “The Knife” kritisiert die Design-Industrie und den völlig übersättigten “Design” Markt.

The Knife by Mareike Hornof

The Knife von Mareike Hornof auf der Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Auf der einen Seite des Tisches liegt ein ein Messer, auf der anderen Seite des Tisches liegt eine Sammlung von Haushaltsgegenständen, die in jedem Haushalt zu finden sind und die allesamt durch ein einziges Messer ersetzt werden könnten.

Klar, der Pizzaschneider ist eine nette Sache, aber ist er wirklich notwendig? Müssen sie produziert werden? Oder könnten wir nicht stattdessen einfach ein Messer benutzen?

Tatsächlich warf The Knife bei uns die Frage auf, ob man die aktuelle Vitra Design Museum Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion” nicht um einen 13. Themenbereich erweitern sollte mit dem Namen “Reduktion durch Nichtproduktion sondern Verwendung der Sachen, die bereits existieren”.

Alles in allem zeigte Summaery 2010 einen wunderbaren Überblick über Arbeiten der vergangenen Jahre in Weimar.

Weitere Impressionen von der Summaery 2010 befinden sich im (smow)flickr

Von Weimar geht die (smow)sommertour 2010 weiter nach Halle und der Burg Giebichenstein.

The journey back from Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

Auf dem Heimweg von der Bauhaus Uni Weimar Summaery 2010

(smow)introducing: Stephan Schulz

Tuesday, July 20th, 2010

Name: Stephan Schulz

Geboren: Schwerin, 1983

Studium:
2003-2009 Industrial Design, Burg Giebichenstein, Halle
2007-2008 Erasmus studium at the Design Academy Eindhoven

Praktium: 2008 Bellini Design Studio, Mailand

Produkte:
Stellvertreter für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau
Betonschalen “frisch ausgeschalt” für Betoniu, Leipzig

Stephan Schulz

Stephan Schulz

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Industriedesign?
Stephan Schulz: Es hat sich einfach so entwickelt. Ich habe schon immer gerne Dinge gebaut und herum experimentiert mit Materialen. Ich bin auch auf einer Baustelle groß geworden und so irgendwie in diese Gestaltungswelt hineingewachsen. Ich hatte immer das Bedürfnis, Sachen selber zu bauen und in die Hand zu nehmen.

(smow)blog: Wer hat Sie beeinflusst?
Stephan Schultz: Das ist schwer zu sagen. Als Gestalter wird man ja ständig beeinflusst und vieles passiert dann unterbewusst. Ich glaube, man ist zumindest in Deutschland, in den letzten Jahren stark von Konstantin Grcic beeinflusst worden. Dabei muss im Design nicht immer alles nur positive Beeinflussung sein. Auf Design aufmerksam wurde ich zum ersten Mal in jungen Jahren durch die Bauhaus-Geschichten, die Architektur. Zuerst als Persönlichkeit und Designer wahrgenommen habe ich dann Mies van der Rohe und seine Möbeldesigns. Aber es ist nie so gewesen, dass ich eine Person wirklich herausstellen würde.

(smow)blog: Und warum die Entscheidung für die Burg Giebichenstein?
Stephan Schulz: Das ist ganz einfach. Ich habe mich hier zuerst beworben, habe die Eignungsprüfung bestanden und bin dann geblieben. Die Schule hat einen guten Ruf und die Stadt fand ich auch schön, und deswegen hab ich hier angefangen zu studieren

(smow)blog: Und jetzt haben Sie Ihr Studium abgeschlossen und hier im Design Haus Halle ein Atelier bezogen. Bleiben Sie also in Halle?
Stephan Schulz: Erstmal ja. Es ist natürlich eine Chance, hier erstmal die Werkstätten der Hochschule weiter zu nutzen. Wenn ich jetzt weggehen würde, würde ich es nie so günstig kriegen wie in Halle. Und hier hat man eben noch das Netzwerk um sich herum und das erleichtert es am Anfang denke ich ungemein. Aber ich bin nicht auf Ewigkeit auf Halle fixiert.

Stellvertreter by Stephan Schulz for Moormann

Stellvertreter von Stephan Schulz für Moormann

(smow)blog: Sie stehen erst am Anfang Ihrer Laufbahn, aber gab es schon Höhepunkte?
Stephan Schulz:
[lacht] Ich bin wirklich noch am Anfang, aber ein Höhepunkt war sicherlich die Garderobe [Stellvertreter] für Moormann. Ich habe ja erst vor drei Monaten mein Diplom gemacht, und letztes Jahr während des Studiums schon ein Produkt auf den Markt gebracht mit einem Hersteller. Das ist schon der Höhepunkt. Klar.

(smow)blog: Und wie kam es dass die Betonschale in die Vitra Design Museum Austellung „Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ aufgenommen wurde?
Stephan Schulz: Martin Hartung, einer der Kuratoren dieser Ausstellung vom Vitra Design Museum hat die Betonschalen auf einer anderen Ausstellung gesehen, fand sie passend und hat sie dann aufgenommen. [lacht] So simpel ist es manchmal.

(smow)blog: Wenn wir jetzt an die Betonschale denken, an Ihre Lehmpaneelen, oder die Holz- und Porzellanartikel: Macht es Ihnen Spaß mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren?
Stephan Schulz: Auf jeden Fall. Ich könnte mich jetzt nicht auf ein Material festlegen und sagen, ich arbeite nur mit Porzellan, oder nur mit Beton. Das ist ja gerade das Spannende als Industriedesigner, dass ich in jede Richtung gehen kann und jede Richtung ausprobieren kann.

(smow)Blog: Und wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Stephan Schulz: Ich habe mich auf Möbel und Interieur  spezialisiert und will mich auch in diese Richtung weiter entwickeln. Ich möchte nicht immer nur Unikate machen, es wäre auch schön Massenprodukte zu entwerfen, die in Serie gehen können. Als Designer hat man den Anspruch, dass die eigenen Entwürfe funktionieren – auch in der Herstellung. Aber dadurch, dass der Markt zurzeit so übersättigt ist, gehen viele Designer mehr in die künstlerische Richtung und alles wird eher experimentell. Das gehört sicherlich dazu, und es sind die ersten Schritte, aber mein Ziel ist es, Produkte auf den Markt zu bringen.

Concrete bowl by Stephan Schulz for betonui

Betonschale von Stephan Schulz für betonui

(smow)blog: Wie kommt man als junger Designer an Hersteller?
Stephan Schulz: Das ist schwer. Ja, ich weiß es selbst nicht genau. Natürlich geht man auf Messen, das ist die einzige Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, aber es ist verdammt schwer. Nils Holger Moormann hatte ich das Produkt vorgestellt und er fand es gut. Das ist natürlich der Idealfall. Aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme und es funktioniert dann zehn mal wieder nicht. Es ist ein harter Weg. Und vor allem gibt es keinen vorgezeichneten Weg. Es kann dir niemand sagen wie du es machen sollst oder wie du Hersteller ansprechen sollst. Es bleibt schwer.

(smow)blog: Dann viel Glück und Dankeschön!

Weitere Informationen zu Stephan Schulz finden Sie unter studio-stephanschulz.com/

Cargo Chair by Stephan Schulz: An empty frame you can fill according to mood and situation

Comfy Cargo Chair von Stephan Schulz: ein leerer Rahmen, den man nach Lust und Laune füllen kann

Foam soft pad chair by Stephan Schulz

Foam soft pad chair von Stephan Schulz

Porcelain jugs by Stephan Schulz

Porzellan Kanne von Stephan Schulz

Tischlader by Stephan Schulz

Tischlader von Stephan Schulz

(smow)offline: Design? Kunst?

Tuesday, July 13th, 2010

Jeder, der schon mal mit einem älteren Verwandten in einer Kunstgalerie war, kennt diesen Satz: “Das könnte ich auch!!”

Ein Satz, dem normalerweise die Frage folgt: “Ist das wirklich Kunst?”

Unter den Möbeldesign Philosophen, einer elitären Gruppe, zu der wir denken, dass wir dazu gehören, kommt die parallele Frage auf: “Ist das wirklich Design?”

Frank Schreiner: Consumers Rest.

Consumers Rest von Frank Schreiner: Design? Kunst?

Wir treffen regelmäßig auf “Konzeptstücke” welche ehrlicherweise Kunst sind.

Sie werden vielleicht als Designermöbel vermarktet.

Sind aber trotzdem Kunst.

Auch wenn wir als Expertern den Unterschied sofort erkennen, kann es für den Laien schwer werden.

Das Grundproblem ist eigentlich die verwaschene Grenze zwischen Kunst und Design.

Gewiss hat die aktuelle Vitra Design Museum Ausstellung “Die Essenz der Dinge. Design und Kunst der Reduktion.” auch ein paar Kunststücke, welche sich zwischen die Designermöbeln mogeln.

Dankbarerweise haben wir trotzdem in der Vergangenheit Design in Designstudios und Kunst in Kunstgalerien gefunden, bei denen klar ist, was es ist.

Throwzini aus dem Berliner / Münchener Design Studio Adam und Harborth für Konstantin Slawinski ist Design.

Untitled vom Leipziger Marco Voss ist Kunst.

Behalte die beiden im Gedächtnis und die Verwirrung wird für immer vergessen sein.

Aber: Erwarte nicht von deiner Großmutter es jemals zu verstehen.

Throwzini von Adam und Haborth

Throwzini by Adam and Harborth

Design

Design

Untitled by Marco Voss

Untitled von Marco Voss

Art

Kunst




smow Blog is proudly powered by WordPress Entries (RSS) and Comments (RSS).