Archive for the ‘smow’ Category

Design Museum Helsinki: DesignWorld

Tuesday, January 24th, 2012

Am 27. Januar eröffnet das Design Museum Helsinki mit der DesignWorld seine erste Hauptausstellung des Jahres 2012. Bedenkt man die Tatsache, dass die finnische Hauptstadt den Titel World Design Capital 2012 trägt, ist das keine unwesentliche Sache.

Gemäß dem Helsinki-Manifest für 2012 – wenn diese Formulierung nicht zu weit geht -, hinterfragt die DesignWorld, wie Design  Menschen, Gesellschaft und ihre Interaktion mit der Umgebung, beeinflussen bzw. verbessern kann. Mit “fertigen Produkten”, Prototypen und “Entwicklungskonzepten” beleuchtet die DesignWorld dabei Design unter anderem hinsichtlich Nachhaltigkeit, Verantwortung und Sicherheit.

Wir werden es leider nicht zur Eröffnung nach Helsinki schaffen. Aber allen, die gerade in Helsinki oder in der Nähe sind, können wir einen Abstecher zur Ausstellung nur wärmstens empfehlen.

Bei dieser Gelegenheit kann man auch schnell noch Finnish Design Unwrapped – A Deeper Look besuchen, bevor die Ausstellung am 29. Januar endet. Dort werden neben zeitgenössischen Designstücken Fotografien von 19 Designern, die vom in London lebenden finnischen Fotografen Jani Kaila aufgenommen wurden, gezeigt. Finnish Design Unwrapped ist die Eröffnungsausstellung der Ausstellungsreihe Design Gallery 12 des Design Museums Helsinki, bei der im Zuge der World Design Capital 2012 zwölf verschiedene, jeweils einen Monat dauernde Ausstellungen zu sehen sein werden.

Die DesignWorld im Design Museum Helsinki läuft bis zum 6. Mai 2012 und Finnish Design Unwrapped – A Deeper Look noch bis zum 29. Januar.

Mine Kafon Massoud Hassani

Mine Kafon von Massoud Hassani zu sehen bei der DesignWorld im Design Museum Helsinki

The Copenhagen Wheel MIT Senseable City Lab 2009 Photo Max Tomasinelli

The Copenhagen Wheel von MIT Senseable City Lab (Foto Max Tomasinelli)

UNWRAPPED STEFAN LINDFORS photos by Jani Kaila

Stefan Lindfors fotografiert von Jani Kaila für die Ausstellung Finnish Design Unwrapped – A Deeper Look



Tatort Köln: Design braucht Täter 2012

Thursday, January 19th, 2012

Abgesehen vom Ausstellungskonzept und der stets perfekt gewählten Location gibt es noch einen anderen Grund, warum wir uns immer besonders auf Design braucht Täter freuen: Jedes Jahr entdecken wir etwas Neues.

2012 bildet da keine Ausnahme – auch wenn wir uns in diesem Jahr zugegebenermaßen heimlich reingeschlichen haben, als noch aufgebaut wurde und wir deshalb gar nicht alle Aussteller sehen konnten. Wir wissen, dass das nicht gerade die feine Art ist… Sorry… Aber wir haben eben einen vollen Zeitplan. Uns blieb also gar nichts anderes übrig. Und wenn man schon mal so dreist ist, wie wir es nun mal sind… Was spricht dagegen?

Design braucht Täter 2012 Schreibtisch für Zwei by Handwert Möbeldesign

Design braucht Täter 2012: Schreibtisch für Zwei von Handwert Möbeldesign

Schreibtisch für Zwei von Handwert Möbeldesign ist – wie der Name schon sagt – ein Schreibtisch, der für zwei konstruiert wurde. Und eine Schublade hat er auch noch. Eine Schublade! Ein Schreibtisch mit einer, quatsch, sogar mehreren Schubladen! Spätestens damit hatten sie uns.

Einen Schreibtisch, an dem bequem zwei Menschen arbeiten können, halten wir für wirklich sinnvoll. In modernen Büros arbeitet man ja häufig mit platzsparenden “Insel-Konzepten” – besonders in sogenannten “Startups” oder bei rückwärtsgewandten Dorfverwaltungen in Brandenburg. Nachteile dieser Konstruktionen sind nicht nur, dass immer unzählige Kabel und anderer Kram zwischen den Tischen stören, sondern dass, die Größe eines solchen geteilten Arbeitsplatzes laut EU-Richtlinie nicht mal für Legehennen tragbar wäre. Wieso sollte man also nicht direkt zwei Personen pro Arbeitsplatz einplanen?

Der wunderschöne, aus Eiche gefertigte Schreibtisch für Zwei verfügt nicht nur über Schubladen, sondern auch über einen Spalt in der Mitte, der als Versteck für Kabel sowie Halterung für die integrierten Plastik-Stiftehalter geradezu prädestiniert ist.
Unser Einrichtungstipp: Die Auswahl an Dingen, die man im Spalt unterbringen kann, ist beliebig um z.B. Blumentöpfe, Lautsprecher, Ladegerät fürs Telefon, Kabelkorb, Notizblockhalter, Lampen usw. erweiterbar.

Design braucht Täter Köln 2012 bench2bed thomas bohm

Design braucht Täter 2012: Bench2bed von Thomas Bohm

Bench2bed des Dortmunder Designers Thomas Bohm hat vor der Ausstellung nicht gerade unsere Aufmerksamkeit erregt. Doch das hat sich während der Ausstellung geändert. Im Wesentlichen handelt es sich bei dem Stück um eine Bank, die in ein Bett verwandelt werden kann – eine Variation des Bettsofas also. Das hat uns echt gut gefallen, aber natürlich mussten auch wir uns fragen: Braucht man so was wirklich? Eine Bank, die zu einem Bett wird… Wir sind zugegebenermaßen noch nicht hundertprozentig überzeugt. Oder waren wir einfach nur von der Stahl/Holz-Optik irritiert, die ein wenig an Gartenmöbel erinnert? Nichtsdestotrotz lieben wir den Gedanken hinter dem Projekt. Und auch wenn Bench2bed nicht Bohms kommerzieller Durchbruch sein wird, so zeigt sich in der Konstruktion doch ein Designgeist mit der richtigen Einstellung und einer gesunden Abneigung gegen Konventionen.

Design braucht Täter Köln 2012 moveo reditum

Design braucht Täter 2012: Moveo von Reditum

Ein anderes Projekt, das uns im Warm-up der Ausstellung noch nicht sonderlich begeistert hat, es letztlich aber doch unter unsere Design braucht Täter Favoriten geschafft hat, war Moveo vom Kölner Hersteller Reditum.

Wie treue Leser wissen, sind wir, was recycelte Möbel angeht, nicht so einfach zufrieden zu stellen. Wir sind wahrscheinlich die einzigen, die Piet Hein Eeks Holzstühle und -tische eher unter Grafikdesign als Möbeldesign verbuchen würden… Doch Moveo hat uns überzeugt.

Zusammengesezt aus Teilen von alten Paletten, alten Fahrradschläuchen und Metallteilen, ist Moveo eine Reihe von Kisten, die entweder zusammengesteckt oder als Regalsystem aufgehangen werden können.

Wir vermuten, wir haben Moveo unseren Segen gegeben, weil es sich ebenso wie hommage au vélo von Sebastian Donath, nicht nur auf seine recycelte Natur fixiert. Nach dem Motto: “Seht mich an! Seht mich an! Ich bin recycelt. Ich bin so cool!” Stattdessen ist es in erster Linie ein schönes, gut gemachtes und funktionales Produkt. Das und die Tatsache, dass es uns an die Holzkisten von Le Corbusier erinnert, die Cassina bei der IMM 2011 wieder eingeführt hat.

Und jetzt ratet mal, von wem wir glauben, dass er in einer Zeit der ökologischen und sozialen Instabilität am verantwortungsvollsten mit verfügbaren Ressourcen umgeht…

Design braucht Täter Köln 2012 solo stefan weiser

Design braucht Täter 2012: Solo von Stefan Weiser

Auch das Regalsystem Solo von Stefan Weiser sollte an dieser Stelle lobend erwähnt werden. Dabei handelt es sich um ein Aufbewahrungselemnet, das zum Transport flach zusammengefaltet werden kann – und aufgeklappt funktioniert es ganz wunderbar als Raumtrenner. Wir sind uns nicht so sicher, ob eine textile Hülle die beste Wahl war, aber das könnte auch nur unsere törichte, subjektive Meinung sein. Für uns ist das Konzept es durchaus wert, weiterentwickelt zu werden, denn wir sehen darin eine Menge Potential – und das nicht nur für zuhause…

Und dann war da natürlich noch Becherlicht, das uns noch immer wohlig erschauern lässt.

Wenn ihr bei der IMM in Köln seid, können wir euch wärmstens empfehlen, einen Abstecher zu Design braucht Täter zu machen. Besonders am Donnerstagabend, den 19. Januar, wenn von 18-23 Uhr die verspätete Vernissage stattfindet.

Und wenn ihr auf etwas wirklich gutes stoßen solltet, das wir hier nicht erwähnt haben, lasst es uns bitte wissen.

Design braucht Täter 2012 findet bis Sonntag, den 22. Januar, in der Hochbunker Körnerstr. 101, 50825 Köln statt.

 



Galeriehaus am Kapellenberg Chemnitz

Monday, January 16th, 2012

Wir wissen, dass wir bisher eher schroff mit Chemnitz umgegangen sind, doch wie alle Lebewesen, die über Bewusstsein verfügen, werden auch wir von unseren Erfahrungen geleitet.

Und bisher haben wir in Chemnitz ehrlich gesagt nicht besonders viel Liebe erfahren.

Doch vielleicht, nur vielleicht, dreht sich jetzt der Wind.

Denn:

In den Kunstsammlungen Chemnitz gibt es nicht nur die progressivsten und innovativsten Kunstgalerien in Deutschland; und Chemnitz hat mit dem Marianne Brandt Wettbewerb nicht nur einen Designpreis, der unbeirrt nur Design belohnt, der es vermag eine Harmonie zwischen Ästhetik, Innovation und Funktion herzustellen; Chemnitz kann sich jetzt außerdem mit einem Wohnkomplex schmücken, bei dem jeder Besitzer einer Eigentumswohnung gleich ein Elektrofahrrad obendrauf erhält.

Eines der größten Probleme, das Architekten und Stadtplaner derzeit zu bewältigen versuchen, ist, dass unser Alltag künftig möglichst wenig der Umwelt schaden soll. Dabei spielt urbane Mobilität eine entscheidende Rolle.

Unserer Meinung nach fand das Team um das Galeriehaus am Kapellenberg in Chemnitz eine wunderbare Lösung für diese Problematik: Elektrofahrräder für alle – inklusive Aufladestationen in der Fahrradgarage.

Wir wissen natürlich, dass ein Elektrofahrrad Elektrizität benötigt, während ein konventionelles Fahrrad dies nicht tut.

Aber es ist nun mal so, dass, wenn Menschen überredet werden sollen, ihre Autos für nachhaltigere Transportformen aufzugeben, handfeste Vorteile auf den Tisch gelegt werden müssen.

Wir kennen z.B. eine Menge Leute, die zwar mit dem Fahrrad an die Arbeit fahren würden, es aber nicht so schick finden, verschwitzt im Büro anzukommen. Mit einem Elektrofahrrad hat man den ganzen Komfort eines Fahrrads, kann jedoch den eigenen Aufwand auf ein Minimum reduzieren – und braucht nicht länger zu schwitzen.

Nicht nur in Bezug auf die Arbeit sind Elektrofahrräder praktisch. Sie ermöglichen nämlich auch der “älteren Generation” noch mit dem Rad unterwegs zu sein, wenn sie es mit herkömmlichen Fahrrädern schon gar nicht mehr könnten. Außerdem ist es generell vorzuziehen, die morgentlichen Brötchen mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zu holen.

Doch nicht nur die Fahrräder sind grün. Auch was Wasser, Heizung und die Elektrizitätsversorgung betrifft, wurde Sorge getragen, dass der Komplex modernen Umweltstandards gerecht wird und seinen Teil dazu beiträgt, sowohl den Energieverbrauch als auch die Müllproduktion zu reduzieren.

Wir müssen zugeben, dass wir den Komplex bisher noch nicht besichtigt haben. Aber wir planen einen Ausflug nach Chemnitz in naher Zukunft, um uns selbst ein Bild zu machen.

Und wer weiß, vielleicht springt dann endgültig der Funke über…

Galeriehaus am Kapellenberg Chemnitz
Galeriehaus am Kapellenberg Chemnitz

 



(smow) Blog Best of 2011: Dutch Design Week

Wednesday, January 11th, 2012

Design Weeks gehören zum Alltag unseres Metiers.

Für diejenigen aber, die nichts mit unserer Branche zu tun haben, sieht es schnell so aus, als würden wir von einem exotisch klingenden Ort zum nächsten jetten und ständig mit unglaublich tollen und unterhaltsamen Leuten auf Cocktail-Partys rumhängen.

Mit diesem Vorurteil wollen wir endlich schlussmachen! Für uns bedeutet das Leben in der Designwelt nämlich vor allem Frühaufstehen, schwere Rucksäcke, jede Menge höflichen Small Talk, wenig Essen, viel Laufen, noch mehr höflichen Small Talk vermeiden, lange Nächte usw. Und obendrein müssen wir unser Bier meist selbst kaufen – das trinken wir dann für gewöhnlich, während wir Interviews abtippen und Fotos checken. Eine Ausnahme bildet natürlich unser jährlicher Besuch im Gasthaus Gruber in Wien.

Design Weeks sind auch dazu da, Kontakte zu Designern, Herstellern, Galerien und all den anderen Leuten aus der Branche zu knüpfen und zu pflegen, auf denen unsere Arbeit aufbaut. Keine Kontakte. Keine Geschichten. Es ist stressig, hat zugegebenermaßen aber auch seine amüsanten Seiten.

So oder so gibt es keine Design Week, die wir nicht genießen. Jede hat ihren eigenen Charme – und da gehört auch das Auf und Ab von guten und schlechten Jahren dazu. 2011 war zum Beispiel ein gutes Jahr für Eindhoven.

Eindhoven ist als Stadt selbst ehrlich gesagt nicht besonders interessant, attraktiv oder gar inspirierend. Sie sieht aus wie eine langweilige Industriestadt, die ihre Industrie von einst verloren hat und deren Bewohner nun andernorts Arbeit gefunden haben. Und genauso ist es auch…

Eindhoven war dennoch bemerkenswert erfolgreich darin, die Absolventen der Eindhoven Design Academy festzuhalten. Das liegt wohl vor allem daran, dass die Stadt ihnen bezahlbaren Raum für Ihre Arbeit bietet. Und an dem zuvor erwähnten industriellen Kollaps.

Das Ergebnis ist ein bemerkenswertes Netzwerk aus hochtalentierten, motivierten und innovativen Designern, die alle voneinander lernen und sich gegenseitig beeinflussen. Und in diesem Jahr haben wir das deutlich gespürt.

Doch nicht nur die lokalen Talente zeigten sich in diesem Jahr von ihrer besten Seite. Es gab auch unheimlich viele interessante und zum Nachdenken anregende Projekte internationaler Designer zu sehen.

Wir haben auch in Wien, Berlin, Stockholm, Mailand etc. viele gute und interessante Projekte gesehen, doch unserer Ansicht nach waren die 2011 in Eindhoven einfach höher konzentriert.

Wenn wir eines zu kritisieren hatten, dann war es, dass das Infomaterial oft nur auf niederländisch verfügbar war.

Ja, es heißt Dutch Design Week, es ist aber ein internationales Festival. Und es gibt nichts Sinnloseres als vor einem Ausstellungsstück zu stehen und nicht die leiseste Ahnung zu haben, ob es gut ist oder nicht, weil man das Infomaterial nicht versteht.

Und so wäre 2012 etwas mehr Englisch überaus hilfreich für all jene von uns, die nicht Niederländisch sprechen.

Unser Design Week Jahr 2012 beginnt in einigen Tagen und verspricht einige neue Festivals.

Es wird interessant sein, zu sehen, wer die Messlatte in diesem Jahr setzt.

eindhoven stadhuis meets design

Es geht darum, eine Solidargemeinschaft zu gründen... aber fragt uns bloß nicht wie. Die Stadhuis Ausstellung war einer der schlimmsten Fälle von Monolingualismus in Eindhoven.

 

Dutch Design Week Eindhoven 2011

Dutch Design Week Eindhoven 2011



(smow) Blog Best of 2011

Friday, January 6th, 2012

In der Welt des Journalismus gibt es nichts unkreativeres als einen Jahresrückblick. (Abgesehen vielleicht von den “10 Tipps für die perfekte Kartoffelsuppe/Haartolle/Bügelfalte”.) So ein Rückblick hat viele Vorteile: Man kann Spalten füllen ohne nachdenken oder recherchieren zu müssen und man läuft zudem nicht Gefahr, vom deutschen Bundespräsidenten angerufen zu werden. Es sei denn eines der eigenen Jahreshighlights war es, als der Präsident Fünf Euro von einem borgen wollte. Da fällt uns ein: Haben wir eigentlich erzählt, wie damals …

Trotz dieses Stigmas wollten wir auf ein paar unserer Höhepunkte aus 2011 zurückblicken und etwas ausführlicher erklären, warum es Highlights für uns waren.

Lasst uns wissen, was Ihr davon haltet.

smow blog best of 2011

Spielen im Park mit dem Vitra Eames DSR hat Spaß gemacht.... aber war es ein (smow) Blog Highlights 2011?



(smow)Designtour 2012: Es ist Zeit, die Reisesocken hervorzuholen…

Thursday, January 5th, 2012

Der schottische Liedermacher Malcom Middleton nahm mit seinem Album “Waxing Gibbous” von 2009 den Song “Red Travellin’ Socks” auf. Das ist eine muntere, für uns jedoch etwas zu plakative, Hass-Liebe-getränkte Ode an seine roten Reisesocken.

Diese Hass-Liebe sieht folgendermaßen aus: Wenn Middleton seine Socken trägt, fühlt er sich an die Freiheit der Straße erinnert, die ihn seine urinstinktiven Bedürfnisse erfüllen lässt – bis zu dem Zeitpunkt, wo der romantische Mythos des endlosen Highways auf dem heißen Asphalt zerrinnt und er sich wieder nach Hause sehnt. Die roten Socken symbolisieren seinen Frust und seine Hoffnungslosigkeit, die aus diesem Kreislauf zwischen Fern- und Heimweh resultieren.

“Bringt mich nach Hause, rote Wandersocken”, fordert er zuletzt, “Ich habe kein Geld mehr und diese Lieder satt….”.

Und dann, nach einer Weile, kommt es unweigerlich dazu, dass ihn seine roten Reisesocken, wie sie so vorwurfsvoll im gepflegten Kleiderschrankambiente liegen, daran erinnern, was er vermisst…

Malcolms rote Reisesocken entsprechen unserer Vitra Panton Chair Miniatur.

Aus keinem wirklich ersichtlichen Grund begleitet uns der kleine Kunststoff-Freischwinger seit ein paar Jahr auf unserem Weg durch das designaffine Europa. Natürlich fehlte er auch auf unserer umstrittenen  Tour zum Thema Verner Pantons Kopenhagen nicht. Und selbstverständlich wird er auch Teil unseres bevorstehenden Arne Jacobsen Porträts sein.

Aber warum ist die Panton Chair Miniatur nun so etwas wie unsere roten Socken?

So sehr wir das Fotografieren auch genießen, irgendwann kommt einfach ein Punkt auf unseren Reisen, wo der kleine Panton Chair wie eine bleierne Metapher in unserem Rucksack liegt und uns unseren routinierten Alltag vermissen lässt. Und ehe wir uns versehen, steht er schon wieder im Regal…

Unser treuer Reisegefährte vor Arne Jacobsens ehemaligem Haus in Kopenhagen

Während wir auf dem Rückweg von Neue Räume Zürich 2011 zugegebenermaßen noch überlegt haben, unseren kleinen Panton Chair aus dem Zug zu werfen, unterziehen wir ihn nun doch wieder voller Vorfreude auf den Designfrühling 2012 einer Hochglanzpolitur.

Denn es wird einiges zu sehen geben:

Am 13. Januar werden wir in Köln bei der Ausstellungseröffnung von “From Aalto to Zumthor – Architect Furniture” im MAKK sein. Dabei schauen wir uns natürlich gleich die IMM Cologne 2012 inklusive Rahmenprogramm an.
Zu den potentiellen Highlights der Messe gehören die neue Outdoor-Kollektion von Richard Lampert, die Ausstellung “Made in Sishane” und wie sich die Universitäten auf den Satellitenveranstaltungen in der Stadt machen.

Anfang Februar sind wir dann bei der Eröffnung der neuen Ronan und Erwan Bouroullec Ausstellung “Album” im Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Das haben wir in Bordeaux verpasst und freuen uns sehr darauf das endlich nachzuholen; … und natürlich darauf herauszufinden, wie ihre Yacht ankommt!

Ab 6. Februar sind wir in Stockholm beim alljährlichen Design Festival und der Möbelmesse dabei. Was auch ohne das Nennen von Details ganz klar schon als Highlight durchgeht.

Angesichts der Tatsache, dass unser (smow)Boss wohl auch erwarten wird, dass am Ende unserer Reisen so etwas wie “Arbeit” steht, werden wir uns die Ausstellung “The Evolution of Object” von Katrin Greiling ansehen, werden die “New tile designs” von Claesson Koivisto Rune für Marrakech Design verfolgen und generell die aktuelle Lage der Designermöbelindustrie in Skandinavien begutachten.

Berichte, Fotos und Rückblicke werden wie gewohnt hier und auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht.

stockholm february 2011

Stockholm. Februar, 2011

 



Frohe Weihnachten, Merry Christmas, ¡Feliz Navidad!, Boldog Karácsonyt, Joyeux Noël ….

Friday, December 23rd, 2011

Nach einem Jahr zwischen Plagwitz und Köln, Stockholm und Mailand, Zürich und wieder Plagwitz nehmen wir uns eine hoffentlich auch in euren Augen wohlverdiente Auszeit über die Weihnachtszeit.

Die Vorbereitungen für das (smow)blog-Designjahr 2012 sind jedoch schon in vollem Gange. Und wir können schon mal so viel sagen: die ersten drei Monate versprechen nichts weniger als bombastisch zu werden.

Wir hoffen, ihr seid auch nächstes Jahr wieder dabei!

Frohe Weihachten!

merry christmas 2011



Die Hölle von Aschau 2011 – Concours d’Élégance

Wednesday, December 21st, 2011

Abseits der Rennstrecke war ein wahres Highlight der “Hölle von Aschau” der Concours d’Élégance.

Vor dem Event hatte Moormann seinen Kunden, Partnern und Freunden Bastelsets zum Nachbau von Miniatur-Bookinisten geschickt, die “gepimpt”  zum Wettbewerb “Concours d’Élégance” eingereicht werden konnten. Sie hatten wahrscheinlich nicht erwartet, dass es so viele Einsendungen geben würde. So war die Moormann-Jury nicht nur von der hohen Resonanz beeindruckt, sondern auch von der sehr hohen Qualität der Einsendungen.

Vom Lebkuchen-Bookinisten übers Papamobil bis hin zum unsäglich plumpen und doch coolen “Bookimist” von Jehs + Laub – die Fantasie und das künstlerische Talent der Moormann-Familie scheint grenzenlos.

Es war wirklich die reinste Freude. Und die gesamte Galerie gibt’s hier.

Die Hölle von Aschau 2011 Concours d'Élégance

Die Hölle von Aschau 2011: Concours d'Élégance

Ein Bastelset landete auch im (smow)Hauptquartier.

Doch wären wir nicht (smow), wenn wir blind den Regeln folgen würden. Auch wenn die Regeln von Nils Holger Moormann persönlich stammen. Und so individualisierte auch (smow) einen Bookinisten – allerdings im Maßstab 1:1.

In den Tälern Südsachsens von ortsansässigen Handwerkern mithilfe traditioneller Herstellungsverfahren gefertigt und ganz im Gegensatz zu Moormanns Ozonschicht zerstörenden und offen gesagt total veralteten Dieselmotoren mit einem umweltfreundlichen Elektromotor ausgestattet, wurde der (smow)Bookinist…

…sofort vom Rennen disqualifiziert! Und das obwohl er mit echten Büchern bestückt war und nicht nur mit Aufklebern wie die anderen Renn-Bookinisten!

Doch nach mehrfachem Bitten und Flehen zeigte sich die Jury gnädig und entschied sich für die Einrichtung einer Extra-Kategorie für außergewöhnliche Beispiele ostdeutscher Ingenieurskunst und das (smow)Team durfte endlich in die Boxengasse, um sich für die Schlacht zu rüsten.

Als die Zeit dann kam, zeigte sich auf der engen Strecke von Aschau der unschätzbare Wert der vielen Trainingsstunden. Unter dem Jubel von Tausenden Zuschauern schaffte der (smow)Pilot die Strecke mit seinem Mobil in der beachtlichen Zeit von 1:17.65. Das wäre in einer gerechten Welt immerhin der 8. Platz gewesen.

Und als sich die übrigen Teilnehmer die Nacht um die Ohren schlugen, war das (smow)Racingteam noch immer auf den Beinen und übte auf den regennassen Pflastersteinen Aschaus.

Wie sollte es auch anders sein?

Die Hölle von Aschau 2011 smow bookinist

Die Hölle von Aschau 2011: Der (smow) Bookinist nimmt Gestalt an.

Die Hölle von Aschau 2011 smow bookinist test

Noch eine Testrunde auf dem Moormann-Parkplatz ....

Die Hölle von Aschau 2011 smow bookinist race

...und dann auf die Rennstrecke um den Bookinist Cup 2011.

Die Hölle von Aschau 2011 smow bookinist meat

Als die anderen das Essen mit allen Beteiligten am Rennen voll auskosteten...

Die Hölle von Aschau 2011 smow bookinist night

...raste (smow) noch immer durch die Nacht.



Alessandro Barison – Panton Remake

Monday, December 5th, 2011

Unser englischer Blog hat im Sommer einen überaus unterhaltsamen “Summertime in Dark Lime” Panton Chair Wettbewerb veranstaltet. (Die Jury hatte auf jeden Fall Spaß.)

Der Gewinner unter den englischsprachigen Lesern war damals der italienische Designer Alessandro Barison alias abitudinicreative. Nachdem sein Cocktail “Spritz Upgrade” zum Sieger gekürt wurde, haben wir mit Barison gesprochen und interessante Dinge herausgefunden: Während seiner Zeit als Student an der Scuola Italiana Design (SID) hat Barison bei einem Wettbwerb teilgenommen, bei dem der Panton Chair umgestaltet und sein Anwendungsbereich erweitert werden sollte.

Was Barison und seine Kollegen präsentiert haben, hat uns wirklich gefallen: ein Panton Chair Trolley, also ein Panton Chair auf Rollen, den man überall hin mitnehmen kann. Man kann sogar den Platz unter dem Sitz als als Stauraum verwenden, et voilà: ein Vitra Panton Chair Trolley Koffer! Gibt es eine stylischere Art zu reisen?

Nie im Leben würde Vitra solch ein Objekt produzieren oder lizensieren oder überhaupt je etwas neues mit Verner Pantons Design machen. Aber uns gefällt die Idee wirklich und wir wollten sie gerne mit euch teilen.

Bariosn hat damals übrigens den zweiten Platz belegt.

Und ja, wir haben das wirklich erst entdeckt nachdem er gewonnen hatte.

Noch mehr Fotos auf Panton Chair Basis gibt’s unter Alessandro’s flickr page

Barison Ferrari trolley Vitra Panton Chair

Der Vitra Panton Chair als Reisetrolley!

barison_ferrari_trolley_Die Originalskizzen…

 

vitra panton chair dark lime

Alessandros Dark Lime Vitra Panton Chair in situ



Daphna Laurens – Cirkel

Saturday, December 3rd, 2011

Wie letzte Woche bereits angekündigt, haben wir es leider nicht zur Eröffnung von Cirkel von Daphna Laurens in der Galerie Gosserez in Paris geschafft. Wir waren bei der Eröffnung von Kibbuz und Bauhaus in Dessau. Allerdings waren Daphna Isaacs und Laurens Manders so nett uns einige Fotos ihrer Arbeiten zu schicken.

Wie treue Leser wissen, hüten wir uns davor, Möbel allein auf Grundlage von Fotos zu beurteilen. Eigentlich. Bei der Cirkel Kollektion können wir aber einfach nicht anders als sie als sehr vielversprechend zu bezeichnen.

Unser Highlight der Kollektion ist die “Leaning Lamp”. Die Leuchte sieht aus wie ein cooles, futuristisches 50er-Jahre-Sci-Fi-Objekt, das scheinbar mit der Wand verschmilzt – das Objekt steht auf nur zwei Beinen, weshalb die Wand als stabilisierendes Element herhalten muss. Obwohl sie nicht so aussieht, ist sie im Grunde eine Wandleuchte und wurde aus rein technischer Sicht auch als solche konzipiert. Ihr Zauber liegt in der Täuschung, die durch das Beingerüst erzeugt wird – ein Kunstgriff, der Form und Funktion voneinander löst und die Leaning Lamp fast zu einem Objekt macht, das eher als Skulptur denn als Leuchte überzeugt… Außerdem erinnert sie ihren Betrachter zuverlässig daran, dass jeden Augenblick Außerirdische eine Invasion starten könnten.

Die tatsächlichen Wandleuchten der Cirkel Kollektion – 01 und 02 – sind laut Daphna Laurens vom Bauhaus, spieziell von Laszlo Moholy Nagy inspiriert. Und wir können uns nicht vorstellen, dass dem irgendjemand widersprechen könnte. Dafür designt bei Tag als Kunstobjekt und bei Nacht als Leuchte zu brillieren, begeistert uns außerdem die integrierte Ablagefläche der Leuchten vollends. Wir lieben diese Leuchte zum einen, weil sie eine Ablagefläche beinhaltet, besonders aber, weil das Kabel der Lampe am anderen Ende dieser Ablage verläuft. So entsteht eine wunderbar schlichte Geometrie, die die kreisend scheinende Bewegung des Kegels auf gelungene Weise ergänzt.

Der “Coffee Table” strahlt in unseren Augen – ebenso wie die Leaning Lamp – eine frische 1950er Jahre Aura aus. Das liegt vielleicht an der schlichten Form der Tischbeine und der Holzmaserung des konischen Behälters, die uns so stark an die Mitte des vergangenen Jahrhunderts erinnern. Aber da ist noch etwas, was diesen Tisch so besonders macht. Wenn wir uns den Tisch ansehen, bleibt unser Blick immer wieder an der sattelartigen Tischplatte hängen. Tischplatten sind für gewöhnlich vollkommen eben und flach. Aber, siehe da, das müssen sie überhaupt nicht. Tischplatten können genauso gut konvex geformt sein. Und in diesem Fall ist die sanfte Krümmung ein entscheidender Faktor für die Reinheit der Form. Und das ist so gut gelungen, dass man nicht auf die Idee käme, irgendetwas wieder gerade biegen zu wollen.

Die Cirkel Kollektion wird durch drei Spiegel vervollständigt – Elefant, Eule und Maulwurf -, die auf den Metallspiegeln basieren, die im Rahmen der Copy Nature Ausstellung in Eindhoven gezeigt wurden.

Wir wollen das Wort “typisch” eigentlich vermeiden, aber nachdem Daphna Laurens in der Vergangenheit bereits bewiesen haben, dass sie es einfach verstanden haben, wie man Holz und Keramik miteinander verbindet – sind wir nun doch geneigt in der ebenfalls gekonnten Umsetzung dieser Kombination bei Cirkel ein fast schon typisches Form- und Materialverständnis zu diagnostizieren. Nach den Fotos zu urteilen ist Cirkel die nächste sehr starke, überzeugende Daphna Laurens Kollektion. Doch wir möchten uns unser endgültiges Urteil wie gesagt vorbehalten bis wir die Stücke tatsächlich vor uns gesehen haben.

Cirkel von Daphna Laurens ist noch bis zum 14. Januar 2012 in der Galerie Gosserez Paris zu sehen.

Mehr Infos und Fotos gibt’s unter: www.daphnalaurens.nl

daphna laurens cirkel coffee table

Daphna Laurens - Cirkel Coffee Table (Foto: Mike Roelofs)

 

daphna laurens cirkel wall light 02

Daphna Laurens - Cirkel Wandleuchte 02 (Foto: Mike Roelofs)

 

daphna laurens cirkel wall light 01

Daphna Laurens - Cirkel Wandleuchte 01 (Foto: Mike Roelofs)

 

daphna laurens cirkel leaning lamp

Daphna Laurens - Cirkel Leaning Lamp (Foto: Mike Roelofs)