Archive for the ‘Vitra’ Category

Dark Lime Panton Chair von Vitra zu gewinnen!!

Thursday, July 21st, 2011

Sommer. Sonne. Cocktails.

Damit Ihr das alles in vollen Zügen genießen könnt, schenkt Euch (smow) einen Dark Lime Panton Chair.

Wenn Ihr den Klassiker von Verner Panton in der Limited Edition dieses Sommers gewinnen wollt, verratet uns einfach Euer Lieblings-Sommer-Cocktail-Rezept! Es darf auch alkoholfrei sein. Aber eine Limettenscheibe muss dabei sein. Und der Drink muss zu einem lauen langen Sommerabend im Vitra Panton Chair passen!

Bis zum 31. Juli habt Ihr Zeit, danach wählt unsere Amateur-Barkeeper-Jury den Gewinner.

Hinterlasst Euer Rezept einfach hier unten.

Wir freuen uns natürlich auch über Kommentare zum Panton Chair und warum Ihr ihn haben wollt.

Viel Glück!

(Damit alles seine Richtigkeit hat, müssen alle Rezepte geprüft und autorisiert werden. Das kann schon mal ein bis zwei Stunden dauern. Der Preis ist ein Vitra Panton Chair in der “Summertime in dark lime” Limited Edition. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Die Teilnahme ist bis 23.59 Uhr am 31.07.2011 möglich.)

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Dark Lime Panton Chair von Vitra zu gewinnen!

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Perfekt für einen Sommerabend auf dem Balkon oder im Garten...



(smow)intern: Designmöbelkatalog 2011

Wednesday, July 6th, 2011

Technikverweigerer! Das wird (smow) ja normalerweise nicht nachgesagt. Soweit uns bekannt ist, hat noch kein (smow)Mitarbeiter einen iPad zertrümmert oder einen W-LAN Zugang gekappt um gegen die schleichende und zwanghafte Ausbreitung von Technologien in alle Lebensbereiche zu protestieren. Aber: In den ersten Wochen des Sommers waren alle im (smow)Hauptquartier mit der Vorbereitung und Herstellung des allerersten (smow)Katalogs beschäftigt. Ein realer gedruckter Katalog! Auf Papier! Mit Tinte!

Technikverweigerer? Au contraire, nos amis! Die Herstellung eines solchen analogen Katalogs ist technisch eine größere Herausforderung als dieses idiotensichere HTML zu programmieren. Und trotzdem ist es uns am Ende gelungen ein tolles Heft fertigzustellen. Gut gemacht, Katalogteam!

Neben einer Auswahl von (smow)Produkten enthält der Designmöbelkatalog 2011 auch biografische Informationen zu wichtigen Designern und natürlich wunderbare extra für den Katalog in Auftrag gegebene Fotos von Produkten von USM Haller, Vitra, Moormann, Richard Lampert et al.

So ein gedruckter Katalog ist im Prinzip nichts anderes als damals die Mechanisierung in den Textilfabriken, die den unterdrückten Massen erstmals den goldenen Geschmack von Freizeit kosten ließ. Mit dem Katalog bekommen wir ein Stück Technikfreiheit zurück. Computer ausschalten, Katalog in Ruhe durchblättern, Computer wieder anmachen, bestellen.

Ein Exemplar des Kataloges kann man über das Kontaktformular auf smow.de oder unter service@smow.de anfordern.

Auf facebook.com/smowcom haben wir außerdem die Fotogalerie zum Katlaogentstehungsprozess veröffentlicht.

smow Designer Furniture Catalogue 2011

(smow) Designmöbelkatalog 2011



„Summertime in dark lime“ Vitra Panton Chair Sommerpromotion 2011

Monday, June 27th, 2011

Zur Freude aller, die schon lange überlegen, wie sie ihren Balkon aufpeppen können, bietet Vitra jetzt pünktlich zum Start der Hitzewelle den Panton Chair in einer einmaligen Dark-Lime-Edition an.

Die Sommeredition gibt es nur online und nur solange der Vorrat reicht.

Der “Summertime in dark lime”-Panton kostet genau so viel wie die Standardfarben, ist also ein exklusives Produkt – ohne exklusive Zusatzkosten.

Wie bei allen Vitra Panton Chairs verhindern spezielle Additive auch bei der Sommeredition das Ausbleichen der herrlichen Farbe durch UV-Strahlung – ideale Materialvoraussetzungen für die Nutzung auf dem Balkon oder am Pool. Trotzdem empfiehlt Vitra, den Stuhl nicht länger als nötig der Sonne auszusetzen, da auch Designerstühle Gefühle haben. Wenn der Panton Chair tatsächlich einmal ungenutzt draußen stehen sollte, sollte er außerdem schräg an einen Tisch gelehnt werden, damit das Wasser auf der Sitzfläche ablaufen kann.

Die Panton Chairs in dark lime verlassen in dieser Woche das Vitra-Werk, könnten also ab Mitte Juli auf Ihrem Balkon stehen.

Details zum Stuhl gibt es unter: Vitra Panton Chair Summertime in dark lime

Summertime in dark lime Vitra Panton Chair Summer 2011 Edition

Summertime in dark lime. Die Vitra Panton Chair Sommeredition 2011



Möbelmesse Mailand 2011: Konstantin Grcic @ Vitra

Friday, June 17th, 2011

Zu den auffälligsten neuen Vitra-Produkten in Mailand gehörte der Waver von Konstantin Grcic.

Es gab schon einmal eine Kooperation des Designers mit Vitra im Rahmen des Vitra Edition Projektes, aber Waver ist Konstantin Grcics erstes kommerzielles Produkt für Vitra. Der für den Outdoor-Bereich entworfene Stuhl erinnert stark an die Ästhetik von “Lifestyle” Sportarten, seine Formensprache schlägt zweifelsohne neue Wege ein, aber er ist auch unglaublich bequem.

Im zweiten Teil unseres Interviews mit Konstantin Grcic haben wir über Waver, die Kooperation mit Vitra und die Bedeutung der Möbelmesse in Mailand gesprochen.

(smow)blog: Fangen wir von vorne an: Was ist der Hintergrund zum Waver?

Konstantin Grcic: Waver ist Teil eines viel größeren Vitra-Projekts: Outdoormöbel. Vitra hat zwar Produkte die auch draußen eingesetzt werden können, aber keine speziellen Outdoor-Möbel. Ich hatte die Idee, als wir angefangen haben, mit Vitra zu sprechen. Wir wollten zusammen arbeiten – aber woran? Ich fand die Outdoor-Idee gut, weil es da auch eine gewisse Freiheit in der Typologie gibt. Die Vitra Home Collection ist von den Klassikern dominiert, die so stark sind, dass man sich nur sehr schwer gegen sie behaupten kann, also dachte ich ich gehe nach draußen…

(smow)blog: … die Eames im Wohnzimmer lassen und in den Garten gehen …

Konstantin Grcic: Genau. Ich gehe nach draußen und mache mein Ding. Waver ist ein individuelles Stück. Der Rest der Kollektion, an der wir noch arbeiten, wird mehr eine Familie sein. Als individuelles Produkt hat der Waver mehr Freiheit, denn man muss nicht dieselbe Geometrie oder Grammatik auf verwandte Produkte anwenden.

(smow)blog: Wir können uns gut vorstellen, dass ein Projekt wie der Waver verschiedene Herausforderungen mit sich gebracht hat…

Konstantin Grcic: Klar! Das größte Problem ist das UV-Licht, das sehr aggressiv ist. Aber wir wollten natürlich, dass Waver ein Produkt ist das draußen benutzt werden kann, ohne dass die Farben mit der Zeit verblassen. Es war entsprechend kompliziert ein Material zu finden dass sowohl UV-resistent als auch robust genug ist. Bei dem Waver muss das Material ein großes Gewicht tragen, so etwas muss man erstmal finden. Letzen Endes konnten wir ein passendes Material in Italien auftreiben.

(smow)blog: Kann man sagen, dass Konstantin Grcic endlich bei Vitra angekommen ist? Oder war das nie ein erklärtes Ziel von Ihnen?

Konstantin Grcic: Ja, ein bisschen. Ich habe Vitra als Firma immer bewundert und ja, ich hatte auch immer den Wunsch oder Traum, mit Vitra zu arbeiten. Und dann passiert es. Es ist nicht länger ein Traum sondern Realität – mit all den alltäglichen Problemen die Design mit sich bringt.

(smow)blog: Unsere letzte Frage stellen wir allen in Mailand: Ist die Mailänder Möbelmesse noch wichtig?

Konstantin Grcic: Doch, ja. Aber ich muss zugeben, dass ich nicht viel mitbekomme, weil ich einfach keine Zeit habe. Ich denke aber, dass die Messe nach wie vor sehr wichtig ist, weil einmal im Jahr alle hierher kommen. Auch wenn alles ein großer Hype ist, der alles größer macht als es eigentlich ist, definiert die Messe doch den Rhythmus der gesamten Branche. Wir Designer fangen im Mai mit den Vorbereitungen für das nächste Jahr an. Wenn es Mailänd nicht gäbe, würden einige Sachen sicher auf der Strecke bleiben.

Waver by Konstantin Grcic for Vitra

Waver von Konstantin Grcic für Vitra



Ein Jahr VitraHaus: Ein Interview mit Eckart Maise

Thursday, June 9th, 2011

Im Februar hat das VitraHaus in Weil am Rhein seinen ersten Geburtstag gefeiert.

Wir haben mit Vitras Chief Design Officer Eckart Maise über ein Jahr VitraHaus und die Pläne für die Zukunft gesprochen.

(smow)blog: Das VitraHaus is jetzt ein Jahr alt. Sind Sie zufrieden mit dem ersten Jahr?

Eckart Maise: Ja, das VitraHaus ist ein voller Erfolg. Wir hatten sowohl von der Anzahl der Besucher als auch was das Feedback angeht eine sehr positive Resonanz. Die Zahl der Besucher des Vitra Campus hat sich zum Beispiel seit der Eröffnung des VitraHauses verdreifacht. Wir hatten etwa 350000 Besucher im letzten Jahr, was unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Einen Anstieg hatten wir erwartet, aber nicht in diesen Dimensionen.

(smow)blog: Ist die Marke Vitra dadurch auch bekannter geworden?

Eckart Maise: Ja, auf jeden Fall. Das kann man zum Beispiel sehr stark an der Presseresonanz zum VitraHaus messen. Ich bin seit 16 Jahren bei Vitra und in dieser Zeit war das VitraHaus das erste neue Gebäude auf dem Vitra Campus. Die Berichterstattung hat eine ganz andere Dimension als bei einem neuen Produkt.

(smow)blog: Inwieweit sind Vitras Möbeldesigner im VitraHaus involviert? Entscheiden sie mit über die Inneneinrichtung?

Eckart Maise: Die Einrichtung wird prinzipiell von unseren hauseigenen Innenarchitekten und Stylisten organisiert. In den Bereichen, in denen ein Produkt im Mittelpunkt steht, sind manchmal auch die Möbeldesigner involviert, so wie derzeit beim Suita Sofa. Wir haben im Vorfeld mit Antonio Citterio gesprochen, seine Meinung eingeholt und dann ein paar Dinge optimiert. Viele der Designer stehen aber auch in regelmäßigem Kontakt zu unseren Inneneinrichtern, sodass immer ein Austausch von Ideen stattfindet.

(smow)blog: Im VitraHaus gibt es einige Produkte, die keine Vitra-Designs sind. Spin von Tom Dixon fällt uns zum Beispiel immer ins Auge…

Eckart Maise: …Ja, das ist ein bewusstes Gestaltungselement in der Wohneinrichtung, Die Collage ist das Einrichtungsrezept was unserer Haltung am besten entspricht. Die Qualität einer Einrichtung entsteht durch die Vielfalt, Vielfalt auch in Bezug auf die Herkunft der einzelnen Stücke. Eine reine Vitra-Einrichtung ist nicht notwendigerweise die beste. Und hier im VitraHaus haben wir Leuchten, Accessoires, Textilien etc. von anderen Herstellern die die Vitra-Produkte ergänzen.

(smow)blog: Wird es in Zukunft einen Bereich im VitraHaus geben, den einzelne Designer ausstatten können?

Eckart Maise: Ja, das ist in Planung. Tatsächlich war das von Anfang an vorgesehen, aber bisher nicht realisiert. Wir wollen kein Museum sein, in dem es eine Bouroullec-Ausstellung oder eine Citterio-Ausstellung gibt. Aber natürlich kann man die Designer, die in Interieurs aktiv sind, zum Beispiel die Bouroullecs, bitten einen Bereich zu gestalten – unter der Bedingung dass es keine Monografie ihrer Arbeit wird sondern eine Collage mit Produkten anderer Vitra-Designer.

(smow)blog: Zum Beispiel eine Mustereinrichtung für ein 20 m² Loft?

Eckart Maise: Genau. Es gibt verschiedene Überlegungen und wir starten hoffentlich in den nächsten Monaten damit.

(smow)blog: Eine andere Erweiterung des Vitra Campus ist das Vitra Atelier. Im Moment kann man sehen, wie ein Eames Lounge Chair zusammengebaut wird. Soll das Konzept erweitert werden?

Eckart Maise: Das Konzept ist zwar flexibel, aber momentan wird es auf den Lounge Chair beschränkt bleiben. Für uns ist wichtig, dass die handwerkliche Qualität wahrgenommen wird, die in diesem Produkt steckt, und dass die Produkte hier in Weil am Rhein und nicht China oder anderswo hergestellt werden. Die Kunden haben außerdem die Möglichkeit, die Fertigung ihres eigenen Lounge Chair zu beobachten. Sie können am Vormittag ins VitraHaus kommen, ihre Bestellung aufgeben, zusehen, wie der Lounge Chair zusammengebaut wird und ihn am Nachmittag mit nach Hause nehmen. Der Eames Lounge Chair gehört wahrscheinlich zu den Objekten zu denen die Besitzer die größte emotionale Bindung haben und die eine zentrale Rolle in ihrer Einrichtung einnehmen. Deshalb ist er für uns das perfekte Objekt für das Vitra Atelier.

Since over one year part of teh Weil am Rhein landscpae - VitraHaus

Seit über einem Jahr ein Teil der Landschaft bei Weil am Rhein - VitraHaus

Vitra Atelier - Loung Chair construction LIVE!

Vitra Atelier - Eames Lounge Chair Montage LIVE!



Mailänder Möbelmesse 2011: Interview mit Eckart Maise, Vitra Chief Design Officer

Wednesday, April 13th, 2011

Vitra präsentiert auf der diesjährigen Möbelmesse in Mailand eine Reihe neuer Produkte von Designern wie Konstantin Grcic, Antonio Citterio und Barber & Osgerby. Vor der offiziellen Eröffnung haben wir Vitras Chief Design Officer Eckart Maise getroffen um mit ihm über die neuen Produkte und die Vitra Home Collection im Allgemeinen zu sprechen.

Jill by Alfredo Häberli for Vitra

Jill von Alfredo Häberli für Vitra

(smow): Herr Maise, bevor wir über die neuen Produkte reden und vielleicht als hilfreiche Einführung: Wie entwickelt eine Firma wie Vitra eine Kollektion? Gehen Sie zu den Designern und sagen “Es gibt da eine Lücke in unserer Kollektion, können Sie die füllen?” Oder wie entstehen neue Projekte bei Vitra?
Eckart Maise: Im Grunde entsteht alles über die langjährige Zusammenarbeit mit den Designern. Mit Antonio Citterio arbeiten wir beispielsweise schon seit 25 Jahren zusammen, mit den Bouroullecs mittlerweile auch schon 12 oder 13 Jahre. Es gibt natürlich Phasen in denen mehr passiert und Phasen in denen weniger passiert, aber im Prinzip ist es eine dauerhafte Kooperation und wir stehen in ständigem Kontakt. Viele Projekte entstehen aus einem relativ klaren Briefing z.B. von Rolf Fehlbaum und mir, dass diese oder jene Sache sinnvoll wäre. Es gibt natürlich eine Portfolio-Strategie und ein Produktmanagement. Dann wird überlegt in welcher Priorität welches Thema gelöst werden soll – also z.B. eine neue Sofa-Familie oder ein Lounge Chair – und wer der passende Designer sein könnte bzw. welcher Designer auch Zeit hat. Manchmal wird auch mit verschiedenen Designern über das gleiche Projekt gesprochen und dann schauen wir wer wie reagiert und wo sich was entwickelt. Die Designer, die wir auch Autoren nennen, haben ja ihre eigene Agenda, ihre eigene Mission. Also müssen wir Projekte finden, in denen es eine Überschneidung der Interessen gibt, denn das ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zuammenarbeit. Es passiert so gut wie nie dass ein Designer zu uns kommt und sagt “Hier habe ich ein fertiges Produkt. Wollt Ihr das?”. Es ist eigentlich immer eine gemeinsame Entwicklung, eine Kooperation.

(smow): In diesem Jahr werden in Mailand ja viele Produkte von “neuen” Vitra-Designern präsentiert. Sind die auch das Ergebnis solcher langfristigen Kontakte?
Eckart Maise: Genau. Mit Barber & Osgerby sind wir bereits seit sechs Jahren im Gespräch und haben immer mal wieder Dinge diskutiert, die es aber nie über die Anfangsphase hinaus geschafft haben. Das liegt nicht daran, dass sie heute bessere Designer sind als vor sechs Jahren, sondern es kam einfach nicht zu dieser Überlappung von Interessen. Mit dem Tip Ton Chair war das anders. Auch mit Alfredo Häberli stehen wir seit Jahren in Kontakt. Wir haben bereits gemeinsam an einem Projekt gearbeitet das schon relativ weit entwickelt war aber nie wirklich Klick gemacht hat und demzufolge eingestellt wurde. Sowohl Vitra als auch die Designer sind immer bereit – auch in der späten Phase eines Projekts – das Projekt abzubrechen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt oder die Ziele nicht erreicht wurden. Solche Produkte erblicken dann natürlich nie das Licht der Öffentlichkeit, aber das passiert eben. Mit Konstantin Grcic haben wir vor vier Jahren ein Versuchsprojekt gemacht mit der Vitra Edition und sind seitdem mit ihm im Gespräch. Es sind auch noch weitere Kooperationen mit Konstantin Grcic in Arbeit.

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber & Osergby für Vitra

(smow): Was uns gleich zur nächsten Frage bringt… Nach allem was wir von VItra wissen, können wir uns nicht vorstellen, dass Sie in neue Projekte gehen würden ohne eine langfristige Kooperation im Hinterkopf zu haben.

Eckart Maise: Ja, da stecken überall auch andere Projekte dahinter. Es entwickelt sich aber unterschiedlich, manchmal bleibt es auch bei nur einem Projekt. Aber unser Ziel ist immer die langfristige Zusammenarbeit, wenn wir in ein Gemeinschaftsprojekt starten.

(smow): Ein guter Punkt um auf Hella Jongerius und die Bouroullecs zu sprechen zu kommen. Unser Eindruck ist, dass sie bisher die zentrale Rolle in der Entwicklung der Vitra Home Collection gespielt haben. Ist dem so? Und wenn ja, warum?

Eckart Maise: Jeder Designer steht natürlich auch für ein bestimmtes Thema, hat eine Haltung und eine Stimme. Die Boroullecs waren gut für die Vitra Home Collection weil sie in Systemen denken, in Kollektionen, und weil sie einen sehr poetischen Ausdruck haben. Sie schaffen es, technische Lösungen mit einem poetischen Ausdruck zu verbinden, was sehr wichtig ist im Wohnen. Man will im Wohnen ja kein Produkt das nur funktional ist, da es nie eine rein rationale Entscheidung ist. Emotionen spielen hier eine große Rolle.
Und was Hella Jongerius angeht: Sie verkörpert das Dekorative und Haptische der Materialien und Farben. Außerdem steht sie für die Rückkehr zur Handarbeit, was auch eine wichtige Rolle im Wohnen  spielt.
Aber natürlich beschränkt sich das nicht auf die Bouroullcs und Jongerius. Auch Jasper Morrison und Antonio Citterio spielen eine große Rolle. Und wir haben die Design Classics. Es ergibt sich am Ende immer eine Collage.

Grand Repos and Panchina by Antonio Citterio for Vitra

Grand Repos und Panchina von Antonio Citterio für Vitra

(smow): Sie haben vorhin über Soft Seating gesprochen. In dem Bereich ist Vitra momentan gut vertreten. Können Sie sagen, wohin sich die Vitra Home Collection in nächster Zeit entwickeln wird?
Eckart Maise: Wir werden in den gleichen Bereichen wie bisher weiter machen, aber auch kleinere Objekte und Accessoires wie L’oiseau von den Bouroullecs aufnehmen oder im Essbereich erweitern. Aber unser Ziel ist es nicht, in die – wie wir auf deutsch so schön sagen – “Kastenmöbel” zu gehen, also Schränke und Sideboards zu produzieren. In dem Bereich gibt es andere Hersteller, die besser ausgestattet sind. Wir haben unsere Erfahrung und Kompetenz in den Sitzmöbeln. In Mailand haben wir zum Beispiel einen Liegelounger von Antonio Citterio bei dem er seine Erfahrungen aus dem Bürostühlsegment in die Entwicklung eines Lounge Chairs mit Synchrontechnologie einfließen lassen konnte. Durch die Neigung des Rückens und die Bewegung des Sitzes kann man in jeder Position gleich bequem sitzen. Der Stil ist sehr dezent und der Mechanismus nicht sichtbar, es ist alles in den Beinen und unter dem Sitz versteckt. In diesen Bereichen liegt einfach unsere Stärke.

(smow): Als letzte Frage: Ist Vitras Mailand Kollektion 2011 ein guter Jahrgang? Sind Sie als Chief Design Officer von Vitra zuversichtlich dass sie gut angenommen wird?
Eckart Maise: Es ist ein gutes Jahr für uns, nicht zuletzt weil es immer aufregend ist, wenn man neue Kooperationen präsentiert. Das ist immer ein großer Schritt für einen Hersteller. Die Kooperationen bereichern uns, es ist wie ein Familienzuwachs. Oder wie wenn ein Chor größer wird und wir jetzt neue Lieder singen können. Wir sind zuversichtlich, weil wir sehr vielseitige Produkte von sehr unterschiedlichen Designern haben. Im letzten Jahr stand das Suita von Antonio Citterio im Mittelpunkt der Präsentation. Dieses Jahr haben wir Vitras erste Sperrholzsitzschale von Alfredo Häberli; wir haben die HAL-Linie mit Jasper Morrison weiter entwickelt; wir haben den neuen Lounger von Antonio Citterio – unserer Meinung nach endlich eine wirkliche Alternative zum Eames Lounge Chair und mit vergleichbarem Komfort! Der Tip Ton Chair von Barber & Osgerby ist in Bezug auf die Sitzerfahrung eine wirkliche Innovation. Mit dem Waver von Konstantin Grcic haben wir einen Stuhl der wirklich neu und frisch für Vitra ist – eine unkomplizierte, junge Form des Sitzens. Wir sind also gespannt auf die Reaktionen.

Jill by Alfredo Häberli for Vitra

Jill von Alfredo Häberli für Vitra

Tip Ton by Barber Osergby for Vitra

Tip Ton von Barber Osergby für Vitra

Grand Repos and Panchina by Antonio Citterio for Vitra

Grand Repos und Panchina von Antonio Citterio für Vitra

Waver by Konstantin Grcic for Vitra

Waver von Konstantin Grcic für Vitra



Vitra Design Museum: “Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo”

Monday, April 4th, 2011

Im letzten Sommer verbrachten wir unseren jährlichen Wochenendausflug in einem kleinen Museum im Norden von England und diskutierten das Leben eines Mannes, der sich 30 Jahre zuvor erhängt hat.

Und da sagt man, wir könnten uns nicht entspannen.

Die Stadt hieß Macclesfield und Thema war der Joy Division Sänger Ian Curtis.

Ohne Frage ist Curtis eine der großen Ikonen der neueren Musikgeschichte und der Kult um ihn liegt in einer Kombination aus seinem frühen Tod und den Fotos seiner Band begründet.

Einer der Redner auf der Konferenz in Macclesfield war Kevin Cummins, der Mann hinter fast allen veröffentlichten Joy Division Bildern und zahlreichen Shootings der Band für das Musikmagazin NME.

Im Laufe der Diskussion hat Cummins “zugegeben”, dass die Tatsache, dass ausschließlich schwarz-weiß Fotos der Band existieren auf eine “Vermarktungsstrategie” der Plattenfirma zurückgehe. Eine Entscheidung, die zudem von NME vollkommen unterstützt wurde.

Genauso wurde entschieden, dass Curtis auf allen Fotos ernst und deprimiert aussehen solle. Es gibt druchaus auch Fotos in Cummins Archive, die Curtis lachend und rumalbernd zeigen.

Aber sie wurden nie verwendet. Sie hätten nicht dem Image entsprochen.

Und so wird Ian Curtis durch die Maschinerie von Plattenfirma und Medien für immer als diese depressive und monotone Figur bestehen.

Marirosa Ballo examines the exhibition "Zoom Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo" at the Vitra Design Museum

Marirosa Ballo begutachtet die Ausstellung "Zoom Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo" im Vitra Design Museum, Weil am Rhein

“Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo” geht einem ganz ähnlichen Thema nach.

Aldo und Marirosa Ballo sind vielleicht die wichtigsten und einflussreichsten Möbelfotografen aller Zeiten und spielten eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entwicklung der modernen Legende vom italienischen Design.

Doch wohingegen Kevin Cummins aktiv daran beteiligt war, die Legende um Ian Curtis zu konstruieren; verlief der Weg von Aldo und Marirosa Ballo größtenteils unbewusst.

Für Aldo und Marirosa Ballo stand stets das Objekt selbst im Zentrum ihrer Arbeit, wobei das Ziel immer darin bestand ein möglichst natürliches und ausdrucksstarkes Bild der Produkte zu entwerfen.

Zu diesem Zwecke entwickelten sie einige technische Mittel, die mittlerweile zum Standardreportoire eines jeden Industrie- und Produktfotografen zählen.

Doch trotz des innovativen Aspekts in Ballos Arbeit, steht für die meisten die unverwechsel- und unkopierbare Fotoreihe im Vordergrung, die dazu beitrug Italien als eines der wichtigsten Nachkriegs-Möbeldesign-Nationen zu etablieren.

Aldo und Marirosa Ballos Fotos zierten die Titel von Hochglanz Design Magazinen, ihre Portraits von italienischen Designern wurden von einem weltweiten Publikum gesehen und sie sprachen eine neue europäische Generation an, die sich wegbewegte vom Stil und dem Mobiliar der Eltern.

Dank der Arbeit von Aldo und Marirosa Ballo wurde Italien zum Synonym für gute Qualität. Und etwas sehr erstrebenswertes.

Und wir denken, das war nicht einmal ihr Ziel. So hat es sich einafch entwickelt.

Curator Mathias Schwartz-Clauss guides visitors through the exhibition

Kurator Mathias Schwartz-Clauss führt Besucher durch die Ausstellung.

Mit einem Rückblick bis in die 1950er nimmt “Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo” seine Besucher nicht einfach nur mit auf eine Reise durch vier Dekaden italienischen Designs, sondern beschreibt ebenso die Entwicklung von professionellem Designer Möbel Marketing sowie die Etablierung von “Star Designern”.

Die Ausstellung ist so angelegt, dass Objekt, Fotos und Zeitschriftenauszüge bzw. Werbeanzeigen in unmittelbarer Nähe zueinander dargestellt sind, sodass der Betrachter einen umfangreichen Eindruck vom Objekt und dem Kontext seiner Vermarktung erhält.

Auf diese Weise wird deutlich, dass trotz der Mysthifizierung der Objekte durch die Fotos, die Objekte selbst den tatsächlichen Wert und somit Grund für die Legende bilden.

Außerdem ist eine wunderbare Ausstellung von über 300 Fotos entstanden, die den Designs mehr als gerecht werden.

Und wessen Leben sich um Möbel, Möbelmessen und Produkteinführungen dreht, weiß wie wichtig gute Fotos in der Designer Möbel Welt sind…

Den Text liest doch keiner.

Aber jeder schaut sich die Fotos an. Deshalb investiert auch die Möbelindustrie jedes Jahr aufs Neue immense Summen, um sicherzugehen, dass die Pressefotos für neue Produkte nichts weniger als perfekt sind. Nur so fängt man das Publikum.

Die Techniken und die Philosophie, die dabei dahinter steht, ist ebendie von Aldo und Marirosa Ballo entwickelte.

Und das macht ihre Arbeit heute wie damals derart relevant.

Und die Ausstellung einen Besuch wert.

“Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo” läuft noch bis 3. Oktober im Vitra Design Museum, Weil am Rhein.

Mehr Informationen gibt es unter: www.design-museum.de

Furniture photography.

Möbel Fotografie. Point. Shoot. Fame and riches.

Selene by Vico Magistretti for Artemide.

Selene by Vico Magistretti für Artemide bei "Zoom. Italian Design and the Photography of Aldo and Marirosa Ballo"



Der Vitra-Zaun

Thursday, March 31st, 2011
The wonderful view from the Buckminster Fuller Dome at Vitra Campus: A fence

Der herrliche Blick vom Buckminster Fuller Dome auf dem Vitra Gelände: Ein Zaun

Letzten Freitag verbrachten wir einen äußerst vergnüglichen und gleichermaßen erfolgreichen Tag bei und mit Vitra.

Lediglich ein bisschen irritiert waren wir von zwei Grenzziehungen, die unseren Weg kreuzten – beschränkten vielmehr.

Fast wie eine Analogie für die anthropogene Absurdität nationale Grenzen zu ziehen, liegt der Flughafen in Basel sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz.

Und hat zwei Ausgänge: Einen, der in die Schweiz führt und einen anderen, der nach Frankreich führt.

Wir entschieden uns für den schweizer Weg. Unser Fahrer stand in Frankreich. Zwischen uns und dem Terminal lag eine Glaswand.

Was sollen wir machen? Wie kommen wir hier wieder raus? Panik.

Die Lösung ist: Man geht die Treppe hoch zur Abflughalle. Dort kann man sich frei zwischen Frankreich und der Schweiz bewegen. Und man merkt: Die Glaswand ist weniger eine Grenze zwischen zwei Ländern als eine clevere Form der Kulturkritik.

Trotz der Menge an Vitra chairs im Basler Flughafen, schien Vitra nicht für die Glaswand verantwortlich zu sein.

Die zweite Grenzziehung hingegen, die uns auf die Palme brachte, lag durchaus in der Verantwortung Vitras.

Das VitraHaus und Vitra Design Museum stehen unmittelbar vor dem Vitra Produktionswerk in Weil am Rhein.

Es handelt sich also um ein Produktionswerk, das vernünftigerweise durch einen Zaun vom Rest der Welt abgetrennt ist.

Das wäre nicht schlimm, wäre da nicht ein Problem. HInter dem Zaun sind die Buckminster Fuller Dome und die Jean Prouvé’s Tankstelle.

Uns war die Existenz des Zaunes immer bewusst. Und wir waren durchaus irritiert davon, dass es durch die Existenz des Zaunes quasi unmöglich ist, ein brauchbares Foto des Domes zu machen oder die Tankstelle richtig zu sehen.

Aber wir haben es nie hinterfragt.

Bis zum letzten Freitag als wir auf der Werksseite des Zaunes standen. Plötzlich realisierten wir, dass es keinen nachvollziehbaren Grund für die Position des Zaunes gibt. Er könnte genauso gut parallel zur Straße zwischen dem Werk und dem Dome und der Tankstelle liegen.

Das würde weder die Sicherheit der Besucher – die offensichtlich fern von den Produktionsprozessen gehalten werden müssen – gefährden noch würde es zusätzliche Risiken bergen.

Dafür würde es für die Besucher von VitraHaus und Vitra Design Museum zwei weitere interessante und wichtige Gebäude zugänglich machen. Und man könnte eine Menge mehr guter Fotos machen.

Wir hätten nie gedacht, einmal in die Fußstapfen Ronald Reagans zu treten, aber: “Herr Fehlbaum, reißen Sie diese Mauer nieder! Oder versetzen Sie sie wenigstens um ein Stück! Bitte.”

Die Grenzzäune am Basler Flughafen mögen ein Denkmal nobler Diplmomatie Logik zu sein – die auf dem Vitra Gelände können versetzt werden.

Nur mal so als Anregung……

The Vitra Campus Wall. Those in West Vitra Campus enjoy modern homes, this in the east tents. Possibly.

Die Vitra Mauer. Modernes Wohnen im Westen, Zelte in Osten. Womöglich.



Orgatec 2010: Vitra

Thursday, March 3rd, 2011
Vitra @ Orgatec 2010

Vitra @ Orgatec 2010

Vitras Aushängeschild ist natürlich die “Home Collection”. Aber die Büromöbelsparte trägt seit Jahrzehnten ebenso zum Erfolg des Herstellers bei.

Demzufolge befasst sich Vitra tagtäglich mit der Entwicklung von neuen Ansätzen im Bürodesign und versucht vorherzusagen, was die Arbeit im Büro in der Zukunft ausmachen wird.

1991 beauftragte Vitra die Designer Michele de Lucchi, Ettore Sottsass und Andrea Branzi mit der Planung des Office Designs der Zukunft. Wichtiger Bestandteil sollte dabei der Entwurf eines sowohl sozialen als auch produktiven Büroumfelds sein.

Seitdem wurden zahlreiche Variationen des Themas entwickelt. Auf der Orgatec 2008 stellte Vitra beispielsweise das Net’n'Nest Office Design vor. Das Konzept teilte im Grunde ein Großraumbüro in Bereiche für kommunikative Arbeit in Teams (Net’) und Bereiche für konzentriertes, individuelles Arbeiten (‘Nest) und lieferte die Möbel für beide Bereiche.

Auf der Orgatec 2010 war Vitras Schlagwort “Citizen Office 2011″ .

20 Jahre nachdem Branzi, de Lucchi und Sottsass ihre Forschungsergebnisse präsentierten, ist Vitras “Citizen Office 2011″ eine aktuelle Version dieser Arbeit im Kontext moderner Arbeitsmethoden und in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des Net’n'Nest Office.

Leider musste Vitra die ganze Übung mit diesem unsinnigen Marketingvokabular durchziehen, das unser Blut zum Kochen bringt.

Die Marketingchefs haben ihre eigene Sprache. Das ist allgemein bekannt und hinlänglich in Satiren behandelt worden. Unser erstes “Marketing Jargon Bingo” haben wir 1993 gespielt und denken, dass jeder durchschnittliche Vitra-Käufer selbst mindestens eine sinnlose Marketingphrase in den Raum werfen kann.

Aber einer Schreibtischkollektion einen Marketingnamen zu geben und sie dann mit einem Vorort zu vergleichen, hat noch keinen Tisch verkauft.

Wird es auch nie.

Solche Versuche sind reine Zeit- und Geldverschwendung.

Immer.

Alcove Work by Ronan and Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Zum Glück hat Vitra auf der Orgatec auch das eine oder andere Produkt präsentiert, das von solcher Qualität war, dass es unseren Bluthochdruck wieder etwas senken konnte.

Das ist jetzt vielleicht offensichtlich, aber uns hat das Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec wirklich beeindruckt. Das Alcove gehört zu unseren Lieblingssofadesigns, aber war für uns nie eine Option fürs Büro. Mit etwas Stauraum und einer Schreiboberfläche haben es die Bouroullecs aber in ein Möbelstück verwandelt, das sich auch für Arbeitsplätze empfiehlt.

Die Communal Cells von den Bouroullecs dagegen ließen uns erst mal zusammenzucken. Wieso sollten Vitra oder die Bouroullecs eine moderne Version der 70er-Jahre-Flughafen-Telefonzellen produzieren wollen?

Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass es sich bei den Communal Cells in Wahrheit um ein modulares Konzept handelt, mit dem man seine eigene Innenarchitektur kreieren … und diese auch nach Bedarf umbauen kann.

Mit den Communal Cells können z.B. Besprechungsräume, Areale für Drucker/Kopierer oder Entspannungsecken geschaffen werden – je nachdem was im Büro gerade benötigt wird.

Als wir das Konzept verstanden hatten, waren wir dann auch wirklich beeindruckt.

ID Chair Concept by Antonio Citterio for Vitra - unvieled at Orgatec 2010

ID Chair Konzept von Antonio Citterio für Vitra - vorgestellt auf der Orgatec 2010

Der andere Designer der den Vitra-Stand auf der Orgatec 2010 dominierte war Antonio Citterio. Neben dem Suita Club Sofa/Sessel und dem Unix Chair war Citterios wichtigster Beitrag natürlich das neue ID Chair Konzept.

Der ID Chair wartet mit einem patentierten FlowMotion-System auf und wird wahrscheinlich Vitras Bürmöbelkonzepte der nächsten Jahre dominieren.

Mehr zum ID Chair aber in einem separaten Beitrag.

Außerdem stellte Vitra noch neue Produkte von Naoto Fukasawa und Arik Levy sowie den bereits erwähnten HAL von Jasper Morrison vor.

Die Marketingbeauftragten haben zwar alles versucht, die Sache zu verkomplizieren, aber Vitra baut immernoch einen großen Teil der Officedesign-Konzepte auf einer lockeren Interpretation der Idee der “Collage” von Charles Eames in der häuslichen Inneneinrichtung auf. Das ist kein schlechter Ansatz und nichts wofür man sich schämen muss.

Abwechslung ist nicht nur die Würze des Lebens sondern auch notendig für einen effektiven Arbeitsplatz.

Das “Citizens Office 2011″ wird vielleicht nicht unbedingt unsere Vorstellungen von Büroeinrichtungen ändern, aber viele der individuellen Produkte, die auf der Orgatec 2010 vorgestellt wurden, werden das sicher. Und die Bürodesigns die dann daraus entstehen werden, werden letzten Endes dem nahe kommen, was Vitra im “Citizen Office 2011″ Manifest beschreibt.

(Nur ohne überflüssige Office Forums und Workstation Areas.)

Orgatec 2010: Vitra - Comunal Cells as wardrobe, Alcove Work , ID Chair Concept

Orgatec 2010: Vitra - Comunal Cells als Kleiderschrank, Alcove Work , ID Chair Concept



Orgatec 2010 Interview: Erwan Bouroullec

Tuesday, March 1st, 2011
Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Der Vitra Stand auf der Orgatec 2010 wurde hauptsächlich von zwei Designstudios dominiert: Antonio Citterio und Ronan and Erwan Bouroullec. Neben den neuen Varianten des Alcove Sofa und der Playns Workstation präsentierte Vitra die neuen modularen Arbeits- (und Freizeit-) Kabinen der Bouroullecs, die Communal Cells sowie ihren High Meeting Table.

Wir haben Erwan Bouroullec zu dem bevorstehenden Yacht Projekt (über das wir bereits berichtet haben) und zu den neuen Vitra-Produkten befragt. Außerdem wollten wir wissen, wie das Büro der Bouroullecs aussieht und was ihnen im Bürodesign wirklich wichtig ist.

(smow)blog: Erzählen Sie uns etwas über Ihre neuen Produkte auf der Orgatec!

Erwan Bouroullec: Ronan und ich arbeiten schon seit langem mit Vitra zusammen und nun zeigen wir hier ein paar Verbesserungen an bereits von uns designten Möbeln. Ebenso stellen wir einige unserer Forschungsergebnisse der letzten Jahre zur Gestaltung von Räumen in Büroräumen vor, aus denen wir das Zellensystem Communal Cells entwickelt haben.

(smow)blog: Kann man denn die Communal Cells als Erweiterung des Alcove Systems verstehen?

Erwan Bouroullec: Ja und nein. Es ist das gleiche Prinzip, aber mehr auf die Frage einer Art kleinen Architektur bezogen, die man in offenen Büros nutzt. Zum Beispiel eine Küche, ein Druckerbereich oder ein kleiner Besprechungsraum – also Räume, die jedem bei der Arbeit und der Freizeit dienen.

(smow)blog: Und wie genau schaut jetzt das Bouroullecsche Büro aus?

Alcove Work by Ronan and Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Erwan Bouroullec: Was uns wirklich an unserem Büro gefällt, ist, dass wir das Glück haben, viele verschiedene Arbeitsmethoden nutzen zu können. Manchmal zeichne ich, machmal arbeite ich am Computer oder an Modellen. Deshalb sieht das Büro immer ein bisschen unordentlich aus, aber auch nur weil wir so viele verschiedene Dinge auf einmal tun. Wirklich sehr erfrischend. Das, was Leute wirklich während der Arbeit brauchen, ist Abwechslung im Tagesablauf und die Veränderung der Position des Körpers. Ich denke, dass das wirklich wichtig ist ….

(smow)blog: … also, dass man sich im Büro wohlfühlt…

Erwan Bouroullec: … Ja, ich denke der beste Weg sich in einem Büro wohlzufühlen, ist, dass man tagsüber mit verschiedenen Arten von Bequemlichkeit konfrontiert ist: manchmal ist es das Sitzen auf einem Sofa, so wie jetzt, manchmal das Sitzen in einem Bürostuhl oder auf einem Esszimmerstuhl, aber der Wechsel ist wichig.  Die ganze Zeit auf einem Sofa zu sitzen ist nicht gut, einen Tag in einem Bürostuhl zu verbringen, ist vielleicht besser, allerdings auch nicht perfekt. Genauso verhält es sich auch mit der Arbeit in offenen, öffentlichen Räumen oder abgekapselt und für sich allein. Der Wechsel macht’s.

(smow)blog: Gibt es Projekte an denen Sie momentan arbeiten?

Erwan Bouroullec: Wir beginnen gerade die Arbeit an einem sehr spannenden Segelboot-Projekt.

(smow)blog: Sicherlich bietet es ein bisschen Abwechslung von der normalen Arbeit, oder?

Erwan Bouroullec: Ja, aber irgendwie hatten wir solche Arten von Projekten, die etwas außerhalb der gängigen Wege laufen, schon immer dabei. Das bringt natürlich eine interessante Dynamik rein und sorgt für einige frische Gesichtspunkte. Zudem entdecken wir Dinge, die uns bei der Arbeit an Industrie-Projekten helfen.

(smow)blog: Sie übertragen dann alternative Denkansätze auf Ihre anderen Arbeiten…

Erwan Bouroullec: Ja, mit anderen Kontexten konfrontiert zu sein, ist wirklich interessant. Meiner Meinung nach ist die wirkliche Frage beim Design von Dingen, die Balance zwischen vielen verschiedenen Faktoren zu halten. Je mehr man mit verschiedenen Kontexten konfrontiert ist, desto mehr lernt man darüber, wie Dinge im Gleichgewicht zu halten sind.

Communal Cells by Ronan and Erwan Bouroullec for Vitra - here as a kitchen

Communal Cells von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra - hier als Küche