Archive for the ‘Vitra’ Category

Vitras Eames Elephant erobert die Leipziger Spinnerei

Wednesday, May 8th, 2013

Wie sich treue Leser vielleicht erinnern können, wird ein großer Teil der niederen Arbeiten bei (smow) von einem Team hochqualifizierter Vitra Eames Elephants ausgeführt.

In der Vergangenheit haben wir sie z.B. für ihre Mithilfe beim Transport von USM Haller Möbeln in unser Lager gelobt.

Nun bezog (smow) ein neues Büro auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei, einer ehemaligen Spinnerei, in der mittlerweile neben einigen Büros viele Ateliers, Galerien und Kunsträume beheimatet sind.

Es hat nicht lang gedauert, bis sich eines der von Natur aus neugierigen Tiere aufmachte und unsere neue Nachbarschaft erkundete …und dabei ganz zufällig sogar einige alte Bekannte traf.

Aber seht selbst. Die eigentlich recht scheue Art der Eames Elephants ließ sich vor lauter Freude über das neue Zuhause auf seiner Erkundungstour sogar filmen.



Posterous adieu….

Tuesday, May 7th, 2013

Am Dienstag, den 30. April 2013 trat Königin Beatrix als Oberhaupt des niederländischen Königshauses zurück.

Und Posterous beendete seinen Dienst.

Die eine ging freiwillig, um einen reibungslosen Machtwechsel zu garantieren.

Der andere wurde Opfer eines brutalen und ungerechten Konflikts seiner Besitzer um die Vorherrschaft im Social Media Markt.

Wir haben Posterous 2010 entdeckt und waren sofort von der Einfachheit begeistert, mit der man dort etwas veröffentlichen konnte und so wurde es schnell zu unserem Medium der Wahl, wenn es darum ging, etwas mitzuteilen, was uns zwar köstlich amüsierte, für den (smow)blog aber nicht groß genug gewesen wäre.

Posterous war nicht gerade die bestbesuchte Seite, die wir betreiben. Aber es war die, die am meisten Spaß gemacht hat und wir werden sie vermissen.

Und um die etwas zu ärgern, die für die Schließung von Posterous verantwortlich sind, werden wir die gesamten Inhalte, die eigentlich auf Posterous gelandet wären, nun auf der (smow) Facebook-Seite veröffentlichen. Haha! Jetzt zeigen wir es euch.

Einen gebührenden Abschied soll es aber trotzdem geben. Hier daher eine Zusammenstellung unserer schönsten Momente mit Posterous…

usm haller buhl

Das langweiligste Foto der Welt? (Nein, die USM-Zentrale in Bühl...)

vitra eames elephant

Die Eames Elephants in einem Leipziger Wald

Donato D Urbino Joe Sofa

Mailand 2012: Donato D'Urbino lümmelt in dem von ihm mitentworfenen Joe Sofa....

Kartell Victoria Ghost Autumn

Hier zelebrierten wir mit dem Victoria Ghost von Philippe Starck für Kartell den Herbst.

vitra verner panton chair

Die Vitra Panton Chair Winter Edition... na ja, fast!

Burg Giebichenstein Halle door holder

Burg Giebichenstein Halle: Design kann so einfach sein...



Monsieur Montebourg und sein Eames Lounge Chair

Friday, April 26th, 2013

Es ist bezeichnend für das Bild von Designermöbeln in unserer Gesellschaft, dass Medien aus ganz Europa den Fakt aufgegriffen haben, dass der französische Wirtschaftsminister, Arnaud Montebourg, in Zusammenhang mit dem kürzlich veröffentlichten Wohlstandsbericht des französischen Kabinetts zugab, er besitze einen Eames Lounge Chair.

Spiegel Online illustrierte den Wohlstandsbericht sogar zeitweise mit einem Bild eines solchen Eames Lounge Chairs.

vitra eames lounge chair

Der Eames Lounge Chair. Ähnlich dem von Arnaud Montebourg.

Während die Faszination für Monsieur Montebourg und seinen Eames Lounge Chair fast sicher mit der Tatsache zusammenhängt, dass es sich dabei um eine der wenigen Enthüllungen bei der ganzen Sache handelt – auch wenn die Enthüllung kein Teil des offiziellen Dokuments ist, sondern eigentlich aus einem Interview in der Zeitung Le Monde stammt -, offenbart sie gleichzeitig die weitläufige Meinung über den Besitz von Designermöbeln als einen Indikator von unerreichbarem und irgendwie ungerechtem Reichtum.

Ja, so ein Ojekt wie der Eames Lounge Chair kostet mehr als die meisten Menschen normalerweise für ein Möbelstück ausgeben würden. Aber wenn man mal eine Kosten-Nutzen Rechnung macht, ist es, verglichen mit den Alternativen, plötzlich gar nicht mehr soooo viel. Die Investition in einen Eames Lounge Chair ist eine Investition in ein Objekt, das einen nicht nur bis zum letzten Atemzug begleitet, sondern darüber hinaus auch noch den eigenen Kindern erhalten bleiben wird.

Und dann ist da noch die materielle Investition. Wenn man sich den Bericht des Ministeriums ansieht, findet man z.B. heraus, dass der Europaminister Thierry Repentin 2009 einen Renault Scenic für 26.700 Euro kaufte. Der ist jetzt noch 8.500 Euro wert. Der Eames Lounge Chair hingegen, den Arnaud Montebourg 1988 für ca. 4.300 Euro gekauft hat, wird kaum einem Wertverlust von 66% unterlegen haben. Und wünschen wir uns nicht alle Politiker, die vernünftige ökonomische Entscheidungen treffen? Vor allem in der aktuellen Lage?

Für uns ist ein Teil des Problems, der zu der Faszination für den Besitz eines Designklassikers wie dem Eames Lounge Chair führt, wie solche Produkte beworben oder generell in den Medien präsentiert werden. Viel zu oft werden Designermöbel als etwas übernatürliches präsentiert, als etwas exklusives und nichts für so jemanden wie dich und mich. Wie wir bereits sagten – und wiederholen werden bis unsere Zähne ausfallen – wenn sich Hersteller der ermüdenden, von Agenturen erschaffenen Bilderwelt verweigern würden und sich dafür darauf konzentrieren würden, die Qualität der verwendeten Materialien, der angewandten Handwerkskunst, die Dauer des Designprozesses, die Investitionen in die Maschinen, die für die Herstellung benötigt werden usw. usf. zu erklären, würde die Öffentlichkeit auch den Preis nachvollziehen können. Und würden sich so ein Objekt vielleicht sogar als einen Hauch von Luxus in ihrem grauen, unerfüllten Leben wünschen.

In diesem Zusammenhang kann im Lounge Chair Atelier im VitraHaus eine wunderbare Entwicklung beobachtet werden, da es dort dem Besucher seit einiger Zeit nicht nur möglich ist, zu sehen und zu fühlen, wie ein Vitra Lounge Chair hergestellt wird, sondern auch mit den Mitarbeitern zu sprechen und ein bisschen mehr über die Menschen hinter dem Produkt zu erfahren.

Von daher sagen wir, lassen Sie Monsieur Montebourg in Ruhe! Er hat unserer Meinung nach sehr weise und vernünftig investiert.

Und was die Dekadenz angeht: Justizministerin Christiane Taubira gab zu, drei Fahrräder zu besitzen. Drei Fahrräder!!!

Qu’ils mangent de la brioche! Also echt…!

Vitra Eames Lounge Chair Chemnitz

Ein Vitra Eames Lounge Chair White. Hier bei der Ausstellung Eames by Vitra im Wasserschloß Klaffenbach, Chemnitz



Mailand 2013: Workbay Office von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra

Tuesday, April 23rd, 2013

Auf der Orgatec 2012 präsentierte Vitra im Oktober Workbay, das neue Konzept von Ronan und Erwan Bouroullec.

Workbay ist die neueste Entwicklung der Brüder in ihrer fortwährenden Suche nach einem “Raum im Raum”: ein flexibles System, das – basierend auf Fleecewänden und Aluminiumträgern – einer Kreuzung aus Alcove Sofa und den Bouroullecschen Communal Cells von der Orgatec 2010 ähnelt.

Als wir Workbay in Köln gesehen haben, dachten wir, nette Idee, nette Erweiterung des Bouroullecschen Programms… und sind weiter gegangen um uns auf den Cork Desk zu konzentrieren.

In Mailand präsentierten Vitra und die Bouroullecs Workbay nun in seiner vollen Größe.

In einer Installation, die extra für die Salone Ufficio Abteilung der Möbelmesse in Mailand entworfen wurde, zeigten Ronan und Erwan Bouroullec das Workbay Office: Man sieht, wie Workbay in ein Büro integriert werden kann und so separate Flächen schafft, die mit einigen ziemlich simplen Extras erweitert werden können.

Sofas. Regale. Schreibtische. Aufbewahrungseinheiten. Waschbecken.

Und weil das Workbaysystem praktisch in jeder Länge, Umfang,  Durchmesser oder Form konstruiert werden kann, kann es in ein Büro jeder Größe integriert werden. Und es kann, wie es die Situation eben gerade erfordert, an die Umgebung angepasst werden.

Als solches bietet Workbay für uns nicht nur einen völlig neuen Zugang zum Büromöbel, sondern als System bietet es Architekten und Innenausstattern auch eine ganz neue Freiheit beim Einrichten von Büroräumen.

Und wir dachten, Workbay wäre nur eine flexible Fleece und Aluminium Wand…



Tom Vac von Ron Arad für Vitra. Und die Neue Sachlichkeit!

Tuesday, April 2nd, 2013

Wie bei so vielen von Ron Arads kommerziell erhältlichen, in Serie hergestellten Designs beginnt auch die Geschichte vom Tom Vac weit, weit weg von den Einheitswohnzimmern, in dem man ihn heutzutage sieht.

In diesem Fall begann die Geschichte an einer Straßenecke in Mailand. 1997 startete das italienische Architektur und Design Magazin Domus eine PR-Kampagne, bei der zeitgenössische Designer gebeten wurden, eine Installation zu entwerfen, die die Grundsätze des Magazins verkörpert. Der erste Beitrag kam von Ron Arad und wurde während der Mailänder Design Week 1997 vorgestellt. Die Arbeit bestand aus einem Stapel von 100 Aluminium Stühlen, die Arad extra für das Projekt entwickelt hatte. Die Installation namens “Domus Totem” untersuchte, wenn wir es richtig verstanden haben, Neu und Alt in Design, Kunst und Architektur. Ein guter, gepflegter Spaß.

Als Projektsponsor überarbeitete Vitra die Stühle schließlich in Form einer Kunststoff-Variante und seit ihrer Lancierung 1999 hat sich der Tom Vac zu einem der Grundpfeiler der Vitra Sitzmöbel-Kollektion entwickelt.

Dass man diesen reduzierten, bescheidenen, fast schon unschuldigen Tom Vac nun vor dem Kunstmuseum Stuttgart unter dem Banner für “Otto Dix und die Neue Sachlichkeit” finden kann, ist sicher ein Versehen. Wenn man ein Ron Arad Stuhl für so einen Kontext wählen will, dann doch den Rover Chair oder den Bad Tempered Chair. Viel besser würden diese beiden zu Otto Dixs provokativen Schilderungen des Krieges, der Prostitution und der Verdorbenheit in der Weimarer Republik passen.

Vielleicht interpretieren wir es auch einfach falsch und erkennen nicht die brilliante kritische Gegenüberstellung der Kuratoren. Wie auch immer. Es hat uns jedenfalls amüsiert. Und das wollten wir mit euch teilen…

“Otto Dix und die Neue Sachlichkeit”  ist noch bis zum 7. April im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen. Wir sind gespannt, welchen Gegenspieler der Tom Vac als nächstes bekommt…

Tom Vac by Ron Arad for Vitra And New Objectivity

Tom Vac von Ron Arad für Vitra. Und die Neue Sachlichkeit!

Tom Vac by Ron Arad for Vitra And New Objectivity

Tom Vac von Ron Arad für Vitra. Und die Neue Sachlichkeit!



Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz: Eames by Vitra

Monday, March 11th, 2013

Bis zum 9. April wird im Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz die Ausstellung “Eames by Vitra“, präsentiert von (smow) Chemnitz, gezeigt.

Wie bereits in unserem ersten Post erwähnt, gibt “Eames by Vitra” einen vollständigen Überblick über den Charles-und-Ray-Eames-Stuhl-Kanon, der durch Texte, Fotografien und Videos vervollständigt wird, die den Hintergrund zum Eames Studio erklären. Es ist keine Ausstellung, die das komplette Phänomen Charles und Ray Eames erklärt, aber das behauptet sie auch nicht. Es geht ganz um die Stühle.

“Eames by Vitra” im Wasserschloss Klaffenbach ist über drei Räume verteilt, was den positiven Nebeneffekt hat, dass der Besucher auf eine Reise durch das Eames’sche Werk geschickt wird. Jeder Raum hat seine eigene Atmosphäre, seinen eigenen Charakter und das ist bezogen auf die Ausstellung ein Umstand, der zusammen mit den offenen Räumen, den Eindruck erweckt, die Ausstellung sei viel größer als sie ist.

Und sie ist nicht groß. Sie ist intensiv, aber nicht groß.

Trotz allem zeigt “Eames by Vitra” recht viel aus dem Werk der Möbeldesigner: Eames Sperrholz, Plastic und Aluminium Chair Kollektionen, neben der La Chaise Liege, den Stools und natürlich dem Eames Lounge Chair. Außerdem gibt es genug Eames Elephants in der Ausstellung, um einen Wasserschloss Klaffenbach Safari Park aufzumachen.

Wenn wir etwas bemängeln würden (und uns ist durchaus bewusst, was es bringt, wenn wir uns beschweren…) wäre es, dass das erste Ausstellungsstück, das man sieht, ein Eames Plastic Chair ist. Denn es ist nicht nur so, dass die Eames Geschichte chronologisch mit den Sperrholzstühlen beginnt. Um das Eames Ouvre zu verstehen, muss man auch die Eames Plywood Chairs verstehen. Daher würde es für uns mehr Sinn ergeben, mit dem gebogenen Sperrholz zu beginnen. Aber das sehen wahrscheinlich nur wir so.

Und wie immer sind wir mehr als froh darüber, dass sich ja jeder Besucher seine eigene Meinung bilden kann… Um uns dann zu sagen, dass wir falsch liegen.

“Eames by Vitra” ist bis zum 9. April 2013 im Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz zu sehen.

Weitere Informationen unter www.wasserschloss-klaffenbach.de

“Eames by Vitra” ist eine Co-Produktion zwischen der C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH und (smow) Chemnitz.



Eames by Vitra, Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz

Monday, February 25th, 2013

Vor ein paar Jahren gab es vom N.W.A. Frontmann Ice Cube einen kleinen Film, der den Designern Charles und Ray Eames gewidmet war. Ausnahmsweise mal ein Video von ihm, das ohne AK Maschinengewehr auskommt…

Wir hätten nicht gedacht, dass dem Paar nach Ice Cubes Tribut noch einmal etwas passieren könnte, was in einem ähnlich überraschenden kulturellen Kontext zu verorten ist. Aber siehe da. Am Donnerstag, den 7. März, wird die Ausstellung “Eames by Vitra” im Wasserschloss Klaffenbach in Chemnitz eröffnet.

Eine Charles und Ray Eames Ausstellung. In Chemnitz.

Eames by Vitra exhibition

Eames by Vitra. Hier bei einer vergangenen Ausstellung.

Die Geschichte der Möbeldesigner Charles und Ray Eames begann mit Hermann Miller.Die Geschichte von Vitra, Eames‘ Möbelhersteller in Europa, begann wiederum, als Vitra Gründer Willi Fehlbaum von einem Taxi aus einen flüchtigen Blick auf einen Eames Stuhl in einem New Yorker Schaufenster erhaschte. Der Rest ist Geschichte…

Im Gegensatz zu einem Ice Cube Video fiel damals kein Schuss aus dem Auto, niemand rannte, fiel zu Boden, schrie oder fluchte.  Im Falle der Eames-Geschichte entwickelte sich ein beiläufiger Blick aus dem fahrenden Auto vielmehr in eine von gegenseitigem Respekt bestimmte, beständige Beziehung. Eine Beziehung, die viel mehr war, als das Geschäft, das sie entstehen ließ; es entwickelte sich eine echte Freundschaft, von der stets beide Seiten profitierten. Und so trifft Rolf Fehlbaum, Sohn von Willi Fehlbaum und Vitra Vorstandschef, wichtige Entscheidungen immer noch nach der Philosophie “Was würden Charles und Ray Eames sagen?”.

Kurz nach seinen Tod schrieb die Tochter von Charles Eames, Lucia: Das Vertrauen, das die Eames in Vitra setzten, wurde mit der Loyalität und Hingabe der Fehlbaums mehr als belohnt. Rolf Fehlbaum hielt das Versprechen, das er Ray gab, der beste internationale Botschafter der Ideen von Charles und Ray Eames zu sein…

Teil dieses Versprechens ist die Ausstellung Eames by Vitra.

Mit der kompletten Charles und Ray Eames Sitzmöbel-Kollektion, die durch einige ihrer Tische und Sideboards vervollständigt wird, ist Eames by Vitra eine umfangreiche, aber kompakte Einführung in das Schaffen des Designstudios, das fraglos eines der wichtigsten Mitte des 20. Jahrhunderts war.

Neben den Eames Möbeln zeigt die Ausstellung außerdem Fotos, Hintergrundtexte, Ray Eames Grafikdesigns und Videos von und mit Charles und Ray Eames, alles, was hilft, das Paar und ihren Kanon in den Kontext ihrer Zeit einzuordnen. Ein besonderes Highlight ist ein Beispiel der Beinschienen aus verformtem Sperrholz, die Charles Eames für die US Army entworfen hat – Beinschienen, die schließlich Beginn der ganzen Geschichte waren, da sie bewiesen, dass Charles Eames’ Formverfahren nicht nur funktioniert, sondern sich auch für die Serienproduktion eignet. Und es brachte dem jungen Charles und der jungen Ray Eames – nicht ganz unwesentlich – Geld ein.

In unserem Interview mit Antonio Citterio, beschrieb Citterio Charles Eames als “…einen unglaublichen Designer und Visionär und ohne Frage einen der Besten des 20. Jahrhunderts.”

Schaut man sich Eames by Vitra an, kann man da nur schwer widersprechen.

Wir sind ziemlich sicher, dass selbst ein abgebrühter Gangster wie Ice Cube zweimal überlegen würde, bevor er die Straßen von South Central LA Richtung Südwestsachsen verlassen würde. Sogar, wenn es um eine Charles und Ray Eames Ausstellung geht. Wir gehen aber auf jeden Fall hin.

Und wenn es soweit ist, werden wir “straight outta” Chemnitz posten.

Eames by Vitra kann vom 8. März bis zum 7. April 2013 im Wasserschloss Klaffenbach, Wasserschloßweg 6, 09123 Chemnitz besucht werden.

Weitere Informationen unter: www.wasserschloss-klaffenbach.de

Im Sinne der Vollständigkeit, ist noch zu erwähnen, dass Eames by Vitra im Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz in Zusammenarbiet mit (smow) Chemnitz  entstanden ist.

Eames by Vitra exhibition chairs

Eames by Vitra. Erneut ein Bild einer vergangenen Ausstellung.



Orgatec 2012 Interview: Antonio Citterio “Ich mag es an Produkten zu arbeiten, die sich mit der Zeit entwickeln. Ich arbeite nicht gern für den Moment”

Monday, February 11th, 2013

In unserem Orgatec Interview mit Vitra CEO Eckart Maise sprachen wir über das Bürosystem als zentrale Komponente der Vitra Büromöbel Philosophie. Ein Designer, der mehr als jeder andere dazu beigetragen hat, Vitras guten Ruf im Büromöbelbereich zu stärken, ist ohne Frage Antonio Citterio. Seit seiner ersten Zusammenarbeit mit dem Unternehmen in den späten 1980er Jahren arbeitete Antonio Citterio mit Vitra an zahlreichen Schlüsselprojekten, darunter das Ad Hoc System, die AC sowie ID Bürostühle und zuletzt der Grand Repos Lounge Chair. Auf der Orgatec 2012 präsentierten Antonio Citterio und Vitra die jüngsten Früchte ihrer Arbeit und wir haben die Gelegenheit genutzt, um mit Antonio Citterio über seine Arbeit mit Vitra und seine Bewunderung für Charles und Ray Eames zu sprechen. Zuerst haben wir jedoch nach der Herangehensweise an seine Arbeit gefragt.

Antonio Citterio: Ich mag es an Produkten zu arbeiten, die sich mit der Zeit entwickeln. Ich arbeite nicht gern für den Moment, sondern über lange Zeiträume und an Langzeitkonzepten. Mein Ansatz ist es, bestehende Systeme weiterzuentwickeln und alle paar Jahre ein paar Änderungen durchzuführen. Zum Beispiel haben wir 2010 das ID Chair Concept vorgestellt und dieses Jahr präsentieren wir eine neue Rückenlehne für das System. Außerdem haben wir ein paar Änderungen für Ad Hoc und einen neuen Visavis. Das sind immer noch die gleichen Produkte, nur andere Optionen. Ich will nichts so weiterentwickeln, dass die vergangenen Versionen alt oder überholt wirken.

(smow)blog: Alt und überholt sind interessante Stichwörter. Ad Hoc ist nun über 20 Jahre alt, ist es noch relevant in modernen Büros oder hat sich die Büroumgebungen schneller entwickelt als Ad Hoc?

Antonio Citterio: Natürlich verändern sich mit der Zeit die Anforderungen an ein System oder Produkt. Die Büroumgebung verändert sich, aber ein System wie Ad hoc verändert sich mit. Zum Beispiel war das erste Ad Hoc sehr tief, weil damals noch diese riesigen Computermonitore auf die Tische passen mussten, aber jetzt brauchen wir wegen der Laptops und Tablets weniger Platz. Das System bleibt das gleiche, es entwickelt sich jedoch weiter und bleibt praktisch und relevant.

(smow)blog: Diese Weiterentwicklung oder Erweiterung des Systems, ist die immer nur eine technische oder spielt Ästhetik dabei auch eine Rolle?

Antonio Citterio: Es wäre langweilig, wenn es nur technische Entwicklungen wären. Das technische Element ist ein wichtiger Teil des Jobs, aber der ästhetische macht immer auch einen großen Teil aus. Es genügt nicht, wenn man sich nur der technischen Seite widmet. Beim ID Concept z.B. reicht es nicht aus eine neue Lehne zu entwickeln, alle Aspekte müssen in so eine Entwicklung einbezogen werden, alles muss passen. Nicht jedes Projekt führt dabei zum Ziel, manchmal muss man einfach aufhören, wenn man nicht das gewisse Etwas erreicht hat.

(smow)blog: Kann man daher sagen, dass Büromöbel interessanter für Sie sind als Wohnmöbel, wo man kürzere Produktzyklen hat?

Antonio Citterio: Nein, ich mag beides. Büromöbel mag ich wegen der anspruchsvollen Technologie, die in ihnen steckt. Mit Vitra konnte ich diese Technologie sogar in den Grand Repos stecken – ein Möbel für den Wohnbereich durch und durch. Vitra ist ein Unternehmen, das Bürosysteme versteht.

(smow)blog: Sie sind gelernter Architekt und arbeiten auch immer noch als solcher. Wenden Sie den Ansatz einer Langzeitentwicklung von Systemen auch in Ihrer architektonischen Arbeit an?

Antonio Citterio: Ja, es sind sehr ähnliche Prozesse. Zum Beispiel habe ich drei Produktionshallen für Vitra gebaut: die erste vor 15 Jahren, die zweite vor fünf Jahren und die dritte im letzten Jahr. Alle Hallen sind gleich, aber Entwicklungen innerhalb eines Systems. Die sind zwar immer schon fertig, werden aber jedes Mal verbessert. Die zweite wurde z.B. nah an der ersten  gebaut. Als junger Architekt würde man nun ein Zeichen setzen wollen, aber Vitra braucht keine Zeichen zu setzen. Vitra braucht einen produktiven Ort. In Weil am Rhein mit dem Vitra Campus sieht es etwas anders aus. Dort hat man viel Raum und eine Reihe ausdrucksstärkere Arbeiten von verschiedenen Architekten. Aber um einen kreativen Vitra Ort zu schaffen, muss man konsequent sein und so entwickelten wir für das zweite Werk  das Konzept des ersten weiter. Als wir dann die dritte Halle gebaut haben, hatte ich bereits ein gutes wettbewerbsfähiges System, das schnell gebaut werden kann und gut aussieht. Also ja, es ist ein ähnlicher Prozess.

(smow)blog: Um das Thema langsam zu wechseln, Sie werden als großer Bewunderer von Charles und Ray Eames zitiert. Was macht die Bewunderung aus?

Antonio Citterio:  Wenn man sich die Arbeiten der Eames ansieht, erkennt man, dass die Produkte nie fertig sind, sie wurden immer weiter verbessert und an den Designs gearbeitet. Und das ist etwas, womit ich mich identifizieren kann. Jedes Produkt kann noch besser sein und man sollte nie aufhören, sie zu verändern und versuchen besser zu machen. Und Charles Eames war ein unglaublicher Designer und Visionär und ohne Frage einer der besten des 20. Jahrhunderts.

(smow)blog: Ist das in Verbindung mit Ihrer eigenen Präferenz für die kontinuierliche Entwicklung von Projekten über einen langen Zeitraum ein Grund, warum Sie so zufrieden mit Vitra sind? Das Unternehmen bietet Ihnen schließlich die Freiheit Ihre Produkte kontinuierlich zu entwickeln.

Antonio Citterio: Bestimmt ja. Ich war immer sehr glücklich mit Vitra.

(smow)blog: Letzte Frage: Wir sind auf einer Büromöbel Messe. Wie sieht Ihr Büro aus?

Antonio Citterio: Ich habe einen Ad Hoc und werde bald den neuen ID Chair haben. Zurzeit haben wir noch den Axess und Visavis…

(smow)blog: ….also ist es ein Citterio Büro….

Antonio Citterio: Klar. Ein Citterio Büro in einem Citterio Haus.

Antonio Cittero bei Vitra

Antonio Cittero (Foto: Bettina Matthiesen © Vitra)

Antonio Citterio grand repos vitra

Grand Repos von Antonio Citterio für Vitra

Antonio Citterio pivot orgatec vitra

Der Stuhl Pivot von Antonio Citterio für Vitra

Antonio Citterio ad hoc id chair vitra

Das Bürosystem Ad Hoc und der ID Chair von Antonio Citterio für Vitra



A&W Designer des Jahres 2013: Ronan + Erwan Bouroullec

Thursday, January 17th, 2013

Mal wieder bot die IMM Cologne die Kulisse für die Verleihung des A&W Designer des Jahres Preises. Nach Tokujin Yoshioka 2011 und Patrica Urquiola 2012 ging die Auszeichnung 2013 an unser aller Lieblinge Ronan und Erwan Bouroullec.

Außerdem wird den Brüdern Bouroullec sozusagen als Krönung ihres Gewinns eine Ausstellung im Kölnischen Kunstverein gewidmet.

Da die Ausstellung ausschließlich einen Überblick über ihre neueren Arbeiten bietet, kann man hier nicht direkt von einer Retrospektive sprechen, aber man hat einmal Gelegenheit, die Arbeiten der beiden für die verschiedenen Hersteller, wie VitraMagis, Kvadrat oder Lignet Roset, zu vergleichen und so die Methoden und Motive ihrer Arbeiten zu erkunden.

Wir für unseren Teil haben die meiste Zeit damit verbracht, das Designkonzept der Ausstellung, das jede gerade Linie im Raum durch eine Art Vorhang bzw. Raumtrenner unterbricht, zu verfluchen. Das machte es uns nämlich unmöglich ein anständig weites Bild zu machen, das die gesamte Ausstellung in einem Schuss einfängt.

Erst im Gespräch mit Erwan Bouroullec erschloss sich uns, dass es sich bei den ärgerlichen Textilien um ihr letztes Produkt für Kvadrat handelt – das Ready Made Courtain System, ein Vorhangsystem zum selber kombinieren.

Sie waren zwar immer noch im Weg, aber immerhin wussten wir nun, warum.

Wir haben uns entschieden den Brüdern das Trauma eines weiteren Interviews mit uns zu ersparen, sie haben in den letzten Jahren schon genug gelitten, aber hier sind ein paar visuelle Eindrücke von ihrer Ausstellung.

Und solltet ihr demnächst in Köln sein, die Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar im Kölnischen Kunstverein in der Hahnenstr. 6, 50667 Köln zu sehen.

 



(smow) möbliert jetzt auch den Süden – Eröffnung des Showrooms in Stuttgart

Wednesday, November 14th, 2012

Am 6. Dezember feiert (smow) 10-jähriges Jubiläum – und freut sich dabei gleich noch über Familienzuwachs. Wenige Tage vorher nämlich, am 26. November, eröffnet in Stuttgart der dritte (smow) Showroom.

Grund genug die letzten (smow) Jahre einmal Revue passieren zu lassen.

Am 6. Dezember 2002 eröffnete am Leipziger Burgplatz der (smow)room und sorgte fortan in sächsischen Haushalten für geschmackvolle Interieurs. Manche Orte schienen aber so abgelegen, dass sie nichts von dem Stil und der Grazie der Möbeldesigns abbekamen, sodass (smow) noch weiter ostwärts ziehen musste. An den Rand des Erzgebirges, in eine Stadt, die vor allem eines hat: ein überambitioniertes Stadtmarketing.

Chemnitz. Die „Stadt der Moderne“. Wie sie sagt. Und das immer und überall, wo sie die Gelegenheit wittert „an ihrem Image zu arbeiten“. (smow) fasste sich ein Herz und half – wo es eben ging… 2007 öffnete der (smow)pavillon, wurde wenig später zum (smow)studio auf dem – zugegebenermaßen schönen – Kaßberg und trägt seither mit einem ausgesuchten Repertoire an klassischen und modernen Designermöbeln zumindest in Sachen Innenausstattung zur Titelverteidigung bei.

2008 ging (smow) online und stattet seitdem auch deutschlandweit Wohnungen und Büros mit bewährten Designklassikern und innovativen Möbeldesigns aus. Über smow.com ist das Sortiment von Eames über Verner Panton und Arne Jacobsen bis Eiermann und Bouroullec sogar europaweit erhältlich.

Was sollte auf diese Erfolgsgeschichte noch folgen? Eine (smow) Zentrale in London? Ein Flagshipstore in New York? Oder irgendwas Cooles in Berlin?

Nun… Die (smow) Geschäftsführung entschied sich für Stuttgart.

Wir hätten uns zwar wahrscheinlich auch mit New York arrangieren können, aber die Nähe zu Vitra in Weil am Rhein und USM in Bühl ist auch nicht so übel. Wir sagen nur kurze Lieferwege…

Ein Besuch der Stuttgarter Kollegen lässt sich außerdem ziemlich gut mit einem Ausflug zum Vitra Campus verbinden.

Neben Stühlen, Tischen, Lounge Möbeln und Accessoires von Vitra sowie den Klassikern von USM Haller findet man bei (smow) Stuttgart außerdem die Designs von Nils Holger Moormann, Lampen von Belux, Nimbus und Tobias Grau, ergonomische Sitze von Aeris, Bürobedarf von Helit, innovative Designs von KABRÉ-Leipzig und hochwertiges Holzspielzeug von Kaden Holzgestaltung.

Einen Einblick in die bewegte Vergangenheit der 250 m² Geschäftsfläche in der Stuttgarter Innenstadt bietet übrigens Google Streetview. Aber keine Angst, die Aufnahme ist veraltet. Man muss also nicht extra Trenchcoat und Schlapphut überziehen, wenn man nur neue Esszimmerstühle kaufen will…

(smow) Stuttgart öffnet am 26. November 2012 in der Sophienstraße 17, 70178 Stuttgart und ist dann immer montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

 

smowS_Schaufenster

Coming soon... Der (smow) Showroom in Stuttgart. Keine Spur mehr von...

... den Vormietern in der Sophienstraße 17, einem namenhaften Erotikfachmarkt. Quelle: Google Streetview