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Egon Eiermann – Neue Stühle für neue Kirchen. Der SE 119 und SE 121

Tuesday, December 20th, 2011

Am 17. Dezember 1961 wurde die neue Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin offiziell eingeweiht. Entworfen von Egon Eiermann war und ist der neue Kirchenbau ein selbstbewusster und moderner Ersatz für die alte Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche; ein Gebäude, das zum Bedauern vieler Berliner Urgesteine der Bombadierung von 1943 zum Opfer fiel.

Wie auch in anderen Projekten dieser Zeit, entwarf Eiermann nicht nur das Gebäude, sondern gestaltete auch gleich das passende Mobiliar für das Kircheninnere.

Die neue Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche war Eiermanns zweites Kirchenprojekt – und genau wie er von der Matthäuskirche Pforzheim architektonische Elemente wiederverwendete und neu verarbeitete,  transportierte er bekannte Elemente auch in Form des Mobiliars in das Innere der neuen Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche.

egon eiermann wilde + spieth se 119

Stuhl für die Matthäuskirche Pforzheim. Entworfen von Egon Eiermann

Für die Matthäuskirche entwarf Eiermann einen einfachen, fast schon rustikalen Holz- und Weidenstuhl; für Berlin verwendete Eiermann die gleiche Grundform, wenngleich die Form unter neuem Materialeinsatz eine neue Ausstrahlung erhielt. In vielerlei Hinsicht wirkt diese Interpretation urbaner und mondäner.

Die Rahmenform bewahrend, ersetzt Eiermann den Weidensitz aus Pforzheim durch eine gurtgestützte Struktur. Das bemerkenswerteste am “Berliner Stuhl” ist die offene Konstruktion,  die plakativ zur Schau stellt, wie die Gurte um den Rahmen geschlungen sind.

neue kaiser wilhelm gedächtniskirche Berlin 2011

Stühle in der neuen Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, Berlin. Entworfen von Egon Eiermann

Auf der Rückseite hat Eiermann die zwei absolut unerlässlichen Elemente eines Kirchenstuhls eingearbeitet: Stauraum für das Gesangsbuch und einen Huthalter.

Wie wir alle wissen, hatte Egon Eiermann immer ein Problem damit, wenn Menschen versucht haben, seine Arbeiten mit den (gezwungenermaßen) früheren Arbeiten von Charles Eames zu vergleichen. Aber so sehr wir den kleinen schwarzen, ballförmigen Huthalter mögen und schätzen, kann sich ein Teil von uns nicht gegen den Wunsch wehren, Eiermann hätte eine Möglichkeit gefunden, die ein kleines bisschen weniger an einen Hang it All Haken erinnert…

neue kaiser wilhelm gedächtniskirche Berlin 2011

Der Gesangsbuchhalter und der Huthaken

Was Eiermann leider nicht von Pforzheim in Berlin übernommen hat, war sein berühmtes Tischgestell als Altar. Diese Entscheidung ist jedoch eher den vielen Meinungsverschiedenheiten zwischen Eiermann und dem Berliner Bistum geschuldet, als einer bewussten Entscheidung seitens Eiermann.

1985 stellt Wilde+Spieth den “Pforzheimer Stuhl” als SE 119 der Öffentlichkeit vor – laut Arthur Mehlstäubler1, der erste Stuhl, den Eiermann für ein Architekturprojekt entworfen hat und der daraufhin in die Serienproduktion ging. Das markiert in unseren Augen den Punkt, an dem Eiermann zu einem vollwertigen “Möbelarchitekten” im dänischen Sinne wurde. Obgleich der SE 119 schon 1958 als Esszimmerstuhl im deutschen Pavillion auf der Weltausstellung in Brüssel zum Einsatz kam.

1962 brachte Wilde+Spieth den “Berliner Stuhl” als SE 121 heraus, der ab 1964 in der Kanzlei der deutschen Botschaft in Washington verwendet wurde. Ohne Huthaken und Gesangsbuchhalter, allerdings.

Leider werden beide Stühle nicht mehr hergestellt, aber die Kirchen stehen noch und in beiden kann man einen wunderbaren Einblick in einen sehr speziellen Teil von Egon Eiermanns Oeuvre erhalten.

1. Aus Kielmeyer, Barbara, Hg. “Egon Eiermann – die Möbel”, INFO-Verlag, Karlsruhe 1999

neue kaiser wilhelm gedächtniskirche Berlin 2011

Die neue Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche Berlin. Mit Eiermanns Stühlen, komplett mit Huthaken und Gesangsbuchhaltern



Neue Räume Zürich: Jürg Scheidegger, Röthlisberger Kollektion

Monday, December 19th, 2011

Nach unserem Interview mit Nikolas Kerl – einem Designer/Hersteller am Beginn seiner Karriere, haben wir unsere Erkundungstour der Schweizer Designszene mit einem Hersteller fortgesetzt, der etwas mehr Erfahrungen hat.

Röthlsberger Kollektion war ursprünglich eine Familienschreinerei und produziert seit den späten 1970ern in Zusammenarbeiten mit Schweizer Designern, wie Trix und Robert Haussmann, Susi und Ueli Berger oder Hans Eichenberger. Auch heute noch arbeitet das Unternehmen eng mit jungen Schweizer Talenten, wie Atelier Oi oder Hanspeter Steiger, zusammen. Aber nicht nur mit Schweizer Talenten – Röthlisberger kann ebenso auf eine lange Tradition mit jungen, internationalen Designer zurückblicken. So zum Beispiel mit dem Australier Tomek Archer und dem in London lebenden japanischen Designer Tomoko Azumi.

Unabhängig von der Nationalität der Designer aber bleibt die Rötlisberger Kollektion der typisch schweizerischen Möbelherstellung treu: Produkte aus Holz werden von geübten Handwerkern hergestellt.
Damit hängt auch ein Qualitätsstandard zusammen, der selbstverständlich seinen Preis hat. Besonders wenn die Waren erst einmal die Schweiz verlassen.

Darauf hat uns auch schon Nikolas Kerl hingewiesen. Wo aber Nikolas noch versucht, sich als Marke auf dem Markt zu etablieren, verfügt die Röthlisberger Kollektion längst über ein internationales Kundennetzwerk – und reagiert so auch viel sensibler auf Schwankungen am globalen Finanzmarkt.

Das war nun ein sehr langer Weg, um zu sagen, dass Röthlisberger ganz wunderbar traditionelle Schweizer Handarbeit mit einem globalen Verständnis von Design und der modernen Desigermöbelindustrie verbindet. Grund genug einmal mit Unternehmenschef Jürg Scheidegger zu sprechen.

Das Interview in Zürich war natürlich nicht unsere erste Unterhaltung mit Jürg, er war einer der Hauptdarsteller in unseren frühen Video-Interview-Experimenten in Mailand 2010.

In Zürich waren wir aber viel gespannter darauf zu hören, wie er den Schweizer Designermöbelmarkt zurzeit bewertet und welche Probleme der starke Schweizer Franken auslöst.

(smow)blog: Zum Anfang vielleicht eine kleine Einführung: Was ist der Hintergrund zur “Röthlisberegr Kollektion”?

Jürg Scheidegger: Zwischen 1955 und 1975 hat Röthlisberger Möbel für Knoll International hergestellt. Dann, 1975, verlor Röthlisberger aber über Nacht den Lizenzvertrag, was natürlich einen gewaltigen Umsatzeinbruch bedeutete. Eine Lösung musste her. Der damalige Geschäftsführer hat sich mit seinem Freund, dem Designermöbelhändler Teo Jakob, unterhalten und der riet ihm: „Mach deine eigene Kollektion!“. Das war rückblickend gesehen die Initialzündung für das eigene Label.

(smow)blog: Bedeutet das, dass Röthlisberger von Anfang an mit externen Designern zusammengearbeitet hat?

Jürg Scheidegger: Ja…

(smow)blog: … und war das zu der Zeit etwas Neues?

Jürg Scheidegger: Ja, damals gab es ja noch viel weniger Marken. Die Italiener waren stark in dieser Hinsicht, aber abgesehen davon war die Szene damals sehr überschaubar.

(smow)blog: Mittlerweile gibt es so viel mehr Marken, was zwangsläufig zu einer Frage führt: Ist überhaupt genug Platz für alle? Wie groß ist der Schweizer Markt zurzeit?

Jürg Scheidegger: Ein Schweizer Designermöbelhändler kann heutzutage wahrscheinlich zwischen 250 und 300 Marken wählen. Also ein paar mehr als bei unseren Anfängen… Ich würde schätzen, dass der Markt für Designermöbel ungefähr 8-10 % des gesamten Schweizer Markts ausmacht. Der Markt in der Schweiz beläuft sich insgesamt auf 3 Milliarden Schweizer Franken, 25 % davon erwirtschaftet Ikea, 25 % Möbel Pfister und weitere 25 % kommen von den paar anderen großen Herstellern und irgendwann bleiben dann noch so 8-10 % für Designmarken übrig. Das schließt aber auch schon USM und Vitra ein – erst dann kommen die kleinen Labels, die wir hier ausgestellt haben.

(smow)blog: Bedeutet das, dass der Exportmarkt besonders wichtig für euch ist?

Jürg Scheidegger: Definitiv. Praktisch jeder braucht diesen ausländischen Markt, um zu überleben.

(smow)blog: Geht es dabei prinzipiell um Europa oder spielen Asien und Amerika auch eine Rolle?

Jürg Scheidegger: Prinzipiell Europa. Wir haben einige gute Kunden außerhalb von Europa, aber als Unternehmen unserer Größe hat man eigentlich nur die Ressourcen, in vier oder fünf Ländern zu agieren und das ist in unserem Fall in Europa.

(smow)blog: Was uns zu einer essentiellen Frage bringt: Wie schwer war es mit dem starken Schweizer Franken durch den Sommer zu kommen?

Jürg Scheidegger: Das war nicht nur schwierig, das war eine Katastrophe. Weil das alles so schnell ging, haben wir eine Zeit lang nichts verdient. Unsere Preisliste war schließlich gedruckt und bis wir reagieren konnten, waren zwei Monate vergangen. Mittlerweile haben wir unsere Preisliste korrigiert, aber wir verkaufen weniger, weil wir die Preise um 20 % anheben mussten, um uns an den Kurs anzupassen. Das ist etwas, was man den Kunden nicht so leicht erklären kann. Generell glaube ich, dass wenn z.B. deutsche Händler eine Schweizer Kollektion sehen, sehen sie zuerst ein Warnschild „Achtung teuer!“ aufblitzen, bevor sie überlegen, dass es sich auch um gute Qualität von hohem Wert handelt, was man da für das Geld bekommt.

(smow)blog: Aber ihr seid guter Dinge, dass sich das ändern wird?

Jürg Scheidegger: Wir können nur hoffen, dass sich der Eurokurs wieder normalisiert – auf irgendwas bei 1,30 oder 1,40, sodass wir Schweizer wieder konkurrenzfähig sind. Wenn das nicht passiert, müssen wir uns anstrengen schneller und besser zu arbeiten, um den Unterschied auf diesem Wege zu kompensieren. Aber zurzeit ist es sehr hart.

roethlisberger neue räume zürich

Röthlisberger Kollektion bei Neue Räume Zürich

roethlisberger kollektion Susi Ueli Berger schubladenstapel

Schubladenstapel von Susi & Ueli Berger. Ein früher Klassiker aus der Röthlisberger Kollektion

roethlisberger kollektion torsio Hanspeter Steiger

Torsio von Hanspeter Steiger. Ein moderner Klassiker aus der Röthlisberger Kollektion



“Einer klaut vom anderen. Die Sitzmöbelindustrie lebt ja vom gegenseitigen Diebstahl.”

Thursday, December 8th, 2011

Wie viele wissen, laufen wir nicht jedem Trend hinterher. Eigentlich gar keinem. Das haben wir noch nie getan und das werden wir auch nie. Doch andere tun es.

Im Jahre 1964 war der große Trend in Westdeutschland zum Beispiel Ledermöbel – zumindest wenn man dem SPIEGEL Glauben schenken will.

In “Haut und Haare“, einem wunderbaren Artikel, der zugegebenermaßen vielleicht von niemandem gelesen werden sollte, der für Weihnachten einen Barcelona Sessel kaufen möchte, erklärt der unbekannte Spiegel-Autor nicht nur, wie stark der Leder-Trend damals in den westdeutschen Wohnzimmern verbreitet war, sondern er stellt auch die überaus gleichgültige Haltung gegenüber illegalen Kopien dar – und zeigt, wie sich die Zeiten verändert haben.

Er bezieht sich zum Beispiel auf “Die Firma W. Fehlbaum, Weil am Rhein,…”. Soweit wir wissen wurde das Unternehmen 1964 offiziell Vitra genannt, doch der Name wurde offenbar nicht als wichtig oder bekannt genug angesehen, um erwähnt zu werden.

Wie wir bereits in unserem Post “Design for Use, USA” angemerkt haben, ist die Designermöbelindustrie in der Tat viel jünger als viele von uns glauben. Jung, aber gut entwickelt.

vitra eames lounge chair

Der Eames Lounge Chair der "Firma W. Fehlbaum, Weil am Rhein" ging 1964 scheinbar weg wie warme Semmeln...

In jener Zeit, als die Welt noch schwarz-weiß war, veröffentlichten der SPIEGEL und andere seriöse Zeitungen und Magazine regelmäßig gut recherchierte Hintergrundartikel zur Designermöbelindustrie. In der Tat war im SPIEGEL – und wir werden wirklich nicht von ihm gesponsort, er ist nur ein sehr gutes Beispiel – bis zum Jahr 2000 die Rubrik “Möbel” regelmäßiger Bestandteil des Kulturteils.

Dann war Schluss damit. Bis vor Kurzem – als das Thema unter dem Stichwort “Design” zurückkehrte.

Wir wären fast an unseren Cornflakes erstickt als wir gesehen haben, dass sie einen Hintergrundartikel zur Vienna Design Week 2011 veröffentlicht haben. Ein Hintergrundartikel…! Mit Interview…!

Dieser Switch von “Möbel” zu “Design” ist charakteristisch für eine Entwicklung, die eigentlich erst 2010 begann als The Guardian den erfahrenen und hochgeschätzten Achitekten und Designjournalisten Justin McGuirk zum “Designkorrespondenten” ernannte. Eine Entscheidung, die zur Folge hatte, dass andere Blätter aufhorchten und die gelegentlichen Designartikel von der Rubrik “Kunst” in eine eigene Rubrik schoben.

Und so wurde ein Thema, das ein Jahrzehnt lang allein den Blogs vorbehalten war, auf einmal Mainstream.

Wir begrüßen die Einbringung aller bekannten Blätter in den Designdiskurs. Nicht nur, weil wir hoffen, dass es dabei hilft, jene Scharlatane herauszufiltern, deren modus operandi es ist, Presseberichte und Fotos zu kopieren und auf gute Google Rankings zu hoffen.

Es wäre allerdings eine Schande, wenn jene Journalisten, die für die Mainstream-Presse über Design berichten, den Blick auf den Möbelindustrie-Aspekt verlieren. Denn wir glauben fest daran, dass der Designermöbelindustrie und den Designern, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, mehr mit einer Presse gedient wäre, die genau analysiert, hinterfragt und kritisiert, als mit der aktuellen, unterwürfigen B2B-Kultur, die Inhalt und Werbung verwechselt.

In diesem Sinne sind wir auch gespannt, wie sich #milanuncut 2012 entwickelt und ob sich der SPIEGEL in die Debatte einbringen wird. Und ja, das ist eine direkte Aufforderung an die Kollegen in Hamburg.

“Haut und Haare” ist ein “Trend”-Artikel und er ist zugegebenermaßen kein Artikel, der besonders brisante Fragen stellt. Doch durch seinen Stil und seine Haltung erinnert er uns daran, dass Möbeldesignjournalismus mehr sein kann als nur kriecherische Speichelleckerei. Wie viele Blätter würden heute noch das Selbstvertrauen haben, ein Zitat eines modernen Egon Eiermanns zu drucken, der alle Möbeldesigner als Plagiatoren denunziert?

Der Artikel endet mit der für uns herzerwärmenden Nachricht, dass eine Person unser Misstrauen gegenüber Modeerscheinungen teilt und sich dem Ledertrend jener Zeit widersetzte: Der westdeutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard bestellte 16 Eames Lobby Chairs für Bonn. In Stoff. Nicht in Leder.

Ludwig Erhard

Ludwig Erhard widersetzte sich den Modetrends der 1960er (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F015320-0010 / Patzek, Renate / CC-BY-SA)

 

 



Alessandro Barison – Panton Remake

Monday, December 5th, 2011

Unser englischer Blog hat im Sommer einen überaus unterhaltsamen “Summertime in Dark Lime” Panton Chair Wettbewerb veranstaltet. (Die Jury hatte auf jeden Fall Spaß.)

Der Gewinner unter den englischsprachigen Lesern war damals der italienische Designer Alessandro Barison alias abitudinicreative. Nachdem sein Cocktail “Spritz Upgrade” zum Sieger gekürt wurde, haben wir mit Barison gesprochen und interessante Dinge herausgefunden: Während seiner Zeit als Student an der Scuola Italiana Design (SID) hat Barison bei einem Wettbwerb teilgenommen, bei dem der Panton Chair umgestaltet und sein Anwendungsbereich erweitert werden sollte.

Was Barison und seine Kollegen präsentiert haben, hat uns wirklich gefallen: ein Panton Chair Trolley, also ein Panton Chair auf Rollen, den man überall hin mitnehmen kann. Man kann sogar den Platz unter dem Sitz als als Stauraum verwenden, et voilà: ein Vitra Panton Chair Trolley Koffer! Gibt es eine stylischere Art zu reisen?

Nie im Leben würde Vitra solch ein Objekt produzieren oder lizensieren oder überhaupt je etwas neues mit Verner Pantons Design machen. Aber uns gefällt die Idee wirklich und wir wollten sie gerne mit euch teilen.

Bariosn hat damals übrigens den zweiten Platz belegt.

Und ja, wir haben das wirklich erst entdeckt nachdem er gewonnen hatte.

Noch mehr Fotos auf Panton Chair Basis gibt’s unter Alessandro’s flickr page

Barison Ferrari trolley Vitra Panton Chair

Der Vitra Panton Chair als Reisetrolley!

barison_ferrari_trolley_Die Originalskizzen…

 

vitra panton chair dark lime

Alessandros Dark Lime Vitra Panton Chair in situ



Daphna Laurens – Cirkel

Saturday, December 3rd, 2011

Wie letzte Woche bereits angekündigt, haben wir es leider nicht zur Eröffnung von Cirkel von Daphna Laurens in der Galerie Gosserez in Paris geschafft. Wir waren bei der Eröffnung von Kibbuz und Bauhaus in Dessau. Allerdings waren Daphna Isaacs und Laurens Manders so nett uns einige Fotos ihrer Arbeiten zu schicken.

Wie treue Leser wissen, hüten wir uns davor, Möbel allein auf Grundlage von Fotos zu beurteilen. Eigentlich. Bei der Cirkel Kollektion können wir aber einfach nicht anders als sie als sehr vielversprechend zu bezeichnen.

Unser Highlight der Kollektion ist die “Leaning Lamp”. Die Leuchte sieht aus wie ein cooles, futuristisches 50er-Jahre-Sci-Fi-Objekt, das scheinbar mit der Wand verschmilzt – das Objekt steht auf nur zwei Beinen, weshalb die Wand als stabilisierendes Element herhalten muss. Obwohl sie nicht so aussieht, ist sie im Grunde eine Wandleuchte und wurde aus rein technischer Sicht auch als solche konzipiert. Ihr Zauber liegt in der Täuschung, die durch das Beingerüst erzeugt wird – ein Kunstgriff, der Form und Funktion voneinander löst und die Leaning Lamp fast zu einem Objekt macht, das eher als Skulptur denn als Leuchte überzeugt… Außerdem erinnert sie ihren Betrachter zuverlässig daran, dass jeden Augenblick Außerirdische eine Invasion starten könnten.

Die tatsächlichen Wandleuchten der Cirkel Kollektion – 01 und 02 – sind laut Daphna Laurens vom Bauhaus, spieziell von Laszlo Moholy Nagy inspiriert. Und wir können uns nicht vorstellen, dass dem irgendjemand widersprechen könnte. Dafür designt bei Tag als Kunstobjekt und bei Nacht als Leuchte zu brillieren, begeistert uns außerdem die integrierte Ablagefläche der Leuchten vollends. Wir lieben diese Leuchte zum einen, weil sie eine Ablagefläche beinhaltet, besonders aber, weil das Kabel der Lampe am anderen Ende dieser Ablage verläuft. So entsteht eine wunderbar schlichte Geometrie, die die kreisend scheinende Bewegung des Kegels auf gelungene Weise ergänzt.

Der “Coffee Table” strahlt in unseren Augen – ebenso wie die Leaning Lamp – eine frische 1950er Jahre Aura aus. Das liegt vielleicht an der schlichten Form der Tischbeine und der Holzmaserung des konischen Behälters, die uns so stark an die Mitte des vergangenen Jahrhunderts erinnern. Aber da ist noch etwas, was diesen Tisch so besonders macht. Wenn wir uns den Tisch ansehen, bleibt unser Blick immer wieder an der sattelartigen Tischplatte hängen. Tischplatten sind für gewöhnlich vollkommen eben und flach. Aber, siehe da, das müssen sie überhaupt nicht. Tischplatten können genauso gut konvex geformt sein. Und in diesem Fall ist die sanfte Krümmung ein entscheidender Faktor für die Reinheit der Form. Und das ist so gut gelungen, dass man nicht auf die Idee käme, irgendetwas wieder gerade biegen zu wollen.

Die Cirkel Kollektion wird durch drei Spiegel vervollständigt – Elefant, Eule und Maulwurf -, die auf den Metallspiegeln basieren, die im Rahmen der Copy Nature Ausstellung in Eindhoven gezeigt wurden.

Wir wollen das Wort “typisch” eigentlich vermeiden, aber nachdem Daphna Laurens in der Vergangenheit bereits bewiesen haben, dass sie es einfach verstanden haben, wie man Holz und Keramik miteinander verbindet – sind wir nun doch geneigt in der ebenfalls gekonnten Umsetzung dieser Kombination bei Cirkel ein fast schon typisches Form- und Materialverständnis zu diagnostizieren. Nach den Fotos zu urteilen ist Cirkel die nächste sehr starke, überzeugende Daphna Laurens Kollektion. Doch wir möchten uns unser endgültiges Urteil wie gesagt vorbehalten bis wir die Stücke tatsächlich vor uns gesehen haben.

Cirkel von Daphna Laurens ist noch bis zum 14. Januar 2012 in der Galerie Gosserez Paris zu sehen.

Mehr Infos und Fotos gibt’s unter: www.daphnalaurens.nl

daphna laurens cirkel coffee table

Daphna Laurens - Cirkel Coffee Table (Foto: Mike Roelofs)

 

daphna laurens cirkel wall light 02

Daphna Laurens - Cirkel Wandleuchte 02 (Foto: Mike Roelofs)

 

daphna laurens cirkel wall light 01

Daphna Laurens - Cirkel Wandleuchte 01 (Foto: Mike Roelofs)

 

daphna laurens cirkel leaning lamp

Daphna Laurens - Cirkel Leaning Lamp (Foto: Mike Roelofs)



Neue Räume Zürich 2011: Plinio il Giovane

Friday, December 2nd, 2011

Gelegentlich sehen wir etwas, das uns innehalten lässt. Bei Neue Räume Zürich war dieses Etwas der Mailänder Hersteller Plinio il Giovane.

Wir wissen, dass wir viel über Italiens überschätzte Position als Spitze des Designberges gemeckert haben. Doch ebenso wie die Italiener einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an korrupten Politikern haben, so scheinen sie auch in der Lage zu sein, ganz unerwartet hochwertige Designermöbelhersteller aus dem Boden zu stampfen.

Die aus Eiche handgefertigte Kollektion von Plinio il Giovane sieht nicht nur fantastisch aus, viele Stücke sind auch außergewöhnlich originell. Da merkt man mal, was alles entstehen kann, wenn sich Designer und Tischler zusammentun. Ein besonders schönes Beispiel für solch eine gelungene Symbiose ist Duetto, ein Ausziehsofa für zwei Personen von fast atemberaubender Schlichtheit.

Wie wir bestimmt schon mal erwähnt haben, sind wir nicht gerade große Fans massiver Holzmöbel. Doch die schlichte Genialität von Plinio il Giovane könnte uns dazu bringen, unseren Standpunkt noch einmal zu überdenken. In zweierlei Hinsicht….



Morgen Kinder wird’s was geben… Hätte Verner Panton uns je besucht, hätte er genau dort gesessen

Wednesday, November 30th, 2011

Wenn Violett die zweite Farbe der Trauer ist, dann sind Zitrusfarben die zweiten Farben von Weihnachten. Sei es das Orange einer Orange, das Gelb einer Zitrone oder das Dark Lime eines Vitra Panton Chairs.

Der Dark Lime Panton Chair wurde im Juli von Vitra als Sommer-Sonderedition 2011 in einer streng limitierten Auflage auf den Markt gebracht. Einige wenige Exemplare befinden sich noch im (smow)-Lager…

Und jetzt denken wir an den Weihnachtsbaum… Glühwein… engelsgleiche Stimmen, die den Raum mit einem sanften Lied erfüllen… und der Vitra Panton Chair in dark lime.

Was könnte festlicher sein?!

christmas vitra dark lime panton chair

Der Geist der Weihnacht kommt in Stimmung mit dem Vitra Panton Chair in Dark Lime



Morgen Kinder wird’s was geben… Ein angemessenes Geschenk für stolze Segler

Tuesday, November 29th, 2011

Wann ist ein Lounge Chair kein Lounge Chair? Wenn er eine Lobrede aufs Segeln ist.

Von Linda Steen und Lena Axelsson entworfen und vom norwegischen Hersteller Hødnebø produziert, verbindet der Spinnaker wunderbar die klassische Formensprache eines Lounge Chairs mit einem sozusagen upgecycelten Segeltuch.

Der Spinnaker Sessel wird von einem pulverbeschichteten Federstahlrahmen getragen, das Segeltuch ist auf drei Karbonstreben gespannt und die Kissenfüllung besteht aus Schaumstoff und Cospoflex, was insgesamt ein äußerst komfortables Sitzerlebnis schafft.

Auch wenn der Sessel nicht nur für alte Seebären gemacht ist, können grundlegende nautische Kenntnisse nicht schaden, wenn es daran geht, beim Rückenbezug zwischen Main Sail und Mylar Segeltuch zu wählen.

Zugegebenermaßen ist der Spinnaker nicht das prototypische Weihnachtsgeschenk; Aber wäre es nicht schön nach einem anstrengenden Tag in der rauhen See des Lebens bei einem Gläschen Gin in der Behaglichkeit des Spinnakers von erholsamen Segelturns zu träumen? Und wäre es nicht noch schöner dieses Gefühl zu verschenken?

hodnebo spinnaker chair
Der Spinnaker Sessel von Linda Steen und Lena Axelsson für Hødnebø

 

 



Morgen Kinder wird’s was geben… Freedom of Creation

Monday, November 28th, 2011

Janne Kyttänen wollte nie Lichtdesigner werden. Wie es das Schicksal so will, ist er jetzt bekannt für sein Lichtdesign.

Zum Glück beherrscht Janne Kyttänen die Kunst des 3D Druckens besser als die meisten Fachleute und hat so im Laufe der letzten zehn Jahre eine wirklich einzigartige Kollektion von Beleuchtungsobjekten geschaffen, die die ständigen Ausstellungen aller bedeutenden Designmuseen zieren. Und mit zahlreichen Varianten für Wand, Boden und Decke ist für jeden was dabei.

Einer der vielen Gründe, die Produkte von Freedom of Creation zu lieben, sind die von den Leuchten geworfenen Schattenmuster. Normalerweise ist ja die Beleuchtung der wichtigste Aspekt bei Lampen; bei Janne Kyttänens Arbeiten ist das nicht der Fall. Daher die Fotoauswahl unten…

Freedom of Creation – Palm Table Lamp

freedom of creation palm table lamp

Freedom of Creation - Palm Table Lamp

 

Freedom of Creation – Filament Lamp

freedom of creation filament lamp

Freedom of Creation - Filament Lamp

Freedom of Creation – 1597 Lamp

freedom of creation 1597 lamp

Freedom of Creation - 1597 Lamp

Freedom of Creation – Dahlia Lamp

freedom of creation dahlia lamp

Freedom of Creation - Dahlia Lamp



Morgen Kinder wird’s was geben… Mittagsschlaf in einer Fatboy Hängematte!

Saturday, November 26th, 2011

Fatboy kam 2002 mit nur einem einzigen Produkt auf den Markt, wuchs dann nicht nur zu einer der prägnantesten Marken im Designermöbelbusiness heran, sondern entwickelte sich dank der ständig wachsenden Produktpalette auch bald hin zu dem Experten für Relaxen und Entspannen schlechthin.

Und was könnte ein schöneres Weihnachtsgeschenk sein als eine Oase der Ruhe und Entspannung?
Die Sache ist klar: Wir wollen mehr Fatboys unter den Weihnachtsbäumen sehen!

Um die Entscheidung etwas leichter zu machen, haben wir eine kleine Fatboykunde vorbereitet:

Fatboy – The Original

Wie der Name schon vermuten lässt, liegen die Ursprünge der Fatboy-Famile beim “The Original”. Von Jukka Setälä aus wasser- und schmutzabweisendem Hi-Tech Nylon designt, ist der Fatboy The Original eine wunderbare und komfortable, zudem moderne Interpretation des klassischen Bean Bags.

fatboy the original

Fatboy The Original

Fatboy – Buggle-up

Für alle, die das Fatboy-Gefühl drinnen UND draußen genießen möchten, ist Buggle-up von Alex Bergman die Lösung: Er ist wie “The Original” aus wasser- und schmutzabweisendem und somit außenbereichgeeignetem Polyester gefertigt. Außerdem ist er resistent gegen UV-Strahlen. Mit Hilfe von zwei Gurten kann Buggle-up in sitzender Position fixiert und – sehr praktisch – transportiert werden.

fatboy buggle-up

Fatboy Buggle-up

Fatboy – Knäpsäck

Für alle, denen Bequemlichkeit wichtiger ist als Ordnung, könnte Knäpsäck von Fatboy – die Decke, die zugleich Tragesack ist – das Lieblingsgeschenk in diesem Jahr werden. Picknicken nach dem Fatboy-Prinzip funktioniert nämlich so: Man lege einfach seine Siebensachen in die Mitte der Decke, ziehe an der Kordel und trage den sackartigen Knäpsäck zum gewünschten Ziel. Und wenns nach Hause geht, das gleiche Spiel…

fatboy knapsack open

fatboy knapsack closing

fatboy knapsack closed

Fatboy – Headdemock

Nach der Modernisierung des Bean Bags richtete Fatboy seine Aufmerksamkeit auf ein anderes für professionelle Faulpelze unverzichtbares Möbelstück: Die von Alex Bergmann entworfene Hängematte Headdemock von Fatboy ist nicht nur ein schönes, sondern auch praktisches Designobjekt – sie bietet genug Platz für mehrere Personen bis zu insgesamt 200 kg, ist der perfekte Ort für einen Mittagsschlaf, für einen Drink und um schon mal vom Sommer zu träumen…

fatboy headdemock

Fatboy Headdemock