Archive for the ‘Kartell’ Category

The Simple Life: Enzo Mari

Monday, October 24th, 2011

Anfang September präsentierte designtransfer einen Vortrag des italienischen Designers, Designkritikers, Designlinguisten und – irgendwie paradoxerweise auch – Designverachters Enzo Mari.

In Vorbereitung auf das Event haben wir Seite um Seite über diesen Mann gelesen, über seine Ideen, seine Arbeit, aber hauptsächlich über seine gut dokumentierten Schimpftiraden gegen… nun, so ziemlich gegen alles, soweit wir das feststellen konnten. Umso erstaunlicher fanden wir es, dass sich dann ein vornehmer, älterer Herr händeschüttelnd und Nettigkeiten austauschend durch das Publikum bewegte.

Enzo Mari

Enzo Mari

Der rüstige 79-jährige Enzo Mari studierte ursprünglich Literatur und kam mehr aus Notwendigkeit denn aus eigenem Wunsch zum Design. Doch trotz seiner etwas planlosen Reise hat Mari das europäische Nachkriegsdesign als Designer und Designtheoretiker auf eine unverwechselbare Art geprägt. Das liegt hauptsächlich daran, dass er sich nie aus dem Konzept bringen oder einreden ließ, dass sein Weg eventuell nicht der richtige sei.

Darum ging es auch in seinem Vortrag. In Bezug auf den Markt – eine Institution, die Mari noch nie besonders mochte und auch nie akzeptieren wird – war sein Rat: Man sollte nie Angst vor dem Markt haben oder vor ihm katzbuckeln, sondern den Mut haben, Nein zu sagen und Dinge auf eine andere Art zu tun.

Eine Anmerkung am Rande: Wir geben die Worte Enzo Maris lediglich frei wieder und zitieren ihn nicht, da er seinen Vortrag auf Italienisch hielt, das ins Englische übersetzt wurde. Wir möchten diesen großen Mann nicht falsch zitieren (höchstens falsch frei wiedergeben…).

Die Idee, sein eigenes Ding zu tun und seinen eigenen Weg zu gehen, ist natürlich weder neu noch besonders revolutionär. Viele von uns behaupten das, aber nur eine kleine Minderheit hat tatsächlich den Mut, für ihre Entscheidungen einzustehen und sie öffentlich zu verteidigen.

Neben dem Markt, sind Technik und Technologie Enzo Maris Lieblingsfeinde – besonders in Verbindung mit dem Markt. Er empfiehlt den Studenten als Semesterprojekt, eine Zeit lang auf einem Bauernhof zu arbeiten. Wir sollen die Landwirtschaft mit der Computerkultur vergleichen. Was ist wichtiger? Ohne Bauern, so geht seine Logik weiter, gäbe es auch keine Computer.

(An dieser Stelle könnte man natürlich einen ganz billigen Apple-Witz einbauen, aber wir sind ja hier nicht auf einer Karnevalssitzung in Köln).

Enzo Mari at the UdK Berlin

Enzo Mari bei designtransfer, UdK Berlin

Obwohl wir Enzo Maris Logik in Bezug auf das Übel einer alles verschlingenden, monotonen digitalen Kultur oft folgen und sogar zustimmen können, finden wir seinen Standpunkt schade.

Wir haben hier einen Mann, der in den 1970er Jahren Pläne für Möbel entwarf, die man selbst bauen konnte.

Wir haben hier einen Mann, der ein Repertoire an wirklich wunderbaren Objekten hat, die man mit einem 3D-Drucker oder per Rapid Prototyping herstellen kann.

Wir haben hier einen Designer, der die Banalität der Massenproduktion durchschaut hat; der die Sinnlosigkeit des übermäßigen Konsums bemängelt; der die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Welthandels erkannt hat; der sich danach sehnt, die Ethik des Produktdesigns zu erörtern – es aber nicht kann, da es keine ethische Grundlage dafür gibt.

Wir haben hier einen Mann, dessen Arbeit förmlich “Open Design” schreit.

Könnte das nicht vielleicht etwas für ihn sein? Wir erklären ihm kurz das Konzept. Er denkt nach. Er versteht es. Er mag es nicht.

Aber, so protestieren wir, Sie haben doch diese Regale entworfen…

Ja, antwortet er, aber das war Teil eines größeren Projekts. Bei einzelnen, schnellen Projekten, ja, wieso nicht. Aber wenn ein Designer für ein oder zwei Jahre an einem größeren Projekt sitzt, muss er auch dafür bezahlt werden.

Aber, werfen wir hoffnungsvoll ein, Computer oder neue Technologien im Allgemeinen sind doch für irgendetwas gut?

Alle Computer sollten explodieren!

Für Enzo Mari dienen Computer einzig der Versklavung des Menschen und als künstliche Stütze, an die wir uns lehnen. Die reale Welt ist hart und beängstigend, sagt er, aber man muss raus gehen, sich ihr stellen, sie herausfordern, sie erobern. Man sollte sicht nicht zuhause in einer virtuellen Welt abschotten; geschützt, aber geistig tot.

Es liegt uns fern, Enzo Mari zu widersprechen. Wir sind uns nicht einmal sicher, ob wir das intellektuell überhaupt könnten. Aber wir glauben, dass sich Enzo Mari durch seine pauschale Ablehnung neuer Technologien selbst die Chance vorenthält, einige der Ziele zu erreichen, auf die er all die Jahre lang hingearbeitet hat. Genau das finden wir schade.

Das wirft natürlich die Frage auf, ob Enzo Maris Abneigung gegen die moderne Technik mit seiner Überzeugung zusammenhängt, stets alles auf seine eigene Art zu tun, unabhängig davon, was die Mehrheit dazu sagt. Wir vermuten das zumindest. Und wir sehen kaum einen Sinn darin, die Frage weiter zu verfolgen. Wenn Enzo Mari das Moderne nicht annehmen möchte, dann muss er das auch nicht. Er hat sich das Recht, es abzulehnen, mehr als verdient. Und vielleicht greift jemand anderes irgendwann seine Theorien auf und überträgt sie auf die moderne Welt, so dass wir alle davon profitieren können.

Enzo Mari in discussion

Enzo Mari beim Gespräch mit dem Publikum

Abgesehen von der Verurteilung moderner Technik und dem Markt, lieferte Enzo Mari in Berlin eine amüsante, nachdenklich stimmende, kontroverse und vor allem unterhaltsame Vorstellung, die Kunst, Kultur, Politik, Gesellschaft und mitunter sogar “das fürchterliche Wort Design” abdeckte. (Wie gesagt, Enzo Mari ist kein Freund von Design.)

Und seine berühmten Schimpftiraden? Oh ja, auch die gab es. Als er irgendwen oder irgendetwas gerade besonders energisch angeprangert hatte, drehte sich Mari zu seiner Dolmetscherin um und fragte sie, ob sie auch wirklich alles übersetzte. Ja, sagte sie, aber sie würde nicht anfangen zu brüllen! Die Wärme seines Lächelns und das Leuchten in seinen Augen als Reaktion auf ihre Antwort straften die Echtheit seiner Ausbrüche Lügen. Der Mann ist gar nicht grantig oder mürrisch. Er ist nur leidenschaftlich.

In einem ruhigen Moment sahen wir uns im Publikum um und fragten uns, wie viele von ihnen wohl in der Hoffnung gekommen waren, ihn schimpfen und toben zu sehen. Wir vermuten viele. Wir hoffen wenige. Denn im Laufe des Abends sprach Enzo Mari mit einer Weisheit und einer Sicherheit über Design, die man nur durch die jahrzehntelange intensive Interaktion mit Designprozessen, Fachleuten und Ergebnissen erwerben kann.

Man muss nicht mit allem was er sagt übereinstimmen. Man sollte es sich aber zumindest anhören.

Er beendete seinen Vortrag mit einer Frage: Habe ich genug gesagt?

Nein. Aber es ist fraglich, ob ein Mann wie Enzo Mari jemals genug sagen kann.



(smow)intern: Designmöbelkatalog 2011

Wednesday, July 6th, 2011

Technikverweigerer! Das wird (smow) ja normalerweise nicht nachgesagt. Soweit uns bekannt ist, hat noch kein (smow)Mitarbeiter einen iPad zertrümmert oder einen W-LAN Zugang gekappt um gegen die schleichende und zwanghafte Ausbreitung von Technologien in alle Lebensbereiche zu protestieren. Aber: In den ersten Wochen des Sommers waren alle im (smow)Hauptquartier mit der Vorbereitung und Herstellung des allerersten (smow)Katalogs beschäftigt. Ein realer gedruckter Katalog! Auf Papier! Mit Tinte!

Technikverweigerer? Au contraire, nos amis! Die Herstellung eines solchen analogen Katalogs ist technisch eine größere Herausforderung als dieses idiotensichere HTML zu programmieren. Und trotzdem ist es uns am Ende gelungen ein tolles Heft fertigzustellen. Gut gemacht, Katalogteam!

Neben einer Auswahl von (smow)Produkten enthält der Designmöbelkatalog 2011 auch biografische Informationen zu wichtigen Designern und natürlich wunderbare extra für den Katalog in Auftrag gegebene Fotos von Produkten von USM Haller, Vitra, Moormann, Richard Lampert et al.

So ein gedruckter Katalog ist im Prinzip nichts anderes als damals die Mechanisierung in den Textilfabriken, die den unterdrückten Massen erstmals den goldenen Geschmack von Freizeit kosten ließ. Mit dem Katalog bekommen wir ein Stück Technikfreiheit zurück. Computer ausschalten, Katalog in Ruhe durchblättern, Computer wieder anmachen, bestellen.

Ein Exemplar des Kataloges kann man über das Kontaktformular auf smow.de oder unter service@smow.de anfordern.

Auf facebook.com/smowcom haben wir außerdem die Fotogalerie zum Katlaogentstehungsprozess veröffentlicht.

smow Designer Furniture Catalogue 2011

(smow) Designmöbelkatalog 2011



Stockholm Design Week 2011: Interview mit Front

Thursday, February 17th, 2011
Front Page by Front for Kartell

Front Page von Front für Kartell

Im Rahmen der Stockholm Design Week 2011 präsentierte Kartell die Zeitungsablage Front Page vom Stockholmer Design Studio Front.

Cleveres Wortspiel und vieles mehr…

Front Page wurde zwar schon auf der Mailänder Möbelmesse 2010 offiziell vorgestellt, tritt aber erst jetzt seinen Siegezug in den Shops an. Also eine tolle Gelegenheit für einen Front “home gig”.

Front arbeitete bereits mit Herstellern wie Moroso, Established & Sons oder mit moooi zusammen, Front Page ist aber das Erste für und mit Kartell hergestellte Produkt.

Im Showroom des Stockholmer Kartell Flagshipstores trafen wir uns mit Anna Lindgren von Front um mit Ihr über die Kooperation mit Kartell und über Stockholm zu diskutieren.

(smow)blog: Wie entwickelte sich die Kooperation mit Kartell?

Anna Lindgren: Kartell war eines der Unternehmen mit denen wir unbedingt zusammen arbeiten wollten – wir haben lange Zeit versucht ein Treffen mit Ihnen zu arrangieren um ihnen unser Portfolio zu zeigen. Aber dann haben sie einige unserer Arbeiten in einer Mailänder Galerie gesehen und uns am Ende kontaktiert.

(smow)blog: Und dann haben sie gesagt “Bitte macht eine Zeitungsablage, wir lieben das Wortspiel” oder wie entwickelten sich die Dinge?

Anna Lindgren: Nein, nein, es war mehr so, dass es uns erlaubt wurde zu ihnen zukommen und einige unserer Ideen, von denen wir dachten, das sie gut zu Kartell passen würden, vorstellen durften. Anschließend kam es zu einer Diskussion aus der Front Page hervorging. Da Kartell sehr daran interessiert ist Langzeit-Partnerschaften mit Designern einzugehen, wollten sie auch, dass wir an einer Reihe verschiedener Produkte arbeiten können, die zu Kartell passen könnten…

(smow)blog: Es liegt also eine Serie an Prototypen von Front im Kartell Hauptquartier…

Anna Lindgren: (lacht) Nicht ganz, allerdings arbeiten wir an ein paar Prdukten von denen wir hoffen sie dieses Jahr in Mailand zeigen zu können. Aber das ist noch nicht sicher…

(smow)blog: War die Kooperation aus Ihrer Sicht erfolgreich?

Anna Lindgren: Definitiv!

(smow)blog: Momentan sind wir mitten in der Stockhomer Design Week. Ist das ein Ereignis an dem Front teilnehmen musste oder eines an dem man teilnimmt, weil es einem am Herzen liegt?

Anna Lindgren: Einige Jahre hatten wir gar nichts gemacht! Dieses Jahr ist es der Fall, dass wir die Zeitungsablage in Mailand präsentiert hatten und es endlich in die Geschäfte kommt und wir das feiern. Die Stockholmer Möbelmesse ist eine sehr interessante Messe und auch die Design Week wird jedes Jahr besser, sodass es sehr schön ist hier etwas zu zeigen. Natürlich auch, weil es für uns besonders bequem ist!

(smow)blog: Noch eine letzte Frage. Ist Stockholm eine kreative Stadt in der man als Designer arbeiten kann oder ist es so, dass man Stockholm verlassen muss um Dinge zu erreichen?

Anna Lindgren: Stockholm ist eine sehr nette Stadt in der man gut leben und arbeiten kann. Sie ist groß aber nicht zu groß und hier gibt es viele kreative Menschen. Deshalb ist Stockholm eine sehr gute Basis für unser Studio.

Front Page  - the magazine rack that thinks its a book!

Front Page - Die Kartell Zeitungsablage die sich für ein Wortspiel hält

Kartell Stockholm present Front Page by Front

Kartell Stockholm präsentiert Front Page von Front



Designermöbel Social Networking: Twitter

Wednesday, August 18th, 2010

Es gab einmal eine Zeit, in der die “Netzwerkpflege” im Geschäftsleben hauptsächlich auf Cocktailpartys, in Tennisclubs oder unter Freimaurern stattfand.

Lang lang ist’s her.

Wir leben aber im Jetzt und in der modernen Geschäftswelt ist Netzwerkpflege (Networking) gleichbedeutend mit Facebook, Twitter, X-ing et al.

Nicht nur als Marketinginstrument sondern auch immer mehr als wichtiges Mittel der Kundenkommunikation, Feedbackinstrument und Forum für Kritik.

Fritz Hansen have recognised the advantages of social networking

Fritz Hansen hat die Vorteile von sozialen Netzwerken erkannt

Eine Studie von Edison Research unter Twitter-Nutzern in den USA hat kürzlich ergeben, dass Twitter eine wichtige Quelle für Produktinformationen ist – und zwar nicht nur im Sinne von Basiswissen sondern auch als Plattform für Meinungsaustausch.

Die Recherchen von smow.de zeigen zwar, dass die Nutzung und Akzeptanz von Twitter unter führenden Möbelhersteller in den letzten Jahren gestiegen ist; aber generell hinkt die Designermöbelindustrie weit hinter anderen Branchen hinterher, was die sozialen Netzwerke angeht.

Für den (smow)Report-Autoren Kelly Felten ist das ein Problem: “Wenn man bedenkt, wieviele Designblogs in den letzten Jahren entstanden sind, ist es umso wichtiger dass die Hersteller in der Lage sind die Diskussionen zu verfolgen und eben zu reagieren, wenn es um ihre Produkte geht. Wenn das auf Twitter geschieht, müssen die Hersteller dort vertreten sein!”

Gezielte Nutzung von Twitter könne sich zum Beispiel auch nützlich erweisen beim Aufbau von Markenloyalität unter Konsumenten oder zur Organisation von effizienteren PR-Kampagnen im Vorfeld der großen Messen, so Felten.

“Stellen Sie sich doch nur mal das folgende Szenario vor: Designer X bringt für den Hersteller Y ein Produkt auf den Markt, ein Twitter Chat mit X wird über Ys Twitter Account organisiert,” so Felten, “und schon haben Sie einen Online Buzz.”

Außerdem könnten bessere und (für die Käufer) interessantere Inhalte das größte Problem der Designmöbelhersteller lösen: die relativ geringe Zahl der Follower.

Einzig und allein Herman Miller kann mit ca. 62.000 Followers von sich behaupten, an führende kommerzielle Marken heranzureichen – was die Twitter-Zahlen angeht.

Dass Designmöbel-Kunden Interesse an (u.a.) Twitter haben, wird am Beispiel Kartell deutlich. Der italienische Hersteller fing im April 2010, kurz vor der Mailänder Möbelmesse, an zu twittern und hat jetzt fast 650 Follower.

@kartellpeople

@kartellpeople haben am 8. April 2010 angefangen zu twittern

Felten relativiert, dass Twitter allein die Möbelbranche nicht verändern wird, aber die gezielte und professionelle Nutzung von Twitter wird eine zunehmend wichtigere Rolle für Designmöbelhersteller spielen.

“Die Vertriebsstrukturen verändern sich, und mit ihnen die Kommunikation zwischen Käufer und Hersteller”, meint Felten. “Die Designmöbelhersteller haben das erkannt, stecken aber noch in den Kinderschuhen.”

Die (smow) Designermöbel Twitter Top 11:

Hersteller Twitter Name Followers Klout
Herman Miller @hermanmiller 62038 24
Vitra @vitra 3588 18
Knoll International @knoll_inc 2918 05
Droog Amsterdam @droogamsterdam 865 05
Ligne Roset @ligneroset 840 06
Fritz Hansen @fritzhansen 694 10
Kartell @kartellpeople 635 16
bludot @bludotnews 531 05
e15 @e15_furniture 221 00
Droog New York @DroogNYC 205 00
Thonet @THONET_GmbH 182 00

(Stand: 18.08.2010)

(Zum Vergleich: http://twitter.com/smowblog hat 220 Followers und ein Klout Rating von 05)



Anna Castelli Ferrieri

Thursday, August 5th, 2010
Anna Castelli Ferrieri (

Anna Castelli Ferrieri (1920-2006)

Der 6. August markiert den Jahrestag des 90. Geburtstags der italienischen Architektin, Designerin und Mitgründerin von Kartell, Anna Castelli Ferrieri.

Abgesehen von kleineren Flirts mit der Moderne und einem Besuch bei Le Corbusier in Paris wurde die jugne Anna Castelli Ferrieri schon immer mehr vom italienischen Neorationalismus angezogen – besonders von Franco Albinis Arbeit.

Auch wenn das Design von Kartell nicht sofort an die Arbeiten von Albini erinnert, so lebt doch der Ethos hinter dem Unternehmen und die Auffasung von Design nach Albinis Mix aus traditionellem, italienischen Design gemischt mit modernen Elementen und bezahlbaren Materialien.

Neben ihrem Einfluss auf die goldene Ära des zeitgenössischen italienischen Design in den 60er und 70er Jahren hat Anna Castelli Ferrieri mit ihrem 1969 Componibili, ein modulares Storagesystem und ein Klassiker im zeitgenössischen italienischen Design, zum italienischen Designkanon beigetragen.

Von 1976 bis zum Ruhestand 1989 war Anna Castelli Ferrieri Artist Director bei Kartell und betreute die Etablierung Kartells an der Spitze der Entwicklung und Verwendung von modernem Kunststoff im Produktdesign.

Anna Castelli starb am 22. Juni 2006 im Alter von 87 Jahren.

Componibili by Anna Castelli Ferrieri for Kartell

Componibili von Anna Castelli Ferrieri für Kartell



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Japan-Israel 0:0

Monday, July 12th, 2010

Die meisten von Ron Arads Arbeiten könnten die von Isamu Noguchi problemlos zerquetschen, aber Arad spielte fair und verzichtete darauf, den Well-Tempered Chair zu bringen.

Er arbeitete stattdessen mit verschiedenen Plastikvariationen. Trotz einiger schöner Aktionen, u.a. mit dem Infinity Flaschenregal, der Lovely Rita und dem Bookworm für Kartell, kam Arad nicht gegen Isamu Noguchis konstante Leistung und die Variationen der Akari Lampe an.

Das torlose Unentschieden war am Ende ein gerechtes Ergebnis.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Italien-Belgien 0:1

Friday, June 25th, 2010

Nach seiner Verletzung am Sprunggelenk wurde Cesare “Joe” Colombo für dieses Spiel durch Antonio Citterio ersetzt – einen der erfahrensten Designer der italienischen Mannschaft.

Er eröffnete das Match mit einem schnellen Mobil für Kartell und legt kurz darauf mit dem Follow Me für Vitra nach. Trotz dieses intensiven Beginns, gelang es Citterio nicht, Maarten Van Severens legendäre Gelassenheit zu durchbrechen.

Das Urgestein des belgischen Möbeldesigns glänzte mit einer eleganten Kombination des LCP für Kartell und der MVS Chaise für Vitra und konnte so mit Antonio Citterios exzellenter Arbeit gleichziehen.

Im weiteren Spielverlauf konnten keine weiteren Großchancen herausgearbeitet werden, sodass das Spiel 0:0 endete.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Schottland-Israel 1:1

Monday, June 21st, 2010

Obwohl Ron Arad und Charles Rennie Mackintosh stilistisch meilenweit voneinander entfernt sind, eint sie doch ihre individuelle und kompromisslose Herangehensweise an Design.

Wie erwartet startete Charles Rennie Mackintosh stärker in das Spiel. Sein mutiger Bruch mit Konventionen und herkömmlichen Designvorstellungen gipfelte im Argyle Chair und brachte ihn verdient mit 1:0 in Führung. Ron Arad versuchte zwar gegen die Dominanz Mackintoshs anzukämpfen, aber seine Aktionen ließen die nötige Präzision vermissen und landeten weit abseits des Ziels.

Gegen Ende der zweiten Halbzeit gelang Ron Arad jedoch der Ausgleich mit seinem genialen und bahnbrechenden Bookworm Bücherregal für Kartell.

Ein faszinierendes und gerechtes 1:1.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft:Holland-Spanien 1:0

Wednesday, June 16th, 2010

Tag zwei der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 brachte die erste Begegnung der Frauen: Patricia Urquiola gegen Hella Jongerius.

Wie erwartet begann Patricia Urquiola in ihrer typisch robusten und voluminösen Art – wie man sie durch ihre Arbeiten für B&B Italia, Cassina oder Molteni & C kennt. Gegen die schlaue und formal abenteuerlustigere Jongerius kam Urquiola mit ihrer klassischen “Lounge”-Taktik aber nur schwer voran.

Sie schwenkte um auf den etwas synthetischeren “Kartell-Stil” und konnte so einige Chancen herausarbeiten. Jongerius konterte aber mit dem völlig unerwarteten Polder Sofa für Vitra und entschied das Spiel 1:0 für Holland.

Hella Jongerius Fans

Hella Jongerius Fans



2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Italien-Dänemark 1:1

Friday, June 11th, 2010

Im Eröffnungsspiel der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 trafen zwei große Designnationen aufeinander, und mit ihnen zwei der einflussreichsten europäischen Nachkriegsdesigner: Verner Panton und Cesare “Joe” Colombo.
In einer mutigen ersten Aktion probierte Verner Panton einen Alleingang mit seinem Bachelor Chair. Colombo gelang in der Folge ein Konter mit seinem 4801 Sessel für Kartell. Nach einigen guten Aktionen und unter Einsatz von Kunststoff ging Joe Colombo mit seinem Universale Stuhl 4867 in Führung. Verner Panton ließ sich aber nicht unterkriegen. Er passte sich dem italienischen Plastik-Stil an und profitierte auch vom veränderten Geschmacksempfinden der Möbelkäufer. Mit seinem Panton Chair für Vitra gelang ihm schließlich der Ausgleich.
Trotz einiger guter Chancen auf beiden Seiten, konnten weder Verner Panton noch Joe Colombo eine Entscheidung erzwingen, und das Match endete mit einem verdienten 1:1.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe A