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Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2012: DMY Berlin ersetzt den Rat für Formgebung als Veranstalter

Monday, February 6th, 2012

Vor einigen Jahren saßen wir eines Freitagabends in der Küche des Berges von Moormann in Aschau im Chiemgau als Nils Holger Moormann freudestrahlend hereinkam.

Er kam gerade mit einem “Deutschen Designpreis” in Gold fürs Berge in der Tasche zurück und schwärmte nun davon, dass der Gewinn des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zu anderen Designpreisen so ist, als würde man olympisches Gold gewinnen.

Vielleicht hat er ihn auch nicht wirklich mit den Olympischen Spielen verglichen – unsere Erinnerung daran kann auch etwas verschwommen sein -, doch es bedeutete auf jeden Fall ein großes Lob. Und er strahlte bis über beide Ohren.Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 20121969 ins Leben gerufen, ist der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland der offizielle nationale Designpreis des Landes und wurde bisher im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vom Rat für Formgebung verwaltet und organisiert. Ab 2012 soll DMY Berlin diese Aufgaben übernehmen – offenbar eine recht umstrittene Entscheidung.

Bei der ersten Pressekonferenz hat Hans-Joachim Otto, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, mehrfach betont, dass die Entscheidung DMY mit dem Wettbewerb zu betrauen, keinesfalls eine Beleidigung gegenüber dem Rat für Formgebung darstellen solle. Das tat er mit einer Bestimmtheit und unmissverständlichen “hör ganz genau zu”-Deutlichkeit, die darauf schließen ließ, dass sich jemand gewaltig vor den Kopf gestoßen gefühlt hat.

Ob sich der Rat für Formgebung tatsächlich beleidigt fühlt, kann man vielleicht am besten daran sehen, dass sie ihren eigenen Wettbewerb ins Leben gerufen haben: den German Design Award. Oder wie wir solche Entscheidungen verstehen: “Wenn wir kein Stürmer sein können, nehmen wir unseren Ball eben mit nach Hause und spielen alleine”.

Soweit wir das beurteilen können, ist es nicht gerechtfertigt, dass der Rat für Formgebung seinen eigenen Wettbewerb startet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das zu Missmut führt und eine klar definierte Einordnung der derzeitigen Designqualität in Deutschland im Rest der Welt verhindert, woran der Rat für Formgebung rein theoretisch ebenfalls interessiert sein sollte.

german design award 2012

German Design Award 2012: Nicht zu verwechseln mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2012

Und nicht nur der Rat für Formgebung scheint durch die Entscheidung verstimmt zu sein. Ein Kollege wirkte auf der Pressekonferenz sehr sehr verärgert darüber, dass der Rat für Formgebung nicht länger die Organisation innehat. Sofern wir das richtig verstanden haben, lag das wohl daran, dass er Angst hatte, der Wettbewerb könnte zu kommerziell werden und irgendwie seine bisherige Reinheit verlieren.

Ohne die Kompetenz unseres Kollegen in Sachen deutsches Design offen anzweifeln zu wollen – denn wir fürchten, das könnte damit enden, dass wir winselnd und mit eingezogenen Schwänzen in den Wald flüchten -, so sollte er vielleicht mal einen Blick auf die Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs werfen, als er noch vom Rat für Formgebung organisiert wurde und sich dann fragen, wieso der Rat für Formgebung sich dazu gezwungen fühlte, seinen eigenen Wettbewerb ins Leben zu rufen? Mal abgesehen von Neid und verletztem Stolz… Außerdem sollte er etwas kritischer beäugen, wie der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in letzter Zeit unter der Leitung des Rates für Formgebung vergeben wurde. Das hat das Wirtschaftsministerium auf jeden Fall getan…

Beim Versuch das Konzept des Rates neu auszurichten, ließ der Parlamentarische Staatssekretär auch verlauten, dass das Ministerum der Ansicht war, dass das Abhalten der Preisverleihungszeremonie während der Ambiente nicht die erforderliche Resonanz gebracht hat.

So sieht’s aus.

Nichts gegen die Frankfurter Messe, aber die Ambiente ist einfach keine Designmesse, sondern eine Messe für Wohnaccessoires und Geschenke. Am meisten mit Design zu tun, haben dort wahrscheinlich die Tapeten – mit Grafikdesign…

Der in Frankfurt ansässige Rat für Formgebung scheint oft nicht in der Lage über die Ufer des Mains hinauszudenken. Beispielsweise besteht der Stiftungsrat für das neue Deutsche Design Museum, das eigentlich für Berlin geplant ist, ausschließlich aus Frankfurtern. Das liegt vermutlich daran, dass der Rat für Formgebung keine kompetenten Leute kennt, die in Berlin wohnen.

Hätten sie von einem Designfestival in Berlin gewusst, hätten sie die Kooperation vermutlich früher begonnen und ihre Preisverleihung und -ausstellung zumindest parallel zum oder direkt beim DMY Festival veranstaltet. Das hätte auf jeden Fall ein größeres Medienecho hervorgerufen als die Teller, Handtuchhalter und Maniküreprodukte der Ambiente.

Was die Medienwirksamkeit betrifft, braucht man nur einmal den Umfang unserer Berichterstattung hier betrachten und dann googeln, wer noch darüber berichtet…

messe frankfurt messeturm

Der Messeturm auf der Frankfurt Messe beherbert seit Januar 2012 das Hauptquartier von... man kann es sich wahrscheinlich denken (Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Helmut Stettin )

Wir vermuten mal, dass die Verehrung alles Hessischen durch den Rat für Formgebung mit ein Grund dafür war, wieso der Vertrag DMY zugesprochen wurde. Wenn das tatsächlich der Fall ist, können sie sich nur selbst die Schuld in die Schuhe schieben. Wir jedenfalls begrüßen die Entscheidung, DMY Berlin mit der Organisation des Wettbewerbs betraut zu haben.

Bei der Pressekonferenz hörten wir die Bezeichnung “Generationswechsel”, die wir überaus passend finden. Viele Menschen haben Angst vor Generationswechseln, doch sie sind wichtig, wenn eine Organisation, ein Event oder eine Beziehung sich entwickeln und zukünftige Herausforderungen meistern muss.

Wenn man so oft mit jungen und alten, etablierten und weniger etablierten deutschen Designern spricht wie wir, hört man oft die Kritik, dass die bestehenden Designinstitutionen Deutschlands sich zu sehr auf die “gute Form” konzentrieren und noch immer in einer Welt agieren, in der Dieter Rams bestimmt, was deutsches Design überhaupt ist. Außerdem verbringen sie viel Zeit damit, Designern zu sagen, was sie tun sollten, anstatt ihnen dabei zu helfen, das zu fördern, was sie eigentlich tun. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die Organisation von einer Generation dominiert wird, die aus einer Zeit stammt, in der die Dinge noch so liefen. Das ist gut so. Doch heute ist das eben nicht mehr so. Und auch das ist gut so.

Mit DMY als Organisator des Designpreises der Bundesrepublik Deutschland wird der Wettbewerb wahrscheinlich nicht nur moderner, sondern auch demokratischer und offener gestaltet werden – vor allem durch den All-Inclusive-Preis von 350 Euro. Durch diese relativ geringe Gebühr wird es viel mehr kleineren Firmen und Designstudios möglich sein sich zu bewerben als bei den vielen anderen Designpreisen, bei denen Designer oft tausende Euro für den Gewinn zahlen müssen.

(Eine kurze Anmerkung für alle, die das nicht wissen: Einen Designwettbewerb zu gewinnen ist sehr teuer. Es gibt beispielsweise einen Wettbewerb, bei dem die Sieger eine “Gewinngebühr” in Höhe von 2800 Euro zusätzlich zu obligatorischen Kosten für Katalogeinträge bezahlen müssen – und natürlich die Teilnahmegebühr. Das stellt natürlich für jeden, der nur über ein eingeschränktes Budget verfügt, eine große Hürde dar.)

Es ist natürlich auch möglich, dass DMY Berlin den Wettbewerb verbockt und das Ganze in einem Disaster endet. Dieses Risiko besteht immer, wenn man den Partner wechselt. Das werden wir aber erst Mitte Mai wissen, wenn Details darüber bekannt gegeben werden, wie viele Anmeldungen eingegangen sind, von wem und aus welchen Disziplinen.

Doch wenn man sich das vom DMY entwickelte Konzept mal ansieht und es sowohl mit dem, was vorher war, vergleicht als auch mit all den anderen Designpreisen in Deutschland, so sehen wir eine reale Chance den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland wiederzubeleben und dem deutschen Design sowie den deutschen Designern dabei zu helfen, sich besser auf dem Weltmarkt zu präsentieren.

Wir schlagen vor, der Rat für Formgebung lässt den Ball einfach da liegen, wo er ist, und akzeptiert seine Postion am Flügel…



Spiral Shelf von Argue Design

Sunday, December 4th, 2011

Nachdem wir euch schon Dinge vorgestellt haben, die ihr nur in Paris sehen könnt, stellen wir euch nun etwas vor, das ihr nur in Stockholm sehen könnt. Nett wie wir sind …

Wir haben Spiral Shelf von Argue Design aus Stockholm zum ersten Mal auf dem DMY Berlin 2010 gesehen und uns auf den ersten Blick verliebt. Dann haben wir Matilda Nordgård von Argue Design auf der Stockholm Furniture Fair 2011 getroffen und uns sehr nett mit ihr unterhalten. (Das Interview müssen wir wirklich so schnell wie möglich posten, am besten noch vor der Stockholm Furniture Fair 2012.) Nordgård konnte unsere Besessenheit vom Spiral Shelf erfolgreich verfestigen und so könnt ihr euch vielleicht unsere Freude vorstellen als wir gestern Nachmittag per E-Mail erfahren haben, dass Spiral Shelf nun bei der Villa Contemporary Art in Stockholm ausgestellt und verkauft wird.

Das Schöne am Spiral Shelf ist, dass man Dinge sowohl hinein als auch hindurch schieben kann. Wir wollen damit nicht andeuten, dass wir unordentlich sind und so ein genial einfaches System zum Ordnunghalten nötig haben … Aber ihr wisst doch, wie es manchmal ist… Wir sprechen hier nicht nur von Kleidung. Spiral Shelf ist genauso der perfekte Stauraum für Spielsachen, Bücher, Zeitungen, Hüte, Schals und all die anderen alltäglichen Dinge, die man schnell mal verstauen muss. Doch Spiral Shelf kann auch als klassische Aufhängung verwendet werden – entweder mithilfe der eingebauten Haken, eigenen Kleiderbügeln oder einfach so, zum Beispiel mit der “natürlichen” Aufhängung eines Regenschirms.

Aus pulverbeschichtetem Eisen gefertigt, ist Spiral Shelf von Argue Design für uns eines jener Stücke, das uns mit seinem schlichten, effizienten, zeitgenössischen Design vollends überzeugt. Und wie unser Redakteur in seiner Festtagsstimmung wohl sagen würde: Morgen Kinder wird’s was geben, das würd’ ich dir kaufen, würd’ ich in Stockholm leben!

argue design dmy berlin 2010

Argue Design @ DMY Berlin 2010

DMY Berlin Argue Design Spiral Shelf

Spiral Shelf von Argue Design...

DMY Berlin 2010 Spiral Shelf Argue Design

...hält einfach alles fest... sogar flüchtende Schafe!



DMY Berlin 2011: Made out Portugal

Tuesday, July 19th, 2011

Zu den innovativsten Designkonzepten auf dem DMY Berlin 2011 gehörte auf jeden Fall die aus Holland stammende Designplattform Made out Portugal. Ihre Arbeiten stellte sie nämlich auf der Ladefläche eines Lastwagens aus. Zumindest tat sie das am Anfang – die Kombination aus Ort und Wetter zwang sie später doch zum Umzug nach drinnen. Das schmälerte aber nicht das Konzept als solches.

Mobile Ausstellungen sind ja nichts neues. Regierungen und Krankenkassen nutzen diese Ausstellungsform gern um Bürger auf Themen aufmerksam zu machen oder sie zum Mitmachen bei irgendwas zu animieren. Im Bereich des Produktdesigns oder in der Kunst wirkt es hingegen ein wenig subversiv, wenn Begriffe wie Kurzlebigkeit und Flüchtigkeit ins Spiel kommen. Theoretisch könnten Sie an jeder Raststätte auf dem Rückweg nach Eindhovem halt machen und ihre Arbeiten zeigen.

Um mehr über das mobile Konzept und über den Stand der Dinge bei Made out Portugal zu erfahren, haben wir mit einem der Plattformgründer, Bruno Carvalho, gesprochen.

(smow)blog: Wie kam es zu der Entscheidung die Ausstellung auf einem Lastwagen zu präsentieren?

Bruno Carvalho: Wir kommen alle aus Portugal, leben aber anderswo und sind deshalb alle in irgendeiner Art und Weise Designnomaden. Mit dem gemieteten Van sind wir nicht unbedingt auf eine Ausstellungsfläche oder eine Galerie angewiesen, um unsere Arbeiten zu zeigen. Wir haben einfach unsere eigene, temporäre Galerie. Wir können Sie überall parken und sofort ausstellen. Dieses Konzept mag ich wirklich sehr, weil ich der Meinung bin, dass Design für jeden da sein sollte. Mit unserem Wagen können wir in einem Wohngebiet anhalten und dadurch Leute erreichen, die normalerweise nicht zu solchen Shows gehen würden. Es ist definitiv eine andere Form der Kommunikation, gerade weil es im Moment so viele Designshows gibt. Manchmal ist es so, dass es mehr Designwochen als normale Wochen im Jahr gibt.

(smow)blog: Und wie kam es zur Entscheidung den Truck auf dem DMY zu zeigen?

Bruno Carvalho: Weil es Berlin ist – Berlin ist einfach eine tolle Stadt. Und deshalb war es mehr so “Lasst uns zum DMY fahren – das ist in Berlin!!” Außerdem ist das DMY ein nettes entspanntes Festival mit vielen Workshops und weniger wirtschaftlichem Druck. Hinzu kommt, dass die Designer viel miteinander sprechen, was wirklich gut und sehr positiv ist.

(smow)blog: Das erste Mal haben wir uns ja auf der Dutch Design Week in Eindhoven getroffen, für Euch war das gleichzeitig auch die erste Made out Portugal Ausstellung. Wie haben sich die Dinge seitdem für Euch entwickelt?

Bruno Carvalho: Am meisten beschäftigt uns momentan die interne Diskussion in welche Richtung wir uns weiterentwickeln wollen. Einige wünschen sich eine strukturiertere Organisation, ich aber bin der Meinung, dass weiterhin alles ganz einfach gehalten werden sollte. Made out Portugal stellt für mich keine Marke dar, sondern nur eine Plattform auf der sich alle unverbindlich einander helfen. Deshalb ist unser nächster Schritt zu entscheiden, wie unsere zukünftige Ausrichtung aussieht.

(smow)blog: Suchst Du trotzdem weiter nach Designern, die bei Euch mitmachen können?

Bruno Carvalho: Ja. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Designern. Jeder portugiesiche Designer, der in Europa – aber nicht in Portugal – arbeitet, ist eingeladen uns beizutreten. Portugal befindet sich momentan in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation, wir möchten Portugal in dieser Situation helfen. Viele von uns arbeiten mit und in sehr hochrangigen professionellen Studios in denen wir viele Erfahrungen sammeln, die wir gern weitergeben. Genau deshalb werden wir auf der Experimenta auch ein paar in Portugal lebende Designer einladen.

(smow)blog: Was uns ganz vorzüglich zur letzten Frage überleitet: Wo können wir den Made out Portugal Truck als nächstes erwarten?

Bruno Carvalho: Momentan befinden wir uns noch in der Planungsphase. Wir versuchen aber beim Londoner Design Festival und bei der Experimenta in Lissabon zu sein. Das Gute ist: wir können – selbst wenn wir keinen Stand bekommen – an jedem Veranstaltungsort anhalten und ausstellen!

Mehr Informationen zu Made out Portugal gibt es hier www.madeoutportugal.com

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Der Made out Portugal Ausstellungstruck

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...und hier nachdem sie nach drinnen gezogen sind.

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Spore Vase von Paulo Sellmayer. Teil von Made Out Portugal auf dem DMY Berlin 2011

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João Valente #Another contemporary chair. Teil von Made Out Portugal auf dem DMY Berlin 2011.

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Tempelhof Lamp von Bruno Carvalho. Der zweite Teil von Bruno - spezielle Konzeptmöbel.



Wilbur von Daniel Wahl

Wednesday, June 29th, 2011

Daniel Wahl aka weltunit hat auf dem DMY Berlin 2011 offiziell seine neue Schreibtischplatte Wilbur vorgestellt.

Wilbur ist ein Entwurf speziell für das Egon-Eiermann-Tischgestell und soll Schreibtischtätern in erster Linie helfen, wieder die Kontrolle über ihren Arbeitsplatz zu erlangen – und vor allem über ihre Kabel.

Was viele gar nicht wissen: Egon Eiermann hat lediglich das Tischgestell designt. Seine Idee war, dass jeder sich seine eigene Platte selbst besorgt. Und tatsächlich haben viele seiner Studenten einfach alte Türen auf ihre Gestelle gelegt.

Damals wurde noch alles per Hand und auf Papier erledigt. Schreibtischorganisation bezog sich im Prinzip nur darauf, wie man seine Papiere stapelte. Die Tischplatte an sich war demnach weniger wichtig, sie musste musste nur flach sein.

Seitdem hat sich einiges getan. Wer kennt nicht die immer unübersichtlicheren Berge von Kabelsalat und notwendigen technischen Gerätschaften, die sich auf dem “Schreib”tisch türmen.

Wilbur ist Daniel Wahls Antwort.

Ein “Tunnel” unter der Tischplatte bietet genug Raum für sämtliche Kabel, Ladegeräte und externe Festplatten – oder wahlweise auch für Kekse, falls die Kollegen wiederholt Backwareneigentumsrechte verletzen!

Zugang zum Tunnel bekommt man über einen Ausschnitt in der Tischplatte. Die Abdeckung ist an der Seite geschlitzt sodass Kabel eingeführt werden können.

Es ist alles so simpel dass man fast weinen möchte.

Wilbur wird in Deutschland hergestellt und ist in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich. Für den Ausschnitt in der MDF-Platte werden verschiedene Optionen angeboten – je nach den unterschiedlichen Kabelgegebenheiten der Nutzer.

Weitere Informationen gibt es unter www.weltunit.com



DMY Berlin 2011: Transalpino – Made in Between

Wednesday, June 22nd, 2011

In ihrem diesjährigen Projekt wollten die aus Berlin und Mailand stammenden Designer von Transalpino die Designtraditionen, die zwischen den beiden Städten liegen, ergründen.

Die Früchte ihrer Recherchen gab es unter dem Titel “Made in Between” auf dem DMY Berlin 2011 zu sehen.

Wir haben mit dem Transalpino-Mitglied Christoffer Martens gesprochen um etwas mehr über das Projekt zu erfahren.

(smow)blog: Was ist der Hintergrund zu “Made in Between”?

Christoffer Martens: Normalerweise spricht man von der Designstadt Berlin oder der Designstadt Mailand, wir wollten aber das Potential erforschen, das zwischen den beiden Städten liegt. Wir waren neugierig, welche Möglichkeiten in den verschiedenen Regionen existieren. Also haben wir die Regionen, die auf der Reiseroute liegen, untersucht und Unternehmen ausgewählt die unserer Meinung nach die jeweilige Region repräsentieren. Am Ende hatten wir eine hübsche Mischung aus sehr traditionellen Betrieben, modernen Firmen und aus kleinen Handwerksbetrieben und großen globalen Konzernen. Mit dem Projekt haben wir die Gebiete miteinander verbunden, indem wir Produkte entworfen haben, die verschiedene Firmen und Regionen zusammenführen.

(smow)blog: Heißt “zusammenführen”, dass verschiedene Hersteller in einem Produkt repräsentiert sind?

Christoffer Martens: In einigen Produkten haben wir verschiedene Materialien von unterschiedlichen Herstellern, oder es wurde ein bestimmter Prozess oder eine Spezialisierung der einen Firma im Produkt einer anderen Firma verwendet. Es gibt also verschiedene Arten der “Zusammenführung”.

(smow)blog: Und der Trip selbst: Sind Sie tatsächlich die Route entlang gefahren?

Christoffer Martens: Ja, wir waren zwei Wochen mit zwei Autos unterwegs – eins davon war ein sehr alter VW Bus. Wir sind die Route entlang gefahren, haben die Firmen besucht und Ideen ausgetauscht. Als wir zurück waren, hat die eigentliche Produktentwicklung begonnen.

(smow)blog: Was haben Sie als Designer von der Erfahrung gelernt?

Christoffer Martens: Einerseits erkennt man das riesige Potential das in den einzelnen Regionen steckt, die relativ weit weg von den herkömmlichen “Designstädten” liegen. Außerdem existiert dort ein unheimlich großes Wissen, welches teilweise in Gefahr ist verloren zu gehen, da die Zukunft der Unternehmen unsicher ist. Und wir haben Menschen kennengelernt, die die fantastischsten Objekte herstellen – das ist so inspirierend! Alles in allem war es ein wunderbares und inspirierendes Erlebnis.

(smow)blog: Hier in Berlin ist die Premiere. Gibt es Pläne, auch an anderen Orten auszustellen?

Christoffer Martens: Wir zeigen traditionell alle Transalpino-Ausstellungen sowohl in Berlin als auch in Mailand. Wir wollen nächstes Jahr in Mailand ausstellen, aber natürlich auch in einigen der Orte, die wir bereist haben.

Details zum Projekt und Bilder aller Produkte gibt es unter www.transalpino.de

Am Donnerstag, dem 23. Juni werden Mitglieder der Transalpino-Gruppe über die Entstehung des Projekts und ihre Erfahrungen in der Galerie “erstererster” in Berlin sprechen.

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DMY Berlin 2011: Transalpino - Made in Between

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Constellation Vase von Johannes Laue, Teil von Transalpino - Made in Between

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Rita Becher von Sven Funcke



DMY Berlin 2011

Sunday, May 29th, 2011

Ein Höhepunkt des (smow)Jahres ist immer das DMY in Berlin. Zum einen weil wir die Chance haben eine Woche in Berlin zu verbringen, zum anderen weil der kommerzielle Aspekt hier nicht wie bei den meisten Designfestivals eine übergeordnete Rolle spielt. Konzeptuelles, experimentierfreudiges Design ist ebenso gern gesehen wie bereits marktreife Produkte. Außerdem hat man das Gefühl, dass es wirklich nur um Design geht. Egos, Starallüren und unglaubliche Spesenabrechnungen gehören woanders hin.

Zentrale Themen auf dem diesjährigen DMY sind Finnland und Kopien.

Finnland ist in diesem Jahr das Gastland – mit vielen finnischen Ausstellern. Außerdem können DMY Besucher sich über Helsinkis Programm als “Welt-Designhauptstadt 2012″ informieren. Ihr wisst, wo wir nächstes Jahr sein werden!

Das Copy/Culture Symposium wird mutig einige der heißesten aktuellen Themen der Branche auf den Tisch bringen: Copyright, Open Design, Tantiemen… Wir erwarten ein paar #milanuncut Momente.

Wir freuen uns auf diese Hauptthemen, aber auch auf das Wiedersehen mit alten Bekannten und auf eine Menge neuer bester Freunde. Und wie immer halten wir euch auf dem Laufenden mit all den tollen DMY Berlin Geschichten und Fotos. Plus ein paar wenigen schlechten Witzen.

Hier gibt es das vollständige DMY Berlin 2011 Programm



DMY Berlin: Tape Installation

Thursday, June 17th, 2010
DMY Berlin Tape Installation

DMY Berlin Tape Installation

Natürlich war das kein UFO auf der DMY Berlin.

Was haben wir gelacht.

Diese Skulptur war die so genannte “Tape Installation” von dem Österreichisch-Kroatischen Designerteam für Use/Numen. Die Installation hatte auf der Vienna Design Week 2009 ihre Prämiere und wurde als Werbung und Einladung für die Vienna Design Week 2010 aufgestellt.

Noch viel lustiger ist, dass die Installation einen DMY Preis gewonnen hat.

In Wien war es eine originelle Installation. Sie stand im Kontext und zeigte den Besuchern, was mit mutigen Materialkombinationen im Interior Design möglich ist.

Mehr als nur sehr viel Klebeband auf einem Baugerüst?

Mehr als nur sehr viel Klebeband auf einem Baugerüst?

In Berlin war es einfach nur eine Nachahmung. Es sah aus wie aufgespannt zwischen einem Baugerüst und stand am Eingang des Flughafen Tempelhof wie ein dekorativer Eisschwan aus den 70ern.

An diesem Punkt ignorieren wir auch einfach mal den Umweltaspekt, der es eigentlich verbieten müsste, so viel Klebeband zu nutzen um eine vergängliche Skulptur zu erschaffen.

Wenn man bedenkt, wieviel Raum im Flughafen Tempelhof zur Verfügung steht, hätte es doch eigentlich genug Gelegenheit gegeben einen wirklich würdigen Preisträger zu erschaffen, welcher die Auszeichnung “experimenteller Mut” verdient.

Wo genau die Juroren das in der Berliner Installation gesehen haben, bleibt ein Geheimnis.

So war unser UFO-Vergleich gar nicht so weit daneben.

Unverdient Favorisiertes Objekt.

DMY Berlin Tape Installation : Nicht der hellste Stern auf dem Flughafen Tempelhof

DMY Berlin Tape Installation : Nicht der hellste Stern auf dem Flughafen Tempelhof



DMY Berlin: Schweiz

Wednesday, June 16th, 2010
Schweiz

DMY Berlin Schweiz

Mit dem Risiko die ganze Schweiz gegen mich aufzubringen ist es wahrscheinlich fair zu sagen, dass das Schweizer Design wohl am besten durch seine ungewöhnlich geformte, spitze Schokolade repräsentiert wird.

Und durch die Schrift Helvetica. Das kann aber auch das Ergebnis der hart arbeitenden Menschen aus Berlin-Mitte sein.

Mit dem Fokus auf der Schweiz versuchen die Organisatoren der DMY Berlin 2010 andere Aspekte und Facetten des schweizer Designs der Öffentlichkeit vorzustellen.

Sie haben es erreicht, wenn auch mit einigen Improvisationen.

Die Idee der gemeinsamen Präsentation des Design Preis Schweiz und der Eidgenössischen Preise für Design war sehr gut und gibt den Besuchern die Möglichkeit, eine gute und breite Auswahl an Produkten und Stilen zu betrachten.

DMY Berlin: Flip von Adrien Rovero

DMY Berlin Schweiz: Flip von Adrien Rovero

Besonders das Flip von Adrien Rovero hat uns beeindruckt. Nicht nur, weil man es von einem Sofa zum Tisch umbauenn kann. Sondern auch, weil es als Sofa mit den “eingebauten” Seitentischen hervorragend funktioniert.

Einfach wundervoll.

In der Tat funktioniert es als Sofa so gut, dass man auf die Umbaufunktion gut verzichten könnte.

Auch der Herrendiener von Moritz Schmid beeindruckte uns mit seinen klaren Linien, solider Konstruktion und seiner Leichtfüßigkeit.

Einen der größten schweizer Stände hatte die ETH Zürich mit ihrer FIDU Technologie, was bereits letztes Jahr ausgestellt wurde. Wir mögen es, es ist ein faszinierender Prozess. Wir mögen auch die Möbel, die dabei herauskommen und letztes Jahr hatten wir ein langes Gespräch mit Oskar Zieta über den Prozess und die Entwicklung. Es gibt keinen Zweifel an dem Potential dieser Technik. Aber die Ausstellung war einfach nur eine Wiederholung der letztjährigen. Damit kann niemand zufrieden sein. Nicht DMY, nicht ETH Zürich und auch nicht Zieta.

DMY Berlin: Herrendiener von Moritz Schmid

DMY Berlin Schweiz: Herrendiener von Moritz Schmid

In einem Jahr, in dem die DMY Berlin das gute, positive und originelle am schweizer Design feiert, wundert man sich über die Entscheidung, ein Berliner Möbel-Modulsystem zu benutzen, das eine auffällige Ähnlichkeit zum 20 Jahre älteren schweizer System USM Haller aufweist. Dennoch befürworten wir die Anpreisung Berlins und was es zu bieten hat …

Für manche mögen beide Punkte unwichtig sein, aber uns haben sie gestört.

Alles in allem war der Eindruck, den man auf der DMY Berlin vom zeitgenössischen schweizer Design bekam genug, um mal weiter zu schauen als die spitze Schokolade.



DMY Berlin Sputnik: My Scool von Ulrich Merz

Tuesday, June 15th, 2010
The Berlin satelite memorial towers over Berlin-Mitte

Das "Sputnik-Denkmal" dominiert Berlin Mitte

Zwischen 1965 und 1985 schoss die Sowjetunion etwa 57 Satelliten von ihrer Abschussbasis am Berliner Alexanderplatz ins All. Berlin war entsprechend der wichtigste Startplatz im Ostblock.

Nach dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung des Warschauer Pakts, gab es keine Satellitenabschüsse mehr vom Alexanderplatz und die Gegend wurde in einen Park für Touristen und Taschendiebe umgestaltet.

Um an das frühere Abschussprogramm zu erinnern, ließ der Berliner Senat 1995 einen Satelliten und seine Trägerrakete orginalgetreu auf dem Alexanderplatz nachbauen.

Die Organisatoren des DMY folgen Berlins Tradition als Satellitenhauptstadt mit dem “Satelliten”-Rahmenprogramm.

Und unter dem Titel “DMY Berlin Sputnik” werden wir Euch unsere persönlichen Highlights der diesjährigen DMY Berlin Satellitenaustellungen präsentieren.

DMY Berlin Sputnik: My Scool von Ulrich Merz

Nichtsahnenden Touristen, die am Bahnhof Alexanderplatz den falschen Ausgang nehmen und unabsichtlich Richtung Münzstraße gehen, könnte man es nicht übelnehmen, wenn sie denken, sie wären durch ein Wurmloch in den frühen 1970ern gelandet.
Studio Ulrich Merz liegt zwar nicht in diesem Teil von Berlin Mitte, aber sein wunderbarer Beistelltisch My Scool fühlt sich auch an wie eine Zeitreise zurück in dieses Jahrzehnt.
Und deswegen mögen wir ihn.
Uns gefällt die leichte, mühelose Eleganz seiner Form und die Qualität der Bauweise. Gutes Design muss wirklich nicht kompliziert sein. Nur gut.

Wir können uns einen My Scool gut als ein old school Telefontischchen in unserem Flur vorstellen, oder auf unserem Balkon als Unterstützung für einen lauen Sommerabend mit Gin & Tonic.

My Scool by Ulrich Merz

My Scool von Ulrich Merz

Well constructed, good sized drawer

Schön konstruierter, wohlproportionierter Beistelltisch



DMY Berlin: Ein UFO in Berlin?

Tuesday, June 15th, 2010

Das ist wahrhaftig das Zeug aus dem Verschwörungstheorien gemacht sind.

Ein verlassener US-Luftstützpunkt.

Ein Objekt mit ungewöhnlicher Form, in super-leicht Bauweise.

Nur Autopsievideo fehlt …

Lagert die US Luftwaffe ein UFO auf dem Flughafen Tempelhof?

Lagert die US Luftwaffe ein UFO auf dem Flughafen Tempelhof? (Auf der linken Seite, heimlich während der DMY Berlin aufgenommen. Zum Vergrößern Klicken)

Was verstecken die auf dem Flughafen Tempelhof?

Was verstecken die auf dem Flughafen Tempelhof?

Was auch immer es ist. Es ist offensichtlich sehr leicht und wird vom Radar nicht erfasst.

Was auch immer es ist. Es ist offensichtlich sehr leicht und wird vom Radar nicht erfasst.