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Designers’ Open Leipzig: Look to Norway

Saturday, November 12th, 2011

Obwohl es in letzter Zeit ziemlich ruhig um Erik Wester war, ist es nur fair zu sagen, dass er nach wie vor unser Lieblingsdesigner aus Norwegen ist. Doch die Konkurrenz schläft nicht.

Auf den Designers’ Open 2011 hat eine Gruppe von 10 norwegischen Designstudenten Beispiele ihrer Arbeiten an einem gemeinsamen Stand mit dem Titel “Look to Norway” präsentiert. Das war ziemlich sicher der erste Stand auf den Designers’ Open, bei dem Design aus Norwegen im Zentrum stand.

Die interessantesten Stücke waren dabei für uns Le Korpusiør von Jørgen Platou Willumsen – eine sehr einfache, dabei jedoch liebreizende Familie aus Holz und Kupferlampen – und Curious von Caroline Olsson – eine Lampe, die sich in einer Box, die zugleich ihr Fuß ist, einklappen lässt.

Insgesamt waren wir sehr von der allgemeinen Qualität der Ausstellungsstücke beeindruckt; zugegebenermaßen können wir jedoch nicht allen Stücken die Aufmerksamkeit schenken, die sie eigentlich verdient hätten.

Um mehr über das Projekt zu erfahren; und warum es genauso schwer ist, einen norwegischen Designer zu nennen wie einen wichtigen belgischen, haben wir mit den “Look to Norway” Mitgliedern Thea Nilsen und Fredrik Wærnes gesprochen.

(smow)blog: Ganz kurz, was ist der Hintergrund zu der Ausstellung?

Fredrik Wærnes: Wir sind alle Studenten der vier norwegischen Designschulen und wollten eine kollaborative Plattform schaffen, die die verschiedenen Institutionen und Fachgebiete zusammenbringt.

(smow)blog: Es ist sicher nicht falsch zu sagen, dass die meisten Menschen wahrscheinlich einen schwedischen oder dänischen Designer nennen können, aber keinen norwegischen. Warum ist das so?

Thea Nilsen: Wir fragen uns das Gleiche! Deswegen machen wir auch die Ausstellung. Die Menschen sollen uns mehr wahrnehmen. Denn Norwegen hat genauso eine Designtradition wie Schweden oder Dänemark, zurzeit blüht die Szene außerdem und es gibt jede Menge interessanter Dinge im norwegischen Design zu entdecken.

(smow)blog: Wie groß ist der norwegische Markt? Gibt es denn Hersteller mit denen junge Designer, wie ihr, arbeiten können?

Fredrik Wærnes: Es gibt ein paar Hersteller in Norwegen, aber der Markt ist eher klein und die Designer müssen oft außerhalb von Norwegen nach einem Partner für ihre Designs suchen.

Thea Nilsen: Das ist auch ein Grund nach Deutschland zu kommen – Deutschland ist ein sehr interessanter Standort, was die Herstellerlandschaft betrifft.

(smow)blog: Was zu der Frage aller Fragen führt: Warum Designers’ Open?

Fredrik Wærnes: Uns gefällt das Konzept des Festivals. Es ist sehr offen, mit Ausrichtung auf ganz verschiedene Designgebiete und so hielten wir unser Projekt für ganz besonders passend.

Thea Nilsen: Auch wegen einiger Empfehlungen haben wir uns für die Ausstellung in Leipzig entschieden. Wir haben von dem Festival gehört und eigentlich erst da mit den Überlegungen zu unserem Projekt begonnen. Ohne Designers’ Open gäbe es uns also vielleicht gar nicht.

Mehr Informationen über Look to Norway und die einzelnen Projekte gibt es unter: http://looknorway.com/



Nils Holger Moormann: “Möbel brauchen Zeit.”

Wednesday, September 28th, 2011
Nils Holger Moormann NHM

Nils Holger Moormann

Auf der Fuori Salone Milano 2011 haben wir Moormann beim Stand-Aufbau geholfen. Dabei mussten wir natürlich die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und ein wenig mit Firmengründer und Namensgeber Nils Holger Moormann plaudern.

Mal als Autodidakt, Pionier oder Provokateur bezeichnet, ist Nils Holger Moormann für uns einfach ein angenehmer Zeitgenosse und Garant für kluge und ziemlich eigensinnige Gespräche.

Im Laufe des Interviews haben wir über die neuen Produkte, den aktuellen Stand der Möbelbranche und – in Anbetracht dessen was uns im Oktober erwartet – über Messen gesprochen.

smow: Muss man als Möbelhersteller auf Messen gehen? Lohnt sich insbesondere Mailand?

Nils Holger Moormann: Das ist immer die große Frage. Aber für uns ist Mailand sehr wichtig, weil wir jede Menge Exportgeschäft haben und hier mit Kunden in Kontakt kommen, die wir sonst im Laufe eines Jahres nie treffen würden. Es ist nur problematisch in Mailand einen Platz zu bekommen. Wir haben wieder diesen winzig kleinen Stand hier. Jedes Jahr kämpfen wir um einen größeren Stand – ohne Erfolg…

smow: Haben Sie mal darüber nachgedacht von den Messehallen in die Stadt zu ziehen?

Nils Holger Moormann: Nicht wirklich. Ich finde Mailand hochinteressant, aber es ist inzwischen am Rande des Wahnsinns: So viele Nebenveranstaltungen kann ein normaler Mensch gar nicht schaffen. Da muss man sich eine Woche Urlaub nehmen und selbst dann schafft man es nicht. Wenn wir etwas machen, dann mit großem Einsatz. Jedes Detail ist sehr lange überlegt – auch wenn es sehr einfach aussieht. Alles muss bei uns stimmen. Von daher wäre es tragisch, wenn zu wenig Besucher kommen würden. Hier auf der Messe hat man aber die Garantie dass viele Besucher und vor allem auch die internationale Presse kommen.

smow: Wie viel Nils Holger Moormann steckt eigentlich in so einem Stand?

Nils Holger Moormann: Wir haben jedes Jahr das gleiche Problem: ein Thema zu finden. Möbel herzustellen oder zu verkaufen ist die eine Sache, aber das machen alle anderen ja auch. Deswegen ist es umso wichtiger eine schöne Geschichte zu erzählen, die den Messestand mit dem Unternehmen verbindet. Das schwierigste ist diese Geschichte zu erfinden, denn sie muss ja auch was mit uns zu tun haben und darf nicht nur Show sein. Wir sind in diesem Jahr wieder fest davon ausgegangen dass wir einen mindestens doppelt so großen Messestand bekommen und hatten das Konzept entsprechend geplant. Dann kam die Information, dass es wieder nur der kleine Stand wird. Das war wirklich ein Schock.

Also brauchten wir eine neue Idee, die kam in diesem Fall tatsächlich von mir. Ich war inspiriert davon, dass alle nur noch Neuigkeiten zeigen. Das ist zwar spannend, aber auch idiotisch, denn Möbel brauchen Zeit. Sie müssen ausdefiniert werden und man muss ganz viel darüber nachdenken. Dieses schnell schnell neu machen birgt die Gefahr so zu enden wie die Modebranche mit zwei oder drei oder vier Kollektionen pro Jahr. Das kann es doch nicht sein. Also haben wir uns gedacht, ok wir machen mit. Wir zeigen zwölf Neuigkeiten, aber die meisten davon sieht man nicht, da sie z.B. aus 2028 sind. Ich schaffe unheimlich gern einen Ort mit Humor, an dem man staunen kann und überlegt “Meint der das ernst?”… Das finde ich fast genauso wichtig wie gute Produkte.

Moormann Minimato Matthias Ferwagner

Minimato von Matthias Ferwagner für Nils Holger Moormann

smow: Aber es gibt tatsächlich zwei reale neue Produkte.

Nils Holger Moormann: Ja, oder zumindest anderthalb. Es gibt ein kleines Tischchen namens Minimato. Und sonst konzentrieren wir uns total auf ein für uns äußerst ungewöhnliches Teil. Ich persönlich möchte seit ein paar Jahren wieder mehr Blechmöbel machen. Die Kunden haben das schon wieder vergessen, aber vor 15 Jahren haben wir fast nur Blechmöbel gemacht. Ich finde das Material hochinteressant. Momentan sind wir an dem Pressed Chair von Harry Thaler dran – einem jungen Südtiroler der das am Royal College in London gemacht hat – was mich vollkommen fasziniert. Und es geht der ganzen Firma so – wohlwissend, dass die Fallhöhe gigantisch ist. Da ist so viel technisches Engineering drin, was an die Grenzen geht.

Aber wir wollen das alle und haben ein Netzwerk geschaffen von Verrückten, denn für solch ein Projekt braucht man Verrückte. Es ist kein Auftrag, bei dem man sagen kann “Machen Sie mir bitte diesen Stuhl!” Eher wird gesagt “Das funktioniert nie im Leben, aber wir können ja mal ein Bier zusammen trinken gehen.“ Geld spielt dabei überhaupt keine Rolle. Man trifft sich, trinkt was, trifft sich wieder bis man die Person soweit hat. Und das macht noch viel mehr Spaß, wenn man es auf unkonventionelle Art und Weise angeht, und nicht klassisch Geld in die Hand nimmt, sich einen Hersteller sucht, das Geld zahlt und loslegt. Bei uns ist es vergleichbar mit einer verrückten Bergtour.  Aber sie macht Spaß.

smow: Sind Sie regelmäßig in der Werkstatt?

Nils Holger Moormann: Ununterbrochen! Es geht gar nicht anders. Derjenige, der jetzt daran arbeitet, ist ein Freund von mir mit einer ganz ganz kleinen Firma, aber dafür einem großen Netzwerk von Spezialisten die mit speziellem Wissen aushelfen. Wie mit allen Dingen, die man aus Neugier und Faszination tut, ist es mehr ein Hobby geworden. Da macht man schon mal die ganze Nacht durch ohne es zu merken.

Das ist eben der Unterschied, als wenn man nur für Geld arbeitet und irgendwann merkt, dass man eigentlich andere Dinge machen möchte.

Bis jetzt ist das eine sehr glückliche Fügung. Aber mal schauen! Ich habe erst gestern wieder mit ihm telefoniert, weil ich ein bisschen nervös geworden bin. Es gibt immer neue Probleme. Man muss sich das so vorstellen, wie eine Besteigung des Mount Everest mit zwei Kästen Bier und ohne Sauerstoff…

Moormann Pressed Chair Harry Thaler

Pressed Chair von Harry Thaler für Nils Holger Moormann

smow: … aber dann merkt man wenigstens nicht, dass man keinen Sauerstoff hat…

Nils Holger Moormann: Stimmt.

smow: Was ist, wenn sich das Risiko nicht auszahlt?

Nils Holger Moormann: Dann ist es eben so. Ich glaube, dass heute die Firmen auch deswegen so langweilig werden, weil sie nur Show machen und zeigen, wie toll, bunt und “verrückt” sie sind. Aber wir meinen den Stuhl wirklich super “basic”. Er ist uns wichtig. Er ist keine Show.

Klar gibt es ein Risiko. Aber das ist auch der Kick. Sonst könnte es ja jeder machen.

Ich will auf keinen Fall aufgeben, was wir hier haben. Dieses spezielle Gefühl einer ungewöhnlichen Bergtour mit ungewöhnlichen Mitteln, bei der man trotzdem ans Ziel kommt.

Wir sind eigentlich ziemlich sicher, dass wir es schaffen.



Copenhagen Design Week: Monique Engelund & Jonas Pedersen

Thursday, September 8th, 2011

Letzten August stand unser Ausflug nach Kopenhagen und zur CODE 10 unter keinem guten Stern. Wir sahen uns sogar gezwungen, die Frage zu stellen, ob dänisches Möbeldesign immer noch von Bedeutung ist.

Um diesen Punkt etwas mehr nachzugehen, haben wir jetzt zwei dänische Designer nach ihrer Meinung zum gegenwärtigen dänischen Möbeldesign befragt.

Monique Engelund und Jonas Pedersen haben in Aarhus Architektur studiert und einen Abschluss in Möbeldesign. Und nein, sie haben die Richtung nicht auf halber Wegstrecke geändert. Der Studiengang  ist in Aarhus so strukturiert, dass man in den ersten beiden Jahren “traditionelle” Architektur studiert und sich anschließend auf Architektur oder Möbeldesign spezialisiert. Die korrekte Bezeichnung für Leute wie Monique und Jonas ist – das haben wir gelernt – “Möbelarchitekt”. Das ist nicht nur eine entzückende für sich stehende Bezeichnung, sie beinhaltet vielmehr einen der zentralen Gründe warum die Mitte des 20. Jahrhunderts so viele Designklassiker hervorgebracht hat: Ihre Produzenten waren Architekten, die wie Architekten ausgebildet worden waren, die wie Architekten dachten, die wie Architekten designten.

Jonas Pedersen

Jonas Pedersen

Für Jonas Pedersen liegt der Grund, warum Dänemark damals so sehr von diesem weltweiten Phänomen profitierte, in der Frage der Materialwahl. “In den 1950er und 1960er Jahren, als dänisches Möbeldesign bekannt wurde, gab es eine Menge an wirklich talentierten Architekten in Dänemark, die wiederum prinzipiell mit Holz arbeiteten und einen einzigartigen Stil entwickelten.” Ein Stil der zum Synonym für Qualität und Innovation aus Dänemark wurde und der Namen wie Wagner, Jacobsen und Juhl etablierte.

Inwieweit aber sind diese “alten Meister” eine Last für die jetzige Generation dänischer Designer – eine Generation, die nicht in einer Zeit geboren wurde, in der dänische Möbelgeschichte geschrieben wurde?

Das ist ein großes Problem, meint Jonas. “Viele Leute heutzutage denken immer noch, das dänisches Design von der Vergangenheit bestimmt wird. Es ärgert mich, dass nach wie vor die Meinung vorherrscht, dass gutes Design immer Design von damals ist. Dagegen müssen wir kämpfen.”

Erst kürzlich durfte Monique Engelund ihre eigene Erfahrung mit solchen Haltungen machen. Sie reichte auf eine Anzeige einer chinesischen Firma, die nach einem “neuen”, “jungen”, “wilden”, “frischen”, skandinavischen Designer suchte, einige ihrer Entwürfe ein. “Aber alles was sie wollten waren Holzmöbel, weil sie dachten, das ist, was wir machen!”

Im Raum folgt an der Stelle ein kollektives Achselzucken.

Aber was macht nun die nächste Generation. Was hat sie vor? Was motiviert sie? Sie stehen vor der Herausforderung, das 21. Jahrhundert zu gestalten. In den 1950er und 1960er Jahren rebellierten viele junge Designer gegen Konformität und kämpften für kreative Freiheit. Eine Freiheit, die junge Designer heutzutage haben, allerdings erst lernen müssen sie anzuwenden.

Monique Engelund

Monique Engelund

“An der Uni” sagt Monique, “werden wir tatsächlich dazu angeregt rebellisch zu sein, was das Ganze in sich paradox macht.” Es ist schwer in einem offenen Raum zu rebellieren. Man braucht Grenzen, um dagegen ankämpfen zu können. Solche Probleme sind natürlich nicht nur auf Dänemark begrenzt. Wir sind eine globale Gesellschaft.

Die neue Generation Designer muss lernen die Frage zu formulieren, die sie der Gesellschaft stellen möchte, bevor sie damit beginnt Antworten zu präsentieren. Das gehörte zu den Dingen, die wir auf der  CODE 10 vermisst haben. Innovation. Risiko. Jugendliche Rebellion. Und – wenn wir es ganz Old-School-Punk haben wollen – ein Manifest.

Zeit für uns, eine Panton Chair Miniatur auf den Tisch zu stellen und zu fragen: “Internationales oder dänisches Design?”

Jonas: “Der ist vom Mars …”

Monique: “Das ist sicherlich nicht gerade typisch dänisch.  Ich denke die Entwicklung des Stuhls ist europäisch. Ich glaube nicht, dass wir uns das als Verdienst anrechnen lassen können.”

Für viele Nicht-Dänen ist der Panton Chair aber der Inbegriff zeitgenössischen dänischen Designs. Die Arbeit wurde damals von Pantons dänischen Designmitstreitern kritisiert und verspottet, und Panton hätte in den 1960er Jahren in Dänemark niemals einen Hersteller gefunden. … Und wahrscheinlich auch nicht im China des 21. Jahrhunderts – wenn man an Moniques Erfahrungen denkt. (Obwohl das natürlich Ironie des Schicksals ist angesichts der vielen Kopien die von dort kommen.)

Die Generation vor Verner Panton war erfolgreich mit der Entwicklung einer einheitlichen, abgrenzbaren, konservativen Formensprache basierend auf ein und demselben Material. Verner Panton hingegen fand seinen Erfolg und revitalisierte damit letzten Endes dänisches Design, weil er neue Entwicklungen in der Produktion und der Materialtechnologie benutzte, um gegen diese anerkannten Vorstellungen zu rebellieren. Was zu der Schlussfolgerung führen könnte, dass wenn dänisches Design für die Zukunft relevant bleiben soll, man Designer braucht, die wiederum gegen Panton rebellieren.

Und tun sie es? In welche Richtung wird sich dänisches Möbeldesign bewegen?

Wenn man Jonas, Monique und ihren Zeitgenossen zuhört, bekommt man einen guten Eindruck von jungen Designern, die nicht länger einen Vertrag mit einem großen internationalen Hersteller als ihr ultimatives Ziel ansehen, sondern ihre Arbeiten als Lösungen für Probleme verstehen und nicht “bloß” als Produkte. Oder wie Monique es eloquent formuliert: “Ich denke, dass es da eine Tendenz in Richtung Kombination von Design mit anderen Disziplinen wie Soziologie oder Ökologie gibt und man so nach dem tieferen Sinn des eigenen Produktes sucht.”

Wenn das mal keine Rebellion gegen die Wiederbelebung der Pop Art ist!

Wichtiger ist aber, dass man vielleicht einen Eindruck junger Designer bekommt, für die “dänisches Design” nicht länger ein Designstil ist, sondern vielmehr ein geografischer Indikator.

Und genau so gibt es auch neue, junge dänische Hersteller wie Hay oder Norman Copenhagen, die das verstanden haben und ein internationaleres Portfolio haben, als das im goldenen Zeitalter des dänischen Designs der Fall war, aber dennoch jungen Designern aus Dänemark offen stehen. Und solche Hersteller sind an einen kontinuierlichen Strom an talentierten und intelligenten Möbelarchitekten wie Jonas Pedersen und Monique Engelund gebunden, die uns Hoffnung für dänisches Möbeldesign der Zukunft geben.

Vielleicht kam CODE 10 auch einfach nur zu früh!

Auf der Copenhagen Design Week zeigt Monique Engelund Noah´s Ark, eine Installation, die in Zusammenarbeit mit Sophie Alexandrine enstand und welche die ökologischen Lasten übermäßigem Konsums in den Kontext des Möbeldesigns überträgt.

 

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Arche Noah von Monique Engelund und Sophie Alexandrine @ Copenhagen Design Week



Mailand 2011: Stand-Aufbau mit Nils Holger Moormann

Monday, August 29th, 2011

Einmal im Monat fahren wir auf eine Messe. Wir wollen nicht immer – müssen aber. Wir schauen uns Möbel an, denken uns ein paar billige Witze aus, schießen ein paar seltsame Fotos und fahren wieder nach Hause.

Aber was heißt es eigentlich, einen Messestand zu organisieren? Wie wichtig ist die Messepräsenz? Sind unser schlechter Humor und die armseligen Fotos respektlos? Diese und andere Fragen wollten wir beantworten und Moormann beim Aufbau ihres diesjährigen Standes auf der Möbelmesse Mailand helfen. Wobei “helfen” vielleicht zu viel gesagt ist.

The secret plan....

Der geheime Plan...

Die Moormänner hatten vier Tage für den Aufbau geplant. Wir stießen an Tag drei hinzu. Das Außengerüst war, wie man es von Moormann erwartet, eine unkomplizierte Holzkonstruktion, die Wände aus schwarzem Vorhangsstoff und alles war zum Glück bereits an seinem Platz als wir am Sonntag morgen ankamen. Unser Beitrag bestand darin, beim Aufbau des 3,5 x 5 Meter FNP-Regals, das die Rückwand des Standes bildete, zu assistieren.

Das größte Problem für Moormann war aber sowieso nicht der Aufbau des Standes sondern die späte Bestätigung aus Mailand, wie groß der Messestand tatsächlich sein würde. “Wie jedes Jahr waren wir uns im Vorfeld absolut sicher, dass wir einen größeren Stand bekommen würden”, erklärt Nils Holger Moormann. “Und dann kam die Information, dass es doch wieder nur der kleine Stand ist. Das war schon ein Schock.” Zuvor hatte Moormann bereits drei Monate Planung in das Standdesign investiert. Die Bestätigung der Standgröße kam erst zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn.

Also zimmerte Nils Holger Moormann höchstpersönlich schnell ein neues Konzept zusammen. “Ich war inspiriert davon, dass alle nur noch Neuigkeiten zeigen. Das ist zwar spannend, aber auch idiotisch, denn Möbel brauchen Zeit. Sie müssen ausdefiniert werden und man muss ganz viel darüber nachdenken. Dieses schnell schnell neu neu machen birgt die Gefahr so zu enden wie die Modebranche mit zwei oder drei oder vier Kollektionen pro Jahr. Das kann es doch nicht sein.”

Typisch Moormann sah die Antwort in Mailand so aus: Auf dem Stand wurden zwölf neue Produkte präsentiert, von denen die meisten allerdings verhüllt waren und erst 2028 fertiggestellt werden. Angeblich. “Ich schaffe unheimlich gern einen Ort mit Humor, an dem man staunen kann und überlegt ‘Meint der das Ernst?’… Das finde ich fast genauso wichtig wie gute Produkte.”

Konrad Lohöfener und Christian Neumeier, die zwei Moormänner, die Nils Holgers Konzept umsetzen durften, arbeiten im wahren Leben als Designer in der Produktentwicklung bei Moormann. Sie beschäftigen sich sozusagen damit, gute Designs in “massenproduzierbare” Möbel umzuwandeln – ein unsichtbarer und wenig glamouröser (aber kritischer) Aspekt der Designmöbelbranche.

In Mailand kreisten Konrads and Christians Gedanken weniger um die nächste Generation von Moormann-Produkten als darum, Moormanns Verkaufsschlager FNP gerade ins rechte Licht zu rücken. An ihrem Blick für Details konnte man sehr schön sehen, was den Homo sapiens ssp. Designer vom Rest der Tierwelt unterscheidet. Ein paar Mal hätten wir gesagt, ok passt. Hat es aber nicht. Und Konrad und Christian haben weiter ausgeglichen bis es wirklich gepasst hat.

Als die Hitze in Messehalle 20 immer unerträglicher wurde – wir dürfen nicht vergessen, dass die Außentemperatur an diesem Tag Anfang April 31 Grad betrug – bestanden die letzten Aufgaben des Tages darin, die Rosie Lamps am FNP zu befestigen und das Firmenlogo an der Vorderseite des Standes anzubringen… Keine leichte Aufgabe in fünf Metern Höhe und nachdem wir bereits viele Stunden Leitern hoch und runter gestiegen waren, Gerüste verschoben und ein 17 m² großes Regal zusammengebaut hatten.

FNP by Axel Kufus from Nils Holger Moormann

Ist es den Aufwand wert?

Nils Holger Moormanns Antwort ist ein lautes Ja. “Für uns ist Mailand wichtig, weil wir hier den Export haben und die Kunden, die wir sonst wahrscheinlich das ganze Jahr über nicht sehen würden, hier treffen.”

Hat Moormann nie in Betracht gezogen, den begrenzten Raum und die Unflexibilität der Messe zurück zu lassen für einen eigenen Platz in der Stadt, bei dem sie mehr Planungssicherheit haben?

Das Nein ist genauso laut. “Jedes Detail des Standkonzeptes ist genau überlegt – auch wenn es sehr einfach aussieht. Alles muss bei uns stimmen. Von daher wäre es tragisch, wenn zu wenig Besucher kommen würden. Hier auf der Messe hat man die Garantie dass viele Besucher und vor allem auch die internationale Presse kommen.”

Nachdem wir nun unseren eigenen Schweiß in das Projekt investiert haben, können wir dem nur zustimmen: Wir wären auch ziemlich enttäuscht wenn der Stand nicht von so vielen Menschen wie möglich gesehen und bewundert werden würde. Und das obwohl wir in keinerlei Hinsicht finanziell am (Miss-)Erfolg des Standes beteiligt sind.

So haben wir uns nach achteinhalb Stunden getaner Arbeit als ehrenamtliche Moormänner vom Stand verabschiedet und auf den Weg in die Stadt gemacht. Ein kaltes Bier hatten wir uns verdient. Oder vier. Im Zug haben wir den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Obwohl wir nicht garantieren können, dass unsere Fotos in Zukunft besser oder unsere Witze lustig werden, versprechen wir, dem Aufwand und der Zeit, die in einem solchen Stand stecken, in Zukunft mehr Respekt zu zollen.



DMY Berlin 2011: Made out Portugal

Tuesday, July 19th, 2011

Zu den innovativsten Designkonzepten auf dem DMY Berlin 2011 gehörte auf jeden Fall die aus Holland stammende Designplattform Made out Portugal. Ihre Arbeiten stellte sie nämlich auf der Ladefläche eines Lastwagens aus. Zumindest tat sie das am Anfang – die Kombination aus Ort und Wetter zwang sie später doch zum Umzug nach drinnen. Das schmälerte aber nicht das Konzept als solches.

Mobile Ausstellungen sind ja nichts neues. Regierungen und Krankenkassen nutzen diese Ausstellungsform gern um Bürger auf Themen aufmerksam zu machen oder sie zum Mitmachen bei irgendwas zu animieren. Im Bereich des Produktdesigns oder in der Kunst wirkt es hingegen ein wenig subversiv, wenn Begriffe wie Kurzlebigkeit und Flüchtigkeit ins Spiel kommen. Theoretisch könnten Sie an jeder Raststätte auf dem Rückweg nach Eindhovem halt machen und ihre Arbeiten zeigen.

Um mehr über das mobile Konzept und über den Stand der Dinge bei Made out Portugal zu erfahren, haben wir mit einem der Plattformgründer, Bruno Carvalho, gesprochen.

(smow)blog: Wie kam es zu der Entscheidung die Ausstellung auf einem Lastwagen zu präsentieren?

Bruno Carvalho: Wir kommen alle aus Portugal, leben aber anderswo und sind deshalb alle in irgendeiner Art und Weise Designnomaden. Mit dem gemieteten Van sind wir nicht unbedingt auf eine Ausstellungsfläche oder eine Galerie angewiesen, um unsere Arbeiten zu zeigen. Wir haben einfach unsere eigene, temporäre Galerie. Wir können Sie überall parken und sofort ausstellen. Dieses Konzept mag ich wirklich sehr, weil ich der Meinung bin, dass Design für jeden da sein sollte. Mit unserem Wagen können wir in einem Wohngebiet anhalten und dadurch Leute erreichen, die normalerweise nicht zu solchen Shows gehen würden. Es ist definitiv eine andere Form der Kommunikation, gerade weil es im Moment so viele Designshows gibt. Manchmal ist es so, dass es mehr Designwochen als normale Wochen im Jahr gibt.

(smow)blog: Und wie kam es zur Entscheidung den Truck auf dem DMY zu zeigen?

Bruno Carvalho: Weil es Berlin ist – Berlin ist einfach eine tolle Stadt. Und deshalb war es mehr so “Lasst uns zum DMY fahren – das ist in Berlin!!” Außerdem ist das DMY ein nettes entspanntes Festival mit vielen Workshops und weniger wirtschaftlichem Druck. Hinzu kommt, dass die Designer viel miteinander sprechen, was wirklich gut und sehr positiv ist.

(smow)blog: Das erste Mal haben wir uns ja auf der Dutch Design Week in Eindhoven getroffen, für Euch war das gleichzeitig auch die erste Made out Portugal Ausstellung. Wie haben sich die Dinge seitdem für Euch entwickelt?

Bruno Carvalho: Am meisten beschäftigt uns momentan die interne Diskussion in welche Richtung wir uns weiterentwickeln wollen. Einige wünschen sich eine strukturiertere Organisation, ich aber bin der Meinung, dass weiterhin alles ganz einfach gehalten werden sollte. Made out Portugal stellt für mich keine Marke dar, sondern nur eine Plattform auf der sich alle unverbindlich einander helfen. Deshalb ist unser nächster Schritt zu entscheiden, wie unsere zukünftige Ausrichtung aussieht.

(smow)blog: Suchst Du trotzdem weiter nach Designern, die bei Euch mitmachen können?

Bruno Carvalho: Ja. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Designern. Jeder portugiesiche Designer, der in Europa – aber nicht in Portugal – arbeitet, ist eingeladen uns beizutreten. Portugal befindet sich momentan in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation, wir möchten Portugal in dieser Situation helfen. Viele von uns arbeiten mit und in sehr hochrangigen professionellen Studios in denen wir viele Erfahrungen sammeln, die wir gern weitergeben. Genau deshalb werden wir auf der Experimenta auch ein paar in Portugal lebende Designer einladen.

(smow)blog: Was uns ganz vorzüglich zur letzten Frage überleitet: Wo können wir den Made out Portugal Truck als nächstes erwarten?

Bruno Carvalho: Momentan befinden wir uns noch in der Planungsphase. Wir versuchen aber beim Londoner Design Festival und bei der Experimenta in Lissabon zu sein. Das Gute ist: wir können – selbst wenn wir keinen Stand bekommen – an jedem Veranstaltungsort anhalten und ausstellen!

Mehr Informationen zu Made out Portugal gibt es hier www.madeoutportugal.com

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Der Made out Portugal Ausstellungstruck

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...und hier nachdem sie nach drinnen gezogen sind.

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Spore Vase von Paulo Sellmayer. Teil von Made Out Portugal auf dem DMY Berlin 2011

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João Valente #Another contemporary chair. Teil von Made Out Portugal auf dem DMY Berlin 2011.

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Tempelhof Lamp von Bruno Carvalho. Der zweite Teil von Bruno - spezielle Konzeptmöbel.



DMY Berlin 2011: Transalpino – Made in Between

Wednesday, June 22nd, 2011

In ihrem diesjährigen Projekt wollten die aus Berlin und Mailand stammenden Designer von Transalpino die Designtraditionen, die zwischen den beiden Städten liegen, ergründen.

Die Früchte ihrer Recherchen gab es unter dem Titel “Made in Between” auf dem DMY Berlin 2011 zu sehen.

Wir haben mit dem Transalpino-Mitglied Christoffer Martens gesprochen um etwas mehr über das Projekt zu erfahren.

(smow)blog: Was ist der Hintergrund zu “Made in Between”?

Christoffer Martens: Normalerweise spricht man von der Designstadt Berlin oder der Designstadt Mailand, wir wollten aber das Potential erforschen, das zwischen den beiden Städten liegt. Wir waren neugierig, welche Möglichkeiten in den verschiedenen Regionen existieren. Also haben wir die Regionen, die auf der Reiseroute liegen, untersucht und Unternehmen ausgewählt die unserer Meinung nach die jeweilige Region repräsentieren. Am Ende hatten wir eine hübsche Mischung aus sehr traditionellen Betrieben, modernen Firmen und aus kleinen Handwerksbetrieben und großen globalen Konzernen. Mit dem Projekt haben wir die Gebiete miteinander verbunden, indem wir Produkte entworfen haben, die verschiedene Firmen und Regionen zusammenführen.

(smow)blog: Heißt “zusammenführen”, dass verschiedene Hersteller in einem Produkt repräsentiert sind?

Christoffer Martens: In einigen Produkten haben wir verschiedene Materialien von unterschiedlichen Herstellern, oder es wurde ein bestimmter Prozess oder eine Spezialisierung der einen Firma im Produkt einer anderen Firma verwendet. Es gibt also verschiedene Arten der “Zusammenführung”.

(smow)blog: Und der Trip selbst: Sind Sie tatsächlich die Route entlang gefahren?

Christoffer Martens: Ja, wir waren zwei Wochen mit zwei Autos unterwegs – eins davon war ein sehr alter VW Bus. Wir sind die Route entlang gefahren, haben die Firmen besucht und Ideen ausgetauscht. Als wir zurück waren, hat die eigentliche Produktentwicklung begonnen.

(smow)blog: Was haben Sie als Designer von der Erfahrung gelernt?

Christoffer Martens: Einerseits erkennt man das riesige Potential das in den einzelnen Regionen steckt, die relativ weit weg von den herkömmlichen “Designstädten” liegen. Außerdem existiert dort ein unheimlich großes Wissen, welches teilweise in Gefahr ist verloren zu gehen, da die Zukunft der Unternehmen unsicher ist. Und wir haben Menschen kennengelernt, die die fantastischsten Objekte herstellen – das ist so inspirierend! Alles in allem war es ein wunderbares und inspirierendes Erlebnis.

(smow)blog: Hier in Berlin ist die Premiere. Gibt es Pläne, auch an anderen Orten auszustellen?

Christoffer Martens: Wir zeigen traditionell alle Transalpino-Ausstellungen sowohl in Berlin als auch in Mailand. Wir wollen nächstes Jahr in Mailand ausstellen, aber natürlich auch in einigen der Orte, die wir bereist haben.

Details zum Projekt und Bilder aller Produkte gibt es unter www.transalpino.de

Am Donnerstag, dem 23. Juni werden Mitglieder der Transalpino-Gruppe über die Entstehung des Projekts und ihre Erfahrungen in der Galerie “erstererster” in Berlin sprechen.

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DMY Berlin 2011: Transalpino - Made in Between

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Constellation Vase von Johannes Laue, Teil von Transalpino - Made in Between

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Rita Becher von Sven Funcke



Möbelmesse Mailand 2011: Konstantin Grcic @ Vitra

Friday, June 17th, 2011

Zu den auffälligsten neuen Vitra-Produkten in Mailand gehörte der Waver von Konstantin Grcic.

Es gab schon einmal eine Kooperation des Designers mit Vitra im Rahmen des Vitra Edition Projektes, aber Waver ist Konstantin Grcics erstes kommerzielles Produkt für Vitra. Der für den Outdoor-Bereich entworfene Stuhl erinnert stark an die Ästhetik von “Lifestyle” Sportarten, seine Formensprache schlägt zweifelsohne neue Wege ein, aber er ist auch unglaublich bequem.

Im zweiten Teil unseres Interviews mit Konstantin Grcic haben wir über Waver, die Kooperation mit Vitra und die Bedeutung der Möbelmesse in Mailand gesprochen.

(smow)blog: Fangen wir von vorne an: Was ist der Hintergrund zum Waver?

Konstantin Grcic: Waver ist Teil eines viel größeren Vitra-Projekts: Outdoormöbel. Vitra hat zwar Produkte die auch draußen eingesetzt werden können, aber keine speziellen Outdoor-Möbel. Ich hatte die Idee, als wir angefangen haben, mit Vitra zu sprechen. Wir wollten zusammen arbeiten – aber woran? Ich fand die Outdoor-Idee gut, weil es da auch eine gewisse Freiheit in der Typologie gibt. Die Vitra Home Collection ist von den Klassikern dominiert, die so stark sind, dass man sich nur sehr schwer gegen sie behaupten kann, also dachte ich ich gehe nach draußen…

(smow)blog: … die Eames im Wohnzimmer lassen und in den Garten gehen …

Konstantin Grcic: Genau. Ich gehe nach draußen und mache mein Ding. Waver ist ein individuelles Stück. Der Rest der Kollektion, an der wir noch arbeiten, wird mehr eine Familie sein. Als individuelles Produkt hat der Waver mehr Freiheit, denn man muss nicht dieselbe Geometrie oder Grammatik auf verwandte Produkte anwenden.

(smow)blog: Wir können uns gut vorstellen, dass ein Projekt wie der Waver verschiedene Herausforderungen mit sich gebracht hat…

Konstantin Grcic: Klar! Das größte Problem ist das UV-Licht, das sehr aggressiv ist. Aber wir wollten natürlich, dass Waver ein Produkt ist das draußen benutzt werden kann, ohne dass die Farben mit der Zeit verblassen. Es war entsprechend kompliziert ein Material zu finden dass sowohl UV-resistent als auch robust genug ist. Bei dem Waver muss das Material ein großes Gewicht tragen, so etwas muss man erstmal finden. Letzen Endes konnten wir ein passendes Material in Italien auftreiben.

(smow)blog: Kann man sagen, dass Konstantin Grcic endlich bei Vitra angekommen ist? Oder war das nie ein erklärtes Ziel von Ihnen?

Konstantin Grcic: Ja, ein bisschen. Ich habe Vitra als Firma immer bewundert und ja, ich hatte auch immer den Wunsch oder Traum, mit Vitra zu arbeiten. Und dann passiert es. Es ist nicht länger ein Traum sondern Realität – mit all den alltäglichen Problemen die Design mit sich bringt.

(smow)blog: Unsere letzte Frage stellen wir allen in Mailand: Ist die Mailänder Möbelmesse noch wichtig?

Konstantin Grcic: Doch, ja. Aber ich muss zugeben, dass ich nicht viel mitbekomme, weil ich einfach keine Zeit habe. Ich denke aber, dass die Messe nach wie vor sehr wichtig ist, weil einmal im Jahr alle hierher kommen. Auch wenn alles ein großer Hype ist, der alles größer macht als es eigentlich ist, definiert die Messe doch den Rhythmus der gesamten Branche. Wir Designer fangen im Mai mit den Vorbereitungen für das nächste Jahr an. Wenn es Mailänd nicht gäbe, würden einige Sachen sicher auf der Strecke bleiben.

Waver by Konstantin Grcic for Vitra

Waver von Konstantin Grcic für Vitra



EuroDesignExhibition: Marco dos Santos Pina

Friday, May 6th, 2011

Nächste Woche startet der Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf – und wir können uns nicht erinnern, wann wir Lena zuletzt gesehen haben…?
Komisch.

Aber bevor das Gesinge losgeht, wird Düsseldorf auch Gastgeber für einen ähnlich wichtigen Versuch der europäischen Völkerverständigung sein: EuroDesignExhibition – Sit down please: 40 Stools from 40 Countries.

Die EuroDesignExhibition will mit Arbeiten junger Designer aus ganz Europa schauen ob sich Kulturen durch Möbel definieren lassen.

Design ist offensichtlich ein wichtiger Teil unserer Kultur. Aber inwieweit wird Möbeldesign beeinflusst von unserer kulturellen Identität? Oder sind wir alle einfach Europäer?

Portugal wird in Düsseldorf von Marco dos Santos Pina vertreten.

was sagt mein hocker über portugal aus?
mir war es wichtig, dass er in seiner formsprache eine typische nordeuropäische ästhetik aufweist (»reduce to the max« oder »less is more«), was auf meinen deutschen einfluss zurückzuführen ist. die portugiesen sind ein stolzes volk und mir war es ausserdem wichtig, dass ich den bhocker selber produzieren kann. ich bin stolz darauf, dass ich ihn selbst produzieren kann.
der entwurf ist also eine verschmelzung zweier kulturen, die immer wieder neue ausdrucksformen entstehen läßt.

Was genau Marco dos Santos Pina entworfen hat, ist vom 6. bis 20. Mai zu sehen bei Teilmöbliert, Lorettostrasse 9, 40219 Düsseldorf.

In den nächsten Tagen werden wir ein paar Fotos der Ausstellung veröffentlichen.

Weitere Informationen zur EuroDesignExhibition und eine vollständige Übersicht der Teilnehmer gibt es unter:

http://www.anonymegestalter.de/

http://www.teilmoebliert.com/

eurodesignexhibition-sit-down-please-40-stools-from-40-countries


EuroDesignExhibition: Alexander Gufler

Tuesday, May 3rd, 2011

Man kann ein Land ja gut anhand des Essens, der Musik oder der Qualität des Fußballs definieren und beschreiben.

Aber können Designer ihr Land mit einem Hocker charakterisieren?

Die Ausstellung “Sit down please” 40 Stools from 40 Countries” in Düsseldorf versucht derzeit, diese Frage zu beantworten.

Österreich wird durch Alexander Gufler vertreten. Die spannende Frage ist: Wie geht Alexander mit dieser Herausforderung um? Habsburger Exzess? Art Deco Ästhetik? Michael Thonet Minimalismus?

Als ich von den anonymen Gestaltern eingeladen wurde einen Hocker für die EuroDesignExhibition 2011 zu entwerfen, habe ich mir erst überlegt wo ich Hocker schon überall im Einsatz gesehen habe. Ziemlich schnell ist mir dann eine Kindheitserinnerung eingefallen.
Da ich selber aus dem Alpenraum stamme (Meran/Südtirol), war ich als Kind häufig auf Bauernhöfen. Und genau dort werden Hocker vermehrt verwendet, vor allem im Stall zum Melken von Kühen.
Von da an war mir klar dass der klassische Melkhocker ein guter Startpunkt für dieses Projekt ist und gut zur österreichischen ländlichen Tradition passt.
Mir war auch sehr wichtig, das Projekt mit den gleichen handwerklich traditionellen Techniken herzustellen wie sie an lokalen Bauernmöbeln angewendet wird. Dabei ist das Drechseln und die Zapfenverbindung sehr wichtig.
Der Hocker soll traditionelle und zeitgenössische Ästhetik verbinden.
Das dabei verwendete Holz ist eine Esche die aus einem Park in Wien stammt.

Wir hoffen nur, dass er vorher um Erlaubnis gefragt hat!!

Alexander Guflers Interpretation des traditionellen österreichischen Melkschemels und alle anderen Beiträge zur EuroDesignExhibition sind vom 6. bis 20. Mai zu sehen bei Teilmöbliert, Lorettostrasse 9, 40219 Düsseldorf.

Der Publikumspreis wird am 13. Mai vergeben und wir berichten natürlich darüber.

Weitere Informationen und eine Übersicht aller Teilnehmer gibt es unter:

http://www.anonymegestalter.de/

http://www.teilmoebliert.com/

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EuroDesignExhibition: Monique Engelund

Friday, April 29th, 2011

Am 6. Mai eröffnet die erste und vielleicht auch letzte EuroDesignExhibition in Düsseldorf. Unter dem Titel  “Sit down please” 40 Stools from 40 Countries” zeigen junge internationale Designer ihre Ergebnisse der Aufgabe einen Hocker zu entwerfen, der ihr Land beschreibt.

Vor der Eröffnung haben wir mit Dänemarks Vertreterin Monique Engelund über ihren Beitrag gesprochen:

Als ich die Aufgabenstellung bekommen habe und gelesen habe “Wie sitzt man in Ihrem Land?”, “Designen Sie einen Stuhl, der uns eine Geschichte über Ihr Land erzählt”, war meine erste Reaktion “Oh nein, jetzt muss ich etwas aus Holz mit vielen Gelenken oder sowas machen”. Und dann dachte ich “Nein! Das werde ich nicht tun!” Deshalb zeige ich jetzt einen Stuhl der von der dänischen Gesellschaft inspiriert ist und zeigt wie wir einander brauchen um alles am Laufen zu halten. Aber genauso ist er auch von den Tuileries Gärten in Paris beeinflusst, wo man den öffentlichen Raum auf eine andere Art erleben kann. In Dänemark gibt es auf öffentlichen Plätzen nur Bänke, keine Stühle – vielleicht weil man denkt, dass die Leute sie stehlen würden. Vielleicht ist es aber auch besser die Verantwortung über Dinge, die uns allen gehören bei der Gesellschaft zu belassen. Deshalb ist mein Stuhl von unserer Gesellschaft inspiriert und der Idee, wie man Möbel nutzen kann um zu kommunizieren und Kontakte aufzubauen.
ich habe bewusst versucht, mich von den Möbelklassikern fernzuhalten und zu zeigen, dass Dänemark auch etwas ganz Anderes bedeuten kann …

Wer neugierig geworden ist, was Monique entworfen hat, kann “Sit down please: 40 Stools from 40 Countries” bei Teilmöbliert, Lorettostrasse 9, 40219 Düsseldorf vom 6.-20. Mai anschauen.

Weitere Informationen und die komplette Liste der Konkurrenten, gibt es hier:

http://www.anonymegestalter.de/

http://www.teilmoebliert.com/