Archive for the ‘Design Haus Halle’ Category

(smow)introducing: Stephan Schulz

Tuesday, July 20th, 2010

Name: Stephan Schulz

Geboren: Schwerin, 1983

Studium:
2003-2009 Industrial Design, Burg Giebichenstein, Halle
2007-2008 Erasmus studium at the Design Academy Eindhoven

Praktium: 2008 Bellini Design Studio, Mailand

Produkte:
Stellvertreter für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau
Betonschalen “frisch ausgeschalt” für Betoniu, Leipzig

Stephan Schulz

Stephan Schulz

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Industriedesign?
Stephan Schulz: Es hat sich einfach so entwickelt. Ich habe schon immer gerne Dinge gebaut und herum experimentiert mit Materialen. Ich bin auch auf einer Baustelle groß geworden und so irgendwie in diese Gestaltungswelt hineingewachsen. Ich hatte immer das Bedürfnis, Sachen selber zu bauen und in die Hand zu nehmen.

(smow)blog: Wer hat Sie beeinflusst?
Stephan Schultz: Das ist schwer zu sagen. Als Gestalter wird man ja ständig beeinflusst und vieles passiert dann unterbewusst. Ich glaube, man ist zumindest in Deutschland, in den letzten Jahren stark von Konstantin Grcic beeinflusst worden. Dabei muss im Design nicht immer alles nur positive Beeinflussung sein. Auf Design aufmerksam wurde ich zum ersten Mal in jungen Jahren durch die Bauhaus-Geschichten, die Architektur. Zuerst als Persönlichkeit und Designer wahrgenommen habe ich dann Mies van der Rohe und seine Möbeldesigns. Aber es ist nie so gewesen, dass ich eine Person wirklich herausstellen würde.

(smow)blog: Und warum die Entscheidung für die Burg Giebichenstein?
Stephan Schulz: Das ist ganz einfach. Ich habe mich hier zuerst beworben, habe die Eignungsprüfung bestanden und bin dann geblieben. Die Schule hat einen guten Ruf und die Stadt fand ich auch schön, und deswegen hab ich hier angefangen zu studieren

(smow)blog: Und jetzt haben Sie Ihr Studium abgeschlossen und hier im Design Haus Halle ein Atelier bezogen. Bleiben Sie also in Halle?
Stephan Schulz: Erstmal ja. Es ist natürlich eine Chance, hier erstmal die Werkstätten der Hochschule weiter zu nutzen. Wenn ich jetzt weggehen würde, würde ich es nie so günstig kriegen wie in Halle. Und hier hat man eben noch das Netzwerk um sich herum und das erleichtert es am Anfang denke ich ungemein. Aber ich bin nicht auf Ewigkeit auf Halle fixiert.

Stellvertreter by Stephan Schulz for Moormann

Stellvertreter von Stephan Schulz für Moormann

(smow)blog: Sie stehen erst am Anfang Ihrer Laufbahn, aber gab es schon Höhepunkte?
Stephan Schulz:
[lacht] Ich bin wirklich noch am Anfang, aber ein Höhepunkt war sicherlich die Garderobe [Stellvertreter] für Moormann. Ich habe ja erst vor drei Monaten mein Diplom gemacht, und letztes Jahr während des Studiums schon ein Produkt auf den Markt gebracht mit einem Hersteller. Das ist schon der Höhepunkt. Klar.

(smow)blog: Und wie kam es dass die Betonschale in die Vitra Design Museum Austellung „Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ aufgenommen wurde?
Stephan Schulz: Martin Hartung, einer der Kuratoren dieser Ausstellung vom Vitra Design Museum hat die Betonschalen auf einer anderen Ausstellung gesehen, fand sie passend und hat sie dann aufgenommen. [lacht] So simpel ist es manchmal.

(smow)blog: Wenn wir jetzt an die Betonschale denken, an Ihre Lehmpaneelen, oder die Holz- und Porzellanartikel: Macht es Ihnen Spaß mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren?
Stephan Schulz: Auf jeden Fall. Ich könnte mich jetzt nicht auf ein Material festlegen und sagen, ich arbeite nur mit Porzellan, oder nur mit Beton. Das ist ja gerade das Spannende als Industriedesigner, dass ich in jede Richtung gehen kann und jede Richtung ausprobieren kann.

(smow)Blog: Und wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Stephan Schulz: Ich habe mich auf Möbel und Interieur  spezialisiert und will mich auch in diese Richtung weiter entwickeln. Ich möchte nicht immer nur Unikate machen, es wäre auch schön Massenprodukte zu entwerfen, die in Serie gehen können. Als Designer hat man den Anspruch, dass die eigenen Entwürfe funktionieren – auch in der Herstellung. Aber dadurch, dass der Markt zurzeit so übersättigt ist, gehen viele Designer mehr in die künstlerische Richtung und alles wird eher experimentell. Das gehört sicherlich dazu, und es sind die ersten Schritte, aber mein Ziel ist es, Produkte auf den Markt zu bringen.

Concrete bowl by Stephan Schulz for betonui

Betonschale von Stephan Schulz für betonui

(smow)blog: Wie kommt man als junger Designer an Hersteller?
Stephan Schulz: Das ist schwer. Ja, ich weiß es selbst nicht genau. Natürlich geht man auf Messen, das ist die einzige Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, aber es ist verdammt schwer. Nils Holger Moormann hatte ich das Produkt vorgestellt und er fand es gut. Das ist natürlich der Idealfall. Aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme und es funktioniert dann zehn mal wieder nicht. Es ist ein harter Weg. Und vor allem gibt es keinen vorgezeichneten Weg. Es kann dir niemand sagen wie du es machen sollst oder wie du Hersteller ansprechen sollst. Es bleibt schwer.

(smow)blog: Dann viel Glück und Dankeschön!

Weitere Informationen zu Stephan Schulz finden Sie unter studio-stephanschulz.com/

Cargo Chair by Stephan Schulz: An empty frame you can fill according to mood and situation

Comfy Cargo Chair von Stephan Schulz: ein leerer Rahmen, den man nach Lust und Laune füllen kann

Foam soft pad chair by Stephan Schulz

Foam soft pad chair von Stephan Schulz

Porcelain jugs by Stephan Schulz

Porzellan Kanne von Stephan Schulz

Tischlader by Stephan Schulz

Tischlader von Stephan Schulz



Designpreis Halle 2010

Wednesday, June 23rd, 2010

Das Thema des Designpreis Halle 2010 ist und war Reisen.

Für uns hat die Reise nach Halle eine spezielle Bedeutung. In einem früheren Leben sind wir regelmäßig nach Halle gefahren und haben immer wieder perverse unmenschliche Horrorszenarien erlebt. Nach der Rückreise in Leipzig angekommen, waren wir froh den Ufern der Saale mit unserem Leben entkommen zu sein.

Das war damals.

Seither hat sich einiges getan. Nicht nur unser Leben hat sich verändert. Wir sehen und verstehen Halle mitlerweile aus einem ganzen anderen Blickwinkel.

Hauptsächlich wegen einer anderen Tour; eine Tour auf einem Touristenboot entlang der Saale.

Aber auch wegen unseres neuen Lebens, welches uns auf die Reise von vernichtendem Genie zu kreativen Talent geführt hat.

“Halle an der Saale soll langerfristig die Designstadt Deutschlands und Impulsgeber für Design weltweit werden”

Vor ein paar Jahren hätten wir noch laut gelacht, wenn Prof. Dr. Peter Heimann mit solchen Aussagen aufgetreten wäre.

Heute nicht mehr.
Die Burg Giebichenstein hat sich zu einer der besten Design Hochschulen in Deutschland entwickelt. Das Design Haus Halle gibt alles um die jungen Talente zu fördern und sie in der Region zu halten.

2010 Designpreis Halle Theres that Hallenser design spirit again

Designpreis Halle 2010: Da ist wieder dieser Hallenser Designgeist

Mit dem Designpreis Halle hat sich ein internationaler Preis entwickelt, welcher Teilnehmer aus verschiedensten Disziplinen anzieht. Nicht alle Finalisten sprechen jeden an, aber es ist auf jeden Falll für jeden etwas dabei.

166 Projekte aus 13 Ländern wurden für den Designpreis Halle 2010 eingereicht. Die Jury um Nils Holger Moormann und Axel Kufus hat 19 davon für die Ausstellung ausgewählt, und natürlich vier Preisträger.

15 Studenten der Fachhochschule Dortmund wurden mit einem Sonderpreis für die Pappkartonkoffer ausgezeichnet. Zwei von ihnen, Daniel Behn und Clemens Müller bekamen den Preis der besonderen Anerkennung für RESI “Der Koffer der eine sichere Reise für Deutsche im Ausland garantiert”.

Suited case by Erik De Nijs Second place at Designpreis Halle 2010

Suited case von Erik De Nijs Zweiter Platz beim Designpreis Halle 2010

Der zweite Platz ging an den Designer Erik De Nijs aus Utrecht für den “Suited Case”. Es spiegelt das Polder Sofa von Hella Jongerius für Vitra wieder und ist eine Zusammenstellung von Koffern, die gleichzeitig als Sitzgelegenheit genutzt werden können. Wir sind uns zwar sicher, dass keine Fluggesellschaft der Welt die Koffer von A nach B bringen könnte ohne sie zu zerstören. Hier war nicht das Produkt ausschlaggebend, sondern das Konzept. Die Preisrichter waren von dem Versuch begeistert ein bisschen heimische Atmosphäre in das stressige Leben des Reisenden zu bringen.

Der erste Preis ging an Guy Königstein aus Eindhoven für den Animationsfilm “Die Rückreise”. Durch die Erzählungen seiner Verwandten knüpft er ein Netz zusammen, welches die Geschichte seiner Familie erzählt.

Nomads wardrobe by Matthias Baumecker - for us worthy of a mention

Nomads wardrobe von Matthias Baumecker

Ein weiterer Beitrag ist unserer Meinung nach mehr als eine Erwähnung wert. Die Nomad`s wardrobe von Matthias Baumecker ist eine Reisegarderobe, welche wir uns sehr gut mit dem chairless chair Konzept von Vitra vorstellen können.

Als Location wurde das alte Tramdepot gewählt und mit UV-Licht beleuchtet. Es ist eine der kreativeren und einfallsreicheren Ausstellungen der letzten Zeit und ein überzeugendes Argument für das Talent in Halle.

Der nächste logische Schritt wäre, dass die Designers Open von Leipzig nach Halle zieht.

Wir sind weiterhin unsicher ob Halle es aus eigener Kraft schaffen kann sich als kreatives Zentrum zu etablieren. Für uns scheint es nur möglich, wenn Sie sich mit Dessau, Roßlau, Bitterfeld und Wolfen zusammentun. Das Bauhaus zu ignorieren erscheint einfach irgendwie falsch.

Alle Details über die Finalisten und die Ausstellung können unter Designpreis Halle 2010 gefunden werden.

Desinpreis Halle 2010 winners - front left first prize winner

Desinpreis Halle 2010 Gewinner - vorne links der Gewinner Guy Königstein

Designpreis Halle: All roads lead to Giebichenstein

Designpreis Halle: Alle Wege führen nach Giebichenstein

Designpreis Halle 2010

Designpreis Halle 2010



Design Haus Halle: Doris Sossenheimer

Monday, June 14th, 2010
Design Haus Halle

Design Haus Halle

Am kommenden Sonntag wird der Designpreis Halle 2010 vergeben.

Das wissen wir.

Designpreis.

Halle.

Und nein, es geht nicht um das älteste gekritzlete Tag an der Wand eines verlassenen Hauses.

Trotz aller Stereotypen und Vorurteile über “Chemie Halle”: übersieht man mal den jahrhunderte alten Industrieschmutz an den Häusern, so findet man einige wahre Talente an der Saale.

Ein Grund dafür ist die Kunst- und Designhochschule Burg Giebichenstein, welche regelmäßig hoch qualifizierte Absolventen hervorbringt.

Design Haus Halle

Design Haus Halle

Um Absolventen den beruflichen Start zu vereinfachen und sie in der Region zu halten hat die Burg Giebichenstein das Design Haus Halle eröffnet. Das Design Haus wurde vom Transferzentrum entwickelt. Es erinnert sehr an eine traditionelle Unternehmensgründung und stellt Ateliers und Büroräume für Kreative aller Art zur Verfügung.

Auf der Eröffnungsfeier des Design Haus Halle im April hatte (smow)blog die Möglichkeit mit der Leiterin Doris Sossenheimer über das Haus und dessen Ziele zu sprechen.

(smow)blog: Was bietet das Design Haus Halle an?

Doris Sossenheimer: Wir bieten Unterstützung an, neben Karriereberatung und der Vermittlung von Projekten auch Spezialtrainings. Die Mehrheit der “Kreativen” arbeiten als Freelancer, deshalb ist es wichtig, dass wir sie in der Anfangsphase unterstützen. Zusätzlich führen wir Veranstaltungen durch, welche das Verständnis von “Design” in der breiten Bevölkerung und der Industrie fördern soll. Sachsen-Anhalt ist als Region abhängig von kapitalen Gütern und weniger von Verbrauchsgütern, besonders das intellektuelle Gut “Design” ist nicht so populär wie z.B. in Baden-Württemberg, Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Wir hoffen, dass wir das ändern.

(smow)blog: Nun ist das Design Haus eröffnet. Wo liegen die aktuellen Prioritäten?

Doris Sossenheimer: Zuerst brauchen wir ein bisschen Alltag [Lachen]. Wir entwickeln gerade ein Versanstaltungsprogramm. Zudem müssen wir uns verstärkt um die Entwicklung eines wirtschaftsbezogenen Weiterbildungsprogramms kümmern. Zusätzlich organisieren wir Veranstaltungen über Design, “Was ist Design”, “Wie gehe ich mit Designern” um oder “Wie erkläre ich einem Designer was ich will?”

Design Haus Halle: Hilfe für Absolventen die Gefahren des eigenen Unternehmens zu meistern

Design Haus Halle: Hilfe für Absolventen die Gefahren des eigenen Unternehmens zu meistern

(smow)blog: Gibt es bereits Pläne für die Erweiterung des Aktivitätsradius des Design Haus Halle?

Doris Sossenheimer: Nein. Momentan sind wir ganz am Anfang und versuchen unsere Ziele erfolgreich zu erfüllen.

(smow)blog: Eines der Ziele des Design Haus Halle ist es, Halle als “Design Zentrum” zu etablieren. Sind sie überzeugt davon, dass Sie das schaffen?

Doris Sossenheimer: Halle ist bereits Design Zentrum! Es existieren bereits mehrere Design-Agenturen, welche regelmäßig Aufträge von großen Firmen erhalten. Das Design Haus ist dabei eine wichtige Institution zum Festigen der Rolle von Halle und um der Kreativwirtschaft einen Ankerpunkt zu geben.

(smow)blog: Ist das Design Haus Halle bereits ausgebucht oder sind noch freie Räume verfügbar?

Doris Sossenheimer: Wir sind immer offen für Anfragen und Bewerbungen.