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Bauhaus Dessau: Das Bauhaus in Kalkutta. Eine Begegnung kosmopolitischer Avantgarden

Thursday, April 4th, 2013

Nach der Ausstellung von 2011, “Kibbuz und Bauhaus“, präsentiert die Stiftung Bauhaus Dessau derzeit eine weitere Ausstellung, die dem globalen Wirken des Bauhauses gewidmet ist. Oder vielleicht besser, das Bauhaus Dessau hat mal wieder eine Ausstellung aufbereitet, die die Ausdehnungen des weltweiten Netzwerkes Bauhaus und seiner Studenten unter die Lupe nimmt. Dieses Mal geht die Reise nach Indien. Und während sich “Kibbuz und Bauhaus” stark auf die Architektur und Stadtplanung konzentriert hat, ist ”Bauhaus in Kalkutta” reine Kunst.

1922 veranstaltete die Indian Society of Oriental Art eine Ausstellung mit Arbeiten von Bauhaus Künstlern wie Paul Klee, Lyonel Feininger und Johannes Itten neben Arbeiten von führenden Figuren in der indischen Avantgarde Bewegung, u.a. Shanta Devi, Nandalal Bose und Gaganendranath Tagore. Diese Ausstellung ist nun in Dessau zu sehen.

Die Ausstellung von 1922 war ein Dialog zwischen zwei aufkommenden Avantgarde Bewegungen; zwei aufkommenden Avantgarde Bewegungen, die trotz ihres sehr unterschiedlichen Hintergrundes und verschiedener Intentionen in mehreren gemeinsamen Grundsätzen miteinander verbunden waren. Bei der aktuellen Ausstellung geht es, obwohl sie ca. 160 Kunstwerke präsentiert, vor allem um den Hintergrund der Kalkutta-Ausstellung als um das Ausgestellte als solches.

“Bauhaus in Kalkutta” beginnt mit einer Einführung zu den Ursprüngen der indischen Künstlerbewegung, die in Verbindung mit der Indian Society of Art und der Bengal School stand, bevor es mit der Rolle der “Weltstädte”, wie sie die Kuratoren nennen, weitergeht – gemeint sind Berlin, London, Wien und Kalkutta - und die die intellektuellen und kulturellen Netzwerke etablierten, die so eine Ausstellung überhaupt erst denkbar machten. Außerdem wird auf Ähnlichkeiten und Unterschiede der Verhältnisse im frühen 20. Jahrhundert innerhalb Deutschlands auf der einen und Indiens auf der anderen Seite hingewiesen.

Nachdem der Hintergrund geklärt wurde, stellt die Ausstellung Arbeiten von ausgewählten Künstlern aus Indien und dem Bauhaus vor; obwohl – und das hatten wir ursprünglich anderes verstanden – nicht alle Werke in Dessau auch in Kalkutta gezeigt wurden. Vielmehr ist die Ausstellung eine “repräsentative Rekonstruktion” der Ausstellung von 1922: da sind einige originale Arbeiten, die auch schon in Indien gezeigt wurden, einige “Referenzstücke” von Künstlern, von denen andere Arbeiten ausgestellt wurden, und Reproduktionen von Exponaten der original Ausstellung.

Obwohl es natürlich schön wäre, wenn man nur die Originale von 1922 ausgestellt hätte, ist davon auszugehen, dass wegen der 90 Jahren, die seitdem vergangen sind, und wegen der relativ unvollständigen Dokumentation, die Kuratoren die original Exponate einfach nicht auffinden und/oder ausleihen konnten. Insofern ist ihre ”repräsentative Rekonstruktion” eine absolut legitime Alternative und bietet eine wunderbare Wiedergabe von dem, was die Ausstellungsbesucher 1922 erlebt haben müssen.

Was “Bauhaus in Kalkutta” nicht macht, ist tiefgehend zu reflektieren, wie die Langzeitwirkungen der Ausstellung von 1922 aussahen und wie die indische Kunstszene im speziellen vom Wirken der deutschen Gäste beeinflusst wurde. Oder andersrum.

Indien, oder besser gesagt der indische Subkontinent, hat natürlich etwas von den Entwicklungen am deutschen Bauhaus zu Spüren bekommen: Le Corbusier und Louis Kahn als zwei der prominentesten Modernisten haben ihre Spuren in der Region hinterlassen, und Charles und Ray Eames schrieben 1958 ihren “India Report” für die indische Regierung, der schließlich zur Gründung vom Indian National Institute of Design führte.

Inwieweit diese späteren Entwicklungen mit den Kontakten und Erfahrungen, die 1922 gemacht wurden, in Verbindung gebracht werden können, steht noch zu diskutieren aus. Unserer Meinung nach wäre das eine gute Idee für eine nächste Ausstellung.

“Bauhaus in Kalkutta. Eine Begegnung kosmopolitischer Avantgarden” ist bis zum 30. Juni bei der Bauhaus Stiftung Dessau zu sehen.

Neben der Ausstellung findet ein Rahmenprogramm mit Gesprächen, Konzerten und Workshops statt.

Vollständige Informationen unter: www.bauhaus-dessau.de

 



Klassik Stiftung Weimar: Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit

Wednesday, March 27th, 2013

Noch bis zum 23. Juni 2013 präsentiert die Klassik Stiftung Weimar die Ausstellung “Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit”.

Anlässlich des 150. Geburtstages von Henry van de Velde will “Leidenschaft, Funktion und Schönheit” als erste Ausstellung ihrer Art van de Veldes komplettes kreatives Schaffen untersuchen – von seinen frühesten künstlerischen Bestrebungen über Kunstgewerbe und Möbeldesigns bis hin zu seinem architektonischen Schaffen, Innenausstattung und den Lehraufträgen.

Der Mythos Henry van de Velde ist bekannt und schnell erzählt: Er kam aus Belgien, wurde Direktor der Kunstgewerbeschule in Weimar, schlug 1915 Walter Gropius als seinen Nachfolger vor und Gropius gründete das Bauhaus. Dass viel mehr hinter dem Mann steckt, ist klar. Wie viel genau zeigt ein Rundgang durch “Leidenschaft, Funktion und Schönheit”.

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Klassik Stiftung Weimar: Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit

Das erste, was über die Ausstellung gesagt werden muss: Sie ist umfangreich. Sehr umfangreich. Die rund 700 Objekte auf 1400 m² auf zwei Etagen des Neuen Museums Weimar lassen sich nicht mal eben in der Mittagspause durchlaufen. Die Ausstellung braucht Zeit und verdient sie auch.

“Leidenschaft, Funktion und Schönheit” beginnt mit Henry van de Veldes Ausbildung in Antwerpen und Brüssel, seinen ersten Berufsjahren und seiner Entwicklung weg von der Kunst hin zu Kunstgewerbe, Möbeldesign und Architektur. Der zweite Teil der Ausstellung schaut auf seine Beziehung zum expressionistischen Maler Ernst Ludwig Kirchner, die Zeit nach Weimar und den Versuch seinen Weimarer Erfolg mit der Designhochschule La Cambre in Brüssel zu wiederholen.

Die Erwartungen werden voll erfüllt. Man findet Keramik, Silberschmuck, Bilder, Möbel, Architektur … Sowie ein paar unerwartete Highlights wie ein Modell des Fährschiffes “Prince Baudouin”, für das van de Velde die Inneneinrichtung entworfen hat, ein paar frühe Bilder van de Veldes à la van Gogh und Beispiele der genialen Schreibtische und Stühle, die er für die Universitätsbibliothek Gent designt hat.

Das Ergebnis ist ein umfassender, aber natürlich auch oberflächlicher, Überblick über Henry van de Velde und sein Schaffen. Er kann nur oberflächlich sein da es selbst mit der zur Verfügung stehenden Fläche unmöglich ist, jedes Thema tiefgehend abzudecken. Was die Organisatoren hier auf die Beine gestellt haben, ist aber trotzdem wärmstens zu empfehlen und lohnt sich zu erforschen.

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Klassik Stiftung Weimar: Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit

In den verschiedenen Pressetexten und Katalogen ist viel davon die Rede, dass die Ausstellung Henry van de Velde durch den Vergleich mit Zeitgenossen in Bezug zu seiner Zeit setzt. Davon haben wir ehrlich gesagt nicht viel gespürt. Das liegt vielleicht daran, dass das Ausstellungskonzept den Besucher nicht wirklich dazu animiert.

Und darin liegt – unsere Meinung nach – auch die größte Enttäuschung der Ausstellung: im Layout. Es als langweilig zu bezeichnen, würde einem verregneten Sonntag in einer einsamen Hütte ohne Strom, Bücher oder Radio mit Rückenschmerzen im Bett einen schlechten Dienst erweisen. Wir hatten wirklich etwas mehr Fantasie erwartet. Es ist ja schließlich eine große Henry-van-de-Velde-Ausstelung. In Weimar.

Die Präsentation auf der ersten Etage ist einfach unwürdig. Im Erdgeschoss wird es zwar besser, aber es ist fraglich ob das Interesse eines durchschnittlichen Besuchers so lang anhält. Die Ausstellungsstücke selbst sind größtenteils interessant, die Texte informativ und gut lesbar. Ein gewisses Vorwissen schadet zwar nicht, aber man lernt wirklich was. Es wäre nur schön gewesen, wenn sich jemand ein paar Minuten Gedanken über die Präsentation der Objekte gemacht hätte. Ein Stuhl auf einem niedrigen Podest vor einer grauweißen Wand ist nicht gerade inspirierend.

Und warum die Organisatoren es für nötig erachtet haben, die Pfeiler im Erdgeschoss zu verstecken, verstehen wir auch nicht… erst recht nicht, da sie nur halb versteckt sind. Man ahnt, was hätte sein können. Ärgerlich. Henry van de Velde hatte nichts gegen ionische Pfeiler. Benutzte sie, nutzt sie aus, und lasst die Ausstellung atmen.

In der Pressemitteilung zur Ausstellung erklären die Organisatoren, wie Henry van de Velde seiner Maxime treu geblieben ist dass “… die Gestaltung eines Gegenstands desto vollkommener sei, je exakter sie dessen Zweck entspreche”. Das Wort “Gegenstand” kann man gut durch “Ausstellung” ersetzen.

In seiner Einführung zum Rahmenprogramm verspricht Kurator Thomas Föhl den Besuchern der Ausstellung eine interessante, spannende und sensorische Erfahrung. Interessant ist die Ausstellung auf jeden Fall. Aber spannend? Die Sinne ansprechend? Leider nicht – und so hält die Ausstellung nicht alles, was sie verspricht (“Leidenschaft, Funktion und Schönheit”). Schade eigentlich.

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Klassik Stiftung Weimar: Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit

Henry van de Velde hat sicher nicht allein auf weiter Flur den Weg für den europäischen Modernismus geebnet, und doch war er eine der bedeutenden Figuren. Ihm gebührt zurecht ein Platz in der Geschichte als auch der Respekt zukünftiger Generationen. Das Schöne an der Austellung ist, dass dieser Aspekt nicht direkt berührt wird. Henry van de Veldes Beitrag zur Entwicklung des Modernismus ist sichtbar, aber nicht dominant. “Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit” bewegt sich vielmehr entlang dieser Entwicklungen, die den Mythos van de Velde ausmachen, und präsentiert so das Portrait eines Künstlers, Designers und Architekten im Kontext seiner Kreativität und nicht im Kontext seines Einflusses.

Die Ausstellung ist also unbedingt und trotz der Schwächen zu empfehlen.

“Henry van de Velde. Leidenschaft, Funktion und Schönheit” ist bis zum 23. Juni 2013 im Neuen Museum, Weimarplatz 5, 99423 Weimar zu sehen.

Ausführliche Informationen gibt es unter www.klassik-stiftung.de

Außerdem präsentiert die Baushaus-Universität Weimar vom 29. März bis 12. Mai 2013 eine Ausstellung des gesamten architektonischen Schaffens von Henry van de Velde. “Der Architekt Henry van de Velde” ist organisiert und kuratiert von Studenten der Architektur-Fakultät. In Form von 3D-Modellen wird van de Veldes Werk zu neuem Leben erweckt.

Weitere Informationen und die kostenlose App zur Ausstellung gibt es unter www.uni-weimar.de/projekte/vandevelde/ausstellung/



Tecnolumen WG 24 “No Fake” Aktion erfolgreich beendet

Wednesday, December 19th, 2012

Mit über 100 Anmeldungen und 59 kostenlos gegen Originale eingetauschten Kopien der Wilhelm Wagenfeld WG 24 Leuchte, zeigt sich der Bremer Hersteller Tecnolumen sehr zufrieden mit der “No Fake” Aktion.

Zufrieden können sie auch sein. Nicht zuletzt weil sie damit ein größeres Bewusstsein für die Problematik unlizenzierter Kopien bei den Konsumenten geschaffen haben; insbesondere in Bezug auf Bauhaus Möbel.

Zu den interessantesten Erkenntnissen, die das Unternehmen nach der Aktion bekannt gegeben hat, gehört, dass die Mehrheit derer, die bei der Aktion teilgenommen haben, unwissentlich eine Kopie gekauft hatten.

Aha…. Also, ohne jemanden des Lügens bezichtigen zu wollen… Wenn man weiß, dass eine Lampe eigentlich 400 Euro kostet und man dann für die (angeblich) gleiche nur 99 Euro zahlt, kann man doch niemandem erzählen, man habe den Braten nicht gerochen.

Und wer sich bewusst für eine Kopie entschieden hat, hat das, sagt Tecnolumen, weil die Kopie billiger war.

Klingt für uns ganz nach einer Industrie, die besser erklären müsste, warum ihre Produkte so teuer sind.

In der Vergangenheit haben wir über die Qualitäts- und Sicherheitsprobleme geschrieben, die sich ergeben, wenn man Kopien kauft. Aber was unter Konsumenten häufig nicht bedacht wird, ist dass viele Designermöbel nicht massenhaft in Fabriken produziert werden, die ihre tausend Angestellten ans Fließband ketten. Oft werden Produkte, wie die Wagenfeld Lampe in speziellen Werkstätten hergestellt.

Letztes Jahr sprachen wir zum Beispiel mit einem europäischen Hersteller, der uns erzählte, dass ein Produkt erst aus dem Sortiment genommen wird, wenn weniger als 20 Stück im Jahr verkauft werden. Zwanzig. In einem ganzen Jahr. Das ist kein Betrieb, der darauf optimiert wird, in 24 Stunden Produktion durchzulaufen.

Oder bei unserem Besuch der Müller Möbelfabrikation in Augsburg letztens trafen wir ein kleines Team, das jedes Teil von Hand herstellt. Das ist die Qualität und Garantie, für die man zahlt.

In der Vergangenheit haben Designermöbelhersteller oft medienwirksame Events veranstaltet, bei denen Kopien ihrer Produkte zerstört wurden oder haben Tausende investiert, um Pressemitteilungen auszusenden, die stolz verkünden, dass sie eine Gerichtsentscheidung zum Markenschutz für sich gewonnen haben.

Die Wirkung solcher Aktionen hat natürlich ihre Grenzen. Vor allem wenn die, die damit konfrontiert werden, immer noch nicht wissen, warum sie die teuren Originale kaufen sollen.

Warum nicht lieber dem Kauf von Kopien vorbeugen, indem man transparent macht, wo und wie die Produkte hergestellt werden. Also warum sie kosten, was sie kosten. Macht man das, zerstört man nicht etwa die Magie hinter dem Produkt, sondern erhöht viel mehr seinen Wert.

Ok, man sollte sich auch für eine offene Debatte einsetzen, die die Tatsache hinterfragt, warum Lizenzgebühren, die älter als 50 Jahre sind, genauso hoch wie bei neuen Produkten sind. Aber wir vermuten, dass das aus Gründen des “Betriebsgeheimnisses” unwahrscheinlich ist. Wenn auch unserer Meinung nach wünschenswert.

Das würde die Probleme natürlich nicht vollständig lösen. Schon gar nicht solange es die schrecklichen Lifestyle Magazine mit ihren Abbildungen von Qualität als etwas, das visuell fassbar ist, gibt: Es sieht hochwertig aus, also ist es hochwertig. Das ist etwas, was die Plagiateure geradezu anfeuert.

Aber es könnte eine Start in eine positive, neue Richtung sein….

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WG 24 von Wilhelm Wagenfeld über Tecnolumen

 

 



Die Poesie des Funktionalen: Internationaler Marianne Brandt Wettbewerb 2013

Wednesday, October 24th, 2012

Treue Leser werden wissen, wie sehr wir die Bauhaus Designerin Marianne Brandt schätzen. Und sie werden auch wissen, dass wir jedes mal, wenn wir über sie schreiben, am Ende halb Sachsen beleidigen. Also: Tief einatmen, Daumen drücken und los geht’s!

2013 wird der Chemnitzer Kunstverein Villa Arte den 5. Internationalen Marianne Brandt Wettbewerb ausrichten.

Die fünfte Ausgabe der alle drei Jahre stattfindenden Huldigung internationalen zeitgenössischen Designs setzt nicht nur die Suche nach Objekten und Fotografien fort, die “Die Poesie des Funktionalen” darstellen, sondern verspricht auch ein eintägiges Marianne Brandt Symposium, was wir für eine ausgezeichnete Idee halten.

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Marianne Brandt Wettbewerb 2010: Marlen Pelny performt ein Marianne Brandt Gedicht unter den wachsamen Augen der Künstler.

Eines unserer Highlights des Jahres 2012 war die Ausstellung ”Bauhaus. Art as Life” im Barbican in London. Und das nicht nur, weil der Flug auf die Insel den Genuss einiger guter Biere bedeutete, sondern auch wegen der neuen Perspektive, die man dort auf viele der bekannten Bauhaus Protagonisten gewonnen hat. Einschließlich Marianne Brandt, natürlich.

In unserem Interview mit Kuratorin Lydia Yee merkte sie an, dass Brandts Collagen zu den Objekten gehören, die ihr wirklich geholfen haben, das Bauhaus und sein Erbe besser zu verstehen. Da können wir ihr nur beipflichten. Das gilt aber nicht nur in Bezug auf die Collagen. Die Ausstellung war voll mit seltenen Betrachtungen von Brandts Arbeit.

Es wäre zu einfach einen Designer nur auf einige wenige markenzeichenartige Arbeiten zu reduzieren, während der Rest des Lebens und des Werkes einfach ignoriert werden.

Ja, das Teeservice von Marianne Brandt ist fantastisch. Aber es ist eines von vielen Projekten. Erkundet man einmal den Rest ihres Werkes, entdeckt man Aspekte ihres Charakters und ihrer Philosophie, auf die man einfach nicht nur von einem Teeservice schließen kann.

“Bauhaus. Art as Life” bot die Gelegenheit dafür. Der Internationale Marianne Brandt Wettbewerb hingegen ist zwar fraglos eine einzigartige Plattform für das Leben und das Werk der Marianne Brandt, ein wenig mehr Erklärung dazu, wer sie war und was sie getan hat, wäre aber nicht verkehrt gewesen und würde dafür sorgen, dass sie für junge Designer relevant bleibt. Wir hoffen, das Symposium schafft das.

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Eine Auswahl an Lampendesigns von Marianne Brandt bei "Bauhaus. Art as Life"

Neben den regulären Produktdesign- und Fotografie-Kategorien beinhaltet der Internationale Marianne Brandt Wettbewerb 2013 die Sonderkategorie ”Cradle to Cradle” für nachhaltiges Design. Auch wenn Nachhaltigkeit eine tolle Sache ist, sind wir ehrlich gesagt etwas enttäuscht, dass der Wettbewerb so eine Kategorie einführt.

Für uns sind “Nachhaltiges Design”-Wettbewerbe ein wenig wie 3D-Filme – ein vorbeifahrender Zug, auf den plötzlich jeder aufspringen will; unabhängig davon, ob man das Reiseziel kennt oder nicht.

2010 erfüllten viele der eingereichten Arbeiten Ansprüche an Nachhaltigkeit. Die waren sogar ganz schön nachhaltig. Und es ist anzunehmen, dass das viele der Beiträge von 2013 ebenfalls sein werden. Intelligente zeitgenössische Designer beziehen nämlich immer Aspekte wie Rohstoffe, Lebenszyklen, Energieversorgung und Recycling bzw. Entsorgung in ihre Arbeit ein.

“Nachhaltiges Design” also als extra Kategorie einzuführen, trägt nicht dazu bei einen Dialog über Nachhaltigkeit im Design anzuregen, sondern stilisiert es innerhalb der öffentlichen Wahrnehmung viel mehr als eine Art “Feature”, das Design enthalten kann. Wenn Design aber wirklich nachhaltig sein soll, müssen wir alle – Designer, Konsumenten, “Lifestyle Blogger”, Hersteller, Politiker – verstehen, dass Beständigkeit zu den Aufgaben eines Designers gehört.

Aber unabhängig davon sind wir einfach froh, dass der Internationale Marianne Brandt Wettbewerb wieder da ist. Wir haben ihn vermisst. Ehrlich.

Der Wettbewerb von 2010 hat uns zwei Projekte nahegebracht, die uns immer noch faszinieren - Mechthild von Christoph Schmidt und Damensattel von Caspar Huckfeldt - und vom Wettbewerb 2013 erwarten wir, dass er mindestens genauso anregend, erfrischend, innovativ und anspruchsvoll sein wird.

Beiträge für den Internationalen Marianne Brandt Wettbewerb 2013 können bis Mai 2013 eingereicht werden, ihr habt also noch Zeit euer Killer Projekt zu entwickeln.

Der Wettbewerb ist für alle Designer offen, unabhängig davon wie professionell. Die einzige Bedingung ist, dass man unter 40 sein muss, womit leider schon die meisten der Einwohner von Chemnitz ausscheiden.

Mehr Informationen über den Internationalen Marianne Brandt Wettbewerb 2013 gibt es unter http://marianne-brandt-wettbewerb.de

International Marianne Brandt Contest 2013

Internationaler Marianne Brandt Wettbewerb 2013



Flughafendesign oder Wie man es besser nicht machen sollte

Friday, October 5th, 2012

Es gibt tausend gute Gründe, warum man eine Durchreise durch den  Ben Gurion Flughafen Tel Aviv vermeiden sollte. Und ein paar sehr gute.

Beispielsweise sind die öffentlichen Transportwege zwischen Israels einzigem relevanten internationalen Flughafen und Israels einzigen relevanten Metropolen so beschwerlich und schlecht aufeinander abgestimmt, dass man sich in die Zeit der Kreuzzüge zurücksehnt, als der Weg nach Jaffa oder Jerusalem von Europa aus innerhalb von acht Wochen zu Pferde und auf Schiffen zu bewältigen war.

Wenn man das Land dann erkundet und festgestellt hat, dass es sich um eine offene, freundliche, tolerante und einladende Nation handelt, wird man beim Versuch aus Israel auszureisen stillschweigend beschuldigt, das Land nur bereist zu haben, um Sprengstoff zu ergattern, den man nun auf seinem Rückflug explodieren lassen will. Dabei wird man obendrein noch mit dem entsprechenden Mangel an Respekt behandelt.

Doch der allerbeste Grund dafür, wieso man es zumindest vermeiden sollte, das Land über den Tel Aviv Ben Gurion Flughafen zu verlassen, kommt erst nach dem “Wo-haben-wir-die-Bombe-denn-bloß-versteckt”-Marathon. Nachdem man es durch die Sicherheitskontrollen geschafft hat, ohne an Altersschwäche oder purer Langeweile zugrunde zu gehen, kommt man in eine Shopping-Oase – eine Shopping-Oase, die mit den billigsten Kopien des LC2 Sessels von Le Corbusier übersät ist, die wir je gesehen haben.

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Le Corbusier LC2 Kopien am Gurion Airport in Tel Aviv.

Dass es kein “Bauhaus Tel Aviv” gibt, hat man ja so langsam verstanden. Die verantwortlichen Architekten haben das eigentlich auch nie behauptet, aber der Spitzname hält sich trotzdem.

Obwohl die überwältigende Mehrheit der Architekten, die die Weiße Stadt gebaut haben, keine Bauhaus-Absolventen per se waren, lebten sie in einer Zeit, in der die Lehren von Walter Gropius, Hannes Meyer & Co. sehr en vogue waren. Soweit wir wissen, beschäftigten sich auch just zu jener Zeit als Tel Aviv erbaut wurde viele Bauhäusler mit dem Bau der Kibbuzim. Es wäre ja auch irgendwie seltsam hätte es dort keine Interaktion gegeben, einen Versuch, die schönen neuen Ideen zu kanalisieren.

Von daher gab es damals noch kein Kopieren oder Fälschen… nur die Interpretation aktueller Trends aus der Ferne. Das haben sie auch ganz fantastisch gemacht und ein abwechslungsreiches, interessantes und funktionales Stadtbild geschaffen. Bei den Möbeln sieht es da allerdings ganz anders aus…

Die Stühle im Ben Gurion Flughafen sind Kopien der Arbeit von jemand anderen. Schlechte, minderwertige Kopien, die den Eindruck erwecken, dass weder der Designer noch der Hersteller die leiseste Ahnung hatten, was sie überhaupt taten. Während die Gebäude in der Innenstadt von Tel Aviv die positiven Aspekte des generischen Bauhaus-Stils hervorheben, entwerten die Sessel im Flughafen Le Corbusiers Kanon und seinen Beitrag zum Design des 20. Jahrhunderts.

Dass die staatlich kontrollierte Israel Airports Authority ausgerechnet solche Sessel für den Ben Gurion Flughafen gewählt hat, ist nicht nur äußerst verwerflich, sondern auch sehr, sehr bedauerlich. Als wir vor den Olympischen Spielen in London mit einigen Experten für britisches Design gesprochen haben, äußerten sich viele sehr zufrieden damit, wie die Behörden britische Designer in größere Infrastrukturprojekte eingebunden und dem britischen Design so eine Plattform gegeben haben. Eines der am häufigsten zitierten Projekte war der Flughafen Heathrow.

Flughäfen sind naturgegebenermaßen Schnittstellen. Menschen aus ganz verschiedenen Ländern bewegen sich durch sie, meist sogar zwei mal kurz hintereinander. Man kann sie folglich hervorragend als Plattform nutzen, um all das zu zeigen, was in einem Land gut, faszinierend, interessant, aufregend, sterotypisch, modern, lohnenswert, lebendig und anders ist. Oder man kann, wie im Fall des Ben Gurion Flughafens in Tel Aviv, die völlige Geringschätzung kreativer Talente zeigen.

Israel mag zwar nicht besonders viele Designtalente haben, dafür sind die vorhandenen aber umso exzellenter. Von Leuten wie Ron Arad (Tel Aviv, 1951) über Arik Levy (Tel Aviv, 1963) oder Jair Straschnow (Rehovot, 1965) bis hin zum stets verlässlichen Strom qualitativ hochwertiger Absolventen international anerkannter Institutionen wie der Bezalel Academy of Art and Design Jerusalem oder dem in London ansässigen Designstudio Raw Edges (Yael Mer und Shay Alkalay, beide Tel Aviv 1976), haben israelische Designer einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Designs in der ganzen Welt geleistet und werden es auch weiterhin tun. Auch das Design Museum Holon konzentriert sich seit 2010 auf nationales, zeitgenössisches Design.

Nur zehn Kilometer entfernt investiert der Ben Gurion Flughafen in billige, miese Kopien international anerkannter Designklassiker. Unerklärlich.

Letzten Endes ist es rückblickend vielleicht gar keine schlechte Sache, dass die Security so lange braucht. Sonst müsste man die Farce ja noch länger über sich ergehen lassen.

lc2 le corbusier copy

Aus der Ferne mögen sie vielleicht gar keinen schlechten Eindruck machen... man sollte ihnen aber keinesfalls zu nahe kommen.



Bauhaus-Archiv Berlin: DMY Awards & Jury Selection 2012

Thursday, September 13th, 2012

Seit das DMY Berlin 2009 den “Drei aus Zehn” Award ins Leben gerufen hat, hat das Bauhaus Archiv Berlin die Nominierten und Gewinner jeden Herbst mit einer Ausstellung gewürdigt. 2012 ist das nicht anders und die Ausstellung DMY Awards & Jury Selection 2012 kann bis Mitte Oktober in Berlin besucht werden.

Es ist natürlich nur logisch, dass das Bauhaus-Archiv an großen experimentellen und konzeptionellen Designprojekten Anteil nehmen sollte. Denn obwohl es heute ziemlich klischeebehaftet und von der Zeit gezeichnet ist, war das Bauhaus größtenteils eine experimentelle und konzeptionelle Institution, die ihre Studenten dazu ermutigt hat auf neuen Wegen zu gehen und neue Antworten zu entdecken.

Indem das Bauhaus-Archiv nun die DMY Awards Ausstellung veranstaltet, erhält es genau die Tradition, die es eigentlich immer durch “normale” historisch-museale Ausstellungen aufrecht zu erhalten versucht.

Bauhaus Archiv Berlin DMY Berlin Awards and Jury Selection 2012

Bauhaus-Archiv Berlin: DMY Awards und Jury Selection 2012

Als Ausstellung ist die DMY Awards & Jury Selection 2012 ziemlich selbsterklärend. Sie erzählt keine Geschichte, sie erforscht nichts und sie fordert nichts heraus. Stattdessen zeigt die Ausstellung 10 Projekte, die das übernehmen.

Im Juni hat uns Andrea Brena ein neues “Knitted Army”-Stück für die Bauhaus-Archiv Ausstellung versprochen. Und er hat uns nicht enttäuscht. Indem er eine kleine Armstrickerei genommen und mit einem Metallrahmen kombiniert hat, hat er ein eigentlich abstraktes Objekt in einen Stuhl verwandelt und sein Projekt damit auf die nächste Ebene bewegt.

Die anderen Projekte präsentieren sich überwiegend so wie wir sie kennengelernt haben. Das ist aber absolut ok, da die meisten von ihnen sowieso schon “vollständig” waren. Das ist aber auch insofern nicht schlecht, als man sich in der entspannten und gemütlichen Umgebung des Bauhaus-Archivs in Ruhe mit den Projekten beschäftigen kann, sie gründlicher reflektieren und tiefergehender hinterfragen kann als es im Tempelhof möglich war.

Wir erkennen z.B. immer noch nicht wirklich das Langzeitziel von Jólan van der Wiel’s Gravity Stool-Projekt. In der Bauhaus-Archiv Ausstellung hat man den Raum, um dem auf den Grund zu gehen. Und am 11. Oktober wird es sogar die Möglichkeit geben, mit Jólan bei seinem Workshop darüber zu sprechen.

DMY Berlin Awards and Jury Selection 2012 Bauhaus Archiv Berlin Gravity Stool Jólan van der Wiel

Gravity Stool von Jólan van der Wiel.

Darüberhinaus fordern uns Mobile Gastfreundschaft von chmara.rosinke und Future Travels von Hanemaai auf, unsere eher sesshafte Natur noch einmal zu überdenken, Agri-Expo Yunlin werben immer noch für Bambus und die Rockwell Group animiert Kinder nach wie vor dazu ihre eigenen Spielplätze zu planen.

Auf jeden Fall haben alle 10 Projekte etwas zu sagen und bieten einen Grund sie näher zu erforschen.

“DMY Awards und Jury Selection 2012″ kann bis zum 15. Oktober im Bauhaus Archiv Berlin besucht werden.

Allen, die sich während dieser Zeit in der Hauptstadt aufhalten, können wir das nur empfehlen.

Vollständige Informationen, einschließlich solchen zum Begleitprogramm, findet man unter www.bauhaus.de.

DMY Berlin Awards and Jury Selection 2012 Bauhaus Archiv Berlin Knitted Army Andrea Brena

Andrea Brenas neuer "Knitted Army Chair"

DMY Berlin Awards and Jury Selection 2012 Bauhaus Archiv Berlin Return by Sa’ Bella Design Sally Lin farmers creativity

Return von Sa’ Bella Design/Sally Lin. Teil von Farmer's Creativity

 

DMY Berlin Awards and Jury Selection 2012 Bauhaus Archiv Berlin

Bauhaus Archiv Berlin: DMY Awards & Jury Selection 2012



No Fake – Tecnolumen tauscht falsche Wagenfeld-Leuchten WG 24 durch Original aus

Monday, September 10th, 2012

So lästig Fälscher auch sein mögen, sie sind selten blöd. Man findet nämlich nur ganz selten gefälschte Alben von Billy Ray Cyrus. Oder gefälschte griechische Staatsanleihen… Sie bevorzugen Produkte, von denen sie sicher sind, dass sie sich gut verkaufen lassen. Deshalb schätzen professionelle Fälscherbanden auch Bauhaus-Möbel. Die kennt schließlich jeder und sie sehen alle so einfach aus. Wer kann da schon einen Unterschied erkennen?

Doch neben potentiellen Sicherheitsrisiken reicht eine Kopie nie an die Qualität des Originals heran oder gibt einem Raum diesen unbeschreibbaren Mehrwert, den ein qualitativ hochwertiges Produkt ihm verleiht. Und so stellen die meisten Leute viel zu spät fest, dass der Preis, der so schien als wäre er zu gut um wahr zu sein, genau das auch war.

Zu dem am häufigsten kopierten Produkten der Bauhaus-Ära gehört auch die WG 24, eine der sogenannten Bauhaus-Leuchten von Wilhelm Wagenfeld – ein Stück, das perfekt in die Kategorien “leicht wieder zu erkennen” und “heißbegehrt” passt. Im Rahmen einer Kampagne, bei der das Problem gefälschter Möbeldesignklassiker hervorgehoben werden soll, bietet der in Bremen ansässige alleinige Lizenzinhaber und somit einzige autorisierte Hersteller der Bauhaus-Leuchten von Wilhelm Wagenfeld, Tecnolumen deshalb an, nicht autorisierte Kopien der WG 24 durch echte Exemplare zu ersetzen. Eine Chance also für alle Opfer skrupelloser Händler, endlich das Produkt zu bekommen, von dem man glaubte, es schon längst erworben zu haben.

Die Aktion läuft vom 15. September 2012 bis zum 15. November 2012, gilt aber nur für Verbraucher innerhalb Deutschlands. Außerdem ist die Aktion auf die ersten 100 Bewerber beschränkt.

Mehr Infos zu No Fake sowie detaillierte AGB gibt es unter www.no-fake.info.

wg24 Wilhelm Wagenfeld Bauhaus Lamp Tecnolumen

WG 24 von Wilhelm Wagenfeld

no fake tecnolumen



Marcel Breuer – Design und Architektur. Interview mit Kurator Mathias Remmele

Saturday, August 25th, 2012

Das Bauhaus Dessau zeigt noch bis zum 31. Oktober 2012 die Ausstellung Marcel Breuer – Design und Architektur des Vitra Design Museums Weil am Rhein. Kuratiert wurde die Ausstellung, die einen breitgefächerten Blick auf Breuers Möbel- und Architekturerbe wirft, vom Journalisten/Kuratoren/Dozenten Mathias Remmele.

Bei der Ausstellungseröffnung haben wir uns mit Mathias Remmele auf einen kurzen Plausch über Marcel Breuer, seine Arbeit und seinen Einfluss getroffen.

(smow)blog: In der Ausstellung wird klar, dass Marcel Breuer zunächst mit Holz gearbeitet hat und erst später auf gebogenen Stahl umgestiegen ist. Woher dieser Wandel? Ist denn bekannt, was seine Motivation dafür war?

Mathias Remmele: Man kann es zwar nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, aber von Breuer selbst stammt die Geschichte, dass er eines Tages Rad fuhr, auf seinen Lenker hinunterschaute und eine Art Heureka-Moment erlebte. Ich persönlich bin allerdings nicht davon überzeugt, dass das die ganze Geschichte ist. Es gibt auch die Vermutung, dass der Ursprung in der Junker Flugzeugfabrik zu finden ist, die auch hier in Dessau war, Verbindungen zum Bauhaus hatte und gebogenen Stahl und Eisen nutzte um beispielsweise Flugzeugsitze zu bauen. Aber wie gesagt, man weiß das nicht mit 100%iger Sicherheit.

(smow)blog: Aber eines ist sicher: Als er einmal angefangen hatte, war er nicht mehr aufzuhalten…

Mathias Remmele: In der Tat verbachte er die nächsten sechs Jahre intensiv mit dem Biegen von Stahl und entwarf mehr oder weniger alle Arten von Möbeln, die man aus diesen Material überhaupt machen kann; darunter zahlreiche Stühle, Hocker, Tische, Pulte und sogar ein Bett.

(smow)blog: War es denn so, dass Breuer mit seinen Ideen für neue Stücke auf Thonet zugegangen ist, oder hat der Hersteller ihn mit dem Entwurf bestimmter Objekte beauftragt? Woher kam der Antrieb neue Stücke zu schaffen?

Mathias Remmele: Auch das ist wieder nicht genau dokumentiert, wie so vieles über Breuer. Aber ich vermute, dass Breuer zu Anfang mit seinen Ideen auf Thonet zukam und Thonet ab einem gewissen Zeitpunkt damit anfing zu schauen, was für Objekte für die Firma interessant sein könnten.

(smow)blog: Walter Gropius ist ja eine konstante Größe in Marcel Breuers Biografie. Wie war denn ihre Beziehung zueinander? War es eher eine Vater-Sohn- oder eher eine Lehrer-Schüler-Beziehung?

Mathias Remmele: Ich würde sagen, es war eher wie eine Vater-Sohn-Beziehung; jedenfalls pflegten sie eine lebenslange Freundschaft. Walter Gropius erkannte Breuers Talent schon sehr früh in Weimar, ermutigte ihn und unterstützte seine Arbeit bevor er ihn zum Jungmeister und Leiter der Möbelwerkstatt in Dessau beförderte. Doch auch nach der Zeit am Bauhaus hielten sie engen Kontakt und Walter Gropius versuchte immer, ihn durch seine Kontakte und seinen Einfluss zu unterstützen.

(smow)blog: Walter Gropius war ja nicht der einzige wichtige Einfluss auf Breuers Arbeit, sondern auch de Stijl. Wo und wie kam Marcel Breuer denn zum ersten Mal mit der Arbeit und den Akteuren von de Stijl in Kontakt?

Mathias Remmele: Mitglieder der de Stijl-Bewegung stellten Anfang der 1920er Jahre den Kontakt zum Bauhaus her. Sie hielten dann in Weimar einen Vortrag, bei dem die Bauhäusler, darunter auch Breuer, und die Mitglieder von de Stijl sich und ihre Arbeiten kennenlernten. Das hatte großen Einfluss auf Marcel Breuer, wie man an einigen seiner früheren Holzarbeiten sehen kann.

(smow)blog: Kann man Marcel Breuer wirklich als Bauhäusler betrachten oder ist er eher jemand, der zwar mit der Schule in Verbindung gebracht wird, aber die ideologische, philosophische Seite der ganzen Sache nie so ganz absorbiert hat?

Mathias Remmele: Ich denke, man kann ihn ohne Frage als Bauhäusler ansehen. Die Schule hat ihn stark beeinflusst und ist eng mit einigen sehr positiven Phasen seines Lebens verbunden. Und nach dem Bauhaus blieb er nicht nur mit Gropius in Kontakt, sondern auch noch mit anderen Leuten wie Paul Klee, den er sowohl als Maler als auch als Mensch sehr bewunderte. Für mich ist Marcel Breuer einfach der wichtigste und interessanteste Bauhausschüler!

marcel breuer lattenstuhl 1924

Der stark von de Stijl beeinflusste Lattenstuhl von Marcel Breuer (1924) bei "Marcel Breuer – Design und Architektur", Bauhaus Dessau

marcel breuer steel tube chairs

Eine Auswahl der Stahlrohrstühle von Marcel Breuer bei "Marcel Breuer – Design und Architektur", Bauhaus Dessau



Bauhaus Universität Weimar: summaery2012

Thursday, July 19th, 2012

Als wir das letztes Jahr geschrieben haben, war es nur als billiges Wortspiel gedacht, so langsam wäre es aber wirklich sinnvoll, den Namen der Jahresschau der Bauhaus Universität Weimar in autumnery zu ändern. Denn ebenso wie die summaery2011 war auch die summaery2012 nicht besonders sommerlich. Und obwohl wir dieses Jahr das Gefühl hatten, dass die Ausstellung etwas weniger umfangreich war als in den letzten Jahren, fanden wir immer noch jede Menge, das uns von dem herbstlichen Wetter abgelenkt hat.

Für uns gehörten die Ergebnisse des Falter-Kurses, wo Studenten Produkte durch Falten, Biegen, Wölben etc. schaffen sollten, zu den Highlights. Mithilfe dieser Verfahren werden nicht zwangsläufig immer gute Produkte kreiert, doch die gezeigten Resultate erhöhen den Wert dieser Prozesse im Produktdesign auf jeden Fall. Sehr interessant waren auch die Ergebnisse des Kurses ex und hopp, bei dem untersucht wurde, wie man die Lebensdauer von Produkten verlängern kann. Der Höhepunkt hier war wahrscheinlich Juusto von Josephine Peterknecht – eine Vorrichtung, um “alte” Milch zu Käse zu machen, die wir sehr gerne in Aktion gesehen hätten, weil wir das Prinzip auch mithilfe der Broschüre leider noch nicht so ganz verstanden haben. Das Konzept an sich gefällt uns aber sehr.

Bauhaus University Weimar Summaery 2012 juusto Josephine Peterknecht

Juusto von Josephine Peterknecht

Treue Leser werden wissen, dass es auf dem Weimarer Campus einen Raum gibt – oder besser gesagt gab-, in dem immer eine Präsentation zu sehen war, die uns etwas enttäuschte. Vielleicht hat man ja unser ständiges Schimpfen vernommen, jedenfalls war dieser besondere Raum in diesem Jahr nicht geöffnet. Die Show, die uns in diesem Jahr enttäuschte, war ein Stück weiter, über den Hof, gelegen.

Für uns hat der Kurs Hygiene – Händewaschen hilft, nützt aber nichts, bei dem erforscht werden sollte, wie man die Hygienebedingungen in Krankenhäusern verbessern kann, das Thema etwas verfehlt. Wir wissen zwar, dass die Studenten Hilfe von Spezialisten der Jenaer Uniklinik hatten und wollen keinen Streit mit Mikrobiologen vom Zaun brechen… Zumal es ein Mitglied des (smow)blog-Teams schon mal fast geschafft hat, wegen dem Gattungsnamen des Bakteriums, das die Beulenpest verursacht, in eine Schlägerei zu geraten… Wir können uns gut vorstellen, dass die Bakterien, die Infektionen verursachen, hauptsächlich über die Hände übertragen werden. Aber Hände sind nicht die Ursache, sondern nur das Transportmittel.

Klassisches Produktdesign im Sinne von Objekten, die das Desinfizieren der Hände erleichtern, ist natürlich keine langfristige Lösung – außer natürlich für die finanziellen Sorgen der globalen Desinfektionsmittelindustrie -, da sie keinerlei Probleme lösen. Die Reduzierung der Verbreitung von Bakterien ist vielmehr Sache des Prozessdesigns. Und auch wenn es zugegebenermaßen einige nette Versuche gibt, das Verhalten des Personals dahingehend zu verbessern, liegt der Fokus für uns bei der Ausstellung zu sehr darauf, zu gewährleisten, dass das Krankenhauspersonal immer einen reichlichen Vorrat an Desinfektionsmitteln hat. Das finden wir sehr schade, da Designer auf diesem Gebiet eine Menge zu bieten haben.

Dennoch bleibt die Reduzierung der Infektionsgefahr letztlich eine medizinische Frage – eine Frage danach, wie Krankenhäuser arbeiten und ob man in Krankenhäusern nicht weniger Medikamente verwenden, weniger Operationen durchführen und weniger Patienten aufnehmen sollte. In unserer Gesellschaft bekämpfen wir viel zu viel mit Medikamenten. Und wie jeder Designstudent wissen sollte, ist weniger mehr – auch wenn es darum geht fit und gesund zu bleiben.

Andererseits umfasste die Diplom-Ausstellung 2012 eineinhalb, vielleicht sogar ein ganzes und zwei halbe wirklich gute Projekte. Der Rest hat uns nicht wirklich umgehauen, aber mehr dazu später… Die Ergebnisse des Kurses Lernen Kochen und Essen, bei dem erforscht wurde, wie man die Praxis und den pädagogischen Wert von Schulmahlzeiten verbessern kann, warf so einige Fragen auf. Und die mittlerweile schon zur Tradition gewordene Ausstellung zu Arbeitsplatzlösungen bot eine fröhliche Mischung aus Großartigem und Lächerlichem. Aber hey, darum geht’s bei solchen Kursen doch auch: Man gibt den Studenten eine Aufgabe und guckt, was sie daraus machen.

Außerdem wollen wir die Band, die am frühen Donnerstagabend auf der rolling.stage.SOLAR gespielt hat, lobend erwähnen. Wir sind uns nicht ganz sicher, wie sie hießen, aber sie machten einen der besten und ansteckendsten Sounds, die wir seit langer, langer Zeit gehört haben. Einfach super!

Bauhaus University Weimar Summaery 2012 catching insects

Insektenfangen vor dem Van De Velde-Gebäude, Bauhaus Universität Weimar. Möglicherweise.

Das Hauptaugenmerk der Universität Weimar liegt auf Architektur und Kunst; das Produktdesign hat zwar eine wichtige, aber keine zentrale Rolle in der Institution. Diese Situation führt dazu, dass das meiste, was zu sehen ist, zwar interessant, aber nichts ist, was uns wirklich begeistern würde. Räume über Räume voll mit architektonischen Modellen und Skizzen sind zweifellos wichtig, aber nichts, bei dem wir allzu viel Zeit mit Entschlüsselungsversuchen verbringen möchten; insbesondere, weil wir den Kontext des Objekts/des Ortes nicht besonders gut kennen und er uns auch sonderlich interessiert.

Dennoch ist dieser von unserem eigentlichen Interesse so abweichende Fokus der Grund dafür, wieso ein Besuch der summaery immer so faszinierend ist: Wir sehen uns immer wieder gezwungen, Situationen anders zu bewerten und werden auf neue Denkwege geführt. Genau deshalb machen wir uns immer wieder auf den Weg nach Weimar. Das und die Tatsache, dass wir, egal wie das Wetter bei unserem Besuch ist, bei unserer Rückkehr nach Leipzig immer mit den tollsten Sonnenuntergängen beglückt werden – die Art von Sonnenuntergängen, die bewirkt, dass man den Glauben an die Welt zurück gewinnt und die einem das Gefühl geben, es mit allem aufnehmen zu können, was die Zukunft bereithält.

Summaery2012 fand vom 12. bis zum 15. Juli 2012 in der Bauhaus Universität Weimar statt. Hier ein paar Eindrücke…



Bauhaus Dessau: Marcel Breuer – Design und Architektur

Wednesday, June 6th, 2012

So wie Gerrit Rietvelds Karriere in der öffentlichen Wahrnehmung fälschlicherweise oft auf den Rood-blauwe stoel reduziert wird, so macht man es sich auch zu einfach, wenn man meint, Marcel Breuer habe seine Zeit mit nichts als dem Entwerfen von gebogenen Stahlrohrstühlen und -tischen verbracht.

Zugegebenermaßen schlägt einem der allwissende Google-Algorithmus neben der Marcel Breuer Schule auch gerade einmal  “Marcel Breuer Stuhl” und “Marcel Breuer Biografie” vor. Dass die öffentliche Wahrnehmung von Marcel Breuer so einseitig scheint, ist aber besonders insofern überraschend, als die Breuer Biografie noch eine der bekannteren Bauhaus-Biografien ist. Er ist wohl einer der wenigen Bauhäusler, über den bei einer Fernsehquizshow eine Frage gestellt werden würde.

Die Ausstellung “Marcel Breuer – Design und Architektur”, die zurzeit am Bauhaus Dessau gezeigt wird, führt den Besucher in die weniger bekannten Bereiche der Breuer’schen Arbeit ein und präsentiert auch das ein oder andere kaum bekannte Objekt aus Breuers Oeuvre. Vor allem macht die Ausstellung aber deutlich, dass so wichtig die Stahlrohrarbeiten auch für das europäische Design im 20. Jahrhundert gewesen sein mögen, sie für Breuer selbst nur eine frühe und kurze Phase seines kreativen Schaffens ausmachen.

 

Marcel Breuer design and architecture Bauhaus dessau wassily club chair B3
Der B3  Clubstuhl (Wassily Sessel) von Marcel Breuer @ Bauhaus Dessau

Der Ausstellungstitel verspricht nichts, was er nicht halten kann und so werden in der Ausstellung zum einen Breuers Wirken im Design und zum anderen sein architektonisches Schaffen betrachtet.

Der Designteil ist in der Ausstellung chronologisch angeordnet und beginnt daher mit Breuers frühen Holzobjekten, einschließlich des eindeutig vom de Stijl beeinflussten – und dementsprechend farbigen – Lattenstuhl sowie einer gewaltigen, fast steampunkartigen Frisierkommode mit Stuhl, die er 1923 für das Haus am Horn in Weimar entworfen hat.

Mitte der 1920er Jahre begann Marcel Breuer dann seine bahnbrechenden Experimente mit Stahlrohr. Natürlich ist dieses Genre umfassend in der Ausstellung vertreten – sei es in Form des “Wassily” B3 Clubstuhls in all seinen Variationen, Breuers zahlreichen und verschiedenen Kooperationen mit Thonet oder seine Freischwinger-Stuhldesigns.

Was besonders interessant in der Ausstellung zu beobachten ist, ist die Spannweite, die in manchen von Breuers Entwürfen steckt. Sein B 35 Stuhl für Thonet zum Beispiel wird als verschweißte und verschraubte Version gezeigt; die eine offensichtlich für das Versenden in flachen Paketen und als modulare Möbelserie gedacht, die andere ästhetisch ansprechender.

Das Stahlrohr stellt zwar ohne Zweifel die bekannteste und wichtigste Epoche für Breuer dar, wir finden den Sperrholzbereich allerdings viel interessanter. Auf der einen Seite weil Sperrholz ein Material ist zu dessen Gebrauch Breuer mehr oder weniger gezwungen wurde – das Unternehmen Isokon war wenig an Stahlrohrmöbeln interessiert und wollte stattdessen das kommerziell relevantere Holz – und auf der anderen Seite weil es ein Material ist, mit dem er einige wirklich schöne Möbel geschaffen hat, die mit ihrer organischen Formensprache jedoch in deutlichem Kontrast zu dem stehen, was man normalerweise mit Marcel Breuer assoziiert. Zugegebenermaßen hat man begrenzte Möglichkeiten mit gebogenem Sperrholz, aber was Breuer damit geschaffen hat, ist ein wirklich wunderbarer Anblick.

Dieser Teil seines Schaffens ist aber auch so bemerkenswert, weil er zeigt, dass Breuer ein Verständnis von der kommerziellen Möbelindustrie hatte, von dem sich einige seiner Zeitgenossen eine Scheibe hätten abschneiden können. Sein Stapelstuhl aus dem Jahr 1936 ist ein wunderbares Beispiel dafür.

 

Marcel Breuer design and architecture Bauhaus dessau Isokon moulded plywood chair
Beispiele für Marcel Breuers gebogene Sperrholzarbeiten für Isokon. Im Vordergrund der Stapelstuhl

Im Gegensatz zum chronologischen Designteil gliedert sich der Architekturteil thematisch und zwar in die Bereiche “Räume”, “Häuser” und was die Kuratoren als “Volumen” bezeichnen, also gigantische, fast brutalistische Konstruktionen, die ihre Existenzberechtigung allein dadurch zu behaupten scheinen, dass sie so präsent sind.

Jeder der Bereiche wird durch Modelle, Fotos und Zeichnungen repräsentativer Gebäude erklärt, wobei die interessanteste Darstellung für uns die des BAMBOS Projektes ist.

Wie eintausend japanische Touristen täglich bestätigen können, gehören die Meisterhäuser – eine Reihe Villen, extra gebaut für die Bauhausmeister – zu den wichtigsten Aspekten vom Bauhaus Dessau. Der Bau der Meisterhäuser trug allerdings damals sehr zur Verärgerung der “jungen Meister”, wie Breuer, Josef Albers oder Herbert Bayer, bei. Sie empfanden es als “unsozial”, dass die Meister strahlend neue Villen erhielten, und sie selber (die schließlich den Löwenanteil des Unterrichts übernahmen) nichts vergleichbares bekamen.

In einem Akt, der im krassen Kontrast zu den gutgelaunten, feierwütigen Bauhäuslern steht, wie sie derzeit in der Barbican Art Gallery dargestellt werden, rebellierten die jungen Meister gegen diese vermeintliche Ungerechtigkeit und schlugen eine eigene Serie experimenteller, vorgefertigter Häuser vor, die umgangssprachlich BAMBOS nach ihren Urhebern Breuer, Albers, Meyer, Bayer, Meyer-Ottens und Schmidt genannt werden.

Anfänglich wurde das Vorhaben abgelehnt, aber als Breuer damit drohte Dessau zu verlassen, stimmte Walter Gropius dem Projekt schließlich zu. Allerdings wurde das Projekt letztlich niemals realisiert und große Teile der originalen Dokumentation sind seit langem verschwunden. Folglich beschränkt sich die Präsentation von BAMBOS auf einen kurzen Text und ein Modell des BAMBOS Hauses Typ 1.

Der Einbezug von BAMBOS ist insofern wichtig, als er bestätigt, dass das Bauhaus nicht mit Lichtgeschwindigkeit einem gemeinsamen Ziel entgegen raste und dabei niemals von der Spur der gemeinsamen Ideologie abkam, sondern dass auch das Bauhaus in erster Linie ein Sammelbecken für Individuen mit eigenen Meinungen, die verteidigt werden wollten, war. Auch wenn das den ein oder anderen auch mal aus der Bahn warf.

Auf ähnliche Weise würde die Ausstellung von ein wenig mehr Informationen über die Verärgerung profitieren, die hervorgerufen wurde, als Breuer seine Stahlrohrmöbel über sein eigenes Label “Standard-Möbel” verkaufte, ohne das Bauhaus darüber zu informieren. Oder über einen der vielen anderen Momente, als sich Breuer und das Bauhaus überwarfen. Trotz des Erfolges für alle Parteien war nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Unabhängig von dieser, in unseren Augen, Auslassung präsentiert “Marcel Breuer – Design und Architektur” einen wunderbaren, sehr zugänglichen Überblick über einen Mann, sein Vermächtnis und seinen Platz in der Design- und Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Geht man durch die Ausstellung, bekommt man ein gutes Gefühl für die Entwicklungen in Breuers Karriere.

Aber noch wichtiger ist, ähnlich wie bei “Gerrit Rietveld – Die Revolution des Raums“, dass man versteht, dass die öffentliche Person nur die Schale für einen komplexen und kreativen Charakter ist. Wenn man so will, eine Einladung mehr zu entdecken.

Marcel Breuer – Design und Architektur ist die perfekte Gelegenheit genau das zu tun und kann noch bis zum 31. Oktober 2012 im Bauhaus Dessau besucht werden.

Marcel Breuer design and architecture Bauhaus dessau BAMBOS House Type 1
Ein Modell für das “BAMBOS Haus Typ 1″
Marcel Breuer design and architecture Bauhaus dessau
Bauhaus Dessau: Marcel Breuer – Design und Architektur
Marcel Breuer design and architecture Bauhaus dessau aula
Die Aula im Bauhaus Dessau, ausgestattet mit Stühlen designt von Marcel Breuer