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(smow)sommertour 2010: Universität der Künste Berlin, Rundgang 2010

Monday, July 26th, 2010
Who needs architechts anyway?

Wer braucht schon noch Architekten?

Nach der Enttäuschung an der Burg Giebichenstein fühlten wir uns auch auf dem Weg nach Berlin vom Glück verlassen, als wir durch Sturm und Regen nordwärts fuhren.

Der grundsätzliche Fokus beim Rundgang 2010 an der Universität der Künste Berlin lag auf den Semester-Projekten.

Eine Auswahl an Diplom-Arbeiten war zu sehen, bedauerlicherweise aber nicht alle Diplom-Projekte. “Jack” von Julia Reischel und “Qabel” von Philipp Frank waren zwei Projekte, die wir gern bestaunt hätten, die wir aber leider nur auf dem Papier und nicht in persona sahen.

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Der Trockenschirm von Janja Maidl an der Universität der Künste Berlin

Die Semesterprojekte an sich waren ziemlich eingeschränkt. Was auf der einen Seite eine legitime Methode ist, die Konzentration der Studenten zu fokussieren. Wir hatten gelegentlich das Gefühl, dass die Projekte ein wenig zu sehr so angepasst wurden, dass sie den Anforderungen der kommerziellen Partner genügen.

Die Kooperation zwischen Design-Schulen und kommerziellen Partnern ist ein Punkt, den wir später noch einmal diskutieren werden.

Und obwohl Projekte wie “Light my Fire” oder “Lichten”, die die Frage “Wieviel Erleuchtung benötigt ein Licht?” aufwarfen, eine Reihe interessanter Ergebnisse hervorbrachten, dienten sie für uns weitestgehend dazu, den Lernprozess zu beobachten und zu verstehen.

Eine besonders herrliche Visualisierung des Lernprozesses war die Umfrage, die alle Studenten der Klasse “Industrial Design Grundlagen” ausfüllten. Durch Nennung ihrer Lieblings-Projekte, ihrer persönlichen Katastrophe und dem Moment “als der Groschen fiel” konnte man deutlich einige Gemeinsamkeiten unter den neuen Design-Studenten ausmachen. Die häufigsten Probleme waren verspäteter Beginn der Vorbereitungen und vor dem Produktionsstart keinen sauberen Prototypen angefertigt zu haben. Folglich war auch die Ausstellung weniger bedeutsam als die Notizwand im Flur.

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Sno von Louise Unbekannt an der Universität der Künste Berlin

In einer ansonsten sehr informativen und hoch amüsanten Ausstellung fanden wir nichts, dass als Innovation definiert werden könnte.

Mit Sno hat Louise Unbekannt eine wundervolle Moormann-ische Garderobe entwickelt. Drei gebogene Holzteile, die ineinander übergehen und sich gegenseitig stützen. “Sno” hat nicht nur eine wunderbare Geometrie, sondern auch einige kleine Details, die das Talent hinter dem Design erkennen lassen.

Mesa Portador von Ben Raubold scheint ebenso seine Wurzeln in Aschau im Chiemgau zu haben. Obwohl wir die Idee der Tischbeine, die in zwei verschiedenen Höhen genutzt werden können, sehr mochten, war es doch die Weiterentwicklung, die uns sehr beeindruckte.

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Mesa Portador von Ben Raubold an der Universität der Künste Berlin

Portador ist spanisch für tragend und zaubert dennoch das Konzept des Transportablen hervor.

Falls Ben es schafft, das Design so zu entwickeln, dass alle Komponenten flach zusammen gesteckt werden können damit sie leicht transportieren kann, dann können wir uns auch einige praktische Anwendungen für Mesa Portador vorstellen.

Wenn wir von diesen beiden Arbeiten einmal absehen, dann sahen wir ansonsten sehr wenig in Sachen “Produkte”. Aber das sollte nicht als Kritik verstanden werden. Der Tonus der Ausstellung war vielmehr die Entwicklung der Studenten zu zeigen - und in diesem Fall erwartet man wohl auch keine “Produkte” sondern “Ideen” und “Möglichkeiten”. Und die waren so massenhaft wie Sachsen mit Sonnenbrand am Warnemünder Strand.

Ein weiteres Highlight erwartete uns vor dem Hauptgebäude der UDK in der Hardenberg-Straße.

Eine Windturbine, gebaut aus alten Ölfässern.

Viel mehr darüber wissen wir auch nicht, da das Informationsschild dazu fehlte.

Wir vermuten, dass solche Konstruktionen zu hunderttausenden auf kleinen Bauernhöfen in Indien und Afrika stehen. Oder zumindest hoffen wir das.

Das Konzept war zumindest das erste in Berlin, dass uns wirklich inspirierte und motivierte.

Bilder vom Rundgang 2010 an der Universität der Künste Berlin sind auf (smow)flickr zu sehen.

Und nach so einem unterhaltsamen Tag an der Universität der Künste fuhren wir weiter nach Nordosten zum Rundgang 2010 der Kunsthochschule Berlin Weißensee.

Mehr (smow) videos

(smow)introducing: Stephan Schulz

Tuesday, July 20th, 2010

Name: Stephan Schulz

Geboren: Schwerin, 1983

Studium:
2003-2009 Industrial Design, Burg Giebichenstein, Halle
2007-2008 Erasmus studium at the Design Academy Eindhoven

Praktium: 2008 Bellini Design Studio, Mailand

Produkte:
Stellvertreter für Nils Holger Moormann, Aschau im Chiemgau
Betonschalen “frisch ausgeschalt” für Betoniu, Leipzig

Stephan Schulz

Stephan Schulz

(smow)blog: Wie kamen Sie zum Industriedesign?
Stephan Schulz: Es hat sich einfach so entwickelt. Ich habe schon immer gerne Dinge gebaut und herum experimentiert mit Materialen. Ich bin auch auf einer Baustelle groß geworden und so irgendwie in diese Gestaltungswelt hineingewachsen. Ich hatte immer das Bedürfnis, Sachen selber zu bauen und in die Hand zu nehmen.

(smow)blog: Wer hat Sie beeinflusst?
Stephan Schultz: Das ist schwer zu sagen. Als Gestalter wird man ja ständig beeinflusst und vieles passiert dann unterbewusst. Ich glaube, man ist zumindest in Deutschland, in den letzten Jahren stark von Konstantin Grcic beeinflusst worden. Dabei muss im Design nicht immer alles nur positive Beeinflussung sein. Auf Design aufmerksam wurde ich zum ersten Mal in jungen Jahren durch die Bauhaus-Geschichten, die Architektur. Zuerst als Persönlichkeit und Designer wahrgenommen habe ich dann Mies van der Rohe und seine Möbeldesigns. Aber es ist nie so gewesen, dass ich eine Person wirklich herausstellen würde.

(smow)blog: Und warum die Entscheidung für die Burg Giebichenstein?
Stephan Schulz: Das ist ganz einfach. Ich habe mich hier zuerst beworben, habe die Eignungsprüfung bestanden und bin dann geblieben. Die Schule hat einen guten Ruf und die Stadt fand ich auch schön, und deswegen hab ich hier angefangen zu studieren

(smow)blog: Und jetzt haben Sie Ihr Studium abgeschlossen und hier im Design Haus Halle ein Atelier bezogen. Bleiben Sie also in Halle?
Stephan Schulz: Erstmal ja. Es ist natürlich eine Chance, hier erstmal die Werkstätten der Hochschule weiter zu nutzen. Wenn ich jetzt weggehen würde, würde ich es nie so günstig kriegen wie in Halle. Und hier hat man eben noch das Netzwerk um sich herum und das erleichtert es am Anfang denke ich ungemein. Aber ich bin nicht auf Ewigkeit auf Halle fixiert.

Stellvertreter by Stephan Schulz for Moormann

Stellvertreter von Stephan Schulz für Moormann

(smow)blog: Sie stehen erst am Anfang Ihrer Laufbahn, aber gab es schon Höhepunkte?
Stephan Schulz:
[lacht] Ich bin wirklich noch am Anfang, aber ein Höhepunkt war sicherlich die Garderobe [Stellvertreter] für Moormann. Ich habe ja erst vor drei Monaten mein Diplom gemacht, und letztes Jahr während des Studiums schon ein Produkt auf den Markt gebracht mit einem Hersteller. Das ist schon der Höhepunkt. Klar.

(smow)blog: Und wie kam es dass die Betonschale in die Vitra Design Museum Austellung „Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion“ aufgenommen wurde?
Stephan Schulz: Martin Hartung, einer der Kuratoren dieser Ausstellung vom Vitra Design Museum hat die Betonschalen auf einer anderen Ausstellung gesehen, fand sie passend und hat sie dann aufgenommen. [lacht] So simpel ist es manchmal.

(smow)blog: Wenn wir jetzt an die Betonschale denken, an Ihre Lehmpaneelen, oder die Holz- und Porzellanartikel: Macht es Ihnen Spaß mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren?
Stephan Schulz: Auf jeden Fall. Ich könnte mich jetzt nicht auf ein Material festlegen und sagen, ich arbeite nur mit Porzellan, oder nur mit Beton. Das ist ja gerade das Spannende als Industriedesigner, dass ich in jede Richtung gehen kann und jede Richtung ausprobieren kann.

(smow)Blog: Und wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Stephan Schulz: Ich habe mich auf Möbel und Interieur  spezialisiert und will mich auch in diese Richtung weiter entwickeln. Ich möchte nicht immer nur Unikate machen, es wäre auch schön Massenprodukte zu entwerfen, die in Serie gehen können. Als Designer hat man den Anspruch, dass die eigenen Entwürfe funktionieren – auch in der Herstellung. Aber dadurch, dass der Markt zurzeit so übersättigt ist, gehen viele Designer mehr in die künstlerische Richtung und alles wird eher experimentell. Das gehört sicherlich dazu, und es sind die ersten Schritte, aber mein Ziel ist es, Produkte auf den Markt zu bringen.

Concrete bowl by Stephan Schulz for betonui

Betonschale von Stephan Schulz für betonui

(smow)blog: Wie kommt man als junger Designer an Hersteller?
Stephan Schulz: Das ist schwer. Ja, ich weiß es selbst nicht genau. Natürlich geht man auf Messen, das ist die einzige Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, aber es ist verdammt schwer. Nils Holger Moormann hatte ich das Produkt vorgestellt und er fand es gut. Das ist natürlich der Idealfall. Aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme und es funktioniert dann zehn mal wieder nicht. Es ist ein harter Weg. Und vor allem gibt es keinen vorgezeichneten Weg. Es kann dir niemand sagen wie du es machen sollst oder wie du Hersteller ansprechen sollst. Es bleibt schwer.

(smow)blog: Dann viel Glück und Dankeschön!

Weitere Informationen zu Stephan Schulz finden Sie unter studio-stephanschulz.com/

Cargo Chair by Stephan Schulz: An empty frame you can fill according to mood and situation

Comfy Cargo Chair von Stephan Schulz: ein leerer Rahmen, den man nach Lust und Laune füllen kann

Foam soft pad chair by Stephan Schulz

Foam soft pad chair von Stephan Schulz

Porcelain jugs by Stephan Schulz

Porzellan Kanne von Stephan Schulz

Tischlader by Stephan Schulz

Tischlader von Stephan Schulz

2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Holland-Deutschland 2:3

Wednesday, July 7th, 2010

Der Klassiker: Holland gegen Deutschland.

Diese Begegnungen waren immer schon hart umkämpft, aber dieses Spiel hatte noch eine besondere Brisanz. Der Gewinner des Matches würde ins Halbfinale der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 einziehen.

Die Niederländer hatten sich im Vorfeld entschieden, Hella Jongerius gegen Marcel Wanders zu wechseln. Man hoffte, mit dem kreativen Kopf hinter Moooi und Droog besser gegen Konstantin Grcics klare lineare Formen angehen zu können. Und die Taktik zahlte sich aus. Mit dem Knotted Chair und seiner New Antiques Kombination für Capellini ging Marcel Wanders verdient mit 2:0 in Führung.

Grcic gelang es nicht, nach vorn zu kommen, was ihn zunehmend frustrierte. Für seinen unnötigen 360 Grad Stuhl erhielt er zu Recht die gelbe Karte wegen zweifelhafter “Anlehnung” an George Nelsons Nelson Perch aus dem Jahr 1964.

Zur Halbzeit wurde Grcic gegen Nils Holger Moorman ausgewechselt. Dem gerissenen alten Mann des modernen deutschen Designs gelang schnell der Anschlusstreffer zum 2:1 mit seinem unglaublich frechen Rechenbeispiel. Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit erwies sich Nils Holger Moormanns authentische und gefühlvolle Anarchie als stärker als Marcel Wanders’ wohlüberlegte und berechnende Vorstellung.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Moorman mit seinem Bookinist ausglich und mit dem Liesmichl schließlich in Führung ging.

Ein packendes und dramatisches Match, das 3:2 für Deutschland endete.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B

Konstantin Grcic is booked.

Konstantin Grcic sieht Gelb

2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Deutschland-Spanien 2:0

Tuesday, June 29th, 2010

Konstantin Grcic und Patricia Urquiola könnten unterschiedlicher kaum sein.

Während sich Patricia Urquiola zuverlässig und selbstbewusst durch die traditionellen italienischen Designermöbelhersteller gearbeitet hat, sprang Konstantin Grcic von einem Kulthersteller zum nächsten und machte nur gelegentlich Abstecher zu den europäischen Mainstream-Designmöbel-Herstellern.

Grcic ging mit einem Hut ab für Moormann in das Spiel, und schob gleich noch ein ES Regal (ebenfalls Moormann) hinterher. Die wohlverdiente 1:0 Führung kam mit dem Osorom Sitzmöbel für Moroso.

Dieser unerwartete Vorstoß in einem Gebiet welches traditionell ihr vorbehalten war, versetzte Patricia Urquiola in eine Schockstarre.

Grcic nutzte die Gunst der Stunde um seine Führung mit einem schnellen Tom Tom Tisch für SCP auszubauen.

Patricia Urquiola gelang es trotz einiger guter Aktionen nicht mehr, das Spiel umzudrehen.
Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe B

Licht von Roll and Hill

Tuesday, May 25th, 2010
The Stature of Liberty, New York ...

Die Freiheitsstatue, New York ...

In diesem Jahr sind wir nicht auf der ICFF in New York. Letztes Jahr war einfach zu traumatisch

Was natürlich eine Schande ist, denn unser Postfach ist voll von wunderbaren Shows und Produkten - nicht zuletzt der Lampenkollektion der neuen amerikanischen Lichtbude Roll and Hill.

Roll and Hill wurde von (unserem persönlichen Highlight der letzten ICFF) Jason Miller gegründet und beherbergt ein breites Spektrum zeitgenössischer amerikanischer Designer wie Lindsey Adams Adelman, Paul Loebach, Sarah Cihat und Michael Miller sowie das Designkollektiv Rich Brilliant Willing.

Beleuchtung ist eines der komplexeren Designthemen. Die Entscheidung für bestimmte Sitz- oder Aufbewahrungsmöbel wird meist hinsichtlich ihrer Funktionalität gefällt.

Lampen hingegen… illuminieren.

Wahre technische Innovationen wie Richard Sappers Tizio für Artemide oder ästhetische Innovationen wie Nils Holger Moormanns Pin Coat Pin Light sind die wenigen Ausnahmen. Hersteller gehen oft einfach davon aus, dass es den Käufern egal ist, solange die Lampe Licht macht.

Bei Roll and Hill sind die Lampen aber unverkennbar die Stars.

Und das ist eine gute Sache und ein kleines Gegengewicht zu dem ganzen Schrott der ununterbrochen weiter produziert wird in der Annahme, dass es keinen interessiert.

Unser Lieblingsstück bleibt Jason Millers Modo Chandelier, ein Produkt von solch feiner Eleganz, dass es uns letztes Jahr in New York wirklich vom Hocker gehauen hat.

Die vollständige Roll and Hill Kollektion gibt es unter http://www.rollandhill.com/

Modo Chandelier by Jason Miller through Roll and Hill

Modo Kronleuchter von Jason Miller/ Roll and Hill

(smow) in Mailand 2010: Nils Holger Moormann

Monday, April 12th, 2010

Wir müssen nicht nach Mailand fliegen um Moormann zu besuchen.

Wir können einfach nach Aschau fahren.

Aber es macht uns Spaß, Moormann in Mailand zu besuchen, denn sie geben sich immer ein bisschen mehr Mühe.

Nachdem Moormann auf seinem Saloni-Stand 2009 mit Liesmichl, Strammer Max, Steckling et al aufwartete, sieht es 2010 etwas zurückhaltender aus.

Nichtsdestotrotz verspricht Else bereits jetzt, eins der Highlights von Mailand 2010 für uns zu werden.

Else ist keine Moormann-Angestellte (so liebenswürdig sie auch alle sind), sondern ein neues Regalkonzept von Werner Gasser.

Wir Ihr wisst, ist das All Time Favourite (smow)blog Möbelstück Gangsta Lean von Matt Braun.

Ein wirklich großartiges Produkt.

Und Else von Werner Gasser ist in vielerlei Hinsicht eine Erweiterung des Gangsta Lean Konzeptes zu einem individuell konfigurierbaren Regalsystem.

Gangsta Lean für diejenigen, die es eher “Lean” als “Gangsta” haben.

Für alle, die nicht wissen, was wir meinen, hier eine kleine Video-Einführung:

(smow)liest 2010: Neue Stimmen from Switzerland

Monday, March 22nd, 2010
(smow)liest, Liesmichl holds: Roman Graf, Ursula Fricker and Arno Camenisch

(smow)liest, Liesmichl hält: Roman Graf, Ursula Fricker und Arno Camenisch

Wir verbinden drei Dinge mit der Schweiz:

USM Haller

Steuerhinterziehung.

Phil Collins.

Mit dem Abend unter dem Motto “Neue Stimmen from Switzerland”, organisiert von SWIPS - Swiss Independent Publishers und unterstützt von Pro Helvetia, fand bei (smow) in Leipzig das zweite (smow)liest Event während der Leipziger Buchmesse 2010 statt.

Und hat bewiesen, dass das Alpenland noch mehr zu bieten hat - weit mehr.

Roman Graf eröffnete die Veranstaltung mit seinem Debut Roman “Herr Blanc”. Als junger Mann hatte Herr Blanc die einzige Frau verlassen, die ihn wirklich hätte glücklich machen können. Und so verbrachte er den Rest des Lebens damit, die Trennung zu bereuen, ohne es aber tatsächlich zu realisieren. Erst am Ende seines Lebens, als (metaphorisch gesehen) die Hoffnung längst gestorben war, musste er der Wahrheit ins Gesicht blicken.

Themen wie verlorene Liebe, Fehler und die ewige Suche nach vollkommenem Glück wurden dann durch “Das letzte Bild” von Ursula Fricker fortgesetzt. In ihrem zweiten Roman erzählt Ursula Fricker die Geschichte des Fotografen Flloyd und dem wenig erfolgreichen Wiedersehen mit seiner 15-jährigen Tochter. Platziert in der Wildnis des ländlichen Brandenburgs ist “Das letzte Bild” eine düstere, nachdenkliche Betrachtung der menschlichen Natur und des Schicksals.

Der letzte Autor Arno Camenisch brachte einen neuen Klang in den Abend. Und tatsächlich auch eine andere Sprache: Romanisch. Obwohl der Roman offiziell als Arno Carmenisch´s erster deutscher Roman präsentiert wird, springt “Sez Ner” zwischen deutsch und romanisch hin und her. Und das mit großartigem Effekt. Oberflächlich betrachtet ein humoristischer Roman, ist “Sez Ner” viel mehr ein Roman, der Humor verwendet um zwischenmenschliche und alltägliche Probleme auszudrücken.

Swiss furniture, Swiss author - Arno Camenisch and USM Haller

Schweizer Möbel, Schweizer Autor - Arno Camenisch und USM Haller

Der Abend wurde passenderweise vom in Berlin lebenden und in der Shweiz geborenen Journalisten Michael Angele veranstaltet, der auf der einen Seite die drei Autoren und deren Werke vorstellte und auf der anderen Seite die verschiedenen Diskussionen moderierte.

Ist Herr Blanc typisch Schweizerisch? Und was ist Schweizerisch? Kann ein Schweizer Autor auf deutsch schreiben oder sollte er lieber in seinem regionalen Dialekt schreiben?

Alles in allem war “Neue Stimmen from Switzerland” ein hochgradig unterhaltsamer und gleichzeitig nachdenklich stimmender Abend, der sehr gut beim (smow) Publikum ankam.

Und glücklicherweise hat niemand im Laufe des Abends an Phil Collins gedacht.

Herr Blanc von Roman Graf ist im Limmat Verlag Zürich erschienen.

Das letzte Bild von Ursula Fricker ist im Rotpunktverlag erschienen.

Sez Ner von Arno Camenisch ist im Urs Engeler Editor erschienen.

Michael Angele, Ursula Fricker, Roman Graf and Arno Camenisch

Michael Angele, Ursula Fricker, Roman Graf und Arno Camenisch

(smow)liest 2010: Grillsaison von Philipp Kohlhöfer

Saturday, March 20th, 2010
(smow)liest Grillsaison by Pphilipp Kohlhöfer.

(smow)liest, Liesmichl hält: Grillsaison von Philipp Kohlhöfer.

Deutscher zu sein ist nicht einfach.

Ist es wirklich nicht.

Zum Glück kann es aber sehr unterhaltsam sein, wie Philipp Kohlhöfer dem vollen Haus bei der Eröffnungsveranstaltung von (smow)liest 2010 im (smow)room in Leipzig bewies.

Von David Hasselhoff über Nelly Furtado bis hin zum Vollkornbrot - Philipp Kohlhöfer führte das Publikum durch einen amüsanten und teilweise hoch poetischen Abend voller Anekdoten, Beobachtungen und Erinnerungen.

Der Großteil der erzählten Geschichten würde der Mehrheit des Publikums niemals passieren. Es sind Geschichten, die Journalisten widerfahren, diese Nebenschauplätze am Rande der eigentlichen Arbeit. “Normale” Menschen kommen da nicht hin, können da nicht hin, und würden wahrscheinlich auch gar nicht hinwollen, wenn sie die Möglichkeit hätten.

Journalisten merken oft erst später, dass sie überhaupt da waren.

Und obwohl die Zuhörer sich nicht immer in die Situationen, in denen sich Philipp Kohlhöfer wiedergefunden hat, hineinversetzen konnten, konnten sie doch seine Handlungen nachvollziehen und nachempfinden und wussten irgendwie, dass er die richtigen Entscheidungen getroffen hat.

Oder sie nahmen einfach - hauptsächlich aufgrund von Kohlhöfers entspannter, freundlicher und kompetenter Votragsweise - an, dass er die richtigen Entscheidungen getroffen hat.

Wenn wir wirklich glauben sollen, dass dies Philipp Kohlhöfers erste öffentliche Lesung war, müssen wir uns fragen, warum.

Grillsaison von Philipp Kohlhöfer ist garantiert kein Buch für jedermann. Aber wenn Sie nach einer Unterhaltung für den Weg zur Arbeit oder einer Begleitung für längere Flüge suchen, könnte Kohlhöfers leichter fließender Stil und die Absurdität der Geschichten die Reise etwas erträglicher gestalten.

Grillsaison von Philipp Kohlhöfer ist erschienen bei Goldmann.

Philipp Kohlhöfer reads from Grillsaison. In the background the evening in Leipzig continues as ever....

Hoch über den Straßen der Leipziger Innenstadt: Philipp Kohlhöfer liest aus seinem Debütroman Grillsaison.

(smow)wintertour 2010, Teil 2: Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Thursday, February 11th, 2010
Moormann Haus, Aschau in Chiemgau

Moormann Haus, Aschau im Chiemgau

Im Anschluss an unsere Reise zum  #VitraHaus am Freitag geht die (smow)wintertour 2010 weiter - auf Skiern, die Alpen entlang nach Aschau im Chiemgau, Bayern zu einem Besuch bei Nils Holger Moormann und dem sogenannten Moormann Haus.

Das Moormann Haus wurde 1859 vom bayrischen Stararchitekten- und Bühnenbildner-Designerduo Christian Jank und Eduard Riedel erbaut, welche später durch den Bau des Schlosses Neuschwanstein bekannt wurden. Das Haus wurde errichtet in Gedenken an die Präsentation Maximilian II. von Bayern vor den Bürgern von Aschau zu den Rechten der Produktion guter alter MDF- und Sperrholzmöbel in den guten alten Farben rot, weiß und schwarz.

Das Haus, welches in traditionellem bayrischen Zimmerhandwerk erbaut wurde, hieß ursprünglich “Kampenwand Haus”, nach dem Berg an dessen Füßen es steht.

Nach dem Tode Ludwig II. 1886 war die Bevölkerung von Aschau so von ihrer Trauer übermannt, dass die MDF- und Sperrholzmöbelproduktion eingestellt wurde. 1992 erwarb Nils Holger Moormann die Rechte und startete einen Neuanfang der Produktion hochwertiger Designmöbel in Aschau. Als Zeichen der Wertschätzung benannte de Stadt das “Kampenwand Haus” um in “Moormann Haus”.

Das Haus war nicht nur Quelle der Inspiration für das neue VitraHaus, sondern auch für einen der erfolgreichsten Entwürfe Nils Holger Moormanns: den Liesmichl.

Liesmichl by Nils Holger Moormann

Liesmichl von Nils Holger Moormann

Der Liesmichl gehört zu den innovativsten und funktionalsten Moormann-Produkten. Er vereint auf wunderbare Weise zwei traditionelle Linien der sogenannten “Aschauer Schule” - Sperrholz und die Farben rot/weiß/schwarz - mit modernem heißgewalztem Stahl zu einem entzückenden Lese-/Nachttisch.

Die Form des Liesmichls basiert auf der Form der inneren Tragkonstruktion des Moormann Hauses. So wie das Innere der Freiheitsstatue mehr oder weniger der Eiffelturm ist.

Wir werden Euch regelmäßig mit (smow)blog Posts und (smow)twitter Tweets von unserer Reise nach und Zeit in Aschau auf dem Laufenden halten. Außerdem wird es Blicke hinter die Kulissen von Moormann und die Technologie hinter dem genialen Moormann Webmic Communication System geben.

Und vom Moormann Haus in Aschau im Chiemgau geht die (smow)wintertour 2010 weiter …. dazu später mehr.

Moormann webmic

Moormann Webmic Communication System

(smow)abseits: Das beste kleine Lager in Texas … oder #Leipzig

Tuesday, February 2nd, 2010

In den vergangenen Tagen erreichte uns ein endloser Schwall E-Mails in unserem (smow)blog Bunker. Alle wollten wissen, ob es uns gut geht.

Und falls es uns gut geht, warum wir dann nichts bloggen.

Ob wir keine Lust mehr haben.

Ob wir gelangweilt sind.

Ob uns der Chef entdeckt hat.

Nein, weit gefehlt. Die traurige Wahrheit ist, dass wir gezwungen waren, zur Abwechslung mal richtige Arbeit zu leisten. Ja, wir glauben es selber nicht.

Die Kombination aus Weihnachtsferien und heftigem Schneefall in Europa hatten dazu geführt, dass sich einige Herstellerlieferungen unserer (smow)Lieferanten in letzter Zeit verzögert haben.

Verspätete Zulieferungen, die alle am Donnerstag eintrafen.

(smow) in stock and ready to go...

(smow) ... im Lager und bereit für den Versand...

Als wir am Donnerstag Morgen das (smow)Hauptquartier erreichten, wartete Vitra bereits mit einem LKW voller Produkte verschiedenster Designer, wie z.B. Charles und Ray Eames, Maarten van Severen oder Verner Panton.

Danach kam USM Haller mit einem LKW voll Haller Tische, USM Haller Sideboards und Rollcontainern. Und gerade als USM wieder Richtung Bühl aufbrach, erreichte uns Moooi aus Amsterdam.

Manchmal geht es im (smow)Hof wirklich zu wie auf einem EU Parkplatz.

Und kaum dass wir unser Mittagessen verdaut hatten, rollten auch schon Moormann, Lampert und Lapalma auf den Hof.

An sich eine gute Sache. Das bedeutete aber auch, dass irgend jemand all die gelieferten Kartons einräumen musste.

Und diese Aufgabe fiel auf uns zurück.

Aber keine Angst, wir mussten nicht wirklich schwitzen.

USM Haller being carried into the (smow)warehouse

USM Haller - von Eames Elephants in das (smow)Lager transportiert

Denn für solche Zwecke haben wir ein speziell ausgebildetes und qualifiziertes Team an Eames Elephanten, wir mussten nur alles entsprechend koordinieren.

Und so waren wir in den vergangenen Tagen damit beschäftigt, die Eames Elephanten durch die endlosen Flure des (smow)Lagers zu dirigieren um die Eiermann Tische, Vitra DSR und USM Haller Möbel zu verstauen.

Mittlerweile ist endlich alles untergebracht und unsere Eames Elephanten sind in das Leipziger Ratsholz zurückgekehrt, wo sie wieder der Stadt Leipzig helfen, den Wald von der Plage Nordic Walking treibender Rentner zu befreien.

Viel Glück! Wir zählen auf euch.

Und wir sind jetzt auch zurück im Büro um zuviel Kaffee zu trinken und nach den schönsten Storys zum Thema Designer Möbel für Eure Unterhaltung zu suchen.

Eames Elephant's ... hunting nordic walking pensiors in Leipzig

Vitra Eames Elephants bereiten sich auf den Überfall auf Nordic Walking Rentner in Leipzig vor




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